Aktivferien im Hochmontafon,6. – 13. Oktober 2018

Wir verbrachten eine herrliche Zeit im Hochmontafon/Österreich. Ich hatte es nicht geplant, aber schlussendlich habe ich doch an jedem Abend eine Tagebuch verfasst. Hier alle Links dazu gesammelt:

https://gmerkigs.blog/2018/10/07/ein-auf-und-ab-auf-schmugglers-pfaden/

https://gmerkigs.blog/2018/10/08/silbertal-wanderung-erinnerung-an-herr-der-ringe-oder-schatz-im-silbersee/

https://gmerkigs.blog/2018/10/09/surprise/

https://gmerkigs.blog/2018/10/10/ab-in-den-stollen/

https://gmerkigs.blog/2018/10/11/zweite-mutprobe/

https://gmerkigs.blog/2018/10/12/pilz-erlebnistour-mit-harry/

https://gmerkigs.blog/2018/10/13/gemuetliche-heimfahrt-mit-spaziergang-am-walensee/

Meine Bewertung des Ferienresorts Landal Hochmontafon.

Advertisements

Zweite Mutprobe

Die Wanderung am Sonntag, unserem 1. Ferientag, benötigte viel Mut von mir. Heute war es nicht die Wanderung an sich, welche Mut von mir verlangte. Sie verlief zwar wiederum auf einem Grat, aber der war breit. Auch die kleine, mit einem Stahlseil gesicherte Stelle, war mehr ein Fotosujet, als wirklich gefährlich. 😉

Die Berglandschaft sieht jetzt im Herbst manchmal krass aus, in dem Sinn, dass man sieht, wo im Winter die Pisten verlaufen und überall beschneit werden muss. Der Abstieg über Stock, Stein und Wurzelwerk durch den Wald, war anstrengend, forderte mich aber nur körperlich heraus, nicht mental. Der Blick durch das Fernrohr war faszinierend, denn die Bergspitzen und Täler wurden fortlaufend mit Namen versehen.

Was wirklich Mut von mir verlangte, war die Benutzung der Sesselbahn hinunter – so ins „Nichts“. Unserem Empfinden und Erfahrungen nach, ist dies eher ein älteres Modell an Seilbahn. Der Bügel schliesst nicht wirklich gut und so fehlte mir ein Sicherheitsgefühl, zumal ein Bergab fahren per offener Seilbahn immer etwas schwindelerregender ist, als eine Bergfahrt. Und diese Bahn fuhr teilweise wirklich „gredi abe“.

DSC_0204

Heutige Wandertour: per Auto bis Talstation der Seilbahn Garfrescha, Talstation, per Bus bis Talstation der Versettla-Bahn in Gaschurn, per Gondel-Bahn bis Nova Stoba. Wanderung (ca. 2 Std.) bis Garfescha Berg und eben: per obgenannter Sesselbahn runter. 😉

So – jetzt gehts ab zu einer Rücken-, Nackenmassage und der Abend wird ausklingen mit einem gemütlichen Fackelspaziergang.

Ab in den Stollen

Heute gehts in den Bergwerkstollen. Im Jahre 842 n. Chr. wird erstmals Eisenerzabbau auf dem Bartholomäberg dokumentiert. Mit 45 schweisstreibenden Wanderminuten ab dem Parkplatz bei der Barockkirche müssen wir uns den Eintritt zur etwas abenteuerlichen Stollenbesichtigung erarbeiten. Jeder Besucher erhält eine Jacke, denn im Stollen beträgt die Lufttemperatur ganzjährig ca. 8 Grad. Zudem wird jeder auch mit einem Helm ausgerüstet und glaubt mir: den braucht es. Mehr als einmal schlagen wir den Kopf an der niederen Decke an und dank des Helms, tuts nicht weh. 😉 Die 115 begehbaren Stollenmeter erscheinen uns viel länger, weil man sie meist nur gebückt durchwandern kann. Wir sind begeistert und finden auch die Erklärungen zu den kargen und harten Arbeitsbedingungen der damaligen Bergbauarbeiter spannend. Für Menschen aber, welche etwas unter Platzangst leiden, ist diese Begehung nichts. Das Licht der Taschenlampe des Guides und ein paar Lampen leuchten uns den Pfad aus, aber manchmal sehe ich nicht, wo ich hintreten soll, weil der Vorgänger das ganze Licht verdeckt. Also heisst es einfach: keinen zu grossen Abstand halten und sich teilweise blindlings vorwärts bewegen. Tipp: direkt hinter dem Tourenführer laufen, falls einem das mangelnde Licht etwas ausmachen sollte. Ok – eine andere Möglichkeit wäre es natürlich, das Handylicht einzuschalten. Wenn einem das in den Sinn kommt und das Handy nicht im Rucksack liegt und dieser an der Eingangskasse in Obhut gegeben wurde – wie das bei uns der Fall ist. 😉

