„Los, we s trichled…“ – Der Brauch des Trichelns in Beckenried, Nidwalden

Walter Käslin (+1998) Beckenrieder Mundartdichter beschrieb den archaischen Brauch folgendermassen: «Los, we s trichled uf de Gasse: wumm und wumm und wumm und wumm! Näi, das isch de nid zum Gschpasse, der liäb Samiglais gaad um….»

Heute hegen die Kinder vermutlich keine Angst mehr vor dem Samichlaus, aber das «Wumm und Wumm» der Trichler ist immer noch ein eindrückliches, Gänsehaut erzeugendes Erlebnis.

Ein festverankerter Brauch mit wechselhafter Geschichte

Lärmfeste haben ihren Ursprung bei den Germanen. Sie versuchten, mit Lärm und Licht Dämonen zu vertreiben. Heute pflegt man diese althergebrachten Traditionen wohl mehr, um mit Ritualen ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu zelebrieren. Der Samichlais-Iizug stammt aus dem 16. Jahrhundert. Seit 83 Jahren ist der Turnverein Beckenried für die Organisation verantwortlich. Das Dorf wuchs kontinuierlich und der Brauch musste sich dauernd anpassen. Doch vieles hielt allen Veränderungen stand. Einerseits sind dies Trichler, welche teils seit 60 Jahren treu dabei sind. Andererseits bestehen dieselben Hauptelemente seit Jahrzehnten. Nebst den Trichlern sind das: der Samichlais mit den Schmutzlis, Hornbläser (seit 1978), Iffelen (Laternen in Bischofmützenformen), Geisslechlepfer und Fackelträger. Eine Trichel ist eine Kuhglocke. Diese wird im Takt hin- und hergeschwenkt. Wenn man heutzutage den unendlich langen Zug der rund 500, in weissen Burdihemden eingekleideten Trichler bestaunt, ist es fast nicht auszudenken, dass es anfangs der 1960-er Jahre einen Teilnehmer-Einbruch gab. Es waren nur noch etwa 12 Trichler dabei. Doch nachdem diese auf Werbetour im ganzen Kanton gingen und man Tricheln und Burdisäcke ausleihen konnte, begann ein regelrechtes Trichlefieber um sich zu greifen. 1964 waren es bereits 80 Männer, welche dem Samichlais-Brauchtum zu neuem Schwung verhalfen.

Besonderheiten des Beckenrieder-Trichelns

In Siebnerreihen schreiten die Männer durchs Dorf, von Fackelträgern begleitet. Auch manch ein Heimweh-Beckenrieder reiht sich gern ein, aber die Aufstellung ist hierarchisch. In der ersten Reihe der Trichlerschar dürfen der amtierende Beggo-Zunftmeister und die neu gewählten Älplerhauptleute tricheln, nebst denjenigen Männern, welche seit Jahrzehnten dem Brauch treu geblieben sind. Wenn der lange Marsch auf dem Dorfplatz ankommt, formiert sich ein Kreis um den Samichlais. Nach einigen Minuten des Umkreisens, folgt der Höhepunkt, das Uistrichle. Dies meint, dass der vorher gleichmässige Trichlertakt in ein wildes Schellen mündet.

Diese 10 Fotos habe ich von Kobi Christen erhalten. Die anderen Fotos stammen von mir.

Für Nachwuchs ist gesorgt

Ähnlich wie beim Schellen-Ursli, der Kindergeschichte aus dem Bündnerland, suchen sich die Beckenrieder-Kinder eine möglichst grosse Trichle. Am Mittwoch vor dem Samichlais-Iizug, haben sie ihren grossen Tag: das Buebä-Trichlä. Auch wenn der Anlass von früher her so genannt wird, dürfen Mädchen ebenfalls mit machen. In Zweierreihen, nach der Grösse der Trichle eingeordnet, ziehen sie quartiersweise trichelnd durch die Strassen. Der Buebä- Samichlais geht von Haus zu Haus und sammelt Geld, das am Schluss nach Trichlergrösse verteilt wird.

Gerade jetzt, währenddem ich an diesem Blog schreibe, ziehen die Schulkinder trichelnd vor unserer Wohnung vorbei. Von soeben:

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Mir fiel grad auf, dass die Kinder bequemere Traggurte für die Trichle haben, als noch vor Jahren. Wahrscheinlich werden die Eltern innovativer, um ihren Kindern das stundenlange Tragen der schweren Kuhglocken zu erleichtern. 😉 Ein Bild, als Tobias noch mittrichelte (im Bild ganz links).

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Einen Wunsch haben die grösseren Kinder, welche den Anlass ohne erwachsene Hilfe organisieren: bitte liebe Eltern, lasst eure Kinder alleine mitmachen und begleitet sie nicht. Und eine weitere Bitte an alle Besucher des Samichlais-Iizugs: bitte fotografiert ohne Blitz.


Diesen Samstag, 2. Dezember ist es wieder so weit: der Samichlaus-Markt und Samichlaus-Einzug mit rund 500 Trichlern wird bestimmt wieder ein beeindruckender, stimmungsvoller Auftakt in die Advents- und Weihnachtszeit sein. Um 16 Uhr werden wir zudem das Konzert von Joy of Life in der katholischen Kirche Beckenried geniessen.


