Reise ans Ende der Welt im Land der Mitternachtssonne

Holpriger Start, Samstag, 7. Juli 18

Wir starteten unsere Reise ins Land der Mitternachtssonne per öffentlichem Verkehr. Bereits auf den ersten paar Metern auf dem Weg zur Postauto-Haltestelle, verlor mein Rollkoffer einen Teil des einen Gummirädchens. Zu spät, um zurück zu kehren und alles in einen anderen Koffer um zu packen. Fortan holperte ich auffällig durch die Welt. 😛 Die SBB hatte die glorreiche Idee, das Schienennetz ausgerechnet zum Zeitpunkt zu sanieren, wenn die meisten Schweizer in die Ferien verreisen. So mussten wir bis zum Flughafen Basel 5 Mal umsteigen. Eine etwas mühselige Prozedur mit dem ganzen Gepäck.

Der Flug nach Hamburg und das Aufsuchen unseres Hotels verlief problemlos. Wir logierten glücklich und zufrieden zu einem Schnäppchenpreis in einer Suite des Vier Sterne Hotels  NH Collection Hamburg.

Die Frühstückpreise für etwa 22 Euro waren völlig überzogen und wir frühstückten dafür zweimal auswärts zum halben Preis, den das Hotel verlangt hätte. Leider war der Wellnessbereich aufgrund einer Sanierung geschlossen und wir wussten dies vorher nicht. Es gab keine Preisreduktion deswegen.

Wir besichtigten die Speicherstadt und waren total fasziniert von der Ambiance des gesamten Quartiers.

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Auf der Plaza, das ist die Aussichtsplattform der Elbphilharmonie bestaunten wir die grossartige Aussicht über Hamburg.

 

 

Bei einem Italiener in der Nachbarschaft der Elbphilharmonie assen wir z’Nacht. (Wir haben erst grad von Constantin, unserem Gastgeber in Kiel vernommen, dass Nachtessen für Deutsche ein ungewohntes Wort für Abendessen ist. Ich bin mir meiner Helvetismen oft einfach nicht bewusst. Genauso wie obiges Ambiance – was scheinbar Ambiente heissen sollte auf gut hochdeutsch. 😛 ) Nach den tollen Pizzen bestaunten wir etwa drei Stunden lang das Miniatur Wunderland. Wir würden sagen: ein „Muss“ für jeden Hamburg-Besucher! Sowas Tolles! Der Prospekt wurde sogar auf Schweizerdeutsch übersetzt. 😀

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Die Tickets holten wir uns vorher. Es ist immer sehr gut besucht und deshalb lohnt sich ein Besuch frühmorgens oder dann erst ab 20 Uhr. Anschliessend begaben wir uns auf eine Lichterfahrt durch das Hafengebiet Hamburgs. An Bord eines Schaufelrad-Schiffes, was ein ganz besonderes Erlebnis war – mit Live-Infos unterwegs.

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Free Walking Tour, Planten un blomen und Kinky boots, Sonntag, 8. Juli 18

Am Sonntag genossen wir eine Gratis-Stadtführung. Unsere Tochter Petra hat diese Art Stadtführungen weltweit schon hie und da unternommen – wir aber das erste Mal. Ist man zufrieden – und das waren wir mit Martin – gibt man dem Stadtführer (meist ein Student) ein Trinkgeld.

Die Höhe bestimmt jeder selber. Anschliessend spazierten wir durch den alten Elbtunnel und waren fasziniert von der alten Lift-Technik und allgemein über die Geschichte des Tunnels.

In einer Beach-Bar in der Nähe, stärken wir uns für den Besuch des Musicals Kinky boots. Basierend auf einer wahren Lebensgeschichte, dreht sich die Handlung um Toleranz gegenüber Minderheiten, insbesondere gegenüber Schwule und Drag Queens. Die Lieder sind nicht sehr eingängig, die Show ist schrill und schräg. Wir empfehlen den Besuch bedingt, denn vom Hocker gerissen hat sie uns nicht wirklich, aber es war solide Unterhaltung. Wir wollten einfach irgendein Musical in Hamburg erleben und wählten eines, dass nicht derart horrende Eintrittspreise verlangt wie „König der Löwen“. Ins Hotel zurück spazierten wir über den Park Planten un Blomen und erlebten ein romantisches Wasserlichtkonzert.  

 

Einschiffung, Montag, 9. Juli 18
Sonnenuntergang um 21.53 Uhr, Sonnenaufgang  4.53 Uhr, See leicht bewegt, ca. 19 Grad

Wir frühstückten im originellen Café Klatsch im Karolinenviertel, das wir anschliessend  besichtigten und ich kaufte mir dort eine kombinierbare Rucksack-Tasche der Fairtrade-Marke Blutsgeschwister. Und dann endlich ging es an Bord der Costa Pacifica. Das erste Mal sein Zuhause auf dem Wasser zu sehen, diese Hotelstadt – das ist immer wieder ein speziell emotionaler Moment. Ein paar interessante Daten: Die 1023 Mitarbeiter an Bord stammen aus 41 Nationalitäten und haben Arbeitsverträge zwischen 5 bis 8 Monaten. In diesen Zeiten haben sie freie Stunden, aber arbeiten ansonsten täglich 11 Stunden. Die 170 Mitarbeiter der Zimmerreinigung sind jeweils für 20 bis 26 Zimmer zuständig. Die Costa Flotte umfasst 14 Schiffe und zwei neue Schiffe kommen 2019 und 2020 auf See. Um 17 Uhr hätten wir ablegen sollen. Wir mussten aber auf eine verspätete Gruppe warten und legten leider deswegen ab, als wir uns das erste Mal zum Abendessen begaben – mit mehr als einer Stunde Verspätung. Wir waren enttäuscht, dass wir das Verlassen des Ausgangshafens nicht mit bekamen.

Das war unsere dritte Kreuzfahrt (2013 mit Costa und 2014 mit MSC).

Erster Seetag, Dienstag, 10. Juli 18
Sonnenuntergang 23.02 Uhr, Sonnenaufgang 5.09 Uhr, See bewegt, ca. 14 Grad Luft

Unsere Kreuzfahrt begann mit einem ganzen Tag auf See. Befürchteten wir zuerst Langeweile, war alles andere der Fall. Der Tag verging im Nu (im Flug, kann man ja wohl nicht gut sagen 😉 ) Wir sprudelten im Wellnessbecken, besuchten Tanzkurse und Vorträge über die Wikinger und zum Thema Gesundheit, lasen und fanden uns auf dem Schiff schon bald zurecht. Tobias fand bereits Anschluss im Teenie-Club. Bis zuletzt bildeten sich tolle neue Beziehungen und er kam stets erst frühmorgens in die Kabine zurück.

Ålesund, Mittwoch, 11. Juli 18
Sonnenuntergang 23.21 Uhr, Sonnenaufgang 4.15 Uhr, Luft 18 Grad, See ruhig

Endlich wieder festen Boden unter den Füssen – in Ålesund, ein hübscher Ort mit vielen Bauten im Jugendstil. Wir schauten uns das Museum zur Stadtgeschichte in der alten Schwanenapotheke an. Es faszinierte uns nicht extrem. Die Zeitreise ist originell gestaltet, aber bloss dafür den Eintrittspreis zu bezahlen – das könnt ihr euch ersparen.  Wir wanderten über 418 Stufen auf den Berg Fjellstua. Die Aussicht war phänomenal und Tobias liess seine Drohne steigen. Auf einem weiten Bogen wanderten wir zur Stadt zurück.

 

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Zweiter Seetag, Donnerstag, 12. Juli 18
Die Sonne war immer sichtbar, Luft ca. 9 Grad, See leicht bewegt, Polarkreis erreicht

Wieder vergnügten wir uns mit tanzen, lesen, essen 😉 (zwei Kilo zugenommen. :-P)

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sprudeln und baden an Bord. Langweilig wurde es uns nicht. Wir kleideten uns elegant für das Galadinner am Abend. Nach dem Dinner absolvierten wir einen Fotoshooting-Parcour. Die Fotos wurden toll, nicht wahr? Und die Preise waren sogar moderat… Auf den vorherigen Kreuzfahrten kauften wir nie Fotos, weil uns erstens die Qualität nie überzeugte und uns zweitens die Preise dafür überrissen erschienen. Der Fotograf der Costa Pacifica hat uns Extrapreise gemacht.

