FAKE News, die wir glauben: Ich muss mit allen Menschen versöhnt leben

Unterschied Vergebung – Versöhnung


Definitionen von Vergebung

Rachel Scott sass 1999 mit einem Freund auf dem Rasen des Schulgeländes in Columbine, USA, als zwei jugendlichen Täter auf sie schossen. Als sie noch nicht sofort tot war, fragte einer von ihnen: «Glaubst du noch an Gott?» Ohne zu zögern bejahte sie; der nächste Schuss brachte ihr den Tod. Die Mutter von Rachel konnte dem Mörder vergeben. Das war überhaupt nicht einfach, doch weiss sie, dass die Vergebung letztlich ihr selbst zugutekommt. «Wenn ich vergebe, sage ich damit: ‚Das, was du mir angetan hast, ist nicht normal, aber ich entscheide mich dafür, dir zu vergeben, weil ich nicht den Rest meines Lebens von dem Schmerz dominiert werden möchte. Er wird mich nicht kontrollieren, weil ich nicht zulassen werde, dass mich dies für den Rest meines Lebens definiert!’»

Ich weiss nicht, ob ihr auch schon mal einem Mörder vergeben musstest. Aber in unseren Leben werden wir oft innerlich verletzt und erleben mehr oder weniger dramatisch Schlimmes. Ein Mensch wie diese Mutter, der vergibt, verzichtet auf den Schuldvorwurf, auf jegliches Nachtragen des erlittenen Unrechts. Dies meint Vergebung. Dieser Mensch spricht das vor Gott aus.

Die Bibel sagt: Roemer 1218Ist es möglich, soviel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden. 19Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: „Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der HERR.“…

Gott möchte, dass wir dem Frieden gegen jedermann nachjagen, so wie es Hebräer 12,14 sagt und dass wir schnell bereit sind zu vergeben. Es liegt ihm viel an bereinigten Beziehungen, denn er sagt: Johannes 13, 34 und 35: Ich gebe euch jetzt ein neues Gebot: Liebt einander! So wie ich euch geliebt habe, so sollt ihr euch auch untereinander lieben. 35 An eurer Liebe zueinander wird jeder erkennen, dass ihr meine Jünger seid.«

Aber wie können wir denn das leben, wozu uns die Bibel aufruft.

Zuerst ist es wichtig zu sehen, dass auch wenn die Wörter Vergebung und Versöhnung häufig synonym gebraucht werden, sich doch ein feiner Unterschied hinter ihnen verbirgt.

Es gibt auch zum Thema Vergebung Fakes und Fakten.

Ver-geben: Vergeben hat etwas mit “geben” zu tun, also mit “Gabe”. Man kann das Wort auch in völlig anderem Kontext nutzen, etwa “Ein Stipendium vergeben”. Es geht also darum, dass jemand etwas erhält. In diesem Fall erhält jemand, der irgendetwas falsch gemacht hat, den Erlass seiner Schuld.

Fakes zum Thema Vergebung: 

– du kannst als Täter, Vergebung nicht einfordern, nur darum bitten. Die Gefahr besteht, wenn du Vergebung befiehlst, im Stil von: weil du Christ bist, musst du mir ja vergeben –  dass der andere sagt: jaja, ich vergebe dir, aber die Vergebung ist nicht wirklich so gemeint und dass das Opfer die Verletzung irgendwann wieder auf den Tisch bringt.
– Du kannst vergeben, auch wenn der Täter keine Reue zeigt.
– Vergeben bedeutet nicht vergessen. Es kann sein, dass Gott hilft zu vergessen und verletzte Gefühle heilt, aber es kann auch sein, dass ich mich, trotzdem ich vergeben habe, ein Leben lang schmerzhaft an erlittenes Unrecht erinnere. Und trotzdem darf ich daran festhalten, dass ich vergeben habe.
– Wenn ich vergebe, heisst das nicht, dass ich gut heisse, was der Täter mir angetan hat.
– Vergebung ist nicht gleich Versöhnung

Definition von Versöhnung 

Was ist denn der Unterschied? Versöhnung bedeutet zusätzlich zur Vergebung, dass beide Seiten die Beziehung fortsetzen wollen.  Zum Versöhnen gehören alle Beteiligten. Es ist ein Prozess, der voraussetzt, dass Schuld eingestanden wird.

Wenn die Bibel von Versöhnung spricht, meint sie in 1. Linie die Beziehung zwischen Gott und den Menschen. Durch Jesus hat Gott Versöhnung möglich gemacht. Jesus hat die Schuld von dir und mir getragen, so dass eine versöhnte Beziehung zu Gott möglich ist. Aber die Bibel spricht auch davon, wie wichtig Gott versöhnte zwischenmenschliche Beziehungen ist.

