Canyonland, Monument Valley, Lake Powell, Grand Canyon, 4. Teil USA, 22. – 26. Juli

Samstag, 22. 7.

Sowohl im Pool des Campings KOA Moab, wie auch am nahe gelegenen Ken’s Lake lässt es sich herrlich baden. Wir sind froh drum, denn die Durchschnittstemperatur auf unserer gesamten Reiseroute beträgt immer gegen 35-40 Grad.  (Durchschnitt – es war auch mal kühler oder heisser als 40) Beim See weht ein kühles Windchen.

Später fahren wir mit dem Camper durchs Canyonland. Eine bequeme Art, aber von den diversen Parkplätzen (Outlooks) sieht man wirklich toll in die faszinierende Schluchtenwelt. Es ist uns schlicht zu heiss für eine Wanderung. Vom Camping aus bis zum Eingang des Nationalparks fahren wir 45 Min. Bis zum hintersten Aussichtsort sind es 1 Std. reine Fahrzeit.

 

Sonntag, 23. 7.

Wir baden nochmals im Pool und fahren dann weiter zum Monument Valley. Die Fahrzeit beträgt mit dem Camper ungefähr 2.5 Std. Wir haben in unserem Reiseführerbuch gelesen, dass man sich am Infodesk nach Jeeptouren erkundigen kann, denn mit dem RV Camper können wir die Strassen rund um die imposanten felsigen Berge nicht befahren. Doch wir müssen einmal ums gesamte Visitorcenter laufen und entdecken dann den Infodesk im Untergeschoss, wo man uns aber nicht wirklich Auskunft geben kann über diese Jeeptouren. Wir sollen uns draussen auf dem Parkplatz bei den Jeeps selber grad erkundigen. Dort sind verschiedene Anbieter von solchen Touren – man könnte auch das Ganze auf einer Reittour erkundigen. Wir haben einen Reiseführer von diesem Jahr, die Preise sollten also aktuell sein. Sind es aber nicht. Die Navajo Indianer wollen 85 Dollar pro Person verlangen. In unserem Buch steht, 60 Dollar seien ok. So handeln wir den Preis auf diese 60 Dollar herunter. Die Tour lohnt sich. So sehen wir nicht nur die bekannte Filmkulisse so manch eines Westernfilms als Skyline, sondern auch von Nahem. Wir bemerken auch ein paar Lehmhütten, in denen bis heute ein paar Navajos leben. Doch so abgeschieden leben sie nicht, denn quasi vor ihrer Haustüre schlängeln sich Jeeps und Privatautos vorbei und hunderte Kameras klicken in der Vorbeifahrt. Wir entdecken Wildpferde und ich sah ein Tierskelett am Wegrand liegen

Auf der Strecke halten wir ein paarmal an und die Navajofrau erzählt uns indianische Mythen zu den Felsstrukturen. Auf einem Felsen posiert dauernd ein Cowboy und stellt damit eine Filmszene nach. Wer will, kann ihm 2 bis 5 Dollar bezahlen. Also das Ganze ist sehr touristisch aufgezogen. Wir merken je länger je mehr, dass uns diejenigen Nationalparks am besten gefallen, welche nicht derart stark von den Touristen überlaufen sind. Die Souvenirs, welche angeboten werden, ähneln sich überall ein bisschen und sind sehr teuer. Uns sagt das Angebot nicht wirklich zu.

Unser Campingplatz „Gouldings Campground“ liegt inmitten des Nationalparks. Leider aber bekommen wir einen Übernachtungsplatz zugewiesen, der sich eher auf einem Parkplatz ausserhalb des eigentlichen Campings, als unter einem lauschigen Baum mit Aussicht auf die tolle Bergkulisse befindet. Vielleicht waren wir zu spät dran mit der Buchung dieses Platzes. Auf unserem Platz stinkt es. Ein wilder Hund hat dort sein Geschäft verrichtet. Die Internetverbindung ist lausig. Die Sanitäranlagen veraltet und der Innenpool ist mehr ein Kinderplanschbecken, als zum Schwimmen geeignet und sehr kalt. Doch der Camping hat auch seine Vorteile: er ist verbunden mit einem Motelgelände und einem Museum, wo man den Pionieren Gouldings auf die Spur kommen kann. Das Ehepaar Gouldings kam um 1920 nach Monument Valley. Sie hatten vor, hier Schafszucht zu betreiben, gründeten dann aber ein Postbüro und ein Verkaufsgeschäft. Sie handelten mit den damals dortig ansässigen Paiute Indiandern. 1930 holten sie Hollywood ins Monument Valley und der erste Film von vielen, entstand. „Stagecoach“ mit John Wayne, den wir dann am Abend auch im Filmgebäude dieser Siedlung anschauen. Zwischendurch ist es uns aufgrund der zu stark eingestellten Klimanalage zu kalt im Gebäude und wir fliehen nach draussen. Gerade rechtzeitig, um den Sonnenuntergang in dieser nostalgischen Kulisse mit zu erleben. Sozusagen vom Film in die Realität, welche aber – sieht man von den Autos ab – immer noch wie zu diesen Filmzeiten aussieht.

