Die geheimnisvolle Türe ins Dinosaurierland

Bisher bin ich in zwei Anthologien und zwei Ausgaben des Täxtzit vertreten und habe eine Kindergeschichte und meinen ersten Novemberschreiben-Roman in kleinen Auflagen drucken lassen, ohne Verlag. Mein Traum ist es, einmal ein eigens Buch in den Händen halten zu können. Ich bin mir aber noch nicht sicher, ob es sich um eine Kindergeschichten-Sammlung, um den Novemberschreiben-Roman „Die Liebe ist rot“ oder um ein „best of“ dieses Gmerkigs-Blog handeln soll.

Ich liebe es, Kindergeschichten zu schreiben und denke gern an die Zeit zurück, als ich zusammen mit ein paar anderen Schweizer Schreibfrauen für die Online-Redaktion des Schweizer Familie-Magazins Bettmümpfeli-Geschichten (Gute-Nacht-Geschichten) veröffentlichen durfte. Mittlerweile konnte ich diese Geschichten im Verlag des Nidwaldner Blitz veröffentlichen, für den ich als journalistische Freelancerin tätig bin. Als der Verlag signalisierte, dass er offen für neue Kindergeschichten von mir sei, hatte ich bereits eine im Kopf präsent, welche nur noch niedergeschrieben werden musste. 😉

Diese Geschichte formierte sich in meiner Fantasie, als ich zusammen mit meinem Mann dem Beckenrieder-Seeweg entlang Richtung Rütenen Beckenried wanderte. Dort befindet sich eine imposante Kletterwand, auf der vor ein paar Jahren Forscher Dinosaurierspuren entdeckten.

Eine geheimnisvolle Türe, welche wir auf unserem Weg entdeckten, passte hervorragend in meine Kindergeschichte.

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Die Kinder können hoffentlich im Sommer 2019, wenn der erste Teil von: Die geheimnisvolle Türe ins Dinosaurierland erscheinen wird, vor Spannung kaum auf den zweiten Teil warten.

Ihr dürft als Erste den Anfang der Folge 1 lesen 

Gelangweilt stochert Dina mit einem Stecken in der Glut des Lagerfeuers herum. Sie hatte keine Wahl und musste diesen Familienausflug nach Beckenried mitmachen. In diesem Moment ahnt sie noch nicht, dass dieser Tag eine dramatische Wendung nehmen und sie schon bald in Gefahr geraten würde.

„Die zwei D – Dario und Dina, was für ein Traumpaar. Nur wo ist er bloss, dein Dario-Schätzeli?“ foppt ihr Bruder Gian sie. Ach, was können Brüder nerven. Sie mag gern mit Dario spielen – na und? Deswegen ist er noch lange nicht ihr „Schätzeli“. Dinas Wangen glühen genauso stark, wie die Glut, auf der vor kurzem ihre Würste brutzelten. Hilfesuchend schaut sie sich nach ihren Eltern um. Doch ihre Mutter döst auf dem Badetuch im Schatten liegend und ihr Vater beobachtet begeistert die Kletterer an der Felswand. Der hat bestimmt keine Lust, sich ihre Klagen über ihren Bruder anzuhören. Seufzend steht Dina auf, wischt sich mit den Händen den Hosenboden vom Laub sauber und lenkt ihre Schritte von der Familie weg ins nahe Unterholz. „Hey, wohin gehst du?“ ruft ihr Bruder ihr zu. „Pinkeln. Und wehe, du kommst schauen, dann verpetze ich dich bei Papi und Mami“, schreit Dina drohend zurück. Ohne sich umzudrehen, läuft Dina weiter und wundert sich, dass Gian ihr tatsächlich nicht zu folgen scheint. Doch – was ist das? Sie steht unmittelbar vor einer verwitterten Türe. Sie muss früher mal blau gewesen sein – die Farbe ist schon fast vollständig abgeblättert. Was sich dahinter wohl verstecken mag? Der rostige Verschluss lässt sich leicht öffnen.

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Kindererziehung im Wandel der Zeit

Kindererziehung im Wandel der Zeit – Teil 1

Gehorsam und Pflichterfüllung gegenüber Erwachsenen und Disziplin – dies waren drei typische „Tugenden“, welche Kindern über Jahrzehnte eingetrichtert und nicht selten eingeprügelt wurden. In der Schule und im Elternhaus war es für ein Kind tabu, zu widersprechen.

