YouVersion und Bible Art Journaling – trendige Möglichkeiten, die Bibel zu entdecken

„Tun was er sagt…. das bedeutet für mich in diesem neuen Jahr unter anderem, dass ich mir konkrete Gebetszeiten einrichten möchte. Ich hatte den Eindruck von einer bestimmten Uhrzeit. Diese Zeit mit Gott, welche ich mir vorgenommen habe, im 2018 fest einzurichten, werde ich von meinen Facebook- und Twitter-Aktivitätszeiten wegstreichen. Denn an einem Abend hörten wir von Pete Greig (Leiter und Gründer von einer Gebetsbewegung, welche 24 Std. und 7 Tage die Woche beten), dass wir alles wegräumen sollen, was uns abhalten und ablenken will vom Wunsch, Zeit mit Gott zu verbringen. Mir war klar, dass die Zeiten, welche ich mit Social Media verbringe, zu viel Platz in meinem Leben einnehmen. Ich sage nicht, dass ich kein Facebook, Twitter, Instagram mehr nutzen möchte – aber nicht mehr zwei oder mehr Stunden am Tag, sondern die Hälfte davon. Es ist nicht so, dass Gott uns zwingt, etwas weg zu geben oder los zu lassen. Sondern er fragt uns, ob wir bereit sind, ihm etwas zurück zu geben, was uns nicht gut tut, damit er uns mit etwas beschenken könnte, was tausendmal wertvoller ist. Ich bete im Grunde genommen überhaupt nicht gerne. Aber ich sah während dieser Explo-Zeit ein, dass Gebet der Schlüssel zur Kommunikation mit Gott ist. Und Kommunikation gehört nun mal zu einer freundschaftlichen Beziehung. Also möchte ich dieses „Land“ ganz neu entdecken für mich.“ Continue reading „YouVersion und Bible Art Journaling – trendige Möglichkeiten, die Bibel zu entdecken“

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Eines Tages sterben wir – aber an allen anderen Tagen nicht.

Kurz vor Weihnachten erhielt mein Mann die Diagnose CLL. Altersleukämie. Nach dem ersten Schock erholten wir uns, denn wenn man googelt, ist der 1. Treffer Köbi Kuhn, welcher Entwarnung gibt. Er lebt seit 3 Jahren gut mit dieser Diagnose. Viele Menschen in unserem Umfeld, welche von der Diagnose meines Mannes hörten, beruhigten uns dann auch in diese Richtung. Lieb gemeint. Nur ist erstens Köbi Kuhn 20 Jahre älter als mein Mann und fällt somit in die Statistik, nach dem die CLL hauptsächlich Männer ab 70 ig trifft. Wenn dann solche Menschen noch 10 oder vielleicht ein paar Jahre länger leben können, ist das für sie ein Glück. Wenn mein Mann das Glück hat, noch 10 Jahre leben zu können, hätte er noch nicht mal das Pensionsalter erreicht. Zweitens verläuft die Krankheit bei meinem Mann aggressiver. Die CLL wird in die Stufen A, B, C eingeteilt. Nach der ersten Untersuchung im Spital Stans, hiess es, er sei in der Stufe A. Wir atmeten auf. Denn dies hätte bedeutet, dass über Jahre bloss die Blutwerte hätten kontrolliert werden müssen – ohne Therapiebedarf. Am 6. Januar 2017 hatten wir unser erstes Gespräch und Untersuch im Kantonsspital Luzern. Dort hiess es, mein Mann sei in der Stufe B. Ein Schock. Denn das bedeutet, dass ein Therapiebedarf in nächster Zeit gegeben sein könnte. Doch es kam schlimmer – ein weiterer Schlag: im Arztbericht des Spezialisten an den Hausarzt schrieb er mehrfach von Stufe C. Wir konnten es irgendwie gar nicht glauben – aber es ist Tatsache. Das heisst, die Krankheit verläuft aktiv, die Blutwerte verschlechtern sich drastisch. Deshalb ist eine Chemo- und eine Antikörpertherapie ab März nun unumgänglich. Zusätzlich hoffen wir auf eine Unterstützung per Komplementärmedizin und sind bei Paramed angemeldet. Wie das finanziell mit unserer Versicherung aussehen wird. wissen wir noch nicht.

