S’isch ä Brüüch (Es ist ein alter Brauch)

Ju-hu-hu-hui!“ juchzt unterhalb unseres Wanderwegs auf dem Schächentaler Höhenweg ein Älpler. „Ju-hu-huiii!“ – so so ähnlich 😉 gibts fröhlich Antwort von der oberen Alp. Und der Wanderer auf dem Weg vor uns, der früher auch z’Alp ging, wie er uns erzählte, juchzt seine Lebensfreude ebenfalls als Echo zurück. Er erklärt in schönstem Urner-Dialekt: „S’isch äbe äso de Brüüch im Ürnerland.“ („Es ist eben so der Brauch im Urnerland.“ Früher, als es noch keine Handys gab, hätten sich die Älpler auf diese Weise von Alp zu Alp signalisiert, dass alles in bester Ordnung bei ihnen sei.  Heute wird der Brauch auch gern von Wanderern übernommen, um ihre Freude an den Bergen auszudrücken.

Dü-da-do, Postauto, hed e Floh, macht eso“, sangen wir als Kind, wenn der Dreiklang des Postautos ertönte. („Dü-da-do, Postauto, hat einen Floh, macht so.“) Mehr als ein netter Brauch auf unseren Bergstrassen. 😉

Unsere heutige Tour: Auto bis Spiringen Post, Postauto Spiringen Post bis Balm (Klausen), Wanderung auf dem Schächentaler Höhenweg, bis Ratzi Bergstation, ca. 3 Std. 20. Mit der kleinen Kabinenbahn runter nach Spiringen Post. Und anschliessend noch kleine Wanderung am Urnersee-Uferweg entlang

 

„Grüezi“, grüsst jeder Wanderer in den Bergen den anderen. Seinen Ursprung hat diese Sprachwendung in „Gott grüss dich„. Man wünscht, dass Gott dem Mitmenschen begegnet und ihn segnet. Ich stelle mir ein Grüssen von Gott vor, wie ein liebevoller Kuss von ihm. Ein schöner Brauch, unbekannten Menschen Aufmerksamkeit und einen kleinen Segen auf den Weg mit zu geben, den man in der Stadt natürlich nicht mehr so pflegt, höchstens vielleicht noch an der Migros-Kasse. 😉

Das Wandern gehört ebenfalls zu den Brauchtümern der Schweizer. Es sei der Schweizer Volkssport Nummer 1, hat sogar eine Studie festgestellt. 😉

Zum Wandern gehören:

a) der Brauch, ein Picknick aus dem Rucksack zu verzehren. Es gibt viele tolle Picknickstellen in den Bergen, auf denen man die berühmte Schweizer Cervelat bräteln kann, was natürlich ebenfalls ein Schweizer Brauchtum an Esskultur ist.

b) seit jeher der Brauch, einen Wanderstock zu verwenden. Früher wurde er manchmal mit sogenannten Stocknadeln geschmückt von Orten, welche man besucht hatte. Als Kind benutzte ich öfters einen dicken Ast als Wanderstab und liess während der Wanderungen meiner Fantasie freien Lauf. So galoppierte oder trabte ich damit, als wäre er ein Pferdehuf. Die restlichen drei Hufe stellte ich mir einfach vor – und das Wandern über Stock und Stein auf meinem imaginären Pferderücken, bereitete mir grad viel die grössere Freude. 😀 Seit kurzem habe ich die modernen Wanderstöcke wieder entdeckt. Während der drei Schwangerschaften waren sie mir bereits eine grosse Hilfe und jetzt wieder. Es ist einfach mit über 50 Jahren auf dem Buckel gelenkschonender, solche zu verwenden 😉 Vor- und Nachteile und der richtige Gebrauch: hier und  hier .

c) die vielen Bänkli (Sitzgelegenheiten) an schönsten Aussichtslagen, gehören ebenfalls zum Schweizer Brauchtum. Dieses Jahr kann man die entdeckten Bänkli auf der Webseite „Bankgeheimnisse“ 😉 eintragen lassen und sich die Chance auf tolle Gewinne sichern oder auf der Landkarte nach bereits eingetragenen Bänkli stöbern.

Jetzt seid aber ihr dran, mir auf die Sprünge zu helfen. Denn mir erschliesst sich der Sinn des Brauches nicht, den ich erstmals während unserer Österreich-Wanderferien entdeckte, aber auf der Wanderung auf dem Schächenthaler Höhenweg jetzt eben auch: diese weissen Papiere…. Sind das Grüsse…. für wen oder was und von wem? Oder hat hier ein Städter versucht, etwas zu säen?

Hängt dieser neuste Brauch mit dem Wanderboom zusammen? Mehr und mehr Leute, welche unterwegs sind und keine Ahnung mehr haben, vom Brauch, den Güsel (Abfall), den man auf einer Wanderung produziert, auch wieder in den Rucksack zu packen und zuhause zu entsorgen? Oder muss jedes Bisi (Pinkeltröpfli 😉 ) abgewischt werden heutzutage? Oder das Füdli der Hündli (Hund-Pos) damit abgewischt werden und dann lässt man es einfach liegen? Ich will niemandem was unterstellen – b’hüet is nei – aber ich weiss etwas: dieser neumodische Brauch gefällt mir nicht und jedes dieser weissen Dinger braucht 8 Monate, bis es in der Natur verrottet, je nachdem sogar Jahre! So lange „darf „sich jeder Wanderer am Anblick dieser Fremdkörper in der Natur „erfreuen“.

 

 

Alp-Öhi im Pilgerhaus

Heute starten wir von von unserem Zuhause zu Fuss und lassen uns mit der Klewenalpbahn auf unseren Hausberg (1600 Meter über Meer) fahren.

Nach dem etwas schweisstreibenden Aufstieg auf angenehm breiten Wegen zum Brisenhaus SAC (1753 Meter über Meer), belohnen und stärken wir uns mit feinen hausgemachten Suppen. Die Aussicht und der Hintergrund mit der schroffen Felswand beeindrucken uns. Wir lesen, dass hier Herdenschutzhunde im Einsatz sind. Der Aufblick zum Glattigrat erinnert Andy an seine wundervolle Ski-Tour letzten Winter.

Vielleicht können mir meine Social-Media-Freunde erklären, welche Pilze wir unterwegs gesehen haben?

