Über 7 Brücken musst du gehn…

….. hiess es bei der Wanderungsbeschreibung, welche wir im Internet fanden und auch hier auf der Infotafel in Engelberg: DSC_0036.jpg

Wir zählten hingegen 10 Brücken, einschliesslich der 3 Hängebrücken auf unserem Weg von Engelberg runter nach Grafenort. Weil wir lieber runter- statt hochlaufen (vor allem bei der Hitze dieser Tage,) starteten wir die Route ab Engelberg. Das Auto parkierten wir vorher in Grafenort, fuhren per Zentralbahn nach Engelberg – und wanderten dann gemütlich in zwei Stunden zum Auto zurück. (Reine Wanderzeit)

Das Gefälle ist sanft und der Weg auch mit Turn- oder Halbschuhen gut zu bewältigen. Allerdings nicht mit dem Kinderwagen oder Rollstuhl.

Wir wanderten zuletzt im Jahr 2010 auf diesem Weg. Noch vor dem Unwetter 2011, welches den Weg, wie auf der obigen Tafel ersichtlich, massiv beschädigt hatte. Damals wollten wir nochmals auf der alten Zugstrecke nach Engelberg fahren, bevor die letzte Zahnrad-Strecke, in den Berg verlegt wurde. Erst zwei der heute 3 Hängebrücken standen und der Wanderweg war um einiges weniger abwechslungsreich als heute. Wir waren total begeistert über die fantasievoll geführte Strecke und die liebevoll gestalteten Details am Wegesrand. Über die vielen Picknickplätze mit Grillmöglichkeiten, staunten wir, durften aber leider aufgrund der Dürre keine Wurst bräteln. Einer der Rastplätze beeindruckte uns besonders, lagen doch Gratis-Sirup, Kaffee, Tassen, Gewürze, Abwaschmittel und anderes für den Rastsuchenden bereit. Sowas hatten wir erst einmal gesehen und zwar in Österreich. Auf die Kinder warten hie und da Schaukelgelegenheiten.

Leider verlor der Weg nach einer Stunde Wegzeit, lange vor Obermatt an Attraktivität. Konnte man sich vorher nach jeder Wegbiegung überraschen lassen, führte er nach der letzten Hängebrücke auf dem uns seit 2010 vertrauten Weg fast nur noch schnurgerade, dem Flusslauf entlang. Abwechslung bot einzig ein weiterer, origineller Rastplatz und die Talstation der bekannten, spektakulären Seilbahn Obermatt-Zingelalp.

Wir bedauerten, dass man nicht mehr auf die Zentralbahn ab der Station Obermatt einsteigen konnte. Denn auch die Sonne brannte wieder stärker, als noch in Engelberg. Leider ist der Lernpfad vor Grafenort nicht mehr gut unterhalten. Ein Hochsitz besteht noch, aber zum Beispiel die Klangobjekte liegen teilweise beschädigt am Boden, wie auch die zugehörige Lerntafel. Schade. Ich empfehle die Wanderung im Herbst, dann mögen die Laubbäume Abwechslung fürs Auge bieten ab dieser halben Wegstrecke.

Ausgangs- und Endpunkt unseres Ausflugs – das Herrenhaus in Grafenort:

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Aareschlucht

Als Kind und Jugendliche war ich in Klassen- und Ferienlagern ein paarmal in der Aareschlucht und auch unseren Kindern haben wir sie ein mehr als einmal „gezeigt“. Sie ist immer wieder einen Besuch wert. Meine Töchter fragten mich letzten Sonntag (20.8.17) spontan , ob wir sie wieder mal aufsuchen könnten.

Die Brünigbahn brachte uns nach Meiringen und die Meiringen-Innertkirchen Bahn (MIB) zum Eingang West der Aareschlucht. Langsam schlenderten wir durch die Tunnels und Stege der imposanten Schlucht. Fotohalte inklusive, benötigten wir für die Strecke bis zum Ausgang Ost ungefähr 45 Minuten. Die faszinierendsten Stellen befinden sich schon bald nach dem Eingang West, weil die Schlucht dort enorm schmal ist.

