Foxtrail Delémont/Jura

Zum 10. Geburtstag unseres jüngsten Sohns wollte ich zusammen mit seinen Gspänli etwas besonders unternehmen. Es sollte etwas Spannendes, Exklusives, Unvergessliches sein. So stiess ich bald auf das Angebot von Foxtrail. Dies ist eine Art Schnitzeljagd für die ganze Familie oder für sonstige Gruppen. Man jagt einem „virtuellen“ Fuchs nach, der seine Spuren hinterlassen hat und lernt eine Stadt oder eine Region jeweils auf ganz neue Art kennen.

Auf dem Parcour in der Stadt Luzern hatten die Jungs und ich wirklich jede Menge zu tüfteln und dabei viel Spass. Die originellen Installationen begeisterten uns. Hier zwei Fotos der Tour von 2012:

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Im Mai diesen Jahres absolvierten Andy, Tobias und ich einen Foxtrail in Basel. Ich habe darüber hier gebloggt.

Am 3.Sept. 16 jagten etwa 30 Frauen der Sport Union Beckenried dem Fuchs auf verschiedenen Fährten wiederum in der Stadt Luzern nach. Ich mittendrin – und nicht mehr auf demselben Trail wie vor 10 Jahren. Die Tour führte uns treppauf-, treppab durch Luzern und war für manch ältere Dame eine sportliche Herausforderung. Aber ja – es waren ja alles aktive Turnerfrauen. 😉

Auf Facebook bin ich mit der Foxtrailgruppe verbunden und entdeckte einen Wettbewerb, der vom Tourismusverband Jura Drei-Seen-Land ausgeschrieben wurde, weil im Jura der erste Foxtrail eröffnet wurde. Ich habe mitgemacht – und zwei Tickets gewonnen! 🙂 Gelegen kam uns, dass man grad bei der Migros Foxtrailtickets gegen Cumuluspunkte eintauschen kann. So bezahlten wir für unseren 16 jährigen Junior grad noch einen Franken für sein Foxtrailticket.

Wir buchten extra Ferien rund um unsere geplante Foxtrailtour herum, weil wir nicht von der Zentralschweiz ins Jura und wieder heim fahren wollten, bloss für einen einzigen Tag. So entschlossen wir uns, ein paar Tage im Elsass zu verbringen. Wie wir unseren Elsassaufenthalt erlebt haben, erzähle ich  hier.

Wir freuten uns schon lange auf den 1. Oktober 16 und den Trail TheSaurus. Am Bahnhof Delémont merkte unser Sohn, dass wir im französichen Teil der Schweiz angelangt waren. 😉 Alle Befürchtungen waren umsonst. Denn die Sprache war kein Problem. Sowohl die Startunterlagen, wie auch die Infos, welche der Fuchs unterwegs für uns hinterlegt hatte, waren deutsch/französisch verfasst. In keinem der Trails, welche ich vorher absolviert hatte, legte man eine derart lange ÖV Strecke zurück, wie auf diesem Juratrail. Bloss ein kleiner Part findet in Delémont statt. Von uns aus gesehen, hätte die Erkundung des Städtchen selber ruhig etwas ausführlicher ausfallen können. Der Fuchs aber führt seine Verfolger per SBB in ein schönes Städtchen ausserhalb und dann dort auf einen Wanderweg. Leider spoilern die Bilder dieser SBB Seite etwas – schaut euch die Seite vorher ruhig an, nicht aber die Fotos, wenns geht. Ihr nehmt euch sonst einen Entdeckerspass weg. Ich selber poste extra keine zu genauen Bilder der einzelnen Posten. Diese sind sehr überraschend und humorvoll gestaltet – ich staune auf jedem Foxtrailparcour neu über die Kreativität der Postengestalter. Um die Tickets für den ÖV muss man sich als Fuchsverfolger nie kümmern, denn wenn man eine Tour bucht, ist die Benutzung von benötigten Trams, Bussen, Schiffen (Luzern), Fähren (Basel) oder des Zuges (Jura) inbegriffen. Für uns erfahrene Fuchsjäger war dieser Juratrail etwas zu einfach. Wir lieben das Knobeln und es war manchmal nicht so befriedigend für uns, festzustellen, dass man den weiteren Verlauf der Fährte auch ohne Lösen des Rätsels gefunden hätte. Etwas seltsam erschien es uns, dass auch Kirchenräume durchquert werden mussten. Es wurde zwar deutlich darauf hingewiesen, dass man sich in solchen sakralen Räumen bitte nur im Flüsterton oder besser lieber nur mit Gesten miteinander austauschen, am besten aber ganz auf die Kommunikation verzichten sollte. Und dass man diese Räume nicht betreten sollte, wenn eine Veranstaltung stattfinden würde. In so einem Fall, wenn diese Gebäude nicht betreten werden könnten, würden grosse Teile des Rätselspass wegfallen. Dennoch – wir meinen: ein Kirchenraum sollte im Grunde genommen nicht für eine Schnitzeljagd dienen.