Eine ganz schöne Versöhnungsgeschichte erzählt uns die Bibel im 1. Mose 33. In seiner Jugend war Jakob so eifersüchtig auf Esau, den Erstgeborenen und Liebling des Vaters, dass er ihm hinterlistig das Erstgeburtsrecht und den väterlichen Segen stahl. Aus Angst vor Esaus Zorn floh Jakob. Als sich viele Jahre später eine Begegnung mit Esau anbahnte, geriet Jakob in Panik vor lauter Angst, der Bruder könnte ihn und seine Familie umbringen. Jakob überlegte, ob er seinen Bruder vielleicht mit einem Geschenk besänftigen könnte.

… Esau aber lief ihm entgegen und herzte ihn und fiel ihm um den Hals und küsste ihn, und sie weinten.

Auch die Josefsgeschichte erzählt eine schöne Versöhnung zwischen den Brüdern.

Zur Versöhnung bedurfte es auch zu biblischer Zeit schon der Bereitschaft auf beiden Seiten.

„Versöhnung fordert, dass die Parteien ihr Vertrauen zueinander erneuern.“ Bei Vergewaltigung oder physischer bzw. emotionaler Gewalt, kann das Opfer sich zur Vergebung entschließen. „Wenn der Täter keinerlei Reue zeigt und sich nicht ändert, ist Versöhnung sehr schwierig, wenn nicht sogar ausgeschlossen.“

Dieser Vorgang kann mit einem Brückenbau verglichen werden. Vergebung ist die eine Brückenhälfte und Reue die andere. Manchmal glauben wir, die Sache abkürzen zu können. Vergeben und abhaken, bevor die Sache überhaupt richtig benannt ist. Ich denke, dass ist vor allem unter uns Christen eine häufig begangene Schwierigkeit. Ich rede jetzt nicht von Kleinigkeiten, sondern dann, wenn etwas Schwerwiegendes vorgefallen ist oder Verletzungen sich öfters wiederholen.

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Denn ein Mensch braucht Zeit, um sich mit einer Kränkung auseinander zu setzen, sie zu verarbeiten und sie richtig einzuordnen, gefühlsmässig und gedanklich. Um sich versöhnen zu können, muss jeder der Beteiligten bei sich selber einen Verarbeitungsprozess durchmachen. Dies ist auch deshalb wichtig, weil sich sonst ähnliche Situationen immer wiederholen, ohne dass sie wirklich gelöst werden.

Problemfelder zum Thema Versöhnung – mit Andy zusammen vorspielen – 

Es gibt Menschen, mit denen man sich – selbst als «ernsthaften» Christ nicht versöhnen kann. Jede Ähnlichkeit mit lebenden und anwesenden Personen ist zufällig! 😉

  1. Mit Menschen, die nur oberflächlich und zu schnell vergeben. Sie nehmen bei nächster Gelegenheit alles Alte wieder raus. Die Beziehung ist dann nicht wirklich versöhnt. Glücklicherweise bin ich ein sehr versöhnlicher Mensch! Sonst wäre diese Beziehung schon längst gescheitert. Dabei übersehen sie, dass sie dauernd den Kürzeren ziehen, dass ihr Selbstwertgefühl ständig abgewertet wird. Ihren Ärger nehmen sie selber nicht ernst und übersehen und überspielen die Verletzung, den Schmerz, die Wut, die Scham und Neid. Man muss den Partner nicht ansprechen, nicht an der Beziehung arbeiten, sondern es ist bequemer zu sagen: «Ich vergebe dir.» Die Angst besteht darin: Wenn ich nicht ständig gute Miene zum bösen Spiel mache, dann liebt mich mein Gegenüber eventuell nicht mehr. Es gibt Menschen, die meinen dabei sogar, sie seien dabei besonders gute Christen und Gott verlange von ihnen ein solches «Martyrium». Sie sehen nicht, dass es Gottes Wunsch wäre, Beziehungen auf gleicher Augenhöhe zu pflegen.
  2. Mit Menschen, die Vergebung nicht annehmen können. Sie unterstellen mir, dass ich nicht vergeben hätte, weil ihre Schuld zu gross sei. Sie leiden sosehr unter dem, was sie falsch gemacht haben und bereuen es zutiefst, so dass sie sich selber nicht vergeben können, die Schuldgefühle nicht loslassen können. Solche Menschen können nicht daran glauben, dass andere Menschen ihnen verzeihen und dass auch Gott vergeben hat. Wer Gottes Vergebung nicht annehmen kann, unterstellt Ihm, dass er ein böser, nachtragender Gott ist. Und einer, der die Vergebung eines anderen Menschen nicht annehmen kann, unterstellt diesem Menschen genau dasselbe: dass er ein böser, nachtragender Mensch sei. Ein solcher Mensch blockiert sich und andere mit dem Problem, dem Konflikt. Eine versöhnte Beziehung ist so unmöglich. Sobald der andere Mensch sich in einer neuen Situation über ihn aufregt, bricht es heraus aus dem Menschen: «Ich habe ja immer gewusst, dass du mir nicht vergeben hast.» Was sie dabei vergessen: sie bleiben dem Gegenüber dabei immer etwas schuldig: nämlich das mitmenschliche Wohlwollen, das Vertrauen (ich vertraue dir, dass du es gut mit mir meinst und vergeben hast)
  3. Mit Menschen, die ihren eigenen Anteil nicht sehen wollen. Täter, die keine Reue zeigen. Mit Menschen, die ein Zugeben eines Fehlers als Verlieren sehen und stets Gewinnen wollen. Sie wollen so perfekt sein, dass dies in ihrer Welt nicht vorkommen darf. So suchen sie die Fehler beim anderen und erwarten, dass der andere um Vergebung bittet.
  4. Mit Menschen, die sich nicht auf einen Versöhnungsprozess einlassen wollen. (Keine Zeit, Nerven, zu unwichtig, zu bequem) Sie ziehen sich lieber zurück, wechseln die Kirche – gehen dem Konflikt aus dem Weg.