Die Wege sind gut begehbar, aber geschlossenes Schuhwerk und eine Jacke ist empfehlenswert, weil es erstens etwas kühl ist in der Schlucht, aber auch, weil es doch öfters von Felsen tropft. Kinder können auf dem Weg nach versteckten Drachen, bzw. Tatzelwürmern Ausschau halten.

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Zum Eingang der MIB Bahn führt uns ein Wanderweg ab dem Eingang Aareschlucht Ost, zwei Gehminuten den Wald hinunter, dann über eine Hängebrücke und zur Tunnelhaltestelle, welche ein ganz besonderer Ort zum Warten ist, denn wir befinden uns dort inmitten einer natürlichen Gletschermühle.

Wir drücken einen Knopf „Halt auf Verlangen“ und warten vor dem Tunneltor – und wirklich „Sesam öffne dich“ – die Türe öffnet sich bei Zugeinfahrt und wir begeben uns auf die Heimfahrt.

Warum für uns die 4-Seen-Wanderung eine 8-Seen-Wanderung ist.

Unsere mittlere Tochter, mein Mann Andy und ich, entschliessen uns, an Maria Himmelfahrt, Feiertag in Nidwalden, die 4-Seen-Wanderung unter die Füsse zu nehmen. Sie ist für uns aber eine 8-Seen-Wanderung.

  1. See – Vierwaldstättersee
    Wir starten am Ufer unseres schönen Vierwaldstättersees. Das heisst, zuhause ab der Postautostation Beckenried Hungacher unsere Tour und fahren per Poschi nach Stans. Dort lösen wir ein spezielles RailAwayangebot mit 20 Prozent. Wir können uns entscheiden, ob wir im Preis inbegriffen, die Sesselbahn auf den Jochpass oder die Sesselbahn vom Jochpass zum Engstlensee hinunter benutzen möchten und . wählen die Bergfahrt auf den Jochpass. Die Zentralbahn führt uns zusammen mit vielen Indern nach Engelberg. Seitdem die Bahn durch den Tunnel fährt und nicht mehr ein Zahnrad einhängen muss, sind wir noch nie mit der Bahn nach Engelberg gefahren. Schade für das tolle Erlebnis mit dem Einhängen des Zahnrads, dem steilen Zugwaggon, in dem man einen Rucksack von „oben nach unten“ rollen lassen konnte und um die schöne Aussicht – welches jetzt nur noch Erinnerung ist. Doch die Touristen wollen halt immer schneller von A nach B kommen, das Unterwegssein als Erlebnis, ist nicht mehr so wichtig. Am Bahnhof in Engelberg müssen wir das RailAwayticket umwechseln in Tickets für die Gondelfahrt nach Trübsee. Auch hier bei der Talstation der Bergbahnen merken wir, dass wir schon lange nicht mehr hier zu Gast waren, obwohl wir ja keinen langen Anfahrtsweg haben. Die Station wurde in den letzten Jahren stark modernisiert. Beim Verlassen der Talstation, mit einem Blick zurück, staunen wir über die grosse Anzahl an parkierten Cars. Diese Massen an Menschen sind alle da oben? Wow!
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    Und noch etwas sehen wir im Blick nach unten:
  2. See – Eugenisee
    Der Eugenisee liegt mitten in Engelberg. Aber klar – die Wanderung hat ja noch nicht wirklich begonnen und so ist es für uns klar, dass dieser kleine, härzige See nicht zur 4-Seen-Wanderung hinzugezählt wird.
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  3. See – Trübsee
    Wir verlassen die Gondeln auf Trübsee und bewundern diesen See, wie wenn wir ihn das erste Mal in unserem Leben sehen würden. Er ist einfach jedes Mal eine Augenweide. So malerisch gelegen. Eine Postkartenidylle. Wir folgen dem See bis zur Talstation der Sesselbahn auf den Jochpass . Ein paar kurze Gehminuten, um uns einzuwärmen. 😉
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    Während der Sesselbahnfahrt beobachten wir die Bauarbeiten zu einer neuen Mountainbikeroute.

