Wunderschöne Schweizer Landschaft, auch wenn sie kein Nationalpark ist. ;-)

In Amerika haben wir grandiose Landschaften erlebt: schroffe, endlos tiefe Schluchten, kuriose, fantasieanregende Felsformationen, wunderschöne mangifaltige Farbtöne, hohe Berge, uralte, seltene Bäume. Oftmals so ganz anders, als wir es bisher kannten. Zurück in der Schweiz staunen wir über unsere sattgrünen Wiesen und Wälder, die wunderschönen Berge und glasklaren, sauberen, blauen oder türkisfarbenen Seen. 

Gestern (5.8.) waren wir das erste Mal, seit unserer Heimkehr am 2.8. in unserem Schweizerländli wandern. Wir fuhren per Auto bis Göschenen, dann mit dem Postauto bis Göscheneralp, Dammagletscher (Endhaltestelle). Wir dachten nicht daran, die Fahrt auf dem Postauto zu reservieren und hatten Glück, dass der Kurs dennoch fuhr. Es ist ein Rufbus und bitte denkt daran, zu reservieren. Bereits auf der Fahrt mit dem Poschi staunten wir über unsere herrliche Bergwelt, so wie wenn wir sie das erste Mal sehen würden. Es kam uns fast vor wie damals die Fahrt mit dem Shuttlebus durch den Zion Nationalpark – nur dass wir fast die einzigen im Bus waren und sich keine Menschenmasse durch diese Landschaft drängelte. Der Postautofahrer und die einheimische Frau plauderten mit uns und es stellte sich heraus, dass sie beide Andys Cousine und deren Familie kennen. Welch kleine Welt! Zuerst wählten wir den kurzen Weg zum Staudamm. Die Wanderungen rund um den See, haben wir schon ein paarmal unter unsere Wanderschuhe genommen und so wandern wir bloss über den Damm und dann abwärts, Richtung Göschenen.

 

Es ist eine landschaftlich sehr abwechslungsreiche Landschaft. Sie führt vorbei an kleinen Seen, Wälder, Schluchten, offenem Gelände, einem Camping – und immer der Göschener Reuss entlang. Wir kommen ja vom Campen in Amerika und haben zueinander gesagt, dass man hier bestimmt auch ganz schöne Campingferien verbringen kann. Mitten in der Natur, die Kinder kann man am Wasser spielen lassen… Wir haben allerdings nicht gesehen, ob es Wasser- und Stromanschluss geben würde.

Nach kurzweiligen 2.5 Stunden erreicht man den Ausgangsort Göschenen.

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Die Wanderung ist auch für Kinder gut zu begehen. Der Weg fällt nur an wenigen Stellen etwas steiler hinunter, aber nie gefährlich. Manchmal kann man die Muskeln entspannen im Geradeausgehen…. Meistens aber führt er gemütlich bergabwärts. Unterwegs gäbe es manche Gelegenheiten, wieder dem Postauto für eine Rückfahrt zuzusteigen.

 

Weitere Wandervorschläge für diese Gegend. (Klick mich)

 

 

 

 

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Canyonland, Monument Valley, Lake Powell, Grand Canyon, 4. Teil USA, 22. – 26. Juli

Samstag, 22. 7.

Sowohl im Pool des Campings KOA Moab, wie auch am nahe gelegenen Ken’s Lake lässt es sich herrlich baden. Wir sind froh drum, denn die Durchschnittstemperatur auf unserer gesamten Reiseroute beträgt immer gegen 35-40 Grad.  (Durchschnitt – es war auch mal kühler oder heisser als 40) Beim See weht ein kühles Windchen.

Später fahren wir mit dem Camper durchs Canyonland. Eine bequeme Art, aber von den diversen Parkplätzen (Outlooks) sieht man wirklich toll in die faszinierende Schluchtenwelt. Es ist uns schlicht zu heiss für eine Wanderung. Vom Camping aus bis zum Eingang des Nationalparks fahren wir 45 Min. Bis zum hintersten Aussichtsort sind es 1 Std. reine Fahrzeit.

 

Sonntag, 23. 7.

Wir baden nochmals im Pool und fahren dann weiter zum Monument Valley. Die Fahrzeit beträgt mit dem Camper ungefähr 2.5 Std. Wir haben in unserem Reiseführerbuch gelesen, dass man sich am Infodesk nach Jeeptouren erkundigen kann, denn mit dem RV Camper können wir die Strassen rund um die imposanten felsigen Berge nicht befahren. Doch wir müssen einmal ums gesamte Visitorcenter laufen und entdecken dann den Infodesk im Untergeschoss, wo man uns aber nicht wirklich Auskunft geben kann über diese Jeeptouren. Wir sollen uns draussen auf dem Parkplatz bei den Jeeps selber grad erkundigen. Dort sind verschiedene Anbieter von solchen Touren – man könnte auch das Ganze auf einer Reittour erkundigen. Wir haben einen Reiseführer von diesem Jahr, die Preise sollten also aktuell sein. Sind es aber nicht. Die Navajo Indianer wollen 85 Dollar pro Person verlangen. In unserem Buch steht, 60 Dollar seien ok. So handeln wir den Preis auf diese 60 Dollar herunter. Die Tour lohnt sich. So sehen wir nicht nur die bekannte Filmkulisse so manch eines Westernfilms als Skyline, sondern auch von Nahem. Wir bemerken auch ein paar Lehmhütten, in denen bis heute ein paar Navajos leben. Doch so abgeschieden leben sie nicht, denn quasi vor ihrer Haustüre schlängeln sich Jeeps und Privatautos vorbei und hunderte Kameras klicken in der Vorbeifahrt. Wir entdecken Wildpferde und ich sah ein Tierskelett am Wegrand liegen

Auf der Strecke halten wir ein paarmal an und die Navajofrau erzählt uns indianische Mythen zu den Felsstrukturen. Auf einem Felsen posiert dauernd ein Cowboy und stellt damit eine Filmszene nach. Wer will, kann ihm 2 bis 5 Dollar bezahlen. Also das Ganze ist sehr touristisch aufgezogen. Wir merken je länger je mehr, dass uns diejenigen Nationalparks am besten gefallen, welche nicht derart stark von den Touristen überlaufen sind. Die Souvenirs, welche angeboten werden, ähneln sich überall ein bisschen und sind sehr teuer. Uns sagt das Angebot nicht wirklich zu.