„Tatzen-Geben“ (mit dem Lineal auf die Finger schlagen) war als Bestrafung ungehorsamer Kinder legitim. Mit Lederriemen, Teppichklopfern, dünnen Rohrstecken wurden kindliche Gesässe traktiert, um sie fühlen zu lassen, dass die Erwachsenen sagen, wie sie sich zu verhalten haben. Ohrfeigen, „Kopfnüsse“, das Ziehen an den Haaren oder Ohren und das Knien-Lassen des Kindes auf einem spitzen, dreikantigen Holzscheit, waren ebenfalls beliebte Disziplinarmassnahmen. Pfarrer, Lehrer und Eltern beriefen sich nicht selten auf den Bibelvers von Sprüche 13,24: »Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber liebhat, der züchtigt ihn bald.« Dabei waren sich die Erziehungsberechtigten nicht bewusst, dass das hebräische Wort „Rod“ für Rute auch mit „Korrektur“ übersetzt werden kann. Nach heutigen Bibelauslegern legitimiert dieser Vers nicht das Schlagen von Kindern, sondern es geht um das Erziehen im Allgemeinen. Einem Kind soll nach biblischem Erziehungsverständnis nicht alles erlaubt werden, sondern es soll Grenzen spüren, ähnlich wie sie der Autofahrer in Form von Leitplanken auf Autobahnen erlebt.

Körperstrafen im Strafrecht

Die Generationen bis 1960 kannten einzig den strengen Erziehungsstil der vorangegangenen Jahrzehnte. Gehorchen, ohne kindliche Wünsche zu äussern, das war das Übliche, was für ein Kind galt. Erst ab den 1960er Jahren setzte eine Trendwende in der Gesellschaft ein. Seither gilt es als barbarisches Relikt früherer Zeiten, Kinder körperlich zu bestrafen. Allerdings sind bis heute in den meisten Ländern der Welt Ohrfeigen oder Schläge auf den Allerwertesten als Erziehungsmittel legal, solange sie „massvoll“ und „angemessen“ sind. Anders als in der Schweiz, sind in Deutschland, Schweden, Island, Finnland, Dänemark, Norwegen, Italien, Österreich, Zypern, Kroatien, Neuseeland, Costa Rica, Venezuela und Italien die gesetzlichen Regelungen strikt und verbieten körperliche Züchtigungen. Das schweizerische Strafgesetzbuch sagt, Körperstrafen seien gesetzlich erlaubt“ im Sinne von Artikel 14, „solange sie als Befugnis der elterlichen Sorge gelten“. Einzig wiederholte körperliche Bestrafungen, die „das allgemein übliche und gesellschaftlich geduldete Mass“ überschreiten, werden als Tätlichkeit von Amtes wegen verfolgt.

Autoritärer und antiautoritärer Erziehungsstil

Als die Gesellschaft sich von der autoritären, politischen Führung, zur Demokratie bewegte, wurden Zweifel an strengen Erziehungsmethoden laut. Die sogenannte 68er Bewegung setzte einen Gegentrend: die antiautoritäre Erziehung. Sie proklamierten, dass jede Erziehung Gewalt sei. Dem Kind sollte ein eigener Freiraum zugestanden werden und sie sollten zu selbstbewussten Persönlichkeiten heranwachsen, ohne ihnen Grenzen zu setzen.

Fortsetzung im Teil 2

War es früher klar, dass es Aufgabe der Erziehungsberechtigten war, Kinder zu disziplinieren, so ist es heute komplizierter, einen eigenen Weg zu finden, Kinder zu angenehmen Zeitgenossen heran zu ziehen. Viele Eltern sind mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert. Mit dieser Problematik wird sich die Fortsetzung des Themas in einem 2. Teil beschäftigen.

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Familienmanagerin – ein vielseitiger Beruf

– Teil 1

Wie lautet die korrekte Bezeichnung einer Mutter, welche sich Vollzeit um die Kinder kümmert? Das althergebrachte «Hausfrau» beschreibt leider die mannigfaltigen Aufgaben einer Mutter zu wenig. Zudem kümmern sich auch Berufsleute zuhause um ihren Haushalt. Ist «Vollzeitmama» treffender? Was ist dann aber eine Mutter, welche auswärts arbeitet? Sie ist doch genauso vollzeitlich Mama. Vielleicht deckt die Bezeichnung «Familienmanagerin» beide Mütter-Modelle ab?