    Als wir die Sesselbahn verlassen, fragen wir uns, warum das Jochseeli nicht offiziell zur 4-Seen-Wanderung gezählt wird.

  4. See – Jochseeli
    Ein kleines, härziges Seeli. Wir sehen Kinder, welche dort Rutschbahn fahren können.
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    Unser Weg führt uns nun bergab und schon von weitem sehen wir ihn: den
  5. See – Engstlensee
    Der Weg ist teilweise etwas steil, aber gut begehbar und man erreicht den Engstlensee in kurzer Zeit.

    Wir picknicken an seinem Ufer, entdecken ein Murmeltier, freuen uns über den Besuch eines Bläulings
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    und staunen nicht schlecht, weil wir zufällig die Eltern meines Gottenkindes treffen. Schade, fährt ein Auto mit ausländischem Kennzeichen, dessen Fahrerin wohl unsere Signalisationen nicht kennt, dem See entlang. Jeder Wanderer wundert sich – nur die Fahrerin und deren Insassen nicht. Der Parkplatz wäre nicht so weit entfernt. Übrigens befindet sich dort auch eine Postautohaltestelle. Es gäbe die Möglichkeit, hier mit dem Postauto nach Innertkirchen zu fahren. Die Häuser der Engstlenalp sind sehr malerisch.

     

    Nun steigt der Weg etwas an und wird kurz eine klitzekleine Herausforderung für mich, denn auf einer Seite ist er ein bisschen abschüssig. Aber ihr merkt es: klitzeklein und ein bisschen…. Er ist immer mindestens 40 Zentimeter, ja teilweise bis über einen Meter breit und so ist er auch für mich ganz gut zu bewältigen.

     

    Im Restaurant der Tannalp gönnen wir uns etwas zu Trinken und einen feinen Meringue-Glacételler! Zu dritt schaffen wir diese grosse Portion. 😉

  6. See – Tannensee

    In etwa 20 Minuten Wanderzeit erreichen wir den Damm des Tannensees und besteigen dort für 3 Stationen den gut besetzten Fruttli-Zug. (Tannendamm bis Distelboden – 3 Stationen Fr. 6.–/Person. Die ganze Strecke wäre Fr. 10.–)
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    Doch wir möchten nicht die gesamte Strecke fahren, sondern auch den letzten See zu Fuss erreichen: den

  7. See – Melchsee
    Auch hier staunen wir über die Neubauten und merken, wie lange wir nicht mehr da waren, an diesem uns im Grunde genommen, gut bekannten Ort. Wir fragen uns, ob man etwas bezahlen muss für die Liftfahrt beim imposanten Gebäude. Nein, sie ist gratis. Der Blick oben über den Melchsee ist wunderschön.

    Die Gondelbahn bringt uns hinunter auf die Stöckalp. Auch diese runde Gondelbahn war für uns neu – wir kannten nur die alten Gondelis. Sie sind zwar rund, drehen aber entgegen unserer Erwartungen nicht, während der Fahrt. Per Postauto fahren wir nach Kerns und erblicken auf der Fahrt einen weiteren See.
  8. See – Sarnersee
    In Kerns wollen wir umsteigen auf ein weiteres Postauto, das uns über Ennetmoos nach Stans bringen soll. Aber wir haben den Fahrplan falsch studiert, denn dieser Kurs fährt am Feiertag vom 15.8. leider nicht. So müssen wir eine halbe Stunde aufs weitere Poschi warten, das uns an den Sarner Bahnhof fährt und dort einen Aufpreis bezahlen, um via Hergiswil nach Stans mit der Zentralbahn zu fahren. Im Zug bestaunen wir den schönen Alpnachersee, der ja aber ein Teil des Vierwaldstättersees ist. 😉 Das Postauto in Stans bringt uns wieder nach Hause und beendet unsere tolle Rundtour.Die reine Wanderzeit, ohne Abkürzungen mit Bahnen würde 6.5 Stunden betragen. Wir selber wanderten so wie beschrieben etwa 2 Std. 45 Minuten. Wenn man die Sesselbahn zum Engstlensee und die gesamte Strecke des Fruttli Zugs benutzen würde, würde die Wanderzeit vielleicht noch etwa 1 Std. 45 Minuten betragen. Statt mit der Gondelbahn nach Stöckalp, könnte man auch Trottinette mieten. Dies haben wir ein anderes Mal ausprobiert, aber ich fand damals, dass die Strecke per Trotti nicht ganz ungefährlich sei, aufgrund von Kieselsteinen auf dem Asphalt…..