Nach diesem Stollenerlebnis, wandern wir weitere 40 Minuten zum Restaurant Rellseck. Bei schönstem Panoramablick lassen wir uns bestens verköstigen und machen uns dann weitere 45 Minuten auf den Rückweg.

Bevor wir uns im Hotel Berger Hof ein Dessert genehmigen, überraschen uns ein paar Rehe, welche unseren Weg kreuzen.

Was für ein erlebnisreicher Tag!

Surprise

Surprise – welch überraschende Natur präsentiert sich uns auf der Wanderung Alpstöble Tafamunt  zum Wiegensee. Traumhaft diese Herbstfarben! Hinauf auf die Alp (1530) fährt uns ab Partenen, die Tafamuntbahn.

Suprise – welch überraschende Aussichts-Fenster öffnen sich auf dem Weg über die Serpentinen der Silvretta-Hochalpenstrasse (Mautpflichtig).

Surprise – wie idyllisch der Wiegensee liegt, aber auch, an wievielen schönen Bergseen wir vorbeikommen – ob Stausee oder natürliche gebildeten.

Surprise – dass wir uns sogar im Verwall-Naturpark befinden, denn das waren wir uns nicht bewusst.

Surprise – dass uns ein deutscher Unbekannter per Auto mitnimmt und uns nach 3-stündiger Wanderung den 2-stündigen, steilen Abstieg nach Partenen zurück erspart.

Surprise – dass die Strasse übers Tirol und den Silvretta-Stausee führt. Die mautpflichtige Hochalpinstrasse, haben wir erst noch von der anderen Talseite bestaunt. Wir hätten nie gedacht, dass wir diese Kurven heute noch befahren würden.

 

Silbertal-Wanderung – Erinnerung an Herr der Ringe oder Schatz im Silbersee

Irgendwie erinnert mich der Name Silbertal, das Ziel unserer heutigen, kurzen Tour an Herr der Ringe oder an den Schatz im Silbersee. Der Name klingt mystisch, wertvoll, märchenhaft. Und wirklich finden hier alljährlich im Sommer die Montafoner Sagenfestspiele statt. Sagen gibt es hier unzählige und es gibt entsprechende Themenwanderwege. Der Ortsname Silbertal aber kommt daher, dass bis vor 500 Jahren  die Edelmetalle, Kupfer, Silber und Eisen abgebaut wurden.

Wir wandern heute bloss von Schruns nach Silbertal und lassen uns per Bus wieder retour kutschieren. Die Landschaft ist lieblich, abwechslungsreich, aber es ist enttäuschend, dass der Weg hauptsächlich auf Nebenstrassen und breiten Forststrassen führt. Die Steigung, vor allem an so einem warmen Tag, wie heute, ist nicht zu unterschätzen. Das Wandern auf einer Asphaltstrasse ist sowieso viel anstrengender, als wenn der Weg über Stock und Stein führen würde, wie er ursprünglich in unserem Wanderbüchlein ausgeschrieben war. Doch wir genossen die Sonne, die Wildblumenwiese, Ruhe und Aussicht zur gegenüberliegenden Seite mit den Streusiedlungen.

Ein Auf und Ab auf Schmugglers Pfaden

Nach einem super feinen und reichhaltigen Frühstück in unserer Ferienwohnung Landal, im Hochmontafon, oberhalb von Gargellen, starten wir auf den hiesigen Hausberg, dem Schafsberg, per Gondelbahn. Die Bahn fährt nur noch heute, 7. Oktober 18 und schliesst dann bis zur Wintersaison.

