Gmerkigs

„Besch es Gmerkigs“ sagen wir Schweizer, wenn wir jemandem etwas scherzhaft zugestehen, er oder sie hätte etwas entdeckt, was für andere schon längstens selbstverständlich sei. Alternativ kann man sowas über sich selber aussagen: „Be halt scho es Gmerkigs.“ 😉

Dasselbe Wort kann aber auch bewundernd verwendet werden: „Er isch e rächt e Gmerkige!“ Er merkt sich Dinge schnell, ist zum Beispiel ein intelligenter, aufgeweckter, spürender, gut beobachtender, aufmerksamer Schüler.

In meinem Blog halte ich gmerkige Gedanken, Erlebnisse, Fragen, handgemalte Bilder von mir und Fotos fest und gebe sie für das weltweite Netz frei. Dieser Blog ist ein buntes Sammelsurium – ein Abbild meines Lebens.

Ich bin eine Jahrgang 63 igerin, Familienmanagerin, Mutter von drei Kindern, welche teilweise bereits erwachsen sind, seit 1987 glücklich verheiratet mit Andy, überzeugte Christin, Hobbyfotografin, Testkundin, freie Autorin des Nidwaldner Blitz , Katzenbesitzerin, Mitarbeiterin für Kindergottesdienste der ref. Kirche Buochs (ohne reformiertes Kirchenmitglied zu sein).

In der Hochsensibilität erkenne ich Wesenszüge von mir wieder. Eben – bin manchmal „übergmerkig“, mit allen Vor- und Nachteilen.

Schnupper-Pilgern

Die Idee, auf dem St. Jakobsweg wandern zu gehen, sei ihm gekommen, als ich ihm wiederholt von meiner 10-tägigen Tour vom Oberalppass erzählte, erklärte mein Mann. Vor 40 Jahren wurde ich als Nanny für drei Pfarrfamilien-Kinder engagiert und ich schwärme tatsächlich hie und da von diesem Abenteuer, als wir in diversen SAC Hütten übernachteten. Den zweiten Ausschlag, eventuell eine Pilgertour auf dem Jakobsweg zu wagen, gab unsere mittlere Tochter. Sie pilgerte vor genau einem Jahr alleine von Porto nach San Compostela. Ihre Schilderungen und Bilder beeindruckten uns. Und nun kam mein Mann tatsächlich mit der Idee auf mich zu: „Wie wäre es? Wollen wir einmal eine  Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg unternehmen? Wärst du dabei?“ Ich reagierte zurückhaltend und hatte tausend Fragen: würde ich es rein physisch schaffen, mehrere Tage am Stück zu wandern? Wir wandern zwar viel, aber zusammen waren wir erst einmal auf einer 3-Tages-Wanderung. Und zwar hoch auf die SAC Christallina-Hütte und hinunter ins Tessin, zusammen mit unserem Sohnemann. Dies war ein gutes Erlebnis, aber bestimmt um die 10 Jahre zurückliegend. Ich habe ein Belastungs-Asthma und hege Bedenken, ob meine Kondition für so ein Vorhaben ausreichend wäre. Aber ok – wer nichts wagt, gewinnt nichts. Warum nicht mal eine Schnupper-Pilgerwanderung in der Schweiz unter die Füsse nehmen? Schliesslich meinte schon Demokrit, ein griechischer Philosoph:

Ein neuer Weg ist immer ein Wagnis. Aber wenn wir den Mut haben loszugehen, dann ist jedes Stolpern und jeder Fehltritt ein Sieg über unsere Ängste, unsere Zweifel und Bedenken.

Also wagten wir uns zusammen auf eine 3-Tageswanderung über die Auffahrtstage 2019. Mein Mann wählte die Strecke St. Urban nach Luthern Bad, auf den Napf und hinunter nach Romoos, Holzwäge aus. Er schaute auf der Karte, wo wir unsere Tour unterbrechen und übernachten könnten.

Doch vor dem Start, galt es zu packen. Dabei galt: jedes Gramm zählt und weglassen ist Pflicht, denn alles, was man nicht tragen muss, entlastet. 😉

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Das Bild entspricht nicht genau dem, was ich schlussendlich mitnahm: die Shorts packte ich leider nicht ein und für abendliche Schuhe fand ich ein paar noch leichtere Turnschuhe, als die auf dem Bild. Den roten Regenschutz und die grüne Jacke, hätte ich zuhause lassen können, aber das weiss man ja im Vorfeld nie so genau. Als Pijama packte ich ein paar leichte Leggins und ein atmungsaktives Langarmshirt ein und das war gut so. Frottétücher und Weiteres wie Teller, Abwaschtuch und auch Pflegeprodukte konnten wir uns sparen, weil wir in Gasthäusern übernachteten.