Was bewirkt diese Situation in uns? Mein Mann, der Betroffene, ist seit Diagnosestellung in einer Ruhe, Gelassenheit und Zuversicht. Er meint, es bringe nichts, sich Sorgen zu machen, sondern wir sollen das Leben nun erst recht geniessen, solange wir das könnten. Ein Wunder ist, dass er ausser schlechten Blutwerten, keine Beschwerden hat. Ok – zur Zeit leidet er zwar unter Husten. Aber er kann skifahren, wandern, in die Turnstunden gehen – ohne Einschränkung. Rabenau in der heutigen Zeitung

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trifft es also. Was die Chemo angeht, macht er sich im voraus keine Gedanken. Er lässt es auf sich zukommen und nimmt Tag für Tag. Ich habe ein Bild von Snoopy gesehen und wollte es posten, aber ich weiss nicht, ob dessen Verwendung auf meinem Blog legal ist. Deshalb hier einfach ein Link dazu. Mein Mann ist wie der Snoopy – und ich wie Charlie Brown. An manchen Tagen bin ich zuversichtlich, fühle mich getragen – oder verdränge erfolgreich die Situation. An anderen Tagen bin ich sorgenvoll, fühle mich einsam und tieftraurig. Ich möchte doch noch soviele Jahre mit meinem geliebten Mann zusammen verbringen! Noch soviel mit ihm entdecken. Wir sind ein derart tolles Team. Ohne ihn kann ich mir das Leben gar nicht vorstellen. 😦 Dieses Jahr feiern wir unseren 30 igsten Hochzeitstag… Im Grunde genommen wollten wir uns deshalb eine USA Reise gönnen, welche wir schon lange gebucht haben… 😦 Mir hilft in tieftraurigen, einsamen Momenten, das Wissen, dass viele Menschen für uns beten, die Zuflucht zu Gott im Gebet, Bibellesen und Lobpreislieder singen und auch Postkarten, Besuche von lieben Menschen oder Einladungen zu Freunden, sind Lichtblicke. Kein Mensch kann rund um die Uhr für mich da sein, auch wenn mir viele Menschen im Umfeld versichert haben, sie seien für mich/uns da. So gibt es dennoch Momente der Einsamkeit, in denen ich froh bin, meine Traurigkeit und meine Ängste zu Gott bringen zu können. Denn ER kann das, was kein Mensch kann: rund um die Uhr da sein für mich. Er schläft und schlummert nicht. Seine Sprechstundenzeit ist immer JETZT.

Das Gebetsanliegen, welches mir zur Zeit am nächsten liegt ist, dass wir als Familie unsere Ferien in Oesterreich antreten könnten. (Ende Februar) Wir haben vor etwa einem halben Jahr gebucht. Ob mein Mann reisefähig sein wird, entscheidet der Arzt 3 Tage vor Ferienbeginn. :-O

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Ich versuche es – diese Zuversicht und dieses Vertrauen festzuhalten….

Danke allen, welche uns in irgend einer Form mittragen.

 

Licht am Ende des Tunnels

Erst nach dem Mittag am Sonntag, 5. Juni 2016, fuhren wir per Auto nach Rynächt, um uns am Volksfest über den längsten Eisenbahntunnel der Welt mitzufreuen. Aus Zeitgründen hatten wir nur im Sinn, die beiden Festplätze Rynächt und Erstfeld zu besuchen und bei anderer Gelegenheit einmal durch den Tunnel zu fahren.

In Rynächt genossen wir zuerst ein Konzert von Knackeboul. Es ist wohl selten möglich, ihn derart zum Greifen nah zu geniessen, wie wir es konnten, denn der tanzte durchs Volk und rappte spontan über Menschen, welche ihm dabei auffielen. Viele Menschen tanzten spontan mit – ein Volksfest, das mitriss!