Unser Campingplatz „Gouldings Campground“ liegt inmitten des Nationalparks. Leider aber bekommen wir einen Übernachtungsplatz zugewiesen, der sich eher auf einem Parkplatz ausserhalb des eigentlichen Campings, als unter einem lauschigen Baum mit Aussicht auf die tolle Bergkulisse befindet. Vielleicht waren wir zu spät dran mit der Buchung dieses Platzes. Auf unserem Platz stinkt es. Ein wilder Hund hat dort sein Geschäft verrichtet. Die Internetverbindung ist lausig. Die Sanitäranlagen veraltet und der Innenpool ist mehr ein Kinderplanschbecken, als zum Schwimmen geeignet und sehr kalt. Doch der Camping hat auch seine Vorteile: er ist verbunden mit einem Motelgelände und einem Museum, wo man den Pionieren Gouldings auf die Spur kommen kann. Das Ehepaar Gouldings kam um 1920 nach Monument Valley. Sie hatten vor, hier Schafszucht zu betreiben, gründeten dann aber ein Postbüro und ein Verkaufsgeschäft. Sie handelten mit den damals dortig ansässigen Paiute Indiandern. 1930 holten sie Hollywood ins Monument Valley und der erste Film von vielen, entstand. „Stagecoach“ mit John Wayne, den wir dann am Abend auch im Filmgebäude dieser Siedlung anschauen. Zwischendurch ist es uns aufgrund der zu stark eingestellten Klimanalage zu kalt im Gebäude und wir fliehen nach draussen. Gerade rechtzeitig, um den Sonnenuntergang in dieser nostalgischen Kulisse mit zu erleben. Sozusagen vom Film in die Realität, welche aber – sieht man von den Autos ab – immer noch wie zu diesen Filmzeiten aussieht.

 

Montag, 24. Juli

Geburtstag unserer ältesten Tochter zuhause. Wir gratulieren ihr nach unserer amerikanischen Zeit bereits am 23. Juli. 😉

In der Nacht und am Morgen regnet es. Eine kurze Regenpause benutzen Andy und ich, um direkt vom Camping aus ein bisschen den Hügel hinauf zu spazieren. Etwa 10 Gehminuten entfernt, befindet sich ein schöner Arche (natürlicher Felsbogen, wie im Arches Nationalpark). Die ganze Zeit werden wir begleitet vom wilden Hund und ich fühle mich irgendwie wie beschützt. Ich habe das Gefühl, er mag uns, obwohl wir ihn weder streicheln noch füttern.

Vor der Weiterfahrt besichtigen wir das Gouldings Museum. Es befindet sich im ersten Wohnhaus des Ehepaars, welches 1981 (Harry) und 1992 (Mike) verstarb.

Nach ca. 2.5 Std. Fahrt mit dem Camper, erreichen wir die ersten Anbieter von Touren in den Antelope Canyon. Uns erscheint das Ganze nicht sehr professionell. Wir erhalten die Infos, welche wir wünschen in spärlicher, verwirrender Art und Weise. Also entschliessen wir uns, zum Camping Page Lake Powell zu fahren und dort zu schauen, ob wir uns einer Tour zur oberen oder unteren Schlucht anschliessen können. Die Uhren können wir übrigens wieder eine Stunde zurück stellen. Auch für diese Ausflüge sind die Preise unseres Reiseführerbuches (aktualisiert in diesem Jahr 2017) nicht mehr aktuell. Sie betragen für den Upper Antelope zwischen 50 bis 170 Dollar pro Person. Dies erscheint uns etwas viel und wir entscheiden uns für eine wesentlich günstigere Tour im Lower Antelope für 25 Dollar pro Person plus Parkingebühren. Der Unterschied ist dieser: das Lower Antelope ist eine V Form und man bewandert es zuunterst. Das Licht fällt spärlich hinein, was aber eine sehr mystische Stimmung erzeugt. Im Upper Antelope wandert man in einer etwas weiteren, helleren Schlucht.

Wir können grad noch kurz etwas trinken, uns mit Sonnencrème einschmieren, die Wanderschuhe anziehen und schon startet unsere Tour mit dem Navajomann Jonah. Wir spazieren zusammen zum Treppenabgang in die Schlucht und müssen dort dann aber etwa eine halbe Stunde warten, weil sich vor uns ein Car voll Asiaten befindet. Diese bekunden Mühe, mit ihren „Schläppli“ (Sandalen, leichte Halbschuhe), die Treppen hinunter zu steigen. Wir benutzen die Wartezeit, Jonah zu seiner Kultur, Traditionen, Sprache, früherem und heutigen Leben zu befragen. Er erzählt bereitwillig und erzählt auch sonst manch Interessantes zur Schlucht, welche zufällig von einem Kind entdeckt wurde, dessen Ziege, welche es zu hüten hatte, entlaufen war. Wir haben schon manche Tropfsteinhöhlen der Welt besichtigt. Aber was wir hier am Boden dieser Schlucht oder „Kamins“ entdecken, haben wir noch nie gesehen. Nach jeder Kurve staunen wir erneut. Das Farbspiel der orange-gelb-braun-grau-beig-schwarzen Felsen ist überwältigend. Atemberaubend. Dies übertrifft unsere vorherigen Favoriten der anderen Nationalparks. Klar, jeder Park birgt seine einzigartig, unverwechselbare Schönheit. Doch sowas wie hier – verschlägt jedem Schreiberling die Sprache. Dafür knipsen wir eine riesige Menge an Fotos. Jonah ermutigt uns, sich Zeit zu lassen – wir müssten uns überhaupt nicht beeilen. Und er stellt sich als fachkundiger Fotograf heraus und zeigt uns für jede Kamera und jedes Handy die optimale Einstellung und knipst und hie und da als Familie.

