Chorprojekt Ennetbürgen begeisterte mit MundArt

Rückblick Die rund 80 Sängerinnen und Sänger, unter der Leitung von Daniela Paganini, vermochten sowohl am 9. wie am 10. September, die Menschen in der vollbesetzten Mehrzweckanlage in Ennetbürgen zu Begeisterungsstürmen hin zu reissen. Standing Ovations und der Wunsch nach einer 3. Zugabe, war der Lohn für die 8-monatige Probezeit.

Musikalisch optimal unterstützt wurde der Chor von Markus Bircher am Akkordeon, Lukas Bircher am Kontrabass, Sebastian Schwarz an der Gitarre und dem Schlagzeuger Roli Würsch. Diese Band formierte sich in dieser Zusammensetzung extra für das Chorprojekt.

Im Instrumentalteil brachte die Band gar ein Paar dazu, das Tanzbein zu schwingen und sorgte im Saal für heitere Mitklatsch-Stimmung.

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Fotos von Petra Aeppli

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MundArt Lieder vom 17. Jahrhundert bis zur Neuzeit

Das Volkslied „S’Vreneli ab em Guggisberg“ ist das älteste Schweizer Lied. Erwähnt wurde es erstmals 1741. Der Chor sang es in einer herzlich- sehnsüchtigen Variante. Weiter schwärmten sie vierstimmig vom „Louenesee“, besangen das „Heimweh“ und wagten gar das Jodeln im „Nidwaldner Tanzliedli“. Ruth Würsch bezauberte mit eindrücklicher und klarer Hauptjodelstimme. Ihr Mann, Armin Würsch, überraschte mit stimmungsvollen Alphorneinsätzen. Seine professionelle, unverkennbare Solostimme kam beim Besingen der geheimnisvollen „W. Nuss vo Bümpliz“ voll zur Geltung. Die Chorvariante von Mani Matters „Zündhölzli“ sorgte aufgrund lautmalerischer „Flimm Flamms“ und „Zisch’s“ für Schmunzler im Publikum. Für einen besonders aussergewöhnlichen Moment sorgten die Sängerinnen und Sänger, als sie sich im ganzen Saal, stimmengemischt verteilten. „So kam uns der Chor viel näher, als er sich auf der Bühne präsentierte. Die Stimmen waren deutlich zu unterscheiden und füllten den Raum auf eine einzigartige Weise“, meinte eine Zuschauerin. 12 Lieder waren es, welche der Chor mit grosser Freude präsentierte. Der 16-jährige Tobias Aeppli, war das erste Mal für Licht und Ton zuständig und meisterte dies mit Bravour.

 

Viel Hintergrundwissen zu den Liedern vermittelten die Moderatorinnen Sarah Schibli und Edit Egli. Herzlich bedankte sich Präsidentin Daniela Weibel bei allen Beteiligten für das intensive Engagement.

Chorprojekt – nicht fester Chor

Beim Chorprojekt Ennetbürgen handelt es sich nicht um einen Chor in fester Zusammensetzung, sondern wie es der Name ausdrückt, finden Singbegeisterte seit 1999 immer wieder neu für ein „Projekt“ zusammen. Es besteht die Gelegenheit für Interessierte, „Chorprojektluft“ zu schnuppern. Denn am 17. Dezember singt das Chorprojekt Ennetbürgen Weihnachtslieder in der Pfarrkirche Ennetbürgen. Gesucht werden vor allem männliche Sänger. Dafür sind zwei Proben vorgesehen. Für das Jubiläumskonzert 2019 wird wieder ein grösseres Projekt geplant. Informationen darüber werden rechtzeitig im Nidwaldner Blitz publiziert und auf der neuen Webseite vom Chorprojekt.