Reisetagebuch Veloferien am Bodensee, 8.-15. August 15

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Vor rund 27 Jahren, kurz nach unserer Heirat, wagten sich mein Mann und ich an Veloferien im Jura. Wir fuhren mitsamt Kleidung, Kochutensilien, Zelt, Schlafsack, aber ohne Schlafmätteli (!) auf den Gepäckträgern von Ort zu Ort. Teilweise wars hart, unbequem und kalt, aber ein wahres Abenteuer!
Heutzutage mag ich es nicht mehr gar so wild und einfach, sondern schätze den Komfort eines gemütlichen Zuhauses, zu dem man jeden Tag zurückkehren kann und wir wollten auch mal bequemere Velos (Fahrräder) ausprobieren, sprich E-Bikes. Obwohl für E-Bikes mit geringer Unterstützung kein Töffliausweis (Mofa) nötig wäre, warteten wir mit dem Mieten von E-Bikes ab, bis unser Sohn die Töffliprüfung erfolgreich absolviert hatte. Dass wir solch spezielle Bikes mieteten, war einerseits für unseren Sohn eine Belohnung für die bestandene Töffliprüfung und für uns alle etwas Aussergewöhnliches, das wir uns einfach mal gönnen wollten und wie es sich herausstellte, auch etwas sehr Praktisches, denn wir logierten doch etwas oberhalb des Bodensees. 😉 Der Wunsch, in der Bodenseeregion Veloferien zu verbringen, hegten mein Mann und ich schon seit vielen Jahren. Wir kennen ein paar Leute, welche begeistert, ja gar euphorisch davon erzählten. Und so mieteten wir die Bikes bereits von zuhause aus. Als wir die Wohnung online reservierten, merkten wir, dass sie sich zufälligerweise grad im Nachbardorf meines Patenkindes befindet, welche im Juli diesen Jahres heiratete und nach Deutschland auswanderte. Dass wir uns für eine Wohnung auf der deutschen Bodenseeseite entschieden, war eindeutig eine Preisfrage. Auf der Schweizerseite sind die Ferienwohnungen allesamt viel teurer. Und auch das Auswärtsessen wäre auf Schweizerseite nicht so häufig möglich gewesen, wie wir es in Deutschland geniessen konnten.

Samstag, 8. August 15

Bereits in der Nacht plagen mich Kopfschmerzen. Am Morgen haben sie sich zu einer veritablen Migräne ausgewachsen, wie ich sie zuletzt vor einem Jahr in Dänemark erlebte. Mir ist übel, der Kopf schmerzt – ich möchte mich nicht auf Reisen begeben, sondern im Bett verkriechen. Dies tue ich denn auch für kurze Zeit. Mein Mann und Sohnemann besorgen Medis und nach erstaunlich kurzer Zeit ist es so, wie wenn das Ganze ein Spuk gewesen wäre. Gegen Mittag bin ich reisebereit!

Unterwegs machen wir einen Halt und besichtigen das Schloss Arenenberg. Danke Zora, für den Tipp, den du uns schon vor einiger Zeit gegeben hast – es hat sich wirklich gelohnt.

Ein erstes Mal baden wir im Bodensee und kaufen ein für die Woche.

