FAKE News, die wir glauben: Ich muss mit allen Menschen versöhnt leben

Unterschied Vergebung – Versöhnung


Definitionen von Vergebung

Rachel Scott sass 1999 mit einem Freund auf dem Rasen des Schulgeländes in Columbine, USA, als zwei jugendlichen Täter auf sie schossen. Als sie noch nicht sofort tot war, fragte einer von ihnen: «Glaubst du noch an Gott?» Ohne zu zögern bejahte sie; der nächste Schuss brachte ihr den Tod. Die Mutter von Rachel konnte dem Mörder vergeben. Das war überhaupt nicht einfach, doch weiss sie, dass die Vergebung letztlich ihr selbst zugutekommt. «Wenn ich vergebe, sage ich damit: ‚Das, was du mir angetan hast, ist nicht normal, aber ich entscheide mich dafür, dir zu vergeben, weil ich nicht den Rest meines Lebens von dem Schmerz dominiert werden möchte. Er wird mich nicht kontrollieren, weil ich nicht zulassen werde, dass mich dies für den Rest meines Lebens definiert!’»

Ich weiss nicht, ob ihr auch schon mal einem Mörder vergeben musstest. Aber in unseren Leben werden wir oft innerlich verletzt und erleben mehr oder weniger dramatisch Schlimmes. Ein Mensch wie diese Mutter, der vergibt, verzichtet auf den Schuldvorwurf, auf jegliches Nachtragen des erlittenen Unrechts. Dies meint Vergebung. Dieser Mensch spricht das vor Gott aus.

Die Bibel sagt: Roemer 1218Ist es möglich, soviel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden. 19Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: „Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der HERR.“…

Gott möchte, dass wir dem Frieden gegen jedermann nachjagen, so wie es Hebräer 12,14 sagt und dass wir schnell bereit sind zu vergeben. Es liegt ihm viel an bereinigten Beziehungen, denn er sagt: Johannes 13, 34 und 35: Ich gebe euch jetzt ein neues Gebot: Liebt einander! So wie ich euch geliebt habe, so sollt ihr euch auch untereinander lieben. 35 An eurer Liebe zueinander wird jeder erkennen, dass ihr meine Jünger seid.«

Aber wie können wir denn das leben, wozu uns die Bibel aufruft.

Zuerst ist es wichtig zu sehen, dass auch wenn die Wörter Vergebung und Versöhnung häufig synonym gebraucht werden, sich doch ein feiner Unterschied hinter ihnen verbirgt.

Es gibt auch zum Thema Vergebung Fakes und Fakten.

Ver-geben: Vergeben hat etwas mit “geben” zu tun, also mit “Gabe”. Man kann das Wort auch in völlig anderem Kontext nutzen, etwa “Ein Stipendium vergeben”. Es geht also darum, dass jemand etwas erhält. In diesem Fall erhält jemand, der irgendetwas falsch gemacht hat, den Erlass seiner Schuld.

Fakes zum Thema Vergebung: 

– du kannst als Täter, Vergebung nicht einfordern, nur darum bitten. Die Gefahr besteht, wenn du Vergebung befiehlst, im Stil von: weil du Christ bist, musst du mir ja vergeben –  dass der andere sagt: jaja, ich vergebe dir, aber die Vergebung ist nicht wirklich so gemeint und dass das Opfer die Verletzung irgendwann wieder auf den Tisch bringt.
– Du kannst vergeben, auch wenn der Täter keine Reue zeigt.
– Vergeben bedeutet nicht vergessen. Es kann sein, dass Gott hilft zu vergessen und verletzte Gefühle heilt, aber es kann auch sein, dass ich mich, trotzdem ich vergeben habe, ein Leben lang schmerzhaft an erlittenes Unrecht erinnere. Und trotzdem darf ich daran festhalten, dass ich vergeben habe.
– Wenn ich vergebe, heisst das nicht, dass ich gut heisse, was der Täter mir angetan hat.
– Vergebung ist nicht gleich Versöhnung

Definition von Versöhnung 

Was ist denn der Unterschied? Versöhnung bedeutet zusätzlich zur Vergebung, dass beide Seiten die Beziehung fortsetzen wollen.  Zum Versöhnen gehören alle Beteiligten. Es ist ein Prozess, der voraussetzt, dass Schuld eingestanden wird.

Wenn die Bibel von Versöhnung spricht, meint sie in 1. Linie die Beziehung zwischen Gott und den Menschen. Durch Jesus hat Gott Versöhnung möglich gemacht. Jesus hat die Schuld von dir und mir getragen, so dass eine versöhnte Beziehung zu Gott möglich ist. Aber die Bibel spricht auch davon, wie wichtig Gott versöhnte zwischenmenschliche Beziehungen ist.

Eine ganz schöne Versöhnungsgeschichte erzählt uns die Bibel im 1. Mose 33. In seiner Jugend war Jakob so eifersüchtig auf Esau, den Erstgeborenen und Liebling des Vaters, dass er ihm hinterlistig das Erstgeburtsrecht und den väterlichen Segen stahl. Aus Angst vor Esaus Zorn floh Jakob. Als sich viele Jahre später eine Begegnung mit Esau anbahnte, geriet Jakob in Panik vor lauter Angst, der Bruder könnte ihn und seine Familie umbringen. Jakob überlegte, ob er seinen Bruder vielleicht mit einem Geschenk besänftigen könnte.

… Esau aber lief ihm entgegen und herzte ihn und fiel ihm um den Hals und küsste ihn, und sie weinten.

Auch die Josefsgeschichte erzählt eine schöne Versöhnung zwischen den Brüdern.

Zur Versöhnung bedurfte es auch zu biblischer Zeit schon der Bereitschaft auf beiden Seiten.

„Versöhnung fordert, dass die Parteien ihr Vertrauen zueinander erneuern.“ Bei Vergewaltigung oder physischer bzw. emotionaler Gewalt, kann das Opfer sich zur Vergebung entschließen. „Wenn der Täter keinerlei Reue zeigt und sich nicht ändert, ist Versöhnung sehr schwierig, wenn nicht sogar ausgeschlossen.“

Dieser Vorgang kann mit einem Brückenbau verglichen werden. Vergebung ist die eine Brückenhälfte und Reue die andere. Manchmal glauben wir, die Sache abkürzen zu können. Vergeben und abhaken, bevor die Sache überhaupt richtig benannt ist. Ich denke, dass ist vor allem unter uns Christen eine häufig begangene Schwierigkeit. Ich rede jetzt nicht von Kleinigkeiten, sondern dann, wenn etwas Schwerwiegendes vorgefallen ist oder Verletzungen sich öfters wiederholen.

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Denn ein Mensch braucht Zeit, um sich mit einer Kränkung auseinander zu setzen, sie zu verarbeiten und sie richtig einzuordnen, gefühlsmässig und gedanklich. Um sich versöhnen zu können, muss jeder der Beteiligten bei sich selber einen Verarbeitungsprozess durchmachen. Dies ist auch deshalb wichtig, weil sich sonst ähnliche Situationen immer wiederholen, ohne dass sie wirklich gelöst werden.

Problemfelder zum Thema Versöhnung – mit Andy zusammen vorspielen – 

Es gibt Menschen, mit denen man sich – selbst als «ernsthaften» Christ nicht versöhnen kann. Jede Ähnlichkeit mit lebenden und anwesenden Personen ist zufällig! 😉

  1. Mit Menschen, die nur oberflächlich und zu schnell vergeben. Sie nehmen bei nächster Gelegenheit alles Alte wieder raus. Die Beziehung ist dann nicht wirklich versöhnt. Glücklicherweise bin ich ein sehr versöhnlicher Mensch! Sonst wäre diese Beziehung schon längst gescheitert. Dabei übersehen sie, dass sie dauernd den Kürzeren ziehen, dass ihr Selbstwertgefühl ständig abgewertet wird. Ihren Ärger nehmen sie selber nicht ernst und übersehen und überspielen die Verletzung, den Schmerz, die Wut, die Scham und Neid. Man muss den Partner nicht ansprechen, nicht an der Beziehung arbeiten, sondern es ist bequemer zu sagen: «Ich vergebe dir.» Die Angst besteht darin: Wenn ich nicht ständig gute Miene zum bösen Spiel mache, dann liebt mich mein Gegenüber eventuell nicht mehr. Es gibt Menschen, die meinen dabei sogar, sie seien dabei besonders gute Christen und Gott verlange von ihnen ein solches «Martyrium». Sie sehen nicht, dass es Gottes Wunsch wäre, Beziehungen auf gleicher Augenhöhe zu pflegen.
  2. Mit Menschen, die Vergebung nicht annehmen können. Sie unterstellen mir, dass ich nicht vergeben hätte, weil ihre Schuld zu gross sei. Sie leiden sosehr unter dem, was sie falsch gemacht haben und bereuen es zutiefst, so dass sie sich selber nicht vergeben können, die Schuldgefühle nicht loslassen können. Solche Menschen können nicht daran glauben, dass andere Menschen ihnen verzeihen und dass auch Gott vergeben hat. Wer Gottes Vergebung nicht annehmen kann, unterstellt Ihm, dass er ein böser, nachtragender Gott ist. Und einer, der die Vergebung eines anderen Menschen nicht annehmen kann, unterstellt diesem Menschen genau dasselbe: dass er ein böser, nachtragender Mensch sei. Ein solcher Mensch blockiert sich und andere mit dem Problem, dem Konflikt. Eine versöhnte Beziehung ist so unmöglich. Sobald der andere Mensch sich in einer neuen Situation über ihn aufregt, bricht es heraus aus dem Menschen: «Ich habe ja immer gewusst, dass du mir nicht vergeben hast.» Was sie dabei vergessen: sie bleiben dem Gegenüber dabei immer etwas schuldig: nämlich das mitmenschliche Wohlwollen, das Vertrauen (ich vertraue dir, dass du es gut mit mir meinst und vergeben hast)
  3. Mit Menschen, die ihren eigenen Anteil nicht sehen wollen. Täter, die keine Reue zeigen. Mit Menschen, die ein Zugeben eines Fehlers als Verlieren sehen und stets Gewinnen wollen. Sie wollen so perfekt sein, dass dies in ihrer Welt nicht vorkommen darf. So suchen sie die Fehler beim anderen und erwarten, dass der andere um Vergebung bittet.
  4. Mit Menschen, die sich nicht auf einen Versöhnungsprozess einlassen wollen. (Keine Zeit, Nerven, zu unwichtig, zu bequem) Sie ziehen sich lieber zurück, wechseln die Kirche – gehen dem Konflikt aus dem Weg.