Diesen Text habe ich unserer Nidwaldner Zeitung mit der Bitte um Publikation eingereicht. Er erschien am 16. Sept, Seite 24. Aber leider um mehr als die Hälfte gekürzt.  😦 Scan


Man kann das Konzert sogar nachhören. Die ersten paar Lieder sind aber qualitativ nicht von so guter Aufnahmequalität, da uns das Equipment dafür fehlte und auch kein Auftrag dazu erfolgt ist. Die Aufnahmen entstanden nebenbei. Anklicken, herunterladen – viel Spass!
1. Teil

2. Teil 

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#SchweizImHerzen Fotowettbewerb von Schweizer Radio und Fernsehen SRF

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Das Schweizer Radio und Fernsehen SRF schrieb im Herbst auf Twitter einen Fotowettbewerb aus. Gesucht waren Fotos von schönen Orten in der Schweiz. Bilder, welche von Herzen kommen und zeigen, wie wir die Schweiz im Herzen haben.

6 Teilnehmer haben gewonnen – und mein Foto, aufgenommen auf dem Bürgenstock war dabei. Als Preis gab es am Freitag, 17. März 2017 eine Führung durchs Fernseh- und Radiostudio, und ein feines Apéro.

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Jeder von uns Gewinnern durfte bis zu zwei Begleitpersonen mitnehmen. Zum Glück konnten mein Mann und Sohnemann an der Arbeit frei nehmen.

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Foto von Karin Mayerhofer Dobler

Geplant gewesen wäre ein Treffen mit Nick Hartmann. Doch der Pechvogel liegt im Spital. An dieser Stelle: gute Besserung. Im Fernsehstudio trafen wir Sandra Boner und Thomas Bucheli von Meteo.

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Foto von SRF

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Als wir im Radiostudio eintrafen, beendete Bernhard Schär grad ein Telefonat mit Roger Federer und teilte uns die „Breaking News“ mit: Roger Federer ist eine Runde weiter, weil sein Gegner Kyrgios aufgrund einer Magenverstimmung aufgeben muss. Man lerne daraus: iss nie dasselbe Menü wie dein sportlicher Gegner. 😉

Bildschirmfoto 2017-03-19 um 13.36.30.pngIm Radiostudio durften wir Livesendungen moderiert von  Joschi Kühne, Bernhard Schär, Mario Torriani und Marco Thomann mit erleben.

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Zwischen den Ansagen gab es ab und zu ein paar freie Minuten, während denen wir die SRF Mitarbeiter mit Fragen löchern konnten. Zudem stiegen wir ins tiefste Archiv hinunter,

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sahen einen Schallplattenreiniger

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und auch das Hörspielstudio. Das einzige Studio schweizweit, in dem für ein Radio Hörspiele live aufgenommen werden. Die Geräusche stammen nicht alle aus „digitalen Konserven“, sondern werden auch heute noch oft selber produziert. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn das, was der Schauspieler spricht, mit einem Geräusch untermalt wird. Zum Beispiel bei Schritten im Schnee während eines Gesprächs. Dieses Studio kann übrigens gemietet werden.

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Während der Führung erfuhren wir ein paar interessante Fakts über SRF:

  • Pro Monat erreichen ca. 10’000 schriftliche Feedbacks die Redaktion von SRF. Sie alle wollen möglichst schnell und kompetent beantwortet werden.
  • Die Moderatoren werden nicht geschminkt, um vor die Kamera zu treten, sondern weil das TV HD-Qualität zeigt und bei normaler Theaterschminke immer noch Hautunreinheiten sichtbar werden, erhält das Gesicht mit einem Airbrush das perfekt geeignete Erscheinungsbild. Die Schminke wird also ganz fein aufgesprüht.
  • Die Moderatoren tragen nicht ihre Privatkleider im Fernsehstudio oder auf dem Meteodach, sondern werden von Profis eingekleidet.
  • Für Fr. 1.20 pro Tag kann jeder Bewohner der Schweiz rund um die Uhr 17 Radio- und 7 Fernsehsender, sowie das Onlineangebot von SRF benutzen.Dies ergibt einen jährlichen Betrag von 451 Franken an Gebühren pro Person.
  • Eine solche Führung, wie wir sie erleben durften, kann jeder buchen. 23’000 Menschen blicken jedes Jahr auf Studioführungen hinter die Kulissen von SRF. Es ist auch möglich, im Publikum Sendungen vor Ort mit zu verfolgen. Diese Möglichkeit nutzen 24’000 Menschen pro Jahr.

Mein Mann, Sohn und ich danken SRF für diesen interessanten Einblick, welchen wir an diesem Tag geniessen durften.