Einen Haushalt zu führen und sich um Kinder zu kümmern, fordert tatsächlich Managerqualitäten. Denn es muss organisiert, gecoacht, getröstet und aufs Familienbudget geschaut werden. Diese Aufgabenstellungen treffen auf alle Mütter zu, egal ob sie ausser Haus arbeiten oder nicht. Zwei Mütter erzählen von ihren verschiedenen Modellen. In diesem 1. Teil ist es eine Mutter, welche sich Vollzeit um Haushalt und Kinder kümmert.

Monica Stäheli, verheiratet, Mutter von 4 Kindern

Ihr Tag beginnt sehr früh, nämlich bereits um ca. 5:30 Uhr. Er ist ausgefüllt mit Betreuungsaufgaben rund um die 4 Kinder und Hausarbeiten. Dazu kommen zwei ehrenamtliche Engagements in der Kirche «Christlicher Treffpunkt» und in Leben von Flüchtlingen, welche in ihrem Umfeld leben. Ihre Motivation zu diesen unbezahlten Tätigkeiten, findet sie in der Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen. In Kanada hat sie Pflegefachfrau gelernt. Unregelmässige Arbeitszeiten im Pflegeberuf und die Betreuung ihres ersten Nachwuchses unter einen Hut zu bringen, wurden zunehmend zur Belastung. Vollzeit zuhause sein zu dürfen, brachte viel Entlastung, Freude und Gelassenheit in den neuen Alltag als junge Familie. Monica Stäheli verrät, dass sie gerne eines Tages wieder in den Pflegeberuf einsteigen möchte. Allerdings müsste ihr zukünftiger Arbeitsplatz für sie zeitlich genug Raum lassen, so dass sie ihre Ehe, das Familienleben, Engagements im «Christlichen Treffpunkt» und auch ihre Freundschaften pflegen könnte. Auf die Frage, wie Menschen auf ihr «Vollzeitmuttersein» reagieren würden, antwortet sie: «Grundsätzlich positiv. Manchmal werde ich aber schon gefragt, ob ich nichts arbeite.»

Wenig Anerkennung in der Gesellschaft

Eine Frau, welche ihren geliebten Beruf zugunsten der Familie aufgab, verzichtet auf sehr viel: auf einen Lohn, auf Karrierechancen und gesellschaftliche Anerkennung. «Was sind Sie beruflich?» Eine Frau, welche auf diese Frage mit «Hausfrau» oder «Familienmanagerin» antwortet, erntet heutzutage oft ein müdes Lächeln und das Interesse an ihrer Person sinkt. Dabei erwerben solche Frauen sehr viel Sozialkompetenz und lernen, Flexibilität in ihrer Organisation an den Tag zu legen. Sie haben deshalb Wertschätzung verdient.

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Teil 2

Sich «Hausfrau» zu nennen, ist bei heutigen Frauen unpopulär. Der Bezeichnung haftet etwas Altmodisches an. Sie erinnert an die die drei K: Kinder, Küche, Kirche, welche ab 1960 zu einer Redewendung im deutschen Sprachraum wurde.  Mütter sollten sich um die Kindererziehung, die Hausarbeit und die Vermittlung und Einhaltung von Prinzipien, wie sie die Kirche lehrte, kümmern.

Frauen wollen heute Anerkennung im Beruf und finanzielle Unabhängigkeit erleben. Sie haben studiert oder einen interessanten Beruf erlernt und möchten diesen nur kurzfristig aufgeben, wenn sie Mütter werden. Der Trend zeigt, dass sich die meisten Frauen nach einer Geburt, maximal ein Jahr lang eine berufliche Auszeit nehmen. In vielen Familien ist ein zweites Einkommen zwingend nötig und wer länger als drei Jahre weg vom Beruf ist, hat Mühe, den Anschluss wieder zu finden. Im Beruf erfolgreich zu sein und gleichzeitig zu schauen, dass es der ganzen Familie gut geht, ist eine grosse Herausforderung. Klar sind hier auch die Männer gefordert, Unterstützung zu leisten. Doch traurige Realität ist, dass Männer oft immer noch die besser Verdienenden sind und eine Familie es sich eher leisten kann, auf das Einkommen der Frau, als das des Mannes zu verzichten.