Dieser Beitrag wird in leicht abgeänderter Form im Nidwaldner Blitz erscheinen, den alle Nidwaldner morgen im Briefkasten vorfinden werden.

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Autismus – Im Gespräch mit Reto Odermatt, Präsident Verein Autismus deutsche Schweiz und seinem Sohn Marco Odermatt, Autist

Diesen Artikel habe ich für den Nidwaldner Blitz verfasst. Publikation am 7. November 18

Sie ecken vielfach an, werden gar als frech empfunden, können sich schwerlich in andere einfühlen, haben Schwierigkeiten Freunde zu finden, vermeiden oft den Blickkontakt und bevorzugen geregelte Tagesabläufe und Rituale – Menschen mit der Diagnose Autismus-Spektrum-Störung (ASS).

Menschen mit dieser Diagnose, haben aber auch ganz viele Stärken. So sind ihnen Hintergedanken und Lügen fremd und wenn sie sich für ein Thema interessieren, vertiefen sie sich meist mit grosser Konzentration und Ausdauer darin. Wie es der Name «Spektrum» ausdrückt, ist die Spannbreite des Autismus gross und Störungen zeigen sich sehr unterschiedlich. So kann es sein, dass ein Autist nicht sprechen kann und ein anderer fast nicht zu bremsen ist in seinem Sprachfluss. Der Begriff «Autismus» kommt aus dem Griechischen und meint jemand, der «sehr auf sich bezogen ist».

Formen des Autismus-Spektrums

Autistische Merkmale können einerseits früh im Leben sehr ausgeprägt auftreten oder so, dass sie erst viel später auffallen. Symptome von Autismus zeigen sich in der Sprache, in Auffälligkeiten der sozialen Interaktionen (Mimik, Gestik, ungeschickte Kontaktaufnahme) und indem Betroffene stereotype Verhaltensmuster an den Tag legen. Dies meint zum Beispiel das unaufhörliche Drehen an Rädern von Spielzeugautos, Aufreihen von Gegenständen oder indem sie Mühe mit Programmänderungen haben. Der 20-jährige Marco Odermatt, erhielt die Diagnose «frühkindlicher Autismus» im Alter von zwei Jahren. Sein Vater, Reto Odermatt, Präsident des Vereins Autismus deutsche Schweiz, erinnert sich: «Wir haben extrem schwierige Zeiten erlebt als Eltern eines autistischen Kindes. Niemand kannte damals Autismus. Wenn ich von der Arbeit nach Hause kam, begrüsste mich Marco nie, sondern war nur physisch anwesend und wirkte ansonsten apathisch. Ich konnte Marco lange Zeit gar nicht auf den Arm nehmen und keinen Augenkontakt herstellen. Heute hat Marco grosse Fortschritte gemacht. Er nimmt sogar Blickkontakt auf und hat sich in jahrelangem Training selber das Schreiben angeeignet.» Sind bei Kindern nicht alle drei Bereiche der Sprache, sozialen Interaktionen und Verhaltensmuster auffällig, spricht man von atypischem Autismus. Sind die Merkmale noch weniger deutlich erkennbar, wird oft sogar erst im Erwachsenenalter die Diagnose Asperger-Syndrom gestellt. Solche Menschen zeigen in den ersten Lebensjahren eine normale Entwicklung und frühestens im Zusammenleben mit anderen Menschen Auffälligkeiten. So haben sie Schwierigkeiten, Empathie zu empfinden und verstehen Ironie oder Wortspielereien wörtlich. Manche Menschen mit dem Asperger-Syndrom haben eine Vorliebe für Formeln, Fahrpläne, technische und historische Daten. Sie sind oft geruchs-, geräusch-, berührungs- und lichtempfindlich.

Ursache und Förderung

Autismus-Spektrum-Störungen entstehen nicht durch Erziehungsfehler. Die Ursachen sind bis zum heutigen Tag nicht restlos geklärt. Man nimmt an, dass genetische und biologische Abläufe vor, während und nach der Geburt das Gehirn beeinträchtigen und eine Autismus-Spektrum-Störung auslösen könnten. Als die Familie Odermatt die Diagnose bei ihrem Sohn erhielt, fühlten sie sich damit überfordert und suchten vergeblich Unterstützung vor Ort. Heute ist Reto Odermatt Präsident des Vereins Autismus deutsche Schweiz. Hier erhalten Betroffene und deren Familien vielfältige Auskünfte und finden eine Austauschplattform. Der Verein organisiert Tagungen und engagiert sich in Politik und Gesellschaft. Er zählt aktuell 1500 Mitglieder. In der Schweiz leben, laut Auskunft des Vereins, rund 80’000 Menschen mit der Diagnose ASS.