Der Abstieg nach Niederrickenbach (im Volksmund Maria-Rickenbach) ist für unsere Knie grad so machbar. Leider blieben unsere Wanderstöcke zuhause… Dafür gibts im Pilgerhaus Niederrickenbach nochmals eine Belohnung 😉 Zwei Desserts – das eine passend zur Jahreszeit ein Vermicelles und das andere eine Alp-Öhi Glacé mit Natureyoghurt und mit Bergblumen verziert. Wie originell!

Ein Juchzer von der Musenalp, erfreut uns und lässt uns hochblicken. Die Bähnchen wirken verloren zwischen den imposanten Felsspitzen.

Das Wetter hält besser, als es Meteo verheissen hatte. Die kleine Bahn führt uns nach Niederrickenbach Station.


Für mich ist es immer etwas verwirrend, dass Niederrickenbach sowohl auf dem Berg, wie unten im Tal an der Station Niederrickenbach heisst. Oberrickenbach gibt es schon auch, aber das liegt ganz an einem anderen Ort.
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Die Zentralbahn ist „gschtosse“ (gedrängt) voll. Knapp finden unsere Füsse vor den Türen Platz. Warum können nicht mehr Waggons angehängt werden? Zum Glück dauert die Fahrt nach Stans nicht so lang. Die Postauto-Verbindungen nach Beckenried, von der Richtung Engelberg her kommend, sind nicht so toll. Man muss stets etwa 20 Minuten warten. Doch schlussendlich führt uns das Poschi wieder bis fast vors Haus und die abwechslungsreiche Rundtour beschliessen wir mit einem ausgiebigen Schwatz mit einer Nachbarin, welche wir im Poschi angetroffen haben.

Reine Wanderzeit: ca. 3 Stunden. Die Tour ist gut ausgeschildert und die Zeiten entsprachen den unsrigen. Auf der Webseite der Klewenalp geben sie eine halbe Stunde weniger an. Diese Wanderung ist auch mit Kindern gut machbar.
Einkehrmöglichkeiten auf der Klewenalp, Brisenhaus SAC, Niederrickenbach Pilgerhaus
Mehrere gut eingerichtete Grillstellen/Picknickplätze
Route: Beckenried-Klewenalp (Kabinenbahn), Wanderung Klewenalp-Brisenhaus SAC-Niederrickenbach, mit der Kabinen-Bahn nach Niederrickenbach Station, mit der Zentralbahn nach Stans, per Postauto nach Beckenried

Von der Weisheit, umzukehren. (Wanderung ab Bauen)

Wir wohnen so wunderschön, das denke ich täglich. Und was für ein Glück es ist, dass wir innert paar Minuten von zuhause aus an der Schiffstation Beckenried sind. Andere Menschen reisen von weither an, um die malerische Vierwaldstättersee-Region zu geniessen.

Der heutige Plan lautet: Schifffahrt Beckenried – Bauen, Wanderung Bauen – Isenthal (Weg der Schweiz) und mit Postauto und Schiff wieder nach Hause.

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Sich die Landschaft auf dem Schiff sachte vorbeiziehen zu lassen, ist immer wieder sehr entspannend. Wir steigen in Beckenried auf das Dampfschiff Stadt Luzern. Dieses wird übrigens Ende Jahr bis im Jahr 2021 total revidiert.

In Brunnen steigen wir um – auf das kleine Schiff Mythen.

In Bauen um 14 Uhr den Wanderweg entdeckt, erschrecken wir: die Wanderstrecke ist mit 1 Stunde länger ausgeschrieben, als wir gerechnet haben. Also rund 2.5 Stunden Wanderzeit. In umgekehrter Richtung sind 1.5 Stunden angegeben. Wir rechneten mit ca. 1 Stunde und 45 Minuten Wanderzeit. So können wir unseren Plan nicht einhalten, das Postauto um 16 Uhr in Isenthal rechtzeitig zu erwischen, um es auf die letzte Schiffsverbindung nach Beckenried zurück zu schaffen.

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Also: Planänderung. Wir wandern eine Stunde hin – und eine Stunde auf demselben Weg wieder zurück. Sind wir kurz vor Vorder Bärchi? Wir haben de facto keine Ahnung, bis wie weit es wir in dieser Stunde geschafft haben. Schade, gibt es unterwegs keinen Wanderweg mit Zeitangabe. Denn so fehlt uns eine Einschätzung, ob wir es nicht doch bis Isenthal aufs Postauto hätten schaffen können. Aber der Weg ist abwechslungsreich und interessant. Es ist ein uralter Handelsweg. Linkerhand liegt uns stets der See zu Füssen. Oft bin ich, welche nicht ganz schwindelfrei bin froh, um die guten Absicherungen und die Breite des Weges. Er wird, wie es scheint, gut in Ordnung gehalten.

In dieser Stunde eingeschlossen ist eine unnötige „Rundschlaufe“. Nach dieser Brücke führt der Weg rechts hoch. Nach kurzer Zeit zweigt ein Weg nach links ab, den wir verpassen. Wir wandern weiter bergwärts.

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Bis wir auf einem Baum auf der linken Seite eine Wanderwegmarkierung sehen. Also zweigen wir dort ab und wundern uns zwar schon, denn der Weg führt wieder in Richtung Bauen. Kann ja sein, dachten wir, dass er eine Schlaufe macht – bis wir wieder auf dem Weg standen, auf dem wir bereits hoch wanderten. Hättet ihrs gewusst? Links oder rechts? Wir entscheiden uns für rechts und das ist falsch.

Hier fehlt ganz eindeutig eine Wegmarkierung. Also, wenn ihr an diese Stelle kommt: nach links abzweigen!

Retour fahren wir mit dem Dampfschiff Gallia – ohne Umsteigen bis Beckenried.

Morgen wollen wir per Auto nach Isenthal fahren und zum Vorder Bärchi wandern. Vielleicht sehen wir, ob wir heute kurz vor dem Aussichtspunkt waren oder nicht.

Wir wandern halt nicht gern denselben Weg hin- und retour. Obwohl: auf dem Schiff  kurz vor Beckenried, treffen wir den Pächter der Ermitage Beckenried und er gibt uns zu bedenken: „Man hat eine Strecke erst gesehen, wenn man sie einmal in der einen und dann in der anderen Richtung erlebt hat.“ Und ja: schön war es „einewäg“ (so oder so), wie ihr mir bestimmt zustimmen werdet. 

