Von der Weisheit, umzukehren. (Wanderung ab Bauen)

Wir wohnen so wunderschön, das denke ich täglich. Und was für ein Glück es ist, dass wir innert paar Minuten von zuhause aus an der Schiffstation Beckenried sind. Andere Menschen reisen von weither an, um die malerische Vierwaldstättersee-Region zu geniessen.

Der heutige Plan lautet: Schifffahrt Beckenried – Bauen, Wanderung Bauen – Isenthal (Weg der Schweiz) und mit Postauto und Schiff wieder nach Hause.

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Sich die Landschaft auf dem Schiff sachte vorbeiziehen zu lassen, ist immer wieder sehr entspannend. Wir steigen in Beckenried auf das Dampfschiff Stadt Luzern. Dieses wird übrigens Ende Jahr bis im Jahr 2021 total revidiert.

In Brunnen steigen wir um – auf das kleine Schiff Mythen.

In Bauen um 14 Uhr den Wanderweg entdeckt, erschrecken wir: die Wanderstrecke ist mit 1 Stunde länger ausgeschrieben, als wir gerechnet haben. Also rund 2.5 Stunden Wanderzeit. In umgekehrter Richtung sind 1.5 Stunden angegeben. Wir rechneten mit ca. 1 Stunde und 45 Minuten Wanderzeit. So können wir unseren Plan nicht einhalten, das Postauto um 16 Uhr in Isenthal rechtzeitig zu erwischen, um es auf die letzte Schiffsverbindung nach Beckenried zurück zu schaffen.

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Also: Planänderung. Wir wandern eine Stunde hin – und eine Stunde auf demselben Weg wieder zurück. Sind wir kurz vor Vorder Bärchi? Wir haben de facto keine Ahnung, bis wie weit es wir in dieser Stunde geschafft haben. Schade, gibt es unterwegs keinen Wanderweg mit Zeitangabe. Denn so fehlt uns eine Einschätzung, ob wir es nicht doch bis Isenthal aufs Postauto hätten schaffen können. Aber der Weg ist abwechslungsreich und interessant. Es ist ein uralter Handelsweg. Linkerhand liegt uns stets der See zu Füssen. Oft bin ich, welche nicht ganz schwindelfrei bin froh, um die guten Absicherungen und die Breite des Weges. Er wird, wie es scheint, gut in Ordnung gehalten.

In dieser Stunde eingeschlossen ist eine unnötige „Rundschlaufe“. Nach dieser Brücke führt der Weg rechts hoch. Nach kurzer Zeit zweigt ein Weg nach links ab, den wir verpassen. Wir wandern weiter bergwärts.

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Bis wir auf einem Baum auf der linken Seite eine Wanderwegmarkierung sehen. Also zweigen wir dort ab und wundern uns zwar schon, denn der Weg führt wieder in Richtung Bauen. Kann ja sein, dachten wir, dass er eine Schlaufe macht – bis wir wieder auf dem Weg standen, auf dem wir bereits hoch wanderten. Hättet ihrs gewusst? Links oder rechts? Wir entscheiden uns für rechts und das ist falsch.

Hier fehlt ganz eindeutig eine Wegmarkierung. Also, wenn ihr an diese Stelle kommt: nach links abzweigen!

Retour fahren wir mit dem Dampfschiff Gallia – ohne Umsteigen bis Beckenried.

Morgen wollen wir per Auto nach Isenthal fahren und zum Vorder Bärchi wandern. Vielleicht sehen wir, ob wir heute kurz vor dem Aussichtspunkt waren oder nicht.

Wir wandern halt nicht gern denselben Weg hin- und retour. Obwohl: auf dem Schiff  kurz vor Beckenried, treffen wir den Pächter der Ermitage Beckenried und er gibt uns zu bedenken: „Man hat eine Strecke erst gesehen, wenn man sie einmal in der einen und dann in der anderen Richtung erlebt hat.“ Und ja: schön war es „einewäg“ (so oder so), wie ihr mir bestimmt zustimmen werdet. 

