YouVersion und Bible Art Journaling – trendige Möglichkeiten, die Bibel zu entdecken

„Tun was er sagt…. das bedeutet für mich in diesem neuen Jahr unter anderem, dass ich mir konkrete Gebetszeiten einrichten möchte. Ich hatte den Eindruck von einer bestimmten Uhrzeit. Diese Zeit mit Gott, welche ich mir vorgenommen habe, im 2018 fest einzurichten, werde ich von meinen Facebook- und Twitter-Aktivitätszeiten wegstreichen. Denn an einem Abend hörten wir von Pete Greig (Leiter und Gründer von einer Gebetsbewegung, welche 24 Std. und 7 Tage die Woche beten), dass wir alles wegräumen sollen, was uns abhalten und ablenken will vom Wunsch, Zeit mit Gott zu verbringen. Mir war klar, dass die Zeiten, welche ich mit Social Media verbringe, zu viel Platz in meinem Leben einnehmen. Ich sage nicht, dass ich kein Facebook, Twitter, Instagram mehr nutzen möchte – aber nicht mehr zwei oder mehr Stunden am Tag, sondern die Hälfte davon. Es ist nicht so, dass Gott uns zwingt, etwas weg zu geben oder los zu lassen. Sondern er fragt uns, ob wir bereit sind, ihm etwas zurück zu geben, was uns nicht gut tut, damit er uns mit etwas beschenken könnte, was tausendmal wertvoller ist. Ich bete im Grunde genommen überhaupt nicht gerne. Aber ich sah während dieser Explo-Zeit ein, dass Gebet der Schlüssel zur Kommunikation mit Gott ist. Und Kommunikation gehört nun mal zu einer freundschaftlichen Beziehung. Also möchte ich dieses „Land“ ganz neu entdecken für mich.“ Continue reading „YouVersion und Bible Art Journaling – trendige Möglichkeiten, die Bibel zu entdecken“

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Sammelleidenschaft

Mein Vater war ein leidenschaftlicher Sammler. Hauptsächlich sammelte er Münzen und Briefmarken. Dies tat er eigenwillig individualistisch. Er hielt sich an keine in Sammelkreisen gültige Regel, welche besagt, dass man sich auf ein Thema konzentrieren soll und vor allem, dass sich in Briefmarkenalben ausschliesslich Briefmarken und in Münzalben gefälligst ausschliesslich Münzen versammeln dürften. 😉

Er sammelte sowohl bei Münzen wie Marken kreuz und quer jedes Thema. Aber wenn er mal ein Thema interessant fand, dann vertiefte er sich konzentriert darauf. Dann lag eine interessante Briefmarke neben einer Münze, unterlegt von einem Zeitungsausschnitt, einem Abziehbild, Abzeichen, Kaffeerahmdeckeli und einer Postkarte, welche wir als Familie ihm geschickt haben. Oder eine Kinderzeichnung von einem seiner Enkelkinder konnte durchaus neben einem Ersttagskuvert mit Ernibriefmarken und neben einer persönlichen Erni-Widmung liegen.

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Meine Mutter sichtet zur Zeit zusammen mit 5 Mitgliedern des Philatelistenvereins Solothurn die über 100 Bundesordner (!) meines im Herbst 2015 leider verstorbenen Vaters. Etwa 3 Abende à ca. 5 Stunden haben die Männer bisher konzentriert damit verbracht, das Lebenswerk meines Vaters zu zerlegen – noch ist diese Arbeit nicht abgeschlossen. (Nachtrag, 28.6.16 Meine Mutter schätzt, dass rund 40 Arbeitsstunden dafür investiert worden sind.)

Diese Herren seien schweigend an ihrer Arbeit gesessen, die Sammlung meines Vaters zu sichten und nach ihren Ordnungsprinzipien auseinander zu nehmen, erzählte meine Mutter. Nur ab und zu hätten Ausrufe des Erstaunens die konzentrierte Stille unterbrochen: „Jetzt schau dir mal diese Marke an!“ Oder: „Was für ein Mensch! – Das gibt es ja nicht! – Die Art, wie er sammelte, zeigt seine interessante, vielfältige Persönlichkeit. Auf diese Art sammelt sonst kein Mensch. – Sowas habe ich noch nie gesehen! – Unglaublich!“

Die Bibliothek meines Vaters enthielt ausser seiner Ordner und Fotoalben auch sehr viele verschiedene Bücher. Ich glaube, es gibt kein einziges Buch darin, das keine Briefmarke zum Thema und keinen Zeitungsartikel enthält.