 

Montag, 24. Juli

Geburtstag unserer ältesten Tochter zuhause. Wir gratulieren ihr nach unserer amerikanischen Zeit bereits am 23. Juli. 😉

In der Nacht und am Morgen regnet es. Eine kurze Regenpause benutzen Andy und ich, um direkt vom Camping aus ein bisschen den Hügel hinauf zu spazieren. Etwa 10 Gehminuten entfernt, befindet sich ein schöner Arche (natürlicher Felsbogen, wie im Arches Nationalpark). Die ganze Zeit werden wir begleitet vom wilden Hund und ich fühle mich irgendwie wie beschützt. Ich habe das Gefühl, er mag uns, obwohl wir ihn weder streicheln noch füttern.

Vor der Weiterfahrt besichtigen wir das Gouldings Museum. Es befindet sich im ersten Wohnhaus des Ehepaars, welches 1981 (Harry) und 1992 (Mike) verstarb.

Nach ca. 2.5 Std. Fahrt mit dem Camper, erreichen wir die ersten Anbieter von Touren in den Antelope Canyon. Uns erscheint das Ganze nicht sehr professionell. Wir erhalten die Infos, welche wir wünschen in spärlicher, verwirrender Art und Weise. Also entschliessen wir uns, zum Camping Page Lake Powell zu fahren und dort zu schauen, ob wir uns einer Tour zur oberen oder unteren Schlucht anschliessen können. Die Uhren können wir übrigens wieder eine Stunde zurück stellen. Auch für diese Ausflüge sind die Preise unseres Reiseführerbuches (aktualisiert in diesem Jahr 2017) nicht mehr aktuell. Sie betragen für den Upper Antelope zwischen 50 bis 170 Dollar pro Person. Dies erscheint uns etwas viel und wir entscheiden uns für eine wesentlich günstigere Tour im Lower Antelope für 25 Dollar pro Person plus Parkingebühren. Der Unterschied ist dieser: das Lower Antelope ist eine V Form und man bewandert es zuunterst. Das Licht fällt spärlich hinein, was aber eine sehr mystische Stimmung erzeugt. Im Upper Antelope wandert man in einer etwas weiteren, helleren Schlucht.

Wir können grad noch kurz etwas trinken, uns mit Sonnencrème einschmieren, die Wanderschuhe anziehen und schon startet unsere Tour mit dem Navajomann Jonah. Wir spazieren zusammen zum Treppenabgang in die Schlucht und müssen dort dann aber etwa eine halbe Stunde warten, weil sich vor uns ein Car voll Asiaten befindet. Diese bekunden Mühe, mit ihren „Schläppli“ (Sandalen, leichte Halbschuhe), die Treppen hinunter zu steigen. Wir benutzen die Wartezeit, Jonah zu seiner Kultur, Traditionen, Sprache, früherem und heutigen Leben zu befragen. Er erzählt bereitwillig und erzählt auch sonst manch Interessantes zur Schlucht, welche zufällig von einem Kind entdeckt wurde, dessen Ziege, welche es zu hüten hatte, entlaufen war. Wir haben schon manche Tropfsteinhöhlen der Welt besichtigt. Aber was wir hier am Boden dieser Schlucht oder „Kamins“ entdecken, haben wir noch nie gesehen. Nach jeder Kurve staunen wir erneut. Das Farbspiel der orange-gelb-braun-grau-beig-schwarzen Felsen ist überwältigend. Atemberaubend. Dies übertrifft unsere vorherigen Favoriten der anderen Nationalparks. Klar, jeder Park birgt seine einzigartig, unverwechselbare Schönheit. Doch sowas wie hier – verschlägt jedem Schreiberling die Sprache. Dafür knipsen wir eine riesige Menge an Fotos. Jonah ermutigt uns, sich Zeit zu lassen – wir müssten uns überhaupt nicht beeilen. Und er stellt sich als fachkundiger Fotograf heraus und zeigt uns für jede Kamera und jedes Handy die optimale Einstellung und knipst und hie und da als Familie.