Blogparade Dankbarkeit

Via Twitter wurde ich auf auf eine Blogparade zum Thema Dankbarkeit aufmerksam.

Ich bezeichne mich selber als dankbare Frau. Ich muss mich dazu nicht extra bemühen, sondern es ist seit langem mein Lebensstil. Und selbst in der schwierigen Zeit, in der wir aktuell stehen, gibt es viel Grund zur Dankbarkeit.

Ich bin Gott dankbar dafür, dass:

  • ich IHN (Gott) mit 18 Jahren kennenlernen durfte und seitdem ganz bewusst als sein Kind auf dem Lebensweg unterwegs sein darf. Er ist mein bester Freund, hält, trägt, tröstet, stärkt, ermutigt, fördert, berät und kennt mich.
  • mein Mann und ich in diesem Jahr unseren 30. Hochzeitstag feiern dürfen. Er ist mein Lieblingsmensch und ich hoffe, dass wir uns noch lange geniessen können.
  • Andy und ich drei gesunde, zwäge Kinder haben, welche alle einen guten Weg gehen.
  • wir so schön wohnen. Wir haben See- und Bergsicht, wohnen in einem ruhigen Quartier und pflegen gute und teilweise freundschaftliche Kontakte zu unseren Nachbarn. Im Sommer sind wir in 5 Gehminuten am See und können jeden Tag ein paarmal schwimmen. Im Winter erreichen wir die Talstation zum Hausberg der Klewenalp, wo man toll Wintersport ausüben kann, innert 10 Gehminuten.
  • unser Kater Minouch seit 5 Jahren zu unserer Familie gehört. Er entlockt uns hie und da ein herzliches Lachen oder ein „jöööö“.
  • wir so gute Jobs haben, welche wir gerne ausüben. Seit August 16 habe ich eine zweite Stelle als Freelancerin beim Nidwaldner Blitz (die erste beim SCM Bundes-Verlag Schweiz). Beim Blitz erhalte ich viele spannende Aufträge und das kommt unserem Familienbudget sehr zugute.
  • wir gute Freunde haben, welche in jeder Not für uns da sind, aber auch mit uns die schönen Seiten des Lebens teilen, denn „geteilte Not ist halbe Not, geteilte Freude ist doppelte Freude.“
  • er uns die Musik geschenkt hat. Wie oft stellt mich ein Lied auf und wie wohl tut das Singen. Bald startet zum Glück wieder das Ennetbürger Chorprojekt. Dieses Jahr zum Thema „Mundartlieder“.
  • ich über Facebook, Twitter, Blog und Co. soviele wertvolle Kontakte knüpfen konnte.
  • mir das danken nie ausgeht und ich hier noch zehntausend andere Gründe aufzählen könnte. Danke Gott, dass eine gute Perspektive gibt. Danken zieht nach „oben“. Deshalb habe ich das Beitragsbild gewählt: Wofür kann ich danken – dies zu fokussieren, ins Visier zu nehmen, tut gut.

Ich bin gespannt auf eure Dankbarkeitsberichte. Ich denke, es ist wie ein Ping-Pong-Spiel: wenn ich aufzähle, wofür ich dankbar bin, löst das beim Gegenüber auch Dankbarkeit aus. Es hilft, sein Leben nach Dankbarkeitsgründen zu durchforschen – und wenn man dies teilt, wirkt es ansteckend. Also: wofür bist du dankbar? Mach doch auch mit.

 

Samichlais – St. Nikolaus – Samichlaus

„Der Samichlaus weiss alles. Wenn du nicht brav bist, wird er schimpfen und dir nichts als eine Rute bringen. Der Schmutzli wird dich in seinem Sack davontragen.“ Solche Drohungen gehörten früher zur Kindererziehung. Heute ist der Samichlausbesuch ein freudiges Ereignis.

Nikolaus von Myra war ein Bischof, der in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts in der heutigen Türkei, lebte. Um sein Leben ranken sich zahlreiche Legenden. So habe er einen Sturm gezähmt und deshalb ist er der Schutzpatron der Seefahrer. Sein ererbtes Vermögen verteilte er unter den Armen. Mehrere Wunderwirkungen werden ihm zugesprochen, so auch solche an Kindern. Daraus entstand das Brauchtum des Beschenkens von Kindern. Dies geschieht an seinem Todestag, dem 6. Dezember. Samichlaus ist eine Wortabwandlung von Sankt (heiliger) Nikolaus (Chlaus).

