Ein Auf und Ab auf Schmugglers Pfaden

Nach einem super feinen und reichhaltigen Frühstück in unserer Ferienwohnung Landal, im Hochmontafon, oberhalb von Gargellen, starten wir auf den hiesigen Hausberg, dem Schafsberg, per Gondelbahn. Die Bahn fährt nur noch heute, 7. Oktober 18 und schliesst dann bis zur Wintersaison.

 

Wir bewandern 4.5 Stunden den Schmugglerpfad. Er verläuft genauso wie mein Mut: nämlich auf und ab. Was Höhenunterschiede mit meinem Mut zu tun haben? Ich bin nicht ganz schwindelfrei, empfinde manchmal unerklärliche Höhenangst. Der Schmugglerpfad verläuft teilweise auf Graten, einmal hat es gar eine kleine Kletterpartie, bei der wir uns an einem Drahtseil hochangeln müssen. Manchmal führt er über ein paar kleine Schneefelder und ich bin mehr als einmal froh um die Wanderstecken, denn sie geben mir einen Halt, Sicherheit und helfen, die Kniegelenke zu schonen, wenn es wieder mal hinunter geht. Die schwierigsten Passagen habe ich nicht fotografiert, weil ich mich da ganz auf den Weg konzentrieren musste.

 

Die ganze Route führt abwechselnd auf Österreichischem und Schweizer Boden, wobei wir zuhause beim Kartenstudium erst merken: ein Viertel unseres Weges verläuft in der Schweiz. Zum Schluss bin ich fast euphorisch, weil ich für mich schwierige Passagen gut gemeistert habe. Ich bin stolz auf mich. Als Belohnung gibts im Bergrestaurant leckere Menüs und zurück in der Feriensiedlung Landal lockern wir unsere Muskeln beim Schwimmen im Hallenbad und in den zwei Saunen.

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Der Traum vom Fliegen – ich hob ab.

Facebook hat die nette Angewohnheit, mich an Erlebnisse zu erinnern, welche punktgenau am selben Tag vor einem oder mehr Jahren geschah. Vor 5 Jahren durfte ich mit SRF1 abheben. Da ich damals noch keinen Blog führte, kopiere ich das, was ich damals in den Facebooknotizen teilte, hier hinein:


Weit unten entdecke ich winkende, aufgeregte Menschen. Bereits im Landeanflug bemerke ich, dass sie zur Landebahn unseres Doppeldeckers Bücker laufen, Fotokameras und Mikrophon bereit. Wie kann ich ihnen meine emotionalen Empfindungen, das wunderbare Flugerlebnis schildern, so dass es auch für die Zuhörer zuhause nachvollziehbar und spannend klingt? Ich fühle mich wie eine VIP (very important person) und kann kaum fassen, dass ich für drei einmalige Flugerlebnisse ausgewählt worden bin. Sowohl der Flug im Doppeldecker, wie im Segelflugzeug und im Heissluftballons werden für mich Premieren sein.

Über Facebook konnte man sich bewerben und ich habe das grosse Los gezogen. Zur Vorfreude mischt sich aber gleichzeitig meine Flug- und Höhenangst. Doch ich entscheide mich, keinen Ängsten Raum zu geben, sondern die Gelegenheit am Schopf zu packen, sie zu überwinden.

Für den Doppeldeckerflug darf ich ein schönes, originales Lederkombi der Flugwaffe mit Lederhelm und Fliegerbrille anziehen. Ich fühle mich wie eine Zeitreisende.

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Pilotiert wird der orange Bücker von einem der besten Schweizer Berufsmilitärpiloten, Fredy Ramseier. Er ist Leader der Patrouille Suisse, Ausbildungschef des Zentrums von Locarno. DRS 1

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Moderator Thomy Scherrer hat mir im Vorfeld nicht zuviel versprochen, als er meinte, ich würde mich unter seiner Leitung wie „in Abrahams Schoss“ fühlen. Jede Angst ist von Anfang an wie weggeblasen, ich fühle mich im Sitz vor ihm sicher. Vor mir sehe ich ein paar Fluginstrumente und links und rechts von mir werden bis auf Schulterhöhe kleine Metalltüren hochgeklappt.