Das Gefühl, man sei ein schlechter Christ, weil man mit jemandem unversöhnt lebt, ist FAKE NEWS, eine Lüge. Es ist nicht in allen Fällen möglich, es liegt nicht immer in meiner Macht.

Ich ermutige uns: gehen wir Versöhnungsprozessen nicht aus dem Weg. Das bedeutet:

– Sei selber ein Mensch, der von Herzen vergibt und nicht bloss oberflächlich. Sprich deutlich aus: «Ich vergebe dir.» Und dann: nimm Altes, das du vergeben hast, nicht wieder hervor.

– Sei ein Mensch, der Vergebung annimmt – zuerst von Gott.

Und dann nimm Vergebung auch von Menschen an. Vertraue, dass Menschen fähig sind, dir zu vergeben.

– Sei ein Mensch, der bereit ist, deinen eigenen Anteil zu sehen. Das Zugeben eines Fehlers bedeutet nicht, dass ich verloren habe, sondern es ist ein Zeichen von Stärke. Lerne es auszusprechen: «Ich bitte dich um Vergebung.»

Eine passende Bibelstelle für die obigen Menschentypen ist: 1. Johannes 1,8 Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. 9 Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. 10 Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.

Manchmal nützt es nichts, auch wenn ich selber ein Mensch bin, dem Versöhnung am Herzen liegt.

Was mache ich mit der Situation, wenn ich zwar Versöhnung wünschte, dies aber aus den gezeigten Gründen nicht möglich ist?

Dann bleibt aber immer noch das innerliche Sich-Aussöhnen mit der Situation: Wir akzeptieren, dass wir uns nicht versöhnen könne, wir lassen aber unseren Groll los, vergeben dem Menschen. Manchmal ist es nötig, sich von einer Beziehung zu verabschieden, den Menschen los zu lassen. Und dazu gehört dann auch das Zulassen von Trauergefühlen. Beispiel NW Blitz. Da waren Missverständnisse, Schuldvorwürfe seitens an mich. Keine Gesprächsbereitschaft.

Gott sieht deine Bemühungen und spricht dir zu: «Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Frieden geben» (Matthäus Kapitel 11, Vers 28).

Verurteile nicht, wenn Versöhnung nicht möglich ist.

Zusammenfassung

Vergebung geschieht von meiner Seite aus und dafür ist keine Reue des Gegenübers Voraussetzung. Versöhnung hingegen führt einen Schritt weiter. Es ist ein Prozess, der mehr oder weniger Zeit benötigt, damit die Beziehung wieder auf Augenhöhe, vertrauensvoll, ohne gegenseitige Schulzuweisungen und respektvoll funktionieren wird. Vergeben kann ich alleine – zusammen mit Gott – zur Versöhnung sind alle am Konflikt Beteiligten nötig. Reue gehört zu diesem Prozess.

Es ist ein Fake, wir bringen uns selber und andere damit unter einen Druck, wenn wir meinen, ein guter Christ müsse zwangsläufig mit allen Mitmenschen versöhnt leben. Es ist aus den genannten Gründen nicht immer möglich. Seien wir barmherzig zueinander.

Ich schliesse mit meinen Lesetipps:– dieses Mal habe ich mich vom Buch von Verena Kast «Wenn wir uns versöhnen» inspirieren lassen. Es gehört nicht zur Katgegorie «christliche oder theologische Literatur», gab mir aber bereits vor Jahren wertvolle Impulse. ….


Diese Predigt hielt ich am 24. November 19 in der Vineyard Luzern.

Fake News, die wir glauben: Gott wird mich von allem Übel bewahren

Die Frage «Warum lässt Gott das zu?» – beschäftigt die Menschen seit jeher. Ich persönlich dachte lange Zeit, dass es klar ist, dass Nichtchristen viel Unglück erleiden. Aber Christen? Ich ging davon aus, dass wir seine Lieblinge seien und deshalb lasse er es doch nicht zu, dass einem seiner Kinder etwas geschehe.

Heisst es nicht im Psalm 91:

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Frage: habt ihr euch noch nie an einem Stein gestossen? Ja, was ist denn nun mit der Verheissung, dass wir uns an keinem Stein stossen werden? Und was ist, wenn ein Christ eine tödliche Diagnose erhält? Zweifeln wir dann sofort an, ob er Gott von ganzem Herzen liebt und ihm vertraut? Eine schwierige Frage… Natürlich erzählen wir Menschen, welche Jesus noch nicht kennen, lieber sowas wie der Psalm 91 beschreibt, nämlich dass Gott uns bewahre und schütze vor allem Unheil. Es ist wenig populär, wenn wir ihnen von unseren Sorgen, Ängsten, tiefen Zweifeln und nicht geheilten Krankheitsgeschichten zu berichten. Darüber lässt sich nicht sosehr schwärmen, wie darüber, dass ein Leben als Christ Freude, Frieden, Erfüllung bringt und wir uns stets geborgen und beschützt vor allem Unglück wissen dürfen.  Wir «predigen» lieber uns selber und unseren Mitmenschen, dass Gott bewahrt und geheilt hat. Dass wir solches erleben, ist ja wirklich toll und ich freue mich über jede solche God Story. Nur könnte man daraus schliessen, dass unser allmächtiger Leibwächter uns stets davor bewahren würde, eine schlimme Krankheit zu bekommen, schlaflose Nächte zu erleben, unsere Arbeitsstelle zu verlieren, liebe Mitmenschen durch tragische Todesfälle zu verlieren oder peinliche Missgeschicke zu erleben und dadurch blöd dazustehen.

Ich lege eine Auslegung von Jens Kaldewey zu diesem Psalm auf, die ihr gerne ausleihen dürft. Das Pdf hier zum runterladen (klickmich). Auch er kommt zum Schluss, dass wir Christen ebenfalls tödliche Krankheiten und anderes Unglück erfahren können, dass es ganz einfach den Tatsachen entspricht. Er beschreibt die Bedrohungen so: «Die Pest, die im Finstern umherschleicht. Wen trifft sie als Nächstes? Wer „muss dran glauben“? Es sind die Gefahren, die vor der Tür lauern, die wir ahnen, auch wenn sie sich nicht deutlich zeigen und wir wissen nicht, wann es uns trifft. Es kann die Erkältungsgefahr sein, die Krebsgefahr, die Gefahr des Ausbruchs von Krankheiten, die schon immer in meiner Familie herumgeschlichen sind, aber auch der kontinuierliche Stellenabbau in der Firma, der „Raubtierkapitalismus“, der Terrorismus, der ja auch in unseren Breitengraden immer näher an uns herantritt, die immer noch steigenden Anforderungen meines Arbeitgebers. Oder anders formuliert: Die Bedrohung im Hintergrund.»

Auch die Geschichten in der Bibel erzählen davon, wie gottesfürchtige Menschen Schlimmes erleben. Erinnert ihr euch an die Geschichte von Josef? Ihm wurde wirklich massiv Böses angetan wurde vonseiten seiner Brüder. Josef, Hiob, Paulus und noch andere Menschen, von denen uns die Bibel erzählt, ja auch Jesus, sind Beispiele davon, dass Menschen, welche mit Gott in ihrem Lebensmittelpunkt leben, nicht vor allem Schweren bewahrt werden. Denkt nur daran, dass Paulus lange Gott gebeten hat, den «Pfahl», wie er ihn nennt, aus seinem Körper zu nehmen. Oder wie er Schiffbruch, Gefangennahme und anderes erlebt hat.

Im Ganzen gesehen, erzählt die Bibel nicht davon, dass wir Christen es im Leben einfacher haben würden, als diejenigen Menschen, welche ihm nicht nachfolgen. Ein Leben als Christ bedeutet nicht, dass ich es stets bequem habe.

Wir dürfen nicht vergessen, dass eine mögliche Ursache von Leid, der freie Wille ist.