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Die Ferienwohnung in Weissensberg gefällt uns auf Anhieb. Lustig, dass das Treppenhaus fast identisch ist mit demjenigen bei uns zuhause und auch sonst ähneln sich die Baustile. Die Wohnung ist ruhig gelegen, einfach aber geräumig, gemütlich und mit Geschmack eingerichtet, die Küche praktisch. Super, dass das Benutzen der Waschmaschine im Mietpreis inbegriffen ist. Es stellt sich allerdings heraus, dass das Ratanbett unseres Sohnes nicht mehr sehr solide ist. Im Verlauf der Woche gab es mal unter ihm nach und er landete auf dem Boden. :-O Und meine Matratze stellt sich in der Nacht als viel zu hart heraus. Ebenfalls schade, dass im einen Schlafzimmer eine Verdunkelung fehlt. Wir logieren direkt unter dem Dach und wir können die Hitze nicht aus der Wohnung bannen.

Sonntag, 9. August 

In der direkten Nachbarschaft der Ferienwohnung befindet sich eine Freie Christengemeinde. Wir holen mein Patenkind zum Gottesdienst ab und verbringen mit ihr, ihrem frischgebackenen Ehemann 😉 und der Hündin Stella einen Badenachmittag am Bodensee.

Schön wie Gott es eingerichtet hat, dass wir so nahe bei meinem Gottenkind logieren.

Montag, 10. August

Wir wollen unsere Mietvelos per Omnibus beim Camping abholen. Doch der Busschauffeur lacht uns aus: „Das ist doch jetzt ein Witz? Ihr wollt insgesamt 6 Euro fürs Busfahren ausgeben, wo ihr doch für den Weg zu Fuss bloss etwa eine Viertelstunde habt?“ Wir – in Sportkleidung – lassen uns natürlich diesen Spott nicht gefallen – und gehen in der grössten Hitze zu Fuss. 😀

Und schon wagen wir uns an unsere erste Velotour: Weissensberg – LindauBregenzRheineck. Per Schiff nach Rorschach, weiter nach Lindau und wieder mit dem Velo zurück nach Weissensberg.

Bereits sind wir froh um unseren E-Bike-Antrieb, denn die Sonne brennt erbarmungslos auf uns hinab und gleichzeitig geht ein Gegenwind. Doch die Radelstrecke ist sehr abwechslungsreich.

Auf Facebook schreibe ich:

In drei Stunden 52 km geradelt.

Dienstag, 11. August

Mein Facebookeintrag dieses Tages lautet:

Heute auch wieder 52 km geradelt in 2.5 std. reine fahrzeit. Dazwischen grosszügige pausen mit besichtigung der sehr hübschen altstadt wangen. Und schwimmbadbesuch.

— hier: Wangen Altstad

Unsere heutige Tagesstrecke: Weissensberg – Wangen – Neukirch – Langnau – Bechtersweiler – Oberreitnau – Weissensberg

Die Landschaft kommt mir vor wie unser Emmental: es geht hoch und rasant runter, dann sofort wieder steil hinauf…. Wie froh sind wir, dass uns bei den Bergfahrten „jemand von hinten schiebt“ – jedenfalls vom Gefühl her. Ein E-ngel. 😀

Mittwoch, 12. August

Zuerst fahren wir von Weissensberg nach Lindau. Wir verladen unsere E-Bikes in Lindau, beim schönen, historischen Bahnhof auf der Insel auf den Zug und staunen erstmals darüber, wie schlecht die deutsche Bahn den Rädertransport organisiert. Es sind soviele Radfahrer rund um den Bodensee unterwegs – aber der Zustieg in den Waggon erfolgt über etwa 5 Treppen (!) und drin sind keine Veloständer vorhanden. Per Velo fahren wir ab Langenarden dem Bodenseeufer entlang zurück nach Lindau, baden unterwegs in einem Gratisfreibad. Direkt am See entlang fahren sehr viele Menschen Rad und ebensoviele sind zu Fuss unterwegs. Dazu kommen Autofahrer, welche manchmal nicht wissen, was sie genau tun wollen. So ist das Velofahren direkt dem flachen Ufer entlang zwar von der Landschaft her schön, aber gestern hat es uns im hügeligen Gebiet, weitab der Tourismusströme besser gefallen. 30 Kilometer sind wir in 1.5 Std. reiner Fahrzeit geradelt. Obwohl das E-Bike eine Unterstützung gibt, geht es doch nicht ohne strampeln. Ich bin stolz auf mich, jeden Tag Sport zu machen und es macht dazu genausoviel Freude, wie Skifahren. Sportmachen soll doch auch Spass bereiten, oder? Wenn ich manchmal ohne E-Unterstützung fahre, merke ich, wieviel anstrengender es wäre, trotzdem es gute Räder sind. Ich weiss nicht, ob ich zuhause mein „normales“ Velo noch schätze. 😉