Das Ende der Welt am Nordkap am Freitag dem 13. 😉 und Mitternachtssonne, bzw. Polarnacht
Die Sonne ging nicht unter, Luft ca. 9 Grad aber gefühlt kälter, weil windig am Nordkap, See ruhig

Mit erstem Tenderboot von Honigsvåg  setzten wir ans Land über und fuhren per Bus ans Nordkapp. Sowohl auf der Hin- wie auf der Rückfahrt entdeckten wir je zwei wilde Rentiere. Das war für mich der Höhepunkt der Reise! Am Nordkap, dem „Ende der Welt“, wie die ersten Menschen, welche es aufsuchten, meinten, trafen wir vor den grössten Menschenmassen ein und auch vor dem Nebel. Die Lichtbilderschau, den Besuch des berühmten Globus – das alles war beeindruckend, aber nicht umwerfend  – und dennoch emotional ein spezielles Erlebnis. Ich hätte mir nicht vorstellen können, die Kreuzfahrt zu unternehmen ohne den Besuch dieses Punktes am nördlichsten Punkt des europäischen Festlandes. Ok – die Wahrheit ist ja, dass dies einmal ausgemessen wurde und streng genommen ein Nachbarspunkt der Insel der nördlichste Punkt ist. Doch dem Erlebnis tat dies für uns keinen Abbruch. 😉 Wir haben uns immerhin noch nie nördlicher geküsst. 😀

Das Hafendörfchen war nicht allzu spektakulär. Die Mitternachtssonne, welche wir hingegen, an Bord zurückgekehrt, bewundern konnten, umso mehr.  Der heutige Freitag der 13. war ein Glückstag mit den gesichteten Rentieren, dem Wetter- und Besucherandrang-Glück am Nordkap und dem unvergesslichen Erlebnis, dass die Sonne um Mitternacht bloss einen „Kehr“ einlegte. Wir checkten nicht so recht, wann das Abendrot bereits wieder dem Morgenrot wich. Es wurde einfach langsam etwas dunkler und dann wieder hell und es war ständig irgendwie Sonnenuntergang, bzw. Sonnenaufgangsstimmung um Mitternacht rum. Als es hell wurde, gingen wir schlafen. Ab diesem Zeitpunkt erlebten wir ein paar Tage lang gar keine Nacht, sondern nur noch Tag. Für uns war das völlig ungewohnt. Will man um 3 Uhr morgens wirklich schlafen gehen, wenn die Sonne taghell strahlt, die Fijorde, welche durchfahren werden, herrlich sind und man an Deck sünnelen kann? Nein – will man im Grunde genommen nicht. Die Sonne minderte unseren Schlafbedarf tatsächlich. Ich als Langschläferin hätte das nie für möglich gehalten. Bloss der Verstand sagte einem, dass es Zeit für etwas Schlaf wäre, weil wir morgen früh doch Tromsø besichtigen wollten. 😉

Tromsø, Samstag, 14. Juli 18
Die Sonne ging nicht unter, Luft ca. 16 Grad, See leicht bewegt

Wir wanderten durch die Altstadt von Tromsø (abgesehen von einer Einkaufsstrasse nicht wirklich sehenswert), über die lange Brücke zur Eiskathedrale. Diese beeindruckte uns nicht sonderlich. Sie ist wohl schöner und glanzvoller im Licht der Nacht und mit Schnee anzuschauen. Auf den Aussichtsberg Storbergen liessen wir uns mit der Bahn transportieren und waren stolz, dass sie unter anderem von der Frey AG Stans gebaut wurde. 😉 Von oben sah die Stadt schmuck aus. Zu Fuss wanderten wir den Berg runter und plauderten unterwegs mit einer Einheimischen. Sie erzählte uns, dass sie nicht, wie wir es schon öfters hörten, Probleme mit der Dunkelheit in der Winterszeit hätte. Der Himmel sei nicht einfach nur dunkel, sondern zeige verschiedene Dämmerungstöne. Und mit den Polarlichtern sei das Ganze sowieso magisch. Wir müssten unbedingt zu dieser Zeit wieder kommen. Im Winter halte man sich oft im Haus auf und bringe das Licht in die Wohnungen. Wenn sich die Sonne das erste Mal nur kurz zeige, würde es ein grosses Fest geben. Nein, sie vermisse nichts….
Tobias konnte wiederum Drohnenaufnahmen machen. Mein linkes Knie und linker Fussknöchel versagten den Dienst gegen den Schluss hin, aufgrund der vielen Treppenstufen. Ein seltsames Gefühl, wenn das eine Bein nicht mehr belastungsfähig ist. Ich wandere doch viel in den Schweizer Bergen und habe noch nie derartige körperliche Beschwerden dabei erlebt. Doch auch ich schaffte es zum Shuttlebus von Costa zurück zu humpeln. Apropos Costa-Shuttlebus. Unsere Empfehlung für alle Costareisenden: spart euch diese Kosten und nehmt die Tageskarte für den öffentlichen Verkehr vor Ort. So könnt ihr zum Beispiel auch bloss einen Weg über die Brücke laufen und den Zurückweg per Bus fahren oder sowohl Hin- wie Rückweg über die Brücke mit dem Bus fahren. Denn ein Fussweg ist wirklich lang und der Blick nach unten trist und langweilig (auf einen Bau- oder Industriegrund). Tickets für die Ortsbusse gibts nach ein paar Fussminuten von der Anlagestelle der Kreuzfahrtschiffe entfernt. GoogleMaps hilft weiter.

Wetterpech und Abenteuer beim Aus-Tendern auf Leknes, Sonntag, 15. Juli 18
Die Sonne ging nicht unter, Luft ca. 16 Grad, See ruhig, regnerisch und neblig

Bei der Überfahrt mit dem Tenderboot nach Leknes, auf den Lofoten, hatte unser Boot ein Motor-Problem. Wir schaukelten auf dem Meer und der Bootsführer wirkte hilflos. Ich verstand den italienischen Funkverkehr. Er wurde von Costa nicht ernst genommen. „Was höre ich: Motorschaden? Ich habe es bestimmt falsch verstanden und ihr seid schon an Land. Bitte bestätigen.“ Wäre schön gewesen. Unser Boot musste von einem anderen Tenderboot zurück zur Costa geschubst werden, was sanfter klingt, als es war. Leute schrien, es war eine rauhe, umständliche, unsichere, beängstigende, wellige Angelegenheit, ohne Informationen. Irgendwie schaffte es der Bootsführer und es kamen Techniker an Bord, welche dem Bootsführer zu verstehen gaben, dass sie an seinen Fähigkeiten zweifelten. Erst nachdem wir dieser Unterhaltung beiwohnten, durften wir aussteigen. Wen wunderts, dass nicht alle Leute daraufhin ins nächste Tenderboot einstiegen. An Land erwartete uns der Car, denn wir hatten die zweite gebuchte Tour mit Costa vor uns. (Die erste war diejenige ans Nordkap.) Wir fuhren nach Svolvaer und hörten unterwegs interessante Infos über die Insel, welche ihre wahre Schönheit aufgrund des Regens vor uns verbarg. So schade! Ich las im Vorfeld von türkisblauem Meer wie in der Karibik und weissen Sandstränden. Auch die schönste Natur wirkt halt trüb bei Regen. Wir besuchten eine Ice Bar mit schönen ins Eis gehauenen Motiven (welche man aber auch um einiges grösser auf dem Titlis sehen kann. 😉 ), tranken bei Minus 6 Grad in der Bar etwas und fuhren via einem Fotohalt bei einer Holzkirche und einem Wikinger-Langhaus wieder retour.

Wir mussten zur selben Zeit wie geplant bei der Costa zurück sein, obwohl wir aufgrund des Aus-Tenderns eine halbe Stunde Verspätung hatten. Meine Reklamation an Bord der Costa wurde entgegen genommen, aber ohne dabei auf grosses Bedauern/Verständnis zu stossen oder gar wie gehofft, eine Entschädigung zu erhalten. Ich bin mir nicht sicher, ob sie weitergeleitet wurde.

Die Welt ist wieder in Ordnung auf Trondheim am Montag, 16. Juli 18
Sonnenuntergang 23.11 Uhr, Sonnenaufgang 03.02 Uhr, Luft ca. 23 Grad, See ruhig

Trondheim präsentierte sich in schönstem Sonnenschein und bei überraschenden 29 Grad. Der Flussabschnitt mit Häusern, welche auf Stelzen gebaut wurden, bot malerische Fotosujets. Wir spazierten zur Festung und zur Domkirche.