Samichlausbräuche

In jedem der Länder Österreich, Deutschland, England, Irland, Italien, Frankreich, Spanien, Kroatien, Serbien, Polen, Russland, Griechenland, Ungarn, Bulgarien, Mazedonien und in den Benelux-Staaten heisst der Sankt Nikolaus ein bisschen anders und jedes Land kennt seine eigenen Traditionen. In der Schweiz werden je nach Region entweder Samichlaus Ein- oder Auszüge gefeiert. In Nidwalden sind das wunderschöne Anlässe, an denen Geisslechlöpfer, Trichler und Iffelenträger bestaunt werden können. Am Abend des 6. Dezembers, besucht der Samichlaus die Familien zuhause. Die Kinder sagen ein Samichlausgedicht vor, spielen vielleicht etwas auf einem Instrument und werden dafür vom Samichlaus mit Nüssen, Mandarinen, Orangen, Lebkuchen, Schokolade und anderen Süssigkeiten belohnt. Die Idee, dass unter den Geschenken auch iPods und ähnliches zu sein hat, stammt ursprünglich nicht vom Samichlaus. Er trägt das Gewand eines katholischen Bischofs mit MitraKrummstab und in seinem goldenen Buch sind Lob und Tadel festgehalten. Begleitet wird der Samichlaus nebst seinem Esel von einem oder mehreren Schmutzlis, auch Knecht Ruprecht genannt. Diese gefürchigen, stummen Gesellen, sind in schwarze Kutten gehüllt und mit einer Rute ausgestattet. Der Einsatz dieser Rute ist aber heutzutage verpönt, der Schmutzli klopft höchstens mit einem Augenzwinkern auf seine eigenen Beine, wenn der Samichlaus tadeln muss. Kam es früher tatsächlich vor, dass der Schmutzli hie und da ein Kind zur Abschreckung in den Jutesack steckte, ist das nicht mehr denkbar. In Nidwalden gehören zu den Gehilfen des Samichlaus, je nach Dorf, Laternenträger, Geigel oder Dotschenträger.

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Der Beckenrieder Samichlais bei uns zuhause, vor ein paar Jahren, am alten Wohnort.

Ist der Samichlaus und der Weihnachtsmann ein und derselbe Mann?

Gemeinsam ist beiden älteren Männern ein weisser Bart und rote Kleidung. Und beide beschenken Kinder. Doch es gibt Unterschiede. Die Symbolfigur des Weihnachtsmanns hat sich in Amerika durch europäische Einwanderer vom niederländischen Sinterklaas (Nikolaus) zu Santa Claus entwickelt. Statt des liturgischen Gewandes und der Bischofmütze, trägt er rote Hosen, Oberkleid und Zipfelmütze. Der amerikanische Santa Claus kommt vom finnischen Lappland. Unser Samichlaus wohnt hingegen der Legende nach im Wald. Der Weihnachtsmann bringt Geschenke, indem er auf einem von Rentieren gezogenen Schlitten durch den Himmel fährt. Am 24. Dezember steigt er nachts durch die Kamine in die Häuser ein und verteilt seine Geschenke unter dem Christbaum. Dieses Märchen ist zurückzuführen auf ein anonym veröffentlichtes Gedicht von 1823 „The Night before Christmas.“ Der Mythos des Weihnachtsmanns wird vor allem in Amerika, aber auch in Grossbritanien, Deutschland und den Benelux-Ländern gepflegt.

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Samichlais im roote Gwand

Mit em Goldstab i de Hand,

mit de schwääre Winterschuä,

hesch i eysem Dorf vil z’tuä.

Jetzt chlopfids a dr Tiirä scho,

ich ha so planged und bi froh.

Dr Samichlais bringt d’Liäbi mit,

d’Wiähnachtszeyt isch nimmä wiit.

————-

Es Licht chunnt de Fäldwäg yy.

Ich glaub, das muess de Samichlais sey.