Die Stände erinnerten mich an eine Gewerbeausstellung oder eine Expo – letzterer Vergleich natürlich im Miniformat gemeint. 😉 Um 3 D Brillen auszuprobieren, hätte man zu lange anstehen müssen, aber zum Glück hat unser Sohnemann eine Brille, in die man sein Handy legen und 3 D Filme bestaunen kann, selber gebastelt – so könnten wir den SBB Film zuhause geniessen.

Viele Unternehmen warben für sich selber – wir fühlen uns dabei bestens unterhalten. Am Coopstand gab es stur nur originelle Stofftaschen, wenn man ein Quiz spielte, wofür man anstehen musste, was wir nicht taten. Währenddem sang der Urner Gospelchor von „Umbrella“ und der Regen setzte prompt ein.

Am Stand der Mobiliar rubbelten wir gesuchte Orte in der Schweiz auf einer Karte derart genau auf, dass ein Mitarbeiter völlig verblüfft, uns statt eines gewöhnlichen Sofortpreises 3 Tickets für die Reise durch den neuen Gotthardtunnel und über die alte Strecke retour anbot, sollte nicht sein „Chef-Chef“ in den nächsten 30 Minuten noch Eigenbedarf ankündigen. Die Tickets seien für ihn hinterlegt worden, aber mit der Weisung, sie dürften verschenkt werden, sollte er sie nicht selber benötigen. Um 16.09 Uhr fuhr der letzte Zug durchs Tunnel Richtung Tessin und zu unserem Glück meldete sich der Mobiliar-Chef nicht. Danke, an dieser Stelle. 🙂 Wir durften sogar in einen 1. Klass-Waggon steigen, da alle 1. Klassabteile mit 2. Klasse umgeschrieben wurden.

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So befanden wir uns plötzlich auf einer Reise ins Tessin, von der wir beim Aufstehen am Morgen noch nichts gewusst hatten. 😀

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Die Fahrt durchs Tunnel selber war so wie es andere vor uns bereits beschrieben: dunkel – wer hätte das gedacht – und nur deswegen spektakulär, wenn man sich der baulichen Meisterleistung bewusst wurde.

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Im Süden (Pollegio) schlug uns ein warmer Wind entgegen und die Sonne zeigte sich tatsächlich! Lustig: im Tessin hörte man auf einen Schlag meistens nur Italienisch und auf der Urner Seite Schweizerdeutsch – obwohl es doch durch die schnelle Tunnelverbindung eine grössere Durchmischung hätte geben sollen?

Gerade rechtzeitig kamen wir an, um uns die Show, von der wir im Vorfeld nicht nur Positives lasen, anzuschauen. Das Ganze war beeindruckend und unterhaltsam. Traditionelle Alphornklänge und unsere Schweizer Militärmusik wurde mit modernem Tanz kombiniert. An einer imposant grossen Leinwand, auf welche Bergmassive oder technische Elemente projeziert wurde, turnten Mineure in ihren orangen Arbeitskleidern rum. Aber weswegen Bergarbeiter später halb nackt tanzen mussten, verstanden wir ebensowenig wie der Sinn der mystischen Elemente . Und warum tanzen diese Heuhaufen? Ah – der tiefere Sinn, der gar nicht vorhanden ist, erschliesst sich mir heute. Danke, SRF 3.

Noch ein bisschen verwirrt von diesem Spektakel, begaben wir uns bereits zum Shuttlebus, welcher uns nach Biasca zum SBB Anschluss nach Erstfeld fuhr. Und dann ging es auf der alten Bahnstrecke, dreimal am berühmten Chileli von Wassen vorbei, Richtung Norden.