Das ganze Gebiet hier nennt sich Glen Canyon. Dazu gehört auch der atemberaubende Aussichtspunkt Horseshoe Bend. Der Fels sieht wirklich aus wie ein Riesen-Pferdehuf, der sich ins Wasser gesetzt hat. Auch hier sind wir nicht die einzigen Touristen. Ein paar wagen sich so weit wie möglich an den Abgrund, um möglichst spektakuläre Fotos schiessen zu können. Dies lässt nicht nur mich den Kopf schütteln, sondern sogar auch Tobias, unseren 16 jährigen Sohn. Auf den Fotos sieht man doch gar nicht, ob man einen Meter weiter vom Abgrund steht, als genau an der Kante. Es kommt auf die Perspektive drauf an….. Ich kann fast nicht hinschauen. Das Gebaren mancher Touristen ist fast genauso atemraubend, wie die tolle Aussicht.

Ob der Grand Canyon uns morgen noch mehr beeindrucken kann, als das Lower Antelope?

Dienstag, 25. Juli

Wir frühstücken im Mac Donald, was mir auf Facebook mehr Kommentare beschert, als irgendwas sonst, das ich über unsere Amerikatour teile. Wir Schweizer sind halt amüsiert darüber, dass man in einem Mac Donald frühstücken kann. Das kann man bei uns nicht. Es ist nicht so ungesund, wie uns und diesem Geschäft „vorgeworfen“ wird. Die Pancakes sind Pancakes, die Eier sind Eier, die Früchte im Müesli normale Früchte….

Wir müssen im Walmart einen Teller, Abwaschlappen, Feueranzünder und Backofengeschirr kaufen, was zur Camperausrüstung gehört und wir kaputt gemacht haben. (Billige Ware) Anschliessend besichtigen wir den Glen Canyon Dam. Das ist der Damm zum Lake Powell. Auch der Grand Canyon wird von diesem Wasser gespiesen.

Wir fahren heute mit dem Camper ca. 3.5 Std. Eingeschlossen in diese Zeit ist die Fahrt durch den gesamten Grand Canyon Nationalpark. Wir bestaunen beim Watchtower und an diversen Aussichtsplätzen die grandiose Aussicht und die enorme Tiefe, welche wir nicht zu schätzen vermögen. Gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang erwischen wir einen Shuttle zum Yaki Point. Was für ein romantischer Sonnenuntergang. Leute klatschen sogar und eine Frau spielt Amazing Grace auf der Flöte. Irgendwie kitschig und doch echt berührend.

Wir kommen spät an beim KOA Circle Pins Camping in Williams. Leider liegt er eine Autofahrstunde vom Grand Canyon entfernt. (In den 3.5 Std. oben eingerechnet). Wir fanden nichts Näheres. Für Spätankommende liegt jeweils eine Infoschrift an der Pinnwand vor der geschlossenen Recéption bereit.

Mittwoch, 26. Juli

Weil wir uns noch ordentlich einchecken müssen und der Empfang erst um 8 Uhr öffnet, können wir nicht allzu früh starten, für unseren zweiten Ausflug in den Grand Canyon. Entgegen unserer Befürchtungen, hat es noch genügend RV Parkplätze so gegen 10 Uhr beim Visitor Center. Das Warten auf die Shuttle Busse, welche einen an die diversen Aussichtspunkte führen, wird allerdings zur Geduldsprobe. Es ist eben nicht möglich, mit dem Privatauto jede Strasse zu befahren. Jedenfalls in den Sommermonaten. Im Winter ist dies anders. Nicht immer mögen wir auf freie Plätze in einem Shuttle warten, sondern wandern hie und da den Klippen entlang. Dies auf sehr gut ausgebauten, ungefährlichen Wegen. Wir wagen uns im Gegensatz zu anderen Touristen nicht über Abschrankungen und verzichten darauf, möglichst spektakuläre Bilder am Abgrund zu knipsen. Unser Leben ist uns zu teuer. Mit der Zeit wird es immer heisser zum Wandern. Beim Aufstehen zeigte das Thermometer noch erstaunlich kühle 15 Grad – wir befinden uns immerhin auf etwa 2’100 Meter über Meer – aber die Temperaturen steigen im Tagesverlauf schnell auf gegen 30 Grad.

Am Abend mache ich nochmals eine Wäsche, dann geniessen wir die weiteren super Infrastrukturen dieses Campings. Das heisst, wir spielen Minigolf, schauen den Kindern beim Trampolinspringen zu, Tobias fährt Go Cart. Es ist der beste Camping, den wir je erlebten – nicht nur in Amerika. Leider ist der Pool defekt. Und die nahe Autobahn und der Zug, der selbst nachts hie und da laut hupt, nerven. Die Mitarbeiter aber sind allesamt sehr freundlich und aufmerksam. So können wir diesen Ort nur wärmstens empfehlen. Er bietet auch Tipis und Bungalows.

 

 

 

 

 

 

 

 

USA Abenteuer – Erster Teil – 10. bis 16. Juli 2017

Montag, 10. Juli

Jetzt ist es soweit! Unser US-Abenteuer kann beginnen. Nachdem wir ein Jahr lang geplant und seit Dezember 16 gebibbert haben, ob wir unseren Traum erfüllen können, starten wir, das sind Andy (mein Mann), Tobias (Sohn) und ich tatsächlich am 10.7. frühmorgens unsere Reise. Tochter Petra chauffiert uns nach Luzern, wo wir den Zug zum Flughafen Zürich Kloten voller Vorfreude, Spannung und etwas Nervosität besteigen. Das Einchecken verläuft problemlos und wir starten pünktlich um 10.15 Uhr. Nach ca. 9 Stunden Flug, welche wie im Flug vergehen (3 Filme schauen, lesen, Dehnübungen im Gang), landen wir in New York mit einer halben Stunde Verspätung, was einigen Passagieren, welche eine knappe Umsteigzeit für einen Weiterflug hatten, Probleme bereitet. Sie werden bereits empfangen und können die Security und Einwanderungschecks schneller passieren. Wir selber haben keinen zeitlichen Stress, denn der Weiterflug nach Los Angeles findet erst in 3 Std. statt.