Gott hat uns nicht als Marionetten, sondern als Menschen mit einem freien Willen geschaffen. Er steht uns normalerweise nicht im Weg, wenn wir diesen freien Willen einsetzen. Es mag Ausnahmen geben, aber meist lässt Gott uns tun und lassen, was wir wollen. Und so können uns und anderen schmerzhafte Konsequenzen aus falschen Handlungen entstehen. Er verhindert nicht, dass ich mich ins Unglück stürze, wenn ich das so entscheide. Es gibt Ausnahmen – und das sind dann eben Wunder! Er lässt es zu, dass ich zu stark aufs Gaspedal drücke und deswegen eine Busse kassiere. Nicht, weil Gott ein böser Gott wäre, sondern weil er mir den freien Willen lässt – mit allen Konsequenzen. So verhindert er auch nicht immer schlechte Noten, wenn ich nicht gelernt habe. Oder er nimmt mir mein Kopfweh vielleicht nicht weg, das ich nach zu grossen Alkoholgenuss verspüre. Wenn er das Kopfweh wegnimmt, was durchaus auch geschehen mag – dann ist es reine Gnade. Aber im Grunde genommen ist es ganz einfach die Konsequenz meines Verhaltens. Ich habe geerntet, was ich gesät habe, wie es die Bibel auch sagt. Nun habe nicht nur ich diesen freien Willen, sondern andere Mitmenschen auch. Schmerzen und andere Übel, können also unter anderem daher rühren, dass ich oder meine Mitmenschen den freien Willen auf ungesunde Weise gebrauchen.

Nicht alles Schmerzliche, das wir erleben, ist auf den freien Willen des Menschen zurück zu führen. Es gibt viele Unglücke, auch im Leben von Christen, deren Ursachen nicht zu erklären sind. Auch nicht damit, dass der betreffende Mensch gesündigt habe, nicht eine gute Beziehung zu Gott pflege oder unter einem Fluch stehe.

Wir sollten einfach manchmal nur zugeben, dass wir auch nicht weiterwissen. Es ist schön, wenn wir für andere beten, dass ihnen aus einer schwierigen Lebensphase herausgeholfen wird. Aber wir erwarten dann meist nach dem Amen ein sofortiges Eingreifen Gottes. Und wenn das ausbleibt? Ich denke, was uns Christen oft mangelt, ist Geduld und ein freundschaftliches Begleiten in Notzeiten. 

Wenn ich dem Fake glaube, dass Gott mich vor allem Übel bewahrt, weil er doch die pure Liebe und allmächtig ist, laufen wir Gefahr, zu verbittern Gott gegenüber. Ich habe im Sommer grad von vier christlichen US Musikern gelesen, welche sagen, dass sie ihren Glauben aufgegeben haben. Einer von ihnen, Marty Sampson, gab unter anderem als Begründung an: «Nur wenige Wunder passierten, und niemand spreche darüber. Die Bibel sei voller Widersprüche und niemand spreche darüber.» Ja, wenn wir glauben, dass es normal ist, dass Wunder geschehen, wie wir es in einem Lied singen, aber selber keine Wunder erleben, dann kann man schon an Gott verzweifeln. Die Bibel bietet solche Widersprüche, wie dieser Psalm 91 einerseits und unser ganz persönliches Erleben andererseits. Wenn man dann solche Spannungen, die sowas auslösen, nicht aussprechen darf, weil man vielleicht grad als «ungläubig» gilt, kann das mit der Zeit derart nagen an uns, dass man sich dem Glauben abwendet. Wenn wir dauernd gelehrt bekommen, dass Gott doch stets bewahre und dann etwas schief läuft in unserem Leben, sind wir in Gefahr, den gesamten Glauben hin zu schmeissen.

Ich habe auf das alles keine definitive, allumfassende Antwort. Ich weiss nur ganz tief innen mehrere Wahrheiten:

– dass Gott es immer gut mit uns meint.

– Und ich weiss auch, dass Gott uns einerseits vor Leid bewahren und es andererseits zulassen kann. Ohne dass wir immer verstehen, warum. Er bleibt Gott und wir sind in unserem Denken und Verstehen nicht immer fähig, alles einordnen zu können. Dabei dürfen wir Punkt 1 nicht vergessen: Gott meint es immer gut mit uns.

– Manchmal aber haben wir die Chance, etwas aus dem Leiden zu lernen. Kinder wissen das am besten. Sie fallen beim Velofahren-Lernen hie und da hin, holen sich ein aufgeschundenes Knie, geben aber nicht auf und lernen es immer besser. Manchmal holen wir uns in den Schwierigkeiten unseres Lebens aufgeschürfte Knie und weinen hie und da zutiefst. Aber Gott hilft uns immer wieder auf und ermutigt uns, nicht aufzugeben.

– Und Gott hat uns an mehreren Orten in der Bibel Versprechungen gegeben, im Schweren, das uns im Leben begegnet, bei zu stehen und es zum Besten dienen zu lassen!

Rö 8,28 Daran dürfen wir uns festhalten, auch wenn es rundum stürmt.

– Es gibt einen Spruch: Verwende die Steine, die dir das Leben in den Weg legt, dafür, dein Fundament zu stärken. Deshalb habe ich für jeden von euch einen Stein bereit, den ich als Erinnerung daran mitnehmen könnt.

– Der Teufel möchte uns an diesem Punkt unser Liebesverhältnis zu Gott zerstören. Mach es wie Hiob: halte an Gott fest, auch wenn es hart ist und du Gott nicht verstehst. Er ist und bleibt ein liebender Gott. Mir hilft in schwierigen Situationen das, was ich mal gehört habe: «Alles, was dir passiert, musste zuerst an Gott vorbei.»

– Etwas anderes, sehr Tröstliches: aller Mist, sämtliche Schmerzen und selbst der Tod, vermögen nicht, uns zu scheiden von der Liebe Gottes. Römer 8,35 und folgende. Ich mag zwar unter körperlichen Beschwerden leiden, aber der Glaube an Gott verleidet mir trotz Leiden nicht. Die Verbindung zu Gott hilft uns, indem er uns davor bewahrt, bitter zu werden.

– Er kann uns geistliche, seelische und körperliche Kraft geben, die Not zu ertragen.

– Und wir haben einen Gott, der gerade dann bei uns ist, wenn es am Dunkelsten ist. Es heisst im Hebräer 4,14, dass Jesus mit uns mitleidet. Leid zu erleben heisst nicht, von Gott im Stich gelassen zu sein. Leid ist nicht die Abwesenheit von Gott. Ja, Leid ist vielleicht die Abwesenheit von Schönheit, die Abwesenheit von Lebensfreude, die Abwesenheit von Glück und Zufriedenheit und Gesundheit. Aber Leid ist nicht die Abwesenheit von unserem Gott. Er ist so nahe bei uns, wie es kein Mensch sein kann. Evtl. von meinen Depressionen erzählen und meiner Frage an Gott, wo er denn sei….Gott vermag es, mitten in der Not zu trösten.

– Und natürlich vermag er auch, Umstände zum Guten zu verändern.

– Oder er kann mir einen kreativen Ausweg aus einer schwierigen Situation zeigen und mir den Mut dazu geben.

– – Schwierigkeiten, ja selbst schwere Unglücke müssen nicht deine gesamte Zukunft bestimmen. Sie sind letztlich Durchgangsstationen auf unserem Lebensweg, nicht die Endstation.

– Aber manchmal heisst seine Hilfe auch, dass er einen Menschen zu sich in seine Welt holt, um ihn so völlig zu erretten.

Zusammenfassung 

Es ist FAKE, eine Lüge, dass einem ernsthaften Nachfolger Jesu kein Unglück geschehen dürfe, oder dass, falls dies doch geschieht, Sünde oder Unglauben vorliegen würde.

Die Wahrheit ist, dass das Leben nun mal schwierig sein kann und nicht immer ein Zuckerschlecken und rosarot ist. Und ja: dies trifft sogar auf uns Christen zu. Der Glaube macht es leichter, Probleme anzugehen, Lasten zu tragen, aber Gott befreit uns nicht von allen Problemen. Er stellt uns aber Kraftquelle zur Verfügung: In der Beziehung zu ihm, welche wir zum Bsp. Im Gebet, Lobpreis und Bibel lesen pflegen können – und auch in der Gemeinschaft miteinander liegt unsere Stärke.

Ich schliesse mit 1. Petrus 5, 10: «Der Gott aber, der euch seine Gnade auf jede erdenkliche Weise erfahren lässt und der euch durch Jesus Christus dazu berufen hat, an seiner ewigen Herrlichkeit teilzuhaben, auch wenn ihr jetzt für eine kurze Zeit leiden müsst – dieser Gott wird euch mit allem versehen, was ihr nötig habt: er wird euch im Glauben stärken, euch Kraft verleihen und eure Füsse auf festen Boden stellen».


Diese Predigt hielt ich am 17. November 19 in der Vineyard Luzern

 

Fake News, die wir glauben: Ein guter Christ ist nicht zornig, besorgt oder deprimiert.

Was sind Fake News

Wenn man vom schwierigen Verhältnis des aktuellen US Präsidenten zu den Medien etwas hört, dann wird immer wieder das Schlagwort Fake News verwendet. Dies meint ganz einfach: Lügengeschichten. Lügen-Neuigkeiten.

Die meisten von uns besuchen keine Krisengebiete um uns vor Ort einen Eindruck der Lage zu verschaffen und mit CEOs von grossen Unternehmen und Wissenschaftlern verbringen wir auch eher selten Zeit. Trotzdem brauchen wir Informationen über die Politik, laufende Konflikte, die Wirtschaft und die Wissenschaft. Daraus ziehen wir nämlich unser Bild über die Welt, über die aktuellen Probleme, merken, wie unsere Meinung dazu aussehen mag und die möglichen Lösungen dafür – und darum wollen wir verlässliche News und keine Fake-News. Wir erwarten dies gerade von Zeitungen, TV, Ansprachen von Politikern.

