Rezenzion: „Ich, Onkel Mike und Plan A“, Alice Gabathuler

BESCHREIBUNG

Das kann doch nicht wahr sein: Leons Vater lässt den lang ersehnten Abenteuerurlaub platzen! Schwer enttäuscht haut Leon ab zu Onkel Mike aka Rapper Gängsta X, der gerade tief in den Bergen seinen nächsten Hit schreibt. Und Leon wird ihm dabei helfen! So steht es zumindest auf seinem Plan. Natürlich auf Plan A, denn einen Plan B brauchen echte Kerle nicht. Denkt Leon. Bis er neben Onkel Mike auf der Kante eines Wasserfalls steht und springen soll …

Eine Anmerkung vornweg: ich kenne die Autorin Alice Gabathuler persönlich von der Facebookgruppe Schweizer Schreibfrauen und entsprechenden Treffen der Gruppe. Ich freute mich sehr, als mir Alice ihr Buch übergab mit der Bitte um eine Rezension auf meinem Blog. Ich habe sie vorgewarnt, dass meine Rezension ehrlich und ungeschminkt sein würde. „Rezensionen sind ehrliche Meinungen, keine geschönten Freundschaftsdienste“, antwortete sie. Nun denn…. 😉

Als ich das Buch auspackte, formierte sich umgehend ein Schmunzeln auf meinem Gesicht, denn der Umschlag, von Lisa Hänsch gestaltet, ist einfach nur toll – „amächelig“, oder „gluschtig machend“, wie wir Schweizer sagen. Dies meint, dass etwas Lust auf den Inhalt macht.

Ich rezensiere als Frau und meine erste Frage war, für welche Altersstufe dieses Buch geschrieben wurde. Leider finde ich dazu keine Angaben im Buch selber. Eine Internetsuche gab mir die Altersempfehlung 8 bis 12 Jahre an. Der Protagonist selber steht kurz vor dem 12. Geburtstag.

Auch wenn sich das Buch an Kinder oder Jugendliche wendet, unterhielt es auch mich bestens. Es ist witzig geschrieben und ich staunte mehr als einmal über Alice Einfallsreichtum, was Sprache und Inhalt betrifft. Leon wurde lebendig für mich, so dass ich ihm am liebsten per Video-Rezension geantwortet hätte. Ich bin mir nur nicht so sicher, ob die genauso cool ausgefallen wäre, wie seine Videobotschaft an seine Eltern.

Leon meint, dass die Erwachsenen viel zwischen den Zeilen lesen. Und so las ich zwischen den Zeilen dieses Buches heraus, dass es der Autorin um Mut, Selbstvertrauen, Ehrlichkeit, Freundschaft, Liebe, der Kraft einer Gemeinschaft und das Ausleben von Kreativität ging.

Die Gefühle und Handlungen der Protagonisten konnte ich gut nachvollziehen. Ausser an dem Punkt, als Leons Eltern auftauchten und ihren Sohn NICHT mit Geld versorgten. Ich behaupte mal, dass alle Mütter oder Väter in so einer Situation als ziemlich Erstes gefragt hätten, wie das Überleben angedacht sei und sich nicht davon hätten abbringen lassen, das Unternehmen zu sponsern. 😉

Als Kurzgeschichten-Autorin für Kinder frage ich mich, welche Verantwortung wir Autoren haben, in Bezug auf eine mögliche Auslösung eines Nachahmungseffekts der geschilderten Abenteuer. Ich finde, Alice Gabathuler war mutig diesbezüglich, aber sie schildert gleichzeitig die Abenteuer und Herausforderungen des Jungen so, dass man sie als Erwachsener verantworten kann. Bei dieser Gelegenheit erinnere ich mich daran zurück, wie ich als Kind von Pippi Langstrumpfs Geschichten Fan war und meine Mutter sich darüber sorgte, dass ich all das Gefährliche nachspielen könnte. „Mami, so blöd bin ich doch nicht“, gab ich ihr zur Antwort, erinnere ich mich. Also bin ich zuversichtlich, dass kein Kind aufgrund der Lektüre des vorliegenden Buches von zuhause weglaufen und von der Felskante eines Wasserfalls hinunter in ein unbekanntes Gewässer springen würde. Selber getraue ich mich aber dennoch nicht, solche Szenarien in meinen Geschichten zu verwenden. 😛

Ich empfehle das Buch vor allem Jungs ab 9 Jahren gerne weiter.

