Katzenjammer

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Als Kind wünschte ich mir immer, ein Kätzchen haben zu dürfen. Doch ich reagierte allergisch auf Katzen und zudem waren meine Eltern der Meinung, dass eine Katze Auslauf benötigen würde und dies in einem Hochhaus nicht möglich sei.

Ich erhielt dann zwei Hamster, welche aber beide schon bald krank wurden und nicht lange lebten.

Auf meinen 10 Geburtstag erhielt ich trotz meiner Tierhaarallergie ein Meerschweinchen. Meine Eltern meinten, wir könnten es ja versuchen und wenn ich zu stark reagieren würde, müsste ich das Tier halt wieder zurückgeben. Das Tierchen hatte lange Zeit nach der Geburt Probleme mit dem einen Auge und benötigte tägliche Waschungen mit Kamillentee. Zudem war das eine Auge mit schwarzem Fell umgeben, so dass man hätte meinen können, es trüge eine Augenklappe. Damals war Mosche Dajan, ein israelischer Politiker, welche täglich Mediengesprächsthema war. Gleichzeitig weilte meine Schwester in einem israelischen Kibbuz. So kam es, dass mein Meerschweinchen den Namen Moschi bekam. 😉 Bild

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Auf alle anderen Meerschweinchen reagierte ich allergisch, aber auf meinen Moschi nicht. Das heisst nur, wenn ich ihn allzu lange streichelte. Sobald die Nase zu laufen begann, meine Stimme heiser und meine Augen rot wurden, schlugen meine Eltern Alarm und bevor sie die Warnung aussprechen konnten, meinen Moschi zurückzugeben, legte ich ihn ins Kistchen zurück und erholte mich… Wir erlebten 10 glückliche Jahre und ich war sehr traurig, als ich in meinem 20igsten Altersjahr von ihm Abschied nehmen musste.

Als Andy und ich heirateten, kauften wir uns einen Wellensittich. Ein Leben ohne Haustiere wollte ich mir nicht vorstellen… Zippy (Zippora hebräisch für Vögelchen) war auch dann mein Liebling, als andere Wellensittiche hinzukamen oder wieder von uns gingen. Er war der Einzige, welcher ab und zu auf meine Schulter kam. Auch unser Zippy wurde um die 10 Jahre alt!!

Seit etwa 10 Jahren gehört ein Pflegehund zu unserer Familie. Wir hüten sie bis zu dreimal pro Woche. Jala fühlt sich bei uns wohl.

In all‘ den Jahren begleitete mich der Wunsch, nach einer Katze als Haustier. Auch unsere drei Kinder äusserten oft den Wunsch, ein Kätzchen in unsere Familie aufzunehmen. Doch unser Jüngster und ich leiden beide an diversen Allergien. So strich ich diesen Wunsch aus unserem Familienwunschzettel.

Mit den Jahren allerdings stellte ich fest, dass sowohl unser Jüngster wie ich, nicht auf alle Katzen allergisch reagieren. Wir konnten kein Muster feststellen. Es kam vor, dass unsere Nasen zu laufen begannen, die Augen rot wurden und wir beide mit Atemnot reagierten, kaum waren wir bei jemandem auf Besuch und weit und breit war keine Katze zu entdecken. Aber jedesmal, wenn wir solche Symptome entwickelten, wurde uns bestätigt, dass Katzen zum Haushalt gehören würden. Doch als es hie und da vorkam, dass wir Katzen auf Besuchen streicheln konnten, ohne allergisch zu reagieren, reifte in uns erneut der Wunsch nach einer eigenen Katze.

Als sich dann die Gelegenheit bot und sich das  Minouchbaby bei einem Bekanntenbesuch so richtiggehend „aufdrängte“ (von diesem Wurf zerrte nur er an unseren Hosenbeinen und wollte dauernd hochgenommen werden), konnten wir den Versuch wagen, denn die Bekannten sicherten uns zu, dass wir das Katerchen jederzeit zurückgeben könnten, sollten wir auf ihn allergisch reagieren.

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„Darf ich mich vorstellen? Ich bin Minouch und möchte bei Aepplis wohnen.“ So kam es uns vor, als er als einziges Katzenbaby zu uns hochblickte.