Glück und Ärger in Åndalsnes am Dienstag, 17. Juli 18
Sonnenuntergang 23.09 Uhr, Sonnenaufgang 4.06 Uhr, Luft ca. 22 Grad, See leicht bewegt

In Åndalsnes erwischen wir die letzten drei Tickets vor Ort für eine Tour mit der alten Raumabahn nach Lesja. Die Fahrt war bis ungefähr Bjorli schön – mit Wasserfällen, Kehrtunnels, Brücken – ab dieser Ortschaft aber nicht mehr so „speziell“. Der Fahrplan ist in dem Sinn unattraktiv, als dass wenige Züge pro Tag fahren, die Komposition kurz und von daher schnell ausgebucht ist und wenn man irgendwo aussteigt, muss man jeweils eine bis zwei Stunden bis zur Rückfahrt im Nirgendwo warten. Von daher waren wir froh, dass wir spontan diese Tour buchen konnten. Da sie nicht von Costa ist, lohnt es sich also, sofort nach Anlegen des Kreuzfahrtschiffes, an den Bahnhof zu gehen. Denn mit der Zeit bildete sich vor dem Ticketschalter eine lange Warteschlange und wie geschrieben: nach uns gabs kaum mehr ein attraktives Angebot und Einzelfahrten mit der Bahn ab Åndalsnes waren ebenfalls bereits alle ausgebucht. In Lesja wurden wir von einer norwegischen Studentin in Empfang genommen. Per Car fuhren wir zu einer alten, malerischen Holzkirche und die Studentin gab uns deutsche Infos dazu ab. Im benachbarten Freilichtmuseum hätten wir zwei Stunden Aufenthalt gehabt. Doch italienische und französische Fahrgäste drängten auf eine um eine Stunde vorverlegte Abfahrt. Leider bekam dies ein deutsches Ehepaar nicht mit und sie verpassten die vorzeitige Abfahrt. Sie wurden von einer Angestellten des Freilichtmuseums mit ihrem PW zu unserem Car gefahren, welche etwa 10 Minuten auf sie bei einem Touristenshop wartete. Ich traute meinen Ohren nicht: sie wurden beim Einstieg ausgebuht. Und zwar just von jenen Leuten, welche bei zwei späteren Fotohalts jeweils die vereinbarte Weiterfahrtzeit nicht einhielten! Ich konnte nicht anders und buhte sie beim zweiten Mal, als sie zu spät einstiegen, aus Solidarität zum deutschen Ehepaar ebenfalls aus. Ich meine, das deutsche Ehepaar hat die verfrühte Abfahrt des Cars verpasst, weil ihnen die Information fehlte, aber die anderen, welche sich darüber aufregten, liessen uns alle viel länger warten, weil sie sich bewusst um einen Deut kümmerten, welche Zeit zur Weiterfahrt abgemacht war. Was regen mich solche arroganten, egoistischen Menschen auf! Einer der Fotohalte war bei Trollveggen (Troll-Wand). Dies sei, mit 1000 Metern Höhe Europas höchste, senkrechte Bergwand, an der Freeclimber aus aller Welt klettern würden, lasen wir.

Malerisches Bergen mit durchzogenem Wetter, Mittwoch, 18. Juli 18
Sonnenuntergang 22.15 Uhr, Sonnenaufgang 4.38 Uhr, Luft ca. 18 Grad, See ruhig

In Bergen (zweitgrösste Stadt Norwegens) entschlossen wir uns spontan, nebst dem malerischen Bryggen (Unesco Weltkulturerbe) drei Museen aufzusuchen. Diesen Kombi-Museumspass kann ich weiter empfehlen: Fischermuseum (super interaktiv gestaltet, auch für Kinder sehr empfehlenswert), Hansemuseum und Schøtstuene . Das Fischermuseum liegt etwas abseits, wird aber im Eintrittspreis inbegriffen mit einem Shuttlebus erschlossen. Tickets kann man in jedem der drei angeschlossenen Museen erwerben. Natürlich gehörte ein Besuch des Fischmarkts und die Fahrt mit der Standseilbahn zum Aussichtsberg Fløyen mit kurzem Spaziergang zu unserem Aufenthalt in Bergen. Auch diese Bahn wurde unter anderen von der Frey AG Stans gebaut. Leider war der Gipfel nebelverhangen und so konnten wir die Aussicht nur kurz auf der Bahnfahrt erahnen…. In Bergen erlebten wir Regen, Nebel und Sonne. Nur leider letztere nicht auf dem Berg.

Dritter Seetag, Donnerstag, 19. Juli 18
Sonnenuntergang 22.15 Uhr, Sonnenaufgang 04.54 Uhr, Luft ca. 16 Grad, See bewegt

Der dritte Tag, den wir ausschliesslich auf See verbrachten, verging wiederum mit Spielen, lesen, packen, schwimmen, sprudeln, sünnelen (an Deck war es herrlich warm und sonnig), essen im Nu. Ein paar deutsche Fahrgäste fielen mir negativ auf mit Streitereien, Ungeduld und abfälligen Bemerkungen über typische Italiener oder Franzosen. Nicht jedem ist es scheinbar gegeben, sich so manche Tage in einem geschlossenen „Behältnis“ mit tausenden Menschen zusammen aufzuhalten. Wir schätzten ab und zu die Ruhe in der Bibliothek oder in unsere Kabine und erlebten es so, dass sich die Menge an Menschen doch recht gut an Bord verteilt. Als besonders angenehm empfanden wir, dass der Schwimm- und die beiden Whirlpools am Ende des Schiffes nur den Erwachsenen vorbehalten war. Vom Spa-Angebot nahmen wir keinen Gebrauch. Es war in unseren Augen – auch mit den Aktionspreisen, welche nach und nach gewährt werden – immer noch überrissen teuer. Andy entdeckte an diesem letzten Tag eine öffentliche Sauna (bzw. zwei, weil geschlechtergetrennt) hinter dem Fitnessraum. Diese ist in keinem Schiffs-Plan vermerkt und auch die Spa-Mitarbeiter gaben uns eine Falschauskunft, als wir sie am ersten Tag an Bord fragten, ob es eine öffentliche Sauna geben würde.

Ausschiffung und das erste Mal Airbnb in Kiel, Freitag, 20. Juli 18

Constantin, unser Gastgeber für das online gebuchte Airbnb war freundlich und hilfsbereit. Seine Wohnung empfehlen wir gerne weiter. Wir erkundeten die Stadt, indem wir der blauen Linie am Boden folgten. Das Aquarium war nett, aber man kann sich den Besuch auch sparen. Im Basler Zolli gibts eine grössere Ausgabe davon. 😉 Wir waren uns die Hitze nicht gewohnt und fühlten uns müde und erschöpft. Wohl auch aufgrund des Schlafmangels der vergangenen Tage. Kiel hat man schnell gesehen, war unser Eindruck. Die Brücke am Hafen, welche sich für die Durchfahrt der Schiffe in der Mitte öffnet, faszinierte uns. Im Kino schauten wir Jurassic World 2. (Nicht meine bevorzugte Art der Filme, aber den Männern zuliebe ging ich auch hin und hatte noch keine Albträume deswegen. 😛 )

Heimfahrt, Samstag, 21. Juli 18 

Nach einer ruhigen Nacht in Constantins Wohnung fuhren wir per Flixbus von Kiel nach Hamburg und flogen von dort nach Basel. (Der Flughafen Hamburg kontrollierte uns derart extrem gut, wie wir es sonst nur in New York erlebten. 3 D Körperscanner plus abtasten, Proben wurden von Stoffen genommen, jedes technische Gerät geprüft. Extrem.)

Petra, unsere Tochter, welche uns per Auto abholte, verpasste uns in der Ankunftshalle und aufgrund ihres leeren Handy Akkus suchten wir uns gegenseitig eine Stunde lang. Schade für die ansonsten problemlose Heimfahrt. Jä nu. Besser, als dass wir uns ganz verpasst hätten. 😉

Tobias hat einen Kurzfilm über unsere Ferien erstellt.