Das Gefühl, man sei ein schlechter Christ, weil man mit jemandem unversöhnt lebt, ist FAKE NEWS, eine Lüge. Es ist nicht in allen Fällen möglich, es liegt nicht immer in meiner Macht.

Ich ermutige uns: gehen wir Versöhnungsprozessen nicht aus dem Weg. Das bedeutet:

– Sei selber ein Mensch, der von Herzen vergibt und nicht bloss oberflächlich. Sprich deutlich aus: «Ich vergebe dir.» Und dann: nimm Altes, das du vergeben hast, nicht wieder hervor.

– Sei ein Mensch, der Vergebung annimmt – zuerst von Gott.

Und dann nimm Vergebung auch von Menschen an. Vertraue, dass Menschen fähig sind, dir zu vergeben.

– Sei ein Mensch, der bereit ist, deinen eigenen Anteil zu sehen. Das Zugeben eines Fehlers bedeutet nicht, dass ich verloren habe, sondern es ist ein Zeichen von Stärke. Lerne es auszusprechen: «Ich bitte dich um Vergebung.»

Eine passende Bibelstelle für die obigen Menschentypen ist: 1. Johannes 1,8 Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. 9 Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. 10 Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.

Manchmal nützt es nichts, auch wenn ich selber ein Mensch bin, dem Versöhnung am Herzen liegt.

Was mache ich mit der Situation, wenn ich zwar Versöhnung wünschte, dies aber aus den gezeigten Gründen nicht möglich ist?

Dann bleibt aber immer noch das innerliche Sich-Aussöhnen mit der Situation: Wir akzeptieren, dass wir uns nicht versöhnen könne, wir lassen aber unseren Groll los, vergeben dem Menschen. Manchmal ist es nötig, sich von einer Beziehung zu verabschieden, den Menschen los zu lassen. Und dazu gehört dann auch das Zulassen von Trauergefühlen. Beispiel NW Blitz. Da waren Missverständnisse, Schuldvorwürfe seitens an mich. Keine Gesprächsbereitschaft.

Gott sieht deine Bemühungen und spricht dir zu: «Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Frieden geben» (Matthäus Kapitel 11, Vers 28).

Verurteile nicht, wenn Versöhnung nicht möglich ist.

Zusammenfassung

Vergebung geschieht von meiner Seite aus und dafür ist keine Reue des Gegenübers Voraussetzung. Versöhnung hingegen führt einen Schritt weiter. Es ist ein Prozess, der mehr oder weniger Zeit benötigt, damit die Beziehung wieder auf Augenhöhe, vertrauensvoll, ohne gegenseitige Schulzuweisungen und respektvoll funktionieren wird. Vergeben kann ich alleine – zusammen mit Gott – zur Versöhnung sind alle am Konflikt Beteiligten nötig. Reue gehört zu diesem Prozess.

Es ist ein Fake, wir bringen uns selber und andere damit unter einen Druck, wenn wir meinen, ein guter Christ müsse zwangsläufig mit allen Mitmenschen versöhnt leben. Es ist aus den genannten Gründen nicht immer möglich. Seien wir barmherzig zueinander.

Ich schliesse mit meinen Lesetipps:– dieses Mal habe ich mich vom Buch von Verena Kast «Wenn wir uns versöhnen» inspirieren lassen. Es gehört nicht zur Katgegorie «christliche oder theologische Literatur», gab mir aber bereits vor Jahren wertvolle Impulse. ….


Diese Predigt hielt ich am 24. November 19 in der Vineyard Luzern.

Was fehlt, wenn Gott fehlt?

Was fehlt, wenn Gott fehlt, ist die Preisfrage.

Und der Preis, wenn Gott fehlt, ist gross – ich klage:

 

Wer vergibt und liebt ohne Bedingung?

Für den Frieden gab er die Rahmenbedingung

mit seiner Opferdarbringung.

Sich selbst hat er gegeben.

Und das würde fehlen.

 

Was fehlt, wenn Gott fehlt – eine Fangfrage?

Denn gefangen in meiner Selbstanklage

drehe ich mich wie ein Hamster im Rad

und kriege Krummes selber nicht grad.

