Gemütliche Heimfahrt mit Spaziergang am Walensee

Leider sind unsere Ferien schon wieder passé. Wir kaufen für mich unterwegs neue Wander -Schuhe, -Stöcke und – Socken und legen am Walensee einen Spaziergang-Stopp ein.

Wir staunen auf der Strecke Weesen Bahnhof zur Linthmündung über den idyllischen Camping mit Strand, den wir passieren. Die Wassertemperatur wäre noch ungefähr 19 Grad, lesen wir – aber wir sehen keine Badenden. Dabei ist die Lufttemperatur immer noch schön sommerlich warm. Die Landschaft mit dem blauen See und dem herbstlich gefärbten Wald ist malerisch. Aber mich stört das Rauschen der nahen Autobahn und der Zuglinie. Warum wohl wurde die Autobahn nicht mit einem Flüsterbelag oder Lärmschutzwand versehen?

Im Gäsi-Beizli geniessen wir zwei Menüs und sind zurück beim Auto, nach einem etwa 1.5-stündigen Spaziergang gestärkt für die Weiterfahrt nach Hause.

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Pilz-Erlebnistour mit Harry

„Fass die nicht an, sie könnten giftig sein“, warnten mich meine Eltern, wenn wir auf Wanderungen Pilze sahen. „Man muss genau wissen, welche man essen kann und welche ungeniessbar sind. Da wir das von uns nicht behaupten können, lassen wir sie lieber alle stehen.“, gaben sie mir auf den Weg. „Das war vernünftig“, meint Harry, unser heutiger Pilztourenführer. „Ihr sollt nur mitnehmen, was ihr kennt und nicht ausgetrocknet oder angefressen ist“, erklärt er. Ausgestattet mit Weidekörbchen, einem Pilzmesser, Erklärbuch und Pinsel, wandern wir vier angemeldeten Personen mit Harry über Stock und Stein auf dem Kristberg. Schon bald finden wir die ersten Parasolpilze. Und das ist so ziemlich der einzige Name, den ich mir merken kann, weil er mich natürlich an den französischen Ausdruck für Sonnenschirm erinnert. Währenddem Thorsten und Eva ihre Körbe ungeniert fröhlich füllen, sind Andy und ich zögerlicher. Nun gut – die zwei scheinen schon einige Pilzsammelerfahrungen zu haben – ganz im Gegensatz zu uns Neulingen, welche grad Fliegenpilze und gekaufte Champignons kennen. 😀 Und so hört man von uns hie und da ein: „Harry – schau mal, wir haben da was gefunden! Ist der giftig oder geniessbar?“

Harry gibt freundlich und geduldig Auskunft und zwar nicht nur über die Pilze. Nein, wir erfahren während des gesamten etwa 5-stündigen Zusammenseins einiges über die Kultur des Montafon-Gebiets, über die Franzosenzeit während der Kriegsjahre, dass der Bestseller-Autor Hemmingway hier Schreibzeiten verbrachte und lernen einige Namen von Bergspitzen kennen (Harry scherzt, dass der eine Gipfel wie das Matterhorn aussehe).

Nach einer etwa 2.5 stündigen Pilz-Wanderung, gibt Harry, der gelernte Koch in einem Nebenraum des Restaurants eine Pilzkochdemonstration. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass man die Pilze sehr gut erhitzen sollte und dass eine Bratzeit von 15 bis 20 Minuten empfohlen wird. Die köstliche Mahlzeit mit unseren gesammelten Pilzen an einer feinen Sauce, Nudeln und Kartoffeln ist ein Gedicht, wie es Eva ausdrückte. Vor allem überrascht uns der geschnittene, frittierte Pilz, dessen Name uns leider nicht mehr einfällt.

Unten in Schruns zeigt uns Harry seine Bienenstöcke und Schindeln, welche zum traditionellen Hausbau verwendet werden.

Andy und ich sind nun mutiger geworden, was das Pilzsammeln betrifft. Dennoch würden wir unsere Pilze einem Kontrolleur zeigen, wenn wir auf eigene Tour auf Sammeltour unterwegs wären.

Heute zum z’Nachtessen gibts Reste, denn wir haben am Mittag noch nicht alle Funde verwertet. Mmmm – wir freuen uns darauf. Wer eine solche Pilzwanderung mit Harry unternehmen möchte, erkundigt sich in einem der Montafoner Tourismusbüros oder hinterlässt ihm eine Anfrage auf seiner Ferienwohnung-Webseite.