Der Flug verläuft sehr ruhig. Der Motorlärm wird durch die Lederkappe und die Kopfhörer gedämmt. Ich freue mich über die schneebedeckten Alpen im Hintergrund, den Blick auf den Zürcher- und Pfäffikersee. Unter mir erkenne ich Menschen. Später höre ich, dass ein DRS 1 Hörer freudig ein Mail ins Studio schickt: „Ich sehe grad Frau Aeppli über mir im Doppeldecker!“ Mutig strecke ich meine Nase in den herrlichen Fahrtwind, knipse viele Bilder und geniesse den Flug mit allen Sinnen.

Nach ein paar Minuten fragt mich Herr Ramseier, ob ich bereit wäre für einen Looping. Ich funke ein mutiges „Ja“ und bin freudig nervös. Dieses Manöver drückt mich stark in den Sitz und ich fühle gleichzeitig Euphorie, Überraschung und Stolz, dass ich’s geschafft habe. Dieses Erlebnis ist zu vergleichen mit einer Achterbahnfahrt. Herr Ramseier möchte den Schwung ausnutzen und zu einem anderen Manöver ansetzen. Freundlicherweise sieht er davon ab, als ich ihn darum bitte. Ich genoss zwar den Looping, aber das ungewohnte Körpergefühl reicht mir für einmal – ich muss mich davon erholen.

Bei der sanften Landung spüre ich doch etwas Spucke im Hals – doch nach ein paar Interviewfragen geht’s bereits weiter ins nächste Abenteuer: ein Segelflug wartet auf mich.

Als mir ein Fallschirm am Rücken montiert wird, zusammen mit Erklärungen, wie er zu ziehen wäre, wird es mir mulmig zumute. Gäbe es einen Zwischenfall und müssten wir aus dem Segelflugzeug in der Luft aussteigen, sollte ich mit gekreuzten Armen an den Hebeln links und rechts stossen. Äusserlich, für alle Fotokameras lächle ich, innerlich denke ich: falls es soweit wäre: adé du schöne Welt, denn das wäre mir zu kompliziert, das würde ich nicht schaffen….

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Das Hochziehen des Segelflugzeugs mittels eines Sportflugzeugs geschieht gleichmässig, in weiten Bögen und ich kann die Panoramasicht geniessen. Ich fühle mich fast wie zuvorderst in einer Luftkabinenbahn. Da ich vor dem Pilot sitze, habe ich eine Rundumsicht – alles „offen“ vor mir. Fast wird mir etwas schwindlig..Doch wirklich übel wird mir, als der Pilot nach dem Ausklicken des Schleppflugzeugs eine starke Rechtskurve dreht. Gleichzeitig in den Sitz gedrückt und rechts abgekippt zu werden, die räumliche Orientierung etwas zu verlieren – das ertrage ich weniger gut, als vorher der weiträumig geflogene Doppeldecker-Looping.

Ich fühle mich nicht wirklich wohl, als ich das Steuer kurz übernehmen kann. Der Flieger reagiert derart sensibel auf kleinste Berührungen des Knüppels, dass mich diese Erkenntnis fast erstarren lässt. Vor dem Start wurde mir gesagt, ich sollte nicht zu stark daran und an die Fusspedalen stossen, wenn der Pilot fliegt, denn der stärkere Impuls würde halt „siegen“. Ich sitze sehr eng, fast platzangstauslösend. Stolz kann ich aber später dem Radiomoderator und den Zuhörern zuhause mitteilen, dass ich es geschafft habe, einen 360 Grad Kreis ganz allein zu fliegen!

