Urchig, hiäsig und eifäch scheen

Urchig und schön sind unsere hiesigen Traditionen. (Urchig meint urtümlich.)

Heute besuchten wir den Dorfmarkt in Emmetten und erlebten ein paar Sentä Veh (Vieh-Senten = Viehzüge). Die Kühe, welche den Sommer hindurch auf den Alpen weiden durften, ziehen jetzt nach und nach talwärts. Sie werden von den Älplern schön geschmückt.

Wir verbanden den Besuch des Dorfmarkts mit einer Wanderung bis nach Hause. Die leichte Wanderung dauerte etwa 2 Stunden. Immer wieder begeisterte die Aussicht zum Vierwaldstättersee und Beckenried hinunter oder nach Emmetten zurück. Leider führt der Wanderweg über grosse Strecken über Asphaltstrassen. Retour ist dieselbe Wanderzeit angegeben, was wir fast nicht glauben können, ist doch Emmetten höher gelegen als Beckenried, das direkt am See liegt.

Zuhause, vom Balkon aus, sehen wir die gesamte Strecke unserer Wanderung. Von ganz links (Emmetten), nach rechts und hinunter…. 😉 Wie liebe ich es, hier wohnen zu dürfen.

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Wir haben es getan: Wanderung zum Point of return: Isenthal – Vorder Bärchi retour

Minouch findet, er begleite uns auf unsere heutige Wanderung. 41335402_10212756425166751_3911146212153098240_o

Wir nehmen uns vor, von Isenthal aus zu unserem gestrigen Punkt „of return“ zu wandern, denn es nimmt uns wunder, wie weit es gestern noch bis zur Postautohaltestelle Isenthal gegangen wäre und wir wollen einfach mal die ganze Wegstrecke bewandern.

Ab Isenthal gibt es jede Menge Themenwanderwege: Den Urner-Mundart-Weg, Bärenweg, Sagen- und Skulpturenweg und den Erlebnisweg „Urchigs Handwärch“. Einen Posten des letzteren Weges suchen wir in Isenthal auf: „Mit Läder schaffä“. Toll, dass man hier ein Lederportemonnaie selber herstellen könnte und dass hier alte Gerätschaften unbewacht ausgestellt werden können, ohne Angst haben zu müssen, dass jemand sie stehlen würde.

Die Aussicht auf dem wiederum sehr malerischen, alten Weg ist fantastisch und wir geniessen die Wanderung. Denn heute müssen wir nicht zu einer gewissen Zeit eine Ortschaft erreicht haben, um ein Postauto oder Schiff zu erreichen.

Ist Minouch tatsächlich mitgekommen? 😉

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Natürlich nicht. Man beachte, dass unser Minouch einen buschigen Schwanz hat. 😉 Aber diese Katze ist genauso verschmust und begleitet uns ein paar Minuten, bevor sie umkehrt.

Die Aussicht beim Picknickplatz (mit Grillstelle) Vorder Bärchi ist prächtig.

Und hier ist er – der Punkt, an dem wir gestern umgekehrt und wieder nach Bauen zurückwanderten, weil wir befürchteten, das Postauto in Isenthal nicht zu erwischen und damit die letzte Schiff-Verbindung nach Beckenried zu verpassen.

Zurück in Isenthal kommen wir über den Daumen gerechnet zum Schluss:

wir hätten gestern das Postauto entweder knapp erwischt oder knapp verpasst. 😉 Unsere Wanderstrecke Bauen – Isenthal betrug zusammengerechnet 2 Stunden 5 Minuten. Von unserem Punkt „of return“ aus, hätten wir gestern 50 Minuten bis zum Postauto gehabt, aber wir hätten dies in 45 Minuten schaffen müssen…. In Bauen gab der Wegweiser ja die Zeit 2 Std. 35 Min. für diese Strecke an. Ihr erinnert euch? Hier:

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2.5 Stunden sind zuviel. 2 Stunden für diese Strecke reichen und wir wandern nicht überaus zackigen Schrittes. Der Grund, weshalb wir es gestern nicht oder nur knapp geschafft hätten, war, dass wir diesen unnötige „Rundschlaufe“ liefen, aufgrund der mangelhaften Ausschilderung und weil wir unterwegs eine Zvieripause einlegten. Unsere gestrige Entscheidung, denselben Weg nach Bauen zurück zu wandern und dort aufs Schiff zu gehen, erwies sich als richtig. Wir hätten bestimmt rennen müssen und ich weiss nicht, ob das über Stock und Stein ein gutes Ende genommen hätte. Wie vernünftig man doch im Alter wird. 😛

Gestern und heute zusammen, haben wir die Strecke Bauen – Isenthal doppelt erwandert. So wie uns der weise Pächter der Ermitage Beckenried sagte: „Man kennt einen Weg erst richtig, wenn man ihn auf beide Seiten gesehen und erlebt hat.“ Ob man ihn ab Bauen oder Isenthal wandert: empfehlenswert ist er auf jeden Fall!

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Von der Weisheit, umzukehren. (Wanderung ab Bauen)

Wir wohnen so wunderschön, das denke ich täglich. Und was für ein Glück es ist, dass wir innert paar Minuten von zuhause aus an der Schiffstation Beckenried sind. Andere Menschen reisen von weither an, um die malerische Vierwaldstättersee-Region zu geniessen.

Der heutige Plan lautet: Schifffahrt Beckenried – Bauen, Wanderung Bauen – Isenthal (Weg der Schweiz) und mit Postauto und Schiff wieder nach Hause.

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Sich die Landschaft auf dem Schiff sachte vorbeiziehen zu lassen, ist immer wieder sehr entspannend. Wir steigen in Beckenried auf das Dampfschiff Stadt Luzern. Dieses wird übrigens Ende Jahr bis im Jahr 2021 total revidiert.

In Brunnen steigen wir um – auf das kleine Schiff Mythen.

In Bauen um 14 Uhr den Wanderweg entdeckt, erschrecken wir: die Wanderstrecke ist mit 1 Stunde länger ausgeschrieben, als wir gerechnet haben. Also rund 2.5 Stunden Wanderzeit. In umgekehrter Richtung sind 1.5 Stunden angegeben. Wir rechneten mit ca. 1 Stunde und 45 Minuten Wanderzeit. So können wir unseren Plan nicht einhalten, das Postauto um 16 Uhr in Isenthal rechtzeitig zu erwischen, um es auf die letzte Schiffsverbindung nach Beckenried zurück zu schaffen.

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Also: Planänderung. Wir wandern eine Stunde hin – und eine Stunde auf demselben Weg wieder zurück. Sind wir kurz vor Vorder Bärchi? Wir haben de facto keine Ahnung, bis wie weit es wir in dieser Stunde geschafft haben. Schade, gibt es unterwegs keinen Wanderweg mit Zeitangabe. Denn so fehlt uns eine Einschätzung, ob wir es nicht doch bis Isenthal aufs Postauto hätten schaffen können. Aber der Weg ist abwechslungsreich und interessant. Es ist ein uralter Handelsweg. Linkerhand liegt uns stets der See zu Füssen. Oft bin ich, welche nicht ganz schwindelfrei bin froh, um die guten Absicherungen und die Breite des Weges. Er wird, wie es scheint, gut in Ordnung gehalten.

In dieser Stunde eingeschlossen ist eine unnötige „Rundschlaufe“. Nach dieser Brücke führt der Weg rechts hoch. Nach kurzer Zeit zweigt ein Weg nach links ab, den wir verpassen. Wir wandern weiter bergwärts.

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Bis wir auf einem Baum auf der linken Seite eine Wanderwegmarkierung sehen. Also zweigen wir dort ab und wundern uns zwar schon, denn der Weg führt wieder in Richtung Bauen. Kann ja sein, dachten wir, dass er eine Schlaufe macht – bis wir wieder auf dem Weg standen, auf dem wir bereits hoch wanderten. Hättet ihrs gewusst? Links oder rechts? Wir entscheiden uns für rechts und das ist falsch.

Hier fehlt ganz eindeutig eine Wegmarkierung. Also, wenn ihr an diese Stelle kommt: nach links abzweigen!