Das ganze Gebiet hier nennt sich Glen Canyon. Dazu gehört auch der atemberaubende Aussichtspunkt Horseshoe Bend. Der Fels sieht wirklich aus wie ein Riesen-Pferdehuf, der sich ins Wasser gesetzt hat. Auch hier sind wir nicht die einzigen Touristen. Ein paar wagen sich so weit wie möglich an den Abgrund, um möglichst spektakuläre Fotos schiessen zu können. Dies lässt nicht nur mich den Kopf schütteln, sondern sogar auch Tobias, unseren 16 jährigen Sohn. Auf den Fotos sieht man doch gar nicht, ob man einen Meter weiter vom Abgrund steht, als genau an der Kante. Es kommt auf die Perspektive drauf an….. Ich kann fast nicht hinschauen. Das Gebaren mancher Touristen ist fast genauso atemraubend, wie die tolle Aussicht.

Ob der Grand Canyon uns morgen noch mehr beeindrucken kann, als das Lower Antelope?

Dienstag, 25. Juli

Wir frühstücken im Mac Donald, was mir auf Facebook mehr Kommentare beschert, als irgendwas sonst, das ich über unsere Amerikatour teile. Wir Schweizer sind halt amüsiert darüber, dass man in einem Mac Donald frühstücken kann. Das kann man bei uns nicht. Es ist nicht so ungesund, wie uns und diesem Geschäft „vorgeworfen“ wird. Die Pancakes sind Pancakes, die Eier sind Eier, die Früchte im Müesli normale Früchte….

Wir müssen im Walmart einen Teller, Abwaschlappen, Feueranzünder und Backofengeschirr kaufen, was zur Camperausrüstung gehört und wir kaputt gemacht haben. (Billige Ware) Anschliessend besichtigen wir den Glen Canyon Dam. Das ist der Damm zum Lake Powell. Auch der Grand Canyon wird von diesem Wasser gespiesen.

Wir fahren heute mit dem Camper ca. 3.5 Std. Eingeschlossen in diese Zeit ist die Fahrt durch den gesamten Grand Canyon Nationalpark. Wir bestaunen beim Watchtower und an diversen Aussichtsplätzen die grandiose Aussicht und die enorme Tiefe, welche wir nicht zu schätzen vermögen. Gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang erwischen wir einen Shuttle zum Yaki Point. Was für ein romantischer Sonnenuntergang. Leute klatschen sogar und eine Frau spielt Amazing Grace auf der Flöte. Irgendwie kitschig und doch echt berührend.

Wir kommen spät an beim KOA Circle Pins Camping in Williams. Leider liegt er eine Autofahrstunde vom Grand Canyon entfernt. (In den 3.5 Std. oben eingerechnet). Wir fanden nichts Näheres. Für Spätankommende liegt jeweils eine Infoschrift an der Pinnwand vor der geschlossenen Recéption bereit.

Mittwoch, 26. Juli

Weil wir uns noch ordentlich einchecken müssen und der Empfang erst um 8 Uhr öffnet, können wir nicht allzu früh starten, für unseren zweiten Ausflug in den Grand Canyon. Entgegen unserer Befürchtungen, hat es noch genügend RV Parkplätze so gegen 10 Uhr beim Visitor Center. Das Warten auf die Shuttle Busse, welche einen an die diversen Aussichtspunkte führen, wird allerdings zur Geduldsprobe. Es ist eben nicht möglich, mit dem Privatauto jede Strasse zu befahren. Jedenfalls in den Sommermonaten. Im Winter ist dies anders. Nicht immer mögen wir auf freie Plätze in einem Shuttle warten, sondern wandern hie und da den Klippen entlang. Dies auf sehr gut ausgebauten, ungefährlichen Wegen. Wir wagen uns im Gegensatz zu anderen Touristen nicht über Abschrankungen und verzichten darauf, möglichst spektakuläre Bilder am Abgrund zu knipsen. Unser Leben ist uns zu teuer. Mit der Zeit wird es immer heisser zum Wandern. Beim Aufstehen zeigte das Thermometer noch erstaunlich kühle 15 Grad – wir befinden uns immerhin auf etwa 2’100 Meter über Meer – aber die Temperaturen steigen im Tagesverlauf schnell auf gegen 30 Grad.