Religiöse Lügen

Auch im christl. Glauben gibt es Lügen. Fake News, die nicht immer sofort als solche erkannt werden. Sie tarnen sich heilig, biblisch, klingen gut und kleiden sich in einem christlichen Kleid.

Eine solche christlich getarnte Lüge lautet: Ein guter Christ ist nicht zornig, besorgt oder deprimiert. Denn Gott schaut ja für ihn und sollte ein Christ solche Gefühle verspüren, hat er mangelnden Glauben oder es fehlt ihm an einem geheiligten Charakter.

Stell dir vor: Du bist im Begriff, die Strasse auf dem Fussgängerstreifen zu überqueren, es kommt grad kein Auto. Du setzt den ersten Fuss auf die Strasse, da rast ein Auto auf dich zu, du kannst dich grad noch mit einem Sprung zurück aufs Trottoir retten. Dein Puls geht hoch, der Atem stossweise, die Muskeln haben sich extrem schnell angespannt, um sich retten zu können, denn der Körper hat einen Extraschuss Adrenalin bekommen. Du wirst zornig auf einen solch rücksichtslosen oder unaufmerksamen Autofahrer. Würdest du nun sagen: ich hätte als guter Christ ruhiger bleiben müssen, denn im Vertrauen auf Gott sollte ich immer ruhig und gelassen bleiben? Ich bezweifle das. Du hast eine ganz natürliche Reaktion gezeigt. Der Situation angemessen.

Viele Menschen, egal ob Christ oder nicht, unterscheiden zwischen guten und negativen Emotionen. Positive Gefühle seien Freude, Hoffnung, Glaube, Vertrauen und die sind christlich. Zorn, Sorge, Trauer seien nicht «christlich», so meinen viele. Ich sage: das sind FAKE NEWS.

Wenn es wahr wäre, dass wir nicht fühlen dürften, was wir fühlen, müssten wir diese sogenannten «negativen Gefühle» verdrängen, runterschlucken, verleugnen, oder versuchen, sie Gott abzugeben, damit wir sie nicht mehr empfinden würden. Aber empfundene Gefühle bleiben stets im Unterbewussten. Sie sind bereit, jederzeit wieder hervor zu brechen und zwar dann, wenn wir zu müde, erschöpft oder krank sind. Es kann dann vorkommen, dass wir in einer relativ harmlosen Situation urplötzlich völlig unangemessen «explodieren» oder es kann sein, dass unterdrückte Trauer oder Besorgnis zu einer Depression führt. Letzteres ist mir übrigens passiert. Ich litt lange Jahre an einer Depression, unter anderem deswegen, weil ich Traurigkeit nicht zuliess.

Gott hat uns eine ganze Bandbreite von Emotionen geschenkt. Er hat sich als Schöpfer etwas dabei gedacht, als er uns mit der Fähigkeit ausstattete zornig zu sein, sorgenvoll oder sehr traurig.

Wenn unsere schmerzhaften und unangenehmen Emotionen ein Zeichen von falschem Glauben oder schwacher, mangelhafter Nachfolge wären, wie sollten wir denn die starken Gefühle von Jesus erklären, die er manchmal zeigte? Er weinte, als Lazarus starb. Im Garten von Gethsemane sagte er zu seinen Jüngern: «Meine Seele ist betrübt bis an den Tod.» Matth. 26.38. Er schrie und stiess Tische um, als er die Händler und Wechsler aus dem Tempel vertrieb. Das sind ziemlich starke Gefühlsäusserungen, oder seht ihr das anders?

Viele Christen sagen: aber das waren heilige Gefühle, das kann man nicht mit uns Menschen vergleichen, weil Jesus zwar fühlte wie wir, aber sündlos war. Ja, als Jesus zornig reagierte, tat er das, weil er sich darüber aufregte, dass im Tempel Dinge geschahen, die nicht mit der Idee Gottes übereinstimmten. Aber die Tatsache, dass er Zorn empfinden konnte zeigt, dass es nicht so unheilig sein kann, so zu empfinden.

Ich mag es zwar nicht, wenn ich spüre, dass mich etwas aufregt, oder dass sich mein Gegenüber über mich aufregt, weil wir doch alle Harmonie anstreben. Dabei zeigt meine Wut, die ich empfinde, einfach nur an, dass da jemand eine Grenze bei mir überschritten hat. Dass er etwas getan oder gesagt hat, dass ich als grenzüberschreitend empfunden habe. Es ist sehr wichtig, das wahr zu nehmen und zu äussern. Denn wer seine Aggressionen verleugnet und verdrängt, schadet sich und seinen Mitmenschen. Die Gefahr besteht, dass diese sich zu einem Hass weiterentwickelt. Denn Hass ist eine Steigerung von Zorn/Ärger. Es ist akzeptabel Dinge zu hassen, die Gott hasst; das ist tatsächlich ein guter Beweis für die richtige Einstellung zu Gott. „Die ihr den Herrn liebet, hasset das Arge!“ (Psalm 97,10a). Allerdings ist der Hass, der gegen andere gerichtet wird, sicherlich negativ. Der Herr erwähnt Hass in der Bergpredigt: Hass ist so abscheulich für Gott, dass man sagt, dass ein Mensch, der hasst in Dunkelheit geht, im Gegensatz zum Licht (1.Johannes 2,9 & 11).
Hass ist eine Position, die von innen zerstört, sie produziert Bitterkeit, die sich in unsere Herzen und in den Verstand frisst. Daher sagt uns die Heilige Schrift, “keine bittere Wurzel” in unserem Herz aufwachsen zu lassen (Hebräer 12,15).

Soweit zum Thema Wut/Zorn, Hass. Aber es geht mir allgemein um alle unsere Gefühle. Bitte versteht mich richtig. Ich sage nicht, dass ihr nun dauernd im «Fühlsch-mi-gschpürsch-mi-Modus» leben sollen. Dies meint, sich stets nur auf sich selber zu besinnen, mit sich selber zu beschäftigen, jedes noch so kleinste Gefühl hypersensibel zu analysieren. Nein! Aber ich sage: Es ist gut, wenn man starke Gefühle der Sorge, Traurigkeit, Wut oder ähnlicher Gefühle, über folgende Punkte nachzudenken und mit Gott und seinen Mitmenschen in einen Dialog über diese Fragen zu kommen:

Warum fühle ich jetzt so?

Was genau stimmt mich traurig, hoffnungslos, zornig?

Welche Werte, die mir wichtig sind, wurden missachtet?

Wurden meine Rechte in Frage gestellt?

Wie stark ist diese Empfindung? Achtung: es gibt natürlich die Problematik, dass starke Gefühle, welche sehr schmerzhaft und andauernd vorkommen, krankhaft sind und einer Behandlung bedürfen. Wenn ich mich ständig deprimiert oder sorgenvoll fühle, KANN das auf einen Mangel an Vertrauen in Gott hindeuten. Sei ehrlich vor Gott.

Seit wann fühle ich so?

 

Sollte ich die meine Gefühle als Anstoss nehmen, etwas zu verändern? Gerade Wut kann einen Kraftschub geben. Stellt euch vor, niemand wäre wütend gewesen, dass es die Sklaverei oder die Apartheid gibt. Ungerechtigkeit zu erleben oder zu beobachten, kann wirklich ZU RECHT wütend machen.

Oder bin ich wütend, weil ich in meinem Stolz verletzt bin? Das wäre was anderes und Ehrlichkeit gegenüber von mir könnte heilsame Veränderung bewirken

Frage dich: warum bin ich besorgt? Befindet sich ein Mitmensch oder ich selber, in Gefahr, eine Dummheit zu machen? Dann sollte ich Vorkehrungen treffen. Oder sorge ich mich, weil mir Vertrauen in Gottes Möglichkeiten fehlt?

Bin ich deprimiert, weil mir vieles misslingt und ich mich als ständiges Opfer fühle? Die Einsicht darüber, könnte der erste Schritt zu einem Weg aus dieser Depression sein. Oder fühle ich mich traurig, weil ich einen tiefen Verlust erlitten habe? Dann sollte ich geduldiger mit mir sein.

Es kann bei allen genannten Gefühle sein, dass ich überempfindlich, egoistisch, zu perfektionistisch bin.

Die Frage ist natürlich, wie ich meine Gefühle angemessen ausdrücke, so dass dies sowohl mir wie meinen Mitmenschen auf irgendeine Art weiterhilft.

Nicht hilfreich sind -und ich spreche jetzt insbesondere von Wut: schreien, Schuldzuweisungen, den anderen verletzen ob mit Worten oder gar Taten, Altes hervorholen und die «Immer-tust-du-das-Form».

Hilfreich ist, wenn man ruhig an ein solches Gespräch geht, vorher betet, in der «Ich-Form» spricht und auch Toleranz, Empathie, Grosszügigkeit walten lässt – und Vergebung. Auf das Thema Vergebung/Versöhnung werde ich in einem extra Teil meiner Trilogie eingehen.