Nicht immer, aber streckenweise, wanderten wir während der nächsten Tage auf dem Schweizer Jakobsweg Nummer 4.

1. Wandertag: St. Urban – Gondiswil

In der Barock-Kirche St. Urban starteten wir mit einem Vater-Unser, denn es fand gerade ein Auffahrtsgottesdienst statt. Dabei durften wir die beeindruckenden Klänge der Orgel, welche  zu den grössten noch weitgehend erhaltenen Barockorgeln Europas zählt, geniessen. Ein schöner Start. Wenn wir meine Eltern besuchen, fahren wir jeweils an dieser Kirche vorbei. Dies seit etwa 30 Jahren. Nie hielten wir, um die Kirche oder das Psychiatrie-Gelände zu besichtigen, denn wir wollten jeweils immer möglichst schnell bei meinen Eltern ankommen. Umso mehr staunte ich über die vielen Gebäude der psych. Klinik.

Der Weg nach Gondiswil gestaltete sich abwechslungsreich und führte über Wiesen und Wälder.

 

Wir wanderten auf dem Grenzpfad Napfbergland , auf wahrhaft „himmlischen Pfaden“, denn  so nennt sich ein Wegnetz der Sakrallandschaft Innerschweiz. und im Smaragdgebiet.

Wir starteten ungefähr um 12.30 Uhr und um ca. 17 Uhr trafen wir beim Gasthaus Rössli in Gondiswil ein. Die Mittagspause abgerechnet, wanderten wir 3.5 Stunden, an diesem 1. Tag.

Leider servierte das Rössli kein Abendessen, weil das Restaurant aufgrund des Feiertages geschlossen war. Im Vorfeld lasen wir nirgendwo was darüber. Uns blieb nichts anderes übrig, als nach Huttwil zu fahren. Dorthin fährt jede Stunde ein privat geführter Bus, der leider kein Halbtax akzeptiert. Im Restaurant Bahnhof assen wir fein z’Nacht und bummelten anschliessend noch durch das malerische Huttwil.

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Freundlicherweise holte der Rössli-Wirt uns in Huttwil ab und kutschierte uns zurück nach Gondiswil. Unterwegs entdeckten wir ein Reh und der Wirt erklärte uns die Gegend ein bisschen. Er gab uns den Tipp, den Sonnenuntergang beim Weiher zu erleben. Also nochmals ein Abendspaziergang – der sich aber lohnte, denn es war wirklich malerisch.

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Alles in allem waren wir dann an diesem Tag doch 4.5 Stunden auf den Beinen.

Im einfachen Logie schliefen wir gut. Meine ausführlichere Bewertung steht auf Booking.com.

2. Wandertag: Gondiswil – Luthern

Beim Frühstück gab uns der Wirt zwei Geschichten zum Besten:

  • Wer entscheidet sich schon, in Gondiswil zu übernachten? In einem kleinen Dörfchen, wo sich Fuchs und Hase Gute-Nacht sagen? Ein Gast aus den USA entschied sich dafür. Er hat sich via Google Maps erkundigt, welche Ortschaft ungefähr in der Mitte zwischen Bern und Luzern liegt und von Gondiswil aus alles erreicht, was für ihn sehenswert war.
  • Folgende Geschichte der zwei Mexikaner ist herrlich! Sie verarbeiten zu zweit ungefähr dieselbe Milchmenge, wie die Käserei in Gondiswil. Dies fanden sie ebenfalls Google-sei-Dank heraus und flogen nach Rom und von dort via Mietauto nach Gondiswil. „He ja – Rom-Gondiswil ist ja keine Strecke für Mexikaner“, schmunzelte unser Wirt. „Die sind sich anderes gewohnt.“. Ohne Voranmeldung standen sie vor dem bodenständigen Schweizer Käser, der natürlich kein Wort Spanisch sprach. Aber irgendwie kam es dann doch zustande, dass die zwei Mexikaner eine Führung durch die Käserei erleben durften und Tipps für die Veredelung der Käsezubereitung erhielten.

