„Los, we s trichled…“ – Der Brauch des Trichelns in Beckenried, Nidwalden

Walter Käslin (+1998) Beckenrieder Mundartdichter beschrieb den archaischen Brauch folgendermassen: «Los, we s trichled uf de Gasse: wumm und wumm und wumm und wumm! Näi, das isch de nid zum Gschpasse, der liäb Samiglais gaad um….»

Heute hegen die Kinder vermutlich keine Angst mehr vor dem Samichlaus, aber das «Wumm und Wumm» der Trichler ist immer noch ein eindrückliches, Gänsehaut erzeugendes Erlebnis.

Ein festverankerter Brauch mit wechselhafter Geschichte

Lärmfeste haben ihren Ursprung bei den Germanen. Sie versuchten, mit Lärm und Licht Dämonen zu vertreiben. Heute pflegt man diese althergebrachten Traditionen wohl mehr, um mit Ritualen ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu zelebrieren. Der Samichlais-Iizug stammt aus dem 16. Jahrhundert. Seit 83 Jahren ist der Turnverein Beckenried für die Organisation verantwortlich. Das Dorf wuchs kontinuierlich und der Brauch musste sich dauernd anpassen. Doch vieles hielt allen Veränderungen stand. Einerseits sind dies Trichler, welche teils seit 60 Jahren treu dabei sind. Andererseits bestehen dieselben Hauptelemente seit Jahrzehnten. Nebst den Trichlern sind das: der Samichlais mit den Schmutzlis, Hornbläser (seit 1978), Iffelen (Laternen in Bischofmützenformen), Geisslechlepfer und Fackelträger. Eine Trichel ist eine Kuhglocke. Diese wird im Takt hin- und hergeschwenkt. Wenn man heutzutage den unendlich langen Zug der rund 500, in weissen Burdihemden eingekleideten Trichler bestaunt, ist es fast nicht auszudenken, dass es anfangs der 1960-er Jahre einen Teilnehmer-Einbruch gab. Es waren nur noch etwa 12 Trichler dabei. Doch nachdem diese auf Werbetour im ganzen Kanton gingen und man Tricheln und Burdisäcke ausleihen konnte, begann ein regelrechtes Trichlefieber um sich zu greifen. 1964 waren es bereits 80 Männer, welche dem Samichlais-Brauchtum zu neuem Schwung verhalfen.

Besonderheiten des Beckenrieder-Trichelns

In Siebnerreihen schreiten die Männer durchs Dorf, von Fackelträgern begleitet. Auch manch ein Heimweh-Beckenrieder reiht sich gern ein, aber die Aufstellung ist hierarchisch. In der ersten Reihe der Trichlerschar dürfen der amtierende Beggo-Zunftmeister und die neu gewählten Älplerhauptleute tricheln, nebst denjenigen Männern, welche seit Jahrzehnten dem Brauch treu geblieben sind. Wenn der lange Marsch auf dem Dorfplatz ankommt, formiert sich ein Kreis um den Samichlais. Nach einigen Minuten des Umkreisens, folgt der Höhepunkt, das Uistrichle. Dies meint, dass der vorher gleichmässige Trichlertakt in ein wildes Schellen mündet.

Diese 10 Fotos habe ich von Kobi Christen erhalten. Die anderen Fotos stammen von mir.

Für Nachwuchs ist gesorgt

Ähnlich wie beim Schellen-Ursli, der Kindergeschichte aus dem Bündnerland, suchen sich die Beckenrieder-Kinder eine möglichst grosse Trichle. Am Mittwoch vor dem Samichlais-Iizug, haben sie ihren grossen Tag: das Buebä-Trichlä. Auch wenn der Anlass von früher her so genannt wird, dürfen Mädchen ebenfalls mit machen. In Zweierreihen, nach der Grösse der Trichle eingeordnet, ziehen sie quartiersweise trichelnd durch die Strassen. Der Buebä- Samichlais geht von Haus zu Haus und sammelt Geld, das am Schluss nach Trichlergrösse verteilt wird.