 

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Wunderprächtige, herrlichste Wanderung. Unbedingt in den nächsten Tagen nachwandern. ;-) #ausGründen

Was sind die Gründe obiger Dringlichkeit? Das: mein Mann verlor gestern Nachmittag, 1.11.17 seine Korrekturbrille auf der Strecke. Oder hat sie liegenlassen auf dem Schiff, Bus, Picknickbänkli. Jedenfalls ist sie weg, verschwunden! 😦 Wir haben den Verlust an allen möglichen Stellen gemeldet, aber wenn jemand von Euch Zeit und Lust hat, diese Tour auf unseren Spuren nachzuwandern und dabei die Augen nach einem braunen, stabilen Brillenetui offen zu halten, wäre das natürlich toll. Inhalt: ein Metallgestell, etwas hellgrün in der Farbgebung.

Die Strecke lohnt sich! Abgesehen vom gestrigen Verlust, haben wir das Unterwegssein sehr genossen.

Gestartet sind wir zu Fuss von unserem Zuhause aus. In weniger als 10 Gehminuten erreichten wir die Schiffstation. Das Schiff (Winterfahrplan beachten) brachte uns nach Weggis. Ein feiner Dunst lag über der Wasseroberfläche, die Sonnenstrahlen kämpften sich tapfer und erfolgreich hindurch und so waren die Temperaturen für den November erstaunlich angenehm. Eine Schifffahrt ist einfach immer wieder schön – waren sich mein Mann und ich einig. Auch wenn man die Schiffstation vor der Haustüre hat.

In Weggis fuhren wir per Bus nach Küssnacht. Direkte Schiffsverbindungen gab es aufgrund des Winterfahrplans nicht mehr. Aber auch die Busstrecke bietet immer wieder schöne Blicke auf den See.

Es gibt mehrere Wandermöglichkeiten ab Küssnacht bis Luzern. Wir wählten aber bei jeder Abzweigungsmöglichkeit den „Waldstätterweg“ mit der grünen Zahl 98.

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Selten liefen wir eine so abwechslungsreiche Wanderroute. Denn der Panoramablick in die Alpen und zum Vierwaldstättersee, ja sogar bis zum Zugersee wechselt dauernd und man durchquert (Herbst-)Wälder, Wiesen, Flachmoorlandschaften, geht vorbei an einem Biotop, an Villen und durch die Parkanlage des Schlossgutes Meggenhorn. Die Herbstfarben in der Natur sind ein Fest für die Sinne! Wichtig ist es uns, im Herbst an der Sonnen- und nicht Schattenseite zu wandern. Und das ist hier gegeben. Obwohl wir in der Region wohnen, kannten wir die Strecke überhaupt noch nicht. Zum Glück ist der Untergrund nicht durchgehend asphaltiert. Wald- und Wiesenweglein sind wohltuender für die Füsse.

Unterwegs laden Bänke und im Wagenmoos eine Brätlistelle zum Verweilen ein. Im Sommer gibts in Meggen oder später im Lido Luzern Gelegenheit, im See zu baden.

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Route:

Beckenried-Weggis per Schiff

Weggis-Küssnacht am Rigi, per Bus

Küssnacht-Meggen-Luzern – bis Hotel Hermitage zu Fuss. Reine Wanderzeit 3.5 Stunden Schwierigkeitsgrad sehr leicht. 310 Höhenmeter

Hotel Hermitage Luzern-Beckenried per Bus der VBL, Zentralbahn und Postauto.

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Nachtrag: 3.11.17

Währenddem ich mich mit einer Facebookgruppe „Schweizer Schreibfrauen“ treffe, wandert mein Mann nochmals alleine bis zum Picknickbänkli. Und tatsächlich: was liegt unberührt am Boden und wartet auf ihn? Sein Brillenetui samt Brille. Nicht zerbrochen. Eine Gebetserhörung.