Individuelle Lösungen

Ob und wie schnell eine Mutter nach einer Geburt wieder ins Berufsleben einsteigen soll, muss jede Familie für sich bestimmen. Wir haben in einem 1. Teil eine Frau porträtiert, welche sich entschieden hat, voll zuhause für ihre Kinder und für Freunde da zu sein. Dafür hat sie auch Zeit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Im heutigen Teil kommt eine berufstätige Mutter zu Wort.

Franziska Preisig, verheiratet, Mutter von 6 Kindern

Die gelernte Reisefachfrau ist seit 21 Jahren Geschäftsführerin von Preisig-Reisen und sagt, sie arbeite zwischen 60 – 150% (sehr viel im Homeoffice). Die Mutter von 6 Kindern meint: «Ich hätte wahrscheinlich nicht so viele Kinder, wenn ich Vollzeitmutter wäre. Die Arbeit ist mein Ausgleich.» Die Kinderbetreuung regelten sie anfänglich, indem ihr Mann Teilzeit arbeitete. Später hatten sie entweder eine Tagesmutter oder ein Au-Pair Mädchen und nun kann ihre pensionierte Mutter Unterstützung in der Kinderbetreuung leisten. Weil das Reisebüro ihr gehört, war es ihr möglich, hie und da ein Kind an den Arbeitsplatz mit zu nehmen. Und sie war stets in der privilegierten Lage, selber das Arbeitspensum zu bestimmen. Heute beschäftigt sie 3 Angestellte und kann zur Not auch mal fehlen. Sie ist überzeugt davon, dass ihre Kinder durch ihre Arbeitstätigkeit im Reisebüro sehr selbständig wurden. Über all die Jahre beschäftigte sie selber Mütter und gab ihnen die Möglichkeit, mit wenig Prozentanteilen zu arbeiten. Sie ergänzt: «Wir sind ein sehr flexibles, gutes Team und wenn jemand mit der Familie ein Problem hat, springen wir füreinander ein.»

Anerkennung und Respekt haben alle Mütter verdient

Egal, ob eine Mutter voll zuhause bei den Kindern oder ergänzend auswärts tätig ist: Mutter zu sein gehört auch im 21. Jahrhundert noch zu den herausforderndsten Lebensaufgaben. Deshalb haben es alle Mütter verdient, am Muttertag geehrt zu werden.

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Diese zwei Teile zum Thema Familienmanagerin, erschienen am 3. und 11. Mai 18 im Nidwaldner Blitz.

 

 

 

Kindererziehung im Wandel der Zeit – Teil 1

Gehorsam und Pflichterfüllung gegenüber Erwachsenen und Disziplin – dies waren drei typische „Tugenden“, welche Kindern über Jahrzehnte eingetrichtert und nicht selten eingeprügelt wurden. In der Schule und im Elternhaus war es für ein Kind tabu, zu widersprechen.

„Tatzen-Geben“ (mit dem Lineal auf die Finger schlagen) war als Bestrafung ungehorsamer Kinder legitim. Mit Lederriemen, Teppichklopfern, dünnen Rohrstecken wurden kindliche Gesässe traktiert, um sie fühlen zu lassen, dass die Erwachsenen sagen, wie sie sich zu verhalten haben. Ohrfeigen, „Kopfnüsse“, das Ziehen an den Haaren oder Ohren und das Knien-Lassen des Kindes auf einem spitzen, dreikantigen Holzscheit, waren ebenfalls beliebte Disziplinarmassnahmen. Pfarrer, Lehrer und Eltern beriefen sich nicht selten auf den Bibelvers von Sprüche 13,24: »Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber liebhat, der züchtigt ihn bald.« Dabei waren sich die Erziehungsberechtigten nicht bewusst, dass das hebräische Wort „Rod“ für Rute auch mit „Korrektur“ übersetzt werden kann. Nach heutigen Bibelauslegern legitimiert dieser Vers nicht das Schlagen von Kindern, sondern es geht um das Erziehen im Allgemeinen. Einem Kind soll nach biblischem Erziehungsverständnis nicht alles erlaubt werden, sondern es soll Grenzen spüren, ähnlich wie sie der Autofahrer in Form von Leitplanken auf Autobahnen erlebt.