 

Wenn Gott fehlt, bin ich statt Kind nur Waise

und Sorgen wären ohne ihn meine Speise.

Destruktive Gedanken drehen im Kreise

und niemand ermutigt auf meiner Lebensreise.

 

Mit Gott aber springe ich über jede Mauer

und er tröstet mich in meiner Trauer.

Am Ende des Tunnels ist Gott das Licht.

Ohne ihn bleibt es dunkel und Licht gibt es nicht.

Wenn Gott fehlt, ist wichtig, was die Leute über mich denken.

Doch ich lasse mir Selbstvertrauen von ihm schenken.

 

Wenn Gott fehlt, fehlt er ohne Ende.

Ich lege mein Leben in seine Hände.

Sich ihm anzuvertrauen, bedeutet die Wende.

Gibt es dagegen noch Einwände?

 

Die Frage ist also geklärt – was fehlt, wenn Gott fehlt.

Klug, wer ein Leben mit ihm im Mittelpunkt wählt.

Regula Aeppli-Fankhauser


Das Gedicht war mein Wettbewerbsbeitrag für die Reformierte Kirche (Reformationsjubiläum). Leider gewann ich weder 5000.– noch 3000.– noch 2000.– ;-( Und jetzt stehe ich vor der Aufgabe zu überlegen, was fehlt, wenn das Preisgeld fehlt und was ich mit dem fehlenden Preisgeld mache. 😛

„In jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ (Hermann Hesse) Aepplis 2018/2019

Das Gedicht von Hermann Hesse beschreibt das Leben als ein Prozess. Lebensstufen oder Lebensräume folgen einander. Für mich sind Jahre jeweils solche Räume und Abschnitte. Ich blicke zurück auf den durchschrittenen Raum, das Erlebte darin und gehe mutig vorwärts.

Aepplis 2018

Träume leben -jetzt

Wenn uns die Krankheit Andys im Jahr 2017 etwas gelernt hat, dann dieses: die gemeinsame Zeit zu geniessen und Träume nicht auf später zu verschieben. Andy hat ein rückfall-freies Jahr 2018 hinter sich. Mögen weitere 4 Jahre folgen – dann gilt er offiziell als geheilt von der CLL.

Wir reisen beide sehr gerne und wollen nicht Reiseträume auf die Zeit unserer Pensionierung verschieben. Denn wer weiss, was dann ist…

Im Jahr 2018 waren wir zweimal in Österreich. Einmal genossen wir Ski- und Snowboardferien, zusammen mit Tobias und im Herbst haben Andy und ich seit Jahren wieder mal zu zweit Ferien verbracht. Freiburg i. Breisgau, Hamburg, Norwegen mit dem Nordkap, Kiel, Dresden, Paris und Lissabon, wecken in uns wunderschöne Erinnerungen. Manchmal waren wir mit Tobias zusammen unterwegs und hie und da als Paar, das sich auch nach 31 Jahren Ehe noch von Herzen tief liebt.

Kinder werden flügge

Die älteste Tochter unterrichtet mit sehr viel Freude Unterstufenkinder und wird 2019 heiraten. Darauf freuen wir uns alle unbeschreiblich fest.

Die mittlere Tochter studiert Ergotherapie in Winterthur. Weil sie im Sommer die Badeaufsicht im Strandbad Ennetbürgen/Buochs macht und im Winter als Ski- und Snowboardlehrerin auf unserem Hausberg, der Klewenalp tätig ist, wohnt sie an den Wochenenden bei uns. Im 2018 begab sie sich alleine auf Pilgerreise von Porto nach San Compostela. (Jakobsweg)

Sohnemann ist nebst der Lehre als Elektroinstallateur erfolgreich mit der Aeppli Production. In Cambridge absolvierte er ein Kurz- Englischstudium. Das erste Mal, dass er ohne uns Eltern im Ausland war.

Mütter

Wenn Kinder klein sind, sorgen sich die Mütter (und Väter) um sie. Werden die Eltern betagt, kehrt sich der Spiess um. Unsere beiden Väter sind leider gestorben. Andys Mutter hat Demenz im Anfangsstadium und zügelte im 2018 ins Altersheim Ennetbürgen. Meine Mutter hat sich von einem Schlaganfall, den sie im April 18 erlitt, mittlerweile fast vollständig erholt und wohnt wieder alleine zuhause. Doch auch für sie ist ein möglicher Wechsel in eine Alterswohnung immer wieder im Gespräch.