Marco Odermatt, 20 Jahre alt, Autist

Marcos Woche sieht so aus, dass er jeweils drei Stunden vor- und drei Stunden nachmittags zuhause von drei Betreuerinnen gefördert wird. Sein Vater, Reto Odermatt, erklärt: «Das Vorgehen ist sehr strukturiert und wird monatlich an die Bedürfnisse von Marco angepasst. Schreiben, Logikspiele, Zusammensetzspiele, Übungen am PC, Arbeiten im Haushalt gehören dazu. Montags, mittwochs und freitags, geht Marco in die Schreinerei Biber und Specht in Dallenwil arbeiten. Er hat dort eine 1:1 Betreuung, denn seine Mutter begleitet Marco zur Arbeit.»

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Interview mit Marco Odermatt

Die gegenseitige «Du-Form» war abgesprochen und die Interviewfragen hat Marco Odermatt schriftlich beantwortet, da er nicht zu sprechen vermag.

Wenn du Mitmenschen beobachtest, bemerkst du dein «Anders-Sein». Wo fällt dir das am meisten auf? Macht dir das Mühe?

Dass ich anders bin, merke ich, wenn Leute mich manchmal blöd anschauen. Sie haben einfach keine Ahnung, wie das für mich ist. Es ist nicht schön für mich. Aber ich habe so viele gute Leute um mich. So bin ich glücklich und habe viel Spass.

Wie sollen dir die Mitmenschen begegnen, was wünschst du dir von Ihnen?

Die Leute sollen ganz normal mit mir sein. Auch ich habe Spass am Leben.

Macht dir deine Arbeit Spass?

Arbeiten tu ich gerne. Das macht mir grossen Spass. Ich habe gute Leute da.

Welches sind deine Hobbys?

Ich reite sehr gern. Dann noch: wandern auf einem Berg, schwimmen mit Papa, Autofahren mit Leuten, Computerspiele machen und Puzzle mache ich auch gern.

Bist du zufrieden mit deinem Leben?

Ja, ich bin sehr zufrieden.

Was wünschst du dir für deine Zukunft?

Ich wünsche mir, dass alles noch lang so weitergeht. Auch dass ich noch weiter zu Hause sein kann. Es ist am Schönsten da.

Was sollen die Leser des Nidwaldner Blitz über Autismus wissen?

Alle Leute müssen wissen, dass wir anders sind. Wir denken anders. Wir brauchen viel Hilfe. Wir haben nicht gern zu viele Leute auf einmal. Zu viel und grossen Lärm, mögen wir nicht. Wir haben auch mal gern Ruhe. Für mich ist es schlimm, wenn die Leute meinen, ich sei blöd. Das stimmt nicht. Ich verstehe alles, wenn sie reden. Sie sind nicht viel gescheiter als ich. So habe ich auch viele gute Seiten. Ich bin eigentlich sehr glücklich.

 

Marco Odermatts Vater schliesst mit einem Plädoyer: «Sparen wir nicht auf Kosten von Menschen mit Autismus! Investieren wir in diese Menschen. Denn sie können gezielt gefördert werden.  Dies zeigt die erfreuliche Entwicklung von Marco. Dazu braucht es aber eine intensive individuelle Förderung. Da reichen ein paar Stunden Zusatz-Betreuung pro Woche, beispielsweise in der Schule, nicht aus. Nicht zu vergessen sind in diesem Zusammenhang die Familien. Speziell die Eltern sind mit einem Kind mit Autismus extrem belastet und gefordert. Da wünsche ich mir auch mehr Unterstützung. Geht unbedingt offen auf autistische Menschen zu und übt euch in Toleranz. Sie haben eine spezielle Wahrnehmung und verhalten sich auch entsprechend anders als wir. Lasst euch überraschen!»

Regula Aeppli-Fankhauser

 

 

 

 

Der Platzhirsch

Der Sommer hat sich verabschiedet. Die Tage und Nächte werden kälter. Mit dem Herbst beginnt ein eindrückliches Naturschauspiel: die Paarungszeit des Rotwilds kündigt sich in den Bergwäldern mit lautem Röhren an.

Folgenden Artikel habe ich für den Nidwaldner Blitz verfasst und er erschien am 27.9.18

Werner Zumbühl, Mitglied der Kommission für Jagd-, Wild- und Vogelschutz (Jagdkommission), gibt den Nidwaldner Blitz Lesern im Folgenden interessante Einblicke in die Zeit der Brunft der Hirsche.

Zeit der Rotwildbrunft in Nidwalden
In Nidwalden kann man witterungsbedingt ab etwa Mitte September bis Mitte Oktober, vom Abend bis frühmorgens, das imposante Röhren von Hirschen hören. „Nicht in den Wäldern der Niederungen, aber zum Beispiel am Lutersee oberhalb von Grafenort oder dem Salistock, oberhalb von Wolfenschiessen“, verrät Werner Zumbühl. Waren Rothirsche früher mehr in der Region Wolfenschiessens zu finden, verteilen sich diese Tiere mittlerweile über den ganzen Kanton – von Hergiswil bis Emmetten. In der Schweiz gibt es 42 Jagdbanngebiete. Seltene und bedrohte Säugetiere und Vögel finden dort einen geschützten Lebensraum. Es gibt vor allem ältere Hirsche, welche die Nidwaldner Banngebiete zu kennen scheinen und sich in der Paarungszeit dorthin zurückziehen.