Jetzt ghört me s’Glöggli – still los guet,

wie’s über d’Wiese leyte tuet.

Meys Härz chlopft ganz fescht,

ich hoff, du weisch vo mir nur s’Bescht.

Diä andere chleyne, dummä Sachä,

möchte ich s’nächscht Jahr besser machä.

Drum bitte lueg in Sack jetzt drii,

eb’s eppis het fir mich derbie.

————-

Taif verschniit sind Fäld und Wald

De Samichlais chunnt scho bald.

Äs schneyelet ganz lys und fin.

Jetzt gsehn ich det ä Liächterschyn.

De Chlais chund mit em rote Gwand.

Är trait de Goldschtab i de Hand.

Und s’Eseli tramped hindedrey.

Chund är ächt ai bi miär verbey?

Jetzt chlopfeds a de Tiire scho,

ich ha planged und bi froh.

De Samichlais bringt d’Liäbi mit,

denn d’Wiähnachtszeyt isch nimma wit.


Mein Artikel erschien am Mittwoch, 23. November 2016 im Nidwaldner Blitz.

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Ein Landei erlebt Züri

Aufgewachsen in Emmenbronx und ein Landei? Nun ja – Emmenbronx hiess in meiner Kindheit noch „Ämmebrögg“ und war tatsächlich ländlich. Neben unserem Hochhaus weideten Kühe und ich lernte Skifahren dort, wo das Emmen Center steht. Ich zügelte vom Land in die Stadt, ohne wirklich umzuziehen. Denn die Stadt zügelte zu uns aufs Land. Doch seit 30 Jahren wohne ich wieder auf dem Land – in Nidwalden. Wenn ich einmal eine grössere Stadt besuche, komme ich mir oft so vor, wie ein Marsmensch auf Erden. 😉 Erstens sehe ich so viele Menschen in einer Minute, wie ich an meinem Wohnort in einem Jahr nicht sehen würde und zweitens haben es alle diese Leute immer extremst eilig. Alle hetzen ständig äusserst dringlichen Terminen nach. In Städten bewegen sich wahrscheinlich besonders wichtige Menschen und die müssen das auch zeigen. Nicht nur mit ihren eiligen Schritten, sondern auch mit ihrer Mimik und ihrer pressanten (schnellen) Sprache. Dann stehe ich inmitten eines solchen Stadtgewühls und staune ab dem, was Normalzustand zu sein scheint, aber auch ab Originalen, nach denen sich auf dem Land alle Passanten kopfschüttelnd umdrehen würden, hier aber niemandem aufzufallen scheinen.

Als Kind reisten meine Eltern mit mir einmal im Jahr per SBB nach Zürich. Wir besuchten immer hauptsächlich den Globus. Ich erinnere mich nicht daran, was meine Eltern dort jeweils kauften. Für mich war es das Allergrösste, einen aussergewöhnlichen Radiergummi oder sonst was aus der Papeterie zu erhalten. Das grosse Kaufhaus war für mich ein Schloss und ich stellte mir vor, als Prinzessin dort zu wohnen und treppauf, treppab in meinem Prinzessinnengewand zu schweben. Ab und zu besuchten wir auch den Züri Zoo.

Sonst kenne ich Zürich hauptsächlich vom Flughafen her. Als Transit- und  Einsteigort ins Flugzeug für unsere Ferien.

In den letzten Wochen aber war ich grad öfters in Zürich. Weil wir als Familie zu den Testern der Preview Mobile App der SBB gehörten, war ich zu einem feinen Abendessen eingeladen und traf vorher Andreas Schweizer, der mir einen kleinen Teil Zürichs im Vorfeld etwas vorstellte. Ich kenne ihn vom SOME SBB (Social Media Treffen).