Körperstrafen im Strafrecht

Die Generationen bis 1960 kannten einzig den strengen Erziehungsstil der vorangegangenen Jahrzehnte. Gehorchen, ohne kindliche Wünsche zu äussern, das war das Übliche, was für ein Kind galt. Erst ab den 1960er Jahren setzte eine Trendwende in der Gesellschaft ein. Seither gilt es als barbarisches Relikt früherer Zeiten, Kinder körperlich zu bestrafen. Allerdings sind bis heute in den meisten Ländern der Welt Ohrfeigen oder Schläge auf den Allerwertesten als Erziehungsmittel legal, solange sie „massvoll“ und „angemessen“ sind. Anders als in der Schweiz, sind in Deutschland, Schweden, Island, Finnland, Dänemark, Norwegen, Italien, Österreich, Zypern, Kroatien, Neuseeland, Costa Rica, Venezuela und Italien die gesetzlichen Regelungen strikt und verbieten körperliche Züchtigungen. Das schweizerische Strafgesetzbuch sagt, Körperstrafen seien gesetzlich erlaubt“ im Sinne von Artikel 14, „solange sie als Befugnis der elterlichen Sorge gelten“. Einzig wiederholte körperliche Bestrafungen, die „das allgemein übliche und gesellschaftlich geduldete Mass“ überschreiten, werden als Tätlichkeit von Amtes wegen verfolgt.

 Autoritärer und antiautoritärer Erziehungsstil

Als die Gesellschaft sich von der autoritären, politischen Führung, zur Demokratie bewegte, wurden Zweifel an strengen Erziehungsmethoden laut. Die sogenannte 68er Bewegung setzte einen Gegentrend: die antiautoritäre Erziehung. Sie proklamierten, dass jede Erziehung Gewalt sei. Dem Kind sollte ein eigener Freiraum zugestanden werden und sie sollten zu selbstbewussten Persönlichkeiten heranwachsen, ohne ihnen Grenzen zu setzen.

Fortsetzung im Teil 2

War es früher klar, dass es Aufgabe der Erziehungsberechtigten war, Kinder zu disziplinieren, so ist es heute komplizierter, einen eigenen Weg zu finden, Kinder zu angenehmen Zeitgenossen heran zu ziehen. Viele Eltern sind mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert. Mit dieser Problematik wird sich die Fortsetzung des Themas in einem 2. Teil beschäftigen.

Regula Aeppli-Fankhauser


Dieser Artikel aus meiner Feder, erschien im Nidwaldner Blitz (in der Kinderbeilage) vom 1. März 2018

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Die alte Dame und der verlorene Fünfliber – eine Kindergeschichte

Eine Bettmümpfeligeschichte

Oh nein! Schon wieder begegnet Marion auf dem Kindergartenweg dieser seltsamen alten Frau. Sie ist schwarz angezogen, läuft gebückt an einem Stock und murmelt dauernd leise was vor sich hin. Gerade schimpft sie mit Kindern und fuchtelt mit ihrem Stock! Marion fürchtet sich vor ihr. Sie duckt sich in einen Hauseingang, bis die Frau humpelnd und murmelnd vorübergezogen ist.
»Mami, kennst du die alte schwarzgekleidete Frau? Ist das eine Hexe?«, will Marion am Mittagstisch wissen. »Aber nein«, antwortet die Mutter. »Diese Frau war früher Besitzerin eines Schmuckgeschäftes und ist eine sehr feine Dame. Ihr Mann ist kürzlich verstorben und nun fühlt sie sich wahrscheinlich einsam und spricht deswegen mit sich selber. Angst vor ihr brauchst du bestimmt nicht zu haben – eher ein bisschen Mitleid.« Am nächsten Morgen schneit es auf dem Weg zum Kindergarten ganz fest. Marion möchte so gerne eine der grossen, weissen Schneeflocken mit den Händen auffangen. Aber das geht nicht, denn in ihrer rechten Hand, welche in dicken Handschuhen steckt, hält sie ein Fünfliberstück fest umklammert. Das Geld muss sie im Kindergarten abgeben für die bevorstehende Kindergartenreise. Sie wollen zusammen eine Schlittenfahrt unternehmen. Das Geld hätte sie eigentlich in das Kindergartentäschchen packen sollen. Doch das war nicht zu finden, also trägt sie das Geld einfach so in ihrer Hand. Nun streckt sie die Zunge heraus und versucht so, eine Schneeflocke in den Mund zu bekommen.