Zusammenfassung:

Verdammen wir uns selber und andere nicht, wenn wir wütend werden, unsere Sorge oder deprimierte Gefühle ausdrücken. Meiden wir Apelle wie: «Aber als Christ solltest du nicht so empfinden….» Denn diese Gefühle haben seinen Sinn. Gefühle, welche du negativ nennst, können ein Geschenk Gottes sein in Form eines Stopp-Schildes oder roten Ampel. Sie könnten den Motor sein, der dich antreibt, etwas zu verändern. Wenn ich aber nicht fühlen darf, was ich fühle, weil es sich als guter Christ nicht gehört, bin ich in Gefahr, dieses Stopp-Schild von Gott oder eine Aufforderung zu einer Handlung gar nicht wahr zu nehmen.

Es ist gut und hilfreich, auf die Gefühle zu hören und zwar nicht erst dann, wenn sich aus einem kleinen Ärger ein Riesenzorn oder gar Hass entwickeln konnte oder aus einer Besorgnis oder Traurigkeit eine Depression..

Machen wir uns nicht lustig darüber, wenn jemand von uns Ärger ausdrückt. Nehmen wir das Gefühl des Gegenübers wahr, ernst und fassen wir es nicht per se als persönlichen Angriff auf. Es hat einen Grund, warum mein Gegenüber so empfindet, wie er oder sie es das grad ausdrückt. Versuchen wir, wenn die Wogen sich etwas gelegt haben, dem Ursprung auf den Grund zu gehen…. Dies kann eine Chance für unsere Beziehung sein.

Dass ein guter Christ keine Gefühle wie Zorn, Sorge, Trauer spüren und ausdrücken dürfte, ist eine Lüge. Wenn wir der Lüge aber glauben, kann uns das krank machen. Die Wahrheit hingegen macht frei (Johannes 8,32 Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen)


Dies war meine erste Predigt, die ich in der Vineyard Luzern hielt (am 10. Nov. 19). Kein Fake 😉 

 

Pilgrim auf dem Jakobsweg

Es war vor etwas mehr als 20 Jahren – wir hatten unseren ersten Computer mit Internetzugang – ich meldete mich in einem Forum an und sollte einen Nicknamen für mich wählen. Als Pilgrim wurde ich dann bekannt und ich liebe diesen Namen bis heute. Ich dachte dabei an The Pilgrim’s Progress von John Bunyan, dessen Verfilmung mich beeindruckte.

Pilgrims Progress – das Leben als Pilgerreise

Ich sehe meinen gesamten Lebensweg als eine Pilgerreise. Es gibt so viele Lebenssituationen, welche man bildhaft mit einer Wanderung vergleichen kann: dunkle Täler mit Verzweiflung, Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit, wunderschöne Höhen mit Weitblick, leichte Wege, auf denen es sich singen und lachen lässt und schwere Wege, auf denen der Atem fehlt und man sich nach dem Sinn fragt. Nebel kann sich lichten oder falls er „schlegeldicht bleibt“, das Unterwegs-Sein aussichtslos erscheinen lassen. Begegnungen auf dem Weg sind Spiegelungen des eigenen Ichs, des eigenen Schattens oder sie beleben und inspirieren. Von manchen Menschen, mit denen man ein Stück des Weges teilt, mag man sich nur mit Wehmut verabschieden, bei anderen ist man froh, wenn der Weg sich gabelt und der Mitpilger sich für einen anderen Weg entscheidet. Und welche Rolle spielt Gott auf meiner Lebensreise?

Wie kamen wir auf die Idee des Pilgerns auf dem Jakobsweg?

Wir wohnen in unmittelbarer Nähe des Jakobswegs, der von Einsiedeln in Richtung Flüeli Ranft und über den Brünig führt. Seit Jahrzehnten beobachten wir die Jakobspilger, mit ihren Muscheln als Erkennungzeichen. Manche tragen schwere Rucksäcke, andere lassen sich das Gepäck von Eseln tragen. Woher kommen sie und was ist ihr Ziel? Was treibt sie an, die Mühsal des Pilgerns auf sich zu nehmen? Ab und zu fragen wir das die Pilger oder laden sie zu einem Erfrischungsgetränk ein.

Unsere mittlere Tochter hat vor vor einem Jahr den Weg von Porto nach Santiago de Compostela ganz allein unter ihre Füsse genommen. Sie kam mit der Pilgerurkunde und vielen Erlebnissen heim und als dann auch Menschen aus unserem Bekanntenkreis von ihren Pilgererfahrungen berichteten, nahm es meinem Mann und mir plötzlich auch „den Ärmel rein“. Übrigens: Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“, habe ich erst nach unserer Jakobwegstour gelesen, den Film haben wir noch nicht gesehen.

Wandern – Pilgern – gibts da einen Unterschied?

Ich stellte diese Frage in einem Jakobsweg-Forum auf Facebook. Die Antworten gaben mir zu denken, war doch öfters die Rede davon, dass Pilgern weh tun müsse, im Gegensatz zum blossen Wandern. Zum Beispiel in solchen Aussagen: „No pain, no glory“. Ich spüre hier ein grosses religiöses Leistungsdenken heraus. Früher war es ja so, dass einem die Sünden erlassen wurden, wenn man mit der Urkunde aus Santiago de Compostela nach Hause kam. Jemand in diesem Jakobsweg-Forum fand das hier dazu:

PILGERREISEN IM MITTELALTER. Christliche Fernpilgerziele am Beispiel von Jerusalem und Santiago de Compostela Maria E. Dorninger
Hier ein Auszug:
„Es gab zahlreiche Motive, um eine Pilgerreise
(im Mittelalter) zu unternehmen. Die peregrinatio religiosa, um einen Ausdruck von B. Kötting zu verwenden, brachte einen spirituellen Wert mit sich. Man unternahm die Pilgerfahrt für das Heil der Seele und um die Vergebung der Sünden zu erlangen, als Dank oder als Bußfahrt, man hoffte auf Linderung oder Heilung von Krankheiten, zumindest auf die Fürsprache eines Heiligen. Man unternahm die Reise auch stellvertretend für andere. In dieser Form konnte sie auch professionell betrieben werden, wofür es spezielle Tarife gab.
Pilgerreisen veranlasste man auch testamentarisch. Ebenso wurde es im Spätmittelalter vermehrt Usus, auch Kriminelle zur Sühne zu Pilgerreisen zu verpflichten, wobei sich die Heimatgemeinde zugleich des Delinquenten für einige Zeit sehr praktisch entledigen konnte.
Eine Pilgerreise gründete sich oft nicht allein auf religiöse Motive. Sie konnte auch mit Geschäftsinteressen verbunden oder für erste Informationen zu weiteren Handelsbeziehungen genutzt werden.“

Um Sünden/Schuld loszuwerden, reicht ein einfaches Gebet um Vergebung. Dazu ist nichts anderes als Reue nötig. Wir müssen und können nichts leisten dafür. Auch die Liebe Gottes lässt sich mit keiner Leistung irgendwie verdienen. Es stimmt mich nachdenklich, traurig und sogar wütend, dass viele Menschen dies noch immer nicht verstehen.  Klar kann es Blasen geben, gibt es Zeiten der Erschöpfung, muss man manchmal das Etappenziel vor Augen halten, um durchzuhalten, gibt es mühsame, kalte Regentage mit wenig Aussicht, kann es Schmerzen geben. Aber das ist bei jedem Wandern möglich und macht für mich nicht den eigentlichen Unterschied zum Pilgern aus. Schmerzen und Unbill sind nicht zwingend nötig, um ein „echter Pilger“ zu sein, sondern sie sind natürliche Nebenerscheinungen, zu denen es gilt, eine gesunde Einstellung zu entwickeln. Denn ich bin der Meinung, dass man nichts tun „muss“ auf dem Weg. Niemand – schon gar nicht Gott – zwingt einem zu irgendwas und so sollte auch ein Abbrechen/Unterbrechen/Pausieren jederzeit ohne Schuld- oder Versagensgefühle möglich sein.

Kunterbunte Einblicke unserer Jakobspilgerwoche 6. bis 12. Oktober 19:

Jemand sagte: „Pilgern 40km am Tag ca. 4-6 Wochen, Wandern 20-40 km 1 Tag“. Sowas regt mich auf. Wer schreibt denn eine gewisse Kilometerlänge oder Anzahl Pilgerstunden vor? Klar – die letzten 100 Kilometer vor Santiago müssen zu Fuss, oder 200 Kilometer per Velo oder Pferd zurückgelegt werden, um die begehrte Urkunde zu erhalten, aber abgesehen davon kann ich doch eine Stunde auf einem Pilgerweg unterwegs sein und eine tiefe Gottesbegegnung erleben? Und was ist mit Menschen mit einem Handicap, denen längere tägliche Pilgerstrecken unmöglich sind zu bewältigen? Wie unbarmherzig wir Menschen doch oft miteinander sind. Ich bin überzeugt davon: Gott spielen Kilometer und die Anzahl an Wanderstunden keine Rolle.

In solchen Foren wird immer wieder von wahren Pilgern und blossen Tagespilgern gesprochen. Ich bin der Meinung: wer abwertend vom Pilgern anderer spricht, hat etwas Wesentliches noch nicht gelernt, das gerade ein Pilger intus haben sollte: andere Menschen nicht zu verurteilen. Niemand kennt den Grund dafür, warum jemand sogar per Wohnmobil anreist und nur kurze Strecken auf dem Camino wandert. Das gilt auch für unseren Lebens-Pilgerweg: lernen wir doch, Menschen nicht nach ihrem Äusseren zu beurteilen und nicht zu verurteilen, wenn ihre Handlungen sich von dem unterscheiden, wie wir etwas anpacken würden. Mein Mitmensch hat seinen eigenen Grund für seine Handlungen, für seine Motivation, etwas zu tun oder zu unterlassen. Und es liegt nicht an mir, dies zu verurteilen. Ich kann ihn fragen, versuchen ins Gespräch zu kommen und wer weiss: vielleicht werde ich überrascht sein, wenn er mir seine Lebensgeschichte anvertrauen wird.