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Auch für den SCM Bundes-Verlag war ich schon ein paarmal in Zürich. So habe ich Artikel über die Streetchurch und das Stadtkloster Zürich verfasst. Derjenige über das Stadtkloster wird erst im Januar 2017 im Magazin 3E erscheinen. Um einen Artikel über die Fyrabigchile Sihlfeld zu schreiben, war ich letzte Woche wieder in Zürich. Ich verband diesen Interviewtermin mit einer Erkundungstour durch „Tsüri“ und fragte vorher über Twitter, ob mir jemand Tipps liefern könnte. Diese erhielt ich wirklich. Und so sah dann meine Stadterkundung aus:

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Ich löste via SBB Mobile App auf mein normales Billet das City Ticket für Zürich und durfte somit ohne weitere Kosten die Polybahn zur Uni Terrasse benutzen. Dies war ein langgehegter Wunsch von mir. Die Fahrt dauerte kürzer, als ich gedacht hatte, aber es ist eine hübsche, härzige Bahn. Oben bot sich mir ein schöner, leicht dunstverhangener Blick über die Stadt.

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Ich wagte mich durch die Türen des Hauptgebäudes der ETH zu treten und fragte mich, ob die jungen Studenten mich wohl eher als Mitstudentin oder als Professorin einordneten. Am Vorabend hatte ich mich auf der ETH Seite erkundigt, ob es eine öffentliche Veranstaltung geben würde. So war ich dann unter so vielen Studenten der einzige Mensch, über ein paar Vitrinen beugend, um unbekannte Seiten von Max Frisch als Architekten zu studieren.

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Von der Ausstellung selber war ich eher enttäuscht, aber umso faszinierter vom Gebäude der ETH.

 

Per Polybahn wieder unten angekommen, lädelte ich (für Deutsche: den Geschäften entlang bummeln) ein wenig im Niederdorf

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und staunte über die hohen Preise, welche ich nicht gewillt war, hin zu blättern. Mir gefielen vor allem die Ladenräumlichkeiten in den alten Gebäuden.

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Mein Weg führte über den Mühlesteg mit seinen Liebesschlössern

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zur Josefstrasse. Diese wandere ich entlang bis zum Viadukt. Wandern ist dabei nicht übertrieben, denn an diesem Tag zeigt mein Schrittmesser 3 Stunden aktive Minuten und 19036 Schritte. 😉 Die Josefstrasse begeisterte mich denn wirklich mit den versprochenen, alternativen, kleinen, originellen Geschäften.

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Aber noch überraschter war ich, als ich am Ende der Josefstrasse beim erwähnten Viadukt angekommen war. Unter den Bögen befanden sich hübsche Cafés, originelle Geschäfte und sogar eine ganze Markthalle. Aber auch hier waren die Preise für meine Gewohnheiten und mein Portemonnaie überrissen teuer. Gekauft habe ich innert 3 Stunden lädelen in Züri bloss zwei Postkarten. 😀

Zu meinem Interviewtermin beim Monolith der Andreaskirche, führte mich das Tram. Über den Freitagabendgottesdienst mit Eltern-Kind-Singen, Flöten, Funk, Soul – und Orgelkonzert, Suppe, Chor, Abendmahl, Schreckmümpfeli, habe ich einen Artikel verfasst, welcher im Magazin 3 E erscheinen wird.

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Vorschau Nidwaldner Alpchäs-Märcht, Beckenried, 19./20. November 2016

Ein schöner Alpsommer neigt sich dem Ende zu. Nebst der Älplerchilbi und Alpabzügen, gehört seit 16 Jahren der Alpchäs Märcht Beckenried zu einer liebgewonnenen Nidwaldner Herbst-Tradition.

Urschweizer Alpkäsemarkt, so nannten ein paar Nidwaldner-, Schwyzer- und Urnerälpler 1998 die erste Veranstaltung dieser Art in Beckenried. Sie fand auf dem Parkplatz der Klewenalpbahn in einem Festzelt statt. Der Markt stiess auf ein derart grosses Interesse, dass sofort im Anschluss ein OK fürs drauffolgende Jahr gegründet wurde. Seit dem Jahr 2000 findet der Käsemarkt im heimelig passenden Schützenhaus statt. Paul Barmettler, Präsident der IG Nidwaldner Alpkäser, welche seit 2004 für die Durchführung verantwortlich ist, zeigt sich dankbar, dass die Dekoration von der Älplerchilbi Beckenried jeweils übernommen werden kann. Diese findet immer eine Woche vor dem Nidwaldner Alpchäs Märcht statt.