Mein persönliches Kreuzfahrt-Fazit:

es war wiederum ein wunderschönes Erlebnis und ich würde jederzeit erneut eine Kreuzfahrt buchen. Die Fahrt durch die Fijorde war derart traumhaft, wie ich es mir nie vorgestellt hätte. Die Mitternachtssonne, bzw. die Polarnacht zu erleben, war ein romantisches, unvergessliches Erlebnis. Dies und dass wir wilde Rentiere sahen, war der Höhepunkt unserer Ferien. Die Tage, an denen es rund um die Uhr hell war, waren etwas Aussergewöhnliches für uns und wir mussten uns regelrecht zum Schlafen zwingen. Das hat mich über mich selber überrascht. 😉

Kritikpunkte an der Costa:

– es gab zweimal die Situation, dass zu einem abendlichen Essen spezielle Weine empfohlen wurden, welche dann nicht vorhanden waren. Unser Kellner lief beide Male kreuz und quer durchs ganze Schiff und klapperte alle Bars nach dem gewünschten Wein ab. Seine Bemühungen in Ehren: wir und die anderen von ihm bedienten Tische sassen dafür stundenlang herum uns wurden nicht informiert, warum andere bereits mit dem Essen fertig waren und wir noch nichts auf dem Teller hatten. Die Dauer der abendlichen Essenszeit ist sowieso ein weiterer Kritikpunkt: zwei Stunden am Tisch zu sitzen für ein 4 Gang-Menü erforderte mit der Zeit einiges an Geduld und so nahmen wir gegen das Ende der Kreuzfahrt Lesematerial an den Tisch mit, obwohl das gegen Knigge-Regeln verstösst. Hätten wir einen Fensterplatz gehabt, so hätten wir wenigstens was von der vorbeiziehenden Gegend gesehen, aber wir hatten einen Tisch in der Mitte des Schiffs. Irgendwann geht einem das Gesprächsmaterial aus und man hat die Leute an den Nachbartischen zu Genüge studiert. 😛
– Wie wir von anderen Passagieren hörten, hatten an diesem Tag insgesamt drei Boote ein technisches Problem. Mein persönliches Sicherheitsvertrauen in Costa hat arg gelitten.
– Die Preise für den Spa-Bereich sind überrissen frech. Und wenn es dann gegen Schluss der Kreuzfahrten jeweils einen Rabatt gibt auf die überteuerten Preise, sind sie immer noch doppelt so hoch, wie Behandlungen an Festland. Warum diese hohen Preise? Doch weil die Betten so hart sind, haben vermutlich viele Leute das dringende Bedürfnis, sich eine Nackenmassage verschreiben zu müssen und dann spielt der Preis wohl keine Rolle mehr. 😛
– Dasselbe ist ein ein bekanntes Problem für die Ausflüge oder Shuttlebusse von Costa: die Preise sind völlig übertrieben.
– Wir haben eine Mitarbeiterin des Spa-Bereichs ausdrücklich nach einem öffentlichen Saunabereich gefragt und sie hat verneint, dass es einen derartigen Raum gäbe. Für welche Personen sind denn die Saunen, welche mein Mann am letzten Tag der Kreuzfahrt hinter den Fitness-Umziehkabinen entdeckte? Für Menschen, welche nach dem Schwitzen im Training eine Sauna wünschen? *kopfkratz*…..
– Warum es nötig ist, die Fahrgäste ab und zu nachts (einmal um 3 Uhr morgens) mit einem Signalton zu wecken, den scheinbar nur die Crew etwas angeht, ist mir ebenfalls ein Rätsel.
– Wenn eine Kreuzfahrt mit der Costa im Mittelmeer stattfindet, ist es ok, wenn die Menükarte eine mediterrane Küche vertritt und jeden Abend einen anderen Landesteil Italiens vorstellt. Es ist auch in Ordnung, wenn auf einer Mittelmeerkreuzfahrt ein venezianischer Maskenballabend stattfindet oder ein italienischer Abend, an dem sich die Leute in den Landesfarben Italiens anziehen sollen. Es ist auf einer Mittelmeerkreuzfahrt auch total erwünscht, italienische Tenöre und Soprane an Bord singen zu lassen. Aber auf einer Fahrt in Norwegen erwarte ich norwegische Spezialitäten, norwegische Lieder und Tänze, einen Norwegenabend etc. Selbst wenn Costa ursprünglich eine italienische Linie war, dürfte sie ruhig von ihrem „Italien-Trip“, der sich so selbstverständlich, ja auf eine Art arrogant durch alles an Bord zieht, weg kommen, denn die Costa-Linie befindet sich ja längst in USA-Hand. Zitat aus Wikipedia: „Im Jahr 1997 entschied sich jedoch die Familie zum Verkauf an die finanzstarke amerikanische Carnival Corporation. Die Reederei ist inzwischen vollständig im Carnival-Konzern aufgegangen.“ Die Italiener befanden sich übrigens auf der Norwegen-Tour in der Minderheit. Die Mehrheit der Passagiere war deutsch sprechend.
– Die junge Dame, welche für die Reinigung unseres Zimmers (Room Service) zuständig war und unser Kellner waren sehr freundliche Mitarbeiter an Bord. Ebenfalls diejenigen Kellner, welche im Buffet-Bereich arbeiteten, die Fotografen und sämtliche Animateurinnen und Animatoren. Dies kann ich aber von den Mitarbeitern am Empfang (Hospitality Service Deck) und vom CostaClub Point nicht sagen. Keinem der etwa 6 Mitarbeitenden, die ich in jenen Bereichen ansprach, konnte ich je ein Lächeln entlocken. Sie erweckten auf mich persönlich einen einerseits gelangweilten, andererseits genervten, unmotivierten Eindruck. Wirkliche Hilfe auf meine Anliegen erhielt ich nicht. Da war kein Engagement zu spüren, dass sie den Wunsch hätten, mich zu einem zufriedenen Gast zu machen.

Alles in allem aber übertrafen unsere schönen Erlebnisse auf dieser Fahrt die genannten, kritischen Punkte, welche Costa hoffentlich ernst nimmt und alles dran setzen wird, sich zu verbessern. Wir würden gerne Costas Gäste bleiben, denn eine Kreuzfahrt ist eine ideale Möglichkeit zu reisen und fremde Länder und Kulturen kennen zu lernen, ohne dass man dabei immer wieder die Koffern packen und in ein nächstes Hotel einchecken muss. Das Essen an Bord ist vorzüglich, wir waren stets bestens zufrieden (abgesehen davon, dass wir eben norwegische Kost bevorzugt hätten). Wir hatten dieses Mal eine ruhig gelegene Kabine – bekamen wahrscheinlich, weil wir Costaclub-Mitglieder sind, ein Kabinen-Upgrade. Denn wir buchten eine Innenkabine, erhielten aber eine Aussenkabine mit Fenster. Dies genossen wir sehr. Die Ein- und Ausschiffung hat bestens geklappt, was eine Meisterleistung ist bei tausenden von Gästen. Unser Sohn, der noch ein letztes Mal in unserer Kabine gratis dabei sein durfte (mit Vollpension notabene), hat sich im Teenie-Club an Bord total wohl gefühlt. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmte für uns und trotz aller Kritikpunkte empfehlen wir eine Kreuzfahrt mit Costa gern und mit Überzeugung weiter.

Eine Fotoauswahl von Tobias:

Meine Reisekarte von Norwegen sieht nun so aus:
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Soeben traf eine Antwort auf meine Anliegen von Costa via Facebook ein:

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Fotoalbum via Ifolor

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Winterliches Freiburg im Breisgau (D), 17. – 19. März 2018

Auf meinen 54. Geburi im Okt. 17 schenkte mir mein Mann Andy einen Wellnessgutschein und den lösten wir vergangenes Wochenende ein. Weil Nidwalden am 19. 3. mit dem Seppitag einen arbeitsfreien Montag hatte, wurde es ein verlängertes Wochenende.
Nach erstaunlich kurzem 2-stündigen Anfahrtsweg, erreichten wir bereits unser Ziel, Freiburg im Breisgau. Wir waren schon öfters hier, aber immer nur als kurze Zwischenhalt-Stopps auf der Durchreise. Dieses Mal wollten wir die Stadt ausführlicher erkundigen.
Meine Bewertung zum Friedrich Boutique-Apartment-Hotel, in dem wir logierten:
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Beckenried, Schweiz

🙂 Die Lage der Appartements ist super, denn innert weniger Minuten erreicht man die tolle Altstadt. Trotz der zentralen Lage, ist es relativ ruhig. Man hört zwar den Verkehr immer noch ein bisschen, aber nicht wirklich störend.
Zur Begrüssung gabs eine kleine Flasche Wein, Wasser und auch Kaffeetabs und Abwaschmaschinentabs standen kostenlos bereit. Wir schätzten dies sehr. 
Die Betten waren bequem, die Einrichtung modern und mit hübschen Fotos versehen.
Frühstück war nicht inbegriffen im Preis. Aber im selben Haus, verbunden durch einen direkten Zugang innerhalb des Hauses, befindet sich eine Bäckerei. Das Preis-Leistungsverhältnis des Frühstückangebotes dort ist toll. Man könnte das Frühstück sogar ins Appartement liefern lassen. 