Gerade jetzt, währenddem ich an diesem Blog schreibe, ziehen die Schulkinder trichelnd vor unserer Wohnung vorbei. Von soeben:

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Mir fiel grad auf, dass die Kinder bequemere Traggurte für die Trichle haben, als noch vor Jahren. Wahrscheinlich werden die Eltern innovativer, um ihren Kindern das stundenlange Tragen der schweren Kuhglocken zu erleichtern. 😉 Ein Bild, als Tobias noch mittrichelte (im Bild ganz links).

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Einen Wunsch haben die grösseren Kinder, welche den Anlass ohne erwachsene Hilfe organisieren: bitte liebe Eltern, lasst eure Kinder alleine mitmachen und begleitet sie nicht. Und eine weitere Bitte an alle Besucher des Samichlais-Iizugs: bitte fotografiert ohne Blitz.


Diesen Samstag, 2. Dezember ist es wieder so weit: der Samichlaus-Markt und Samichlaus-Einzug mit rund 500 Trichlern wird bestimmt wieder ein beeindruckender, stimmungsvoller Auftakt in die Advents- und Weihnachtszeit sein. Um 16 Uhr werden wir zudem das Konzert von Joy of Life in der katholischen Kirche Beckenried geniessen.


Dieser Beitrag wird in leicht abgeänderter Form im Nidwaldner Blitz erscheinen, den alle Nidwaldner morgen im Briefkasten vorfinden werden.

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Wandkalender 2019 – mit 13 meiner Fotos bei mir bestellen

Hoi zäme,

ich versuche etwas Neues. 😉 Am Arbeitsplatz meines Mannes hängt jedes Jahr ein schön grosser Landschaftskalender. Bisher kauften wir ihn stets im Fachhandel. Dieses Jahr hatte ich die Idee, einen solchen Wandkalender auf Weihnachten selber zu gestalten – mit 13 ausgewählten Fotos, welche ich alle im vergangenen Jahr geknipst habe. Es sind dabei auch Erinnerungen an Erlebnisse, von denen ich einige verbloggt habe. In der Bildlegende habe ich diese Blogbeiträge verlinkt.

Psssst – verratet meinem Mann mein Geheimnis nicht. 😀

Heute brachte der Pöstler diesen Kalender – und ich bin hellbegeistert von der Qualität.

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Bildlegende:

Titelblatt: Laternen auf unserem Küchenbalkon erleuchten die Dunkelheit
Januar: Rose mit Schneehäubchen in unserer Nachbarschaft
Februar: Schneeschuhtour auf dem Wirzweli, Kanton Nidwalden
März: Wildblumenwiese im Silbertal, Österreich
April: Aussichtspunkt Vorder Bärchi, Kanton Uri
Mai: Kastanienblüten am Thunersee
Juni: Wanderung Emmetten nach Hause. Hier Aussicht nach Beckenried
Juli: für den Personentransport zugelassene, offene Seilbahn im Vorder Bärchi
August: Golzernsee, Kanton Uri
September: kleine Eidechse auf der Wanderung Isenthal – Vorder Bärchi
Oktober: Baumgruppe in Urigen, Kanton Uri
November: Wiegensee, Hochmontafon, Österreich
Dezember: Kater Minouch als Teil der Krippenszene

Ich möchte euch so gern an meiner Freude teilhaben lassen und lasse gern weitere, identische Kalender herstellen. Auch wenn meine Fotos mit persönlichen Erinnerungen zusammenhängen, so stellen sie doch auch für „neutrale“ Betrachter einen schönen Blickfang fürs Auge dar. Wem könntet ihr mit einem solchen Kalender eine Freude bereiten?

Ihr könnt sie über den Paypal Button bei mir bezahlen und sobald ich die Bezahlung erhalten habe, geht der Kalender in Produktion. Der Versand erfolgt direkt an den Besteller. Auf das Titelblatt könnt ihr euren eigenen Wunsch drucken lassen. Gebt mir eure Wunschzeilen an – haltet euch dabei möglichst kurz.

Wandkalender A2 Panorama

Digitaldruck mit Hochglanz-Veredelung. Nach Zahlungseingang werde ich den Kalender in Auftrag geben. Der Preis ist der Totalpreis, inklusive Versandgebühren. Per Mail an aeppli@sunrise.ch bitte einen gewünschten Kurztext fürs Titelbild angeben, plus die Lieferadresse.