Das Geld ist weg!
Aber was ist denn das? Noch ehe Marion versteht, was geschieht, liegt sie kopfvoran im tiefen Schnee neben dem Weg. Pascal und Severin, zwei Buben aus ihrer Kindergartenklasse, haben sie von hinten derart heftig geschubst, dass sie in den Schnee gefallen ist! Die Jungen johlen und werfen ein paar Schneebälle in ihre Richtung. Dann verziehen sie sich schleunigst. Denn von Weitem sehen sie die schrullige alte Frau! Marion steht langsam auf. Ihr Gesicht ist nass und fühlt sich sehr kalt an. Sie wischt sich mit den Händen den Schnee von der Kleidung und schluchzt leise. Aber wo ist denn der Fünfliber geblieben? Durch den Sturz hat sie ihn verloren und nun kann sie ihn nicht sehen im tiefen Schnee. »Hast du was verloren, Kind?«, hört sie plötzlich die alte Frau sagen. Ihre Stimme tönt angenehm beruhigend. Marion schaut auf und blickt ins Gesicht der Frau, von der sie sich doch fürchtet. »J– ja-a«, stammelt sie. »Mein Geld für die Kindergartenreise.« Die alte Frau stellt ihre Handtasche auf den Boden und stochert nun mit ihrem Stock im Schnee herum. »Hm – hast du es wirklich hier verloren? Es scheint aber nicht da zu sein?«, murmelt sie fragend. Marion schiessen erneut die Tränen in die Augen. Wenn sie die fünf Franken nicht im Kindergarten abgibt, kann sie nicht mitgehen zur Schlittenfahrt! Und was soll sie zuhause erzählen? Dass sie das Geld nicht in das Kindergartentäschchen gesteckt hat? Wie ein Häufchen Elend hockt sie sich nun in den Schnee. Zu allem Kummer wird sie nun auch noch zu spät in den Kindergarten kommen!

Unerwartete Hilfe
»Na, na«, brummt die alte Dame. »So schlimm ist kein Problem, dass man derart fest weinen und verzweifeln muss.« »Komm, ich gebe dir einen Fünfliber von mir. Wenn du mich das nächste Mal siehst, gibst du ihn mir einfach zurück. Einverstanden?« Was bleibt Marion anderes übrig, als zu nicken? Sie wird im Kindergarten das Geld abgeben können, aber zu Hause alles ihrer Mami erzählen müssen. Ihr bangt jetzt schon vor dem Donnerwetter. Seufzend steht Marion auf. Die alte Frau will ihr Portemonnaie aus der Tasche zücken und hebt sie deshalb vom Boden hoch. Doch was glänzt da an der Sonne, welche nun hinter den Wolken hervorblinzelt im von der Tasche plattgedrückten Schnee? Richtig! Der Fünfliber! Die Frau hatte, ohne es zu merken, ihre Tasche auf das Geldstück gestellt. Erleichtert lachen sie nun beide. Die alte Frau, die nicht mehr so „gfürchig“ wirkt, hilft Marion den Fünfliber in die Jackentasche zu versorgen. »So kannst du ihn nicht mehr verlieren, und wenn du schnell rennst, so bist du auch noch pünktlich!« Wie der Blitz rennt Marion in den Kindergarten. Froh gibt sie das Geld bei ihrer Kindergärtnerin ab.