WhatsApp Image 2018-03-18 at 13.38.52Trotz all dem, was ich unter dem 😦 schreibe, empfehlen wir diesen Aufenthaltsort gerne weiter. Ich empfehle für ältere Personen oder Gehbehinderte, zu bitten, dass sie ein Bett bekommen, das einen beidseitigen Zugang zur Liegefläche hat. Ich selber musste über die Bettseite meines Mannes krabbeln, was für mich kein Problem darstellte. Ich fragte mich nur, ob das für alle Menschen so problemlos machbar ist. Ein anderer Nachteil besteht aber dadurch, dass das Bett direkt am Fenster ist: das Licht lässt sich nur auf der anderen Seite bedienen.
Warum heisst dies eigentlich Apart-Hotel? Nicht dass mich das stören würde – aber es hat mit Hotel nichts zu tun. Es sind einfach Ferienwohnungen. Es gibt eine Art Réception, also ein kleiner Tisch mit Hocker, die zeitweise besetzt ist und wenn nicht, könnte man telefonische Auskunft verlangen. (Wir hatten kein Ausland-Abo gekauft für unsere Handys.) Zuhause fühlte sich die Tochter etwas gestresst, weil noch vor 20 Uhr dreimal auf die Festnetznummer zuhause angerufen wurde. Die Frage war lediglich, ob wir wohl das Appartment-Hotel finden würden. Also – wir hätten uns schon gemeldet, wenn wir es nicht gefunden hätten. Wir hatten ja bis 21 Uhr Zeit zum Einchecken und waren kurz nach 20 Uhr bereits dort. Wir vermuteten, dass die Mitarbeiterin einfach einmal Feierabend machen wollte. 
😦 :
Der Druck in der Dusche war nicht ziemlich gross.
Die Bett- und Frottéewäsche ist bereits etwas ausgebleicht.
Ein zweiter bequemer Fernsehsessel wäre nett gewesen. Wir waren ja zu Zweit in der Wohnung, aber nur ein Sessel, nebst den Stühlen war vorhanden.
Schade, dass es vor dem Haus nicht ein paar reservierte Parkplätze für die Gäste hat. Wir hatten beide Male Glück, einen der letzten Aussen-Parkplätze in der Nähe des Hauses zu erwischen. Klar gibt es noch eine Tiefgarage in der Nähe – was allerdings dann nicht so günstig zu haben ist.


Freiburg i.B. bietet eine wunderschöne Altstadt, viele preiswerte und aussergewöhnliche Restaurants und ein breites kulturelles Angebot. So waren wir einmal marokkanisch , bzw. ägyptisch essen und haben an einer Stadtführung mitgemacht. Trotz der Kälte haben wir den zweistündigen Rundgang sehr genossen.

Die Bächle ziehen sich 15.5 km durch die Stadt und haben diese vor manch grossem Brand bewahrt.

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Die Konviktstrasse wäre wahrscheinlich im Sommer mit dem Flieder, den wir auf Fotos sahen, noch malerischer. Aber wir waren auch vom winterlichen Look begeistert.

Was mich verwirrt hat, waren das gleichzeitige Kreuz und Hahn auf dem Münster. Mir wurde gelehrt, dass auf dem Dach einer katholischen Kirche ein Kreuz und auf demjenigen einer reformierten Kirche, ein Hahn wäre. Ich wurde eines besseren belehrt. In Süddeutschland gilt diese Regel, welche in der Schweiz üblich ist, nicht. Das Münster ist selbstverständlich katholisch, obwohl sich auf dem Dach beide Symbole befinden.

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Links und rechts auf den Münsterportalen sind die früheren Mass-Einheiten für alle damaligen Marktbesucher gut sicht- und überprüfbar eingemeisselt. Links unten sieht man ein Brot und später bekam man für dieselbe Geldmenge ein viel kleineres – rechts davon sichtbar.

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Beeindruckt hat mich nebst dem Krokodil 😀 ………

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…. die auffällig grosse Anzahl Studierenden. Man könne in Freiburg i.B. jede mögliche Studienrichtung studieren, erklärte mir unsere Stadtrundgang-Führerin. Ich sehe zwar grad, dass unsere Tochter ihr Ergotherapie-Studium dort nicht absolvieren könnte.

Wir nahmen einen Augenschein über die rauchenden Köpfe in der Uni-Bibliothek, welche mir von der Architektur vor allem in der Aussenansicht imponierte.

Zu unserem Freiburg im Breisgau-Aufenthalt gehörte auch das Wellnessen im Keidel Bad. Grundsätzlich gefiel es uns gut in diesem grossen Thermalbad – nur hatte es ein bisschen zuviel Besucher. Gegen Abend wurde es dann ruhiger. Die Badezeit ist nicht beschränkt, was einerseits angenehm ist, andererseits gäbe es einen grösseren Wechsel bei einer beschränkten Aufenthaltsdauer.

Auf der Heimfahrt legten wir einen Einkaufs-Stopp in Lörrach ein. Gerne würde ich Freiburg im Breisgau mal im Sommer erleben, wenn die Studenten sich vermehrt draussen aufhalten. Unsere Stadt-Führerin hat erzählt, auf dem Platz der Toleranz würden sich im Sommer hunderte junge Leute auf dem Boden friedlich unterhalten, musizieren, etwas trinken. Es sei eine super Atmosphäre, wären da nicht die dauernden Lärmklagen der Anwohner. Eine Leuchtsäule sollte die Feiernden zur Ruhe mahnen, wenn die Dezibel zu hoch würden. Bisher wirkt sie eher kontraproduktiv. Doch ich hoffe, dass die Anwohner sich tolerant zeigen und auch wir mal diese Stimmung erleben dürften. 😉

 

P.S. Kein gesponserter Beitrag, keine bezahlte Werbung. 😉

Mordsmässiger Spass

14. Mai 2016

Sohnemann ist im PfiLa im Tessin, Tochter in Norwegen und so haben mein Mann und ich wieder mal Zeit nur für uns.

Unterwegs nach Stuttgart, um den Gutschein für ein Krimidinner, ein Weihnachtsgeschenk meines Mannes, einzulösen, ist unser 1. Stopp bereits in Luzern. 😉 Im Rahmen von „Luzern tanzt“ tanzen wir zusammen mit Kunz einen Line Dance und später unter anderer Leitung einen Salsa mit. Gerne würden wir noch weiter zuschauen, doch wir haben ja noch eine Strecke vor uns.

2. Halt ist bereits Zürich. 😉 Im Internet habe ich schöne Velohelme gesehen und weil Zürich auf unserem Weg liegt, haben wir den Kauf eines Helms auf diesen Tag eingeplant. Ist er nicht wunderspeziell? 😀

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Ein Neukauf war nötig, nachdem ich bei meinem Velounfall stark mit dem Kopf auf dem Asphalt aufprallte. Ohne Helm hätte ich damals ganz bestimmt schlimmere Kopfverletzungen davongetragen. Jetzt kann ich mich wieder aufs Velo schwingen, auch wenn meine Handgelenksverletzung noch nicht ganz in Ordnung ist.

Im Arcotel Camino Stuttgart werden wir herzlich begrüsst und erhalten den super Tipp, beim Hans im Glück um die Ecke etwas Kleines zu essen. Die Atmosphäre erinnert an einen Innenhof und ist jugendlich locker. Die Bedienung duzt uns und wir fühlen uns mindestens 20 Jahre jünger. 😉

Wir bummeln durchs Europaviertel und ich merke, wie mich moderne Architektur genauso faszinieren kann, wie es alte Häuser, zum Beispiel Fachwerkhäuser tun.

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15. Mai 2016 – Pfingstsonntag

Nach einem ausgiebigen Frühstück am grossartigen Buffet im Arcotel, fahren wir mit dem City Tour Bus 1.5 Stunden den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Stuttgarts entlang. Diese Bustour können wir empfehlen, allerdings erhielten wir etwas verwirrende Fahrplanauskünfte und warten entsprechend 40 Min. auf den Bus. Die erste halbe Stunde frieren, bevor das Oberverdeck geschlossen wird, ist auch nicht eine so tolle Erfahrung.