98,00 CHF

Ich bin gespannt, mit wem ich meine Begeisterung an diesem tollen Produkt teilen darf.

Produktinfos:

Masse:

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Einzelpreis inklusive Versandgebühren: Fr. 98.– Bezahlung nur in Schweizer Franken möglich.

Versand nur innerhalb der Schweiz. Nach Deutschland, Österreich auf Anfrage denkbar. Preis in Euro wären in so einem Fall aktuell 86.– (Tageskurs 15. Nov. 18) Ich behalte mir vor, diesen Preis nach dem Tageskurs der Bestellung zu verrechnen. 

Gleichzeitig mit der Bezahlung per Paypal, schickt ihr mir bitte per Mail auf aeppli@sunrise.ch den Wunschtext fürs Titelblatt plus natürlich die Lieferadresse, sonst weiss ich nicht, an wen ich das Ganze versenden darf. 😉

Auf die Plätze fertig los – ich bin so aufgeregt und gespannt, ob jemand vom Angebot profitieren wird. 😀

Alp-Öhi im Pilgerhaus

Heute starten wir von von unserem Zuhause zu Fuss und lassen uns mit der Klewenalpbahn auf unseren Hausberg (1600 Meter über Meer) fahren.

Nach dem etwas schweisstreibenden Aufstieg auf angenehm breiten Wegen zum Brisenhaus SAC (1753 Meter über Meer), belohnen und stärken wir uns mit feinen hausgemachten Suppen. Die Aussicht und der Hintergrund mit der schroffen Felswand beeindrucken uns. Wir lesen, dass hier Herdenschutzhunde im Einsatz sind. Der Aufblick zum Glattigrat erinnert Andy an seine wundervolle Ski-Tour letzten Winter.

Vielleicht können mir meine Social-Media-Freunde erklären, welche Pilze wir unterwegs gesehen haben?

Der Abstieg nach Niederrickenbach (im Volksmund Maria-Rickenbach) ist für unsere Knie grad so machbar. Leider blieben unsere Wanderstöcke zuhause… Dafür gibts im Pilgerhaus Niederrickenbach nochmals eine Belohnung 😉 Zwei Desserts – das eine passend zur Jahreszeit ein Vermicelles und das andere eine Alp-Öhi Glacé mit Natureyoghurt und mit Bergblumen verziert. Wie originell!

Ein Juchzer von der Musenalp, erfreut uns und lässt uns hochblicken. Die Bähnchen wirken verloren zwischen den imposanten Felsspitzen.

Das Wetter hält besser, als es Meteo verheissen hatte. Die kleine Bahn führt uns nach Niederrickenbach Station.


Für mich ist es immer etwas verwirrend, dass Niederrickenbach sowohl auf dem Berg, wie unten im Tal an der Station Niederrickenbach heisst. Oberrickenbach gibt es schon auch, aber das liegt ganz an einem anderen Ort.
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Die Zentralbahn ist „gschtosse“ (gedrängt) voll. Knapp finden unsere Füsse vor den Türen Platz. Warum können nicht mehr Waggons angehängt werden? Zum Glück dauert die Fahrt nach Stans nicht so lang. Die Postauto-Verbindungen nach Beckenried, von der Richtung Engelberg her kommend, sind nicht so toll. Man muss stets etwa 20 Minuten warten. Doch schlussendlich führt uns das Poschi wieder bis fast vors Haus und die abwechslungsreiche Rundtour beschliessen wir mit einem ausgiebigen Schwatz mit einer Nachbarin, welche wir im Poschi angetroffen haben.