Der Herr in unserem Abteil begann plötzlich ausgehend von der schönen Bergwelt davon zu erzählen, dass es einmal im Paradies keine Berge mehr geben würde. Er sei im Koma gelegen und habe das Licht am Ende des Tunnels gesehen. Und dann plauderte er eine gefühlte Ewigkeit vom Paradies, Jesus, von 7 mysteriösen Toren, welche man nach dem Tod durchschreiten müsse, aber das 7. Tor werde am Sonntag nicht geöffnet, weil Gott dann ruhe – und wir schauten einander immer verstohlener an, versuchten, uns selber in Gespräche zu verwickeln, uns hinzuweisen auf die vielen Wasserfälle, schöne Tessinerhäuser…. Nichts half – nichts stoppte seinen Redefluss. Was hätten wir tun können? Wir waren gefangen in seiner Gemeinschaft, im Viererabteil, konnten ihm nicht entfliehen. Irgendwann stoppte er dann doch mit der Bemerkung, er sei wieder hier auf die Erde zurückgekehrt nach seinem himmlischen Ausflug, um sich nun seinen nächsten Aufenthalt im Himmel, der dann ewig sein werde, zu verdienen durch möglichst gute Werke. Da schoben wir ganz kurz ein, dass wir glauben würden, das ewige Leben im Himmel würde uns laut Bibel geschenkt, man könne es nicht verdienen. Wir hätten alle gesündigt und Jesus sei deswegen auf die Erde gekommen, um uns unsere Sünden zu vergeben. Dieses Geschenk könne man annehmen oder auch nicht, aber durch eigene Werke könne man sich den Himmel ganz sicher nicht verdienen. Er wurde fast zornig und von da an sehr wortkarg, währenddem uns die Fahrgäste im Abteil nebenan ebenso verstohlen musterten, wie wir uns gegenseitig vorher. 😉

Ich weiss nicht, ob uns die Fahrt über die alte Strecke nach Norden deswegen im Vergleich zur Fahrt durch den Tunnel in den Süden wie eine Tagesreise vorkam.

In Erstfeld suchten wir zuerst den Shuttlebus, welcher uns dann aber zuverlässig zu unserem Ausgangspunkt auf den Parkplatz Rynächt brachte. Der Shuttletransport mit den Postautos hat überall super speditiv funktioniert.

Zuhause erwartete uns ein Gemisch aus Regen und Sonne, aus Süd- und Nordwetter.

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Nachtrag: danke Coop! 🙂 IMG-20160614-WA0000

Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen. Gott in Matthäus 25, 31-46

Auf Facebook gehen die Wogen derzeit hoch, was die Flüchtlingsthematik betrifft. Ich lese da Posts wie: „Vergasen sollte man die, verrecken sollen sie, alles Schmarotzer, nehmen uns die Arbeit weg, bei uns in der Schweiz gibt es genügend arme Leute, welche keine Unterstützung kriegen, kümmere dich lieber um die, wir haben gar keinen Platz – nimm doch selber Flüchtlinge auf, wenn du so ein Gutmensch bist“… etc.

Vermutlich liegen solchen Äusserungen ganz viel Bitterkeit, Sorgen, Verletzungen, sich ungerecht behandelt fühlen und ähnliches zugrunde.

Viele Sorgen, Ängste und Unverständnis teile ich. Ich bin der Meinung, jeder Asylant sollte die Sprache des Zuwanderlandes, lernen, es wäre schön, Menschen, welche sich aus dem Ausland hier niederliessen, würden sich auch in Schweizer Vereinen integrieren, an unseren Festen teilnehmen. Ich bin der Meinung, dass Menschen, welche sich um Migranten kümmern, ihren Betreuungspersonen noch zuwenig vermitteln, was die Schweizer Kultur ausmacht. Klar kann man sich darüber auslassen, was denn „Schweizer Kultur“ überhaupt bedeutet. Ich denke, da hat jeder Schweizer seine eigene Gewichtigung. Ungeachtet dessen finde ich es wichtig, dass Menschen, welche in diesen Bereichen beruflich oder ehrenamtlich tätig sind, sich noch mehr bemühen, auch Schweizer Werte, Schweizer Geschichte und Kultur weiter zu vermitteln. Integration gelingt noch zu wenig. Ich gehe mit Frank A. Meyer einig. In der Schweiz am Sonntag meint er dazu:

«Man könnte jedem Asylanten beim Übertritt über die Grenze in Chiasso einen Merkzettel in die Hand drücken mit den zehn wichtigsten Punkten über unser Land und unsere Kultur: Bei uns sind Frauen und Mädchen gleichberechtigt, bei uns gilt Religionsfreiheit, weitere Punkte müssten die Aufklärung über Gesetze enthalten, über Regeln und Riten, vielleicht sogar über Geschichte.»