Regula Aeppli-Fankhauser


Diese Geschichte von mir erschien in der Anthologie „An der Sonne“, Vidal Verlag  und im Nidwaldner Blitz vom 1. März 2018/Kinderbeilage

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Ich hätte gesagt…. ;-)

Als mich Regi Sager, SRF1 Moderatorin versuchte zu erreichen, war ich an einer Nidwaldner Blitz-Sitzung. Ich konnte sie, als ich zuhause war, wiederum nicht erreichen und füllte ein Mailformular aus, das direkt ins Studio gelangte. Sie antwortete mir:

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Zugrunde lag diesem Austausch die Aufforderung von SFR1, in alten Fotoalben zu stöbern und Foto einzusenden, welche einen Moment zeigen, in dem man so rundum glücklich war.Bildschirmfoto 2017-11-14 um 22.39.27.png Schade, ich hätte Zeit gehabt, um ihr mehr über dieses Foto zu erzählen.

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Ich hätte ihr erzählt, dass mir diese Situation, obwohl rund 50 Jahre her, immer noch sehr präsent ist und es mir grad jetzt, wo ich mich dran erinnere, warm wird im Herzen. Mein Vater verstand es, mir zu zeigen, wie härzig er mich fand. Es wird mir erst jetzt bewusst, dass er mir dadurch den Grundstein legte, für ein gesundes Selbstwertgefühl. Ich weiss noch, wie ich in dem Moment vor der Kamera stand im Selbstverständnis: ich bin hübsch, meine Eltern lieben mich, es ist gut so wie ich bin. Später wurde dieses Selbstwertgefühl stark gedämpft. Ich litt unter dem Spott von Gspänli, weil ich einen sogenannten Vorbiss hatte, d.h. meine Vorder-Zähne standen stark vor. Eine jahrelange Zahnkorrekur erbrachte nicht die gewünschten Erfolge. Erst durch die Liebe Gottes und meines Mannes, geriet das schiefe Selbstbewusstsein wieder ins Lot und ich begann, mich selber erneut zu mögen und meine Gaben zu erkennen. Damals, als Kind, war einfach rundum alles gut. Mit mir und mit der ganzen Welt. Nichts konnte mir passieren, denn mein Zuhause schenkte mir Geborgenheit. Dieses Urvertrauen, welches gelegt wurde, konnte nie ganz zerstört werden.

Wenn die Zeit gereicht hätte, dann hätte ich Regi Sager erzählt, dass ich in meinem späteren Leben noch ganz viele glückliche Momente erlebt habe. Immer wieder so ähnliche, in denen mein Vater mich ablichtete, weil er mich hübsch fand. Aber auch damals, als ich das Handelsschuldiplom in den Händen hielt und während dieser Schulzeit zu einer lebendigen Beziehung zu Gott fand, lösten tiefe Glücksgefühle aus in mir. Die Heirat mit Andy, die Geburten unserer drei Kinder, die vielen gemeinsamen Erlebnisse sind glückliche Erinnerungen, auf die ich alle dankbar zurückblicke.

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Dies alles hätte ich erzählt – aber leider konnten Regi Sager und ich uns gegenseitig nicht erreichen……. 😉

 

 

 

Fuchsjagd in der Lenzerheide #Foxtrail #Muntanella

Wir alten Fuchsjäger haben den Foxtrail-Fuchs schon hie und da mit viel Spass gejagt – aber eingeholt und gefangen haben wir ihn bisher noch nie. 😛 Ob uns das auf dem ersten Bergtrail in der Lenzerheide endlich gelingen wird? Dieser Blog ist nicht gesponsert worden, aber wir haben von Travelita via Twitter zwei Tickets geschenkt bekommen. Für den Junior (16) können wir ein vergünstigtes Ticket via Cumulusaktion der Migros beziehen.

Zuerst dürfen die Beine noch ausruhen – per Postauto und Bergbahn fahren wir dem Fuchs, der einigen Vorsprung hat, nach.

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Auf Heidbühl geniessen wir auf einer der Holzliegen, welche für Wanderer bereit stehen, das Panorama und stärken uns mit Speis und Trank für die bevorstehende „Schnitzeljagd“. Doch nach nicht mal 10 Minuten merken wir, dass eine nächste Familie, welche offensichtlich ebenfalls auf Foxtrailtour ist, uns von hinten „aufrollen“ will. Sie laufen dann aber wie wir beim nächsten Posten zuerst der falschen Duftspur nach. (Hinweis an die Organisatoren: der eine Duft ganz links funktionierte bei uns nicht – und der gesuchte war zuwenig intensiv.) Wir marschieren etwas zügiger bergab und hängen unsere Verfolger bald ab. Apropos bergab: wer nicht gern längere Zeit steil bergab wandert, für den ist dieser Bergtrail womöglich nicht geeignet – oder nehmt Bergstöcke mit!