Auch die Unterscheidung, dass Wanderer das Ziel einer Berghütte hätten, um sich dort zu verpflegen und Pilger mit einem religiösen Ziel unterwegs sind, lasse ich so nicht gelten. Auch auf einer ganz „normalen Wanderung“, kann ich Gott begegnen und spirituell beschenkt oder herausgefordert werden.

Andere sagen, dass man alleine pilgern soll und wandern im Gegensatz auch in Gruppen erfolgen könne. Ich bin nicht einverstanden damit. Andy und ich pilgern zusammen und finden gemeinsam unausgesprochen zu einem für beide angenehmen Wander-Rhythmus. Wir tauschen miteinander über das aus, was wir auf dem Weg sehen und erleben. Auch hier finde ich wieder eine Parallele zum gesamten Lebenspilgerweg: was wir selber als richtig empfinden, wird so schnell als Massstab für alle Menschen festgesetzt. Warum bloss? Was für dich gilt, mag für mich nicht stimmig sein – und umgekehrt. Warum sind wir Menschen so schnell damit, Gesetze aufzustellen – auch im religiösen Bereich? Du erlebst Gott am besten und intimsten, wenn du alleine unterwegs bist? Gut so. Aber lass mir doch meinen eigenen Weg, Gott zu erfahren. Dein Weg muss nicht mein Weg sein und umgekehrt.

Jemand hat geschrieben: „Wandern oder Trekking ist für mich die Landschaft genießen und körperliche Aktivität. Pilgern hat für mich ein religiöses Ziel und religiöse und spirituelle Hintergründe. Im Vordergrund stehen mentale Herausforderung, Begegnungen mit anderen, Begegnungen mit Gott oder andere spirituelle Begegnungen, Erleuchtungen, Verzicht, Beten und Glauben, Seelenreinigung, Ballast abwerfen, mit mir selbst im Einklang werden, meine Ansichten klären, auf Gottes Spuren unterwegs sein und ankommen, körperlich und mental…“ Damit bin ich am ehesten einverstanden. Obwohl auch eine Wanderung spiritueller Natur sein kann…

Und dann gibt es solche, die sagen, ein echter Pilger sei nur derjenige, der in Pilgerstätten übernachtet. Kommt es nicht eher auf die Herzenshaltung an, als auf die Übernachtungsart? Nochmals: wer bestimmt, wer ein echter Christ oder Pilger ist und wer nicht? Du?

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All diese Gedanken forderten meinen Mann und mich heraus, unserer Motivation auf den Zahn zu fühlen. Was ist es, das uns gelüstet, uns auf den Jakobsweg zu begeben? Schnell war uns klar, dass das Spirituelle, die Beziehung zu Gott auf dem Pilgerweg, für uns persönlich, im Vergleich zum blossen Wandern einen grösseren Raum einnehmen soll. Und so kam es, dass wir uns zum Start für unsere Pilgerwoche vom örtlichen Beckenrieder Pfarrer einen Pilgersegen schenken liessen. Dies, obwohl wir beide aus den Landeskirchen ausgetreten sind. Wir haben es sehr genossen, dass er dafür bereit war und zu uns nach Hause kam. Er hielt eine kurze Privatandacht, betete für und mit uns zusammen und besprengte uns symbolisch mit Wasser, das zur Erfrischung dienen soll. Wir haben dieses Zusammensein sehr genossen.

Auf dem Weg selber, nahmen wir uns dann in jeder Kapelle/Kirche auf dem Weg Zeit, kurz zu beten – auch für Anliegen unserer Mitmenschen. Das ist das Gute an dem Jakobsweg: er bietet religiöse Halte geradezu an. Wir haben in unserer Ehe und Familie gelernt, dass Rituale helfen, die Beziehung zu Gott zu pflegen. Und so machten wir das zu unserem Ritual auf dem Jakobsweg….

Manche Wege sind so gestaltet, dass sie Stelen oder Hinweisschilder mit Gedanken hinstellten. So gibt es zum Beispiel den Blattner Liebesweg und jedesmal, wenn ein Weg uns solche Gesprächs- oder Bildimpulse offerierte, nahmen wir dies bereitwillig auf und diskutierten angeregt über solche Themen, auf die wir sonst im Alltag zuwenig zu sprechen kommen. Danke an dieser Stelle allen Gestaltungsgruppen, Künstlern, Kirchen.

Unser Weg

Zuerst pilgerten wir in Tagesetappen ab Seelisberg in Richtung Huttwil und kehrten immer wieder nach Hause zurück. Dann wagten wir uns an ein dreitägiges „Schnupper-Pilgern“ und machten erste Erfahrungen damit, alles Benötigte für diese Zeit am Rücken zu tragen und von Ort zu Ort zu ziehen. Nachdem wir dies als gut erlebten, wagten wir uns an eine einwöchige Tour ab Huttwil, wo wir bei unseren Tagesetappen ja zuletzt „landeten“. Wir waren zwischen dem 6. bis 11. Oktober 19 unterwegs und schafften es tatsächlich, unser Wochenziel Freiburg glücklich und auch etwas stolz auf unsere Leistung, zu erreichen. Es gibt da etwas unterschiedliche Kilometerangaben an… Es ist ein ausserordentlich gutes Gefühl zu sehen, dass wir diese ganze Strecke zu Fuss zurückgelegt haben! Es war seltsam, im Zug doch eine ganze Weile nach Hause zu fahren und zu wissen: das alles haben wir zu Fuss geschafft!

Bildschirmfoto 2019-10-12 um 22.38.34Bildschirmfoto 2019-10-12 um 21.43.56Bildschirmfoto 2019-10-12 um 21.58.30

Unterstützung und Hilfe erlebten wir durch Gott und durch ein paar Twitterbekanntschaften. Gerne erwähne ich dankend Petra Hinz, welche täglich nachfragte, wie es uns geht und uns mit Tipps für die nächste Tagesetappe versorgte, dann Via Jacobi und Alice, welche sich zusammen mit ihrem Mann und Hund gleichzeitig wie wir auf dem Jakobsweg befanden, nur auf einer anderen Teilstrecke und dabei kamen sie sogar bei uns zuhause vorbei. 😀

An einem Tag begleitete uns unsere älteste Tochter und wir genossen diese Wandergemeinschaft.

Übernachtet haben wir an ganz verschiedenen Orten. In ausserordentlich romantischen und dennoch günstigen, in Bed and Breakfasts oder einer Bildungsstätte, welche auf der offiziellen Pilgerliste stehen und in anderen einfachen Pensionen. Wir haben zwischen 80 Franken bis 160 Franken für uns zwei (!) pro Nacht ausgegeben – meist inklusive Frühstück.

Blasen erhielten wir beide keine, aber ich hatte schon nach der ersten Etappe am rechten Fuss Achillessehnenprobleme, wohl aufgrund eines Sturzes auf nassen Herbstblättern. Hier erlebten wir ganz klar Gottes Hilfe, denn ich war mir nicht sicher, ob ich Andy zum Abbruch unseres Unternehmens bitten soll.

Die Rucksäcke waren zwischen 5.5 (ich) bis ca. 7 Kilogramm (Andy) schwer. Inklusive Tagesproviant und Getränke. Ich möchte nie und nimmer mit einem schwereren Rucksack pilgern und denke, dass wir auch für eine längere Tour nicht mehr benötigen würden. Ausser, man nimmt noch Schlafsäcke, Isomatte und Zelt mit, dann würde es natürlich schnell schwerer werden.

Gottes Güte schreiben wir es zu, dass wir viel besseres Wetter hatten, als prognostiziert wurde. Täglich schien die Sonne, nur an einem Tag liess sie uns im Stich. Da erreichten wir grad Bern, liessen es mit der Wanderzeit von 2 Stunden 40 gut sein und begaben uns in Bern Aqua. Dafür wollten wir dann am nächsten Tag die verpassten Wanderkilometer aufholen und überforderten uns mit 7 reinen Wanderstunden etwas. Durchschnittlich wanderten wir um die 3 bis 4 Stunden und das war gut für uns. Mehr wollten wir gar nicht. Wir mussten ja niemandem etwas beweisen – und schafften unser Wochenziel dennoch!

Bereits steht fest, dass wir irgendwann ab Freiburg weiter pilgern möchten. Oder ab Sachseln. Denn einen anderen Jakobsweg: Seelisberg-Sachseln über Flüeli-Ranft haben wir ebenfalls bereits unter die Füsse genommen. Oder auch in Deutschland gibt es Jakobswege, welche wir uns vorstellen könnten, zu erpilgern. Und wer weiss: vielleicht erreichen wir eines Tages Santiago de Compostela. Aber es muss nicht zwingend sein – denn für uns ist der Weg das Ziel.