Aufgeregt sind wir, weil wir nicht wissen, wie die Beamten auf unsere technische Ausrüstung reagieren wird. Wir reisen mit einem Laptop, zwei Kameras, einer Menge Ladegeräte und vor allem mit einer Drohne ein. Die Einfuhr ist zwar nicht verboten, aber wir stellen uns auf eine Menge unangenehmer Fragen ein. Tobias hat extra eine Bewilligung (Licence) als Privatpilot aussstellen lassen und dafür 5 Dollar bezahlt. Dennoch wissen wir nicht, wie die Security oder auch Einwanderungsbehörde auf so ein technisches Ding reagieren wird. Wir haben uns über die Rechte und Verbote informiert. In den meisten Nationalparks dürfen Drohnen nicht privat geflogen werden. Und natürlich auch nicht dort, wo sich ein militärisches Gebiet oder ein Flughafen in der Nähe befindet. Zum Glück zeigt niemand grosses Interesse an unserer Ausrüstung und so können wir alle Kontrollen schnell passieren. Insgesamt wird jeder von uns dreimal kurz nach Sinn, Zweck und Aufenthaltsdauer in den USA befragt.

Etwas seltsam dünkt es uns, dass wir unsere Koffer für den Weiterflug nach Los Angeles selber in Empfang nehmen und wieder abgeben müssen und dass es in diesem international wichtigen Drehangelpunkt keinen eigentlichen Transitbereich gibt. So befinden wir uns plötzlich im selben Raum wie andere Passagiere, welche ab New York ihre Reise starten.

Wir fliegen mit American Airlines und leider bestätigt sich die Meinung, welche wir von jemandem im Vorfeld hörten, nämlich dass diese Fluggesellschaft öfters Verspätungen hat. Vielleicht aber liegt es auch nur daran, dass der New Yorker Flughafen überlastet ist. Die Flugzeuge, welche abfliegen wollen, stehen Kolonne. Vor uns sichten wir 5 Flieger. Und so ist es nicht verwunderlich, dass wir eine geschlagene Stunde im Flugzeug auf der Startbahn ausharren müssen, bis wir eine Starterlaubnis bekommen. Ich weiss schon nach dieser Stunde nicht mehr, wie ich sitzen soll. Immerhin haben wir seit Beckenried bereits 15.5 Stunden Reisezeit hinter uns.  Die nächsten 5 Stunden werden mühsam. Lesen mag ich nicht, weil mir die Augen zufallen. Schlafen kann ich nicht, weil mir die Beine schmerzen. Aufstehen bringt nur kurze Erleichterung. Ich habe keine Lust auf einen Film, da mir keiner der angebotenen zusagt. Trotzdem starte ich irgendeinen, der nicht mal so schlecht ist und mich kurzfristig ablenkt. Meine Männer schlafen…. 😉 Endlich kommt Bewegung in die Menge: die ersten haben Los Angeles entdeckt. Geschafft! Wir sind tatsächlich an unserem ersten Zielort angekommen! Wow, welche Erleichterung und irgendwie surreal.

Eine gefühlte Ewigkeit warten wir auf die Herausgabe der Koffer. Auch der Flughafen Los Angeles scheint ein Problem mit sovielen Landungen zu haben. Ein Shuttlebus bringt uns zur Mietwagenvermittlung. Zuerst will uns der Angestellte ein Upgrade verkaufen, weil er meint, mit unserem Gepäck würden wir nicht in den gebuchten Autotyp passen. Doch wir probieren es aus. Es klappt. Wir sind verwirrt, weil bei der Übergabe niemand in der Garage ist. Man kann selber irgend einen Autotyp auswählen – plötzlich ginge auch ein grösseres Auto, wie man uns am Eingang zur Garage versicherte. Dies ohne Aufpreis. Doch wir bleiben beim gebuchten Typ. Wir wollen nicht ein zu grosses Auto durch diesen Grossstadtverkehr lenken. Das lange Warten auf die Koffer, die Fahrt mit dem Shuttlebus, die Verunsicherung, das Hin- und Her, hat uns etwa 2 Std. gekostet. So ist es ungefähr Mitternacht, als wir endlich todmüde in die Betten des Titta Inn Hotels sinken können.

Das Hotel erweist sich als einfache, aber saubere Unterkunft. Das Personal ist freundlich und was uns total erstaunt ist, dass gratis Früchte, Süssigkeiten und Getränke rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Dies in einer Unterkunft, welche kein Frühstück anbietet. Grossartig. Auch das WLAN funktioniert immer tadellos.

Dienstag, 11. Juli

Die Nacht war sehr ruhig. Wir schlafen tief und fest und haben null Probleme, unsere innere Zeit umzustellen. In Los Angeles ist es 9 Stunden früher als in der Schweiz.

Am 1. Tag in Los Angeles chauffiert uns Andy souverän durch den regen und oft zähen Verkehr. Wir bestaunen das berühmte Hollywood-Zeichen, den Walk of Fames und suchen dann einen Walmart auf, um eine SIM Karte für Tobias Handy für einen Internetzugang innerhalb des Landes zu kaufen. Leider ist die Beratung überfordert. Wir werden nicht ganz schlau, was wir per Internet ergoogeln, was für Tobias Handy, das zwei SIM Kartenanschlüsse hat, sinnvoll ist. Und so checken wir im Walmart einfach mal unsere Schweizer Nachrichten, kaufen Wasser und etwas Knabbereien, aber keine SIM Karte. Wir denken, dass die Fahrt zum Longbeach von kuzer Dauer sein wird, sind dann aber 2 Stunden unterwegs durch den Traffic Jam. So wird aus dem geplanten Beachnachmittag nur ein kurzes Bad und schon machen wir uns weiter auf nach Santa Monica, zum berühmten Pier, den wir bei letztem Abendlicht und später Dunkelheit mit schöner Beleuchtung erleben. Weil wir uns beim Mac Donald verpflegen, können wir gratis parkieren, sonst wäre es im angrenzenden Parkhaus nur gegen 20 Dollar möglich gewesen. Venice schaffen wir leider zeitlich nicht mehr, denn wir müssen das Mietauto zurück bringen.