 


 

 

 

Bielersee Schnitzeljagd, Route Schiff-vinifuni

Bis im Oktober 2014 bieten die SBB-RailAway in Zusammenarbeit mit Aare-Seeland mobil eine Schnitzeljagd für die ganze Familie an.

Mein Mann und ich samt unserem Jüngsten (13 Jahre alt) waren als Schatzjäger unterwegs.

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Es lohnt sich, den Schiffahrtsfahrplan bereits zuhause etwas zu studieren. Es gibt zweierlei Schnitzeljagdrouten. Wir haben uns für die Rotue Schiff-vinifuni entschieden und dazu befährt man die Schiffahrtsroute Biel-Bienne bis Twann, löst dort einige Rätsel und fährt mit dem Schiff weiter bis Ligerz. Zurück wieder per Schiff Ligerz-Biel-Bienne. Es reicht, wenn man wie wir, das Schiff ab Biel um 14 Uhr erreicht. Wir fuhren wieder um 17.40 Uhr in Ligerz zurück und waren um 18.20 Uhr am Ausgangshafen in Biel.

Am Bahnhof in Biel erhält man gegen Vorweisen eine gültigen SBB-Tickets einen Rätselplan samt Fahrplan, auch des vinifunis. Für unseren Jüngsten mit Juniorkarte erhielten wir bereits am Bahnhof Stans einen Voucher für Fr. 15.–, damit wir das Rätselheft bekamen. Wir selber fuhren an diesem Tag per Tageskarten, das war für uns die günstigste Variante, sogar günstiger als das RailAwaypaket. Unser Sohn wäre ja mit unseren Tageskarten und Juniorkarte gratis dabei gewesen. Aber wir benötigten das Rätselheft. Dieses war dann mit Fr. 15.– doch – etwas – hm…. eher teuer…. Ok – wenn wir zwar bedenken, dass damit die ganzen Entwicklungs- und Organisationskosten für die Schnitzeljagd gedeckt werden müssen, relativiert sich der Betrag etwas. 😉

Meine Fahrplan- und Preisangaben sind ohne Gewähr, bitte konsultieren Sie den aktuellen SBB-Fahrplan.

Bitte beachten Sie, dass man für den Weg Bahnhof-Biel bis zur Schiffstation Biel etwa 15 bis 20 Min. zu Fuss benötigt.

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Der Rätselspass führt einem durch reizvolle, für uns weniger bekannte Naturschönheiten und wunderschönen, alten Winzerdörfern entlang.

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Die Rätsel sind mittelschwer. Zusammen mit Erwachsenen können aber Kinder allen Alters gut miträtseln. Es gibt etwas viel zum Berechnen – ein bisschen mehr Fantasie bei den Rätselstellungen hätte nicht geschadet. Aber ich vermute, dass die Herausforderung für den Rätselautor die Zweisprachigkeit war. Denn das Rätselheft ist sowohl auf Deutsch, wie auf Französisch erhältlich und die Posten bleiben sich gleich.

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Die Dorfgassen in Twann und Ligerz kennen wir nun in- und auswendig, da wir sie jeweils etwa viermal auf- und abliefen, immer auf der Suche nach teilweise sehr gut versteckten Hinweisen.

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Leider hat bei uns das Zauberrohr in Ligerz nicht funktioniert, das war ein kleiner Wehmutstropfen. Dafür hat sonst alles gut geklappt. Wir fanden alle Posten, waren an einem wunderschön sonnigen Tag per Postauto, Zug (Anfahrt) Schiff, zu Fuss und per vinifuni unterwegs, hatten zusammen viel Spass beim Rätseln und ein Erfolgserlebnis: wir konnten den Lösungssatz zusammensetzen. Schade nur, dass das dann „alles“ war. Was nun mit dem Lösungssatz? Wir würden ihn gerne einsenden und an einer Auslosung teilnehmen. Dies als Idee für ein nächstes Jahr, liebe Organisatoren. 😉

Das ganze Fotoalbum dieses herrlichen Tages, an dem wir noch nichts über unseren Katzenjammer wussten, habe ich auf Facebook gestellt. Viel Vergnügen!

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