Fotos und kleine Filmli hier (anklicken)

 

Buiräbähnli-Safari

Buiräbähnli sind, wie es der Name (Bauernbähnchen) sagt, kleine Gondelbahnen, welche als wichtige Verbindungen für die Bergbauern gebaut wurden. Wanderer, Gleitschirmflieger und im Winter Tourenskifahrer und Schneeschuhwanderer, benutzen sie natürlich ebenfalls gerne. Gab es früher mehr als 40 Kleinseilbahnen in Nidwalden, sind es heute, laut Auskunft der „Freunde der Kleinseilbahnen“ leider nur gut zwei Dutzend. Wie uns der Seilbahnbetreiber der ersten Bahn, welche wir benutzen, bestätigt, gibt es immer strengere Vorschriften, grosse Investitionen und viel Administration für das Betreiben einer solchen Bahn. Viele kommen an ihre Grenzen oder stellen die Bahn leider gar ein.

 

Wir benutzen heute 4 Gondelbahnen und die Zentralbahn. 😉 Konkret:

  • Anfahrt Beckenried – Grafenort per Auto
  • Geissmattli (bei Grafenort) bis Bielen per Buiräbähnli. Kosten Fr. 5..–/Person
    Der Wanderweg kreuzt direkt bei der Bergstation des Bähnlis den Startplatz für Gleitschirmpiloten. Zum Zuschauen faszinierend. Für mich wäre es nichts. 😀
  • Ca. 45 Minuten Wanderung bis Diegisbalm (Talstation Buiräbähnli)
    Diese Wanderung führt teilweise auf recht schmalen Wegen und wenn man einen Bach quert, wird es abschüssig. Ich bin nicht ganz schwindelfrei und kam leicht an meine Grenzen. Die Wanderstöcke, welche ich zuhause vergass, wären eine grosse Hilfe gewesen.
     

  • Diegisbalm bis Oberalp per Buiräbähnli Kosten Fr. 6.–/Person
  • Ca. 45 Minuten zur Gummenalp.
    Der Weg auf dem direktesten Weg, gerade hinauf (gredi obsi) durch eine steile Wiesenflanke, fordert mich nicht nur deswegen heraus, weil er recht schweisstreibend ist, sondern weil ich nicht stehenbleiben und hinuntersehen kann. Nicht auszudenken, wie die Bergbauern diese steilen Wiesen bewirtschaften! Also hinauf gehts mit meinem Schwindelgefühl, aber hinunter, in umgekehrter Richtung würde ich ohne Wanderstecken Schwierigkeiten haben. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es je nach Witterung oder Jahreszeit eine rutschige Angelegenheit sein könnte….
     

  • Gummenalp bis Eggwald (beim Wirzweli) per Luftseilbahn Kosten Fr. 6.–/Person
  • Ca. 30 Minuten wandern bis zur Bergstation Wirzweli
  • Gondelbahn Wirzweli nach Dallenwil Kosten 5.60/Person mit Halbtax, ohne Halbtax Fr. 11.20
  • Zentralbahnfahrt Dallenwil nach Grafenort, Kosten mit Halbtax Fr. 4.30
  • Ca. 20 Minuten wandern bis zum Ausgangsort, Parkplatz bei der Buiräbahn Geissmattli
     

Gesamtwanderzeit ca. 2 Stunden 20 Minuten, Fahrkosten total pro Erwachsener mit Halbtax (dieses gilt nur bei der Bahn Wirzweli-Dallenwil und der Zentralbahn) Fr. 26.90

 

Warum uns Salvatore und Giovanni entwischten. Schmugglertrail Andermatt

Unsere geheime Mission war klar:

Der Urschner-Kristallschatz wurde gestohlen und soll nach Italien in den Palast des venezianischen Mafia-Bosses geschmuggelt werden. Für diesen gigantischen Diebeskomplott wurden die gerissenen Schmuggler Salvatore und Giovanni beauftragt. Können Sie die beiden Banditen aufhalten und die wertvolle Beute sichern?

Gefasst hatten mein Mann Andy, unser 18jähriger Sohn Tobias und ich diesen Auftrag in der Tourist Info in Andermatt, nachdem ich beim Bankgeheimnisse-Wettbewerb 3 Tickets für diesen Schmugglertrail gewonnen habe.

Hach – wir alten Fuchsjäger werden diese gerissenen Schmuggler mit links und im Nu erwischen. Wir geben zu: wir befürchteten sogar, dass uns der Trail zu simpel und ein superleichtes Kinderspiel wäre. Dachten wir zu Beginn. Schon bald dachten wir anders. Denn bereits der 1. Wegweiser führte uns in die Irre. „Folgt dem Pfeil und geht mit der Flussrichtung“, klingt im Grunde genommen sonnenklar. Nicht?

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Nicht, wenn man dem falschen Fluss in falscher Flussrichtung folgt. 😛 Wir überlegten nicht lange und liefen geradeaus zum einen Fluss, den wir bereits aus dem Auto auf der Hinfahrt bestaunt hatten. Wir überquerten die Brücke – war das bereits die erwähnte „erste Gelegenheit“? Und dann folgten wir dem Fluss in seiner Richtung, also talwärts – und das Naturschutzgebiet war wirklich schön. Nur leider die falsche Fährte. 😛 Denn der Weg führte uns in einer Schlaufe wieder zur Brücke zurück.

Schön, aber falsch:

 

Aber wir fühlten uns immer noch als schlaue Füchse und vermuteten: dann eben auf der anderen Fluss-Seite dasselbe von vorne. Also zurück, über die Brücke, an den Sawiris-Bauten vorbei und flussabwärts.

Wir freuten uns, als der Weg über eine Brücke führte, obwohl es uns seltsam vorkam, dass es eine Baustellenbrücke war. Und dann endete dieser Weg in militärischem Gelände. Also wieder nichts.

Wir wären nicht erfahrene Fuchsjäger, hätten wir nicht früher bereits ähnliche Herausforderungen ohne mit den ermüdeten Waden zu zucken, gemeistert. Ähm. Bei genauerem Nachdenken erinnerten wir uns zwar nicht daran, jeweils auf einem Foxtrail derart kläglich in die Irre gelaufen zu sein. Nichtsdestotrotz – der Helpline anzurufen, kam noch nicht in Frage, schliesslich hatten wir noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. „Geht mit der Flussrichtung“, wie es auf dem Schild hiess, bedeutete zwar für uns eindeutig, flussabwärts zu laufen, aber das war wohl blosse Verwirr-Taktik der fiesen Schmuggler. Also das Ganze in Richtung flussAUFWÄRTS. Wir wanderten nicht ganz zum Wegweiser zurück, sondern bloss nach der Brücke auf der rechten Seite flussaufwärts – und oh – welch Wunder, stiessen tatsächlich auf Posten 2 von Salvatore. Von da aus sahen wir, welchen Weg wir eigentlich hätten nehmen müssen vom Wegweiser aus. Über besagte zwei Brücken…. Das wollten wir uns dann unbedingt am Schluss nochmals genauer anschauen. Doch zuerst klatschten wir uns ab – wir waren im Spiel! Hach, das wäre doch gelacht. Doch mittlerweile waren wir sehr hungrig und liessen die Schmuggler mit ihrer Ware ihrer Wege ziehen, denn einholen konnten wir sie nach unseren Irrwegen eh nicht mehr. Die steinerne Sitzbank mit Ausblick auf einen schönen Weiher kam uns wie gerufen – oder gesucht. 😉 Wir witzelten darüber, wie es wäre, der Hotline anzurufen und zu sagen, dass wir nun nach 5 Stunden Wanderung endlich bei Herrn Albert Heims Hütte angekommen wären, wie in den Startunterlagen als Marschrichtung angegeben. Was wir nun tun sollten? Sie hätten uns doch wirklich erzählen sollen, dass man für diesen Trail das Zahnbürstli und Pijama hätten mitnehmen sollen. Wir hätten uns das Sprichwort zu Herzen nehmen sollen: „Wer ZULETZT lacht, lacht am besten.“ Denn noch waren wir erst bei Posten 2 von sage und schreibe 14. 😀 Frisch gestärkt nahmen wir die Fährte trotz unseres Zeitverlustes wieder auf. Was konnte jetzt schon schief gehen? Wir hatten den richtigen Weg gefunden, der Rest würde für uns ein Kinderspiel sein.

Doch es kam noch schlimmer! Verwirrt durch das Flussaufwärts-Folgen eines Fluss-Laufs, der doch meistens fluss-ABWÄRTS fliesst, was ja aber falsch war, gab uns die verdrehte Logik, die wir meinten, gelernt zu haben, nach dieser Weisung

IMG_20190801_130003nur eine Möglichkeit vor: nämlich flussAUFwärts nach besagtem 1999 Ausschau zu halten. Das war wieder falsch und das merkten wir dann, nachdem wir über eine Brücke mit diesem Jahrgang gegangen, dort aber im Nirgendwo landeten, weiter wanderten in Richtung einer Satelittenschüssel, welche wir hoch auf einem Berg entdeckten, kehrtum machten und auf eine andere bei einer Holzverarbeitungsanlage zuliefen, Kreuzungen suchten und meinten, diese bei einer Eisenbahnkreuzung gefunden zu haben, vergeblich nach gelben Querstreifen suchten, denn Fussgängerstreifen gab es auf jener Hauptstrasse nicht….