Der 2. Wandertag bot uns viel Aussicht, verlief aber ab Zell leider oft auf geteerten Strassen. Ausgerechnet der Jakobsweg war so eine geteerte Strasse.

Das Laufen auf harten Untergrund ermüdet halt viel schneller und zudem war es heiss! Wir wanderten nun streckenweise auf der Via Jacobi Nr. 4, Etappe 27 und folgten den Wegweisern Lutrun (Luthern), (Pro Luthertal) welche uns aber einmal in die Irre leiteten, bzw. auf die Hauptstrasse, statt einem Bach entlang. Schade. Spannend war, dass ein Reh, durch uns aufgescheucht, unseren Weg kreuzte.

In Luthern assen wir in unserem Abend-Logie fein z’Nacht. Andy wählte das Pilgermenü aus. 😉

Bewertung der Krone auf Booking.com. Auch ein Rundgang durch Luthern durfte nicht fehlen und so kamen wir an diesem 2. Wandertag insgesamt auf ungefähr 5 Stunden reine Wanderzeit.

3. Wandertag Luthern – Luthern Bad – Napf – Romoos, Holzwäge

In Luthern Bad war ich überrascht, weil sich mir der Ort kleiner als in meiner Vorstellung präsentierte. Wir badeten unsere Arme und Füsse im Heilwasser und tranken davon. War es Einbildung? Mir schmeckte dieses Wasser tatsächlich anders als unser Hahnenwasser zuhause. Die Erfrischung für die Füsse hielt etwa eine halbe Stunde lang an.

Von da an wurde es aber mühsam, weil der Weg auf den Napf sehr steil und sonnenbeschienen war. Es war einfach nur heiss, heiss, heiss. Und ich atmete schwer, war aber auf dem Napf die Aussicht ins Tal betrachtend sehr stolz. Das alles haben wir geschafft. Nur zu Fuss. Ohne Verkehrsmittel.

Nach einer kurzen Mittagspause, wanderten wir nach Romoos, Holzwäge (ab dem Napf ca. 1. Std. 20. Die Zeit dorthin fehlt auf den vielen Wegweisern) wo wir das Postauto in Richtung nach Hause bestiegen. Ungefähre Wanderzeit an diesem 3. Tag: nicht ganz 5 Stunden.

Fazit:

Die 3 Wandertage waren ein Abenteuer für mich, das sich gelohnt hat, zu wagen. Es ging ohne Blasen an den Füssen ab und der Rucksack drückte nicht. Das Gewicht von ca. 5.5 kg samt Proviant und Getränke war perfekt. Ich würde für ein nächstes Mal ein paar Ersatzhosen mitnehmen für den abendlichen Restaurantgang. Und die Shorts, welche ich bereits eingepackt hatte, dann aber doch zuhause liess, wären bei dem heissen Wanderwetter ideal gewesen. Ansonsten aber vermisste ich nichts und würde auch für noch längere Wanderungen versuchen, nicht mehr einzupacken. Wir haben jeden Abend etwas ausgewaschen und weil die Wäsche atmungsaktiv und leicht war, trocknete sie schnell. Ich bin gern wieder für eine mehrtägige Tour dabei. Vielleicht aber wagen wir uns zuerst auf die diversen Jakobsweg-Etappen in der Schweiz, bevor wir uns das Ziel San Compostela vornehmen. Was ich toll finde, ist der Austausch und die Ermutigungen in Jakobs-Pilger-Foren auf Facebook, Twitter und Instagram.

Über den spirituellen Aspekt des Pilgerns nachdenkend, komme ich zum Schluss, dass ich Gott in der Natur erlebte, einem schönen Orgelspiel, beim bewussten Beten des Vater-Unsers, dem Nachdenken über Heilungswunder, welche in Geschichten auf Bildtafeln zu lesen waren, begegnete, aber auch in den Begegnungen mit Menschen. Das Unterwegs-Sein mit meinem Mann, an dessen Seite ich seit 32 Jahren den Lebensweg beschreiten darf, ist ein tägliches Geschenk. Die Freundlichkeiten der Wirtsleute und die Geschichten des Rössli-Wirts, bereicherten mich. Kurze Plaudereien auf den Wanderwegen und das gemeinsame Bestaunen eines Alpenpanoramas und darüber Austauschen mit wildfremden Menschen, erfreuten mich. Ich habe mir sagen lassen, dass dies beim Pilgern auf dem Jakobsweg auch immer ein grosses Erlebnis ist: das Aufeinandertreffen und das Gesegnet-Werden durch Mitmenschen.

