Mein Geburtstagsgeschenk an mich

Auf meinen heutigen Geburtstag (28.10.20) erfülle ich mir selbst einen Herzenswunsch, einen Lebenstraum: ich habe 5 meiner Kindergeschichten veröffentlicht. Sie sind ab heute zum Preis von CHF 7.50 bei mir persönlich erhältlich, plus Porto, im Buchhandel für CHF 10.50 oder Euro 6.99.

Geheimnisvolles Nidwaldnerland –

Mysterious Nidwaldnerland

Auch als E-Book ist es erhältlich. Die ersten 14 Tage zum Sonderpreis von Euro 2.99, nachher Euro 3.99

Wie es der Titel bereits erahnen lässt, sind meine Geschichten zweisprachig. Auf der linken Seite Deutsch und auf der rechten Englisch.

Handlungsort und Sprache

Meine fünf Kurzgeschichten für Kinder handeln im Kanton Nidwalden. Ich lasse darin die Eigenart der Innerschweiz und seine Traditionen lebendig werden. Michaela O’Connor, eine Freundin, hat die hochdeutschen Texte ins Englische übertragen.

Inhalt meiner Geschichten

Die Dinosauriergeschichte spielt im Sommer und beinhaltet den Fakt, dass bei der erwähnten Felswand in Beckenried tatsächlich mehrere Dinosaurierspuren zu sehen sind.

Das grösste Schweizer Geldstück, der Fünfliber, spielt eine wichtige Rolle für das Kindergartenkind in meiner Wintergeschichte.

Was ist ein Butzi? Es handelt sich um einen wilden Mann, der jeden Herbst in Nidwalden zum Leben erweckt wird und den ihr dann leibhaftig treffen könnt, so wie Nena aus meiner Geschichte.

Dass der Samichlais (Sankt Nikolaus) in manchen Nidwaldner Ortschaften jeden Haushalt ohne Voranmeldung besucht, ist weltweit einzigartig.

Zum jährlichen Weihnachtsmarkt in Stans, gehört die «lebendige Krippe». Die Krippenszene wird durch Erwachsene, Kinder und sogar Tiere dargestellt. Dabei erlebt ein junger Krippendarsteller, dass für ihn die Krippe auf eine aussergewöhnliche Art noch lebendiger wird.

Kinderbuch mit Fotos

Für diese Kinder-Geschichten habe ich die passenden Fotos selber geknipst. Ich kann mir mein Werk zum Vorlesen, als erstes Lesebuch und als Lehrmittel im Fremdsprachenunterricht vorstellen. Besonders interessant ist, dass die Originalschauplätze auch besichtigt werden können. Wie schön, wenn Familien zum Beispiel die Dinosaurierwand in Beckenried aufsuchen und zusammen die Geschichte «Die geheimnisvolle Türe ins Dinosaurierland» lesen würden.

Nidwalden Tourismus unterstützt mich sehr. Danke. (Klickmich) And in Englisch: (clickme)

Die alte Dame und der verlorene Fünfliber – eine Kindergeschichte

Eine Bettmümpfeligeschichte

Oh nein! Schon wieder begegnet Marion auf dem Kindergartenweg dieser seltsamen alten Frau. Sie ist schwarz angezogen, läuft gebückt an einem Stock und murmelt dauernd leise was vor sich hin. Gerade schimpft sie mit Kindern und fuchtelt mit ihrem Stock! Marion fürchtet sich vor ihr. Sie duckt sich in einen Hauseingang, bis die Frau humpelnd und murmelnd vorübergezogen ist.
»Mami, kennst du die alte schwarzgekleidete Frau? Ist das eine Hexe?«, will Marion am Mittagstisch wissen. »Aber nein«, antwortet die Mutter. »Diese Frau war früher Besitzerin eines Schmuckgeschäftes und ist eine sehr feine Dame. Ihr Mann ist kürzlich verstorben und nun fühlt sie sich wahrscheinlich einsam und spricht deswegen mit sich selber. Angst vor ihr brauchst du bestimmt nicht zu haben – eher ein bisschen Mitleid.« Am nächsten Morgen schneit es auf dem Weg zum Kindergarten ganz fest. Marion möchte so gerne eine der grossen, weissen Schneeflocken mit den Händen auffangen. Aber das geht nicht, denn in ihrer rechten Hand, welche in dicken Handschuhen steckt, hält sie ein Fünfliberstück fest umklammert. Das Geld muss sie im Kindergarten abgeben für die bevorstehende Kindergartenreise. Sie wollen zusammen eine Schlittenfahrt unternehmen. Das Geld hätte sie eigentlich in das Kindergartentäschchen packen sollen. Doch das war nicht zu finden, also trägt sie das Geld einfach so in ihrer Hand. Nun streckt sie die Zunge heraus und versucht so, eine Schneeflocke in den Mund zu bekommen.