Das Wunder geschah: Tobias (unser Jüngster) und ich reagierten nicht allergisch auf Minouch und so gehört er nun seit Dez. 2012 zu unserer Familie.

In der Nacht zum Auffahrtstag geschah nun etwas Schlimmes: Minouch verunfallte. Wie und was genau geschah kann er uns nicht erklären. Feststeht, dass sein Hüftknochen aus der Pfanne ausgerenkt wurde und zudem noch angebrochen ist. Minouch ist nun seit dem Auffahrtstagabend (29. Mai 14) in der Tierklinik Luzern. Morgen wird er operiert. Der Knochen wird abgeschliffen und in die Pfanne zurückversetzt. Wir hoffen, dass alles komplikationslos verläuft und wir ihn bereits morgen wieder heim holen können. Weiter hoffe ich, dass alles tip top verheilt, so dass er sein gwundriges Katzenleben wieder voll und ganz geniessen kann und dass er die gefährliche Situation, welche zum Unfall führte, in Zukunft meiden wird!

Momentan habe ich selber den Katzenjammer. Ich fühle mich elend, mache mir Sorgen und bedaure Minouch, wie er da so alleine in dieser langweiligen Box liegen und abwarten muss, dass die Geschwulst so stark zurückgeht, dass operiert werden kann. Ich besuche ihn jeden Tag, vermisse ihn aber zuhause extrem. Unserem Jüngsten ergeht es genauso. Kaum hören wir Zwei was zum Thema „Arzt, Unfall, Medikamente, Schmerzen, Tier“ etc. jammern wir beide auf und seufzen gleichzeitig „Minouch“….. 😦 Die Töchter sind beide grad nicht zuhause (die eine weilt im Auslandstudiensemester und die andere ist auf Maturareise und weiss noch nichts von all dem.

Obwohl ich mir meiner Tierliebe bewusst war, habe ich mich während der vergangen Tage über mich selber gewundert. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass mir ein Tierli so stark ans Herzen wachsen könnte. Ich habe vorher immer gedacht, dass ich bestimmt nie viel Geld ausgeben würde, um einer Katze per OP’s zu helfen. Ein Tier ist ein Tier und kein Mensch. Tja – ha – bis es dann die eigene, geliebte Katze ist…. Wie könnte ich ein „Familienmitglied“ einschläfern lassen, bloss weil es eine Verletzung hat, welche wieder so gut ausheilen kann, dass hoffentlich sogar kein dauerhaftes Hinken zurückbleiben wird?

Ja, Minouch bleibt ein Tier – er ist kein Mensch. Und doch gehört er seit 1.5 Jahren fest zu unserer Familie und hat einen grossen und tiefen Platz in unseren Herzen eingenommen. Dieser Platz gehört für immer ihm.

Selbst Jala, unser Pflegehund ist ein Herz und eine Seele mit Minouch. Wir gehen oft zusammen spazieren. Bild

Doch – bis es ihm wieder ganz gut geht, leiden wir mit ihm mit…. Bitte helft morgen Dienstag, 3. Juni an ihn zu denken, wenn er um die Mittagszeit rum operiert wird. Danke.

Danke für alles Drandenken! Es ist alles gut gelaufen! Bin ich erleichtert! Der Oberschenkelhalskopf, welcher in die Pfanne gehört, musste ganz entfernt werden. Aber nach dieser OP sollte das Bein wieder in der Hüftpfanne anwachsen und einen „Pseudooberschenkelhalsknopf“ bilden. Dies könne bis zu 5 Wochen dauern, aber danach ist die Chance gut, dass er nicht mal mehr hinken wird und auch eine Katzentreppe, welche wir geplant haben, problemlos bewältigen könnte. Wir können Minouch bereits heute Abend heimholen.

Mittwoch, 4. Juni

Die erste Nacht zuhause verlief gut, aber ich habe immer noch so einen Druck auf mir. So einen Katzenjammer, denn der Anblick und Zustand Minouchs jammert mich einfach.

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Die Stelle, an der er operiert wurde, ist rasiert und dort schimmern nun fast die Muskeln und alles, was unter der Haut ist, durch! Auf diesen Anblick hat uns niemand vorbereitet.  Ich vermute zwar, dass das Fell schnell nachwachsen wird.

