Auf dem Eremitenweg Richtung Ruhe und Freiheit

Eine neue Postauto-Verbindung werde es geben, lasen wir. Durchgehend sei sie ab dem 16. Juni und folglich als Rundreise möglich ab Sarnen – Langis – Gfellen – Entlebuch – Luzern – Sarnen oder umgekehrt. Bisher endete die Linie entweder im Langis oder von Entlebuch her in Gfellen. Da wollten wir doch am Eröffnungstag dabei sein!

Das Postauto trug uns hoch bis zum Langis und gewährte uns tolle Blicke auf den Sarnersee. Sarnersee (1 von 1).jpg

In Langis fuhr schon bald das schön geschmückte Postauto der neuen Verbindung vor. Wir wurden zur Feier des Tages mit einem grosszügigen Präsent mit Produkten der Unesco Biosphäre Entlebuch überrascht. Gefüllt unter anderem, nicht etwa mit einem Käse-Müsterli, sondern mit einem ganzen Käse pro Säckli. Um keine falschen Erwartungen zu schüren: das war ein einmaliges Geschenk von PostAuto Region Zentralschweiz, an alle Fahrgäste, welche am ersten Tag diese Linie befuhren.

Wir wollten an diesem Tag nicht bloss „faul“ PostAuto fahren 😉 , sondern auch noch wandern und entschieden uns für den Eremitenweg. Ein Rundweg in Gfellen, den man in etwa 1.25 Std. reiner Wanderzeit schaffen kann.

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Bild von Tobias

Der abwechslungsreiche, kinderwagentaugliche (nur mit Offroadkinderwagen) Weg führt über Wald-, Alp- und Kieswege zu einer Eremitensiedlung aus dem 15. Jahrhundert. Auf der Wanderung begegnet man immer wieder Steinmännchen und Infotafeln zur Geschichte, Kultur und Natur der Gegend.

Der Weg verspricht, in die Ruhe und Freiheit zu führen. Sich loszulösen von Alltagssorgen und Frieden, Ruhe, Freiheit zu finden, kann der Weg dem Wanderer wohl nicht abnehmen, sondern ist eine Einladung und Aufforderung. Wir selber wurden fündig. 😉

Vom WC-Häuschenbild habe ich später zuhause ein Produkt erstellt, das man bei mir beziehen kann. Ein Unikat auf Massivholz. Zwei Zentimeter dickes Holz, darauf die Fotografie und von mir nachkoloriert. Für den Weg habe ich Sandfarbe verwendet, so dass das Bild ein bisschen dreidimensional wirkt. Ich stelle mir vor, dass es in einem stillen Örtchen als Blickfang schön zur Geltung kommen könnte. Oder wie wäre es als Wegweiser zu einem solchen Örtchen? 😉 Das Bild ist 20 x 2 cm gross und kann bei mir unverbindlich besichtigt werden.

Nach der Picknickstelle (mit Grillmöglichkeit), wanderten wir den kurzen Weg zum Wasserfall hoch. Wasserfall (1 von 1)Zurück bei der Picknickstelle, studierten wir nichts, sondern wanderten frisch-fröhlich über die Brücke.

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Und noch weiter bis zur nächsten Brücke, „Entlen“ genannt.

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Von Tobias

Wie selbstverständlich folgten wir dem Weg über die Brücke. An der Strasse angekommen wunderten wir uns: wo sind die Steinmanndli? Etwas stimmt doch hier nicht? Glücklicherweise hatten wir den Plan fotografiert und merkten, dass wir nach dem Picknickplatz dem Weg ein Stück weit hätten zurückfolgen müssen, statt einfach weiter zu wandern. Also machten wir rechtsumkehrt. 😉

Es lohnte sich, denn der Wald- und Wiesenweg war bestimmt schöner, als einfach der Strasse zu folgen.

Zurück bei der Postautohaltestelle Gfellen, reichte es grad noch für ein Kaffee im Restaurant, bevor wir ins Postauto Richtung Entlebuch stiegen. Im Postauto schenkte uns eine Frau Alpenrosen. Diese sind zwar nicht schweizweit geschützt, aber in Luzern und Obwalden schon. Sie hätte sie also auf dem Glaubenbergpass nicht pflücken dürfen. Dennoch erfreuen wir uns nun an ihrem Anblick in unserer Stube. Aber selber hätten wir sie nie zu pflücken gewagt und ich schämte mich auf der Heimreise etwas, solche Blumen bei uns zu haben.

Der Zug brachte uns via Entlebuch und Luzern an unseren Ausgangspunkt Sarnen zurück. Welche wunderschöne Rundtour mit vielen bleibenden Impressionen!

Ergänzung vom 25.6.18: mittlerweile wurde mir von Alpen-Blumenspezialisten glaubhaft gemacht, dass die Alpenrose in gewissen Gebieten der Schweiz wie ein Unkraut wachse und sogar dem Kuhvieh die Weideflächen überwuchern würde. Das mit dem „schützenswert“ für die Alpenrose ist demzufolge wirklich nicht für jeden Kanton anwendbar. Aber in OW und LU gilt das „schützenswert“.