Letzten Samstag habe ich selber 2 Stunden damit verbracht, verschiedene Beigen (Schweizerdeutsch für Stapel) zu erstellen

solche für Sammler:

  • Ersttagskuverts, schön gestempelt
  • Schöne alte Postkarten
  • Ungestempelte Briefmarken, welche man noch verwenden kann – zusammengestellt in Kuverts à je Fr. 100.– Nominalwert. Der Verein kauft sie uns für je Fr. 70.– ab. Es kamen einige solcher Kuverts zusammen
  • Gestempelte, schöne und teilweise wertvolle Briefmarken
  • Sammlerbriefmarken, nicht für den Gebrauch gedacht
  • Schöne, alte Postkarten
  • 200 Jahre alte Briefe oder noch ältere…

solche für die Brockenstube:

  • Abzeichen, Medaillen, Pins
  • noch gut erhaltene Ordner

und mehrere Abfallbeigen:

  • Sichtmäppchen en masse
  • weniger schöne Ordner
  • Zeitungsartikel, welche kaum mehr jemand interessieren wird im Zeitalter von Googel
  • Kalenderbilder

Die eigene Ordnung meines Vaters wird in eine andere, massentaugliche Ordnung gebracht. Mir hat es fast das Herz zerrissen, sein Lebenswerk auseinandernehmen zu müssen. Meine Mutter hat erzählt, mein Vater hätte jede freie Minute seines Lebens mit Ordnen, Sichten, Lesen, Sammeln und Neuordnen verbracht und manchmal kaum Zeit gehabt, in Ruhe die Zeitung zu lesen. Wenn wir miteinander plauderten, kam es sehr oft vor, dass er sagte, er hätte da was zum Thema. Er stand dann auf und griff zielsicher nach einem seiner über 100 Ordner, blätterte darin und zeigte uns einen Zeitungsausschnitt oder eine interessante, wertvolle Marke dazu und gab uns mit seinen Erzählungen einen Einblick in sein immens grosses, breites und tiefes Allgemeinwissen.

Er sammelte nicht in erster Linie, um ein Kapital anzuhäufen. Er betonte immer wieder den Sammlerwert seiner Marken und dass man zuerst einen Käufer finden müsste, wollte man eine seiner wertvollen Stücke veräussern. Er hätte wohl seine gesamte Sammlung gern weiterverschenkt, hätte er von einem Menschen gespürt, dass er diese lieben und schätzen würde, um der Sammlung und nicht des Geldes willen. Traurig für ihn war zu erleben, dass keines seiner Kinder oder Enkelkinder seine Leidenschaft weiterführen mochte.

Er wollte sich nie bloss auf ein einziges Sammelthema festlegen. Mir kommt manchmal mein Blog genauso vor. Ich habe das von ihm geerbt. Ich will nicht ausschliesslich einen Blog übers Wandern/Ausflüge, einen anderen zur Fotografie, einen dritten zum Line Dance, einen vierten zum Thema Christlicher Glaube, einen fünften zum Thema Familie, einen sechsten über meine Journalistischen Tätigkeiten verfassen und einen siebten darüber, wie ich meine Hochsensibilität im Alltag erlebe – sondern einen Einzigen: über mein Leben, das hoffentlich auch so vielfältig und bunt ist, wie es das Leben meines Vaters  war.

Meine mittlere Tochter war es, welche sagte: „Es ist so schade, dass das Lebenswerk meines Grossvaters derart zerpflückt wird. Man sollte wenigstens einen einzigen Ordner so aufbewahren, wie er gesammelt hat.“ Sie hat nun einen kleinen Ordner zur Würdigung des Lebenswerkes ihres Grossvaters geschenkt erhalten.

Mein Vater verschickte selber auch gerne Briefe und Postkarten. Immer waren sie mit seinen kreativen Basteleien versehen.

Er sammelte auch Poststempel. Oft hat er die Angestellten an Postschaltern in Verlegenheit gebracht, weil er Stempel auf alle möglichen Artikel wünschte – was im Grunde genommen gegen die Postgesetze verstiess. Die Männer des Philatelievereins staunten auch hie und da, auf was mein Vater überall einen Poststempel gedrückt erhielt. Er konnte sich jeweils lausbubenartig freuen, wenn ihm eine Schaltermitarbeiterin versicherte: „Nor, wöu Sie es send.“ („Nur weil Sie es sind.“) Er kannte mit der Zeit Poststellen, welche ihm gewünschte Stempel anbrachten. Dabei stimmte die Uhrzeit, der Ort, das Sujet mit dem überein, was er in seiner Sammlung ergänzen wollte.

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Wie ich meinen Vater kenne, hat der Löwe im Stempel die symbolische Bedeutung, dass Jesus der Löwe aus dem Stamm Juda ist. 😉

Niemand von unserer Familie kann über 100 Bundesordner in seiner Wohnung aufbewahren. Wir werden versuchen, soviel wie möglich zu verkaufen.

Die Reihen in den Gestellen bei meiner Mutter zuhause lichten sich. Zurück bleiben grosse Lücken. Mein Vater, dem ich immer nahestand und dem ich sehr ähnle, fehlt mir, er wird aber immer einen grossen Platz in meinem Herzen einnehmen.