 

Rund um den Golzernsee

Die Postautofahrt ab Amsteg ist bereits den Ausflug wert: gekonnt chauffiert der Fahrer uns die engen, gewundenen Kurven hinauf zur Talstation der Seilbahn Golzern. Unterwegs öffnet sich hie und da der Blick zum Eisenbahngeleise hinunter. Spektakulär! Leider bin ich immer zu spät dran, mit der Kamera, um den Blick einfangen zu können – schon folgt die nächste Kurve oder ein Tunnel verdunkelt die Sicht.

Der Chauffeur ist herausgefordert, den entgegenkommenden PW’s auszuweichen. Im Grunde genommen dürften sie nicht dann die entgegen gesetzte Strecke befahren, wenn ein Postauto auf der Strecke ist. Die Zeiten sind für die Autofahrer klar ausgeschrieben. Denn auf dieser Strasse kann nicht mit dem Postauto gekreuzt werden.

An der Talstation haben wir Glück und können ohne Wartezeit, um 14 Uhr die kleine Seilbahn besteigen.

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Wir wandern rund um den Golzernsee, gönnen uns unterwegs ein verspätetes z’Mittagessen in einem der Restaurant (feine Älplermagronen) und schwimmen im erstaunlich warmen Golzernsee. Wir lassen uns sagen, er sei etwa zwei Grad wärmer als der Vierwaldstättersee, das bedeutet, die Wassertemperatur beträgt um die 26 Grad. Andere Jahre waren wir die einzigen Badenden. Heute nicht. Der Golzernsee scheint sich zu einem beliebten Badesee gemausert zu haben. Dennoch haben wir nicht das Gefühl, er sei von Badegästen „überlaufen“. Die grünen, saftigen Weiden fallen uns auf. Was für ein Gegensatz zu unseren dürren Weideflächen in den Niederungen!

Die gesamte Rundwanderung dauert ca. 1.5 Stunden, ist meist eben – nur am Ende des Sees gibt es eine Steigung, aber das Ganze lässt sich problemlos auch mit Kindern meistern. Wenn man den See nicht ganz umrunden will, sondern nur hin- und zurück laufen möchte, kann man ihn auch per Kinderwagen begehen.

Auf dem Weg werden uns hie und da Kristalle für wenig Geld angeboten, die vor Ort gefunden wurden.

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Wir sind einmal mehr fasziniert davon, dass hier oben etwa 10 Personen ganzjährig leben. Die vielen Lawinennischen, in die sich ein Mensch retten könnte, wäre er bei einem Niedergang unterwegs, zeugen von harten Wintern.

Leider ist die Bahn dafür bekannt, dass man oft lange anstehen muss und einen die Wartenden auch dann nicht vor lassen, wenn man unbedingt das Postauto erreichen möchte, das nur stündlich fährt. Wir haben ein Erlebnis in böser Erinnerung, als wir vor ein paar Jahren, an der Bergstation vergeblich freundlich fragten, ob man uns vor lasse. Unten im damals herbstlichen Nebel froren wir dann fast eine Stunde, weil wir das Postauto knapp verpassten. Die Leute, welche uns oben noch bitten hörten, uns vor zu lassen, stiegen allesamt frisch und fröhlich in ihre Autos und fuhren einer nach dem anderen los. Und es kam keinem in den Sinn, uns zu fragen, ob wir mitfahren wollten. Es gibt zwar unten einen Kiosk, aber der hat nur Aussenplätze. Man kann sich also nicht innen in einem Restaurant beim Warten wärmen. Damals erhielt mein Menschenbild einen kleinen „Knacks“. Nun – dieses Mal stehen wir auch, wie es uns der Seilbahnangestellte vor der Bergfahrt bereits für die Talfahrt prophezeite, 45 Minuten an und verpassen ebenfalls das Postauto wiederum ganz knapp. Es ist im Sommer nicht ganz so schlimm, denn wir gönnen uns Glacés und besuchen kurz das Schau-Kraftwerk. Wobei, soviel zu schauen gibt es da nicht wirklich… Und dennoch geht die Zeit, an der Sonne wartend, schnell vorbei und wir lassen uns beim Dreiklang des Postautos, das dieses Mal vollbesetzt ist, zurück kutschieren.

 

 

Auf dem Eremitenweg Richtung Ruhe und Freiheit

Eine neue Postauto-Verbindung werde es geben, lasen wir. Durchgehend sei sie ab dem 16. Juni und folglich als Rundreise möglich ab Sarnen – Langis – Gfellen – Entlebuch – Luzern – Sarnen oder umgekehrt. Bisher endete die Linie entweder im Langis oder von Entlebuch her in Gfellen. Da wollten wir doch am Eröffnungstag dabei sein!

Das Postauto trug uns hoch bis zum Langis und gewährte uns tolle Blicke auf den Sarnersee. Sarnersee (1 von 1).jpg

In Langis fuhr schon bald das schön geschmückte Postauto der neuen Verbindung vor. Wir wurden zur Feier des Tages mit einem grosszügigen Präsent mit Produkten der Unesco Biosphäre Entlebuch überrascht. Gefüllt unter anderem, nicht etwa mit einem Käse-Müsterli, sondern mit einem ganzen Käse pro Säckli. Um keine falschen Erwartungen zu schüren: das war ein einmaliges Geschenk von PostAuto Region Zentralschweiz, an alle Fahrgäste, welche am ersten Tag diese Linie befuhren.

Wir wollten an diesem Tag nicht bloss „faul“ PostAuto fahren 😉 , sondern auch noch wandern und entschieden uns für den Eremitenweg. Ein Rundweg in Gfellen, den man in etwa 1.25 Std. reiner Wanderzeit schaffen kann.

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Bild von Tobias

Der abwechslungsreiche, kinderwagentaugliche (nur mit Offroadkinderwagen) Weg führt über Wald-, Alp- und Kieswege zu einer Eremitensiedlung aus dem 15. Jahrhundert. Auf der Wanderung begegnet man immer wieder Steinmännchen und Infotafeln zur Geschichte, Kultur und Natur der Gegend.

Der Weg verspricht, in die Ruhe und Freiheit zu führen. Sich loszulösen von Alltagssorgen und Frieden, Ruhe, Freiheit zu finden, kann der Weg dem Wanderer wohl nicht abnehmen, sondern ist eine Einladung und Aufforderung. Wir selber wurden fündig. 😉

Vom WC-Häuschenbild habe ich später zuhause ein Produkt erstellt, das man bei mir beziehen kann. Ein Unikat auf Massivholz. Zwei Zentimeter dickes Holz, darauf die Fotografie und von mir nachkoloriert. Für den Weg habe ich Sandfarbe verwendet, so dass das Bild ein bisschen dreidimensional wirkt. Ich stelle mir vor, dass es in einem stillen Örtchen als Blickfang schön zur Geltung kommen könnte. Oder wie wäre es als Wegweiser zu einem solchen Örtchen? 😉 Das Bild ist 20 x 2 cm gross und kann bei mir unverbindlich besichtigt werden.