Am Abend besuchen wir unseren guten Bekannten Joe Stalder im Planetarium und Sternwarte Kreuzlingen. Wir erhalten viele interessante Infos zu den Perseiden und können die Sonne mit Sonnenflecken durch verschiedene Instrumente beobachten. In der Nähe unserer Ferienwohnung, auf einer dunklen Wiese lagern wir drei uns dann, wie von Joe vorgeschlagen, auf einer Picknickdecke und betrachten den Sternenhimmel. Tobias erblickt drei Sternschnuppen, währenddem Andy und ich bloss eine sehen. Diese ist dafür ein besonders schöner Anblick. Ein langer, hell strahlender Schweiff – sehr beeindruckend. Und doch bin ich etwas enttäuscht darüber, nicht einen wirklichen Sternschnuppenregen oder „Schwarm“ erlebt zu haben.

Donnerstag, 13. August

Unsere heutige Strecke: Weissensberg – Oberreitnau – Bechtersweiler (wie vorgestern), vorbei an vielen Hopfenpflanzungen weiter nach Tettnang (hübsches Städtchen), über Friedrichshafen zurück nach Weissensberg. In Friedrichshafen wollten wir zuerst das Schiff zurück nach Lindau nehmen, haben aber den Fahrplan nicht genau studiert. Deshalb radeln wir weiter als ursprünglich geplant und ich muss schauen, dass der Akku meines Rades ausreicht. Weil ich befürchte, am Ende der Tour den Aufstieg nach Weissensberg nicht mehr zu schaffen, tauschen Andy und ich sogar zeitweilig unsere Räder, denn sein Fahrrad hat noch mehr Akku als meines. Ganz knapp reichen unsere Akkus aus und heute kommen wir auf 63.5 Kilometer in 3.25 Std. Ich bin erschöpft. Mehr wäre nicht dringelegen für mich.

Kurz können wir in der Ferienwohnung duschen und dann sind wir zum Abendessen bei meinem Gottenkind, ihrem Mann und ihren Schwiegereltern eingeladen, welche wir am Hochzeit kennengelernt haben. Wir verbringen einen gemütlichen, unterhaltsamen Abend mit all diesen herzlichen Menschen.

Bisher erlebten wir jeden Tag heisses Sommerwetter und nebst dem Velofahren badeten wir täglich im Bodensee.

Freitag, 14. August

Nochmals verladen wir unsere Velos in Lindau am Bahnhof. In Überlingen verlassen wir den Zug und radeln zurück nach Friedrichshafen. Dort besteigen wir wiederum den Zug nach Lindau und radeln zurück nach Weissensberg. Soweit zur Strecke. Doch lest, was ich zum heutigen Tag auf Facebook schrieb:

Heute hat es mich „geschnätzelt“. Nasse fahrbahn kombiniert mit einer schrägen pflastersteinbordkante, über die wir mit sehr reduziertem tempo fuhren – und ich lag am boden u. schlug hart mit kopf und ganzer rechter seite auf. Für solche fälle trägt man ja einen velohelm. Den muss ich nach diesem harten schlag entsorgen. Ich glaube, es ist keine hirnerschütterung. Bloss das knie ist blutig, das rechte bein voller prellungen und das rechte handgelenk schmerzt, aber ich kann alles bewegen, nichts gebrochen.
Ansonsten: trotz teilw. Regenwetter in genau 3 std. 49.49 km. Morgen gehts wieder heimwärts. Meine erlebnisse werde ich mit fotos verbloggen.

verletzt.