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Wir haben erst zum Schluss bemerkt, dass TheSaurus gar nichts mit einem Dino-Saurier zu tun hat, sondern dass es um einen verschwundenen Schatz ging. Die Lösung des Rätsels verrate ich euch nicht. Aber für die Betreiber: der zweitletzte Posten hinter der Holztüre ist nicht mehr ganz in Ordnung. Die Klappe lässt sich nicht gut öffnen, dafür aber die ganze Türe und ich hoffe, dass das, was wir dahinter fanden, auch noch bei Besuchern, welche nach uns diesen Trail absolvieren, vorhanden ist. Für diese nächsten Besucher habe ich einen wichtigen Tipp: zieht Wanderschuhe an!

Danke, Foxtrail und dem Juratourismusverein für die gewonnenen Tickets. Sie haben uns als Familie ein tolles, spannendes Erlebnis beschert. Sowas fördert den Zusammenhalt in der Familie oder einer Gruppe, denn nur mit vereinten Kräften kommt man dem Fuchs jeweils auf die Spur. Leider habe ich noch nie von keiner Gruppe gehört, welche den Fuchs gefangen hätte. 😉


Erneut im Juni 2017 einen Foxtrail besucht: Wer den Trail Wasserschloss (nicht Wildegg) ab Bahnhof Brugg besuchen will, wie wir heute, sollte wissen, dass er teilweise den Legionärspfad Vindonissa kreuzt und man dieselben Einrichtungen besucht. Wir kannten den Legionärspfad schon, aber es waren ja andere Rätsel und von daher dennoch wieder interessant. Was in den Startunterlagen fehlt, ist der Hinweis, dass die Kirche, welche man gegen den Schluss hin besucht, nur bis 17 Uhr offen hat. Wenn man eine längere Pause macht zwischendurch und diese Zeit verpasst, der bekommt Probleme – kann den Trail eigentlich nicht zu Ende machen..

 

 

 

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Ein Wochenende in einer uns weniger bekannten Ecke der Schweiz

Unser Sohn verreiste zusammen mit den Bogenschützen Nidwalden in ein Bogenschiesslager. So ergriffen mein Mann und ich die günstige Gelegenheit – und vollzogen ebenfalls einen kurzen „Tapetenwechsel. Es zog uns zum Creuz du Van. Wir hatten ihn beide in unseren über 50 Lebensjahren noch nie gesehen.

Wir suchten uns ein hübsches, günstiges und gemütliches B&B (Fr. 120.– inkl. Frühstück für uns beide) in der Nähe von Fribourg (Belfaux), weil wir die Stadt noch nicht gut kannten und das letzte Mal vor etwa 12 Jahren in dieser Gegend in den Ferien weilten. Meine Bewertung auf Holidaycheck.

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In ein paar Autominuten ab dem B&Bl erreichten wir das Stadtzentrum Fribourgs und kamen grad rechtzeitig zum grossen Umzug des Folklorefestivals. Wir hatten zwar geplant, abends an dieses Festival zu gehen, wussten aber nichts vom Umzug und ich nahm es als Gottes Führung und Geschenk an, dass wir in dem Moment dort parkierten, wo der Umzug just begann! Wir genossen den Abend mit Musik und Tänzen aus der Bretagne, Irland, dem Tibet, Panama, Kroatien, Galizien, der Türkei und Botswana.