Nach der Picknickstelle (mit Grillmöglichkeit), wanderten wir den kurzen Weg zum Wasserfall hoch. Wasserfall (1 von 1)Zurück bei der Picknickstelle, studierten wir nichts, sondern wanderten frisch-fröhlich über die Brücke.

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Und noch weiter bis zur nächsten Brücke, „Entlen“ genannt.

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Von Tobias

Wie selbstverständlich folgten wir dem Weg über die Brücke. An der Strasse angekommen wunderten wir uns: wo sind die Steinmanndli? Etwas stimmt doch hier nicht? Glücklicherweise hatten wir den Plan fotografiert und merkten, dass wir nach dem Picknickplatz dem Weg ein Stück weit hätten zurückfolgen müssen, statt einfach weiter zu wandern. Also machten wir rechtsumkehrt. 😉

Es lohnte sich, denn der Wald- und Wiesenweg war bestimmt schöner, als einfach der Strasse zu folgen.

Zurück bei der Postautohaltestelle Gfellen, reichte es grad noch für ein Kaffee im Restaurant, bevor wir ins Postauto Richtung Entlebuch stiegen. Im Postauto schenkte uns eine Frau Alpenrosen. Diese sind zwar nicht schweizweit geschützt, aber in Luzern und Obwalden schon. Sie hätte sie also auf dem Glaubenbergpass nicht pflücken dürfen. Dennoch erfreuen wir uns nun an ihrem Anblick in unserer Stube. Aber selber hätten wir sie nie zu pflücken gewagt und ich schämte mich auf der Heimreise etwas, solche Blumen bei uns zu haben.

Der Zug brachte uns via Entlebuch und Luzern an unseren Ausgangspunkt Sarnen zurück. Welche wunderschöne Rundtour mit vielen bleibenden Impressionen!

Ergänzung vom 25.6.18: mittlerweile wurde mir von Alpen-Blumenspezialisten glaubhaft gemacht, dass die Alpenrose in gewissen Gebieten der Schweiz wie ein Unkraut wachse und sogar dem Kuhvieh die Weideflächen überwuchern würde. Das mit dem „schützenswert“ für die Alpenrose ist demzufolge wirklich nicht für jeden Kanton anwendbar. Aber in OW und LU gilt das „schützenswert“.

Winteraktivitäten in Nidwalden

Hinweis: dieser Blogbeitrag erschien in leicht angepasster Form, als redaktioneller Artikel in der Winterbeilage des Nidwaldner Blitz vom 22.11.17 Ich bin dort als Freelancerin tätig. Der Beitrag wurde nicht von den erwähnten Unternehmen gesponsert.

„S hät Schnee, juhee, und s git nomeh, s’isch alles wiis veruss! Ich legg mi aa zum Usägah und bliib dä ganz Tag duss!“ Andrew Bond besingt, wie herrlich es ist, sich in der klaren Winterluft und im frischgefallenen Schnee zu bewegen.

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In der vom Schnee überzuckerten Welt die Schneeschuhe montieren und frische Spuren im pulvrigen Weiss zu hinterlassen, was gibt es Wundervolleres? Wo kann man aber im Kanton Nidwalden schneeschuhwandern? Oder wo winterwandern, wenn man keine speziellen Schuhe anziehen möchte? Eine längere Plausch-Schlittenfahrt – wo ist dies in der Region möglich?

Über dem Nebelmeer auf der Klewenalp-Stockhütte

Der Hausberg Beckenrieds liegt deutlich über der Nebelgrenze. Spaziergänger können auf gepfadeten Winterwanderwegen unterwegs sein. Ein schöner Weg ist derjenige rund um den Klewenstock. Dauer dieser Rundwanderung: 1 Stunde. Ein Trail für Menschen, welche sich lieber auf Schneeschuhen durch den Schnee bewegen, startet bei der der Schneebar. Folgen Sie dem markierten Schneeschuhwanderweg in Richtung Twäregg. Dort angekommen, entscheiden sie, ob Sie zurück zur Klewenalp oder noch weiter zur Stockhütte hinunter wandern und von da mit der Gondelbahn und dem Postauto an den Ausgangspunkt fahren möchten.  Die reine Wanderzeit für die Route Klewenalp-Stockhütte beträgt ungefähr 1.5 Stunden. Möchten Sie sich auf Stockhütte nicht von der Gondel nach Emmetten bringen lassen, können Sie in einer weiteren Stunde hinunter wandern. (520 Meter Höhendifferenz) Wer keine Schneeschuhe mitbringt, kann diese bei der Arena Station in der Bergstation für CH 65.—mieten. (Preise Winter 2016). Der längste Schlittelweg der Region Luzern-Vierwaldstättersee mit 9 km führt von der Klewenalp über die Stockhütte bis nach Emmetten hinunter. Die Klewenalp bietet geführte Schneeschuhwanderungen, Mondscheintouren und Nachtschlitteln an.

Die Ruhe der Natur in Niederrickenbach

Im bevölkerungsmässig kleinsten Teil der politischen Gemeinde Oberdorf, auf 1200 Metern Höhe, liegt Niederrickenbach. Im Volksmund Maria-Rickenbach genannt. Die Luftseilbahn LDN ab Dallenwil eröffnet den Gästen bereits auf der Bergfahrt ein wunderschönes Panorama. Sowohl präparierte Winterwanderwege, wie gut markierte Schneeschuhtrails, entführen die Besucher in eine ruhige Schneelandschaft abseits des Rummels. Alle Touren sind lawinensicher ausgesteckt. Nach der Bewegung an der frischen Luft, wärmt ein Fondue im „Pilgerhaus“ Leib und Seele. Es werden geführte Touren angeboten. Informationen über das Telefon der LDN-Talstation 041 628 17 35, wo auch Schneeschuhe und Stöcke vermietet werden.