Der Käse steht im Mittelpunkt

An zwei Tagen bieten 15 Aussteller nebst bekannten Käsesorten auch kreative Eigenkreationen an. „Dies ist es, was uns von anderen Käsemärkten unterscheidet“, meint Barmettler begeistert. „Bei uns ist der Käse nicht etwas, das an einem Volksfest nebenbei verkauft wird, sondern der Käse steht im Mittelpunkt. Keine Region der Schweiz präsentiert eine derart grosse Käsevielfalt.“ Übrigens wird am Nidwaldner Alpchäs Märcht nicht ausschliesslich Alp-, sondern auch Bergkäse verkauft. Ist denn das nicht ein- und dasselbe? „Nein“, erklärt Barmettler, „Alpkäse wird nur im Sommer und direkt auf der Alp hergestellt. Im Unterschied zum Bergkäse, welcher das ganze Jahr hindurch auch in Käsereien im angrenzenden Berggebiet produziert wird.“ Obwohl es Nidwaldner Alpchäs Märcht heisst, werden auch Aussteller aus Seelisberg, dem Urner Stäfeli oder der Gerschnialp auf dem Verzeichnis aufgeführt. „Wir Älpler gehören zusammen und sehen das mit den Kantonsgrenzen nicht so eng.“ Diverse Hofprodukte wie Tee, Fleisch, Backwaren und Weine ergänzen das Käseangebot.

Seit 5 Jahren findet am Samstagabend jeweils ein Alpchäs-Fondueplausch und am Sonntagmorgen ein grosses Bauernfrühstück statt. Beide Anlässe sind in der Bevölkerung und bei Heimwehbeckenriedern äusserst beliebt. Autokennzeichen vor dem alten Schützenhaus zeugen davon, dass die Besucher nicht nur aus der Innerschweiz, sondern aus Basel, Zürich, dem „Welschland“ und sogar dem nahen Ausland anreisen.

Paul Barmettler, Älpler von der Bleiki erklärt: „Wenn ich sehe, wie viele Menschen jeweils das Schützenhaus mit einem zufriedenen Gesicht verlassen, bedeutet mir das genauso viel, wie gute Verkaufszahlen. Wenn Besucher mit den Käseproduzenten in Kontakt kommen, werden sie sensibilisiert für die Wichtigkeit unserer Alpwirtschaft und des Schweizer Bauerntums.“

Geheimtipp

Obwohl das Schützenhaus den Besucherandrang zu Spitzenzeiten fast nicht mehr bewältigen kann, möchte die IG Nidwaldner Alpkäser das Angebot nicht ausbauen. „Die Stimmung im Schützenhaus ist einmalig und stimmig für unsere Produkte“, meint Barmettler. Und er hat einen Geheimtipp für solche, denen der Menschenauflauf in den letzten Jahren zuviel wurde: „Am Samstagvormittag hat es jeweils schön Platz, um von Stand zu Stand zu schlendern, zu degustieren und feine Ware einzukaufen. Die Nidwaldner Alpkäserinnen und Alpkäser freuen sich auf Ihren Besuch!“

Regula Aeppli-Fankhauser

Programm
Nidwaldner Alpchäs Märcht 2016
 
Rahmenprogramm beide Tage:
9.00-18.00 Uhr: Markt, Festwirtschaft, Kinderattraktionen, Weindegustation
Samstag, 19. November 16:
18.30-22.00 Uhr: Alpchäs-Fondueplausch/Reservationen unter 041 620 51 50 oder alp.bleiki@sunrise.ch
Sonntag, 20. November 16:
8.30-10.00 Uhr: Grosses Bauernfrühstück/Reservationen siehe oben

Der Bericht ist heute, 10. November 16, im Nidwaldner Blitz Nr. 45 erschienen

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Halloween

Gfürchigi Gselle ziehnd durs Land,
im Dunkle, das isch doch allerhand
gar nid lieblichi, nei, derig zum gruise!
Ich trau mich ja nümm veruise.
Häxe, Skelett, was isch au los?
De Chleynscht findets nümm famos.
Jetzt hends gleitet, diä Gschpäischter!
Nur schnell wäg vom Fäischter!
Was hends gmeint: „Süässes oder Suuirs“?
Im Chleynschte isch äs immer no gschmuich.
Dere Gsellschaft wird e chli Süesses häre gläit
Au im Chleynschte – so het au är wider Fräid.
Regula Aeppli-Fankhauser

Manch ein älterer Nidwaldner mag den Kopf schüttelnd fragen: „Was ist denn das für ein neumodischer Brauch? Woher kommt dieses Gruselfest, an dem sich vorwiegend Kinder als Gespenster, Hexen, Skelette verkleiden, von Tür zu Tür gehen und um Süssigkeiten betteln? Wir jedenfalls kannten dies früher nicht.

