Zum Weltkatzentag 2018: Warum soll man Freigänger-Katzen kastrieren?

«Büsis» sind härzig und gehören zu den beliebtesten Haustieren. Hochrechnungen zufolge, leben ca. 1,5 Millionen Katzen in der Schweiz. Dürfen sie die Natur frei erkunden, werden sie Freigänger genannt.

Der Tierschutzverein Nidwalden führt regelmässig Katzenkastrations-Aktionen für herrenlose Tiere durch. Warum liegt dieses Thema dem Verein derart am Herzen?

Beeindruckende Zahlen und Fakten

Nebst denjenigen Tieren, die von Menschen betreut, geliebt, gestreichelt, gefüttert und je nach Besitzer geimpft und/oder kastriert werden, gibt es in der Schweiz hunderttausende streunende Katzen, für die sich niemand verantwortlich fühlt. Sie leben meist schlecht als recht auf Bauernhöfen oder suchen Zuflucht in Schrebergärten. Ab dem Alter von 5 Monaten ist eine Kätzin gebärfähig. Zwei bis dreimal pro Jahr, schenkt sie bis zu 7 Katzenbabys das Leben. Schätzungen gehen davon aus, dass verwilderte Katzen gesamtschweizerisch jährlich bis zu 300’000 Katzenbabys gebären. Dieser Zahl stehen ungefähr 150’000 Todesfälle pro Jahr entgegen. Das bedeutet, dass die Katzenpopulation in der Schweiz jährlich um mindestens 150’000 Katzen zunimmt. Leider ziehen gewisse Menschen daraus den Schluss, dass sie Katzen töten dürften, weil es ja sowieso zu viele von ihnen hätte. Network for Animal Protection (NetAP) und die Stiftung für das Tier im Recht (TIR), gehen von jährlich mindestens 100’000 Katzen aus, welche illegal getötet werden. Gemäss Schweizer Tierschutzrecht darf die Tötung von Tieren nur durch fachkundige Personen erfolgen und nicht ohne Betäubung. Verboten sind beispielsweise das Ertränken oder Aussetzen von unerwünschten Tieren.

Das Streunerleben ist nicht einfach

Hunger, Krankheiten, Biss-Verletzungen, die häufigen Geburten und Unfälle machen herrenlosen Katzen das Leben schwer. Hygieneprobleme und der Nahrungsmangel führen zu Stress und zur Ausbreitung von Krankheiten. Deshalb sterben viele Tiere qualvoll, denn für eine medizinische Behandlung fühlt sich ja niemand zuständig.

Vorteile einer Kastration

Kastrierte Katzen sind nachweislich ausgeglichener, gesünder, menschenbezogener und haben kleinere Reviere. Wenn die Population von Freigänger-Katzen vermindert wird, kommt dies den Vögeln und Amphibien zugut, deren Bestände teilweise bedrohlich zurückgehen. Zudem wird der Ausbreitung von Katzenseuchen entgegengewirkt.

Kastrationsaktionen und Petition

Der Schweizer Tierschutz (STS) und andere Organisationen wie NetAP, kastrieren zusammen mit ehrenamtlich tätigen Tierärzten und Vereinen jährlich 20’000 Katzen. Weil diese Aktionen dem Problem nicht beikommen, wurde am 12. Juni in Bern eine Petition für eine Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen in der Schweiz mit 115’567 Unterschriften eingereicht. Die Initianten schreiben: «Die aktuell geltenden Rechtsvorschriften greifen zu kurz. Aus diesem Grund fordern die Initianten und Unterzeichnenden die Schaffung einer schweizweit geltenden Regelung, die sämtliche Halter von Freigänger-Katzen verpflichtet, diese von einem Tierarzt kastrieren zu lassen. Wir hoffen, dass die Bundesversammlung die Notwendigkeit einer Kastrationspflicht erkennt und entsprechend handeln wird, damit das Katzenelend in unserem Land nachhaltig und tiergerecht bekämpft werden kann.»

Regula Aeppli-Fankhauser

Dieser Artikel erschien am Weltkatzentag, 8.8.18 im Nidwaldner Blitz

 

 

 

 

 

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Katzenjammer

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Als Kind wünschte ich mir immer, ein Kätzchen haben zu dürfen. Doch ich reagierte allergisch auf Katzen und zudem waren meine Eltern der Meinung, dass eine Katze Auslauf benötigen würde und dies in einem Hochhaus nicht möglich sei.

Ich erhielt dann zwei Hamster, welche aber beide schon bald krank wurden und nicht lange lebten.

Auf meinen 10 Geburtstag erhielt ich trotz meiner Tierhaarallergie ein Meerschweinchen. Meine Eltern meinten, wir könnten es ja versuchen und wenn ich zu stark reagieren würde, müsste ich das Tier halt wieder zurückgeben. Das Tierchen hatte lange Zeit nach der Geburt Probleme mit dem einen Auge und benötigte tägliche Waschungen mit Kamillentee. Zudem war das eine Auge mit schwarzem Fell umgeben, so dass man hätte meinen können, es trüge eine Augenklappe. Damals war Mosche Dajan, ein israelischer Politiker, welche täglich Mediengesprächsthema war. Gleichzeitig weilte meine Schwester in einem israelischen Kibbuz. So kam es, dass mein Meerschweinchen den Namen Moschi bekam. 😉 Bild

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Auf alle anderen Meerschweinchen reagierte ich allergisch, aber auf meinen Moschi nicht. Das heisst nur, wenn ich ihn allzu lange streichelte. Sobald die Nase zu laufen begann, meine Stimme heiser und meine Augen rot wurden, schlugen meine Eltern Alarm und bevor sie die Warnung aussprechen konnten, meinen Moschi zurückzugeben, legte ich ihn ins Kistchen zurück und erholte mich… Wir erlebten 10 glückliche Jahre und ich war sehr traurig, als ich in meinem 20igsten Altersjahr von ihm Abschied nehmen musste.