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Warum für uns die 4-Seen-Wanderung eine 8-Seen-Wanderung ist.

Unsere mittlere Tochter, mein Mann Andy und ich, entschliessen uns, an Maria Himmelfahrt, Feiertag in Nidwalden, die 4-Seen-Wanderung unter die Füsse zu nehmen. Sie ist für uns aber eine 8-Seen-Wanderung.

  1. See – Vierwaldstättersee
    Wir starten am Ufer unseres schönen Vierwaldstättersees. Das heisst, zuhause ab der Postautostation Beckenried Hungacher unsere Tour und fahren per Poschi nach Stans. Dort lösen wir ein spezielles RailAwayangebot mit 20 Prozent. Wir können uns entscheiden, ob wir im Preis inbegriffen, die Sesselbahn auf den Jochpass oder die Sesselbahn vom Jochpass zum Engstlensee hinunter benutzen möchten und wählen die Bergfahrt auf den Jochpass. Die Zentralbahn führt uns zusammen mit vielen Indern nach Engelberg. Seitdem die Bahn durch den Tunnel fährt und nicht mehr ein Zahnrad einhängen muss, sind wir noch nie mit der Bahn nach Engelberg gefahren. Schade für das tolle Erlebnis mit dem Einhängen des Zahnrads, dem steilen Zugwaggon, in dem man einen Rucksack von „oben nach unten“ rollen lassen konnte und um die schöne Aussicht – welches jetzt nur noch Erinnerung ist. Doch die Touristen wollen halt immer schneller von A nach B kommen, das Unterwegssein als Erlebnis, ist nicht mehr so wichtig. Am Bahnhof in Engelberg müssen wir das RailAwayticket umwechseln in Tickets für die Gondelfahrt nach Trübsee. Auch hier bei der Talstation der Bergbahnen merken wir, dass wir schon lange nicht mehr hier zu Gast waren, obwohl wir ja keinen langen Anfahrtsweg haben. Die Station wurde in den letzten Jahren stark modernisiert. Beim Verlassen der Talstation, mit einem Blick zurück, staunen wir über die grosse Anzahl an parkierten Cars. Diese Massen an Menschen sind alle da oben? Wow!
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    Und noch etwas sehen wir im Blick nach unten:
  2. See – Eugenisee
    Der Eugenisee liegt mitten in Engelberg. Aber klar – die Wanderung hat ja noch nicht wirklich begonnen und so ist es für uns klar, dass dieser kleine, härzige See nicht zur 4-Seen-Wanderung hinzugezählt wird.
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  3. See – Trübsee
    Wir verlassen die Gondeln auf Trübsee und bewundern diesen See, wie wenn wir ihn das erste Mal in unserem Leben sehen würden. Er ist einfach jedes Mal eine Augenweide. So malerisch gelegen. Eine Postkartenidylle. Wir folgen dem See bis zur Talstation der Sesselbahn auf den Jochpass . Ein paar kurze Gehminuten, um uns einzuwärmen. 😉
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    Während der Sesselbahnfahrt beobachten wir die Bauarbeiten zu einer neuen Mountainbikeroute.

    Als wir die Sesselbahn verlassen, fragen wir uns, warum das Jochseeli nicht offiziell zur 4-Seen-Wanderung gezählt wird.

  4. See – Jochseeli
    Ein kleines, härziges Seeli. Wir sehen Kinder, welche dort Rutschbahn fahren können.
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    Unser Weg führt uns nun bergab und schon von weitem sehen wir ihn: den
  5. See – Engstlensee
    Der Weg ist teilweise etwas steil, aber gut begehbar und man erreicht den Engstlensee in kurzer Zeit.

    Wir picknicken an seinem Ufer, entdecken ein Murmeltier, freuen uns über den Besuch eines Bläulings
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    und staunen nicht schlecht, weil wir zufällig die Eltern meines Gottenkindes treffen. Schade, fährt ein Auto mit ausländischem Kennzeichen, dessen Fahrerin wohl unsere Signalisationen nicht kennt, dem See entlang. Jeder Wanderer wundert sich – nur die Fahrerin und deren Insassen nicht. Der Parkplatz wäre nicht so weit entfernt. Übrigens befindet sich dort auch eine Postautohaltestelle. Es gäbe die Möglichkeit, hier mit dem Postauto nach Innertkirchen zu fahren. Die Häuser der Engstlenalp sind sehr malerisch.

     

    Nun steigt der Weg etwas an und wird kurz eine klitzekleine Herausforderung für mich, denn auf einer Seite ist er ein bisschen abschüssig. Aber ihr merkt es: klitzeklein und ein bisschen…. Er ist immer mindestens 40 Zentimeter, ja teilweise bis über einen Meter breit und so ist er auch für mich ganz gut zu bewältigen.