Minouch darf nun 5 Wochen lang nicht nach draussen gehen und sollte sich die ersten 3 Wochen in einem möglichst kleinen Raum aufhalten, damit er nicht zuviel herumläuft und Ruhe hat. Wir haben ihn nun im Badezimmer eingeschlossen, das ist er sich von klein auf über Nacht gewöhnt. Aber er ist sich eben gleichzeitig gewöhnt, dass man ihn nach der Nacht nach draussen lässt. Und das darf er nun nicht. 😦 Das werden lange 3 Wochen werden! Dann wird er immerhin wieder die Wohnung erkunden dürfen.

Wir haben jemandem eine Katzenleine ausgeliehen und erhalten sie am Pfingstmontag zurück. Dann können wir zusammen mit Minouch vielleicht doch hie und da in den Garten gehen.  An der Leine gehalten kann er uns nicht abhauen oder auf irgendwas zu klettern versuchen.

Wir werden ihn wohl auch ab und zu in einen anderen Raum tragen, damit er etwas Abwechslung hat, müssen dann aber dies jeweilige Zimmertüre auch verschliessen und ihn gut beaufsichtigen, nicht dass er zum Beispiel plötzlich aufs Bett oder vom Bett runterspringt.

Die Tierklinik Obernau Luzern kann ich wärmstens empfehlen. Sie haben dort während 5 Nächten und 5 Tagen zu Minouch geschaut, ihn gepflegt, gestreichelt, lieb zugeredet. Wir haben ihn jeden Tag besucht und sie haben sich dort Zeit genommen für unsere Fragen. Ich weiss nicht, wie wir es verdient haben, aber schlussendlich mussten wir nur die Hälfte des eigentlichen Preises bezahlen, also Fr. 600.– plus den Feiertagszuschlag.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Gestern, grad vor dem Zubettgehen, hat Minouch mir ein so schönes Geschenk gemacht! Er durfte in der Stube an seinem Lieblingsplätzchen liegen, weil wir ihn gut im Auge behielten, selber auf der Couch sassen und TV guckten. Alleine darf er nicht in der Stube sein, da es dort viele Orte gibt, auf die er hochspringen könnte. Also – als wir die Stube verliessen und ich im Gang noch an den Compi ging, da kam er plötzlich angelaufen – und ich traute meinen Augen nicht: er hinkte nicht mal!!!! Er hat mir demonstriert: „mach dir doch keine Sorgen, ich bin tapfer und stark, das kommt schon gut!“ Ich habe ihn dann den Rest des Weges zum Nachtquartier getragen und ihm versichert, wie stolz ich auf ihn sei und dass wir das zusammen schaffen werden. Habe ihm aber auch gesagt, dass er sich nicht überbeanspruchen dürfe, sondern noch viel Geduld brauche, bis wirklich alles wieder i.O. sei.

Die Medis hat er Morgen nach einigem Hin- und Her wieder genommen. Es ist immer ein bisschen ein „Züüg“ und ich muss sie in seine geliebten Nassfuttermöckchen verstecken.

Er tut mir so leid, weil er nun dauernd an der Badezimmertüre kratzt und unbedingt nach draussen gehen will. Ich habe ihn ein paar Schritte im Gang machen lassen und ihm ein Bettchen im Wäschekorb zurechtgemacht. Das hat er sonst immer so geliebt, wohl deswegen, weil er als Katzenbaby in so einem Körbchen lag. Aber er fand keine Ruhe und wollte einfach nur raus gehen. 😦 Es blieb mir nichts anderes übrig, als ihn wieder ins Badezimmer zurück zu legen. Ich habe ihm erklärt, dass seine Verletzung noch zu gross sei und er deswegen nicht nach draussen gehen dürfe. Aber er will oder kann das nicht verstehen…. 😦

Heute hinkt er wieder extrem. Aber ich habe es doch gestern deutlich und mit eigenen Augen gesehen, dass er „normal“ lief? :-O

Am Nachmittag durfte er im Katzentransportkistli zusammen mit unserer Tochter draussen sein. Aber länger als 5 Min. hielt er es nicht aus. Er will einfach RAUS! 😦