Zu unserem Stuttgartbesuch gehört ein Bummeln durch das Sommerfest des SWR, das gerade stattfindet, auch wenn die Temperaturen alles andere als sommerlich sind, das Hochfahren zum Cube und die Aussicht geniessen,

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ein grosszügig portioniertes Essen in der Alten Kanzlei bei mässig freundlicher Bedienung und ein Besuch im Ausstellungsturm beim Hauptbahnhof über Stuttgart 21. Wir erfahren nonverbal und indem wir mit Leuten sprechen, dass die Bevölkerung Stuttgarts mehrheitlich überhaupt nicht begeistert ist über dieses Grossprojekt.

Für den Abend verwandeln wir uns in Sherlock Holmes und eine Lady aus den 60iger Jahren.

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Wir begeben uns an die Nachlassverhandlung des wohlhabenden und plötzlich verstorbenen Lord Ashtonburry. Seine Witwe empfängt uns vor hübsch dekorierten Tischen mit Kerzenlicht. Die Herren werden gebeten, sie mit einem Handkuss zu begrüssen, die Damen sollten einen Hofknicks vor ihr machen. Wir sitzen in angenehmer Gesellschaft zusammen mit 8 jungen Leuten an einem grossen runden Tisch und plaudern während den 4 Gängen und eines Mordes, der vor unseren Augen geschieht, angeregt über Beruf, Familie, Stuttgart 21 und über die vielen Obdachlosen und Bettler, welche für uns Schweizer ungewohnte Begegnungen bieten. Insgesamt sind rund 120 Gäste anwesend. Ein interessanter, unterhaltsamer Anlass bei feinem Essen, den wir wärmstens empfehlen können. Einzig: für mein Empfinden haben die Schauspieler zu sehr übertrieben in ihrer Rolle, ich hätte es bevorzugt, wenn das Ganze „natürlicher“ gespielt worden wäre, so dass die Grenze zwischen Fiktion und Realität mehr verwischt worden wäre.

16. Mai 2016 – Pfingstmontag

Wir nutzen den Vorteil des späten Auscheckens und besuchen das zweite Mal den Wellnessbereich des Arcotels.

Auf dem Fernsehturm bestaunen wir später bei zügigem Wind nochmals eine andere Sicht auf den „Kessel“ Stuttgarts und seine Umgebung.

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Auf der Weiterfahrt schliessen wir uns einer interessanten Führung durch Esslingen an.

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Historisch wunderschöne Gebäude – aber ich friere 1.5 Stunden lang, so stark wie den gesamten Winter hindurch nie, trotz Wintermantel. Es weht ein eiskalter Wind und dazu regnet es. Zudem ist es mir langsam vor lauter Hunger schwindlig. Endlich was essen in Ess-lingen, das wäre was!

In Kielmeyers Besen tauen wir bei einem schwäbischen Essen und freundlicher Bedienung wieder etwas auf und ich entdecke, dass ich die ganze Zeit in meiner Handtasche die Willkommensäpfel des Arcotels mitgetragen habe. Fast vor Hunger umgekippt, trug ich sie 1.5 Stunden lang nahe bei mir. :-O

Zuhause erwarten uns Kater Minouch und Sohnemann, welcher in seinem Lager ebenfalls viel erlebt hat. Im Tessin schien die Sonne und die Jugendlichen gingen sogar in der Maggia baden!

Mein Facebookalbum mit mehr Fotos unseres mordsmässigen Pfingstspasses habe ich auf öffentlich einsehbar geschaltet.

Familienaktivitäten

Über die Auffahrtstage waren wir als Familie auf „Ausfahrt“. Mit anderen Worten: wir waren aktiv.

FOXTRAIL und Kinobesuch  (Donnerstag, 5. Mai 16)

Auf Weihnachten vor einem Jahr schenkten wir unserem Sohnemann einen Foxtrailgutschein. Diesen lösten wir nun zu Dritt ein.

Der Foxtrail ist eine Art Schnitzeljagd mit festinstallierten Posten. Diese zu unterhalten und auch die Helpline zu besetzen, ist mit Kosten verbunden und deshalb verstehe ich die Kommentare unter diesem Artikel zum neusten Velo-Foxtrail nicht. Wir fanden unterwegs auch einen Geocache, welcher bei den Kommentaren erwähnt wird. Ein solches Schachteli zu finden, mag bestimmt Spass machen – ist doch aber nicht zu vergleichen mit den teilweise aufwändig installierten Foxtrailposten.

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Der Trail in Basel war knifflig, hat aber Spass gemacht. Die zwei letzten Posten waren zu ungenau beschrieben. Wir haben eine Familie beobachtet, welche einander recht „anhässelten“, weil sie dem Fuchs dort nicht auf die Spur kamen. Zum Glück blieb unsere Familienlaune konstant gut. Ein paar Posten sind recht originell, aber in Luzern haben wir einen Trail absolviert, welcher noch fantasievoller ausgestaltete Posten hatte. Dafür hat in Basel alles funktioniert, in Luzern waren damals nicht alle Posten in Ordnung. Es hatte sehr viele Gruppen unterwegs, was teilweise störend war. Man möchte ja jedem den Rätselspass gönnen und nicht den Nachfolgenden alles zeigen, was man soeben entdeckt hat.

Acquabasilea Pratteln (Freitag, 6. Mai 16)

Vom Donnerstag auf Freitag, 6, Mai übernachteten wir in Lörrach (Deutschland) in einer komfortabel eingerichteten Ferienwohnung

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Am Freitagabend schauten wir zusammen die neue Verfilmung des Dschungelbuchs in einem Kino. Sehr empfehlenswert! Und am Freitagmorgen gönnten wir uns ein Frühstück in einem Café der schmucken Altstadt. Den Tag verbrachten wir mit Einkaufen und gegen Abend besuchten wir das Acquabasilea in Pratteln (Schweiz). Das war nicht unser erster Besuch dort. In seinen Anfangszeiten gab es auch extra günstige Angebote, um einmal zu übernachten mit einem Eintritt in die Bade- und Saunalandschaft verbunden. Leider wurden wir in den letzten Jahren nicht mehr fündig, als wir nach solchen Aktionen suchten. Doch das Bad bietet sehr viel und selbst ich liebe die diversen Rutschbahnen. Der Vorteil gegenüber dem Alpamare sehe ich darin, dass die Raumtemperatur überall angenehm ist, wohingegen ich mir im Alpamare regelmässig eine Erkältung zuzog, weil man sich im Rutschbahnenbereich ohne Tüchli in der Zugluft bewegen muss. Deshalb meide ich persönlich das Alpamare seit Jahren.

LUGA (Samstag, 7. Mai 16)

Die Luzerner Gewerbeausstellung gehört regelmässig zu unserem Familienfrühjahrsprogramm. Es gibt immer Einiges zu entdecken. Man kann an Wettbewerben mitmachen, sich als Familie an sportlichen Posten messen, gemeinsam auf ein Laufsäuli setzen (leider war unser „Grunzli“ nur unter „ferner liefen“), hochwertige Sport-, Musik- und Tanzvorstellungen besuchen und sovieles mehr. Dieses Jahr gewannen wir an einem Stand ein Entelirennen, einzulösen beim Lunapark nebenan. Diesen Chip tauschte ich gegen einen, den ein etwa 3jähriger Junge für eine schnelle, rasante Bahn gewonnen hatte. Er hätte diese Bahn nicht benutzen können und so freute sich unser 15 Jähriger darüber und der Kleine hatte hoffentlich seine Freude beim Entelirennen, was immer das auch war.

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Umwelt Arena Spreitenbach (Muttertag, 8. Mai 16)

Am Muttertag profitierten wir davon, dass ich als Mutter einen Gratiseintritt in die Umwelt Arena geschenkt erhielt.

Unserer Familie hat dieser Besuch sehr gut gefallen. Bewertungen unter Tripadvisor und Google bemängeln, dass sich dort Unternehmen ins beste Licht stellen können und man dafür noch Eintritt bezahlen muss. Wären diejenigen, welche diesen Punkt kritisieren aber bereit, vielleicht 3 Mal höhere Eintrittspreise zu bezahlen, weil niemand sponsort? Und die sind dann bestimmt auch gegen Sponsoren bei Fussballspielen etc. ? Auch die Kritik an den angeblich hohen Restaurantkosten konnten wir nicht nachvollziehen: sie sind sogar eher günstig, wenn man berücksichtigt, dass es nicht Fastfood ist, welcher angeboten wird.