2019 – neuer „Raum“

Den ersten Wochen eines neuen Jahres wohnt für mich ein Zauber inne. Wie unbeschriebene, weisse Notizblätter liegen die Tage vor uns und wir dürfen sie füllen. Nebst der Hochzeit unserer ältesten Tochter, steht noch nichts „fest“. Doch wir planen bereits unsere diesjährigen Ferien. 😉 So schön, wenn man das Leben und Beziehungen geniessen kann, gesund ist und die Finanzen auch Reisen ermöglichen. Ich erlebe als Freelancerin immer wieder, wie Gott versorgt und Aufträge schenkt. Ja Gott – ich möchte ihn last, but not least erwähnen. Er ist es, an dessen Hand wir durch die Räume und Zeiten unseres Lebens schreiten dürfen. Ohne Ihn ist alles nichts. Er gibt uns Halt, Zuversicht und Sinn. In diesem Sinn: es guets Neus – von Aepplis

Die grosse Gefahr der kleinen Zecken

Hunde- oder Katzenbisse können Infektionen verursachen. Weitaus schlimmere Folgen verursacht aber der „Biss“ (eigentlich Stich) eines unscheinbaren Tieres: der Zecke. Zweimal wurde Maria Stern von einer infizierten Zecke gestochen. Die Folgen sind fatal.

Folgen von Zeckenstichen: Lyme-Borreliose und FSME

Bloss so klein wie ein Stecknadelkopf und doch kann eine Zecke enormes Leid verursachen. Wird ein Mensch von einer infizierten Zecke (im Volksmund „Holzbock“) gestochen, drohen zweierlei Krankheiten. Von der sogenannten Lyme-Borreliose sind in der Schweiz jedes Jahr ungefähr 3000 bis 5000 Menschen neu betroffen, Tendenz steigend. Es gab laut Auskunft von Dr. med. Norbert Satz, Spezialist für Zeckenerkrankungen, schon Jahre mit bis zu 10’000 Neuerkrankungen. 60 bis fast 300 Menschen erleiden jährlich durch Zecken eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), das ist eine Hirnhautentzündung. Diese Zahl variiert laut Dr. Satz witterungsbedingt. Im Gegensatz zu einem Mückenstich, spürt man den Zeckeneinstich nicht. Die Zecke saugt das Menschenblut vor allem an versteckten Orten, wie in den Kniekehlen, in der Schamgegend, im Bauchnabel, in den Achselhöhlen, an den Schultern, am Nacken oder hinter den Ohren. 80% der Stiche werden nicht erkannt.

Maria Stern – von Lyme-Borreliose betroffen

Rasende Bauch- und Gliederschmerzen, Lähmungen, Muskelzuckungen, dauerhaft entzündete Schleimhäute, eine überempfindliche Haut, Übelkeit, Herzrhythmus-Störungen – der Leidenskatalog, den Maria Stern seit dem ersten Zeckenstich im Jahre 1987 erlitt, ist gross. Leider erwischte es sie trotz allen Vorsichtsmassnahmen ein zweites Mal im Sommer 2003. Sie erzählt: „Ich habe fast 50 Ärzte aufgesucht, keiner konnte mir wirklich helfen. Die Symptome waren stark, aber unklar.“ Erst als sie zu einem Spezialisten für Zeckenkrankheiten überwiesen wurde, erhielt sie die Diagnose „Lyme-Borreliose“. Es folgten Antibiotika-Kuren, ein Aufenthalt in einer Schmerzklinik und es war gar nötig, eine Schmerzpumpe zu implantieren. Sie ist bis heute auf ein grosses Pensum an Schmerzmitteln angewiesen, um vor allem die Nervenschmerzen in den Beinen und Füssen ertragen zu können. Trotz dieser Qualen engagiert sie sich beim Telefondienst der Selbsthilfe Schweiz für Zeckenbetroffene im Kanton Aargau. Sie sagt: „Der Austausch mit anderen Betroffenen hat mir und meinem Mann selbst viel an Wissen und Verständnis gebracht.“ Weitere Unterstützung erlebt sie durch ihre Kinder, Freunde und der kirchlichen Gemeinde. Kraft und Halt geben ihr der Glaube an Gott. Bei einer Begegnung mit ihr, staunt man über ihr sonniges, empathisches, lebensbejahendes Wesen.

Prävention

Gegen die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) ist eine Impfung möglich. Gegen Borreliose ist derzeit kein Impfstoff auf dem Markt. Es bleibt nur, sich im Wald, Wiesen, Parks und im Garten zu schützen. Geschlossene Kleidung, die Socken über die Hosen gestülpt und festes Schuhwerk, beugen einem Zeckenstich vor. Ein Zeckenschutzmittel gibt für beschränkte Zeit einen weiteren Schutz. Seien Sie vorsichtig beim Liegen auf dem Boden im Freien, streifen Sie möglichst nicht Sträuchern entlang und meiden Sie hohes Gras. Nach einem Aufenthalt im Freien sollte man sich duschen, die Haut gut abreiben und den Körper systematisch nach Zecken absuchen. Entfernen Sie eine Zecke mit einer Pinzette hautnah, durch einen geraden Zug und achten Sie sich auf mögliche Krankheitssymptome in den folgenden Wochen.

Herzlichen Dank an Dr. med. Norbert Satz für die telefonische Fachauskunft und Maria Stern für ihren persönlichen Einblick in ihr Leben als Betroffene.