 

Wir bewandern 4.5 Stunden den Schmugglerpfad. Er verläuft genauso wie mein Mut: nämlich auf und ab. Was Höhenunterschiede mit meinem Mut zu tun haben? Ich bin nicht ganz schwindelfrei, empfinde manchmal unerklärliche Höhenangst. Der Schmugglerpfad verläuft teilweise auf Graten, einmal hat es gar eine kleine Kletterpartie, bei der wir uns an einem Drahtseil hochangeln müssen. Manchmal führt er über ein paar kleine Schneefelder und ich bin mehr als einmal froh um die Wanderstecken, denn sie geben mir einen Halt, Sicherheit und helfen, die Kniegelenke zu schonen, wenn es wieder mal hinunter geht. Die schwierigsten Passagen habe ich nicht fotografiert, weil ich mich da ganz auf den Weg konzentrieren musste.

 

Die ganze Route führt abwechselnd auf Österreichischem und Schweizer Boden, wobei wir zuhause beim Kartenstudium erst merken: ein Viertel unseres Weges verläuft in der Schweiz. Zum Schluss bin ich fast euphorisch, weil ich für mich schwierige Passagen gut gemeistert habe. Ich bin stolz auf mich. Als Belohnung gibts im Bergrestaurant leckere Menüs und zurück in der Feriensiedlung Landal lockern wir unsere Muskeln beim Schwimmen im Hallenbad und in den zwei Saunen.

Alp-Öhi im Pilgerhaus

Heute starten wir von von unserem Zuhause zu Fuss und lassen uns mit der Klewenalpbahn auf unseren Hausberg (1600 Meter über Meer) fahren.

Nach dem etwas schweisstreibenden Aufstieg auf angenehm breiten Wegen zum Brisenhaus SAC (1753 Meter über Meer), belohnen und stärken wir uns mit feinen hausgemachten Suppen. Die Aussicht und der Hintergrund mit der schroffen Felswand beeindrucken uns. Wir lesen, dass hier Herdenschutzhunde im Einsatz sind. Der Aufblick zum Glattigrat erinnert Andy an seine wundervolle Ski-Tour letzten Winter.

Vielleicht können mir meine Social-Media-Freunde erklären, welche Pilze wir unterwegs gesehen haben?

Der Abstieg nach Niederrickenbach (im Volksmund Maria-Rickenbach) ist für unsere Knie grad so machbar. Leider blieben unsere Wanderstöcke zuhause… Dafür gibts im Pilgerhaus Niederrickenbach nochmals eine Belohnung 😉 Zwei Desserts – das eine passend zur Jahreszeit ein Vermicelles und das andere eine Alp-Öhi Glacé mit Natureyoghurt und mit Bergblumen verziert. Wie originell!

Ein Juchzer von der Musenalp, erfreut uns und lässt uns hochblicken. Die Bähnchen wirken verloren zwischen den imposanten Felsspitzen.

Das Wetter hält besser, als es Meteo verheissen hatte. Die kleine Bahn führt uns nach Niederrickenbach Station.


Für mich ist es immer etwas verwirrend, dass Niederrickenbach sowohl auf dem Berg, wie unten im Tal an der Station Niederrickenbach heisst. Oberrickenbach gibt es schon auch, aber das liegt ganz an einem anderen Ort.
DSC_0071
Die Zentralbahn ist „gschtosse“ (gedrängt) voll. Knapp finden unsere Füsse vor den Türen Platz. Warum können nicht mehr Waggons angehängt werden? Zum Glück dauert die Fahrt nach Stans nicht so lang. Die Postauto-Verbindungen nach Beckenried, von der Richtung Engelberg her kommend, sind nicht so toll. Man muss stets etwa 20 Minuten warten. Doch schlussendlich führt uns das Poschi wieder bis fast vors Haus und die abwechslungsreiche Rundtour beschliessen wir mit einem ausgiebigen Schwatz mit einer Nachbarin, welche wir im Poschi angetroffen haben.

Reine Wanderzeit: ca. 3 Stunden. Die Tour ist gut ausgeschildert und die Zeiten entsprachen den unsrigen. Auf der Webseite der Klewenalp geben sie eine halbe Stunde weniger an. Diese Wanderung ist auch mit Kindern gut machbar.
Einkehrmöglichkeiten auf der Klewenalp, Brisenhaus SAC, Niederrickenbach Pilgerhaus
Mehrere gut eingerichtete Grillstellen/Picknickplätze
Route: Beckenried-Klewenalp (Kabinenbahn), Wanderung Klewenalp-Brisenhaus SAC-Niederrickenbach, mit der Kabinen-Bahn nach Niederrickenbach Station, mit der Zentralbahn nach Stans, per Postauto nach Beckenried