Reine Wanderzeit: ca. 3 Stunden. Die Tour ist gut ausgeschildert und die Zeiten entsprachen den unsrigen. Auf der Webseite der Klewenalp geben sie eine halbe Stunde weniger an. Diese Wanderung ist auch mit Kindern gut machbar.
Einkehrmöglichkeiten auf der Klewenalp, Brisenhaus SAC, Niederrickenbach Pilgerhaus
Mehrere gut eingerichtete Grillstellen/Picknickplätze
Route: Beckenried-Klewenalp (Kabinenbahn), Wanderung Klewenalp-Brisenhaus SAC-Niederrickenbach, mit der Kabinen-Bahn nach Niederrickenbach Station, mit der Zentralbahn nach Stans, per Postauto nach Beckenried

Die geheimnisvolle Türe ins Dinosaurierland

Bisher bin ich in zwei Anthologien und zwei Ausgaben des Täxtzit vertreten und habe eine Kindergeschichte und meinen ersten Novemberschreiben-Roman in kleinen Auflagen drucken lassen, ohne Verlag. Mein Traum ist es, einmal ein eigens Buch in den Händen halten zu können. Ich bin mir aber noch nicht sicher, ob es sich um eine Kindergeschichten-Sammlung, um den Novemberschreiben-Roman „Die Liebe ist rot“ oder um ein „best of“ dieses Gmerkigs-Blog handeln soll.

Ich liebe es, Kindergeschichten zu schreiben und denke gern an die Zeit zurück, als ich zusammen mit ein paar anderen Schweizer Schreibfrauen für die Online-Redaktion des Schweizer Familie-Magazins Bettmümpfeli-Geschichten (Gute-Nacht-Geschichten) veröffentlichen durfte. Mittlerweile konnte ich diese Geschichten im Verlag des Nidwaldner Blitz veröffentlichen, für den ich als journalistische Freelancerin tätig bin. Als der Verlag signalisierte, dass er offen für neue Kindergeschichten von mir sei, hatte ich bereits eine im Kopf präsent, welche nur noch niedergeschrieben werden musste. 😉

Diese Geschichte formierte sich in meiner Fantasie, als ich zusammen mit meinem Mann dem Beckenrieder-Seeweg entlang Richtung Rütenen Beckenried wanderte. Dort befindet sich eine imposante Kletterwand, auf der vor ein paar Jahren Forscher Dinosaurierspuren entdeckten.

Eine geheimnisvolle Türe, welche wir auf unserem Weg entdeckten, passte hervorragend in meine Kindergeschichte.

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Die Kinder können hoffentlich im Sommer 2019, wenn der erste Teil von: Die geheimnisvolle Türe ins Dinosaurierland erscheinen wird, vor Spannung kaum auf den zweiten Teil warten.

Ihr dürft als Erste den Anfang der Folge 1 lesen 

Gelangweilt stochert Dina mit einem Stecken in der Glut des Lagerfeuers herum. Sie hatte keine Wahl und musste diesen Familienausflug nach Beckenried mitmachen. In diesem Moment ahnt sie noch nicht, dass dieser Tag eine dramatische Wendung nehmen und sie schon bald in Gefahr geraten würde.

„Die zwei D – Dario und Dina, was für ein Traumpaar. Nur wo ist er bloss, dein Dario-Schätzeli?“ foppt ihr Bruder Gian sie. Ach, was können Brüder nerven. Sie mag gern mit Dario spielen – na und? Deswegen ist er noch lange nicht ihr „Schätzeli“. Dinas Wangen glühen genauso stark, wie die Glut, auf der vor kurzem ihre Würste brutzelten. Hilfesuchend schaut sie sich nach ihren Eltern um. Doch ihre Mutter döst auf dem Badetuch im Schatten liegend und ihr Vater beobachtet begeistert die Kletterer an der Felswand. Der hat bestimmt keine Lust, sich ihre Klagen über ihren Bruder anzuhören. Seufzend steht Dina auf, wischt sich mit den Händen den Hosenboden vom Laub sauber und lenkt ihre Schritte von der Familie weg ins nahe Unterholz. „Hey, wohin gehst du?“ ruft ihr Bruder ihr zu. „Pinkeln. Und wehe, du kommst schauen, dann verpetze ich dich bei Papi und Mami“, schreit Dina drohend zurück. Ohne sich umzudrehen, läuft Dina weiter und wundert sich, dass Gian ihr tatsächlich nicht zu folgen scheint. Doch – was ist das? Sie steht unmittelbar vor einer verwitterten Türe. Sie muss früher mal blau gewesen sein – die Farbe ist schon fast vollständig abgeblättert. Was sich dahinter wohl verstecken mag? Der rostige Verschluss lässt sich leicht öffnen.