 

Gegessen haben wir indisch und später genehmigten wir uns eine Waffel und Glacé aus der Region und kramten unsere Französischkenntnisse hervor. 😉 😛 Leider kamen wir nur am Rande dazu, die Altstadt Fribourgs zu erkundigen.

Am Sonntag suchten wir uns den Weg zum Restaurant Soliat, welches auf der MySwitzerlandseite als Ausgangspunkt für Wanderungen auf dem Creux du Van angegeben wurde. Wir fuhren zuerst fälschlicherweise zur Ferme Robert. Tipp: Nach Travers fahren und dort den Wegweisern zum Restaurant Soliat folgen. Ab dem Restaurant wandert man in etwa einer Viertelstunde zum ersten Aussichtspunkt der imposanten natürlich gebildeten Felswand. Wanderschuhe sind zu empfehlen, geht es doch über Alpweiden. Es gibt zwei Wegvarianten: entweder man getraut sich, direkt dem Abgrund entlang zu wandern, was krasser aussieht, als es ist, denn der Weg ist meistens breit und gut zu begehen. Wenn man die Wanderer in der Ferne betrachtet, sieht es so aus, als ob sie etwas ganz Gefährliches wagen würden – aber es sieht wirklich nur so aus. 😉 Sogar ich, welche teilweise unter Höhenangst leidet, wagte mich zum grössten Teil, darauf zu gehen. Die andere Möglichkeit ist, hinter einer Vieh-Trockenmauer zu wandern, welche einem ein Gefühl der Sicherheit vermittelt. Wenn der andere Weg etwas schmaler wurde, konnte ich jeweils durch einen ganz schmalen Mauerdurchgang auf die andere Seite der Mauer wechseln und hatte trotzdem noch die ganze Aussicht und Sicht- und Hörkontakt zu meinem Mann auf dem „gewagteren“ Weg.

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Wir wanderten insgesamt eine Stunde ein Stück weit hinauf und wieder zurück zum Restaurant, wo wir uns zusammen einen sehr reichhaltigen Salat mit Fleisch gönnten (sehr zu empfehlen). Lustig war zu erleben, wie die Frauen am Buffet und der Küche voll im Stress waren, gleichzeitig aber sagten, sie hätten wohl aufgrund der Wetterlage nicht soviel Betrieb wie sonst üblich an einem Sonntag. Die Frauen parlierten fröhlich in Französisch, Englisch, Deutsch und Portugisisch (oder war es Spanisch) kreuz und quer miteinander. Als wir die Felswand bestaunten, hatten wir noch Wetterglück. Später setzte Regen, Wind und Kälte ein. Eine Wandergruppe deutscher Frauen traf ein und übertönte mit ihrem Enthusiasmus einfach alles. So erfuhren wir ungewollt, dass sie 6 Std. unterwegs waren, jetzt kalt, vorher aber geschwitzt hätten, die Wanderleiter nicht zu gebrauchen waren und mindestens dreimal: „Wir sind jetzt drinnen, gell! – Im oberen Stock des Restaurants sind wir!“ oooooch…..

Fazit: die Felsarena Creux du Van kann es durchaus mit Naturwundern wie den Cliffs of Moher in Irland (unser Besuch 2009)

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oder den Møn Klint, welche wir bereits zweimal in Dänemark besuchten,

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aufnehmen. Bloss hat es bei den Creux du Van weniger Touristen als bei den Cliffs of Moher und Møns Klint. Auch Menschen, welche sich selber nicht als „berggängig“ bezeichnen, können diese Felsformation bestaunen, denn man sollte sich ja eh nicht zu weit an den Abgrund wagen und sieht auch mit einigen Metern Abstand alles ganz gut. Und bitte: Kinder an der Hand und Hunde an der Leine führen, denn es geht immerhin 160 Meter senkrecht hinunter und auf dem äusseren Weg gibt es keinen Zaun oder sonstige Abschrankung! :-O

Weitere Fotos und Videos zu diesem erlebnisreichen Wochenende, findet ihr wie immer auf meiner Facebookseite (nur für Facebookfreunde, nicht alles öffentlich einsehbar).

Ein sehr schöner Ort, passend zur Blogparade, oder? 😉