Unsere Strecke der 3-Tages-Wanderung:

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Gut ersichtlich ist, dass wir immer schön auf der Grenze zwischen den Kantonen Bern und Luzern wanderten. Ich bin stolz, dies alles zu Fuss geschafft zu haben und danke Gott für alle Bewahrung, die Fitness und Gesundheit, das schöne Wetter, die guten Unterkunftsorte, dass wir zwei Rehe sahen, die beeindruckende, herrliche Natur und für die herzlichen Begegnungen mit Mitmenschen.

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Was fehlt, wenn Gott fehlt?

Was fehlt, wenn Gott fehlt, ist die Preisfrage.

Und der Preis, wenn Gott fehlt, ist gross – ich klage:

 

Wer vergibt und liebt ohne Bedingung?

Für den Frieden gab er die Rahmenbedingung

mit seiner Opferdarbringung.

Sich selbst hat er gegeben.

Und das würde fehlen.

 

Was fehlt, wenn Gott fehlt – eine Fangfrage?

Denn gefangen in meiner Selbstanklage

drehe ich mich wie ein Hamster im Rad

und kriege Krummes selber nicht grad.

 

Wenn Gott fehlt, bin ich statt Kind nur Waise

und Sorgen wären ohne ihn meine Speise.

Destruktive Gedanken drehen im Kreise

und niemand ermutigt auf meiner Lebensreise.

 

Mit Gott aber springe ich über jede Mauer

und er tröstet mich in meiner Trauer.

Am Ende des Tunnels ist Gott das Licht.

Ohne ihn bleibt es dunkel und Licht gibt es nicht.

Wenn Gott fehlt, ist wichtig, was die Leute über mich denken.

Doch ich lasse mir Selbstvertrauen von ihm schenken.

 

Wenn Gott fehlt, fehlt er ohne Ende.

Ich lege mein Leben in seine Hände.

Sich ihm anzuvertrauen, bedeutet die Wende.

Gibt es dagegen noch Einwände?

 

Die Frage ist also geklärt – was fehlt, wenn Gott fehlt.

Klug, wer ein Leben mit ihm im Mittelpunkt wählt.

Regula Aeppli-Fankhauser


Das Gedicht war mein Wettbewerbsbeitrag für die Reformierte Kirche (Reformationsjubiläum). Leider gewann ich weder 5000.– noch 3000.– noch 2000.– ;-( Und jetzt stehe ich vor der Aufgabe zu überlegen, was fehlt, wenn das Preisgeld fehlt und was ich mit dem fehlenden Preisgeld mache. 😛

Der wilde Lothar – Warum tragen Hoch- und Tiefdruckgebiete Namen?

Aus aktuellen, stürmischen Anlässen der letzten Tage 😉

Gmerkigs

Welche Erinnerungen wecken Ihnen Vivian, Wiebke, Lothar, Kyrill, Burglind oder Friederike? Wenn Ihnen Burglind das Hausdach abdeckte oder Friederike den Garten verwüstete, werden Sie damit sicherlich ungute Gefühle verbinden.

Lothar hinterliess 1999 eine Spur der Verwüstung, ja sogar die grössten je festgestellten Waldschäden in der Schweiz. Wie kommt aber ein Sturmtief oder ein Hochdruckgebiet zu einem menschlichen Vornamen?

Ursprung in den USA

Während des 2. Weltkrieges begann die USA, weibliche Vornamen in alphabetischer Reihenfolge für Taifune im Pazifik und später auch für Hurrikane im Atlantik zu verwenden. Der Grund war, dass beim Auftreten mehrerer Taifune gleichzeitig, die Kommunikation vereinfacht wurde.

Meteorologisches Institut der Freien Universität Berlin

1954 schlug die damalige Studentin und spätere ZDF-Fernsehmeteorologin Dr. Karla Wege, dem Meteorologischen Institut der Freien Universität (FU) Berlin vor, dem Beispiel der USA zu folgen und auch Druckgebieten in Mitteleuropa Vornamen zu geben. Anders als in den USA, erhalten seither alle Tiefs und…

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Ich schwimme noch etwas….