Geheimtipp für Vogelfreunde auf dem Wirzweli

Dallenwil ist nicht nur Ausgangspunkt für die Fahrt auf Niederrickenbach, sondern auf der anderen Talseite geht’s hinauf zum Wirzweli. Ein Gratis Shuttle Bus fährt die Wirzweligäste gegen telefonische Voranmeldung, vom Bahnhof Dallenwil direkt zur Talstation der Luftseilbahn Dallenwil – Wirzweli. Für Anreisende per Auto stehen rund 300 gebührenpflichtige Parkplätze zur Verfügung. Eine der möglichen 30 km Winterwanderwege, ist diese: Wirzweli – Gummenbahn (15min) – Alp Langboden (45min) – Dürrenboden (15min) – Vorderegg – Ronenhütte (30min) – Gummenalp Bergstation (20min), Talfahrt mit Seilbahn – Talstation – Wirzweli Bergstation. Es gibt einen 5 km langen, kombinierten Schlittel-Wanderweg. Schlitten können im Restaurant Waldegg auf Wirzweli gemietet werden. Direkt bei der Bergstation der Wirzwelibahn befindet sich der Bergladen mit Vermietcenter und Schneesportschulbüro. Schneeschuhe und Stöcke können hier gemietet werden. Der Eulenpfad mit lebenden Eulen und Uhus, ist ein kleiner Geheimtipp für Vogelfreunde.

Nach der Winterwanderung gibt’s ein Fondue auf dem Niederbauen

Auch hier kann man an der Talstation Schneeschuhe mieten und sich über geführte Touren mit anschliessenden Fondue-Essen informieren. Eine 8-Kabinenbahn führt Sie ab Emmetten auf 1575 Meter Höhe. Ausgangspunkt von verschiedenen Schneeschuhrouten, ist das Restaurant Niederbauen, welches sich direkt an der Bergstation befindet.

Wandertouren in einer Märchenlandschaft auf der Bannalp

Die Bannalp befindet sich auf 1600 Meter über Meer oberhalb von Wolfenschiessen, im Engelbergertal. Sie ist mit einer Luftseilbahn ab Oberrickenbach erschlossen. Die Bergstation Chrüzhütte ist der Startpunkt von Schneeschuhtouren und Winterwanderwegen in einer verträumten Bergwelt.

Auf dem ob- oder nidwaldnerischen Trübsee?

Wussten Sie, dass der Trübsee nicht zu Ob-, sondern zu Nidwalden gehört? Die Titlis-Bahn startet im obwaldnerischen Engelberg. Trübsee, Gerschnialp oder Engelberg bieten ein Winterwandernetz von 50 Kilometern und eine Schlittelstrecke ab Gerschnialp. Wie wäre es, am Ende eines Wintersporttags im Iglu zu übernachten? Ein Expeditionsschlafsack, welcher für Temperaturen von bis zu minus 40 Grad hergestellt wurde, liegt auf einem flauschig weichen Bett aus Schaffellen bereit.

Für alle Trails gilt: bitte betreten Sie die Wildruhezonen nicht.

Geheimtipp 

Schneeschuhtrails, Winterwanderwege und Schlittelplauschabfahrten sind ideale Möglichkeiten, sich als ganze Familie in glitzernden, pulvrigen Berg-Schneelandschaften Nidwaldens zu vergnügen. Eine ganz andere Möglichkeit, sich im Winter aktiv zu bewegen, bietet die Kanuwelt Buochs an. Denn auch in der kalten Jahreszeit kann man durchaus Kanufahren. Die Landschaft ist ruhiger und idyllischer, als im Sommer. In dieser Ruhe, warm eingepackt über den See zu gleiten, entführt in eine andere Welt. Sogar ein Fondue-Plausch in der Gruppe ist buchbar. Oder wie wäre es mit einem Eskimorollentraining im Hallenbad?

 

 

Beachten Sie die Revisionen der Bergbahnen:

Klewenalpbahnen, Wirzweli und Bannalp bis 1. Dezember

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Wanderung Biel Kinzig – Urigen

Jeden Herbst wandern wir auf der Schächentalerhöhenweg-Seite, denn sie ist sonnenbeschienen und die farbigen Laubbäume geben einen wunderschön lieblichen Kontrast zur gegenüberliegenden, felsigen und schattigen Seite. Hier Facebookfotos einer Wanderung 2011 mit einem abenteuerlichen Bähnchen.

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Das Auto lassen wir an der Talstation der Ruogigbahn stehen, nehmen aber die Biel Kinzig, nicht die Ruogigbahn. Im Bähnchen begrüsst uns Poesie meiner lieben Freundin Blanca Imboden.

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Meist entscheiden wir uns für eine Teilstrecke auf dem Schächentalerhöhenweg selbst. Aber die Auswahl an Wanderungen ist gross, was dieser Wanderweg, der uns ein Schmunzeln entlockte, bezeugt:

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Wir wählen den Orchideenweg, den wir noch nie begingen, hier nicht mal auf den vielen Wanderwegzeichen ersichtlich. Der erste Wanderweg, welcher rechts nach der Bergstation Biel Kinzig abzweigt, ist der Orchideenweg. Diese seltenen Wildpflanzen sehen wir leider nicht mehr blühend, denn dafür ist es von der Jahreszeit her zu spät. Der Weg führt zuerst durch einen Wald und immer wieder herzigen Bächlein entlang.

Wir staunen über die Holzkanäle, welche vermutlich viele  Arbeitsstunden für den Unterhalt benötigen. Manchmal ist der Pfad sehr schmal und ich staune ein zweites Mal: nämlich über meinen Mut. 😉

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Wir machen nicht die Rundwanderung, welche mit „Gangbachweg“ ausgeschildert ist, sondern wandern immer weiter, Richtung Urigen.

So schön, werden sie hier noch Tristen. gebaut!

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Immer wieder erhascht man einen Ausblick ins Tal.

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Vorbei geht der Weg an schönen, alten Holzhäusern und einem Bauernbetrieb mit Direktvertrieb von Sirup, Käse, Fleisch und anderen Köstlichkeiten. Und immer wieder Bächlein, Kühe, saftige Alpweiden. Ideal, um die Seele baumeln zu lassen.

Wir sind gespannt darauf, wie die Baumgruppe in Urigen aussieht, welche ich jedes Jahr fotografiere. Sie stehen nicht mehr in so üppigem Laub, wie sonst, aber es ist dennoch eine Freude, sie zu sehen und ich wünsche ihnen ein langes Leben. 😉

Die reine Wanderzeit Biel Kinzig bis Urigen beträgt 2.5 Stunden. Die kleinen Höhenunterschiede sind nicht der Rede wert und abgesehen vom schmalen Weg am Anfang im Wald und über die etwas abschüssige Bergmatte, ist diese Wanderroute als einfach einzustufen. Auch ich mit meiner Höhenangst schaffte es gut. 😉

Wir haben Glück: das Posthotel/Restaurant in Urigen hat grad noch heute offen. Die Winterschliessung erfolgt wetterbedingt jedes Jahr ein paar Tage früher oder später.