Freitag, 6. Juni 2014

Minouch tut mir einfach so leid, weil er nach draussen gehen will. Dringend und unbedingt. Und er darf das ganze 5 Wochen lang nicht! Ich weiss nicht, wie ich das aushalten werde – ich habe Bauchweh, komme mir unmenschlich vor – äh „unkatzisch“. ;-(Am Pfingstmontag holen wir die Katzenleine zurück, welche wir ausgeliehen haben. Vielleicht können wir dann nächste Woche hie und da kurz rausgehen mit ihm, ohne dass die Gefahr besteht, dass er uns entwischt oder schnelll irgendwo raufspringt….Seit gestern bedeckt ganz leichter Flaum seine kahlrasierte Stelle. 🙂

Freitag, 13. Juni 2014
Die Katzenleine passt ihm grad noch so knapp. Ist halt für Katzenbabies gedacht. 😉
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Natürlich ist es weder für ihn, noch für uns wirklich „lustig“, am Gängelband geführt zu werden. Aber wahrscheinlich doch besser, als volle 3 Wochen bloss im Badezimmer auszuharren! Wir haben erst 10 Tage davon geschafft! puh!  Es ist hart, sein Gemaunze vor der Türe tagtäglich anzuhören und wirklich nur auszuhalten, wenn ich ihm und mir versprechen kann, dass wir an diesem Tag schon noch vorhaben, für eine halbe Stunde nach draussen zu gehen….
Er versucht, die Fäden an seiner Naht aufzubeissen, ich hoffe, er hält noch durch bis am Montag. Dann werden die Fäden entfernt und dann hoffe ich, vom Tierarzt zu hören, dass Minouch zumindest frei in der gesamten Wohnung herumlaufen und auf Betten oder das Sofa springen dürfte. Das wäre für ihn und für uns schon eine grosse Erleichterung. Letzten Sonntag waren wir auf Besuch bei Bekannten, deren Katze dieselbe OP hatte. Ihnen hat der Tierarzt gesagt, dass sie die Katze in der gesamten Wohnung herumlaufen lassen dürfen, sie sollte einfach nicht grad von einem Tisch runterspringen.Bei ihnen kam es gut mit der Katze. Sie hinkt kaum merklich. Als wir vorhin draussen waren, reagierte Minouch mit grosser Angst auf Autos. Vorher hatte er keinen Respekt vor ihnen. Könnte ja schon sein, dass es doch ein Autounfall war…
Sonntag, 15. Juni 2014Minouchs kahle Stelle schimmert nicht mehr wie eine Hühnerbrust rosa, sondern es ist ein ganz zarter Flaum erkennbar. Zusammen mit dem neu ausgesäten Rasen in unserem Gartenbereich und Tobias ersten Bart- und Beinhaaren wetteifert sein Fell im Wachstum. ;-)Es wird immer schwieriger, ihn im Zaum zu halten in diesem einen Raum. Er hat einen immensen Freiheitsdrang und ist sehr verspielt. Seine Aktivität ist bereits einer Tierpflegerin in der Klinik aufgefallen. Nach der ersten Nacht sagte sie mir, sie habe noch nie eine Katze, welche eine derartige Verletzung erlebt hat, so aktiv und verspielt erlebt. Das sei eine sehr aussergewöhnliche Katze. Verspielt, verschmust und voller Unfug im Kopf. Dies trotz Schmerzen und Einschränkungen. Wenn selbst eine erfahrene Tierpflegerin sowas sagt, will das was heissen. ;-)Wir lassen ihn jetzt halt manchmal doch frei in der Wohnung herumlaufen. Ich hoffe, dass ich dafür nachträglich seitens des Tierarztes das ok bekomme. 😉 Er springt dann halt schon auf die Betten hoch und wieder runter oder sogar auf den Katzenbaum. Aber ich denke mir manchmal, dass ein Tier doch schon spürt, was drinliegt oder sich sonst schont, wenn eine Bewegung Schmerzen bereitet. Nicht? Was sind eure Erfahrungen damit?