„Ich schwimme“ meint laut Duden unter anderem:
– sich im Wasser aus eigener Kraft (durch bestimmte Bewegungen der Flossen, der Arme und Beine) fortbewegen
– zum Vergnügen, um sich sportlich zu betätigen o. Ä. schwimmen

Aber auch:
 in einem Zustand sein, in dem alles undeutlich und verschwommen ist
(umgangssprachlich) die Situation nicht [mehr] unter Kontrolle haben, ihr nicht [mehr] gewachsen sein, unsicher sein

Als Kind habe ich das Brustschwimmen unter Todesangst gelernt: meine etwa 10 Jahre ältere Cousine trug mich im See ins immer tiefere Wasser und liess mich dann einfach los mit der Aufforderung, nun zu schwimmen, denn ich könnte es ja! Ich konnte es dann tatsächlich, sonst würde ich jetzt nicht da sitzen und schreiben. 😛 Eine Abneigung gegen Wasser habe ich deswegen nicht entwickelt. Im Gegenteil: im Element Wasser fühle ich mich wohl, leicht und unbeschwert. Als Jugendliche wäre ich gern eine Wasserballett-Nixe (Synchronschwimmen) geworden, nur gabs kein Angebot, wo ich das hätte erlernen können.

Ich begnügte mich als Kind mit Hallen- und Freibadbesuchen zusammen mit meinem Vater und freute mich über den schulischen Schwimmunterricht und meine erhaltenen Abzeichen „Seepferdchen“, „Krebsli“, „Fisch“ und was es alles, sogar bereits in meiner Kindheit gab. 😉

Das Schwimmen gab ich stets als Hobby an, wenn ich danach gefragt wurde, obwohl ich nur im Sommer täglich im See schwimme. Doch jetzt ändert alles. 😀 Ich habe nämlich das Schwimmen neu entdeckt! Auslöser war ein Arztbesuch Ende Januar, aufgrund diverser kleiner „Bobos“, deretwegen man ja laut Werbung von DJ Bobo keinen Arzt aufsuchen sollte. Die Hausärztin hat es aber geschafft, mich zu regelmässigem Sport zu bewegen.

Seither gebe ich mir Mühe, täglich mind. 30 Minuten spazieren zu gehen. Nebenbei entstehen hübsche Fotos. 😉 Spazierengehen mit offenen Sinnen, die Arme leicht mitzuschwingen, die Haltung und Atmung kontrolliert, die Gedanken aber schweifen zu lassen und die Sonne zu geniessen, tut mir nach Körper, Seele und Geist wohl. Und wenn ich das Glück via Fotos teilen kann, erlebe ich, dass geteilte Freude grad nochmals doppelte Freude wird.

Zudem besuche ich neu Pilates-Kurse. Darüber werde ich in einem späteren Blog was schreiben. Und eben: seit ein paar Wochen habe ich das Schwimmen neu entdeckt. Ich darf ungefähr einmal pro Woche mit einer Bekannten mit dem Auto mitfahren ins Hallenbad Luzern.

Beim allerersten Besuch wurde mir das Portemonnaie geklaut – mit zum Glück fast keinem Inhalt. Ein kleiner Dämpfer wars dennoch. Doch ich liess mich davon und auch von anfänglichen Muskelkatern nicht abhalten und erlebe, dass ich Fortschritte mache und Ambitionen entwickle. Atmete ich anfänglich noch zu hektisch und übte viel zu grosse Beinbewegungen aus beim Brustschwimmen, kommt so nach und nach eine Ruhe und kontrolliertere Bewegungen ins Ganze. Ich stellte fest, dass sich die Schwimmtechnik seit meiner Kindheit verändert hat. Lernte ich doch noch, mit Beinen und Armen möglichst grosse Kreise zu machen.

Ich übe und ziehe meine Bahnen im Brust- und Rückenschwumm, möchte aber auch das Kraulen neu erlernen. Obwohl ich diese Technik früher mal beherrschte, will sie mir nur noch für etwa 3 Züge gelingen. Ich habe die Atemtechnik nicht mehr im Griff, will aber beim nächsten Hallenbadbesuch dies hier ausprobieren:

So habe ich einiges an der Technik zu feilen und mir wird es nicht langweilig. Schwimmen ist ein sehr gesunder Sport, vor allem gelenkschonend. Arm- und Beinmuskulaturen werden aufgebaut, als Asthmatikerin kommt mir ein vertieftes Atemtraining zugut. Das gesamte Herz-Kreislaufsystem wird aktiviert. Meine Ambitionen, mich zu verbessern, werden geweckt. Letztes Mal tat ich es meiner Kollegin gleich und begann, die zurück gelegten Bahnen zu zählen. Auf genau 70 Bahnlängen in einer Stunde bin ich gekommen. Dies entspricht einer Länger von 1,75 Kilometern. (Bahnlänge 25 m) Meine Bekannte übertraf dies um einiges, aber sie schwimmt schon länger regelmässig. Man soll ja in erster Linie mit sich selber vergleichen. Und wenn ich meine sportlichen Aktivitäten von Ende 2018 mit heute vergleiche, ist dies eine Steigerung, auf die ich wirklich stolz bin. Auch wenn ich noch „schwimme“, im Sinn von „unsicher sein“, so bin ich doch überzeugt davon, auf einer guten Bahn zu sein und ich schliesse nicht aus, mich eines Tages zu einem der Schwimmkurse anzumelden. 😉

Schneeschuhwanderung auf Trübsee/Gerschnialp

Engelberg ist für uns ein Naherholungsgebiet und doch waren wir das erste Mal Schneeschuhwandern in dieser Region. Die Talstation des Titlis Xpress wirkt auf mich immer noch etwas „futuristisch“, obwohl sie auch schon wieder 4 Jahre alt ist. Wir haben zwar zuhause die möglichen Schneeschuhtrails auf der Webseite studiert, wissen aber nicht genau, ob wir die Tickets einzeln lösen sollen und wie es mit dem Sonnenstand in dieser Region steht. Wir wollen ja schliesslich bei diesem wunderbaren Sonnenschein nicht ausschliesslich im Schatten wandern. Wir werden von Leandra Elmiger an der Talstation kompetent beraten und erhalten als Halbtax-Besitzer für Fr. 16.– ein tolles Angebot: Gondelbahnfahrt bis Trübsee, kleine Kabinenbahn Älplerseil Obertrübsee-Untertrübsee und mit der alten Standseilbahn (seit 1913) von der Gerschnialp bis Engelberg zurück.

Auf Trübsee herrscht ein ziemlicher Rummel. Es gibt nebst dem Skifahren und Winterwandern, die Möglichkeiten, sich beim Rutschpark oder mit Schneetöffs zu vergnügen. Und wo startet nun der Schneeschuhtrail? Ein freundlicher Mitarbeiter überreicht uns ein Plänli und erklärt uns die verschiedenen Möglichkeiten nochmals.

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Wir entscheiden uns aufgrund des Sonnenstands, nicht in den Schatten Richtung Alpstübli (um den gefroreren See herum) zu wandern, sondern für die direkte Route auf den Aussichtspunkt Chrüzhubel Richtung Kabinenbahn Älplerseil. Für diese Route sind wir froh um unsere Schnee-Schuhe, denn sie bewahren uns vor dem Einsinken in den Schnee. Tiefe Fuss-Spuren zeugen davon, dass es manchen Wanderern, welche keine Schnee-Schuhe hatten, anders erging. Ich habe immer etwas Respekt vor dem Einsinken in den Schnee beim Winterwandern, seitdem meine Mutter auf diese Weise ihren Fuss brach. Aber vor- und nach dieser Route, wären Schnee-Schuhe nicht zwingend nötig und wir ziehen sie auch zeitweise ab, ist das Wandern ohne diese Schnee-Schuhe doch etwas leichter. Bei wunderschönster Aussicht geniessen wir unser Picknick und die Sonne. Wie warm es ist – und dabei haben wir doch immer noch Februar! Mein Mann wandert im T-Shirt und auch ich kremple die Hemdsärmel meines atmungsaktiven Wanderhemdes hoch. Ab dem Aussichtspunkt folgen wir dem Winterwanderweg, statt dem Schneeschuhtrail, weil der breitere Spazierweg im Gegensatz zum direkteren geführten Schneeschuhwanderweg, noch in der Sonne liegt. Es gibt also mehrere Möglichkeiten – doch alle führen zum Älplerseil.

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Die kleine Kabinenbahn fährt auf Abruf (Telefon vor Ort) und überwindet beeindruckende, senkrechte Felswände über 400 Höhenmeter. Ich staune immer wieder bei solchen Anlagen, wie jemand auf die Idee kommen konnte, dort eine Bahn zu konstruieren. Die Englisch sprechende Mitfahrerin in der kleinen Kabine war noch faszinierter als wir von den steilen Klüften, welche die Bahn überwand. Und irgendwann äusserte sie begeistert, wie klar und rein doch unsere Bergluft sei. Wie selbstverständlich wir selber doch diese reine Luft einfach atmen….