Retour fahren wir mit dem Dampfschiff Gallia – ohne Umsteigen bis Beckenried.

Morgen wollen wir per Auto nach Isenthal fahren und zum Vorder Bärchi wandern. Vielleicht sehen wir, ob wir heute kurz vor dem Aussichtspunkt waren oder nicht.

Wir wandern halt nicht gern denselben Weg hin- und retour. Obwohl: auf dem Schiff  kurz vor Beckenried, treffen wir den Pächter der Ermitage Beckenried und er gibt uns zu bedenken: „Man hat eine Strecke erst gesehen, wenn man sie einmal in der einen und dann in der anderen Richtung erlebt hat.“ Und ja: schön war es „einewäg“ (so oder so), wie ihr mir bestimmt zustimmen werdet. 

 

Erlebnisreiche Tage in Ostdeutschland

Die Teilnahme an einem Familienfest in Serba (Ostdeutschland), verbanden wir mit einer Städtereise nach Dresden.

Abenteuerliche Anreise mit der Swiss am Freitag, 17. August 2018

Alles schien reibungslos zu klappen. Bis unsere älteste Tochter und meine Schwester, welche über Leipzig ein paar Stunden vorher anreisten, von einer 45 minütigen Verspätung berichteten und wir auf den Bildschirmen und via Lautsprecher vernahmen, dass es kein einziges Flugzeug gab, welches fahrplanmässig abheben konnte. Ein Unwetter über der Schweiz sorgte dafür, dass unser Flug sang- und klanglos auf den Bildschirmen verschwand. Nichts mehr auf dem Bildschirm und noch weniger per Lautsprecher. Was nun? In der Sitzreihe hinter uns sprach ein Paar davon, dass sie ein Mail erhalten hätten und morgen erst fliegen könnten. Schnell den Maileingang checken: wir wurden umgebucht auf einen Flug, zwei Stunden später: Zürich-Frankfurt-Dresden. Glück im Unglück. Doch bald darauf verwirrte uns ein SMS mit der Nachricht, wir sollten uns an unseren Ticketverkäufer wenden. Das war bei uns die Swiss. Wo befindet sich ein Swiss Info-Schalter nach dem Sicherheits-Check? Ausgeschrieben war nichts. Herumfragen brachte uns vor einen Schalter, an dem bereits hunderte von Passagieren standen – und hinter den Theken gerade mal drei, zeitweise zwei Swiss Mitarbeiter. 😦 Vorgelagert war ein kleiner Schalter, aber die Dame dort gab keinerlei Auskünfte, sondern wies uns bloss an, sich der Warterei anzuschliessen. Was genau ihr Job war, bleibt mir bis heute ein Rätsel. An dieser Stelle muss vielleicht mal gesagt werden, dass wir keine Vielflieger sind und ich sogar unter leichter Flugangst leide, also eh stets nervös bin vor Flugreisen. Sowas brauchte ich echt nicht noch zusätzlich. Ist unser umgebuchter Flug, den wir per Mail erhielten, definitiv oder nur als Vorschlag zu betrachten, den wir hier bestätigen sollten? Wie kommen wir zu den neuen Boardingcards? Und was geschieht mit dem aufgegebenen Koffer? Was, wenn wir das Mietauto nicht mehr abholen können, weil vielleicht in Dresden das Büro geschlossen hat? Könnten wir ein Hotel auf Kosten der Swiss nehmen? Fragen über Fragen. Während dem Anstehen versuchte ich, die Swiss-Hotline zu erreichen. 1 für Deutsch, ein weiteres 1 dafür, dass das Gespräch für Schulungszwecke verwendet werden darf. Dies hoffe ich, denn nach 10 Minuten nahm ein Englisch sprechender Mitarbeiter ab und als er hörte, dass ich „Deutsch“ gewählt habe, schmiss er mich einfach aus der Leitung. Ich hatte keinen Mumm mehr, weitere 10 Minuten in der Warteschlaufe zu verharren. Nach mehr als einer Stunde Wartens vor dem Schalter, gaben wir es auf und begaben uns auf gut Glück zum Gate für den vorgeschlagenen Flug nach Frankfurt. Dort wurden uns neue Boardingpässe ausgestellt, der Koffer sei schon verladen. Wir hätten uns also die nervige Warterei am Swiss-Schalter sparen und direkt zum Gate gehen können, welches im Mail angekündigt worden war. Nur: woher sollten wir das wissen? Die SMS verwirrte uns. Und auch die vielen anderen, unsicheren Passagiere hinter und vor uns, deren Gespräche wir auch mit bekamen. Ein nächstes Mal wüssten wir jetzt, dass wir uns auf ein Mail verlassen könnten in so einer Situation. Mit 3.5. Stunden Verspätung erreichten wir über Frankfurt Dresden und hatten Glück, dass wir ohne Probleme das Mietauto in Empfang nehmen konnten. Um 1 Uhr morgens, statt ca. 22 Uhr, öffnete meine Schwester die Türe zur einfachen Pension in Serba. Sie musste so lange wach bleiben, weil die Réception nicht 24 Std. besetzt war.