Montag, 16. Juni 2014

Heute konnte der Tierarzt Minouch die Fäden entfernen. Minouch hat zwar gejammert, aber erstaunlich gut hingehalten. Wahrscheinlich hat er gespürt, dass ihm nun das entfernt wird, was ihn in letzter Zeit mehr und mehr störte, vielleicht stüpfte oder juckte und was er selber vergeblich versucht hatte, zu entfernen.

Die Wunde hat gut geheilt, ausser ein ganz kleines, etwas daumenbreites Stück. Da hat der Faden wohl nicht gut gehalten, oder wurde von Minouch entfernt. Doch der Tierarzt meint, das sei kein Problem, sehe gut aus und werde auch gut verheilen, da müsse man nichts Speziell machen.

Der Verlauf der Heilung ist gut und der Tierarzt hat mir heute das Ok gegeben, dass Minouch in der ganzen Wohnung herumlaufen und auch auf Bettenhöhe springen darf. Aber auf den Katzenbaum nicht, den sollen wir noch etwa 2 Wochen lang versorgen. An der Katzenleine darf er zusammen mit uns rausgehen, aber er rät, ihn frühestens in zwei Wochen selbstständig raus zu lassen. Es sei nicht deswegen, weil er sich selber überfordern würde, aber wenn er aufgrund einer Gefahr flüchten müsste, könnte das zu ruckartige Bewegungen auslösen und dafür sei der Knochen noch nicht stabil genug. In etwa 2 bis 3 Wochen sollte er sowas ertragen können, aber wirklich ausgeheilt, d.h. kräftige Muskeln und Gewebe rundum aufgebaut und ein Pseudogelenk ausgebildet, das werde erst in einem halben Jahr der Fall sein. Also müssen wir nochmals solange ausharren, wie bereits, haben die Hälfte geschafft…..

Mittwoch, 25. Juni 2014

Es wird immer mühsamer, Minouch drin zu halten. Er hält sich oft grad hinter der Wohnungstüre auf und sobald jemand reinkommt, versucht er, ins Treppenhaus zu entwischen, was ihm schon ein paarmal gelungen ist. Einmal war die eine Haustüre dabei ebenfalls offen und er entwischte nach draussen. Wir konnten ihn erst nach etwa 10 Metern einfangen.

Und gestern habe ich ihn erst im letzten Moment erwischt, als er mit einem Sprung aus dem offenen Fenster springen wollte!!! :-O Wir schauen sonst sehr gut, dass wir nur bei geschlossenen Zimmertüren lüften, aber er war so schnell ins Zimmer gehuscht, da braucht es eine enorm schnelle Reaktion!

Er will einfach in die Freiheit! Wie froh bin ich, dass wir bloss noch eine Woche Stubenarrest abhocken müssen!

Er hinkt in den letzten Tagen wieder etwas mehr und das bereitet mir Sorgen. Er versteckt sich halt gern hinter dem Sofa oder unter Tobias‘ Bett. Sich dann da wieder hervorzuschieben, tut wohl seinem Bein nicht gut. Vielleicht hat er eine leichte Verrenkung eingefangen? Aber es ist unmöglich, ihn festzubinden……….

Samstag, 28. Juni 2014

Noch 3…….

Sonntag, 29. Juni 2014

Noch 2…….

Montag, 3o. Juni 2014

Noch 1 Tag – und Minouch darf wieder alleine die Freiheit draussen geniessen. Es werden dann 4 Wochen her sein, seit seiner OP. Vorgeschlagen waren ja 5 Wochen Stubenarrest, aber unser Tierarzt hat ihm eine Woche davon erlassen. 😉 Er hinkt immer noch, aber der Tierarzt meinte, das könne noch etwa ein halbes Jahr anhalten, bis es sich ganz bessert….

Dienstag, 1. Juli 2014

Nach 4 Wochen Stubenarrest durften wir Minouch heute Morgen endlich wieder in die Freiheit entlassen! 🙂

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Ein Bild mit grossem Symbolcharakter!