Das Geld ist weg!
Aber was ist denn das? Noch ehe Marion versteht, was geschieht, liegt sie kopfvoran im tiefen Schnee neben dem Weg. Pascal und Severin, zwei Buben aus ihrer Kindergartenklasse, haben sie von hinten derart heftig geschubst, dass sie in den Schnee gefallen ist! Die Jungen johlen und werfen ein paar Schneebälle in ihre Richtung. Dann verziehen sie sich schleunigst. Denn von Weitem sehen sie die schrullige alte Frau! Marion steht langsam auf. Ihr Gesicht ist nass und fühlt sich sehr kalt an. Sie wischt sich mit den Händen den Schnee von der Kleidung und schluchzt leise. Aber wo ist denn der Fünfliber geblieben? Durch den Sturz hat sie ihn verloren und nun kann sie ihn nicht sehen im tiefen Schnee. »Hast du was verloren, Kind?«, hört sie plötzlich die alte Frau sagen. Ihre Stimme tönt angenehm beruhigend. Marion schaut auf und blickt ins Gesicht der Frau, von der sie sich doch fürchtet. »J– ja-a«, stammelt sie. »Mein Geld für die Kindergartenreise.« Die alte Frau stellt ihre Handtasche auf den Boden und stochert nun mit ihrem Stock im Schnee herum. »Hm – hast du es wirklich hier verloren? Es scheint aber nicht da zu sein?«, murmelt sie fragend. Marion schiessen erneut die Tränen in die Augen. Wenn sie die fünf Franken nicht im Kindergarten abgibt, kann sie nicht mitgehen zur Schlittenfahrt! Und was soll sie zuhause erzählen? Dass sie das Geld nicht in das Kindergartentäschchen gesteckt hat? Wie ein Häufchen Elend hockt sie sich nun in den Schnee. Zu allem Kummer wird sie nun auch noch zu spät in den Kindergarten kommen!

Unerwartete Hilfe
»Na, na«, brummt die alte Dame. »So schlimm ist kein Problem, dass man derart fest weinen und verzweifeln muss.« »Komm, ich gebe dir einen Fünfliber von mir. Wenn du mich das nächste Mal siehst, gibst du ihn mir einfach zurück. Einverstanden?« Was bleibt Marion anderes übrig, als zu nicken? Sie wird im Kindergarten das Geld abgeben können, aber zu Hause alles ihrer Mami erzählen müssen. Ihr bangt jetzt schon vor dem Donnerwetter. Seufzend steht Marion auf. Die alte Frau will ihr Portemonnaie aus der Tasche zücken und hebt sie deshalb vom Boden hoch. Doch was glänzt da an der Sonne, welche nun hinter den Wolken hervorblinzelt im von der Tasche plattgedrückten Schnee? Richtig! Der Fünfliber! Die Frau hatte, ohne es zu merken, ihre Tasche auf das Geldstück gestellt. Erleichtert lachen sie nun beide. Die alte Frau, die nicht mehr so „gfürchig“ wirkt, hilft Marion den Fünfliber in die Jackentasche zu versorgen. »So kannst du ihn nicht mehr verlieren, und wenn du schnell rennst, so bist du auch noch pünktlich!« Wie der Blitz rennt Marion in den Kindergarten. Froh gibt sie das Geld bei ihrer Kindergärtnerin ab.

Regula Aeppli-Fankhauser


Diese Geschichte von mir erschien in der Anthologie „An der Sonne“, Vidal Verlag  und im Nidwaldner Blitz vom 1. März 2018/Kinderbeilage

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