Wir logierten ohne Internetzugang dort, wo Fuchs und Hase einander Gute-Nacht sagen. 😉 Die Pension war einfach, ruhig, das Frühstück top, der Preis ebenfalls und die Wirte sehr freundlich.

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Am Samstag, 18.8.18 besuchten wir zusammen mit meiner Schwester die Leuchtenburg in Seitenroda. Was für ein toller, empfehlenswerter, interaktiver Rundgang zum Thema Porzellan! Und dazu barrierefrei. Meine Schwester erhielt kostenfrei einen Rollstuhl für den Besuch in der Burg, reduzierten Eintritt und von uns erhielt jemand sogar freien Eintritt, als Begleitperson meiner Schwester. Dies ganz unbürokratisch, ohne Behindertenausweis.

Ab 15 Uhr feierten wir den 60. Geburtstag einer ganz lieben Bekannten und am Sonntagmorgen frühstückten wir zusammen. Zu diesem privaten Fest veröffentliche ich keine Fotos.

Nach dem Fest fuhren wir Richtung Dresden. In Moritzburg bestaunten wir die Burg, welche Drehort für „3 Nüsse für Aschenbrödel“ war.

Bis am Dienstag entdeckten wir dann die vielfältigen Facetten Dresdens. Ich fand, diese interessante Stadt habe wie drei „Gesichter“:

Die rekonstruierte Altstadt

Ich habe mich im Vorfeld nicht mit dem folgenden auseinandergesetzt, stiess aber selber auf das Thema der Rekonstruktion zerstörter Gebäude, ja der gesamten Altstadt. Die Frauenkirche ist nicht wirklich ein historisches Gebäude, sondern wurde 2005 neu eingeweiht. Klar wirkt die Altstadt mit ihren vielen hübschen Bauten heute malerisch, aber in mir weckte das Wissen um die fast komplette Zerstörung und dass aus Ruinen eine verklärte Vergangenheit wiederbelebt werden soll, ambivalente Gefühle. Ich kam mir fast so vor wie im Europapark Rust, wo Norwegen und andere Länder nachgebaut wurden und Kulissenstädte darstellen. Denn tatsächlich wirken viele Strassenzüge der Altstadt Dresdens nur nach aussen historisch. Innen sind sie topmodern und beherbergen Hotels oder Geschäfte. Ich fragte unsere Stadtführerin, welche laut eigenen Aussagen Geschichte studiert hat, was sie zu diesem Thema meine. Sie verleugnete erstaunlicherweise, dass es überhaupt je eine Debatte gegeben hätte – dabei finde ich heute im Internet jede Menge darüber. Die Stadtführerin tat aber so, als hätte sie noch nie solcherlei Überlegungen gehört. Vielleicht war ich sensibilisiert fürs Thema, aufgrund unseres kürzlichen Besuchs im Ballenberg. Dort wurde eine Ruine eines alten Hauses, das im Freilichtmuseum selber abbrannte, nicht wieder aufgebaut, aus dem Grund, weil ein Nachbau nicht mehr wirklich „alt“ wäre. Das Freilichtmuseum Ballenberg will Originale und nicht Nachbauten zeigen. Es ist ja so, dass in Dresden sogar Gebäude abgerissen werden, um die Stadt wieder so darzustellen, wie sie vor dem 2. Weltkrieg war. Ok – auch unsere Kapellbrücke Luzern war fast zerstört nach dem Brand 1993 und wurde umgehend wieder aufgebaut. Aber sie war nicht komplett zerstört und es wurden nicht Gebäude abgerissen und der See erweitert, um die Verlängerung der berühmten Kapellbrücke bis zur Hofkirche wieder her zu stellen, welche bis 1835 bestand. Und Kopien der dreieckigen Brückenbilder werden zum Beispiel aus genau diesen Überlegungen nicht gezeigt. Ich weiss nicht, wie es euch geht und ob ihr findet, ich würde etwas dramatisieren und hätte den Besuch der Dresdner Altstadt nicht genossen: aber ich finde diesen Diskurs interessant. Genossen habe ich den Besuch der rekonstruierten Altstadt dennoch, denn solche Gebäude gefallen mir immer noch besser, als mancher Neubau, auch wenn sie nur Nachbauten, basierend auf Originalplänen sind. Und auch wenn es Rekonstruktionsbauten waren und meine Gefühle deshalb zwiespältiger Natur waren, so bewundere ich das Gesamtwerk dennoch.