Von der Bahn aus beobachten wir Schneeschuhwanderer, welche der Piste entlang hinunter laufen. Sowas ist sehr gefährlich und verboten! Auch der Mitarbeiter dieser Bahn informiert uns an der Talstation Untertrübsee freundlich über den Verlauf des Schneeschuhtrails bis zur Bahnstation Gerschnialp. Das Queren der Skipiste empfinde ich als gefährlich, ist aber leider unumgänglich. Wir befinden uns nun im Schatten. Schade – und sofort so kalt, dass wir unsere Jacken, Kopfbedeckungen und gar Handschuhe anziehen. Enorm, dieser Temperatur-Unterschied. Die Bahnfahrt mit der alten Standseilbahn weckt in uns beiden nostalgische Kindheitserinnerungen an Zeiten, als wir mit unseren Eltern Ski fahren gingen.

Die ganze Tour ist mit rund 2 Stunden ausgeschrieben. Wir vermuten, dass wir für die reine Wanderzeit höchstens 1.5 Stunden benötigten. Wir nahmen es dabei gemütlich.  Was für eine abwechslungsreiche Tour – zusammen mit diesen unterschiedlichen Bahnfahrten von der topmodernen Gondelbahn, über das kleine Älplerseil bis zur nostalgischen Standseilbahn!

Wildvögel füttern – aber richtig

Wenn im Winter Spatzen, Buchfinken, Kohlmeisen oder Rotkelchen zu Besuch ins aufgehängte und gut gefüllte Vogelhäuschen auf dem Balkon kommen, sind nicht nur Kinder entzückt. Doch es gilt, ein paar Tipps für eine sachgerechte Fütterung zu beachten.

Wann, wie und was können wir den Wildvögeln an Futter anbieten?

Es gibt Menschen, welche die Meinung vertreten, man solle Vögel ganzjährig füttern. Eine sachgemässe Zufütterung in Zeiten mit Nahrungsmangel kann den Kleinvögeln im Siedlungsbereich das Überleben erleichtern, vor allem im Winterhalbjahr. «Insbesondere bei Dauerfrost, Eisregen oder geschlossener Schneedecke, kann die Fütterung den Kleinvögeln im Siedlungsbereich das Überleben erleichtern», erklärt Livio Rey von der Vogelwarte Sempach. Frühmorgens und vor der Abenddämmerung sind die Vögel besonders hungrig. Brotkrümel, Gewürztes und Essensreste sollten den Vögeln nicht ausgelegt werden. Hingegen bietet der Handel diverse Körnerfertigmischungen und Meisenknödel an. Mischungen mit Hanfsamen und Sonnenblumenkernen locken Finken, Sperlinge und Ammern, Meisen, Kleiber und manchmal sogar Spechte an. Ergänzt man das Futter mit Haferflocken, zerhackten Baum- und Haselnüssen, Rindertalg und Schweinefett, Rosinen oder Obst, erhält man vielleicht Besuch von Amseln, Rotkehlchen und Staren.

Als Zufluchtsorte bei Gefahren sollten in der Nähe des Futterhauses Bäume oder Sträucher stehen. Die Umgebung von ca. 2-5 m um die Futterstelle sollte jedoch frei sein, damit nicht Feinde, wie z.B. Katzen, den Vögeln auflauern können. Das Futter muss ausserdem trocken sein und die Vögel sollten nicht in das Futter koten können, da sich sonst Krankheiten unter den Vögeln ausbreiten können. Deshalb eignen sich Futterhäuschen oder säulenartige Futterautomaten mit seitlichen Entnahm-Möglichkeiten sehr gut. Solche Futtersäulen sind aber nur für Körnerfüllungen geeignet. Die Übertragung von Krankheiten stellt nämlich an Futterstellen mit Abstand die grösste Gefahr dar. Falls mehrere tote oder apathische Vögel beobachtet werden, kann dies der Vogelwarte Sempach gemeldet werden. Das Futterhaus muss in solchen Fällen gereinigt und die Fütterung für ungefähr 3 Wochen unterbrochen werden.

Soll man den Vögeln eine Trink- und Badestelle einrichten?

Vögel nutzen Wasserstellen ganzjährig zum Baden und Trinken. Die Vogelwarte rät, nur dann eine Wasserstelle anzubieten, wenn das Wasser täglich erneuert und dabei die Wasserstelle gereinigt wird.