Schön, aber falsch:

Vernünftig, wie mein Mann und ich sind und durchaus bereit, zuzugeben, dass wir nicht mehr weiterkommen, hätten wir zwei schon längst die Hotline kontaktiert. Unser Sohn war da anderer Meinung. Beziehungsweise, er schlug vor, falls wir anrufen würden, ganz verzweifelt zu schildern, dass wir nun in Hospental nach gelben Querstreifen und Raumschiffstationen mit Satelittenschüsseln suchen würden, aber da nichts dergleichen zu finden sei – wie lange wir denn noch wandern sollten und ob sie nicht was davon gesagt hätten, dass die ganze Tour  2 bis 3 Stunden dauern, wir aber schon viel länger unterwegs wären? Ich rief dann trotz Protesten an und schilderte möglichst ruhig und gelassen, dass wir es tatsächlich bisher bis zum Posten 2 geschafft hätten, aber hier keine gelben Querstreifen zu finden seien. 😀 Schande über uns. haha. Die Hotline Mitarbeiterin war sehr nett, obwohl sie ein Lachen nicht verkneifen konnte und keine Ahnung hatte, welche Umgebung ich ihr schilderte. Sie hatte uns hilfreiche Tipps und meinte, wir sollten sie doch lieber kontaktieren, bevor wir völlig verzweifeln würden. Sie sei weiter für uns da und falls wir es tatsächlich nicht finden sollten, käme sie uns sogar per Velo entgegen! Nett und sehr freundliche gemeint. Doch diese Schande wurde uns Gott-sei-Dank erspart . Es stellte sich heraus, dass dieses Mal flussabwärts doch richtig gewesen wäre und so wanderten wir an der Brücke 1999 und noch anderen vorbei zurück zur richtigen 1999-Brücke und fanden auf den richtigen Weg zurück. Uff! Doch wer meint, wir hätten es ausgestanden, täuscht sich, so wie wir uns auch, welche uns erneut abklatschten. Wir verwechselten Salvatore und Giovanni und machten eine Extra-Schlaufe. Nicht so schlimm zwar, dennoch schüttelten wir unsere Köpfe über uns selber, wie wenn wir nicht schon genug Umwege gelaufen wären. Immerhin liefen wir ungefähr ab Posten 7 so, wie es vorgesehen gewesen wäre. 😀 Der findige Leser merkt: ab der Hälfte aller Posten. 😛

 

Nach 4 Stunden Unterwegs-Sein (Irrwege, eine halbe Std. Mittagspause und eine Viertelstunde Glacé-Schlecken inklusive) lösten wir unseren Voucher ziemlich erschöpft an der Theke von Posten 13 ein. Was für eine schöne Überraschung!

Noch die grössere Überraschung war, dass es am Ziel hiess, die Schmuggler zwar über alle Berge davon gekommen seien – aber immerhin das Diebesgut gesichert werden konnte. Im Wortlaut: „Als Dank für euren mutigen Einsatz und die erfolgreiche Mission darf jeder von euch ….. psst – verrate nicht was…. behalten. Gratulation – 007 James Bond hätte damals im jahr 1964 diese Aufgabe nicht bravouröser gemeistert! Ihr seid echt klasse!“ Das fanden wir auch. 😀

Wie erwähnt, fuxte es uns, dass wir den Einstieg in den Trail nicht fanden und schauten am Schluss nach, wo dies gewesen wäre. Doch: wer vermutet, dass man an dieser Stelle den breiten Weg verlassen sollte und nicht auf den bekannten Fluss zuhalten, sondern oben einen Fluss suchen müsste? Hier wäre für den besseren Einstieg ein Wegweiser angebracht, waren wir uns einig, liebe Andermatt-Tourismus-Verantwortliche:

Fazit und Feedback: Trotz Irrwegen erinnern wir uns gerne an diesen Schmuggler-Trail zurück. Der Einstieg nach dem ersten Wegweiser sollte durch einen zweiten unbedingt erleichtert werden. „Folgt dem Pfeil“ heisst eigentlich beim ersten Wegweiser, dass man in Richtung Golfplatz wandern sollte und so gelangt man automatisch zur grossen Brücke, nicht aber dorthin, wohin ihr die Verfolger führen möchtet. „Geht mit der Flussrichtung“ heisst flussabwärts/talwärts, aber am Anfang muss man flussaufwärts gehen. Dies verwirrt total. Dass dann das nächste Mal „der Richtung des Flusses folgen“ so gemeint ist, wie es sich tatsächlich verhält, verwirrte uns doppelt. Die Schilder sind originell, manchmal aber fast zu gut versteckt. Unseres Erachtens kann der Trail gut mit einem Foxtrail mithalten, obwohl bei Letzterem die Posten jeweils noch etwas kreativer gestaltet sind. Der Schmugglertrail kann mit Familien und Gruppen aller Altersstufen absolviert werden. Von Marias Gotteshaus an talwärts ist der Weg nicht rollstuhl- oder kinderwagentauglich, könnte aber eventuell umgangen werden. Ich bin mir nun nicht sicher, wie der erste Teil, den wir ja verpassten und auf der anderen Fluss-Seite liefen, für Kinderwägen und Rollstühle wären… Fragt doch bei Interesse bei der Tourist Info nach. Die „B’haltis“ sind ganz liebe Überraschungen – vielen herzlichen Dank.

 

Rezenzion: „Ich, Onkel Mike und Plan A“, Alice Gabathuler

BESCHREIBUNG

Das kann doch nicht wahr sein: Leons Vater lässt den lang ersehnten Abenteuerurlaub platzen! Schwer enttäuscht haut Leon ab zu Onkel Mike aka Rapper Gängsta X, der gerade tief in den Bergen seinen nächsten Hit schreibt. Und Leon wird ihm dabei helfen! So steht es zumindest auf seinem Plan. Natürlich auf Plan A, denn einen Plan B brauchen echte Kerle nicht. Denkt Leon. Bis er neben Onkel Mike auf der Kante eines Wasserfalls steht und springen soll …

Eine Anmerkung vornweg: ich kenne die Autorin Alice Gabathuler persönlich von der Facebookgruppe Schweizer Schreibfrauen und entsprechenden Treffen der Gruppe. Ich freute mich sehr, als mir Alice ihr Buch übergab mit der Bitte um eine Rezension auf meinem Blog. Ich habe sie vorgewarnt, dass meine Rezension ehrlich und ungeschminkt sein würde. „Rezensionen sind ehrliche Meinungen, keine geschönten Freundschaftsdienste“, antwortete sie. Nun denn…. 😉

Als ich das Buch auspackte, formierte sich umgehend ein Schmunzeln auf meinem Gesicht, denn der Umschlag, von Lisa Hänsch gestaltet, ist einfach nur toll – „amächelig“, oder „gluschtig machend“, wie wir Schweizer sagen. Dies meint, dass etwas Lust auf den Inhalt macht.

Ich rezensiere als Frau und meine erste Frage war, für welche Altersstufe dieses Buch geschrieben wurde. Leider finde ich dazu keine Angaben im Buch selber. Eine Internetsuche gab mir die Altersempfehlung 8 bis 12 Jahre an. Der Protagonist selber steht kurz vor dem 12. Geburtstag.

Auch wenn sich das Buch an Kinder oder Jugendliche wendet, unterhielt es auch mich bestens. Es ist witzig geschrieben und ich staunte mehr als einmal über Alice Einfallsreichtum, was Sprache und Inhalt betrifft. Leon wurde lebendig für mich, so dass ich ihm am liebsten per Video-Rezension geantwortet hätte. Ich bin mir nur nicht so sicher, ob die genauso cool ausgefallen wäre, wie seine Videobotschaft an seine Eltern.

Leon meint, dass die Erwachsenen viel zwischen den Zeilen lesen. Und so las ich zwischen den Zeilen dieses Buches heraus, dass es der Autorin um Mut, Selbstvertrauen, Ehrlichkeit, Freundschaft, Liebe, der Kraft einer Gemeinschaft und das Ausleben von Kreativität ging.

Die Gefühle und Handlungen der Protagonisten konnte ich gut nachvollziehen. Ausser an dem Punkt, als Leons Eltern auftauchten und ihren Sohn NICHT mit Geld versorgten. Ich behaupte mal, dass alle Mütter oder Väter in so einer Situation als ziemlich Erstes gefragt hätten, wie das Überleben angedacht sei und sich nicht davon hätten abbringen lassen, das Unternehmen zu sponsern. 😉

Als Kurzgeschichten-Autorin für Kinder frage ich mich, welche Verantwortung wir Autoren haben, in Bezug auf eine mögliche Auslösung eines Nachahmungseffekts der geschilderten Abenteuer. Ich finde, Alice Gabathuler war mutig diesbezüglich, aber sie schildert gleichzeitig die Abenteuer und Herausforderungen des Jungen so, dass man sie als Erwachsener verantworten kann. Bei dieser Gelegenheit erinnere ich mich daran zurück, wie ich als Kind von Pippi Langstrumpfs Geschichten Fan war und meine Mutter sich darüber sorgte, dass ich all das Gefährliche nachspielen könnte. „Mami, so blöd bin ich doch nicht“, gab ich ihr zur Antwort, erinnere ich mich. Also bin ich zuversichtlich, dass kein Kind aufgrund der Lektüre des vorliegenden Buches von zuhause weglaufen und von der Felskante eines Wasserfalls hinunter in ein unbekanntes Gewässer springen würde. Selber getraue ich mich aber dennoch nicht, solche Szenarien in meinen Geschichten zu verwenden. 😛

Ich empfehle das Buch vor allem Jungs ab 9 Jahren gerne weiter.

INFOS ZUM BUCH

Autor: Alice Gabathuler
Titel: Ich, Onkel Mike und Plan A
Verlag: Books on Demand
Seiten: 180
Erscheinungsdatum: 17. Mai 2019
Preis:

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