Heute, 25.8.18 lese ich, wie gegensätzlich unsere Schweizer Architekten sind. In Dresden wäre unser Luzerner Bahnhof nach dem Brand wohl rekonstruiert worden. Bei uns mag man nicht mal ein architektonisches Erinnerungsstück behalten. Wie schade. Werden in der Schweiz zu viele Altbauten abgerissen und mit teilweise hässlichen Beton-Neubauten ersetzt, wird nach meinem Empfinden in Deutschland das Alte zu stark verklärt. Eine gesunde Mischung zwischen unserer Schweizer Archititekturkultur und dieser Deutschen, würde mir gefallen.

Die Shopping-Stadt

Wer shoppen, auf Schweizerdeutsch „lädelen“ will, kommt in Dresden in der alten Markthalle, grossen modernen Einkaufszentren und weiten Einkaufsstrassen auf die Rechnung. Schön ist die Prager Strasse. Sie führt vom Altmarkt bis zum Hauptbahnhof und entstand Ende der 1960er Jahre der DDR-Zeiten. Das „Achterbahnrestaurant“ Schwerelos fanden wir besonders ausgefallen, originell.

Das Szeneviertel der äusseren Neustadt

Trendige Lokale und solche aus aller Welt (wir assen fein indisch), Hinterhofwerkstätten, Secondhand-Boutiquen, Hippies, Künstler und originelle Gebäudefassaden (an Hundertwasser erinnernd), ein Abenteuerspielplatz mit Tieren, überraschten uns in diesem Stadtviertel. Nach der Wende wurde hier die „Bunte Republik Neustadt (BRN) ausgerufen. Laut Auskunft eines Passanten, der uns einige „Insidertipps“ gab, funktionierte dies etwa drei Jahre lang. Ein Staat im Staat mit provisorischer Regierung. Mittlerweile sei dieser Stadtteil leider vielen Künstlern zu teuer, aber er wohne immer noch gerne hier, erklärte er uns. Der Gang durch die Kunsthofpassage faszinierte uns.

 

Fazit: Dresden beeindruckte uns als schillernde, vielseitige Stadt, in der man Vieles entdecken kann und jeder auf seine Kosten kommen kann. Für Kinder gäbe es zum Beispiel einen Kinderteil im Museum der Hygiene, einen Zoo und eine Modell-Dampfbahn, auf der man mitfahren darf. Wir besuchten die Semperoper (leider sahen wir aufgrund Renovationsarbeiten nur wenig), die Frauenkirche (stiegen dort aufs Dach), das Museum der Hygiene, das historische Grüne Gewölbe (königliche Schatzkammer) und den Zwinger. Zufälligerweise fand grad ein grosses Stadtfest statt. Auch das war interessant, denn es war wie ein Mittelaltermarkt, Streetfoodfestival, Jahrmarkt und Openairkonzert kombiniert.