Entnommen einem Livenet Artikel.

Als wir in der Türkei in den Ferien waren, hat uns der Reiseleiter auf Sitten, Gebräuche des Landes aufgeklärt. Für uns Schweizer ist es selbstverständlich, dass wir uns über „No goes“ des Ziellandes informieren, über kulturelle Fettnäpfchen, in die man tappen könnte und vor denen man bewahrt werden möchte. Dasselbe steht jedem Gast in unserem Land zu. Das Zusammenleben wird einfacher, der Zugezogene wird eher akzeptiert, erfährt Bestätigung und Zugehörigkeit.

Es gibt sie: die Kriminaltouristen und solche, welche über zuwenig Taschengeld und schlechte Unterkünfte jammern. Ich habe mit einer syrischen Frau geredet, welche sich beklagte, dass sie sich mit ihrem Unterstützungsgeld bloss eine kleine Wohnung in Stans leisten könne – zuhause hätten sie zwei Autos und eine Villa gehabt. Den Lebensstandart, den sie mal genoss, kann sie hier nicht gratis weiterführen. Es gibt sie: und ich rege mich ebenfalls darüber auf. Und ich denke, hier sollten Flüchtlingsbetreuer/Sozialarbeiter noch viel professioneller wirken und solchen Menschen nicht nur Verständnis entgegenbringen, sondern helfen, mit der Realität umzugehen und zeigen, wie Schweizer wirklich leben. Der Durchschnittsschweizer kann sich kein Dienstpersonal und keine Villa mit Pool und mehrere Autos leisten. Der Sohn dieser Frau hat die Lehre abgebrochen, u.a. deswegen, weil er weniger Lehrlingslohn erhält, als wenn er einfach so irgendwo jobben geht. Wo sind die Flüchtlingsbetreuer, welche solchen Menschen unter anderem unser Lehrlingssystem erklären? Ich habe es versucht, bin aber gescheitert. Sie kennen sowas einfach nicht und es müsste mehr Menschen geben, welche ihnen Kultur- und Schweizer Lebensschule unterrichten würden.

Wie gesagt. ich habe viel Verständnis für Sorgen, Ängste, Befürchtungen, welche im Zusammenhang mit der Flüchtlingsfrage geäussert werden und ich bin für Meinungsfreiheit und dafür, dass man solch ungute Gefühle und auch Erlebnisse ernst nimmt und was daraus lernt. Doch was ich verabscheue sind Gemeinheiten, Fäkalsprache, Verallgemeinerungen und ähnliches in leider meist primitiven Diskussionen. Ich vermisse eine gute, faire, menschenachtende Gesprächskultur in den Social Media.

Es wäre schön, Menschen würden sich erst gar nicht auf den gefährlichen Fluchtweg aus ihren Herkunftsländern machen. Es wäre super, wenn wir Kriege beenden könnten und die Menschen in den Ländern in Frieden wohnen lassen könnten, in denen sie sich kulturell und sozial wohl fühlen. Denn hier in der Schweiz niedergelassen, plagt doch viele von ihnen das Heimweh und sie möchten nichts lieber, als wieder zurückkehren in ihre Heimatländer. Das Leben ist nicht so einfach hier, wie sie es sich erträumt haben und viele kommen mit dieser Realität nicht klar. Leider entspricht es auch nicht der Realität, dass Kriege so leicht beendet und die Flüchtlingsströme versiegen. Trotzdem ich viele Befürchtungen, Verständnislosigkeit und Verärgerungen teile, bin ich entsetzt darüber, dass Menschen, welche ihr Leben aufs Spiel setzten, um aus einem Kriegsland zu flüchten, hier massivsten Drohungen ausgesetzt sind. Sie meinten, endlich in ein Land zu kommen, welches ihnen Geborgenheit und Sicherheit geben könnte, aber ihre erlebten Traumas wiederholen sich hier.