Wir dachten, dass wir per öffentlichen Verkehr eine Stunde zum Hotel zurück hätten. Dachten… Das öffentliche Verkehrsnetz ist kompliziert und chaotisch. Wir reisen tatsächlich 2 Std. per Shuttle, Metro und Bus retour und müssen immer wieder Passanten fragen, wo nach einem Umsteigen die nächste Haltestelle zum Wiedereinstieg sei. Manchmal finden wir die Haltestelle für eine Richtung, aber für unsere Gegenrichtung nicht. Pläne suchen wir vergebens und leider haben wir unterwegs ja kein Internet. Dafür kommen wir in Kontakt mit vielen Los Angelesbewohnern allen Alters, Hautfarben und sozialen Schichten und allesamt sind sehr freundlich, kompetent und hilfreich. Ich friere trotz Daunenjacke in den Bussen, denn die Klimaanlagen sind stark eingestellt. Nach dieser tollen Erfahrung der anderen Art kommen wir erschöpft um 2 Uhr morgens im Hotel an. Per Auto war dies eine Strecke, welche etwa 40 Minuten dauerte! Das geplante Treffen am anderen Vormittag mit einer ehemaligen Handelsschulkollegin, welche vor Jahren nach Los Angeles ausgewandert ist, sage ich ab. Wir haben Schlaf nötig.

Mittwoch, 12. Juli

Und prompt verschlafen wir und wachen ohne Wecker erst um 11 Uhr auf. Uber Taxidienst sei dank, schaffen es noch zur Studioführung von Warner Bros, welche wir auf 12.30 Uhr gebucht haben. Eine halbe Stunde sind wir zu früh da und können ein paar Kekse und Eistee „frühstücken“. Die Führung ist sehr fröhlich, freundlich, informativ und interessant. Anschliessend essen wir im Olive and Thyme ein feines Zmittag. In diesem Restaurant wollten wir uns eigentlich mit meiner Kollegin treffen, woraus ja eben leider nichts wurde.

Und wieder denken wir, dass wir uns die Uber Taxifahrt zurück zum Hotel sparen und stattdessen den viel günstigeren öffentlichen Verkehr benutzen könnten. Denkste…. Wieder haben wir geschlagene 2 Std. für einen Weg, den der Taxifahrer in einer halben Stunde zurücklegte. Und wieder müssen wir x mal nach dem Weg fragen. Fazit: den öffentlichen Verkehr in Los Angeles empfehlen wir nicht, nehmt lieber gleich Uber. Die kommen ein paar Minuten, nachdem man sie gerufen hat. Nur: dafür braucht es halt auch Internet und das hatten wir ja nicht.

So ist es Abend, als wir wieder im Hotel ankommen. Wir essen den grossen gemischten Salat, den wir im Olive and Thyme nicht schafften und in eine Box einpacken liessen und werden satt.

 

Sorry, ich arbeite sonst per Mac. Der Laptop ist mir nicht vertraut. So habe ich hier jetzt einfach mal einen Mix der vergangen Tage eingefügt.

Donnerstag, 13. Juli

Frühstück gibt es jeweils in einem zum Hotel benachbarten kleinen Restaurant. Und dies ausführlich und sehr fein. Nach der Erfahrung mit dem öffentlichen Verkehr, gehen wir kein Risiko ein und bestellen Uber auf 11 Uhr, damit wir um 11.45 Uhr ganz sicher beim Greyhoundbahnhof sein werden. Tatsächlich sind wir vor der Zeit dort, erfahren aber leider, dass sämtliche Fernverkehrsbusse 1 Std. Verspätung haben. Nach etwas mehr als 5 Std. Fahrt für 15 Dollar pro Person, erreichen wir Las Vegas. Nach einer stundenlangen Fahrt durch die Wüste, ist es ein extrem beeindruckendes Erlebnis, die Stadt, welche aus der Wüste gestampft zu sein scheint, zu erreichen.

Per Uber (smile) erreichen wir unser Motel und sind positiv überrascht über das einfache, aber saubere Zimmer.

Wir liegen ein paar Fussminuten vom Strip entfernt und erkunden ihn. Fantastisch, gross, überwältigend, extrem, wow, schillernd, glitzernd, blinkend, pulsierend und sehr, sehr heiss, selbst in der Nacht, so erleben wir Landeier diese Stadt. Apropos Temperatur: selbst die Einwohner klagten über die Hitze und erzählten, sie sei seit Menschengedenken nicht so gross gewesen. Ich glaube, es war tagsüber etwa 44 Grad, in der Nacht noch fast 40 Grad. Wir staunen über die Architektur, die Fantasie, die Schönheit und wähnen uns in einem Disneyland oder im Europark.

Es wird wiederum etwa 1 Uhr morgens, bis wir ins Bett sinken.

Freitag, 14. Juli

Ein grosser Tag: obwohl natürlich bisher alle Tage ereignisvolle waren…. Aber heute ist er speziell aufregend, denn wir holen unser Wohnmobil, das Zuhause für die nächsten 14 Tage ab. Die Instruktion dauert zwei Stunden. Das erste Ziel ist der Walmart, wo uns eine kompetente Verkäuferin endlich eine SIM Karte für Tobias Handy einrichten kann. Wir kaufen Lebensmittel und viel Wasser ein und starten gegen den späteren Nachmittag die erste wirkliche Strecke. Nach ca. 1.45 Stunden Fahrt über den Mead Lake Nationalpark, wo wir einen Ausweis für sämtliche Nationalparks für 80 Dollars kaufen, erreichen wir das erste Tagesziel: den Camping Valley of Fire, inmitten des gleichnamigen Nationalparks. Es ist dunkel, als wir ankommen. Der Camping liegt inmitten der Natur, ist sehr einfach, bietet aber doch Strom- und Wasseranschluss und hat Duschen und WC’s. Man bezahlt den geringen Betrag von 30 US Dollars selber, in ein Kässeli und füllt das Formular dazu aus. Der Sternenhimmel ist überwältigend schön. Er reicht weiter als unser Himmel, so scheint es uns und ist viel klarer. Es ist auch abends immer noch heiss draussen.