Nach einer Stärkung im Restaurant fahren wir per Postauto an den Ausgangspunkt zu unserem parkierten Auto zurück. Der Postautochauffeur gibt uns historische Einblicke in einen Marchstreit zur Ruosalp. Achtung, dieser Postautokurs fährt nur viermal pro Tag! Seltsam, dass er unterwegs eine Pause von 20 Minuten einlegt.

Obwohl das Wetter sich nicht von seiner strahlendsten, wolkenlosen Seite zeigte, haben wir die Wanderung im Urnerland einmal mehr genossen.

Fuchsjagd in der Lenzerheide #Foxtrail #Muntanella

Wir alten Fuchsjäger haben den Foxtrail-Fuchs schon hie und da mit viel Spass gejagt – aber eingeholt und gefangen haben wir ihn bisher noch nie. 😛 Ob uns das auf dem ersten Bergtrail in der Lenzerheide endlich gelingen wird? Dieser Blog ist nicht gesponsert worden, aber wir haben von Travelita via Twitter zwei Tickets geschenkt bekommen. Für den Junior (16) können wir ein vergünstigtes Ticket via Cumulusaktion der Migros beziehen.

Zuerst dürfen die Beine noch ausruhen – per Postauto und Bergbahn fahren wir dem Fuchs, der einigen Vorsprung hat, nach.

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Auf Heidbühl geniessen wir auf einer der Holzliegen, welche für Wanderer bereit stehen, das Panorama und stärken uns mit Speis und Trank für die bevorstehende „Schnitzeljagd“. Doch nach nicht mal 10 Minuten merken wir, dass eine nächste Familie, welche offensichtlich ebenfalls auf Foxtrailtour ist, uns von hinten „aufrollen“ will. Sie laufen dann aber wie wir beim nächsten Posten zuerst der falschen Duftspur nach. (Hinweis an die Organisatoren: der eine Duft ganz links funktionierte bei uns nicht – und der gesuchte war zuwenig intensiv.) Wir marschieren etwas zügiger bergab und hängen unsere Verfolger bald ab. Apropos bergab: wer nicht gern längere Zeit steil bergab wandert, für den ist dieser Bergtrail womöglich nicht geeignet – oder nehmt Bergstöcke mit!

Der Trail führt uns durch eine abwechslungsreiche Naturlandschaft. Wir geniessen sie mit allen Sinnen. Zum Beispiel, indem wir unsere Füsse im eiskalten Bergbächlein erfrischen – dies ist kein offizieller Part des Trails. 😉

Die Posten sind wie bisher auf jedem Trail erlebt, sehr fantasie- und liebevoll gestaltet.

Wenn ich solche Einrichtungen sehe, denke ich jedesmal, dass der Preis halt doch berechtigt ist. Foxtrail ist mehr, als einfach auf einem ausgeschilderten Themenweg zu wandern oder einen Geocache zu suchen, obwohl wir beides ebenfalls gern machen. Ich erwähne dies nur, weil auf TripAdvisor Bemerkungen über die Preise fallen und Leute meinen, man könne auch gratis Abenteuer mit der Familie erleben. Doch solche Vorrichtungen, wie ich sie auf jedem Foxtrail erlebe, benötigen einen Unterhalt, damit sie einwandfrei für jede Verfolgungsgruppe funktionieren. Und auch die Administration, die Gratis-Hotline und die Benutzung des öffentlichen Verkehrs, in unserem Fall des Postautos und der Bergbahn, kosten etwas. Die Posten sind manchmal vom Schwierigkeitsgrad her sehr einfach – so dass eine Familie die kleinen Kinder raten lassen kann. Und dann gibt es aber auch andere, bei denen Teamwork und Köpfchen gefragt sind. Wir haben allerdings schon schwierige Trails als den Muntanella absolviert. Für uns hätte er ruhig etwas herausfordernder sein dürfen. Dieses Mal benötigen wir Tipps der Hotline nicht, wie auf anderen Trails, auf denen wir manchmal schon fast verzweifelten.

Besonders originell ist beim Muntanella das Brettchen, welches man an der Talstation der Bergbahnen Heidbühl erhält. Dieses behält man die ganze Zeit hindurch, gestaltet es und auf einmal wird es zu einem Schlüssel, der nur dann funktioniert, wenn man vorher alle Anweisungen schön sorgfältig befolgt hat. Feinduftendes Holz, passend zur Naturkulisse, das zuhause zum schönen Souvenir wird.

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Muntanella führt einem vorbei an den attraktivsten, lauschigsten, ruhigsten, aber auch belebtesten Plätzen der Lenzerheide. Im Dorf selber trifft man da hie und da auf andere Verfolger, welche aber wohl den kürzeren Lenzerheide-Foxtrail, nämlich den Anda gewählt haben.

Wir benötigten für den Trail die ausgeschriebenen 3 Stunden, aber nahmen es gemütlich – mit dem erwähnten kurzen Picknick und Füssebaden. Mein Handy, das Schritte und Wanderzeiten zählt, sagte, dass wir zwei Stunden reine Laufzeit absolvierten. Dies sollte also auch mit jüngeren Kindern gut zu bewältigen sein. Wir hatten auf unserem ersten Foxtrail noch nicht den Mut, auch selber mal eine Pause einzulegen. Aber ich finde, diese Freiheit sollte man sich nicht nehmen lassen. Wenn man bei Eichhörnchen, welche sich füttern lassen (Tipp: ganze Haselnüsse einpacken. 😉 )

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und einem Spielplatz

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vorbeikommt, kann man die Kinder eh nicht so schnell vorwärts treiben. Klar ist es wichtig, die gebuchte Startzeit einzuhalten, aber unterwegs verteilen sich dann die Gruppen eh…. In diesem Zusammenhang ein Tipp: unterwegs kommt man an mehr als  einem Restaurant vorbei. 😉

Nach dem obligaten Schlussfoto,

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dürfen wir bei einem Siegerapéro zusammen auf die erfolgreiche Tour anstossen, auch wenn uns der schlaue Fuchs wieder entwischt ist. 😛 Doch, ihn zu erwischen wäre ja langweilig, denn wir möchten noch so manche Foxtrailtour machen. 😀

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Warum für uns die 4-Seen-Wanderung eine 8-Seen-Wanderung ist.