Regula Aeppli-Fankhauser


Dieser Artikel erschien am 29. März 2018 im Nidwaldner Blitz


P.S. Jemand schrieb mir über Twitter: „Eine Info noch: im Gegensatz zu Menschen kann man Hunde gegen Borreliose impfen. Warum das so ist, weiß ich aber auch nicht.“

 

YouVersion und Bible Art Journaling – trendige Möglichkeiten, die Bibel zu entdecken

„Tun was er sagt…. das bedeutet für mich in diesem neuen Jahr unter anderem, dass ich mir konkrete Gebetszeiten einrichten möchte. Ich hatte den Eindruck von einer bestimmten Uhrzeit. Diese Zeit mit Gott, welche ich mir vorgenommen habe, im 2018 fest einzurichten, werde ich von meinen Facebook- und Twitter-Aktivitätszeiten wegstreichen. Denn an einem Abend hörten wir von Pete Greig (Leiter und Gründer von einer Gebetsbewegung, welche 24 Std. und 7 Tage die Woche beten), dass wir alles wegräumen sollen, was uns abhalten und ablenken will vom Wunsch, Zeit mit Gott zu verbringen. Mir war klar, dass die Zeiten, welche ich mit Social Media verbringe, zu viel Platz in meinem Leben einnehmen. Ich sage nicht, dass ich kein Facebook, Twitter, Instagram mehr nutzen möchte – aber nicht mehr zwei oder mehr Stunden am Tag, sondern die Hälfte davon. Es ist nicht so, dass Gott uns zwingt, etwas weg zu geben oder los zu lassen. Sondern er fragt uns, ob wir bereit sind, ihm etwas zurück zu geben, was uns nicht gut tut, damit er uns mit etwas beschenken könnte, was tausendmal wertvoller ist. Ich bete im Grunde genommen überhaupt nicht gerne. Aber ich sah während dieser Explo-Zeit ein, dass Gebet der Schlüssel zur Kommunikation mit Gott ist. Und Kommunikation gehört nun mal zu einer freundschaftlichen Beziehung. Also möchte ich dieses „Land“ ganz neu entdecken für mich.“ „YouVersion und Bible Art Journaling – trendige Möglichkeiten, die Bibel zu entdecken“ weiterlesen

Vor mir lit offnigs Land

Vor mir lit offnigs Land, bi ganz i dinre Hand…“

So sang ich zusammen mit rund 6000 anderen Menschen zwischen dem 29. Dezember 17 und 1. Januar 2018 begeistert und überzeugt. In der überkonfessionellen Veranstaltung „Explo“ in Luzern, nahmen wir uns zusammen vor, im Jahr 2018 Neuland zu betreten. Nicht im Alten zu verharren, sondern uns herausfordern zu lassen, neugierig und mutig Neues zu entdecken. Denn es ist ein Lebensprinzip: was nicht in Bewegung bleibt, stirbt. Oder wie wir es in einer Plenarveranstaltung hörten: „Was wir nicht brauchen, kann man bald rauchen“. (Andreas Boppart) 😉 Solche eingängigen Schlagworte mag ich und wir hörten einige davon:

„Jesus nimmt uns manchmal aus unserem Weg, um uns jemand anderem in den Weg zu stellen.“ Danielle Strickland, Heilsarmee-Offizierin.

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Die Bilder stammen alle von der Facebookseite der Explo-Konferenz.

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Am Silvesterabend versammelten wir uns rund ums Reussbecken in Luzern. Wir trugen abertausende von Lichtern, sangen, beteten zusammen und Andreas Boppart (Missionsleiter von Campus für Christus Schweiz) wurde gefragt, ob man nun einfach alles gutheissen solle von den verschiedenen Denominationen, was man bisher kritisch gesehen habe. Er antwortete treffend:Bildschirmfoto 2018-01-01 um 21.36.13.png

Das war etwas, was mich sehr beeindruckte: diese Einheit. Ob mein Sitznachbar im Plenum oder einem Seminar aus der katholischen, reformierten oder freikirchlichen Ecke kam, interessierte nicht und war überhaupt nicht spürbar. Es war kein Thema. Wichtig war unsere Ausrichtung auf Jesus. Wir sangen ihm Lobpreislieder, hörten enorm spannende Erlebnisberichte, lernten voneinander in Seminaren, freuten uns an künstlerischen Ausdrucksarten, segneten einander im Gebet, assen, tranken, lachten und weinten zusammen an diesen Tagen.

