Geplant: Romantikweekend zu Zweit – Erlebt: Spezialwochenende in Grossfamilie, 1. bis 3. Sept. 17

Erstens kommt es oft anders und zweitens, als man denkt. 😉 (Redensart) Am Freitag schrieb ich auf FacebookBildschirmfoto 2017-09-04 um 17.40.08.png

Das Geschenk bestand aus einer Wonderbox. Man kann da aus mehreren Angeboten eines auswählen. Unsere Favoriten wären Übernachtungen in einer mongolischen Jurte, einem Baumhaus oder einem Nostalgiewagen gewesen. Für solche Angebote zogen wir ein warmes Sommerwochenende vor. Während des Sommers aber waren diese Angebote an den Wochenenden immer ausgebucht. Unter der Woche, hätte es noch freie Plätze gehabt, doch Andy wollte nicht extra frei nehmen. Also wählten wir eine Schweizer Region, welche wir noch nicht so gut kannten: das Wadtland und buchten, bevor der Gutschein (nach einem Jahr) ablief, ein Romantikweekend.
Ich wollte schon immer gern mal in einem Himmelbett übernachten und so wählten wir dieses Angebot aus. Es handelte sich bei diesem Übernachtungsplatz nicht um ein Hotel, sondern um ein Bed and Breakast.
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„Lustig“ war, dass wir sofort Part der dortigen Grossfamilie waren. Ich meine, wir haben weltweit schon verschiedene B&B’s erlebt. Meistens ist man als Gast in einem separaten Trakt, hat ein eigenes Bad/WC und einen eigenen Frühstücksraum, so wie in einem Hotel. Es gab einzelne Fälle, da waren wir auch am selben Frühstückstisch, wie die Gastgeber, aber nie zusammen mit ihnen, sondern immer zu einer eigenen Zeit. Und das Bad/WC haben unsere älteste Tochter und ich, an einem Mutter-Tochter-Weekend im Tessin, ein einziges Mal mit der Gastgeberin des B&B geteilt. Sonst ist das nicht üblich. Ok, ich habe mich im Internet im Nachhinein schlau gemacht und erfahren, dass die Vorschriften, ein B&B zu führen, von Kanton zu Kanton in der Schweiz unterschiedlich sind. Wie halt so vieles in der Schweiz. 😉  Nun – jedenfalls: die Familie hat 7 Kinder!! Also sie zählt 9 Mitglieder, dazu kamen noch andere Gäste, welche wir aber nie sahen. Und wir alle benutzten dasselbe Bad/WC. Es gab zwar für die Familie noch ein anderes, auf einer anderen Etage. Trotzdem – es war hie und da besetzt, wenn wir es aufsuchen wollten. Auch von der Katze wurde es benutzt, wie uns unsere Riechorgane bestätigten.
Das Zimmer sah schon so aus wie auf der Ausschreibung. Aber das Bett war höchstens 1 Meter 20 breit. Ich glaube, im Camper unserer USA Reise, hatten wir sogar mehr Platz…. Auf dem Nachttisch lagen Bibeln, in und auf der Kommode waren christliche Traktate zu finden, in der Wohnung überall irgendwas mit „Jesus“.
Es war unübersehbar: die Familie sind überzeugte Christen. Sind wir ja auch. Nur vielleicht optisch nicht grad so offensichtlich. Wir erfuhren, dass sie zur Brüdergemeinde gehören. Da Andy und ich seit über 30 Jahren in freikirchlichen Kreisen aktiv sind, war uns das ein Begriff. Wir glauben ja an denselben Gott, aber die einzelnen Freikirchen unterscheiden sich schon untereinander. So sind die Brüdergemeinden im Vergleich mit anderen Freikirchen eher konservativ, die Frauen haben, wie es der Name vermuten lässt, in den Gottesdiensten nicht viel zu sagen, sollten Kleider nicht Hosen tragen, keinen Schmuck. Gesungen wird ohne Instrumente – um ein paar Äusserlichkeiten zu erwähnen.
Dennoch war es schön zu spüren, dass wir innerlich auf eine Art „verbunden“ waren durch den gemeinsamen Glauben. Das ist sowieso immer wieder – weltweit – ein schönes Phänomen. Unterschiede spielen nicht so eine grosse Rolle… Vor den Mahlzeiten beteten wir zusammen…. Auf den Sonntagsgottesdienst, der im selben Haus stattfand, luden sie uns ein. Wir verzichteten dankend, da wir vermuteten, es könnte eher langweilig werden, wenn alles auf Französisch sein würde und konservative Lieder gesungen würden. Zudem hatte ich kein Kleid eingepackt. Sie hätten es mir als Gast bestimmt tolerant durchgehen lassen, aber wenn man sich nicht an kulturelle Gepflogenheiten hält, fällt man dennoch unbequem auf.
Ja eben – im Grunde genommen war eine Auszeit geplant, fernab der Familie. Einfach mal unter uns sein. Haha – und dann wird einem ein sabberndes, aber glückselig glucksendes Baby in die Arme gedrückt und man sitzt staunend inmitten einer sehr aktiven, lauten Gesellschaft. 😂 Aber die Familie war sehr, sehr herzlich. Zum Angebot gehörte ein Racletteessen und die Familie verwöhnte uns dabei mit allerlei Extrabeilagen und wir konnten anschliessend aus mehreren Desserts eines auswählen. Wir plauderten zusammen und dann geschah ein „Wunder“: ich konnte fast fliessend Französisch sprechen. Das war mir in Frankreich und im Schweizer Jura bisher nie möglich, weil ich immer offensichtlich ausgelacht wurde aufgrund meiner mangelhaften Französischkenntnissen. Ich konnte schon mal fliessend französisch sprechen als Jugendliche, aber ich vergass es, weil ich es lange Zeit nicht mehr praktizierte. Bei dieser Familie erinnerte ich mich verschütteter Wörter und Formulierungen. Einfach, weil sie mir Zeit liessen, Sätze liebevoll ergänzten oder auf Deutsch nachhalfen. Ihr Deutsch war auch mangelhaft, also mussten wir uns ja voneinander nicht schämen. 😉 Das habe ich „so“ wirklich noch nie erlebt und staunte über mich selber. Wir empfehlen dieses B&B, aber es wäre gut zu wissen, dass man sich inmitten einer Grossfamilie befindet, wenn man dort übernachtet und auch, dass es eine Katze gibt (für Allergiker). Dies alles liest man auf der Ausschreibung nicht und deshalb kommuniziere ich es hier – für allfällig Interessierte. Die anderen Gäste haben die untere Küche benutzt und wir sahen sie nie. Das wäre also auch möglich, wenn man dem Familienbetrieb ausweichen möchte. Wie gesagt: die Familienmitglieder sind überzeugte, aber nicht aufdringliche Christen. Zum Abschied schenkte mir das Familienoberhaupt eine CD mit christlicher Rockmusik! Ich weiss nicht, ob sie die selber nie hören würden – aber irgendwie schien es mir doch von ❤ en zu kommen, dieses Geschenk.
Am Samstag besuchten wir Aigle mit dem Schloss und gingen ins Thermalbad Bains-Lavey. Ein sehr schönes Bad. Am Sonntag besichtigten wir zuerst Rougement und die uralte Kirche (im Jahre 1080 erbaut!),
Rossinière und Château-d’Oex. Anschliessend fuhren wir nach Gstaad, das ganz in der Nähe liegt, nahmen die Gondelbahn nach Wispelen und wanderten in 3 Stunden zum Lauenensee. (Übrigens: lustige Idee) Ich musste doch sehen, was wir in einer Woche als Chor besingen werden. 😜 Bildschirmfoto 2017-08-07 um 10.29.22
Ja, so war das ein ereignisvolles Weekend und nun geniesse ich die Ruhe. 😂 haha.