Wettkampf um die „Braut“ und „Hochzeit“

Im Frühling werfen Hirsche ihre vorjährigen Geweihe ab. Im Sommer sind neue gewachsen, bis zu 6 kg schwer und weisen ein paar Enden mehr als im Vorjahr auf. Im Herbst sondern sich die alten Hirsche vom Rudel ab und die jüngeren beginnen den Wettkampf um das Kalbwild. So nennt man die jungen Hirschkühe. Die jungen Männchen demonstrieren ihre Stärke, indem sie derart markerschütternd röhren, dass man diese Laute kilometerweit vernimmt. Doch allein mit ihren Stimmen kämpfen sie nicht für ein Weibchen, sondern meist folgt ein Duell. Erhobenen Hauptes gehen die starken männlichen Tiere zuerst nebeneinander her. Dabei spannen und demonstrieren sie einander ihre Muskeln, um möglichst grossen Eindruck auf den Nebenbuhler zu machen. Nun umkreisen sich die Tiere, senken ihre Köpfe, verhaken die Geweihe und kämpfen miteinander. Schwere Verletzungen werden im Grunde genommen von den Tieren vermieden, können aber, nach Aussage von Werner Zumbühl dann auftreten, wenn sie sich aus der Geweihverhängung nicht mehr befreien können. „Glücklicherweise verhaken sich die Geweihe selten derart stark, dass die Tiere elendiglich verenden. Solche Kadaver findet man meist nicht sofort. Dieses Fleisch ist nicht für den menschlichen Verzehr geeignet, dafür aber ein Festessen für Kolkraben oder den Fuchs“, erklärt Werner Zumbühl. Der Sieger aus dem Duell ist der „Platzhirsch“. So werden ja im übertragenen Sinn Menschen bezeichnet, welche meinen, das ganze Universum drehe sich um sie und entsprechend arrogant und selbstherrlich auftreten. Der Siegerhirsch darf sich als Lohn mit mehreren weiblichen Tieren paaren. Dieses Besamen nennt man beim Hirsch „beschlagen“. Gegen Ende Mai, Mitte Juni werden dann Kälber geboren.

Die geheimnisvolle Türe ins Dinosaurierland

Bisher bin ich in zwei Anthologien und zwei Ausgaben des Täxtzit vertreten und habe eine Kindergeschichte und meinen ersten Novemberschreiben-Roman in kleinen Auflagen drucken lassen, ohne Verlag. Mein Traum ist es, einmal ein eigens Buch in den Händen halten zu können. Ich bin mir aber noch nicht sicher, ob es sich um eine Kindergeschichten-Sammlung, um den Novemberschreiben-Roman „Die Liebe ist rot“ oder um ein „best of“ dieses Gmerkigs-Blog handeln soll.

Ich liebe es, Kindergeschichten zu schreiben und denke gern an die Zeit zurück, als ich zusammen mit ein paar anderen Schweizer Schreibfrauen für die Online-Redaktion des Schweizer Familie-Magazins Bettmümpfeli-Geschichten (Gute-Nacht-Geschichten) veröffentlichen durfte. Mittlerweile konnte ich diese Geschichten im Verlag des Nidwaldner Blitz veröffentlichen, für den ich als journalistische Freelancerin tätig bin. Als der Verlag signalisierte, dass er offen für neue Kindergeschichten von mir sei, hatte ich bereits eine im Kopf präsent, welche nur noch niedergeschrieben werden musste. 😉

Diese Geschichte formierte sich in meiner Fantasie, als ich zusammen mit meinem Mann dem Beckenrieder-Seeweg entlang Richtung Rütenen Beckenried wanderte. Dort befindet sich eine imposante Kletterwand, auf der vor ein paar Jahren Forscher Dinosaurierspuren entdeckten.

Eine geheimnisvolle Türe, welche wir auf unserem Weg entdeckten, passte hervorragend in meine Kindergeschichte.

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Die Kinder können hoffentlich im Sommer 2019, wenn der erste Teil von: Die geheimnisvolle Türe ins Dinosaurierland erscheinen wird, vor Spannung kaum auf den zweiten Teil warten.

Ihr dürft als Erste den Anfang der Folge 1 lesen 

Gelangweilt stochert Dina mit einem Stecken in der Glut des Lagerfeuers herum. Sie hatte keine Wahl und musste diesen Familienausflug nach Beckenried mitmachen. In diesem Moment ahnt sie noch nicht, dass dieser Tag eine dramatische Wendung nehmen und sie schon bald in Gefahr geraten würde.