(Adams Wedding)
(Sehr kurzer Einblick in die Eröffnungsfeier)

Ich persönlich wurde herausgefordert, ermutigt und gestärkt. Ich hörte von Gott: „Tu einfach, was ich dir sage.“ Das war schon an der Explo 15 das Thema, welches ich immer wieder hörte von IHM. Tun was er sagt…. das bedeutet für mich in diesem neuen Jahr unter anderem, dass ich mir konkrete Gebetszeiten einrichten möchte. Ich hatte den Eindruck von einer bestimmten Uhrzeit. Diese Zeit mit Gott, welche ich mir vorgenommen habe, im 2018 fest einzurichten, werde ich von meinen Facebook- und Twitter-Aktivitätszeiten wegstreichen. Denn an einem Abend hörten wir von Pete Greig (Leiter und Gründer von einer Gebetsbewegung, welche 24 Std. und 7 Tage die Woche beten), dass wir alles wegräumen sollen, was uns abhalten und ablenken will vom Wunsch, Zeit mit Gott zu verbringen. Mir war klar, dass die Zeiten, welche ich mit Social Media verbringe, zu viel Platz in meinem Leben einnehmen. Ich sage nicht, dass ich kein Facebook, Twitter, Instagram mehr nutzen möchte – aber nicht mehr zwei oder mehr Stunden am Tag, sondern die Hälfte davon. Es ist nicht so, dass Gott uns zwingt, etwas weg zu geben oder los zu lassen. Sondern er fragt uns, ob wir bereit sind, ihm etwas zurück zu geben, was uns nicht gut tut, damit er uns mit etwas beschenken könnte, was tausendmal wertvoller ist. Ich bete im Grunde genommen überhaupt nicht gerne. Aber ich sah während dieser Explo-Zeit ein, dass Gebet der Schlüssel zur Kommunikation mit Gott ist. Und Kommunikation gehört nun mal zu einer freundschaftlichen Beziehung. Also möchte ich dieses „Land“ ganz neu entdecken für mich.

Noch zwei persönliche Erlebnisse während diesen Tagen:

  • Ich lud meine Mutter, welche in der Nähe von Solothurn lebt, zur Lichterfeier in Luzern ein. Sie sagte, dass sie vielleicht komme, vielleicht aber auch nicht. Sie fand unsere Familie bereits zu Beginn der Feier unter allen tausenden von Teilnehmern und wir konnten miteinander feiern. Sie fand uns ohne Handy, denn sie besitzt keines.
  • Am meisten berührt hat mich etwas ganz „Kleines“. Und zwar, als Kuno nach seinem Seminarteil uns Teilnehmer segnete. Er sagte in seinem Segen, dass jeder Elternteil im Raum für seine Kinder der beste Vater, oder die beste Mutter sei. Und zwar nicht, weil wir perfekt wären, sondern weil Gott sich das so ausgedacht habe und uns für genau diejenigen Kinder berufen hätte, Vater oder Mutter zu sein, welche unsere Kinder seien. Dies hat mich so stark berührt, dass meine Tränen nur so flossen. Ich kann mir dieses Gefühl nur so erklären, dass Gott selber mir ein Kompliment machte, mich tröstete, weil mir in der Erziehung nicht alles gelang, ich den Glauben nicht immer so feurig an unsere Kinder weitergab, wie es möglich gewesen wäre und dass ER mir seine Sicht auf mich zeigte. Diese ist voller Güte, Liebe, Verständnis, Zuneigung und Achtung. So wie ich spürte, dass er mich ansah, so sieht er auch dich an. 😉 Er verurteilt uns nicht wegen unserer Unvollkommenheit, unserer Fehler, sondern nimmt uns an, wie wir sind, führt uns aber eben auf Neuland, lässt uns Neues ausprobieren und entdecken, so dass wir wachsen.

Ich möchte im Neuen Jahr weniger Zeit mit Destruktivem und Unwichtigem verbringen, sondern Gott täglich fragen, was er für mich vorbereitet hat an guten Werken und das dann auch tun. Nicht, weil ich durch Werke den Himmel verdienen müsste, sondern weil er seine Liebe durch mich an andere weiter verschenken möchte. Ich bin gespannt auf das Neuland, das er mir zeigen wird und ich weiss, ich darf mutig und furchtlos sein, weil ER selber bereits in diesem neuen Land auf mich wartet.

[Strophe 1]
Ich weiss Du liebsch mich
Ich vertroue dir
Häsch mich tüür erchauft
Mis Läbe ghört ganz dir
Alls was gsi isch
Lahn ich hinder mir
Laufe mutig dur di offni Tür
[Refrain 1]
Drum lahn ich alles zrugg und luege nur uf dich
Vor mir lit offnigs Land und du begleitisch mich
Dini Gnad, die wohnt a jedem Ort und mis Dihei isch det
Wo du bisch min Gott
[Strophe 2]
Ich weiss du liebsch mich, ich vertroue dir
Häsch mich tüür erchauft Mis Läbe ghört ganz dir
Los uf dini Stimm, a jedem neue Tag
Wo mich userüeft, min Glaube wachse laht
[Refrain 1]
Drum lahn ich alles zrugg und luege nur uf dich
Vor mir lit offnigs Land und du begleitisch mich
Dini Gnad, die wohnt a jedem Ort und mis Dihei isch det
Wo du bisch min Gott
 [Bridge]
Vor mir lit offnigs Land bin ganz i dinre Hand
Vor mir lit offnigs Land bin ganz i dinre Hand
Vor mir lit offnigs Land bin ganz i dinre Hand
Vor mir lit offnigs Land bin ganz i dinre Hand
[Refrain 1]
Drum lahn ich alles zrugg und luege nur uf dich
Vor mir lit offnigs Land und du begleitisch mich
Dini Gnad, die wohnt a jedem Ort und mis Dihei isch det
Wo du bisch min Gott
[Refrain 2]
Drum lahn ich alles zrugg und luege nur uf dich
Vor mir lit offnigs Land und du begleitisch mich
Dini Gnad, die wohnt a jedem Ort und mis Dihei isch det
Wo du bisch min Gott
Drum lahn ich alles zrugg und luege nur uf dich
Vor mir lit offnigs Land und du begleitisch mich
Dini Gnad, die wohnt a jedem Ort und mis Dihei isch det
Wo du bisch min Gott
Drum lahn ich alles zrugg