Wir sind mit ihm zusammen erleichtert! Keine geschlossenen Wohnungs-Türen mehr, weil er sich während unserer Abwesenheit so dumm hätte unter dem Bett oder hinter dem Sofa verkriechen können, dass er alleine fast nicht mehr herausgekommen wäre. Kein verstohlener Blick mehr nach links unten, sobald man die Wohnungstüre öffnet, weil da ein Kater sitzen könnte, der einem schnell zwischen den Beinen hindurch, das Treppenhaus hinunter entwischen könnte. Und wahrscheinlich ein Katzenklo, das nicht mehr so oft benutzt werden wird. Vor seinem Unfall hat er sein Geschäft hauptsächlich draussen erledigt.

Vorbei sind die Zeiten, in denen wir mit der Katze an der Leine spazieren gingen und die Leute uns alle schräg anguckten. Es gab aber auch mehrere Gespräche deswegen. So habe ich Menschen kennengelernt, welche Geschichten über Minouch erzählten, von denen ich nichts wusste. Er hat sie oft auf ihren Spaziergängen begleitet und sie alle wünschten ihm eine gute Besserung! 😉

Ich musste und durfte Minouch heute loslassen, wie man ein Kind loslässt. Dies ausgerechnet am dem Tag, an dem wir Petras Matura feiern werden! 🙂 Ich möchte am liebsten behüten, beschützen, alle Gefahren aus dem Weg räumen, aber das funktioniert weder bei Menschenkindern noch bei Tieren wirklich gut und ist nicht sinnvoll. Klar schwingt ein mulmiges Gefühl mit, aber unser Kater ist nun mal einfach ein Freilaufgänger – und wir können ihn nicht anbinden und dauernd überwachen. Passieren kann immer was, aber ich befehle ihn Gottes Schutz und den Engeln an. Ich glaube, dass sie nicht nur uns Menschen behüten, sondern ihnen auch das Wohl der Tiere am Herzen liegt und sie  sehen, wiesehr dieses „Pelzknäuel“ uns ans Herz gewachsen ist. 😉

Seit 8 Uhr morgens ist Minouch draussen (es ist jetzt 11.30 Uhr) und er kam bereits zweimal kurz nach oben, um mitzuteilen, dass er uns lieb hat und alles in Ordnung sei.  ❤

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Sein Fell ist nach 4 Wochen immer noch nicht nachgewachsen und er hinkt immer noch stark. Ich hatte zwischenzeitlich das Gefühl, es sei besser gewesen und habe sich verschlechtert. Aber der Tierarzt meinte, es könne bis zu einem halben Jahr dauern, bis er ohne Hinken laufen würde….

Dienstag, 22. Juli 2014

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7 Wochen nach seiner OP ist das Fell ganz leicht nachgewachsen. Noch immer hinkt Minouch leicht, was ihn aber überhaupt nicht zu stören scheint. Er darf sich draussen wieder ganz frei bewegen – er geniesst sein Leben wie früher in vollen Zügen. Die Nächte hat er seit der OP bisher immer drinnen verbracht. Vor Autos hat er noch immer Respekt und ich hoffe, dass dies so bleibt….

Dienstag, 26. August 2014

Wenn ein Kind neugeboren ist, rechnet man sein bisher gelebtes Leben mit Stunden, Tagen, Wochen, später mit Monaten und erst noch später gibt man es bloss noch in Jahren an. So ergeht es mir jetzt mit der Zeit nach Minouch’s OP. 😉 Ich weiss nicht mehr, wieviele Tage oder Wochen seit der OP her sind, aber es sind fast drei Monate vergangen. Noch immer hat er Respekt vor den Autos und hinkt nur noch ganz leicht. Sein Fell ist nachgewachsen wie sein ursprüngliches Katzenbabyfell. Er hatte als ganz kleine Katze bloss schwarzes und weisses Fell. Erst später entwickelte er braune und sogar rötliche Nuancen. Das nachgewachsene Fell ist schwarz-weiss und kontrastiert lustig zum restlichen Körper. 😀

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Scrollt mal auf den 4. Juni zurück. 😉

Momentan sind wir daran, ihn an die Katzentreppe und die Katzentüre zu gewöhnen. Wir mussten das alles einbauen, weil unser Vermieter sich daran störte, dass Minouch das gemeinsame Treppenhaus benutzte. Wir hatten bloss die Wahl, ihn wegzugeben, oder eben: diese baulichen Veränderungen. Er hat noch recht Respekt vor der Höhe, hat es aber Leckerli-sei-Dank schon ein paarmal in beide Richtungen geschafft.