„Die zwei D – Dario und Dina, was für ein Traumpaar. Nur wo ist er bloss, dein Dario-Schätzeli?“ foppt ihr Bruder Gian sie. Ach, was können Brüder nerven. Sie mag gern mit Dario spielen – na und? Deswegen ist er noch lange nicht ihr „Schätzeli“. Dinas Wangen glühen genauso stark, wie die Glut, auf der vor kurzem ihre Würste brutzelten. Hilfesuchend schaut sie sich nach ihren Eltern um. Doch ihre Mutter döst auf dem Badetuch im Schatten liegend und ihr Vater beobachtet begeistert die Kletterer an der Felswand. Der hat bestimmt keine Lust, sich ihre Klagen über ihren Bruder anzuhören. Seufzend steht Dina auf, wischt sich mit den Händen den Hosenboden vom Laub sauber und lenkt ihre Schritte von der Familie weg ins nahe Unterholz. „Hey, wohin gehst du?“ ruft ihr Bruder ihr zu. „Pinkeln. Und wehe, du kommst schauen, dann verpetze ich dich bei Papi und Mami“, schreit Dina drohend zurück. Ohne sich umzudrehen, läuft Dina weiter und wundert sich, dass Gian ihr tatsächlich nicht zu folgen scheint. Doch – was ist das? Sie steht unmittelbar vor einer verwitterten Türe. Sie muss früher mal blau gewesen sein – die Farbe ist schon fast vollständig abgeblättert. Was sich dahinter wohl verstecken mag? Der rostige Verschluss lässt sich leicht öffnen.

Kindererziehung im Wandel der Zeit

Kindererziehung im Wandel der Zeit – Teil 1

Gehorsam und Pflichterfüllung gegenüber Erwachsenen und Disziplin – dies waren drei typische „Tugenden“, welche Kindern über Jahrzehnte eingetrichtert und nicht selten eingeprügelt wurden. In der Schule und im Elternhaus war es für ein Kind tabu, zu widersprechen.

„Tatzen-Geben“ (mit dem Lineal auf die Finger schlagen) war als Bestrafung ungehorsamer Kinder legitim. Mit Lederriemen, Teppichklopfern, dünnen Rohrstecken wurden kindliche Gesässe traktiert, um sie fühlen zu lassen, dass die Erwachsenen sagen, wie sie sich zu verhalten haben. Ohrfeigen, „Kopfnüsse“, das Ziehen an den Haaren oder Ohren und das Knien-Lassen des Kindes auf einem spitzen, dreikantigen Holzscheit, waren ebenfalls beliebte Disziplinarmassnahmen. Pfarrer, Lehrer und Eltern beriefen sich nicht selten auf den Bibelvers von Sprüche 13,24: »Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber liebhat, der züchtigt ihn bald.« Dabei waren sich die Erziehungsberechtigten nicht bewusst, dass das hebräische Wort „Rod“ für Rute auch mit „Korrektur“ übersetzt werden kann. Nach heutigen Bibelauslegern legitimiert dieser Vers nicht das Schlagen von Kindern, sondern es geht um das Erziehen im Allgemeinen. Einem Kind soll nach biblischem Erziehungsverständnis nicht alles erlaubt werden, sondern es soll Grenzen spüren, ähnlich wie sie der Autofahrer in Form von Leitplanken auf Autobahnen erlebt.

Körperstrafen im Strafrecht

Die Generationen bis 1960 kannten einzig den strengen Erziehungsstil der vorangegangenen Jahrzehnte. Gehorchen, ohne kindliche Wünsche zu äussern, das war das Übliche, was für ein Kind galt. Erst ab den 1960er Jahren setzte eine Trendwende in der Gesellschaft ein. Seither gilt es als barbarisches Relikt früherer Zeiten, Kinder körperlich zu bestrafen. Allerdings sind bis heute in den meisten Ländern der Welt Ohrfeigen oder Schläge auf den Allerwertesten als Erziehungsmittel legal, solange sie „massvoll“ und „angemessen“ sind. Anders als in der Schweiz, sind in Deutschland, Schweden, Island, Finnland, Dänemark, Norwegen, Italien, Österreich, Zypern, Kroatien, Neuseeland, Costa Rica, Venezuela und Italien die gesetzlichen Regelungen strikt und verbieten körperliche Züchtigungen. Das schweizerische Strafgesetzbuch sagt, Körperstrafen seien gesetzlich erlaubt“ im Sinne von Artikel 14, „solange sie als Befugnis der elterlichen Sorge gelten“. Einzig wiederholte körperliche Bestrafungen, die „das allgemein übliche und gesellschaftlich geduldete Mass“ überschreiten, werden als Tätlichkeit von Amtes wegen verfolgt.

Autoritärer und antiautoritärer Erziehungsstil

Als die Gesellschaft sich von der autoritären, politischen Führung, zur Demokratie bewegte, wurden Zweifel an strengen Erziehungsmethoden laut. Die sogenannte 68er Bewegung setzte einen Gegentrend: die antiautoritäre Erziehung. Sie proklamierten, dass jede Erziehung Gewalt sei. Dem Kind sollte ein eigener Freiraum zugestanden werden und sie sollten zu selbstbewussten Persönlichkeiten heranwachsen, ohne ihnen Grenzen zu setzen.

Fortsetzung im Teil 2

War es früher klar, dass es Aufgabe der Erziehungsberechtigten war, Kinder zu disziplinieren, so ist es heute komplizierter, einen eigenen Weg zu finden, Kinder zu angenehmen Zeitgenossen heran zu ziehen. Viele Eltern sind mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert. Mit dieser Problematik wird sich die Fortsetzung des Themas in einem 2. Teil beschäftigen.