Als Andy und ich heirateten, kauften wir uns einen Wellensittich. Ein Leben ohne Haustiere wollte ich mir nicht vorstellen… Zippy (Zippora hebräisch für Vögelchen) war auch dann mein Liebling, als andere Wellensittiche hinzukamen oder wieder von uns gingen. Er war der Einzige, welcher ab und zu auf meine Schulter kam. Auch unser Zippy wurde um die 10 Jahre alt!!

Seit etwa 10 Jahren gehört ein Pflegehund zu unserer Familie. Wir hüten sie bis zu dreimal pro Woche. Jala fühlt sich bei uns wohl.

In all‘ den Jahren begleitete mich der Wunsch, nach einer Katze als Haustier. Auch unsere drei Kinder äusserten oft den Wunsch, ein Kätzchen in unsere Familie aufzunehmen. Doch unser Jüngster und ich leiden beide an diversen Allergien. So strich ich diesen Wunsch aus unserem Familienwunschzettel.

Mit den Jahren allerdings stellte ich fest, dass sowohl unser Jüngster wie ich, nicht auf alle Katzen allergisch reagieren. Wir konnten kein Muster feststellen. Es kam vor, dass unsere Nasen zu laufen begannen, die Augen rot wurden und wir beide mit Atemnot reagierten, kaum waren wir bei jemandem auf Besuch und weit und breit war keine Katze zu entdecken. Aber jedesmal, wenn wir solche Symptome entwickelten, wurde uns bestätigt, dass Katzen zum Haushalt gehören würden. Doch als es hie und da vorkam, dass wir Katzen auf Besuchen streicheln konnten, ohne allergisch zu reagieren, reifte in uns erneut der Wunsch nach einer eigenen Katze.

Als sich dann die Gelegenheit bot und sich das  Minouchbaby bei einem Bekanntenbesuch so richtiggehend „aufdrängte“ (von diesem Wurf zerrte nur er an unseren Hosenbeinen und wollte dauernd hochgenommen werden), konnten wir den Versuch wagen, denn die Bekannten sicherten uns zu, dass wir das Katerchen jederzeit zurückgeben könnten, sollten wir auf ihn allergisch reagieren.

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„Darf ich mich vorstellen? Ich bin Minouch und möchte bei Aepplis wohnen.“ So kam es uns vor, als er als einziges Katzenbaby zu uns hochblickte.

Das Wunder geschah: Tobias (unser Jüngster) und ich reagierten nicht allergisch auf Minouch und so gehört er nun seit Dez. 2012 zu unserer Familie.

In der Nacht zum Auffahrtstag geschah nun etwas Schlimmes: Minouch verunfallte. Wie und was genau geschah kann er uns nicht erklären. Feststeht, dass sein Hüftknochen aus der Pfanne ausgerenkt wurde und zudem noch angebrochen ist. Minouch ist nun seit dem Auffahrtstagabend (29. Mai 14) in der Tierklinik Luzern. Morgen wird er operiert. Der Knochen wird abgeschliffen und in die Pfanne zurückversetzt. Wir hoffen, dass alles komplikationslos verläuft und wir ihn bereits morgen wieder heim holen können. Weiter hoffe ich, dass alles tip top verheilt, so dass er sein gwundriges Katzenleben wieder voll und ganz geniessen kann und dass er die gefährliche Situation, welche zum Unfall führte, in Zukunft meiden wird!

Momentan habe ich selber den Katzenjammer. Ich fühle mich elend, mache mir Sorgen und bedaure Minouch, wie er da so alleine in dieser langweiligen Box liegen und abwarten muss, dass die Geschwulst so stark zurückgeht, dass operiert werden kann. Ich besuche ihn jeden Tag, vermisse ihn aber zuhause extrem. Unserem Jüngsten ergeht es genauso. Kaum hören wir Zwei was zum Thema „Arzt, Unfall, Medikamente, Schmerzen, Tier“ etc. jammern wir beide auf und seufzen gleichzeitig „Minouch“….. 😦 Die Töchter sind beide grad nicht zuhause (die eine weilt im Auslandstudiensemester und die andere ist auf Maturareise und weiss noch nichts von all dem.

Obwohl ich mir meiner Tierliebe bewusst war, habe ich mich während der vergangen Tage über mich selber gewundert. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass mir ein Tierli so stark ans Herzen wachsen könnte. Ich habe vorher immer gedacht, dass ich bestimmt nie viel Geld ausgeben würde, um einer Katze per OP’s zu helfen. Ein Tier ist ein Tier und kein Mensch. Tja – ha – bis es dann die eigene, geliebte Katze ist…. Wie könnte ich ein „Familienmitglied“ einschläfern lassen, bloss weil es eine Verletzung hat, welche wieder so gut ausheilen kann, dass hoffentlich sogar kein dauerhaftes Hinken zurückbleiben wird?

Ja, Minouch bleibt ein Tier – er ist kein Mensch. Und doch gehört er seit 1.5 Jahren fest zu unserer Familie und hat einen grossen und tiefen Platz in unseren Herzen eingenommen. Dieser Platz gehört für immer ihm.

Selbst Jala, unser Pflegehund ist ein Herz und eine Seele mit Minouch. Wir gehen oft zusammen spazieren. Bild

Doch – bis es ihm wieder ganz gut geht, leiden wir mit ihm mit…. Bitte helft morgen Dienstag, 3. Juni an ihn zu denken, wenn er um die Mittagszeit rum operiert wird. Danke.

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