Unsere mittlere Tochter, mein Mann Andy und ich, entschliessen uns, an Maria Himmelfahrt, Feiertag in Nidwalden, die 4-Seen-Wanderung unter die Füsse zu nehmen. Sie ist für uns aber eine 8-Seen-Wanderung.

  1. See – Vierwaldstättersee
    Wir starten am Ufer unseres schönen Vierwaldstättersees. Das heisst, zuhause ab der Postautostation Beckenried Hungacher unsere Tour und fahren per Poschi nach Stans. Dort lösen wir ein spezielles RailAwayangebot mit 20 Prozent. Wir können uns entscheiden, ob wir im Preis inbegriffen, die Sesselbahn auf den Jochpass oder die Sesselbahn vom Jochpass zum Engstlensee hinunter benutzen möchten und wählen die Bergfahrt auf den Jochpass. Die Zentralbahn führt uns zusammen mit vielen Indern nach Engelberg. Seitdem die Bahn durch den Tunnel fährt und nicht mehr ein Zahnrad einhängen muss, sind wir noch nie mit der Bahn nach Engelberg gefahren. Schade für das tolle Erlebnis mit dem Einhängen des Zahnrads, dem steilen Zugwaggon, in dem man einen Rucksack von „oben nach unten“ rollen lassen konnte und um die schöne Aussicht – welches jetzt nur noch Erinnerung ist. Doch die Touristen wollen halt immer schneller von A nach B kommen, das Unterwegssein als Erlebnis, ist nicht mehr so wichtig. Am Bahnhof in Engelberg müssen wir das RailAwayticket umwechseln in Tickets für die Gondelfahrt nach Trübsee. Auch hier bei der Talstation der Bergbahnen merken wir, dass wir schon lange nicht mehr hier zu Gast waren, obwohl wir ja keinen langen Anfahrtsweg haben. Die Station wurde in den letzten Jahren stark modernisiert. Beim Verlassen der Talstation, mit einem Blick zurück, staunen wir über die grosse Anzahl an parkierten Cars. Diese Massen an Menschen sind alle da oben? Wow!
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    Und noch etwas sehen wir im Blick nach unten:
  2. See – Eugenisee
    Der Eugenisee liegt mitten in Engelberg. Aber klar – die Wanderung hat ja noch nicht wirklich begonnen und so ist es für uns klar, dass dieser kleine, härzige See nicht zur 4-Seen-Wanderung hinzugezählt wird.
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  3. See – Trübsee
    Wir verlassen die Gondeln auf Trübsee und bewundern diesen See, wie wenn wir ihn das erste Mal in unserem Leben sehen würden. Er ist einfach jedes Mal eine Augenweide. So malerisch gelegen. Eine Postkartenidylle. Wir folgen dem See bis zur Talstation der Sesselbahn auf den Jochpass . Ein paar kurze Gehminuten, um uns einzuwärmen. 😉
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    Während der Sesselbahnfahrt beobachten wir die Bauarbeiten zu einer neuen Mountainbikeroute.

    Als wir die Sesselbahn verlassen, fragen wir uns, warum das Jochseeli nicht offiziell zur 4-Seen-Wanderung gezählt wird.

  4. See – Jochseeli
    Ein kleines, härziges Seeli. Wir sehen Kinder, welche dort Rutschbahn fahren können.
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    Unser Weg führt uns nun bergab und schon von weitem sehen wir ihn: den
  5. See – Engstlensee
    Der Weg ist teilweise etwas steil, aber gut begehbar und man erreicht den Engstlensee in kurzer Zeit.

    Wir picknicken an seinem Ufer, entdecken ein Murmeltier, freuen uns über den Besuch eines Bläulings
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    und staunen nicht schlecht, weil wir zufällig die Eltern meines Gottenkindes treffen. Schade, fährt ein Auto mit ausländischem Kennzeichen, dessen Fahrerin wohl unsere Signalisationen nicht kennt, dem See entlang. Jeder Wanderer wundert sich – nur die Fahrerin und deren Insassen nicht. Der Parkplatz wäre nicht so weit entfernt. Übrigens befindet sich dort auch eine Postautohaltestelle. Es gäbe die Möglichkeit, hier mit dem Postauto nach Innertkirchen zu fahren. Die Häuser der Engstlenalp sind sehr malerisch.

     

    Nun steigt der Weg etwas an und wird kurz eine klitzekleine Herausforderung für mich, denn auf einer Seite ist er ein bisschen abschüssig. Aber ihr merkt es: klitzeklein und ein bisschen…. Er ist immer mindestens 40 Zentimeter, ja teilweise bis über einen Meter breit und so ist er auch für mich ganz gut zu bewältigen.

     

    Im Restaurant der Tannalp gönnen wir uns etwas zu Trinken und einen feinen Meringue-Glacételler! Zu dritt schaffen wir diese grosse Portion. 😉

  6. See – Tannensee

    In etwa 20 Minuten Wanderzeit erreichen wir den Damm des Tannensees und besteigen dort für 3 Stationen den gut besetzten Fruttli-Zug. (Tannendamm bis Distelboden – 3 Stationen Fr. 6.–/Person. Die ganze Strecke wäre Fr. 10.–)
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    Doch wir möchten nicht die gesamte Strecke fahren, sondern auch den letzten See zu Fuss erreichen: den

  7. See – Melchsee
    Auch hier staunen wir über die Neubauten und merken, wie lange wir nicht mehr da waren, an diesem uns im Grunde genommen, gut bekannten Ort. Wir fragen uns, ob man etwas bezahlen muss für die Liftfahrt beim imposanten Gebäude. Nein, sie ist gratis. Der Blick oben über den Melchsee ist wunderschön.