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Meine Vorstellung in der Facebookgruppe der Schweizer Schreibfrauen

In der Facebook-Gruppe Schweizer Schreibfrauen hat jede Frau Gelegenheit, sich vorzustellen. Heute ist die Reihe an mir und ich teile euch diesen Beitrag ebenfalls. 😉

In der Facebook-Gruppe Schweizer Schreibfrauen hat jede Frau Gelegenheit, sich vorzustellen. Heute ist die Reihe an mir und ich teile euch diesen Beitrag ebenfalls. 😉
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#Vorstellung

Hoi zäme, Freundinnen der kreativenTippkunst. 😉 Ich lese eure Vorstellungen und bin begeistert, fasziniert, berührt und erstaunt über eure Werdegänge. Wir sind so unterschiedlich und doch verbindet uns so manches.

Wiedererkannt habe ich mich in Schilderungen von erlebtem Mobbing und Zuflucht im Schreiben. Auch ich füllte in solch schwierigen Zeiten als Kind und Jugendliche unzählige Tagebücher. Später schmiss ich sie alle weg, weil ich diese von Selbstmitleid triefenden Zeilen keiner Leserschaft zumuten und auch für mich hinter mir lassen wollte. Wie viele andere von euch, liebte auch ich das Aufsätze schreiben und erhielt gute Noten dafür. In der Mathe hingegen, hörte ich von einer Lehrerin, dass bei mir „Hopfen und Malz“ verloren seien. Ich glaubte ihr, denn als Kind soll man ja Erwachsene beim Wort nehmen. Dennoch schaffte ich die Töchterhandelsschule Luzern.

Ich schrieb seit der Kindheit gerne Briefe. Zeitweise hatte ich 10 Brieffreundinnen. Der Schreibverkehr war rege. Selbst Leserbriefe verfasste ich bereits als Kind. Meine Mutter erzählt heute noch jedem, dass ich im zarten Alter dem Gemeindepräsidenten von Emmen in einem offenen Brief vorhielt, dass er auf unserem Schlittelhügel das Emmen Center baute.

Da ich noch nie gern freiwillig telefonierte, kam mir das Internet mit der Möglichkeit, mich schriftlich ausdrücken zu können, sehr entgegen. Endlich fühlte ich mich in der Kommunikation mit meinen Mitmenschen so wohl wie ein Fisch im Wasser. Ich fand ein Forum für Depressive und konnte mit Menschen in den Austausch kommen, denen es so erging wie mir. Denn ich litt lange Jahre unter schwersten Depris. Seit ungefähr 15 Jahren bin ich Depri-frei. Ich knüpfte in diesem Forum Kontakte zu Menschen, die teilweise bis heute anhalten. Dass es sowas wie Hochsensibilität (HSP) gibt, erfuhr ich ebenfalls erst durch das Internet und ich erkenne mich in dieser Definition wieder.

Im Jahr 2003, wagte ich mich daran, eine Kindergeschichte zu verfassen, bei der sich das Kind immer wieder entscheiden kann, auf welcher Seite es weiterlesen möchte. So liest es sich kreuz und quer durch die 37 Seiten und erlebt dabei mehrere Varianten der Erlebnisse der Zwillinge John und Johanna. Meine gute Bekannte Maya Weekes, zeichnete Bilder, welche die Kinder ausmalen können und das Layout übernahm der Götti unseres Sohnes. Wir liessen das Büchlein in der Druckerei, in der er arbeitete, 100 Mal drucken.

Als das Novemberschreiben in der Schweiz aufkam, schrieb ich meinen ersten längeren Roman „Die Liebe ist rot“. Am Abend vor dem Start, wusste ich noch nicht, worüber ich schreiben könnte. Doch ich träumte von einer Frau, welche von Kopf bis Fuss rot gekleidet war. Ich fragte sie anderntags während des Schreibens nach dem Grund ihrer roten Bekleidung und etwas ganz „Spezielles“ begann: die rote Frau nahm mich Schritt für Schritt mit auf eine Reise, deren Ziel mir unbekannt war. Die Geschichte entwickelte sich zu meinem eigenen Erstaunen vor meinen Augen zu einer schlüssigen „Ganzheit“. Den ganzen Monat November lebte ich mit dieser roten Frau zusammen. So intensiv habe ich vor und nachher noch nie geschrieben. Gleichzeitig mit mir, verfasste auch unsere damals 14-jährige Tochter einen Novemberschreiben-Roman. Sie schrieb über ein Tuareg-Mädchen. Leider fand sich kein Verlag für unsere Manuskripte. Dieses Jahr, mit einem etwa 10-jährigen Abstand, lese ich mein Manuskript von damals wieder und redigiere es. Ich bin aber erst auf Seite 20 von 135 angelangt. Das Überarbeiten empfinde ich als um einiges herausfordernder, als das Schreiben vor 10 Jahren. Ich bewundere jede von euch, welche es geschafft hat, ein oder sogar mehrere Bücher heraus zu geben!