INFOS ZUM BUCH

Autor: Alice Gabathuler
Titel: Ich, Onkel Mike und Plan A
Verlag: Books on Demand
Seiten: 180
Erscheinungsdatum: 17. Mai 2019
Preis:

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Meine Vorstellung in der Facebookgruppe der Schweizer Schreibfrauen

In der Facebook-Gruppe Schweizer Schreibfrauen hat jede Frau Gelegenheit, sich vorzustellen. Heute ist die Reihe an mir und ich teile euch diesen Beitrag ebenfalls. 😉

In der Facebook-Gruppe Schweizer Schreibfrauen hat jede Frau Gelegenheit, sich vorzustellen. Heute ist die Reihe an mir und ich teile euch diesen Beitrag ebenfalls. 😉
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#Vorstellung

Hoi zäme, Freundinnen der kreativenTippkunst. 😉 Ich lese eure Vorstellungen und bin begeistert, fasziniert, berührt und erstaunt über eure Werdegänge. Wir sind so unterschiedlich und doch verbindet uns so manches.

Wiedererkannt habe ich mich in Schilderungen von erlebtem Mobbing und Zuflucht im Schreiben. Auch ich füllte in solch schwierigen Zeiten als Kind und Jugendliche unzählige Tagebücher. Später schmiss ich sie alle weg, weil ich diese von Selbstmitleid triefenden Zeilen keiner Leserschaft zumuten und auch für mich hinter mir lassen wollte. Wie viele andere von euch, liebte auch ich das Aufsätze schreiben und erhielt gute Noten dafür. In der Mathe hingegen, hörte ich von einer Lehrerin, dass bei mir „Hopfen und Malz“ verloren seien. Ich glaubte ihr, denn als Kind soll man ja Erwachsene beim Wort nehmen. Dennoch schaffte ich die Töchterhandelsschule Luzern.

Ich schrieb seit der Kindheit gerne Briefe. Zeitweise hatte ich 10 Brieffreundinnen. Der Schreibverkehr war rege. Selbst Leserbriefe verfasste ich bereits als Kind. Meine Mutter erzählt heute noch jedem, dass ich im zarten Alter dem Gemeindepräsidenten von Emmen in einem offenen Brief vorhielt, dass er auf unserem Schlittelhügel das Emmen Center baute.

Da ich noch nie gern freiwillig telefonierte, kam mir das Internet mit der Möglichkeit, mich schriftlich ausdrücken zu können, sehr entgegen. Endlich fühlte ich mich in der Kommunikation mit meinen Mitmenschen so wohl wie ein Fisch im Wasser. Ich fand ein Forum für Depressive und konnte mit Menschen in den Austausch kommen, denen es so erging wie mir. Denn ich litt lange Jahre unter schwersten Depris. Seit ungefähr 15 Jahren bin ich Depri-frei. Ich knüpfte in diesem Forum Kontakte zu Menschen, die teilweise bis heute anhalten. Dass es sowas wie Hochsensibilität (HSP) gibt, erfuhr ich ebenfalls erst durch das Internet und ich erkenne mich in dieser Definition wieder.

Im Jahr 2003, wagte ich mich daran, eine Kindergeschichte zu verfassen, bei der sich das Kind immer wieder entscheiden kann, auf welcher Seite es weiterlesen möchte. So liest es sich kreuz und quer durch die 37 Seiten und erlebt dabei mehrere Varianten der Erlebnisse der Zwillinge John und Johanna. Meine gute Bekannte Maya Weekes, zeichnete Bilder, welche die Kinder ausmalen können und das Layout übernahm der Götti unseres Sohnes. Wir liessen das Büchlein in der Druckerei, in der er arbeitete, 100 Mal drucken.

Als das Novemberschreiben in der Schweiz aufkam, schrieb ich meinen ersten längeren Roman „Die Liebe ist rot“. Am Abend vor dem Start, wusste ich noch nicht, worüber ich schreiben könnte. Doch ich träumte von einer Frau, welche von Kopf bis Fuss rot gekleidet war. Ich fragte sie anderntags während des Schreibens nach dem Grund ihrer roten Bekleidung und etwas ganz „Spezielles“ begann: die rote Frau nahm mich Schritt für Schritt mit auf eine Reise, deren Ziel mir unbekannt war. Die Geschichte entwickelte sich zu meinem eigenen Erstaunen vor meinen Augen zu einer schlüssigen „Ganzheit“. Den ganzen Monat November lebte ich mit dieser roten Frau zusammen. So intensiv habe ich vor und nachher noch nie geschrieben. Gleichzeitig mit mir, verfasste auch unsere damals 14-jährige Tochter einen Novemberschreiben-Roman. Sie schrieb über ein Tuareg-Mädchen. Leider fand sich kein Verlag für unsere Manuskripte. Dieses Jahr, mit einem etwa 10-jährigen Abstand, lese ich mein Manuskript von damals wieder und redigiere es. Ich bin aber erst auf Seite 20 von 135 angelangt. Das Überarbeiten empfinde ich als um einiges herausfordernder, als das Schreiben vor 10 Jahren. Ich bewundere jede von euch, welche es geschafft hat, ein oder sogar mehrere Bücher heraus zu geben!