Wir logierten in einem Vierstern superior Hotel, bei dem aber die Klima-Anlage defekt war und von daher bekommt es keine guten Bewertungen von mir. (Dormero) In unserem Schlafzimmer war es bestimmt um die 35 Grad heiss und im Badezimmer um die 40 Grad. Der Rückflug erfolgte problemlos. Nur die SBB ärgerte uns dann noch etwas wegen fehlenden Informationen zu einem Bahnersatz zwischen Ebikon und Luzern. Glücklicherweise konnte uns unsere Tochter per Auto in Ebikon abholen und so endete auch dieses Abenteuer schadlos und mit vielen guten Erinnerungen.

 

 

Foxolino Ballenberg – Auf der Suche nach einem wertvollen Kristall

Die Startinfo des Foxtrail erklärt uns, dass es auf dem Ballenberg nicht nur alte Häuser und Traditionen zu entdecken gäbe, sondern auch Geheimnisse, denen man auf die Spur kommen könne. Der Fuchs jedenfalls habe die Fährte nach einem sagenumwobenen Kristall aufgenommen und uns Hinweise von Geheimnisträgern hinterlassen.

Weil es so heiss war, genehmigten wir uns eine Znünipause und einen Kaffee- und Dessertaufenthalt im Gasthaus „Degen“. Leider kamen wir deshalb zu spät, um Liseli zu helfen, was uns schockierte. Kleineren Kindern müsste bei dieser Station erklärt werden, dass dort eine Puppe liegt und das Ganze ja ein Spiel ist. Dieses Zimmer ist  etwas gruselig inszeniert – was aber vom Freilichtmuseum so gestaltet ist, nicht vom Foxtrail. Aber echt – noch dazu mit diesen Gesängen…..

Ansonsten hat uns der Foxtrail wiederum sehr gut gefallen. Hier ein paar Impressionen. Aber Achtung: nicht alle Fotos haben mit dem Lösen des Foxtrailrätsels zu tun. Wir genossen unseren Aufenthalt und besuchten viele der Häuser, auch wenn das nicht auf der Foxtrailroute war. Denn unser letzter Besuch des Ballenbergs liegt 11 Jahre zurück. Seither gab es viele neue-alte Häuser.

Wir fühlten uns top unterhalten und wie das Schlussfoto zeigt, das zu einem Posten gehörte, der ein Höhepunkt an Originalität darstellte, gab es viel zum Lachen. Wir merkten übrigens dort nicht, dass wir zum obligaten Schlussfoto geknipst wurden, sondern meinten, dass es halt dieses Mal kein Schlussfoto geben würde. 😛

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Die Posten waren nicht zu schwierig, aber teilweise schön knifflig genug, um auch uns alten Fuchsjägern etwas zum Knobeln zu geben. Dieser Shorttrail eignet sich für Familien mit Kindern – und auch für Erwachsene, denn auch wir waren ohne Kinder unterwegs und hatten nie das Gefühl, kindisch zu sein. 😉 Natürlich verpassten wir den Fuchs wieder – wie immer. Aber den Kristall haben wir gefunden! Immerhin!

Ein Tipp für künftige Ballenberg-Fuchsjäger: nehmt euch unbedingt Zeit, die Häuser genau anzuschauen auf eurer Route und euch nicht nur auf das Lösen des Rätsels zu konzentrieren. Es lohnt sich und man kommt auf der Route nicht nochmals an denselben Häusern vorbei. Und schaut, dass ihr entweder vor oder nach dem Trail auch die übrigen Häuser noch betrachten könnt. Rechnet also für dieses Freilichtmuseum genügend Zeit ein, denn der Tageseintritt ist im Foxtrailbillett inbegriffen.