Ursprünglich hatten wir vor, mit dem ÖV anzureisen. Dies hätte aber ein Fahrweg von 3 Std. 40 bedeutet – ein Weg – und per Auto hatten wir knapp 50 Minuten. Schade, ist die Umwelt Arena nicht besser an den ÖV angebunden – sollte sie im Grunde genommen „von Amtes wegen“….

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Unser Sohn beim Ecodrive Simulator. 1. Fahrstunde als 15 Jähriger 😉

Wir fanden es toll, wie interaktiv das Ganze gestaltet ist und vor allem auch, dass man verschiedene Elektrofahrzeuge testen konnte (draussen, weil so schöner Sonnenschein war).

Schade war, dass es ein paar Präsentationen hatte, welche nicht in Betrieb waren (defekt oder im Umbau).

Ich schaue dankbar auf unsere Auffahrtsaktivitäten zurück.

Reisetagebuch Veloferien am Bodensee, 8.-15. August 15

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Vor rund 27 Jahren, kurz nach unserer Heirat, wagten sich mein Mann und ich an Veloferien im Jura. Wir fuhren mitsamt Kleidung, Kochutensilien, Zelt, Schlafsack, aber ohne Schlafmätteli (!) auf den Gepäckträgern von Ort zu Ort. Teilweise wars hart, unbequem und kalt, aber ein wahres Abenteuer!
Heutzutage mag ich es nicht mehr gar so wild und einfach, sondern schätze den Komfort eines gemütlichen Zuhauses, zu dem man jeden Tag zurückkehren kann und wir wollten auch mal bequemere Velos (Fahrräder) ausprobieren, sprich E-Bikes. Obwohl für E-Bikes mit geringer Unterstützung kein Töffliausweis (Mofa) nötig wäre, warteten wir mit dem Mieten von E-Bikes ab, bis unser Sohn die Töffliprüfung erfolgreich absolviert hatte. Dass wir solch spezielle Bikes mieteten, war einerseits für unseren Sohn eine Belohnung für die bestandene Töffliprüfung und für uns alle etwas Aussergewöhnliches, das wir uns einfach mal gönnen wollten und wie es sich herausstellte, auch etwas sehr Praktisches, denn wir logierten doch etwas oberhalb des Bodensees. 😉 Der Wunsch, in der Bodenseeregion Veloferien zu verbringen, hegten mein Mann und ich schon seit vielen Jahren. Wir kennen ein paar Leute, welche begeistert, ja gar euphorisch davon erzählten. Und so mieteten wir die Bikes bereits von zuhause aus. Als wir die Wohnung online reservierten, merkten wir, dass sie sich zufälligerweise grad im Nachbardorf meines Patenkindes befindet, welche im Juli diesen Jahres heiratete und nach Deutschland auswanderte. Dass wir uns für eine Wohnung auf der deutschen Bodenseeseite entschieden, war eindeutig eine Preisfrage. Auf der Schweizerseite sind die Ferienwohnungen allesamt viel teurer. Und auch das Auswärtsessen wäre auf Schweizerseite nicht so häufig möglich gewesen, wie wir es in Deutschland geniessen konnten.

Samstag, 8. August 15

Bereits in der Nacht plagen mich Kopfschmerzen. Am Morgen haben sie sich zu einer veritablen Migräne ausgewachsen, wie ich sie zuletzt vor einem Jahr in Dänemark erlebte. Mir ist übel, der Kopf schmerzt – ich möchte mich nicht auf Reisen begeben, sondern im Bett verkriechen. Dies tue ich denn auch für kurze Zeit. Mein Mann und Sohnemann besorgen Medis und nach erstaunlich kurzer Zeit ist es so, wie wenn das Ganze ein Spuk gewesen wäre. Gegen Mittag bin ich reisebereit!

Unterwegs machen wir einen Halt und besichtigen das Schloss Arenenberg. Danke Zora, für den Tipp, den du uns schon vor einiger Zeit gegeben hast – es hat sich wirklich gelohnt.

Ein erstes Mal baden wir im Bodensee und kaufen ein für die Woche.

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Die Ferienwohnung in Weissensberg gefällt uns auf Anhieb. Lustig, dass das Treppenhaus fast identisch ist mit demjenigen bei uns zuhause und auch sonst ähneln sich die Baustile. Die Wohnung ist ruhig gelegen, einfach aber geräumig, gemütlich und mit Geschmack eingerichtet, die Küche praktisch. Super, dass das Benutzen der Waschmaschine im Mietpreis inbegriffen ist. Es stellt sich allerdings heraus, dass das Ratanbett unseres Sohnes nicht mehr sehr solide ist. Im Verlauf der Woche gab es mal unter ihm nach und er landete auf dem Boden. :-O Und meine Matratze stellt sich in der Nacht als viel zu hart heraus. Ebenfalls schade, dass im einen Schlafzimmer eine Verdunkelung fehlt. Wir logieren direkt unter dem Dach und wir können die Hitze nicht aus der Wohnung bannen.

Sonntag, 9. August 

In der direkten Nachbarschaft der Ferienwohnung befindet sich eine Freie Christengemeinde. Wir holen mein Patenkind zum Gottesdienst ab und verbringen mit ihr, ihrem frischgebackenen Ehemann 😉 und der Hündin Stella einen Badenachmittag am Bodensee.

Schön wie Gott es eingerichtet hat, dass wir so nahe bei meinem Gottenkind logieren.

Montag, 10. August

Wir wollen unsere Mietvelos per Omnibus beim Camping abholen. Doch der Busschauffeur lacht uns aus: „Das ist doch jetzt ein Witz? Ihr wollt insgesamt 6 Euro fürs Busfahren ausgeben, wo ihr doch für den Weg zu Fuss bloss etwa eine Viertelstunde habt?“ Wir – in Sportkleidung – lassen uns natürlich diesen Spott nicht gefallen – und gehen in der grössten Hitze zu Fuss. 😀

Und schon wagen wir uns an unsere erste Velotour: Weissensberg – LindauBregenzRheineck. Per Schiff nach Rorschach, weiter nach Lindau und wieder mit dem Velo zurück nach Weissensberg.

Bereits sind wir froh um unseren E-Bike-Antrieb, denn die Sonne brennt erbarmungslos auf uns hinab und gleichzeitig geht ein Gegenwind. Doch die Radelstrecke ist sehr abwechslungsreich.

Auf Facebook schreibe ich:

In drei Stunden 52 km geradelt.

Dienstag, 11. August

Mein Facebookeintrag dieses Tages lautet:

Heute auch wieder 52 km geradelt in 2.5 std. reine fahrzeit. Dazwischen grosszügige pausen mit besichtigung der sehr hübschen altstadt wangen. Und schwimmbadbesuch.

— hier: Wangen Altstad

Unsere heutige Tagesstrecke: Weissensberg – Wangen – Neukirch – Langnau – Bechtersweiler – Oberreitnau – Weissensberg

Die Landschaft kommt mir vor wie unser Emmental: es geht hoch und rasant runter, dann sofort wieder steil hinauf…. Wie froh sind wir, dass uns bei den Bergfahrten „jemand von hinten schiebt“ – jedenfalls vom Gefühl her. Ein E-ngel. 😀

Mittwoch, 12. August

Zuerst fahren wir von Weissensberg nach Lindau. Wir verladen unsere E-Bikes in Lindau, beim schönen, historischen Bahnhof auf der Insel auf den Zug und staunen erstmals darüber, wie schlecht die deutsche Bahn den Rädertransport organisiert. Es sind soviele Radfahrer rund um den Bodensee unterwegs – aber der Zustieg in den Waggon erfolgt über etwa 5 Treppen (!) und drin sind keine Veloständer vorhanden. Per Velo fahren wir ab Langenarden dem Bodenseeufer entlang zurück nach Lindau, baden unterwegs in einem Gratisfreibad. Direkt am See entlang fahren sehr viele Menschen Rad und ebensoviele sind zu Fuss unterwegs. Dazu kommen Autofahrer, welche manchmal nicht wissen, was sie genau tun wollen. So ist das Velofahren direkt dem flachen Ufer entlang zwar von der Landschaft her schön, aber gestern hat es uns im hügeligen Gebiet, weitab der Tourismusströme besser gefallen. 30 Kilometer sind wir in 1.5 Std. reiner Fahrzeit geradelt. Obwohl das E-Bike eine Unterstützung gibt, geht es doch nicht ohne strampeln. Ich bin stolz auf mich, jeden Tag Sport zu machen und es macht dazu genausoviel Freude, wie Skifahren. Sportmachen soll doch auch Spass bereiten, oder? Wenn ich manchmal ohne E-Unterstützung fahre, merke ich, wieviel anstrengender es wäre, trotzdem es gute Räder sind. Ich weiss nicht, ob ich zuhause mein „normales“ Velo noch schätze. 😉