Wie man gefährdeten Vogelarten wirklich helfen kann

So gut es gemeint ist, den «armen Vögelchen» im Winter Futter anzubieten und wie wertvoll es pädagogisch auch ist für Kinder, Tiere in der Natur zu beobachten – den wirklich bedrohten Vogelarten hilft man damit nicht. Neuntöter, Braunkehlchen, Feldlerche oder Gartenrotschwanz, sind bedrohte Arten und fliegen im Winter in den Süden. «Weitere gefährdete Arten wie Eisvogel, Auerhuhn oder Bartgeier sind zwar im Winter in der Schweiz, besuchen aber keine Futterstellen», erklärt Rey. Umso wichtiger sei es zum Schutz einer artenreichen Vogelwelt, vielfältige und ungestörte Lebensräume zu erhalten. Hier ist die Politik gefordert. Aber auch jeder Gartenbesitzer kann etwas tun: Es gilt, Pestizide möglichst zu vermeiden, nicht zu häufig den Rasen zu mähen, einheimische Sträucher, Hecken zu pflegen und offene Komposthaufen anzusetzen. Wer in seinem eigenen Garten auf diese Weise dafür schaut, dass es Insekten und Vögeln gut geht, leistet ganzjährig einen wichtigen Beitrag für alle Lebewesen – nicht nur im Winter.


Der Artikel erschien am 31.1.19 im Nidwaldner Blitz. Die tollen Fotos stellte liebenswürdigerweise Joe Stalder gratis zur Verfügung.

 

Schneeschuhwandern in der Zentralschweiz

Der Schnee knirscht unter den Schneeschuhen, der Blick wandert hinauf zu den sonnenbeschienen Gipfeln und dann wieder hinunter zu einer interessanten Tierspur. Hier hüpfte ein Schneehase und dort spazierte vielleicht eine Gämse vorbei. So ganz sicher bin ich mir noch nicht im Tierspuren lesen – aber ich habe eine Tour mit einem Wildhüter vor mir. Ich darf am 14. Februar die Schulklasse meiner Tochter auf den spannenden Ausflug begleiten. Ihr hört von mir. 😉

Letztes Wochenende wanderten unsere älteste Tochter, mein Mann Andy und ich, im „Tschiffiländ“. So nennen wir Nidwaldner (Reysseckler) liebevoll scherzend unser Nachbarkantönli. 😉

Langis – beim Glaubenbergpass

Das Wetter war sowohl am Samstag, wie Sonntag nicht so wunderprächtig. Aber erstens kann man selbst bei Schneefall und Bewölkung gut Schneeschuhwandern und zweitens sind bei diesen Bedingungen viel weniger andere Ausflügler unterwegs. So war das mit dem Parkieren überhaupt kein Problem – anders, als bei strahlend schönem Sonnenschein. Denn dann hört man oft in den Radionachrichten, dass die Parkplätze beim Langis besetzt seien und man zur Anfahrt das Postauto benutzen solle.

Das Langis ist ein Winterparadies für Schlittler, Spaziergänger – mit und ohne Hund, Anfänger auf Skien – und eben Schneeschuhwanderer. Wir waren etwa 2.5 Stunden unterwegs auf diesem märchenhaft verschneiten Hochmoorplateau.

Fürenalp – oberhalb von Engelberg

In Engelberg sind wir hie und da. Aber ob wir je schon mal auf der Fürenalp waren, daran konnten Andy und ich uns nicht erinnern. Vielleicht in der Kindheit zum wandern? Die Fürenalp überraschte uns positiv. Die Schneeschuhtrails waren teilweise zwar aufgrund der Lawinengefahr abgesperrt, aber einen rund einstündigen Rundweg konnten wir dennoch absolvieren – und geniessen.

Was mir am Schneeschuhwandern so enorm gut gefällt ist, dass ich im Gegensatz zum Skifahren, die Natur viel intensiver wahr nehme. In den Schneeschuhen setzt man bewusst und langsam einen Schritt um den anderen auf den Schneepfad. Ruhe, Gelassenheit und manchmal das Gefühl, sich in einer Eisprinzessinnen-Welt zu befinden, umgeben von verzauberten Wesen, verzückt und versetzt mich ein Stück weit in die Kindheit zurück. Aber auch das Wissen, dass die Bewegung an der frischen Luft körperlich gut tut, motiviert für die nächste Tour.