Der Trail führt uns durch eine abwechslungsreiche Naturlandschaft. Wir geniessen sie mit allen Sinnen. Zum Beispiel, indem wir unsere Füsse im eiskalten Bergbächlein erfrischen – dies ist kein offizieller Part des Trails. 😉

Die Posten sind wie bisher auf jedem Trail erlebt, sehr fantasie- und liebevoll gestaltet.

Wenn ich solche Einrichtungen sehe, denke ich jedesmal, dass der Preis halt doch berechtigt ist. Foxtrail ist mehr, als einfach auf einem ausgeschilderten Themenweg zu wandern oder einen Geocache zu suchen, obwohl wir beides ebenfalls gern machen. Ich erwähne dies nur, weil auf TripAdvisor Bemerkungen über die Preise fallen und Leute meinen, man könne auch gratis Abenteuer mit der Familie erleben. Doch solche Vorrichtungen, wie ich sie auf jedem Foxtrail erlebe, benötigen einen Unterhalt, damit sie einwandfrei für jede Verfolgungsgruppe funktionieren. Und auch die Administration, die Gratis-Hotline und die Benutzung des öffentlichen Verkehrs, in unserem Fall des Postautos und der Bergbahn, kosten etwas. Die Posten sind manchmal vom Schwierigkeitsgrad her sehr einfach – so dass eine Familie die kleinen Kinder raten lassen kann. Und dann gibt es aber auch andere, bei denen Teamwork und Köpfchen gefragt sind. Wir haben allerdings schon schwierige Trails als den Muntanella absolviert. Für uns hätte er ruhig etwas herausfordernder sein dürfen. Dieses Mal benötigen wir Tipps der Hotline nicht, wie auf anderen Trails, auf denen wir manchmal schon fast verzweifelten.

Besonders originell ist beim Muntanella das Brettchen, welches man an der Talstation der Bergbahnen Heidbühl erhält. Dieses behält man die ganze Zeit hindurch, gestaltet es und auf einmal wird es zu einem Schlüssel, der nur dann funktioniert, wenn man vorher alle Anweisungen schön sorgfältig befolgt hat. Feinduftendes Holz, passend zur Naturkulisse, das zuhause zum schönen Souvenir wird.

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Muntanella führt einem vorbei an den attraktivsten, lauschigsten, ruhigsten, aber auch belebtesten Plätzen der Lenzerheide. Im Dorf selber trifft man da hie und da auf andere Verfolger, welche aber wohl den kürzeren Lenzerheide-Foxtrail, nämlich den Anda gewählt haben.

Wir benötigten für den Trail die ausgeschriebenen 3 Stunden, aber nahmen es gemütlich – mit dem erwähnten kurzen Picknick und Füssebaden. Mein Handy, das Schritte und Wanderzeiten zählt, sagte, dass wir zwei Stunden reine Laufzeit absolvierten. Dies sollte also auch mit jüngeren Kindern gut zu bewältigen sein. Wir hatten auf unserem ersten Foxtrail noch nicht den Mut, auch selber mal eine Pause einzulegen. Aber ich finde, diese Freiheit sollte man sich nicht nehmen lassen. Wenn man bei Eichhörnchen, welche sich füttern lassen (Tipp: ganze Haselnüsse einpacken. 😉 )

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und einem Spielplatz

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vorbeikommt, kann man die Kinder eh nicht so schnell vorwärts treiben. Klar ist es wichtig, die gebuchte Startzeit einzuhalten, aber unterwegs verteilen sich dann die Gruppen eh…. In diesem Zusammenhang ein Tipp: unterwegs kommt man an mehr als  einem Restaurant vorbei. 😉

Nach dem obligaten Schlussfoto,

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dürfen wir bei einem Siegerapéro zusammen auf die erfolgreiche Tour anstossen, auch wenn uns der schlaue Fuchs wieder entwischt ist. 😛 Doch, ihn zu erwischen wäre ja langweilig, denn wir möchten noch so manche Foxtrailtour machen. 😀

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