Rund um den Golzernsee

Die Postautofahrt ab Amsteg ist bereits den Ausflug wert: gekonnt chauffiert der Fahrer uns die engen, gewundenen Kurven hinauf zur Talstation der Seilbahn Golzern. Unterwegs öffnet sich hie und da der Blick zum Eisenbahngeleise hinunter. Spektakulär! Leider bin ich immer zu spät dran, mit der Kamera, um den Blick einfangen zu können – schon folgt die nächste Kurve oder ein Tunnel verdunkelt die Sicht.

Der Chauffeur ist herausgefordert, den entgegenkommenden PW’s auszuweichen. Im Grunde genommen dürften sie nicht dann die entgegen gesetzte Strecke befahren, wenn ein Postauto auf der Strecke ist. Die Zeiten sind für die Autofahrer klar ausgeschrieben. Denn auf dieser Strasse kann nicht mit dem Postauto gekreuzt werden.

An der Talstation haben wir Glück und können ohne Wartezeit, um 14 Uhr die kleine Seilbahn besteigen.

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Wir wandern rund um den Golzernsee, gönnen uns unterwegs ein verspätetes z’Mittagessen in einem der Restaurant (feine Älplermagronen) und schwimmen im erstaunlich warmen Golzernsee. Wir lassen uns sagen, er sei etwa zwei Grad wärmer als der Vierwaldstättersee, das bedeutet, die Wassertemperatur beträgt um die 26 Grad. Andere Jahre waren wir die einzigen Badenden. Heute nicht. Der Golzernsee scheint sich zu einem beliebten Badesee gemausert zu haben. Dennoch haben wir nicht das Gefühl, er sei von Badegästen „überlaufen“. Die grünen, saftigen Weiden fallen uns auf. Was für ein Gegensatz zu unseren dürren Weideflächen in den Niederungen!

Die gesamte Rundwanderung dauert ca. 1.5 Stunden, ist meist eben – nur am Ende des Sees gibt es eine Steigung, aber das Ganze lässt sich problemlos auch mit Kindern meistern. Wenn man den See nicht ganz umrunden will, sondern nur hin- und zurück laufen möchte, kann man ihn auch per Kinderwagen begehen.

Auf dem Weg werden uns hie und da Kristalle für wenig Geld angeboten, die vor Ort gefunden wurden.

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Wir sind einmal mehr fasziniert davon, dass hier oben etwa 10 Personen ganzjährig leben. Die vielen Lawinennischen, in die sich ein Mensch retten könnte, wäre er bei einem Niedergang unterwegs, zeugen von harten Wintern.

Leider ist die Bahn dafür bekannt, dass man oft lange anstehen muss und einen die Wartenden auch dann nicht vor lassen, wenn man unbedingt das Postauto erreichen möchte, das nur stündlich fährt. Wir haben ein Erlebnis in böser Erinnerung, als wir vor ein paar Jahren, an der Bergstation vergeblich freundlich fragten, ob man uns vor lasse. Unten im damals herbstlichen Nebel froren wir dann fast eine Stunde, weil wir das Postauto knapp verpassten. Die Leute, welche uns oben noch bitten hörten, uns vor zu lassen, stiegen allesamt frisch und fröhlich in ihre Autos und fuhren einer nach dem anderen los. Und es kam keinem in den Sinn, uns zu fragen, ob wir mitfahren wollten. Es gibt zwar unten einen Kiosk, aber der hat nur Aussenplätze. Man kann sich also nicht innen in einem Restaurant beim Warten wärmen. Damals erhielt mein Menschenbild einen kleinen „Knacks“. Nun – dieses Mal stehen wir auch, wie es uns der Seilbahnangestellte vor der Bergfahrt bereits für die Talfahrt prophezeite, 45 Minuten an und verpassen ebenfalls das Postauto wiederum ganz knapp. Es ist im Sommer nicht ganz so schlimm, denn wir gönnen uns Glacés und besuchen kurz das Schau-Kraftwerk. Wobei, soviel zu schauen gibt es da nicht wirklich… Und dennoch geht die Zeit, an der Sonne wartend, schnell vorbei und wir lassen uns beim Dreiklang des Postautos, das dieses Mal vollbesetzt ist, zurück kutschieren.

 

 

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