Am Abend mache ich nochmals eine Wäsche, dann geniessen wir die weiteren super Infrastrukturen dieses Campings. Das heisst, wir spielen Minigolf, schauen den Kindern beim Trampolinspringen zu, Tobias fährt Go Cart. Es ist der beste Camping, den wir je erlebten – nicht nur in Amerika. Leider ist der Pool defekt. Und die nahe Autobahn und der Zug, der selbst nachts hie und da laut hupt, nerven. Die Mitarbeiter aber sind allesamt sehr freundlich und aufmerksam. So können wir diesen Ort nur wärmstens empfehlen. Er bietet auch Tipis und Bungalows.

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Kobolden und Brücken, USA, 3. Teil, 19. – 21. Juli 17

Mittwoch, 19. 7.

Wir frühstücken feine, hausgemachte Pancakes mit Speck auf dem KOA Bryce Valley Cannonville Campingplatz und tauschen uns dabei mit einem deutschen Ehepaar aus. Er ist pensionierter Lehrer, sie aktive Schulleiterin.

Die Weiterfahrt mit dem  Camper führt uns durch den Staircase Escalante National Monument Park. Wir wandern zum 1.15 Std. lang durch die brütend heisse Wüstensonne – links und rechts türmen sich imposante Felswände – und sind, obwohl wir wussten, dass da ein Wasserfall kommen wird, überrascht, als wir uns plötzlich fast frieren, weil wir uns an einem Schattenplatz vor dem Calf Creek Falls wiederfinden, dessen vom Winde verwehte Gischt uns ansprüht. Trotzdem wir bereits durch diese Gischt abgekühlt sind, wagen wir ein sehr erfrischendes Bad im natürlichen Pool vor dem Wasserfall. Wir wissen ja: 1.5 Std. Rückwanderung in der immer noch heissen Sonne erwartet uns. Das Wetter ist etwas unsicher. Es wurden Sturmwinde und Gewitter gemeldet. Doch mehr als drohende Wolken und ein paar winzige Regentropfen erleben wir nicht.

Zwischen dem letzten Campingplatz, dem Bryce Valley Cannonville und unserem nächsten Übernachtungsplatz, dem Thousand Lake RV Pak in Torray liegen insgesamt ca. 2. Std. 15 Min. Trotz des Namens 1000 Seen, entdecken wir keinen einzigen. 😉 Aber im Grunde genommen, gibt es nichts zu bemängeln an diesem Campingplatz, wie auch an den vorherigen nicht. Der Pool ist leider aufgrund der Wetterunsicherheit geschlossen.

Andy grilliert – ich koche Teigwaren dazu und Gemüse und mache unsere zweite Wäsche seit unserer Reise.

 

 

Donnerstag, 20. 7.

Wir frühstücken wieder fein. Dieses Mal sind es vom Campingplatz aus selbstgebackene Muffins in 4 verschiedenen Sorten.

Wir fahren weiter durch den Capitol Reef Nationalpark und wandern dort zum zur Hickman Bridge. Dies ist eine etwa 40 Meter lange, natürliche „Brücke“. Auch heute wandern wir nicht an einem kühlen Tag. 😉 Doch die verschiedenen Felsformationen und unser Ziel, diese Hickman Bridge, entschädigen uns für die schweisstreibende Wanderung. Insgesamt sind wir 1.5 Std. unterwegs.

Wir fahren mit dem Camper weiter zum Goblin RV, welches sich nach Hanksville befindet. Und was wir hier erleben, sprengt alles, was wir bisher gesehen und erlebt haben! Wir befinden uns in einer surrealen Welt, umgeben von versteinerten Gnoms, oder wie es mir vorkam: versteinerte Krieger aus Narnia. Natürlich kann sich jeder selber vorstellen, was die fantastischen Säulen, Köpfe, Gestalten, darstellen können. Ein absolutes Märchenparadies für Kinder – oder Erwachsene, welche noch ein kleines bisschen Kind geblieben sind. Dies gäbe eine grandiose FilmkulisWeitse für irgendeinen Science Fiction oder Fantasiefilm. Auf dem Abendspaziergang fühlen wir uns im wahrsten Sinn „ab von dieser Welt“. Hier wäre der funkelndste und klarste Sternenhimmel der USA zu bestaunen. Leider erleben wir ihn wolkenverhangen.

Wir übernachten hier am bisher einfachsten Campingplatz. Ohne Strom- und Wasseranschluss und ohne Internet und Telefonempfang (Tobias hat ja eine US SIM Karte), aber es hat ein Sanitärgebäude mit Duschen und Toiletten.

Mir gefällt dieser Park bisher am besten – sogar mehr als der Bryce Canyon. Einfach, weil er so total anders ist, als ich es bisher auf Fotos sah. Wie eine ganz persönliche Neuentdeckung. Und auch deswegen, weil auf dem Campinplatz hier eine familiäre Athmosphäre herrscht, denn er ist noch nicht so bekannt unter den Reisenden…..