Drei Anmerkungen:

  • wir empfanden den Trail als viel zu kurz. Hätten wir ihn ohne Pause absolviert, wären wir in 1 bis 1.5 Stunden damit fertig gewesen. Warum nicht einen zweiten, längeren gestalten? Doppelt so lang dürfte er ruhig sein.
  • wir hätten mit der Raiffeisen-Memberkarte (Museumspass) Gratiseintritt ins Freilichtmuseum Ballenberg gehabt. Es wäre im Grunde genommen schön, wenn man damit nicht den vollen Preis für diesen Foxtrail bezahlen müsste. Foxtrail könnte dies vielleicht verrechnen lassen?
  • Es war schwierig und nur mit viel Geduld möglich, dem einen „Geist“ sein Geheimnis auf Deutsch zu entlocken. Dauernd sprach er irgend eine andere Sprache…. Wir benötigten zwischen 5-10 Versuche, bis er endlich merkte, dass er ja auch deutsch sprechen könnte. 😉

Ansonsten: danke für die fantasievollen Installationen! Es war wohl nicht unser letzter Foxtrail.

P.S. Kein gesponserter Beitrag.

Rund um den Golzernsee

Die Postautofahrt ab Amsteg ist bereits den Ausflug wert: gekonnt chauffiert der Fahrer uns die engen, gewundenen Kurven hinauf zur Talstation der Seilbahn Golzern. Unterwegs öffnet sich hie und da der Blick zum Eisenbahngeleise hinunter. Spektakulär! Leider bin ich immer zu spät dran, mit der Kamera, um den Blick einfangen zu können – schon folgt die nächste Kurve oder ein Tunnel verdunkelt die Sicht.

Der Chauffeur ist herausgefordert, den entgegenkommenden PW’s auszuweichen. Im Grunde genommen dürften sie nicht dann die entgegen gesetzte Strecke befahren, wenn ein Postauto auf der Strecke ist. Die Zeiten sind für die Autofahrer klar ausgeschrieben. Denn auf dieser Strasse kann nicht mit dem Postauto gekreuzt werden.

An der Talstation haben wir Glück und können ohne Wartezeit, um 14 Uhr die kleine Seilbahn besteigen.

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Wir wandern rund um den Golzernsee, gönnen uns unterwegs ein verspätetes z’Mittagessen in einem der Restaurant (feine Älplermagronen) und schwimmen im erstaunlich warmen Golzernsee. Wir lassen uns sagen, er sei etwa zwei Grad wärmer als der Vierwaldstättersee, das bedeutet, die Wassertemperatur beträgt um die 26 Grad. Andere Jahre waren wir die einzigen Badenden. Heute nicht. Der Golzernsee scheint sich zu einem beliebten Badesee gemausert zu haben. Dennoch haben wir nicht das Gefühl, er sei von Badegästen „überlaufen“. Die grünen, saftigen Weiden fallen uns auf. Was für ein Gegensatz zu unseren dürren Weideflächen in den Niederungen!

Die gesamte Rundwanderung dauert ca. 1.5 Stunden, ist meist eben – nur am Ende des Sees gibt es eine Steigung, aber das Ganze lässt sich problemlos auch mit Kindern meistern. Wenn man den See nicht ganz umrunden will, sondern nur hin- und zurück laufen möchte, kann man ihn auch per Kinderwagen begehen.

Auf dem Weg werden uns hie und da Kristalle für wenig Geld angeboten, die vor Ort gefunden wurden.

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Wir sind einmal mehr fasziniert davon, dass hier oben etwa 10 Personen ganzjährig leben. Die vielen Lawinennischen, in die sich ein Mensch retten könnte, wäre er bei einem Niedergang unterwegs, zeugen von harten Wintern.