Die Landung verläuft zwar sanft, aber da ich eben alles so klar siehe und fast das Gefühl habe, ich sei die Pilotin, ist dies für mich ein eher angsteinflössendes Erlebnis.

Mir bleibt keine Zeit, mich zu erholen, denn schon werde ich aufgefordert, in den Heissluftballonkorb zu steigen. Es wird bloss eine kurze Schnupperfahrt. Ich kann sie nicht wirklich mit allen Sinnen aufnehmen, denn immer wieder fragt Thomy Scherrer etwas und ich kann ihn kaum verstehen, weil noch und noch heisse Luft in die Ballonhülle hochgeblasen wird.

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Scheinbar entsteht aufgrund der Thermik eine etwas heikle Situation, welche ich aber gar nicht mitbekomme, da ich mich auf die Berichterstattung des DRS 1 Moderators konzentrierte, um ja keine an mich gerichtete Frage zu verpassen. Die Radiozuhörer werden im Ungewissen gelassen, ob wir gut landen können. Doch kaum ist die Ansage für den Ratgeber vorbei, landen wir auch schon problemlos und ohne Schlag.

Die zwei Stunden Livesendung verfliegen im Flug 😉 und ich freue mich auf die Führung durch die Radiostudios und auf einen Besuch bei einer guten Bekannten, welche in der Agglomeration Zürich wohnt.

Zuhause wartet auf mich die Teilnahme an der GV der Sport Union Beckenried. Ein perfektes Abschlusserlebnis für einen perfekten Tag! Es war ein happy Day für mich und wirklich gelandet bin ich noch nicht. Die Reaktionen aus meinem Bekanntenkreis sind durchwegs positiv und reichen von Beckenried, über die Schweiz hinaus bis nach Deutschland und gar unsere Bekannten aus Russland konnten die Sendung über den Webstream hören!


Die Sendung kann man hier immer noch nachhören. Auf Facebook habe ich ein Album darüber auf öffentlich geschaltet. Es kann auch ohne Facebookaccount angeschaut werden. Ich denke heute noch gerne an diesen einmaligen Tag zurück, ich werde ihn nie vergessen. Danke, SRF1 – ihr habt mir einen Happy Day verschafft, obwohl es ja nicht offiziell zu diesem Sendeporträt gehörte, was ich erleben durfte.

Ein Wochenende in einer uns weniger bekannten Ecke der Schweiz

Unser Sohn verreiste zusammen mit den Bogenschützen Nidwalden in ein Bogenschiesslager. So ergriffen mein Mann und ich die günstige Gelegenheit – und vollzogen ebenfalls einen kurzen „Tapetenwechsel. Es zog uns zum Creuz du Van. Wir hatten ihn beide in unseren über 50 Lebensjahren noch nie gesehen.

Wir suchten uns ein hübsches, günstiges und gemütliches B&B (Fr. 120.– inkl. Frühstück für uns beide) in der Nähe von Fribourg (Belfaux), weil wir die Stadt noch nicht gut kannten und das letzte Mal vor etwa 12 Jahren in dieser Gegend in den Ferien weilten. Meine Bewertung auf Holidaycheck.

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In ein paar Autominuten ab dem B&Bl erreichten wir das Stadtzentrum Fribourgs und kamen grad rechtzeitig zum grossen Umzug des Folklorefestivals. Wir hatten zwar geplant, abends an dieses Festival zu gehen, wussten aber nichts vom Umzug und ich nahm es als Gottes Führung und Geschenk an, dass wir in dem Moment dort parkierten, wo der Umzug just begann! Wir genossen den Abend mit Musik und Tänzen aus der Bretagne, Irland, dem Tibet, Panama, Kroatien, Galizien, der Türkei und Botswana.

Gegessen haben wir indisch und später genehmigten wir uns eine Waffel und Glacé aus der Region und kramten unsere Französischkenntnisse hervor. 😉 😛 Leider kamen wir nur am Rande dazu, die Altstadt Fribourgs zu erkundigen.