 

 

Vom Säen und Ernten – Holzbauwelt

„Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen.“
Bibel, Galater 6,9

Es ist sehr befriedigend, sich in der Gesellschaft sinnvoll einzusetzen. Besonders viel Spass bereitet es mir, wenn wir als ganze Familie Aktionen organisieren wie zum Beispiel die Weihnachtspäckliaktion oder unser jährliches Engagement für den Ferienpass Nidwalden.

Einige Jahre lang organisierte mein Mann die Legostadt für den Ferienpass und dieses Jahr das erste Mal die Holzbauwelt des Bibellesebundes Schweiz. Im Vorfeld galt es, terminliche Absprachen zu tätigen, die Räumlichkeiten mit dem Bibellesebund- Verantwortlichen Stephan Böhi, zu besichtigen, Leitern und Gestelle zu organisieren und transportieren, immer wieder im Gespräch zu sein mit dem Ferienpass OK, einen Übernachtungsplatz und Geschenk für den ehrenamtlichen Mitarbeiter zu suchen, welcher die Holzbauwelt transportierte und betreute, einen Einladungszettel für die Besichtigung der Holzbauwelt zu gestalten, die Presse einzuladen, Mitarbeiter für die zwei Tage zu suchen und sovieles mehr… Ich bin stolz auf meinen Mann, dass er sich nebst einem 100 Prozentjob beim RAV und einer beruflichen Weiterbildung, welche er zur Zeit auch grad anpackt, immer wieder Zeit freischaufelt, für solche Projekte und Ferientage dafür einsetzt. Ebenfalls möchte ich an dieser Stelle meinem 14-jährigen Sohn Tobias ein Kränzchen winden: er hat sich durch sein praktisches Engagement im letzten und diesjährigen Ferienpass bereits in diesem jungen Alter ins OK hineingearbeitet. 3 seiner 6 Sommerferienwochen investiert er in den Ferienpass Nidwalden, vor allem im technischen Bereich. Daneben ging er noch in der Berufswelt schnuppern und schrieb Lehrstellenbewerbungen.

Am Montag und Dienstag, 3. und 4. August, durften wir dann ernten, was wir im Vorfeld an Organisatorischem gesät hatten. Rund 20 Kinder bauten an diesen zwei Tagen voll Begeisterung, Eifer, Ausdauer und Konzentration hohe fantasievolle Gebäude. Der höchste Turm wurde am Schluss rund 4 Meter 70 hoch und wir alle hätten weitergebaut daran, hätte uns nicht die Raumdecke eine Grenze gesetzt. Wir hätten den bisherigen Rekord, welcher einen Meter höher liegt, locker geschlagen. 😉 Was mich erstaunte war, wie friedlich die Stimmung an beiden Tagen war. Kein Streit, kein Klötzlirumwerfen wurde beobachtet, es gab keine Tränen und keinem Kind war es je langweilig! Alle liefen sehr vorsichtig zwischen den Kunstwerken herum und gaben acht, nichts Fremdes zum Einsturz zu bringen – das hat mich fasziniert. Auf dem hohen Malergestell und den Leitern verhielten sich die Kinder diszipliniert, ohne dass wir eine Regel zu deren Gebrauch herausgeben mussten. Auch Kinder, welche zuhause viel Gamen, sind fürs „Klötzlibauen“ total zu begeistern, was wiederum mich begeisterte!

Tobias hat dazu ein cooles, sehr sehenswertes Video erstellt- in stundenlanger Arbeit – ich staune einmal mehr über meinen Sohn:

Und in Slow Motion:

In den Pausen hörten die Kinder jeweils etwas von der Bibel, zum Beispiel die Geschichte des Turmbaus zu Babel und dort wiederum war ich erstaunt, wie aufmerksam und vorurteilslos die Kinder zuhörten und wieviel sie generell von der Bibel wussten. Es gab ein Jahr, an dem wir die damals geplante Legostadt nicht durchführen konnten, weil es seitens der Erwachsener Bedenken gab, wegen der biblischen Pausen-Geschichten. Doch die Bibel gehört meiner Meinung nach zu unserer schweizerischen Kultur und es schadet keinem Kind, wenn es Geschichten daraus kennenlernt. Es sind meistens die Erwachsenen, welche „kompliziert tun“ und von „missionieren“ reden, wenn es um dieses Thema geht. Die Kinder selber hören gespannt zu, egal ob es sich um ein Grimmmärchen oder um eine biblische Geschichte handelt und fühlen sich überhaupt nicht bedrängt.

Meinem Mann und mir macht es Freude, uns in die Kinder zu investieren. Der Ferienpass selber ist sowieso eine unterstützenswerte Einrichtung, damit Kinder, denen es langweilig wäre in den Sommerferien, ein sinnvolles Freizeitangebot nutzen können. Wir hoffen, dass wir das, was wir nicht nur im Ferienpass, sondern auch sonst in Kinderleben säen, einmal ernten dürfen in Form von Erwachsenen, welche ihren Weg im Leben gefunden haben und sich ebenfalls wieder für die Allgemeinheit sinnvoll einsetzen.