Samstag, 15. Juli

Nach einer heissen Nacht, trotz Ventilator im Camper, stehen wir am Morgen vor 6 Uhr auf. Wir öffnen die Wohnwagentüre und wähnen uns ins Paradies versetzt! Vor uns erheben sich feuerrote Felswände. Der Anblick ist unbeschreiblich überwältigend schön. Wir frühstücken inmitten dieser wunderbar traumhaften Kulisse. Nicht nur die Umgebung raubt uns den Atem: auch die extrem grosse Hitze, bereits frühmorgens. Bei der Abfahrt machen uns eine Menge Bienen zu schaffen, welche sich an unserem Wasseranschluss satt trinken. Wir schaffen es, eine einstündige Wanderung zu unternehmen und trinken dabei fast ununterbrochen. Wir fotografieren, laufen und trinken – und staunen. Die Felsen besitzen verschiedene Farbschattierungen, sind marmoriert. Wir entdecken Felsbemalungen von indianischen Ureinwohnern und lachen über kleine Mauskänguruhs und wilde Hasen, welche wie einen Mischung zwischen kleinen Rehen und Hasen sind. Im Visitor Center informieren wir uns über diese Tier- und Pflanzenwelt und die Entstehung der speziellen Felsformationen.

Wir fahren weiter und erreichen nach 2 Stunden abwechslungsreicher Fahrt, bei der auch ich mich mal ans Steuer wagte (!!!!) den Camping, der sich vor dem Zion Nationalpark befindet. (Eine halbe Autostunde vor dem Parkeingang entfernt.) Wir erfahren,dass wir unsere Uhren eine Stunde vorstellen müssen (andere Zeitzone) Uns wird also leider eine Stunde geklaut. Zuerst baden wir im Pool, essen z’Mittag und dann erkunden wir den Nationalpark das erste Mal. Zwar nur via Shuttlebus, aber die erste Fahrt hin- und zurück gibt uns einen ersten Eindruck über diesen Nationalpark. In der Abendsonne leuchten diese Felswände rot, aber es gibt auch weisse und schwarze Kontraste. Wir besichtigen die Lodge für den morgigen, geplanten Ausritt.

Ich wasche ein erstes Mal unsere verschwitzten Kleider. Im Gegensatz vom Camping im Valley of Fire, ist dieser Camping luxuriös, denn er hat einen Pool, Waschmaschinen, Tumbler, man kann Nachtessen, es gibt selbstgemachtes Eis….

Sonntag, 16. Juli

Auch dieser Tag ist aufregend: wir werden ausreiten! Mein Mann und Sohnemann sassen noch nie auf einem Pferd. Ich einmal, im Jura. Wir stehen vor 6 Uhr auf und fahren nach dem Frühstück zum Eingang des Zion Nationalpark. Um die frühe Uhrzeit findet man noch Parkplätze für Camper und Autos vor Ort, später wird das unmöglich sein und die Besucher müssen einen Fussmarsch von einer halben Stunde an der brütenden Sonne auf sich nehmen, nur bis sie den Eingang zum Park erreicht haben. Eine frühe Anfahrt lohnt sich sowieso aus diversen Gründen: das Anstehen beim Gratisshuttle dauert nur eine halbe Stunde, statt bis zu 90 Minuten, später am Tag. Und am frühen Vormittag ist die Temperatur noch nicht 40 Grad, sondern vielleicht erst 25. 😉

Nach einer Instruktion werden uns die Pferde zugewiesen. Meines ist Charlie. Die Pferde sind sich Reitanfänger wie uns gewohnt und traben gemütlich und gutmütig hintereinander her durch die wundervolle Bergwelt. Der Ranger erzählt ununterbrochen Witze und lacht selber am lautesten darüber. Er ist hilfsbereit und geduldig. Der Ritt wird zu einem schönen Abenteuererlebnis und wird uns unvergessen bleiben.

Nach dem frühen Mittagessen im dortigen Restaurant, begeben wir uns auf eine Wanderung. Doch es wird bald zu heiss und die Wasserfälle, welche auf der Beschreibung so toll ausgesehen haben, sind fast ausgetrocknet. Nach einer Stunde wandern fühlen wir uns so erschöpft, wie nach mehreren Stunden erst in der Schweiz. Zurück im Camping erfrischen wir uns im Pool, lesen – und ich schreibe diesen Blog.

Morgen wartet der Bryce Canyon auf uns. Wir rechnen mit einer 2 stündigen Anfahrt. Was wir dort erleben – ihr werdet es lesen. Coming soon – auf dieser Seite. 😉

Kroatienferien 5. – 19. Juli 2014

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Wie war ich nervös auf unser geplantes Wohnwagenabenteuer! Ich bekam im Vorfeld Magenbeschwerden, ja wurde richtig krank… Würde unser Auto den Anhänger tatsächlich ziehen können? Wie würde Andy mit dem Fahren zurechtkommen? Seine Erfahrungen, beim Autofahren einen Wohnwagenanhänger mitzuziehen, lagen mindestens 30 Jahre zurück! Hoffentlich werden wir keinen Unfall bauen, keine Panne und ruhige, coole Campingplätze haben, einander zu dritt (mein Mann, unser Jüngster und ich) auf engem Raum nicht in die Haare geraten, nicht ausgeraubt werden….Ich gab den Fragen und Ängsten keinen Raum, was sich aber in Magenkrämpfen rächte….

Um es gleich vorweg zu nehmen: meine Befürchtungen waren allesamt unbegründet! Wir fuhren unfallfrei, obwohl plötzlich der Linksblinker seinen Dienst versagte, Andy fuhr tip top sicher mit dem Gefährt, welches wir nachzogen, wir verloren den Anhänger unterwegs nie, hatten keine Panne, die Campingplätze lagen allesamt ruhig, ohne Partys bis in die Morgenstunden, wir hatten keinen Streit zusammen, wurden nicht ausgeraubt, sondern lernten durchs Band hinweg freundliche, hilfsbereite Mitcamper kennen. Ich schlief zwar nicht soviel wie zuhause, konnte es aber diese 14 Tage grad so aushalten.

Wir nahmen die Hinfahrt gemütlich unter die Räder, starteten erst um 15 Uhr ab Beckenried und konnten dafür staufrei fahren. Wir übernachteten nach 5 Std. Autofahrt das erste Mal auf einem Autoparco in Brescia, Italien. Dies ist kein Camping, sondern ein grosser, gesicherter Parkplatz mit sanitären Einrichtungen und Restaurant.