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Donnerstag, 6. November 2014

Minouch kann als genesen erklärt werden! 5 Monate nach seinem Unfall. Es hat seitens der Tierklinik geheissen, wir müssten mit 6 Monaten rechnen. Minouch streunt draussen fröhlich herum, geniesst sein Leben, legt sich jetzt durch vermehrtes Futtern wohl eine Art „Wintermantel“ zu (er ist nicht dick, beim Streicheln spüre ich immer noch die Rippen) und sein Fell ist glänzend, weich, kuschelig und man bemerkt seit ein paar Tagen keinen Unterschied mehr zum anderen Fell. Aber es hat doch diese 5 Monate gebraucht, bis man nun gar nichts mehr bemerkt, was das Fell betrifft. Er hinkt meistens nicht mehr, nur wenn er nach langem Liegen aufsteht oder ein Wetterwechsel stattfindet – und auch dann kaum merklich.

Die Katzenleiter und die Katzenklappe benutzt er schon seit einiger Zeit – aber meistens nur, wenn er nach draussen gehen will. Zurück benutzt er diesen Weg dann, wenn er bereits unterwegs nach unten merkt, dass das Wetter nicht seinem „Gusto“ entspricht. 😉 Sonst zieht er es wie gewohnt vor, bei einer der zwei Eingangstüren zu warten, bis ihn jemand ins Treppenhaus hineinlässt und dann oben mit den Perlenketten vor unserer Eingangstüre zu „klopfen“, indem er mit dem Schwanz dranschlägt. Die Treppen im Treppenhaus sind wohl bequemer, als die Katzentreppe. Cleveres Bürschchen. Und geheilt! Jupih! 🙂

Seit seinem Unfall ist er vorsichtiger geworden, wenn er eine Strasse überquert (nicht immer, aber meistens). Vorher hatte er überhaupt keinen Respekt vor Autos, sondern blieb mitten auf der Strasse liegen, wenn eines nahte. Dieses musste dann entweder ausweichen oder es kam vor, dass Autofahrer ausstiegen und ihn von der Strasse wegtrugen! Und was sich in seinem Verhalten noch geändert hat: er liebt es, die Nächte drinnen zu verbringen. Der Unfall geschah nachts und er liebte es vorher, nächtelang durch die Gegend zu streunen, reagierte nicht auf mein Rufen, wenn die Nächte lau waren. Heutzutage aber kommt er immer, wenn ich ihn vor dem Zubettgehen rufe.

Unser Minouch – wir lieben ihn. ❤

Hier praktizieren er und unser Tageshündchen Jala einen Wohnungstausch. Er liegt auf Jalas Tuch und Jala hingegen macht es sich in Minouchs Nachtquartier gemütlich. (Scrollt zurück, dann seht ihr den Unterschied mit dem Fell. Er präsentiert hier diejenige Seite, mit der einst rasierten Stelle. 😉 )

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15 thoughts on “Katzenjammer

  1. Oh ja, man leidet – und wie. Ich sah das, als mein Kater Pascha krank wurde. Ich bin fast durchgedreht vor Sorge, musste mir anhören, ich übertreibe, es sei doch nur ein Tier, wie ich denn täte, wäre es ein Mensch… Ja, es ist ein Tier und doch so nah, so wichtig im eigenen Leben, hat man doch so viel miteinander, das man teilt.

    Ich werde morgen an euch denken und wünsche Minouche alles Liebe, dass er bald wieder neugierig durch die Felder streift.

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    1. Danke, das ist so lieb von dir. Ein Tier ist halt auch ein Gschöpf Gottes und ein Lebewesen mit Lebensberechtigung. Zudem empfängt es nicht nur Liebe von uns, sondern gibt eben auch viel Zuneigung zurück.