„Brandstiftung, Körperverletzung und Demütigung sind keine Ausdrucksmittel der freien Meinungsäusserung.“ sagt Oliver Kalkofe und ich gehe mit ihm einig. Sein Videobeitrag ist bemerkenswert.

Unter den Flüchtlingen sind viele Christen, welche entweder zum Islam hätten zwangskonvertieren oder sonst um ihr Leben bangen mussten. Sie haben zu Geld gemacht, was sich zu Geld machen liess, haben alles zurückgelassen für eine unbestimmte Zukunft. Viele Menschen in der Schweiz zeigten ihre Solidarität in den Sozialen Medien mit dem Hashtag #WeAreN . Aber nun stelle ich fest, dass teilweise dieselben Menschen aktuell gegen diese Flüchtlinge hetzen, weil sie befürchten, es könnten viele Moslems darunter sein, es könnte sich um eine diffuse Unterwanderungstaktik des Islams handeln. Und? In erster Linie handelt es sich bei den Flüchtlingen um Menschen. Menschen wie du und ich. Und sie haben in erster Linie mal eine menschwürdige Behandlung zugut. Nur weil es einigen Schweizern nicht gut geht, dürfte es Flüchtlingen nicht besser gehen? Was ist denn das für eine egoistische Haltung? Würden wir nicht auch flüchten, sollten wir uns an Leib und Leben in unserem Land bedroht sehen? Zudem hat jeder Moslem nun die Chance, in unserem Land Jesus kennen zu lernen – wir müssen nicht erst Missionare zu ihnen aussenden, sondern sie kommen nun vor unsere Haustüre. Wir sollten in ihnen keine Bedrohung sehen, sondern Menschen, welche von Gott geliebt und geachtet sind.

Die Bibel stellt sich auf die Seite der Flüchtlinge, fordert uns mehrfach auf, ihnen zu helfen. Die Familie von Jesus musste ebenfalls flüchten, kaum war er geboren. Gottes ❤ schlägt für die Vetriebenen und Verachteten. Schlagen wir uns doch auf seine Seite.

P.S. Von Mandy bekomme ich jeden Tag ein sogenanntes „Seelenfutter“. Habe gerade erst gelesen, dass sie so ziemlich dasselbe über die Flüchtlingsproblematik schreibt. GekreuzSiegt.

Ein etwas langer, aber lohnenswerter Artikel darüber (klickmich), ein Livenetartikel und dies hier.

Und natürlich sehe ich diese Seite ebenfalls. Mag widersprüchlich scheinen zu obigem, zeigt aber die Komplexität, welche mir durchaus bewusst ist.

Vom Säen und Ernten – Holzbauwelt

„Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen.“
Bibel, Galater 6,9

Es ist sehr befriedigend, sich in der Gesellschaft sinnvoll einzusetzen. Besonders viel Spass bereitet es mir, wenn wir als ganze Familie Aktionen organisieren wie zum Beispiel die Weihnachtspäckliaktion oder unser jährliches Engagement für den Ferienpass Nidwalden.