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Während dieses und der folgenden Novemberschreiben, lernte ich Blanca Imboden, ihre Mutter Madeleine Karin Mayerhofer DoblerIna HallerZora DebrunnerGaby Rudolf und andere Menschen persönlich, d.h. ausserhalb des Internets kennen. Freundschaften entstanden, für die ich bis heute so unendlich dankbar bin.

Später durfte ich, wie andere von uns Schweizer Schreibfrauen, für die Schweizer Familie „Bettmümpfeligeschichten“ schreiben, welche online veröffentlicht wurden. Leider gibt es diese Plattform nicht mehr. Selbst das Archiv wurde geschlossen.

Im Täxtzit erschienen zweimal Kurzgeschichten von mir.

In einem „richtigen Buch“ erschien 2016 erstmals ein Beitrag von mir. Das Buch „An der Sonne“ enthält ebenfalls eine meiner Kurzgeschichten.

Mein eigenes Buch in den Händen zu halten – und nicht „nur“ in einer Anthologie vertreten zu sein, das ist mein Traum, der hoffentlich eines Tages wahr wird. Doch momentan fehlt mir die Musse und vor allem auch die Disziplin, gradlinig an der Verwirklichung dran zu bleiben. Ich bin freiberufliche Journalistin zweier Verlage. Und ich freue mich sehr, dass ich meine Leidenschaft, nämlich zu schreiben, beruflich ausüben kann. Auch mein zweites Hobby, das Fotografieren, ist in diesem Beruf gefragt.

Nebst den zwei journalistischen Anstellungen, bin ich als Testkundin mehrerer Unternehmen tätig und Mitarbeiterin der reformierten Kirche und einer Freikirche.

Seit 31 Jahren bin ich glücklich verheiratet mit Andy. Wir haben drei Kinder: Tabitha (27), in deren Klasse ich ab und zu als Klassenassistenz mitarbeiten darf, Petra (25), Ergotherapie-Studentin und Tobias (17), Elektroinstallateur-Lehrling und Hobby-Veranstaltungstechniker mit Aeppli Production. Weiteres zu meinen Hobbies und zu meinem Leben, findet ihr auf beiliegendem Foto. Ich wurde „ge-blitzt“ für die Rubrik meines Auftraggebers, des Nidwaldner Blitz. Der Titel „Ge-Blitzt“ und die Fragen, stammen von mir. Wir haben schon viele Menschen „ge-blitzt“ und nun war ich selber mal dran.

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Ich freue mich auf den weiteren, tollen Austausch mit euch und wer weiss: vielleicht verirrt sich die eine oder andere auf meinen Gmerkigs – Blog , auf dem ich „Gmerkigs“ (Merkenswertes) in Wort und Bild festhalte. https://gmerkigs.blog/

(Juhui! Und da seid ihr ja! 😀 )

Familienmanagerin – ein vielseitiger Beruf

– Teil 1

Wie lautet die korrekte Bezeichnung einer Mutter, welche sich Vollzeit um die Kinder kümmert? Das althergebrachte «Hausfrau» beschreibt leider die mannigfaltigen Aufgaben einer Mutter zu wenig. Zudem kümmern sich auch Berufsleute zuhause um ihren Haushalt. Ist «Vollzeitmama» treffender? Was ist dann aber eine Mutter, welche auswärts arbeitet? Sie ist doch genauso vollzeitlich Mama. Vielleicht deckt die Bezeichnung «Familienmanagerin» beide Mütter-Modelle ab?

Einen Haushalt zu führen und sich um Kinder zu kümmern, fordert tatsächlich Managerqualitäten. Denn es muss organisiert, gecoacht, getröstet und aufs Familienbudget geschaut werden. Diese Aufgabenstellungen treffen auf alle Mütter zu, egal ob sie ausser Haus arbeiten oder nicht. Zwei Mütter erzählen von ihren verschiedenen Modellen. In diesem 1. Teil ist es eine Mutter, welche sich Vollzeit um Haushalt und Kinder kümmert.

Monica Stäheli, verheiratet, Mutter von 4 Kindern

Ihr Tag beginnt sehr früh, nämlich bereits um ca. 5:30 Uhr. Er ist ausgefüllt mit Betreuungsaufgaben rund um die 4 Kinder und Hausarbeiten. Dazu kommen zwei ehrenamtliche Engagements in der Kirche «Christlicher Treffpunkt» und in Leben von Flüchtlingen, welche in ihrem Umfeld leben. Ihre Motivation zu diesen unbezahlten Tätigkeiten, findet sie in der Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen. In Kanada hat sie Pflegefachfrau gelernt. Unregelmässige Arbeitszeiten im Pflegeberuf und die Betreuung ihres ersten Nachwuchses unter einen Hut zu bringen, wurden zunehmend zur Belastung. Vollzeit zuhause sein zu dürfen, brachte viel Entlastung, Freude und Gelassenheit in den neuen Alltag als junge Familie. Monica Stäheli verrät, dass sie gerne eines Tages wieder in den Pflegeberuf einsteigen möchte. Allerdings müsste ihr zukünftiger Arbeitsplatz für sie zeitlich genug Raum lassen, so dass sie ihre Ehe, das Familienleben, Engagements im «Christlichen Treffpunkt» und auch ihre Freundschaften pflegen könnte. Auf die Frage, wie Menschen auf ihr «Vollzeitmuttersein» reagieren würden, antwortet sie: «Grundsätzlich positiv. Manchmal werde ich aber schon gefragt, ob ich nichts arbeite.»