Zweite Mutprobe

Die Wanderung am Sonntag, unserem 1. Ferientag, benötigte viel Mut von mir. Heute war es nicht die Wanderung an sich, welche Mut von mir verlangte. Sie verlief zwar wiederum auf einem Grat, aber der war breit. Auch die kleine, mit einem Stahlseil gesicherte Stelle, war mehr ein Fotosujet, als wirklich gefährlich. 😉

Die Berglandschaft sieht jetzt im Herbst manchmal krass aus, in dem Sinn, dass man sieht, wo im Winter die Pisten verlaufen und überall beschneit werden muss. Der Abstieg über Stock, Stein und Wurzelwerk durch den Wald, war anstrengend, forderte mich aber nur körperlich heraus, nicht mental. Der Blick durch das Fernrohr war faszinierend, denn die Bergspitzen und Täler wurden fortlaufend mit Namen versehen.

Was wirklich Mut von mir verlangte, war die Benutzung der Sesselbahn hinunter – so ins „Nichts“. Unserem Empfinden und Erfahrungen nach, ist dies eher ein älteres Modell an Seilbahn. Der Bügel schliesst nicht wirklich gut und so fehlte mir ein Sicherheitsgefühl, zumal ein Bergab fahren per offener Seilbahn immer etwas schwindelerregender ist, als eine Bergfahrt. Und diese Bahn fuhr teilweise wirklich „gredi abe“.

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Heutige Wandertour: per Auto bis Talstation der Seilbahn Garfrescha, Talstation, per Bus bis Talstation der Versettla-Bahn in Gaschurn, per Gondel-Bahn bis Nova Stoba. Wanderung (ca. 2 Std.) bis Garfescha Berg und eben: per obgenannter Sesselbahn runter. 😉

So – jetzt gehts ab zu einer Rücken-, Nackenmassage und der Abend wird ausklingen mit einem gemütlichen Fackelspaziergang.

Ab in den Stollen

Heute gehts in den Bergwerkstollen. Im Jahre 842 n. Chr. wird erstmals Eisenerzabbau auf dem Bartholomäberg dokumentiert. Mit 45 schweisstreibenden Wanderminuten ab dem Parkplatz bei der Barockkirche müssen wir uns den Eintritt zur etwas abenteuerlichen Stollenbesichtigung erarbeiten. Jeder Besucher erhält eine Jacke, denn im Stollen beträgt die Lufttemperatur ganzjährig ca. 8 Grad. Zudem wird jeder auch mit einem Helm ausgerüstet und glaubt mir: den braucht es. Mehr als einmal schlagen wir den Kopf an der niederen Decke an und dank des Helms, tuts nicht weh. 😉 Die 115 begehbaren Stollenmeter erscheinen uns viel länger, weil man sie meist nur gebückt durchwandern kann. Wir sind begeistert und finden auch die Erklärungen zu den kargen und harten Arbeitsbedingungen der damaligen Bergbauarbeiter spannend. Für Menschen aber, welche etwas unter Platzangst leiden, ist diese Begehung nichts. Das Licht der Taschenlampe des Guides und ein paar Lampen leuchten uns den Pfad aus, aber manchmal sehe ich nicht, wo ich hintreten soll, weil der Vorgänger das ganze Licht verdeckt. Also heisst es einfach: keinen zu grossen Abstand halten und sich teilweise blindlings vorwärts bewegen. Tipp: direkt hinter dem Tourenführer laufen, falls einem das mangelnde Licht etwas ausmachen sollte. Ok – eine andere Möglichkeit wäre es natürlich, das Handylicht einzuschalten. Wenn einem das in den Sinn kommt und das Handy nicht im Rucksack liegt und dieser an der Eingangskasse in Obhut gegeben wurde – wie das bei uns der Fall ist. 😉

Nach diesem Stollenerlebnis, wandern wir weitere 40 Minuten zum Restaurant Rellseck. Bei schönstem Panoramablick lassen wir uns bestens verköstigen und machen uns dann weitere 45 Minuten auf den Rückweg.

Bevor wir uns im Hotel Berger Hof ein Dessert genehmigen, überraschen uns ein paar Rehe, welche unseren Weg kreuzen.

Was für ein erlebnisreicher Tag!