Einige Jahre lang organisierte mein Mann die Legostadt für den Ferienpass und dieses Jahr das erste Mal die Holzbauwelt des Bibellesebundes Schweiz. Im Vorfeld galt es, terminliche Absprachen zu tätigen, die Räumlichkeiten mit dem Bibellesebund- Verantwortlichen Stephan Böhi, zu besichtigen, Leitern und Gestelle zu organisieren und transportieren, immer wieder im Gespräch zu sein mit dem Ferienpass OK, einen Übernachtungsplatz und Geschenk für den ehrenamtlichen Mitarbeiter zu suchen, welcher die Holzbauwelt transportierte und betreute, einen Einladungszettel für die Besichtigung der Holzbauwelt zu gestalten, die Presse einzuladen, Mitarbeiter für die zwei Tage zu suchen und sovieles mehr… Ich bin stolz auf meinen Mann, dass er sich nebst einem 100 Prozentjob beim RAV und einer beruflichen Weiterbildung, welche er zur Zeit auch grad anpackt, immer wieder Zeit freischaufelt, für solche Projekte und Ferientage dafür einsetzt. Ebenfalls möchte ich an dieser Stelle meinem 14-jährigen Sohn Tobias ein Kränzchen winden: er hat sich durch sein praktisches Engagement im letzten und diesjährigen Ferienpass bereits in diesem jungen Alter ins OK hineingearbeitet. 3 seiner 6 Sommerferienwochen investiert er in den Ferienpass Nidwalden, vor allem im technischen Bereich. Daneben ging er noch in der Berufswelt schnuppern und schrieb Lehrstellenbewerbungen.

Am Montag und Dienstag, 3. und 4. August, durften wir dann ernten, was wir im Vorfeld an Organisatorischem gesät hatten. Rund 20 Kinder bauten an diesen zwei Tagen voll Begeisterung, Eifer, Ausdauer und Konzentration hohe fantasievolle Gebäude. Der höchste Turm wurde am Schluss rund 4 Meter 70 hoch und wir alle hätten weitergebaut daran, hätte uns nicht die Raumdecke eine Grenze gesetzt. Wir hätten den bisherigen Rekord, welcher einen Meter höher liegt, locker geschlagen. 😉 Was mich erstaunte war, wie friedlich die Stimmung an beiden Tagen war. Kein Streit, kein Klötzlirumwerfen wurde beobachtet, es gab keine Tränen und keinem Kind war es je langweilig! Alle liefen sehr vorsichtig zwischen den Kunstwerken herum und gaben acht, nichts Fremdes zum Einsturz zu bringen – das hat mich fasziniert. Auf dem hohen Malergestell und den Leitern verhielten sich die Kinder diszipliniert, ohne dass wir eine Regel zu deren Gebrauch herausgeben mussten. Auch Kinder, welche zuhause viel Gamen, sind fürs „Klötzlibauen“ total zu begeistern, was wiederum mich begeisterte!

Tobias hat dazu ein cooles, sehr sehenswertes Video erstellt- in stundenlanger Arbeit – ich staune einmal mehr über meinen Sohn:

Und in Slow Motion:

In den Pausen hörten die Kinder jeweils etwas von der Bibel, zum Beispiel die Geschichte des Turmbaus zu Babel und dort wiederum war ich erstaunt, wie aufmerksam und vorurteilslos die Kinder zuhörten und wieviel sie generell von der Bibel wussten. Es gab ein Jahr, an dem wir die damals geplante Legostadt nicht durchführen konnten, weil es seitens der Erwachsener Bedenken gab, wegen der biblischen Pausen-Geschichten. Doch die Bibel gehört meiner Meinung nach zu unserer schweizerischen Kultur und es schadet keinem Kind, wenn es Geschichten daraus kennenlernt. Es sind meistens die Erwachsenen, welche „kompliziert tun“ und von „missionieren“ reden, wenn es um dieses Thema geht. Die Kinder selber hören gespannt zu, egal ob es sich um ein Grimmmärchen oder um eine biblische Geschichte handelt und fühlen sich überhaupt nicht bedrängt.

Meinem Mann und mir macht es Freude, uns in die Kinder zu investieren. Der Ferienpass selber ist sowieso eine unterstützenswerte Einrichtung, damit Kinder, denen es langweilig wäre in den Sommerferien, ein sinnvolles Freizeitangebot nutzen können. Wir hoffen, dass wir das, was wir nicht nur im Ferienpass, sondern auch sonst in Kinderleben säen, einmal ernten dürfen in Form von Erwachsenen, welche ihren Weg im Leben gefunden haben und sich ebenfalls wieder für die Allgemeinheit sinnvoll einsetzen.