Urchig, hiäsig und eifäch scheen

Urchig und schön sind unsere hiesigen Traditionen. (Urchig meint urtümlich.)

Heute besuchten wir den Dorfmarkt in Emmetten und erlebten ein paar Sentä Veh (Vieh-Senten = Viehzüge). Die Kühe, welche den Sommer hindurch auf den Alpen weiden durften, ziehen jetzt nach und nach talwärts. Sie werden von den Älplern schön geschmückt.

Wir verbanden den Besuch des Dorfmarkts mit einer Wanderung bis nach Hause. Die leichte Wanderung dauerte etwa 2 Stunden. Immer wieder begeisterte die Aussicht zum Vierwaldstättersee und Beckenried hinunter oder nach Emmetten zurück. Leider führt der Wanderweg über grosse Strecken über Asphaltstrassen. Retour ist dieselbe Wanderzeit angegeben, was wir fast nicht glauben können, ist doch Emmetten höher gelegen als Beckenried, das direkt am See liegt.

Zuhause, vom Balkon aus, sehen wir die gesamte Strecke unserer Wanderung. Von ganz links (Emmetten), nach rechts und hinunter…. 😉 Wie liebe ich es, hier wohnen zu dürfen.

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Von der Weisheit, umzukehren. (Wanderung ab Bauen)

Wir wohnen so wunderschön, das denke ich täglich. Und was für ein Glück es ist, dass wir innert paar Minuten von zuhause aus an der Schiffstation Beckenried sind. Andere Menschen reisen von weither an, um die malerische Vierwaldstättersee-Region zu geniessen.

Der heutige Plan lautet: Schifffahrt Beckenried – Bauen, Wanderung Bauen – Isenthal (Weg der Schweiz) und mit Postauto und Schiff wieder nach Hause.

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Sich die Landschaft auf dem Schiff sachte vorbeiziehen zu lassen, ist immer wieder sehr entspannend. Wir steigen in Beckenried auf das Dampfschiff Stadt Luzern. Dieses wird übrigens Ende Jahr bis im Jahr 2021 total revidiert.

In Brunnen steigen wir um – auf das kleine Schiff Mythen.

In Bauen um 14 Uhr den Wanderweg entdeckt, erschrecken wir: die Wanderstrecke ist mit 1 Stunde länger ausgeschrieben, als wir gerechnet haben. Also rund 2.5 Stunden Wanderzeit. In umgekehrter Richtung sind 1.5 Stunden angegeben. Wir rechneten mit ca. 1 Stunde und 45 Minuten Wanderzeit. So können wir unseren Plan nicht einhalten, das Postauto um 16 Uhr in Isenthal rechtzeitig zu erwischen, um es auf die letzte Schiffsverbindung nach Beckenried zurück zu schaffen.

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Also: Planänderung. Wir wandern eine Stunde hin – und eine Stunde auf demselben Weg wieder zurück. Sind wir kurz vor Vorder Bärchi? Wir haben de facto keine Ahnung, bis wie weit es wir in dieser Stunde geschafft haben. Schade, gibt es unterwegs keinen Wanderweg mit Zeitangabe. Denn so fehlt uns eine Einschätzung, ob wir es nicht doch bis Isenthal aufs Postauto hätten schaffen können. Aber der Weg ist abwechslungsreich und interessant. Es ist ein uralter Handelsweg. Linkerhand liegt uns stets der See zu Füssen. Oft bin ich, welche nicht ganz schwindelfrei bin froh, um die guten Absicherungen und die Breite des Weges. Er wird, wie es scheint, gut in Ordnung gehalten.

In dieser Stunde eingeschlossen ist eine unnötige „Rundschlaufe“. Nach dieser Brücke führt der Weg rechts hoch. Nach kurzer Zeit zweigt ein Weg nach links ab, den wir verpassen. Wir wandern weiter bergwärts.

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Bis wir auf einem Baum auf der linken Seite eine Wanderwegmarkierung sehen. Also zweigen wir dort ab und wundern uns zwar schon, denn der Weg führt wieder in Richtung Bauen. Kann ja sein, dachten wir, dass er eine Schlaufe macht – bis wir wieder auf dem Weg standen, auf dem wir bereits hoch wanderten. Hättet ihrs gewusst? Links oder rechts? Wir entscheiden uns für rechts und das ist falsch.