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Während dieses und der folgenden Novemberschreiben, lernte ich Blanca Imboden, ihre Mutter Madeleine Karin Mayerhofer DoblerIna HallerZora DebrunnerGaby Rudolf und andere Menschen persönlich, d.h. ausserhalb des Internets kennen. Freundschaften entstanden, für die ich bis heute so unendlich dankbar bin.

Später durfte ich, wie andere von uns Schweizer Schreibfrauen, für die Schweizer Familie „Bettmümpfeligeschichten“ schreiben, welche online veröffentlicht wurden. Leider gibt es diese Plattform nicht mehr. Selbst das Archiv wurde geschlossen.

Im Täxtzit erschienen zweimal Kurzgeschichten von mir.

In einem „richtigen Buch“ erschien 2016 erstmals ein Beitrag von mir. Das Buch „An der Sonne“ enthält ebenfalls eine meiner Kurzgeschichten.

Mein eigenes Buch in den Händen zu halten – und nicht „nur“ in einer Anthologie vertreten zu sein, das ist mein Traum, der hoffentlich eines Tages wahr wird. Doch momentan fehlt mir die Musse und vor allem auch die Disziplin, gradlinig an der Verwirklichung dran zu bleiben. Ich bin freiberufliche Journalistin zweier Verlage. Und ich freue mich sehr, dass ich meine Leidenschaft, nämlich zu schreiben, beruflich ausüben kann. Auch mein zweites Hobby, das Fotografieren, ist in diesem Beruf gefragt.

Nebst den zwei journalistischen Anstellungen, bin ich als Testkundin mehrerer Unternehmen tätig und Mitarbeiterin der reformierten Kirche und einer Freikirche.

Seit 31 Jahren bin ich glücklich verheiratet mit Andy. Wir haben drei Kinder: Tabitha (27), in deren Klasse ich ab und zu als Klassenassistenz mitarbeiten darf, Petra (25), Ergotherapie-Studentin und Tobias (17), Elektroinstallateur-Lehrling und Hobby-Veranstaltungstechniker mit Aeppli Production. Weiteres zu meinen Hobbies und zu meinem Leben, findet ihr auf beiliegendem Foto. Ich wurde „ge-blitzt“ für die Rubrik meines Auftraggebers, des Nidwaldner Blitz. Der Titel „Ge-Blitzt“ und die Fragen, stammen von mir. Wir haben schon viele Menschen „ge-blitzt“ und nun war ich selber mal dran.

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Ich freue mich auf den weiteren, tollen Austausch mit euch und wer weiss: vielleicht verirrt sich die eine oder andere auf meinen Gmerkigs – Blog , auf dem ich „Gmerkigs“ (Merkenswertes) in Wort und Bild festhalte. https://gmerkigs.blog/

(Juhui! Und da seid ihr ja! 😀 )

Gmerkigs

„Besch es Gmerkigs“ sagen wir Schweizer, wenn wir jemandem etwas scherzhaft zugestehen, er oder sie hätte etwas entdeckt, was für andere schon längstens selbstverständlich sei. Alternativ kann man sowas über sich selber aussagen: „Be halt scho es Gmerkigs.“ 😉

Dasselbe Wort kann aber auch bewundernd verwendet werden: „Er isch e rächt e Gmerkige!“ Er merkt sich Dinge schnell, ist zum Beispiel ein intelligenter, aufgeweckter, spürender, gut beobachtender, aufmerksamer Schüler.

In meinem Blog halte ich gmerkige Gedanken, Erlebnisse, Fragen, handgemalte Bilder von mir und Fotos fest und gebe sie für das weltweite Netz frei. Dieser Blog ist ein buntes Sammelsurium – ein Abbild meines Lebens. Einige Bücher enthalten Beiträge von mir und diese, sowie Bilder und Fotoprodukte können im Gmerkigs Shop erworben werden.

Ich bin eine Jahrgang 63 igerin, Familienmanagerin und Mutter von drei erwachsenen Kindern. Die älteste Tochter hat im Sommer 2019 geheiratet, die mittlere Tochter studiert Ergotherapie und wohnt teilweise zuhause. Der Jüngste ist im letzten Lehrjahr als Stromer und wohnt ebenfalls noch zuhause. In der Freizeit führt er seine Aeppli Production.

Seit 1987 bin ich glücklich verheiratet mit Andy, Hobbyfotografin, begeisterte Ganzjahreswanderin, Schwimmerin, Mitarbeiterin für Kindergottesdienste, manchmal Predigerin, Bibelkreisleiterin, Malerin, Lebenskünstlerin, da in diversen Teilzeitjobs aktiv.

In der Hochsensibilität erkenne ich Wesenszüge von mir wieder. Eben – bin manchmal „übergmerkig“, mit allen Vor- und Nachteilen.