 

Freitag, 21. 7.

Weiterfahrt zum Arches Nationalpark. Hier sind wir natürlich im Gegensatz zu gestern wieder inmitten des Massentourismus. Doch wir verlassen die rollstuhlgängigen Pfade und nehmen einen, der als schwierig ausgeschrieben ist. Wir vermuten, dass das amerikanische „schwierig“, nicht dasselbe wie das unsrige, berggewohnte ist. Denkste… habe ich schon ein paarmal im Blog festhalten müssen…. Der Wanderweg stellt sich wirklich als grosse Herausforderung heraus und ich wundere mich, wie die Kletter- und Rutschpartien von jenen Menschen bewältigt werden kann, welche bloss mit Sandalen oder Ballerinas beschuht sind. Ich bin so froh um meine Mammutwanderschuhe mit festen, griffigen Sohlen, aber auch um meine vier starken Männerhände 😉 , welche mir hie und da zu Hilfe kommen müssen. Das Schlimmste war nicht die Gratwanderung für mich, obwohl ich nicht schwindelfrei bin und auch nicht die Klettereien, auch nicht die heisse Wüstensonne und noch nicht mal das unfreiwillige Bad in fast hüfthohem Wasser (und das Weiterwandern in pflotschnassen Schuhen)…. Sogar dass wir die Steinmanndli, welche den Weg markierten, hie und da suchen und uns nicht ausmalen wollten, was wäre, wenn wir uns verirren würden… Nein, das alles war nichts gegen die eine Partie am Fels, den wir queren mussten und der rutschig war. Es war kein eigentlicher Weg, aber wir mussten da durch. Die schräge Felswand queren wollte ich, indem ich mich an den Fels lehnte und nur mit den Aussenseiten der Schuhe aufstand. Das war natürlich zu rutschig. Doch ganz aufzutreten wagte ich nicht, weil ich mich auf diese Weise nicht mehr ganz so schräg an die Felswand schmiegen konnte. Doch ich musste es wagen, die Füsse ganz aufzustellen und voll auf den Halt der Wanderschuhe zu vertrauen. Das war für mich wirklich etwas zuviel Action. Ich hatte nur noch pure Angst. Da erwies sich Tobias, mein Sohn als wirklicher Helfer in der Not. Er sprach fest und beruhigend auf mich ein, fasste mich mit starker Hand, zeigte, wo meine linke Hand am Fels Halt finden konnte und stützte mich einmal gar mit einem Fuss. Sogar Andy, dem ja solche Touren sonst überhaupt keine Schwierigkeiten bereiten, brauchte einmal die Hilfe von Tobias. Gott-sei-Dank haben wir alle Strapazen gut überlebt, hatten auch genügend zu Trinken dabei. Diese Wanderung dauerte 3 Std.

Lieber Blogleser: solltest du dies hier lesen, weil du auch eine Wanderung im Arches Nationalpark planst: der Devils Garden lohnt sich auf jeden Fall. Auf breiten Pfaden sieht man den Tunnel, Pine Tree, Landscape, Partition und Navajo Arch. Erst ab da beginnt der wirklich schwierige Teil zum Double O, Dark Angel und Private Arch. Glaube mir: auch wir dachten zuerst, als wir die Leute beim ersten Felsen hinaufklettern sahen, das sei ja nichts für uns berggewohnte Schweizer. Wir wandern wirklich viel. Nein, dieser erste Felsen war wie oben beschrieben, noch nicht die wirkliche Herausforderung. Es wird einfach nur noch krasser. Falls dir das nichts ausmacht: nimm auf jeden Fall genug Wasser mit und trag keine anderen, als gute Wander- oder Treckingschuhe.

Und über die Arches – also die natürlichen Brücken habe ich ja noch gar nichts gesagt. Ziel dieses Nationalparkbesuches. 😉 Ja, sie sind beeindruckend. Aber sie kommen bei mir nicht an die Gobelin-Kobolde ran.  😀

Insgesamt dauerte unsere heutige Fahrt bis zum KOA Campingplatz Moab 3 Stunden. Aber in dieser Zeit ist die Fahrt (eine halbe Stunde ein Weg) durch den Nationalpark mit eingerechnet.

Auch dieser Campingplatz hat wieder einen Pool, den aber nur Andy benutzt, denn das Wetter verschlechtert sich. Nun regnet es ziemlich stark und wir essen das erste Mal im Camper drin.

Fotos sind übrigens immer von Tobias (16) und mir – durcheinandergewürfelt….