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Und schon machten wir das erste Mal unsere erste, wunderschöne Bekanntschaft mit lieben, hilfsbereiten Menschen! Wir standen vor der Eingangsschranke, welche sich auf keine Art und Weise zum Öffnen bewegen liess. Hilflos stieg ich aus und schaute mich nach Hilfe um. Da kam uns bereits eine Frau entgegen. Wie es sich herausstellte, war sie eine deutsche Truckerin, was ich der zierlichen Gestalt nie gegeben hätte. 😉 Ihr Lebenspartner und sie teilen sich jeweils den Auftrag und sind in der Türkei, Bulgarien, Italien und weiss-nicht-noch-wo-überall unterwegs. Sie hat uns gezeigt, dass wir auf Lastwagenhöhe einen Knopf drücken müssen, um ein Eingangsticket zu erhalten, dass die Réception etwas versteckt in einem Aussenhof liegt, wie wir Jetons lösen können, um zu duschen…. Sie kam mit und hat uns überall alles gezeigt. Am nächsten Tag hat sich ihr Lebenspartner erkundigt, ob für uns alles ok gewesen sei. Wir fühlten uns, wie wenn wir in die grosse Truckerfamilie aufgenommen worden wären. So herzliche, liebe, hilfsbereite Menschen! Ich bewundere sie für ihre strenge Arbeit. Am Morgen verabschiedeten wir uns, indem ich sie zu uns nach Hause einlud, denn sie fahren auf der Nord-Süd-Achse fast an unserem Haus vorbei…. Hoffentlich finden sie mal Zeit, bei uns einen Stopp einzulegen.

Die Fahrt über Venedig (Umfahrung) verlief zügig, aber die Umfahrung Triest zog sich unendlich dahin. Immer wieder hiess es „Triest“ und ich hatte das Gefühl, wir würden auf der Stelle treten, bzw. im Kreis fahren, was wir natürlich nicht taten. Endlich liessen wir dann Triest doch hinter uns. In Slovenien mussten wir für eine kurze Strecke eine Autobahnvignette lösen, da wir die empfohlene Ausfahrt verpasst hatten. Die Autobahn war dann plötzlich zu Ende und die Strecke kam mir vor, wie der Brünigpass bei uns in der Schweiz. :-O Und plötzlich standen wir an der kroatischen Grenze – völlig überrumpelt von den barschen Zöllnern, welche ungeduldig unsere Ausweise verlangten. Wir kamen uns fast vor wie irgendwelche Verdächtige, weil wir zuerst in der Handtasche und im Autofächli kramen mussten, um die Ausweise hervorzunehmen. Wir hatten sie halt nicht auf Anhieb parat. Als wir dann unsere CH-ID’s vorwiesen, reagierten die Uniformierten auf einmal ganz zerknirscht, wie wenn sie ihre Brüskheit bereuen würden… 😉

Der Weg bis zu unserem ersten Campingort Funtana zog sich in die Länge, obwohl wir die Strecke wie geplant in ca. 5.5 Std. schafften. Wir fuhren halt nie mehr als 80 Std./Kilometern mit unserem Wohnwagenanhänger und teilweise gab es keine Autobahn.

Der Campingplatz Puntica war so ruhig gelegen, wie es mir mein Mann im Vorfeld versprochen hatte. Denn ich mag keine laute Barmusik bis morgens um drei Uhr und habe es einfach gern, wenn die Nachtruhe eingehalten wird. Habe in dieser Hinsicht viele negative Erfahrungen gemacht, aber Gott-sei-Dank nicht, während unserer Kroatienferien. Wir hatten Glück und konnten unseren Wohnwagen in zweiter Reihe vom Meer entfernt aufstellen.

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Auf diesem, wie auf jedem Campingplatz halfen uns Menschen mit einem Kabel und Adapter aus, damit wir überhaupt Strom hatten. Unser Wohnwagenanhängervermieter hat nämlich behauptet, solche Kabel würden in jedem Camping zur Verfügung gestellt werden! Damit hat er uns ein rechtes „Ei“ gelegt, aber Gott hat vorgesorgt und uns bei allen unseren Übernachtungsstationen, ausser beim Autoparking Brescia an Menschen herangeführt, welche ein zweites Kabel bei sich hatten. Das ist ja wirklich eine Seltenheit!

Wir logierten in Funtana, Camping Puntica eine Woche lang (Sonntag, 6. Juli bis Sonntag, 13. Juli) Poreč, liegt etwa 20 Autominuten von Funtana entfernt und ist eine wunderschöne, malerische Stadt.

Was uns bei diesem und auch beim anderen Campingplatz etwas mulmig und seltsam vorkam war, dass wir unsere Identitätskarten an der Réception abgeben mussten! Und dies ohne Quittung. Sie hätten also behaupten können, dass sie uns diese retourniert hätten – und wir wären machtlos gewesen, das Gegenteil zu beweisen!

Einmal unternahmen wir eine Schiffstour in den Limskikanal und besichtigten die hübschen Dörfer Vrsar und Rovinj.

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Der absolute Höhepunkt war, dass Tobias und ich völlig überraschend einen Delfin erblickten! Ein anderes Mal besichtigten wir Pula per Kickboards, was wir gerne als sehr guten Tipp weitergeben, denn die Stadt mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten ist weitläufig. 😉

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Damit der Junior auch mal auf seine Rechnung kam und nicht bloss immer mit uns alte Städte besichtigen „musste“ (er tat es zwar nicht ungern), taten wir ihm den Gefallen und besuchten mal den Acquapark Istralandia. Etwa eine Stunde vor Torschluss zog eine dunkle Wolkendecke auf, es wurde leider kühl. Aber bis dahin genossen wir unsere Zeit. Es hatte dank des unsicheren Wetters auch überhaupt nicht zuviele Besucher im Park.