Hier fehlt ganz eindeutig eine Wegmarkierung. Also, wenn ihr an diese Stelle kommt: nach links abzweigen!

Retour fahren wir mit dem Dampfschiff Gallia – ohne Umsteigen bis Beckenried.

Morgen wollen wir per Auto nach Isenthal fahren und zum Vorder Bärchi wandern. Vielleicht sehen wir, ob wir heute kurz vor dem Aussichtspunkt waren oder nicht.

Wir wandern halt nicht gern denselben Weg hin- und retour. Obwohl: auf dem Schiff  kurz vor Beckenried, treffen wir den Pächter der Ermitage Beckenried und er gibt uns zu bedenken: „Man hat eine Strecke erst gesehen, wenn man sie einmal in der einen und dann in der anderen Richtung erlebt hat.“ Und ja: schön war es „einewäg“ (so oder so), wie ihr mir bestimmt zustimmen werdet. 

 

Nachem Räge schint d’Sunne – Ein märchenhafter Abend auf der SummerFerry mit Damian Lynn

Er hat mit „Feel the Heat“ den SRF-Song für die Berichterstattungen über die Fussball WM 2018 geliefert. Fortan umrahmte seine Eigenkomposition alle Berichterstattungen in TV, Radio und Onlinemedien. Vor zwei Jahren gewann er einen Swiss Music Award in der Kategorie «Best Talent». Letztes Jahr (2017) lief sein Song „When We Do It“ auf allen Schweizer Radiostationen über 1’300 Mal und war damit eines der meistgespielten Lieder und sogar mit Abstand der meistgespielte Song eines Schweizer Musikers. Doch sein Name ist wohl dennoch nicht sovielen Schweizern bekannt. Vermutlich hat man seine Songs im Ohr, aber nicht seinen Namen. Oder wie muss ich es mir erklären, dass der wunderschöne Anlass „SummerFerry“ gestern Abend mit Damian Lynn noch soviele freie Plätze zu bieten gehabt hätte? Hey – hier spielte ein Schweizer Ausnahmetalent und das Konzert inmitten schönster Kulisse war nicht ausverkauft! Unglaublich.

Gegen Abend stürmte und regnete es aus Kübeln, doch der Veranstalter des „SummerFerry“ war zuversichtlich und liess verlauten, dass es pünktlich um 20.30 Uhr „Leinen los“ heissen werde. Mit einem Apéro durfte sich die erwartungsvolle Gästeschar  stärken und dann die Fahrt auf der Fähre, welche ihre gewohnte Route Beckenried-Gersau für einmal verliess, bei einem wunderschönen, märchenhaften Abendhimmel auf dem spiegelglatten Vierwaldstättersee geniessen. Dazu von Damian Lynn (übrigens – ein ehemaliges Klassengspänli unserer ältesten Tochter 😉 )  und seinem Schlagzeuger bestens unterhalten zu werden, mit zu singen, zu wippen, tanzen, klatschen, war das i Tüpfchen auf dieser ausserordentlich romantischen Abendfahrt.

Für einmal lag ein derart grossartiges Konzerterlebnis vor unserer Haustüre – wir hatten keinen langen Heimweg wie sonst, wenn wir nach einem Konzertbesuch von Zürich heim reisen müssen. 😛

Die nächsten zwei Konzerte auf der „SummerFerry“ sind bereits ausgebucht. Was für eine innovative Idee – ein Kompliment dem Kapitän der Fähre und der Crew, den Veranstaltern und dem Hotel Seerausch Beckenried dafür.

Ein paar Impressionen mit meiner Handykamera. Ich bedauerte, die Nikon-Kamera nicht dabei gehabt zu haben ;-(

Die Videos sind von Tobias, unserem Sohn. (Aeppli Produktion)

 

Die Nidwaldner Zeitung berichtete mit einem Foto, das im Hintergrund unsere Älteste und unseren Jüngsten im Gespräch vertieft, zeigt. 😉