In Irland hingegen ist der Brauch seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Später wurde er durch die Einwanderungswellen an die amerikanische Ostküste gebracht. Und alles Amerikanische trifft früher oder später auf Europa und somit irgendwann auch auf unser Nidwaldner Land.

Mit Süssem und Licht böse Geister vertreiben

Als Halloween werden die Bräuche bezeichnet, welche in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November ausgeübt werden. Halloween ist eine Abwandlung von All Hallows’ Eve. Eve kommt von englischen evening, was Abend heisst und hallow von Heiliger. Gemeint ist also ein Fest am Vorabend zu Allerheiligen. Wir kennen Halloween vor allem von den Kindergruppen her, welche in den letzten Jahren vermehrt auch in Nidwalden verkleidet von Haus zu Haus ziehen, um Süssigkeiten einzufordern. „Süsses oder Saures“ wird dabei verkündet, in Anlehnung an das englische trick or treat. Dies meint zu gut deutsch: „Wenn du mir keine Leckereien gibst, dann spiele ich dir einen Streich!“ Eine Theorie besagt, dieser Brauch komme von einer Glaubensüberzeugung, dass die Lebenden Gaben für umherwandernde Geistwesen bereitstellen müssten. Die Verkleidung soll der Vertreibung von bösen Geistern dienen, denn man war überzeugt davon, dass in dieser Nacht die Pforten der Hölle offen und wirkliche Dämonen, Hexen und andere teuflische Wesen unterwegs seien, um ihr Unwesen zu treiben. Zu diesem keltischen Brauch gehörte ursprünglich das Entzünden von Höhenfeuern. Dies waren Freudenfeuer, weil man glaubte, in dieser heiligen Zeit würden die Seelen der Toten kurz zu ihren Heimen zurückkehren. Das Feuer war seit jeher ein Symbol für Reinigung, der Vernichtung von Bösem, für Wärme, Licht und Liebe, welches man sich alles in den dunkleren Jahreszeiten umso mehr wünschte. Im Zuge des Entzündens dieser Feuer wurde auch Wahrsagerei betrieben. Zu Halloween gehört zudem das Aufstellen eines orangen Kürbisses. Manchmal ausgehöhlt und mit einer Kerze erleuchtet. Damit gedenken wir dem armen Jack o’Lantern. Dieser irische Trunkenbold, muss mit einer ausgehölten Rübe im Dunkeln zwischen Hölle und Himmel wandern, weil er aufgrund einer Wette zwar von der Hölle verschont blieb, aber dennoch nicht in den Himmel gekommen sei. Wiederum um böse Geister abzuschrecken, schnitzt man Fratzen in die Kürbisse.

An Halloween scheiden sich die Geister

Nicht alle Eltern unterstützen ihre Kinder in ihrem Vorhaben, als Gruppe verkleidet von Tür zu Tür gehen zu wollen und die Nachbarn anzubetteln. Kritik wird auch laut, weil Menschen sagen, das sei kein „hiesiger Brauch“ und bei Streichen würden Hausmauern mit Eiern verschmiert. Ausserdem passt nicht jedem der okkulte (mystische, übersinnliche) Charakter des Brauchtums.

Egal, wie Sie es persönlich halten: die Farbe Orange und die Lichter der Dekoartikel, aber auch feine Kürbisgerichte passen doch zur Jahreszeit und mögen diese etwas erhellen.

Der Artikel ist heute, 26. Oktober im Nidwaldner Blitz online geschaltet worden. Die Printausgabe liegt morgen in jedem Briefkasten in Nidwalden und bei ausserkantonalen Abonnenten. (Auflage 24’000)bildschirmfoto-2016-10-26-um-10-59-52