Wenig Anerkennung in der Gesellschaft

Eine Frau, welche ihren geliebten Beruf zugunsten der Familie aufgab, verzichtet auf sehr viel: auf einen Lohn, auf Karrierechancen und gesellschaftliche Anerkennung. «Was sind Sie beruflich?» Eine Frau, welche auf diese Frage mit «Hausfrau» oder «Familienmanagerin» antwortet, erntet heutzutage oft ein müdes Lächeln und das Interesse an ihrer Person sinkt. Dabei erwerben solche Frauen sehr viel Sozialkompetenz und lernen, Flexibilität in ihrer Organisation an den Tag zu legen. Sie haben deshalb Wertschätzung verdient.

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Teil 2

Sich «Hausfrau» zu nennen, ist bei heutigen Frauen unpopulär. Der Bezeichnung haftet etwas Altmodisches an. Sie erinnert an die die drei K: Kinder, Küche, Kirche, welche ab 1960 zu einer Redewendung im deutschen Sprachraum wurde.  Mütter sollten sich um die Kindererziehung, die Hausarbeit und die Vermittlung und Einhaltung von Prinzipien, wie sie die Kirche lehrte, kümmern.

Frauen wollen heute Anerkennung im Beruf und finanzielle Unabhängigkeit erleben. Sie haben studiert oder einen interessanten Beruf erlernt und möchten diesen nur kurzfristig aufgeben, wenn sie Mütter werden. Der Trend zeigt, dass sich die meisten Frauen nach einer Geburt, maximal ein Jahr lang eine berufliche Auszeit nehmen. In vielen Familien ist ein zweites Einkommen zwingend nötig und wer länger als drei Jahre weg vom Beruf ist, hat Mühe, den Anschluss wieder zu finden. Im Beruf erfolgreich zu sein und gleichzeitig zu schauen, dass es der ganzen Familie gut geht, ist eine grosse Herausforderung. Klar sind hier auch die Männer gefordert, Unterstützung zu leisten. Doch traurige Realität ist, dass Männer oft immer noch die besser Verdienenden sind und eine Familie es sich eher leisten kann, auf das Einkommen der Frau, als das des Mannes zu verzichten.

Individuelle Lösungen

Ob und wie schnell eine Mutter nach einer Geburt wieder ins Berufsleben einsteigen soll, muss jede Familie für sich bestimmen. Wir haben in einem 1. Teil eine Frau porträtiert, welche sich entschieden hat, voll zuhause für ihre Kinder und für Freunde da zu sein. Dafür hat sie auch Zeit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Im heutigen Teil kommt eine berufstätige Mutter zu Wort.

Franziska Preisig, verheiratet, Mutter von 6 Kindern

Die gelernte Reisefachfrau ist seit 21 Jahren Geschäftsführerin von Preisig-Reisen und sagt, sie arbeite zwischen 60 – 150% (sehr viel im Homeoffice). Die Mutter von 6 Kindern meint: «Ich hätte wahrscheinlich nicht so viele Kinder, wenn ich Vollzeitmutter wäre. Die Arbeit ist mein Ausgleich.» Die Kinderbetreuung regelten sie anfänglich, indem ihr Mann Teilzeit arbeitete. Später hatten sie entweder eine Tagesmutter oder ein Au-Pair Mädchen und nun kann ihre pensionierte Mutter Unterstützung in der Kinderbetreuung leisten. Weil das Reisebüro ihr gehört, war es ihr möglich, hie und da ein Kind an den Arbeitsplatz mit zu nehmen. Und sie war stets in der privilegierten Lage, selber das Arbeitspensum zu bestimmen. Heute beschäftigt sie 3 Angestellte und kann zur Not auch mal fehlen. Sie ist überzeugt davon, dass ihre Kinder durch ihre Arbeitstätigkeit im Reisebüro sehr selbständig wurden. Über all die Jahre beschäftigte sie selber Mütter und gab ihnen die Möglichkeit, mit wenig Prozentanteilen zu arbeiten. Sie ergänzt: «Wir sind ein sehr flexibles, gutes Team und wenn jemand mit der Familie ein Problem hat, springen wir füreinander ein.»

Anerkennung und Respekt haben alle Mütter verdient

Egal, ob eine Mutter voll zuhause bei den Kindern oder ergänzend auswärts tätig ist: Mutter zu sein gehört auch im 21. Jahrhundert noch zu den herausforderndsten Lebensaufgaben. Deshalb haben es alle Mütter verdient, am Muttertag geehrt zu werden.

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Diese zwei Teile zum Thema Familienmanagerin, erschienen am 3. und 11. Mai 18 im Nidwaldner Blitz.