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  2. Danke für alles Drandenken! Es ist alles gut gelaufen! Bin ich erleichtert! Der Oberschenkelhalskopf, welcher in die Pfanne gehört, musste ganz entfernt werden. Aber nach dieser OP sollte das Bein wieder in der Hüftpfanne anwachsen und einen „Pseudooberschenkelhalsknopf“ bilden. Dies könne bis zu 5 Wochen dauern, aber danach ist die Chance gut, dass er nicht mal mehr hinken wird und auch eine Katzentreppe, welche wir geplant haben, problemlos bewältigen könnte. Wir können Minouch bereits heute Abend heimholen.

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  3. Dankeschön. Die erste Nacht verlief gut. Aber der Arme möchte bereits jetzt nach draussen gehen und darf doch nicht. Das werden lange 5 Wochen! Er muss in einem möglichst kleinen Raum verharren, damit er nicht gross herumläuft. Wir werden ihn wohl hie und da in einen anderen Raum tragen, damit er etwas Abwechslung hat. Aber dann müssen wir gut aufpassen, dass er nicht davonläuft und irgendwo hinauf- oder hinunterspringen möchte.

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  4. Zum nachwachsenden Fell: Ja, das geht recht flott. Und ja, es wirkt sehr ungewohnt, wenn man das das erste Mal sieht.

    Dem Nachbarskater musste mal der komplette Kopf rasiert werden. Er hat sich schnell daran gewöhnt, bei uns dauerte es länger. 😉

    Shaved.

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  5. hallo regi, mitleid ist das schlimmste, das ma mit jemandem haben kann. mitgefühl schon und ihn bei seiner genesung unterstützen, aber mitleid ist doppeltes leid. minouch geht es dabei schlechter und dir auch. ich hatte da mit siri unsere herrlichen katze, die zittert diese erfahrung gemacht, sie hat mich da recht zurechtgewiesen.
    ich hatte sooo mitleid mit ihr und sie hat mich gemieden, ging nur zu dani und julia, aber bei mir machte sie einen weiten bogen.
    ich habe dann in einer katzenkommunikationskurs sie befragen lassen und sie hat mir ausrichten lassen, dass sie nicht behindert ist, sie alles machen könne, was sie wolle und sie spass am leben habe und das mitleid finde sie so scheusslich, ihr ginge es dabei immer soo schlecht, darum komme sie nicht zu mir. ich habe mich dann entschuldigt und ihr gesagt, dass ich das mitleid weglasse. ich bin an diesem abend nach hause gekommen und sie ist mir entgegen gekommen und wollte auf meinen schoss.
    übrigens die mutter von minouch hatte ja einen beckenbruch, als er klein war und wir haben ja nichts gemacht ich habe sie nur homöopatisch behandelt. der arzt sagte, dass sie erst in 6 wochen wieder etwas gehen könne, mit hinken. sie konnte aber mit 3 wochen wieder perfekt gehen und durfte dann wieder raus. ich würde minouch vorallem homöopatisch behandeln ihn einfach positiv unterstützen in seiner genesung.
    lg
    alice

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  6. Liebe Regula, schon 10 Tage, ich habe gestaunt. Kannst du denn nicht jetzt schon zweimal pro Tag mit ihm rausgehen? Wünsche euch weiterhin alles Gute dabei. Weisst du, der Arzt in der Klinik kann ja nur Tipps geben, den Verlauf begleitest ja du. Viel Spass euch zwei bei den Entdeckungen draussen. Ich denke immer noch, wie ich dir schon am Anfang sagte, dass er angefahren wurde. Vielleicht wurde er weggespickt und hatte Glück. Auf jeden Fall wird er häuslicher werden, du wirst sehen. 😉 Alles Gute weiterhin für die Genesung. Liebe Grüsse, Karin

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    1. Danke liebe Karin. Zweimal pro Tag rausgehen, das ist für mein Tagesprogramm zu viel. Wir nehmen ihn jeweils, wenn wir auf unserem Balkönli Mittagessen, in seinem Transportkistli mit raus. Dann liegt er da für etwa eine halbe Stunde lang zufrieden da und hat einen Überblick über die Strasse – und ein bisschen Abwechslung. Ich vermute halt auch, dass zuviel laufen nicht gut ist für ihn. Aber ich muss am Montag zum Tierarzt gehen und die Fäden rausnehmen lassen, dann werde ich ihn fragen, wieviel Bewegung Minouch haben darf.

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