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Ein weiterer super Bericht. 

 

Die Geburtstagsparty

Wie freute er sich auf seine Geburtstagsparty! Freunde würden da sein und er sehnte sich danach, mit ihnen bei einem feinen Essen zu plaudern. Wie schön sie den Weg zum gemieteten Festsaal beleuchtet hatten. Es wurde ihm ganz warm ums Herz, als er diesen funkelnden Sternen und Lichterketten folgte. Extra seinetwegen aufgehängt – wie lieb. Kerzen in Laternen schmückten den Eingang und seine Geburtstagsgäste begrüssten ihn herzlich. Lachend führten sie ihn an die festlich geschmückte Tafel.

Es wurde auf das „Geburtstagskind“ angestossen. „Am Tag deiner Geburt war es recht kalt“, meinte jemand. „Oh ja“, bestätigte ein anderer Gast und fügte hinzu: „Eine Schande war das. Du hättest einen angenehmeren Geburtsort als jenen verdient, an dem du das Licht der Welt erblicktest. Du – in deiner Stellung.“ – „Wenigstens bekam deine Mutter im Wochenbett schon bald angemessen hohen Besuch. Was ich hörte, brachten sie ein paar wertvolle Geschenke“, war es einer Frau wichtig zu erwähnen. „Ja, aber vor diesem Besuch, wurde dir die Aufwartung von stinkenden Gesellen gemacht“, rümpfte eine andere die Nase. Das „Geburtstagskind“ wollte erzählen, wie er einer Frau half. Sie wurde zum Tod verurteilt, er aber brachte ihre Feinde zum Schweigen. Doch er kam nur soweit, tief Luft zum Erzählen zu holen – und wurde unterbrochen. Ein Chor sang davon, wie aussergewöhnlich die Umstände seiner Geburt waren. Der Geehrte klatschte, freute sich und wollte frisch ansetzen, von seinem Leben zu erzählen. In dem Moment fragte ein Gast: „Hast du von eurer überstürzten Flucht nach Ägypten, gleich nach deiner Geburt, ein Trauma davongetragen?“ Wie gerne hätte er mit seinen Freunden auf die eine oder andere seiner Lebensstationen zurückschauen wollen – aber für sie gab es nur ein Thema: seine Geburt. Doch – beinhaltet ein Leben nicht viel mehr, als sein Beginn?
Regula Aeppli-Fankhauser

Dazu passt eines meiner Lieblingsweihnachtslieder. Musik: Buddy Greene, Text: Mark Lowry.

Hier die deutsche Übersetzung:

„Maria wusstest Du, dass Dein Sohn eines Tages auf Wasser wandeln wird? Maria wusstest Du, dass Dein Sohn unsere Söhne und Töchter retten wird? Wusstest Du, dass Dein Sohn gekommen ist, um uns zu erneuern? Dieses Kind, das du gebären wirst, wird uns erretten.

Maria wusstest Du, dass Dein Sohn einen blinden Mann das Augenlicht zurückgeben wird? Maria wusstest Du, dass Dein Sohn einen Sturm mit seiner blossen Hand beruhigen wird? Wusstest Du, dass Dein Sohn in die Fussstapfen der Engel treten wird? Und wenn Du Dein kleines Kind küsst, küsst du das Gesicht Gottes.

Die Blinden werden sehen, die Tauben hören und die Toten werden auferstehen. Die Lahmen werden springen, die Stummen sprechen, das Loblied auf das Lamm.

Maria wusstest Du, dass Dein Sohn Herr der ganzen Schöpfung ist? Maria wusstest Du, dass Dein Sohn eines Tages Herr wird über alle Nationen? Wusstest Du, dass Dein Sohn des Himmels vollkommenes Lamm ist? Das schlafende Kind, das Du gerade hältst, ist das große“ICH BIN“.

Eine wunderschöne Version von Pentatonix:

Diesen Beitrag habe ich für das Türchen vom 12.12.17 des Adventskalenders der Schweizer Schreibfrauen verfasst.