Surprise

Surprise – welch überraschende Natur präsentiert sich uns auf der Wanderung Alpstöble Tafamunt  zum Wiegensee. Traumhaft diese Herbstfarben! Hinauf auf die Alp (1530) fährt uns ab Partenen, die Tafamuntbahn.

Suprise – welch überraschende Aussichts-Fenster öffnen sich auf dem Weg über die Serpentinen der Silvretta-Hochalpenstrasse (Mautpflichtig).

Surprise – wie idyllisch der Wiegensee liegt, aber auch, an wievielen schönen Bergseen wir vorbeikommen – ob Stausee oder natürliche gebildeten.

Surprise – dass wir uns sogar im Verwall-Naturpark befinden, denn das waren wir uns nicht bewusst.

Surprise – dass uns ein deutscher Unbekannter per Auto mitnimmt und uns nach 3-stündiger Wanderung den 2-stündigen, steilen Abstieg nach Partenen zurück erspart.

Surprise – dass die Strasse übers Tirol und den Silvretta-Stausee führt. Die mautpflichtige Hochalpinstrasse, haben wir erst noch von der anderen Talseite bestaunt. Wir hätten nie gedacht, dass wir diese Kurven heute noch befahren würden.

 

Silbertal-Wanderung – Erinnerung an Herr der Ringe oder Schatz im Silbersee

Irgendwie erinnert mich der Name Silbertal, das Ziel unserer heutigen, kurzen Tour an Herr der Ringe oder an den Schatz im Silbersee. Der Name klingt mystisch, wertvoll, märchenhaft. Und wirklich finden hier alljährlich im Sommer die Montafoner Sagenfestspiele statt. Sagen gibt es hier unzählige und es gibt entsprechende Themenwanderwege. Der Ortsname Silbertal aber kommt daher, dass bis vor 500 Jahren  die Edelmetalle, Kupfer, Silber und Eisen abgebaut wurden.

Wir wandern heute bloss von Schruns nach Silbertal und lassen uns per Bus wieder retour kutschieren. Die Landschaft ist lieblich, abwechslungsreich, aber es ist enttäuschend, dass der Weg hauptsächlich auf Nebenstrassen und breiten Forststrassen führt. Die Steigung, vor allem an so einem warmen Tag, wie heute, ist nicht zu unterschätzen. Das Wandern auf einer Asphaltstrasse ist sowieso viel anstrengender, als wenn der Weg über Stock und Stein führen würde, wie er ursprünglich in unserem Wanderbüchlein ausgeschrieben war. Doch wir genossen die Sonne, die Wildblumenwiese, Ruhe und Aussicht zur gegenüberliegenden Seite mit den Streusiedlungen.

Ein Auf und Ab auf Schmugglers Pfaden

Nach einem super feinen und reichhaltigen Frühstück in unserer Ferienwohnung Landal, im Hochmontafon, oberhalb von Gargellen, starten wir auf den hiesigen Hausberg, dem Schafsberg, per Gondelbahn. Die Bahn fährt nur noch heute, 7. Oktober 18 und schliesst dann bis zur Wintersaison.

 

Wir bewandern 4.5 Stunden den Schmugglerpfad. Er verläuft genauso wie mein Mut: nämlich auf und ab. Was Höhenunterschiede mit meinem Mut zu tun haben? Ich bin nicht ganz schwindelfrei, empfinde manchmal unerklärliche Höhenangst. Der Schmugglerpfad verläuft teilweise auf Graten, einmal hat es gar eine kleine Kletterpartie, bei der wir uns an einem Drahtseil hochangeln müssen. Manchmal führt er über ein paar kleine Schneefelder und ich bin mehr als einmal froh um die Wanderstecken, denn sie geben mir einen Halt, Sicherheit und helfen, die Kniegelenke zu schonen, wenn es wieder mal hinunter geht. Die schwierigsten Passagen habe ich nicht fotografiert, weil ich mich da ganz auf den Weg konzentrieren musste.

 

Die ganze Route führt abwechselnd auf Österreichischem und Schweizer Boden, wobei wir zuhause beim Kartenstudium erst merken: ein Viertel unseres Weges verläuft in der Schweiz. Zum Schluss bin ich fast euphorisch, weil ich für mich schwierige Passagen gut gemeistert habe. Ich bin stolz auf mich. Als Belohnung gibts im Bergrestaurant leckere Menüs und zurück in der Feriensiedlung Landal lockern wir unsere Muskeln beim Schwimmen im Hallenbad und in den zwei Saunen.