Heute ist Dienstag, 18. August und mein Handgelenk schmerzt. Ich war gestern bei einer Ärztin, welche im Röntgenbild keinen Bruch erkennen konnte. Doch ein Kahnbeinbruch kann nicht immer im Röntgenbild festgestellt werden und deswegen werde ich den ärztlichen Rat sehr ernst nehmen und mich wieder melden, sollte ich in einer Woche keine Besserung der Schmerzen feststellen können. In so einem Fall wäre ein MRI angebracht. Schade, passierte mir grad am letzten Ferientag so etwas. 😦 Beim Skifahren habe ich schon heftigere Stürze erlebt – aber man fällt einfach viel sanfter in den Schnee als aufs Kopfsteinpflaster. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass ich meinen Kopf schon jemals so hart aufgeschlagen hätte. :-O

Samstag, 15. August

Auf der Heimfahrt in Friedrichshafen, decken wir uns im Kaufland noch ein mit Artikeln, welche in der Schweiz viel teurer sind und ärgern uns über die dortige komplizierte Handhabung mit der Mehrwertsteuerrückvergütung, weil Friedrichshafen nicht grenznah sein. Hallo? In Lörrach geschieht diese Abwicklung völlig problemlos – in ein und derselben Warenhauskette.

Bevor wir heimfahren, geniessen wir einen mehrstündigen Aufenthalt im Zeppelinsmuseum Friedrichshafen. Ich hätte nicht vermutet, dass es derart interessant sein würde und staune auch über die anderen Besucher. Denn normalerweise sind wir als Familie immer diejenigen, welche in allen Museen die Exponate am ausführlichsten betrachten – aber im Zeppelinsmuseum haben soviele Leute alles ganz genau studiert. 🙂

Fazit unserer Veloferien: es waren interessante, sportliche Tage, trotz E-Unterstützung leisteten wir einiges. Die Gegend am Bodenseeufer ist zwar schön flach, aber von Touristen überlaufen. Uns haben die Gebiete etwas abseits der Uferwege mehr gefallen, aber sie sind halt hügelig. Die Radwege sind leider nicht immer sehr gut ausgeschildert. Die Schilder sind klein und können während des Fahrens nicht so schnell erfasst werden. Grössere Schilder wären von Vorteil. Zudem sind sie manchmal verdeckt von Gebüsch etc. welches wieder mal zurückgeschnitten werden sollte, etc. Wir mussten hie und da unsere Karte konsultieren oder Passanten nach dem Weg fragen. Zum Glück waren die Deutschen sehr hilfsbereit – manche kamen sogar von sich her auf uns zu, wenn sie uns irgendwo ratlos herumstehend beobachteten. Wahrscheinlich denken die Tourismusverantwortlichen des Bodensees, dass heutzutage eh jeder die Karten auf seinem Handy habe. Hatten wir auch – nur spielte der Handyakku manchmal nicht mit. 😉 Von der Natur her, verstehe ich die Begeisterungserzählungen meiner Bekannten nicht ganz. Die Vierwaldstätterseeregion ist genauso schön, wenn nicht schöner, da sie nicht derart von Touristen überschwemmt ist. 😛 Aber was mich wieder zurück in diese Region drängt, sind die vielen Sehenswürdigkeiten, welche wir allein in einer Woche nicht sehen konnten. Es gäbe soviele interessante Museen, Schlösser, Städtchen zu besichtigen…. Also, ich kann mir gut vorstellen, dass wir wieder mal in der Region Ferien machen werden – nicht zuletzt weil mein Patenkind, ihr Mann und ihre lieben Schwiegereltern dort wohnen. 😉 ❤

P.S. Noch mehr Fotos auf Facebook (nur für meine Facebookfreunde einsehbar).

Nachtrag: Mittlerweile führte ich über Facebook einen Dialog mit einem Mitarbeiter der Deutschen Bahn. Fazit: es muss bei den DB immer damit gerechnet werden, dass Räder treppab- und treppauf getragen werden müssen. NIederflureinstiege sind kein Ziel der DB. Wahrscheinlich bin ich diesbezüglich einfach verwöhnt von unseren Postautos, der Zentralbahn und der SBB. Ok – dafür muss man auch erwähnen, dass auf meiner Heimstrecke Stans-Emmetten kein Velotransport bei Postauto möglich ist. 😦