Am Sonntag suchten wir uns den Weg zum Restaurant Soliat, welches auf der MySwitzerlandseite als Ausgangspunkt für Wanderungen auf dem Creuz du Van angegeben wurde. Wir fuhren zuerst fälschlicherweise zur Ferme Robert. Tipp: Nach Travers fahren und dort den Wegweisern zum Restaurant Soliat folgen. Ab dem Restaurant wandert man in etwa einer Viertelstunde zum ersten Aussichtspunkt der imposanten natürlich gebildeten Felswand. Wanderschuhe sind zu empfehlen, geht es doch über Alpweiden. Es gibt zwei Wegvarianten: entweder man getraut sich, direkt dem Abgrund entlang zu wandern, was krasser aussieht, als es ist, denn der Weg ist meistens breit und gut zu begehen. Wenn man die Wanderer in der Ferne betrachtet, sieht es so aus, als ob sie etwas ganz Gefährliches wagen würden – aber es sieht wirklich nur so aus. 😉 Sogar ich, welche teilweise unter Höhenangst leidet, wagte mich zum grössten Teil, darauf zu gehen. Die andere Möglichkeit ist, hinter einer Vieh-Trockenmauer zu wandern, welche einem ein Gefühl der Sicherheit vermittelt. Wenn der andere Weg etwas schmaler wurde, konnte ich jeweils durch einen ganz schmalen Mauerdurchgang auf die andere Seite der Mauer wechseln und hatte trotzdem noch die ganze Aussicht und Sicht- und Hörkontakt zu meinem Mann auf dem „gewagteren“ Weg.

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Wir wanderten insgesamt eine Stunde ein Stück weit hinauf und wieder zurück zum Restaurant, wo wir uns zusammen einen sehr reichhaltigen Salat mit Fleisch gönnten (sehr zu empfehlen). Lustig war zu erleben, wie die Frauen am Buffet und der Küche voll im Stress waren, gleichzeitig aber sagten, sie hätten wohl aufgrund der Wetterlage nicht soviel Betrieb wie sonst üblich an einem Sonntag. Die Frauen parlierten fröhlich in Französisch, Englisch, Deutsch und Portugisisch (oder war es Spanisch) kreuz und quer miteinander. Als wir die Felswand bestaunten, hatten wir noch Wetterglück. Später setzte Regen, Wind und Kälte ein. Eine Wandergruppe deutscher Frauen traf ein und übertönte mit ihrem Enthusiasmus einfach alles. So erfuhren wir ungewollt, dass sie 6 Std. unterwegs waren, jetzt kalt, vorher aber geschwitzt hätten, die Wanderleiter nicht zu gebrauchen waren und mindestens dreimal: „Wir sind jetzt drinnen, gell! – Im oberen Stock des Restaurants sind wir!“ oooooch…..

Fazit: die Felsarena Creuz du Van kann es durchaus mit Naturwundern wie den Cliffs of Moher in Irland (unser Besuch 2009)

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oder den Møn Klint, welche wir bereits zweimal in Dänemark besuchten,

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aufnehmen. Bloss hat es bei den Creuz du Van weniger Touristen als bei den Cliffs of Moher und Møns Klint. Auch Menschen, welche sich selber nicht als „berggängig“ bezeichnen, können diese Felsformation bestaunen, denn man sollte sich ja eh nicht zu weit an den Abgrund wagen und sieht auch mit einigen Metern Abstand alles ganz gut. Und bitte: Kinder an der Hand und Hunde an der Leine führen, denn es geht immerhin 160 Meter senkrecht hinunter und auf dem äusseren Weg gibt es keinen Zaun oder sonstige Abschrankung! :-O

Weitere Fotos und Videos zu diesem erlebnisreichen Wochenende, findet ihr wie immer auf meiner Facebookseite (nur für Facebookfreunde, nicht alles öffentlich einsehbar).

Ein sehr schöner Ort, passend zur Blogparade, oder? 😉