     

    Im Restaurant der Tannalp gönnen wir uns etwas zu Trinken und einen feinen Meringue-Glacételler! Zu dritt schaffen wir diese grosse Portion. 😉

  6. See – Tannensee

    In etwa 20 Minuten Wanderzeit erreichen wir den Damm des Tannensees und besteigen dort für 3 Stationen den gut besetzten Fruttli-Zug. (Tannendamm bis Distelboden – 3 Stationen Fr. 6.–/Person. Die ganze Strecke wäre Fr. 10.–)
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    Doch wir möchten nicht die gesamte Strecke fahren, sondern auch den letzten See zu Fuss erreichen: den

  7. See – Melchsee
    Auch hier staunen wir über die Neubauten und merken, wie lange wir nicht mehr da waren, an diesem uns im Grunde genommen, gut bekannten Ort. Wir fragen uns, ob man etwas bezahlen muss für die Liftfahrt beim imposanten Gebäude. Nein, sie ist gratis. Der Blick oben über den Melchsee ist wunderschön.

    Die Gondelbahn bringt uns hinunter auf die Stöckalp. Auch diese runde Gondelbahn war für uns neu – wir kannten nur die alten Gondelis. Sie sind zwar rund, drehen aber entgegen unserer Erwartungen nicht, während der Fahrt. Per Postauto fahren wir nach Kerns und erblicken auf der Fahrt einen weiteren See.
  8. See – Sarnersee
    In Kerns wollen wir umsteigen auf ein weiteres Postauto, das uns über Ennetmoos nach Stans bringen soll. Aber wir haben den Fahrplan falsch studiert, denn dieser Kurs fährt am Feiertag vom 15.8. leider nicht. So müssen wir eine halbe Stunde aufs weitere Poschi warten, das uns an den Sarner Bahnhof fährt und dort einen Aufpreis bezahlen, um via Hergiswil nach Stans mit der Zentralbahn zu fahren. Im Zug bestaunen wir den schönen Alpnachersee, der ja aber ein Teil des Vierwaldstättersees ist. 😉 Das Postauto in Stans bringt uns wieder nach Hause und beendet unsere tolle Rundtour.Die reine Wanderzeit, ohne Abkürzungen mit Bahnen würde 6.5 Stunden betragen. Wir selber wanderten so wie beschrieben etwa 2 Std. 45 Minuten. Wenn man die Sesselbahn zum Engstlensee und die gesamte Strecke des Fruttli Zugs benutzen würde, würde die Wanderzeit vielleicht noch etwa 1 Std. 45 Minuten betragen. Statt mit der Gondelbahn nach Stöckalp, könnte man auch Trottinette mieten. Dies haben wir ein anderes Mal ausprobiert, aber ich fand damals, dass die Strecke per Trotti nicht ganz ungefährlich sei, aufgrund von Kieselsteinen auf dem Asphalt…..

Kick auf der Kickboardtour, Insider Familienausflugstipp,

Heute verrate ich euch einen Insider-Familienausflugstipp: mein Mann und ich unternehmen manchmal trotz unseres fortgeschrittenen Alters noch Ausflüge mit Kick. 😀 So fuhren wir diesen Monat (Juni 2017) per Postauto ab Bahnhof Sarnen ins Melchtal, bis Station „gedeckte Brücke“.

Blick aus dem Postautofenster:

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Wir fuhren per mitgebrachten Kickboards über diese alte Brücke Richtung Flüeli Ranft. Die Strasse stieg nur gemächlich an, um dann längere Zeit genauso bergab zu führen. Es war eine gemütliche Fahrt und dennoch schmerzten mir mit der Zeit die Füsse, weil ich immer genau gleich auf dem Kickboard stand und doch etwas bremsen musste. 😉 Nachdem wir den Wald hinter uns gelassen hatten, gings etwas rasanter hinunter, aber man kann ja auch absteigen, das Kickboard zusammen klappen und mittragen.

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Auf diese Weise fährt man gemütlich etwa eine halbe Stunde bis zum Wallfahrtsort Flüeli Ranft und kann das Postauto Richtung Sarnen zurück besteigen. Ein schöner, etwas abenteuerlicher Familienausflug. Gewisse Walfahrer haben uns zwar bestaunt, wie wenn wir Aliens wären, obwohl wir rücksichtsvoll fuhren und keine eigentliche Andachtsstätte mit den Kickboards befuhren.

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Tipp: es ist eine Strasse, also rechts fahren. Uns begegnete zwar nur ein Velofahrer, der dieselbe Richtung wie wir fuhr, aber es könnte einem auch ein Auto oder Forstwirtschaftsfahrzeug entgegen kommen. Auch ein Helm und evtl. Knie- und Handgelenkschoner wären nicht schlecht, habe ich unterwegs erst gedacht…. Muss jeder selber wissen, ich lehne an dieser Stelle einfach jede Haftung ab, wünsche aber jedem vernünftigen Fahrer viel Spass. Es ist ein wirklicher Insidertipp, überhaupt nicht bekannt… 😉