Leider ist die Bahn dafür bekannt, dass man oft lange anstehen muss und einen die Wartenden auch dann nicht vor lassen, wenn man unbedingt das Postauto erreichen möchte, das nur stündlich fährt. Wir haben ein Erlebnis in böser Erinnerung, als wir vor ein paar Jahren, an der Bergstation vergeblich freundlich fragten, ob man uns vor lasse. Unten im damals herbstlichen Nebel froren wir dann fast eine Stunde, weil wir das Postauto knapp verpassten. Die Leute, welche uns oben noch bitten hörten, uns vor zu lassen, stiegen allesamt frisch und fröhlich in ihre Autos und fuhren einer nach dem anderen los. Und es kam keinem in den Sinn, uns zu fragen, ob wir mitfahren wollten. Es gibt zwar unten einen Kiosk, aber der hat nur Aussenplätze. Man kann sich also nicht innen in einem Restaurant beim Warten wärmen. Damals erhielt mein Menschenbild einen kleinen „Knacks“. Nun – dieses Mal stehen wir auch, wie es uns der Seilbahnangestellte vor der Bergfahrt bereits für die Talfahrt prophezeite, 45 Minuten an und verpassen ebenfalls das Postauto wiederum ganz knapp. Es ist im Sommer nicht ganz so schlimm, denn wir gönnen uns Glacés und besuchen kurz das Schau-Kraftwerk. Wobei, soviel zu schauen gibt es da nicht wirklich… Und dennoch geht die Zeit, an der Sonne wartend, schnell vorbei und wir lassen uns beim Dreiklang des Postautos, das dieses Mal vollbesetzt ist, zurück kutschieren.

 

 

Nachem Räge schint d’Sunne – Ein märchenhafter Abend auf der SummerFerry mit Damian Lynn

Er hat mit „Feel the Heat“ den SRF-Song für die Berichterstattungen über die Fussball WM 2018 geliefert. Fortan umrahmte seine Eigenkomposition alle Berichterstattungen in TV, Radio und Onlinemedien. Vor zwei Jahren gewann er einen Swiss Music Award in der Kategorie «Best Talent». Letztes Jahr (2017) lief sein Song „When We Do It“ auf allen Schweizer Radiostationen über 1’300 Mal und war damit eines der meistgespielten Lieder und sogar mit Abstand der meistgespielte Song eines Schweizer Musikers. Doch sein Name ist wohl dennoch nicht sovielen Schweizern bekannt. Vermutlich hat man seine Songs im Ohr, aber nicht seinen Namen. Oder wie muss ich es mir erklären, dass der wunderschöne Anlass „SummerFerry“ gestern Abend mit Damian Lynn noch soviele freie Plätze zu bieten gehabt hätte? Hey – hier spielte ein Schweizer Ausnahmetalent und das Konzert inmitten schönster Kulisse war nicht ausverkauft! Unglaublich.

Gegen Abend stürmte und regnete es aus Kübeln, doch der Veranstalter des „SummerFerry“ war zuversichtlich und liess verlauten, dass es pünktlich um 20.30 Uhr „Leinen los“ heissen werde. Mit einem Apéro durfte sich die erwartungsvolle Gästeschar  stärken und dann die Fahrt auf der Fähre, welche ihre gewohnte Route Beckenried-Gersau für einmal verliess, bei einem wunderschönen, märchenhaften Abendhimmel auf dem spiegelglatten Vierwaldstättersee geniessen. Dazu von Damian Lynn (übrigens – ein ehemaliges Klassengspänli unserer ältesten Tochter 😉 )  und seinem Schlagzeuger bestens unterhalten zu werden, mit zu singen, zu wippen, tanzen, klatschen, war das i Tüpfchen auf dieser ausserordentlich romantischen Abendfahrt.

Für einmal lag ein derart grossartiges Konzerterlebnis vor unserer Haustüre – wir hatten keinen langen Heimweg wie sonst, wenn wir nach einem Konzertbesuch von Zürich heim reisen müssen. 😛

Die nächsten zwei Konzerte auf der „SummerFerry“ sind bereits ausgebucht. Was für eine innovative Idee – ein Kompliment dem Kapitän der Fähre und der Crew, den Veranstaltern und dem Hotel Seerausch Beckenried dafür.

Ein paar Impressionen mit meiner Handykamera. Ich bedauerte, die Nikon-Kamera nicht dabei gehabt zu haben ;-(

Die Videos sind von Tobias, unserem Sohn. (Aeppli Produktion)

 

Die Nidwaldner Zeitung berichtete mit einem Foto, das im Hintergrund unsere Älteste und unseren Jüngsten im Gespräch vertieft, zeigt. 😉