    Die Gondelbahn bringt uns hinunter auf die Stöckalp. Auch diese runde Gondelbahn war für uns neu – wir kannten nur die alten Gondelis. Sie sind zwar rund, drehen aber entgegen unserer Erwartungen nicht, während der Fahrt. Per Postauto fahren wir nach Kerns und erblicken auf der Fahrt einen weiteren See.
  8. See – Sarnersee
    In Kerns wollen wir umsteigen auf ein weiteres Postauto, das uns über Ennetmoos nach Stans bringen soll. Aber wir haben den Fahrplan falsch studiert, denn dieser Kurs fährt am Feiertag vom 15.8. leider nicht. So müssen wir eine halbe Stunde aufs weitere Poschi warten, das uns an den Sarner Bahnhof fährt und dort einen Aufpreis bezahlen, um via Hergiswil nach Stans mit der Zentralbahn zu fahren. Im Zug bestaunen wir den schönen Alpnachersee, der ja aber ein Teil des Vierwaldstättersees ist. 😉 Das Postauto in Stans bringt uns wieder nach Hause und beendet unsere tolle Rundtour.Die reine Wanderzeit, ohne Abkürzungen mit Bahnen würde 6.5 Stunden betragen. Wir selber wanderten so wie beschrieben etwa 2 Std. 45 Minuten. Wenn man die Sesselbahn zum Engstlensee und die gesamte Strecke des Fruttli Zugs benutzen würde, würde die Wanderzeit vielleicht noch etwa 1 Std. 45 Minuten betragen. Statt mit der Gondelbahn nach Stöckalp, könnte man auch Trottinette mieten. Dies haben wir ein anderes Mal ausprobiert, aber ich fand damals, dass die Strecke per Trotti nicht ganz ungefährlich sei, aufgrund von Kieselsteinen auf dem Asphalt…..

Auf der ungewohnt anderen Seite des Schächentals

Seit Jahren gehört es zum Herbst, dass wir eine Wanderung auf dem Schächentaler Höhenweg (Kanton Uri) unternehmen und diese wunderschöne Baumgruppe in Urigen jedes Jahr fotografieren. Sie fasziniert einfach immer wieder aufs Neue und das findet dann auch unsere Nidwaldner Zeitung, welche das Leserbild gern Jahr für Jahr abdruckt. 😉

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Wir haben diese Talseite schon auf diversen Abschnitten bewandert und Bahnfahrten in kleinen und einmal sogar einer offenen Kabine gewagt. Auch im Winter ist die Begehung dieses sonnigen Hangs mit Schneeschuhen ein empfehlenswerter Tipp. Denn die Winterlandschaft ist fernab jeglichen Massentourismus herrlich ruhig. Und immer haben wir auf die gegenüberliegende Talseite geguckt. Sie lag jeweils im Schatten und wirkte rauh, gar „gfürchig“ (furchteinflössend). Ob man „da drüben“ auch wandern kann?

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Früheres Bild von einer Herbstwanderung. Blick auf die gegenüberliegende, dunkle Talseite. 😉

Gestern wagten wir es. Denn die Talseite wirkt ja im Herbst/Winter dunkel. Im Sommer ist sie bestimmt auch sonnenbeschienen, nahmen wir an und das sollte sich als richtige Annahme heraus stellen.

Weil die Parkplatzmöglichkeiten in Flüelen manchmal etwas schwierig sind, parkieren wir als Ausgangspunkt unserer Wanderungen meistens beim Parkplatz der Ruogigbahn, Brügg (Bürglen). Dort stiegen wir auch dieses Mal wieder ins Postauto, das uns bis zum Hotel Balm kutschierte. Hier pausierte es fahrplanmässig eine Stunde und deshalb nahmen wir den etwa 30 minüten Aufstieg zum Klausenpass (1948 Meter über Meer) zu Fuss in Angriff. Da ich stark erkältet bin, musste ich unterwegs einmal inhalieren. Dieser Weg ist leider nicht sehr interessant, folgt unterhalb der Haupstrasse mehr oder weniger auf einem ausgetretenen Kuhpfad. Auf der Klausenpasshöhe fand gerade ein Käsemarkt statt. Wir deckten uns mit Fleisch, Käse und Yoghurt ein und begannen die eigentliche Wanderung auf dem „naturkundlichen Höhenweg Schächental“ auf der anderen, für uns ungewohnten Talseite. Bis zur Chammlialp führte uns der Weg auf einem bequemen, breiten leicht ansteigenden Wanderweg bergaufwärts.

Die Wanderroute ist abwechslungsreich, führt sie doch an vielen Alpen vorbei, an Felswänden, buschigem Gebiet, kleinen Seen, Bächen, Brücken.

Immer wieder lockt die tolle Fernsicht, einen Fotohalt einzulegen. Dieses Mal auf die uns bekannte Seite des Schächentaler Höhenwegs und in die Tiefe. Wir staunen über die Häuser, welche auf der gesamten Hanglänge verstreut liegen, wie wenn sie von der Hand eines Riesen hingeworfen worden wären.

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Während unseres Zvierihalts, bei dem wir den währschaften Käse und die anderen feinen Sachen, welche wir auf der Klausenpasshöhre gekauft hatten, genossen, hörten wir Murmeltierpfiffe und meinten, sie auch gesehen zu haben (sind uns aber nicht ganz sicher). Nebst Kühen begegneten uns auch zwei Esel.

Ab Chammlialp gings dann stetig bergab und geradeaus bis Wannelen.

Auf diesem Link steht, die Tour sei leicht. Geübte Tourenführer, welche solche Schwierigkeitsgrade angeben, haben es aber wohl nie mit Menschen wie mir zu tun, denen es ab und zu schwindlig wird, wenn sie auf einem Weg laufen, der entweder auf der einen oder gar auf beiden Seiten steil abfällt. Wir wandern viel, meiden aber aus Rücksicht auf mich, Gratwanderungen oder sehr schmale Wanderwege, sprich solche, welche weniger als zwei Fuss breit sind und ungesichert auf einer Seite steil abfallen. Diese Tour hier schaffte ich ohne Angstattacken. Aber sie war an ein, zwei Stellen grenzwertig. Also ich persönlich bezeichne sie deshalb nicht als „leicht“, sondern als „mittelschwer“. Nur aus dem einen Grund, weil sie ein paar wenige Stellen enthält, auf denen der Weg etwas ausgesetzt ist. Auf der Webseite besagtem Links steht, man benötige 3 Std. für die Tour. Wir liefen zügig, hatten aber zusammen mit dem Aufstieg zur Klausenpasshöhe insgesamt 3.5 Std.

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In Wannelen führte uns eine Bahn (ohne Stützmasten – spektakulär) nach Ribi und das Postauto an unseren Ausgangspunkt Brügg/Bürglen zurück.

Bestimmt ist dies auch für Kinder eine tolle Wanderung. Dort wo der Weg schmaler und steiler wird, würde ich sie ermahnen, nicht zu rennen – oder sie gar an die Hand nehmen. Aber ansonsten ist sie mit gutem Schuhwerk auch für Familien geeignet. Viel Wanderspass!