Am Abend besuchen wir unseren guten Bekannten Joe Stalder im Planetarium und Sternwarte Kreuzlingen. Wir erhalten viele interessante Infos zu den Perseiden und können die Sonne mit Sonnenflecken durch verschiedene Instrumente beobachten. In der Nähe unserer Ferienwohnung, auf einer dunklen Wiese lagern wir drei uns dann, wie von Joe vorgeschlagen, auf einer Picknickdecke und betrachten den Sternenhimmel. Tobias erblickt drei Sternschnuppen, währenddem Andy und ich bloss eine sehen. Diese ist dafür ein besonders schöner Anblick. Ein langer, hell strahlender Schweiff – sehr beeindruckend. Und doch bin ich etwas enttäuscht darüber, nicht einen wirklichen Sternschnuppenregen oder „Schwarm“ erlebt zu haben.

Donnerstag, 13. August

Unsere heutige Strecke: Weissensberg – Oberreitnau – Bechtersweiler (wie vorgestern), vorbei an vielen Hopfenpflanzungen weiter nach Tettnang (hübsches Städtchen), über Friedrichshafen zurück nach Weissensberg. In Friedrichshafen wollten wir zuerst das Schiff zurück nach Lindau nehmen, haben aber den Fahrplan nicht genau studiert. Deshalb radeln wir weiter als ursprünglich geplant und ich muss schauen, dass der Akku meines Rades ausreicht. Weil ich befürchte, am Ende der Tour den Aufstieg nach Weissensberg nicht mehr zu schaffen, tauschen Andy und ich sogar zeitweilig unsere Räder, denn sein Fahrrad hat noch mehr Akku als meines. Ganz knapp reichen unsere Akkus aus und heute kommen wir auf 63.5 Kilometer in 3.25 Std. Ich bin erschöpft. Mehr wäre nicht dringelegen für mich.

Kurz können wir in der Ferienwohnung duschen und dann sind wir zum Abendessen bei meinem Gottenkind, ihrem Mann und ihren Schwiegereltern eingeladen, welche wir am Hochzeit kennengelernt haben. Wir verbringen einen gemütlichen, unterhaltsamen Abend mit all diesen herzlichen Menschen.

Bisher erlebten wir jeden Tag heisses Sommerwetter und nebst dem Velofahren badeten wir täglich im Bodensee.

Freitag, 14. August

Nochmals verladen wir unsere Velos in Lindau am Bahnhof. In Überlingen verlassen wir den Zug und radeln zurück nach Friedrichshafen. Dort besteigen wir wiederum den Zug nach Lindau und radeln zurück nach Weissensberg. Soweit zur Strecke. Doch lest, was ich zum heutigen Tag auf Facebook schrieb:

Heute hat es mich „geschnätzelt“. Nasse fahrbahn kombiniert mit einer schrägen pflastersteinbordkante, über die wir mit sehr reduziertem tempo fuhren – und ich lag am boden u. schlug hart mit kopf und ganzer rechter seite auf. Für solche fälle trägt man ja einen velohelm. Den muss ich nach diesem harten schlag entsorgen. Ich glaube, es ist keine hirnerschütterung. Bloss das knie ist blutig, das rechte bein voller prellungen und das rechte handgelenk schmerzt, aber ich kann alles bewegen, nichts gebrochen.
Ansonsten: trotz teilw. Regenwetter in genau 3 std. 49.49 km. Morgen gehts wieder heimwärts. Meine erlebnisse werde ich mit fotos verbloggen.

verletzt.

Heute ist Dienstag, 18. August und mein Handgelenk schmerzt. Ich war gestern bei einer Ärztin, welche im Röntgenbild keinen Bruch erkennen konnte. Doch ein Kahnbeinbruch kann nicht immer im Röntgenbild festgestellt werden und deswegen werde ich den ärztlichen Rat sehr ernst nehmen und mich wieder melden, sollte ich in einer Woche keine Besserung der Schmerzen feststellen können. In so einem Fall wäre ein MRI angebracht. Schade, passierte mir grad am letzten Ferientag so etwas. 😦 Beim Skifahren habe ich schon heftigere Stürze erlebt – aber man fällt einfach viel sanfter in den Schnee als aufs Kopfsteinpflaster. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass ich meinen Kopf schon jemals so hart aufgeschlagen hätte. :-O

Samstag, 15. August

Auf der Heimfahrt in Friedrichshafen, decken wir uns im Kaufland noch ein mit Artikeln, welche in der Schweiz viel teurer sind und ärgern uns über die dortige komplizierte Handhabung mit der Mehrwertsteuerrückvergütung, weil Friedrichshafen nicht grenznah sein. Hallo? In Lörrach geschieht diese Abwicklung völlig problemlos – in ein und derselben Warenhauskette.

Bevor wir heimfahren, geniessen wir einen mehrstündigen Aufenthalt im Zeppelinsmuseum Friedrichshafen. Ich hätte nicht vermutet, dass es derart interessant sein würde und staune auch über die anderen Besucher. Denn normalerweise sind wir als Familie immer diejenigen, welche in allen Museen die Exponate am ausführlichsten betrachten – aber im Zeppelinsmuseum haben soviele Leute alles ganz genau studiert. 🙂

Fazit unserer Veloferien: es waren interessante, sportliche Tage, trotz E-Unterstützung leisteten wir einiges. Die Gegend am Bodenseeufer ist zwar schön flach, aber von Touristen überlaufen. Uns haben die Gebiete etwas abseits der Uferwege mehr gefallen, aber sie sind halt hügelig. Die Radwege sind leider nicht immer sehr gut ausgeschildert. Die Schilder sind klein und können während des Fahrens nicht so schnell erfasst werden. Grössere Schilder wären von Vorteil. Zudem sind sie manchmal verdeckt von Gebüsch etc. welches wieder mal zurückgeschnitten werden sollte, etc. Wir mussten hie und da unsere Karte konsultieren oder Passanten nach dem Weg fragen. Zum Glück waren die Deutschen sehr hilfsbereit – manche kamen sogar von sich her auf uns zu, wenn sie uns irgendwo ratlos herumstehend beobachteten. Wahrscheinlich denken die Tourismusverantwortlichen des Bodensees, dass heutzutage eh jeder die Karten auf seinem Handy habe. Hatten wir auch – nur spielte der Handyakku manchmal nicht mit. 😉 Von der Natur her, verstehe ich die Begeisterungserzählungen meiner Bekannten nicht ganz. Die Vierwaldstätterseeregion ist genauso schön, wenn nicht schöner, da sie nicht derart von Touristen überschwemmt ist. 😛 Aber was mich wieder zurück in diese Region drängt, sind die vielen Sehenswürdigkeiten, welche wir allein in einer Woche nicht sehen konnten. Es gäbe soviele interessante Museen, Schlösser, Städtchen zu besichtigen…. Also, ich kann mir gut vorstellen, dass wir wieder mal in der Region Ferien machen werden – nicht zuletzt weil mein Patenkind, ihr Mann und ihre lieben Schwiegereltern dort wohnen. 😉 ❤

P.S. Noch mehr Fotos auf Facebook (nur für meine Facebookfreunde einsehbar).

Nachtrag: Mittlerweile führte ich über Facebook einen Dialog mit einem Mitarbeiter der Deutschen Bahn. Fazit: es muss bei den DB immer damit gerechnet werden, dass Räder treppab- und treppauf getragen werden müssen. NIederflureinstiege sind kein Ziel der DB. Wahrscheinlich bin ich diesbezüglich einfach verwöhnt von unseren Postautos, der Zentralbahn und der SBB. Ok – dafür muss man auch erwähnen, dass auf meiner Heimstrecke Stans-Emmetten kein Velotransport bei Postauto möglich ist. 😦