Das Wetter in dieser ersten Woche war etwas wechselhaft. Wir konnten zwar jeden Tag schwimmen im Meer und bis auf eine Ausnahme immer draussen essen, aber teilweise entluden sich ganz heftige Gewitter über uns. Ich habe Gummistiefel eingepackt und meine Männer haben mich zuhause ausgelacht. Aber das Auslachen verging ihnen, als sie durch Pfützen zum WC springen mussten, währenddem ich ganz gemütlich in meinen hübschen Stiefelchen rüberplatschen konnte…. 😉

Die sanitären Anlagen wurden häufig geputzt. Ich habe sie bloss etwa um Mitternacht rum hie und da etwas schmutzig erlebt, aber noch jedesmal eine saubere Toilette gefunden. Das Männerabteil war neuer renoviert, als bei den Frauen, was mir etwas ungewöhnlich erschien, legen doch Frauen mehr Wert auf hübsche Kacheln etc. Oder ist das bloss ein Klischee? Nun – ich fand es hingegen ganz interessant, die Schwalben in ihren Nestern über meinem bevorzugten Lavabo zu beobachten und jeden Abend sass derselbe Vogel über meiner ebenfalls bevorzugten Toilette auf dem Stängeli gerade oberhalb von mir. Aber er hat nie auf mich geschissen, dass muss ich ihm hoch anrechnen. 😉

Am Sonntag, 13. Juli fuhren wir etwa drei Autostunden (immer mit dem Wohnwagenanhänger gerechnet) über Rijeka weiter zu unserem nächsten Campingziel, nämlich Selce. Dort hatten wir wiederum Glück mit dem Stellplatz, denn auch hier waren wir nahe an den sanitären Anlagen und in Meernähe mit schönstem Ausblick.

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Auch dieser Campingplatz war ruhig und gepflegt. Hier liess ich einmal meine Sonicare Philips Zahnbürste liegen – aber eine aufmerksame Reinigungsfachfrau hat sie für mich auf die Seite gelegt und sich umegamässig gefreut, als ich ihr dafür Guetzli und ein paar Euro gab.

Wie bereits beim ersten Campingplatz, so fanden wir auch hier ein Restaurant, auf dem wir via Grossleindwand die Fussball-WM mitverfolgen konnten. Der Jubel der Deutschen rund um uns herum war überwältigend. 😉

Von diesem Campingplatz aus waren es zwei Autostunden bis zum Nationalpark der Plitwitzer Seen, Schauplatz der Karl May Verfilmungen. 😉 Hier wurden wir auf unserer Wanderung trotz guter Ausrüstung total verregnet. Doch nachdem wir wir zurückkehrten zum Auto, hellte das Wetter auf und wir wagten einen erneuten Versuch, dieses Mal statt in Wanderschuhen mit Badeschlappen an den Füssen und in Badehosen. Mein Mann hat mir seine freundlicherweise zur Verfügung gestellt, währenddem er in nassen Hosen weiterlief. Es wäre schade gewesen, wenn wir durchnässt, wie wir waren, sofort heimgefahren wären, denn dieses Naturspektakel zu bewandern lohnt sich auf jeden Fall. Wir hatten das Glück, dass mit uns zusammen nicht viele Touristen unterwegs waren – eben auch wieder aufgrund der unsicheren Wetterlage…

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Einen Ausflug wert war auch der Besuch der Nachbarinsel Krk.

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Bereits am Donnerstag, 17. Juli, begaben wir uns so langsam in Richtung nach Hause. Dies über Slovenien, wo wir die weltbekannten Höhlen Postojna Jama besichtigen. Wir haben in unseren Leben schon viele Tropfsteinhöhlen besichtigt, aber diese Grösse überwältigte uns! Zuerst fährt man mit einem Zug 10 Minuten lang in die Höhle hinein und dann erwandert man sie in einer einstündigen Führung.

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Den Übernachtungsplatz in Oesterreich (ab Kroatien, Selce ca. 6 Std. Autofahrt mit Wohnwagenanhänger) hatten wir als Einziges nicht vorreserviert, fanden aber mit Durchfragen problemlos den schönen Campingplatz in Radstadt Forellenhof. Radstadt beherbergt eine faszinierend schöne Altstadt.

Am nächsten Tag (Freitag, 18. Juli) fuhren wir wiederum etwa 5.5 bis 6 Std. lang bis zum nächsten Übernachtungsort am Bodenseee. Wir hätten sowohl nach Oesterreich wie die zweite Strecke in die Schweiz weniger lang gehabt, wenn wir nicht dauernd in Staus oder stockenden Kolonnenverkehr geraten wären. Dies war auf der Hinfahrt ein Fremdwort für uns… Alles in allem war für mich die Strecke Beckenried-Kroatien doch etwas eine zu lange Autostrecke. Vor allem mit dem Wohnwagen, welcher uns eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern auferlegte. Wir erlebten zwar wunderschöne Ferien, aber eine so weite Strecke möchte ich in Zukunft nicht mehr mit dem Auto zurücklegen.

Wir fuhren über München zum Campingplatz der Mansers auf dem Bauernhof in der Nähe von Arbon/CH, welcher uns von einem Twitterfreund empfohlen worden ist. Ein sehr guter Tipp! Danke, Giunando auch hier an dieser Stelle nochmals. 😉

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Am Abend trafen wir einen Facebookfreund, namens Joe Stalder, welcher uns eine Privatführung im Planetarium und der Sternwarte Kreuzlingen zukommen liess. Es war so schön, ihn mal persönlich zu treffen und der Einblick in die faszinierende Himmelswelt war sehr interessant.

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Am Samstsg, 19. Juli gaben wir den gemieteten Wohnwagenanhänger in Rothenturm zurück. Das gesamte Inventar luden wir in den PW um und wie wir es bereits im Vorfeld ahnten, fanden Tobias und ich keinen Platz mehr im Auto. 😉 Deswegen fuhr Andy alleine mit dem Auto heimwärts und Tobias und ich kehrten per Bus via Schwyz, Gersau und Dampfschiff (!) heim nach Beckenried.

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Was für eine wunderschöne Art, heimzukommen! Zuhause erwartete uns Minouch, während dem die eine Tochter an der Arbeit war und die andere „ausgeflogen“. 😉

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Hier gratis das Album dazu herunterladen (nur bis 23. August):

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