Foxtrail Delémont/Jura

Zum 10. Geburtstag unseres jüngsten Sohns wollte ich zusammen mit seinen Gspänli etwas besonders unternehmen. Es sollte etwas Spannendes, Exklusives, Unvergessliches sein. So stiess ich bald auf das Angebot von Foxtrail. Dies ist eine Art Schnitzeljagd für die ganze Familie oder für sonstige Gruppen. Man jagt einem „virtuellen“ Fuchs nach, der seine Spuren hinterlassen hat und lernt eine Stadt oder eine Region jeweils auf ganz neue Art kennen.

Auf dem Parcour in der Stadt Luzern hatten die Jungs und ich wirklich jede Menge zu tüfteln und dabei viel Spass. Die originellen Installationen begeisterten uns. Hier zwei Fotos der Tour von 2012:

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Im Mai diesen Jahres absolvierten Andy, Tobias und ich einen Foxtrail in Basel. Ich habe darüber hier gebloggt.

Am 3.Sept. 16 jagten etwa 30 Frauen der Sport Union Beckenried dem Fuchs auf verschiedenen Fährten wiederum in der Stadt Luzern nach. Ich mittendrin – und nicht mehr auf demselben Trail wie vor 10 Jahren. Die Tour führte uns treppauf-, treppab durch Luzern und war für manch ältere Dame eine sportliche Herausforderung. Aber ja – es waren ja alles aktive Turnerfrauen. 😉

Auf Facebook bin ich mit der Foxtrailgruppe verbunden und entdeckte einen Wettbewerb, der vom Tourismusverband Jura Drei-Seen-Land ausgeschrieben wurde, weil im Jura der erste Foxtrail eröffnet wurde. Ich habe mitgemacht – und zwei Tickets gewonnen! 🙂 Gelegen kam uns, dass man grad bei der Migros Foxtrailtickets gegen Cumuluspunkte eintauschen kann. So bezahlten wir für unseren 16 jährigen Junior grad noch einen Franken für sein Foxtrailticket.

Wir buchten extra Ferien rund um unsere geplante Foxtrailtour herum, weil wir nicht von der Zentralschweiz ins Jura und wieder heim fahren wollten, bloss für einen einzigen Tag. So entschlossen wir uns, ein paar Tage im Elsass zu verbringen. Wie wir unseren Elsassaufenthalt erlebt haben, erzähle ich  hier.

Wir freuten uns schon lange auf den 1. Oktober 16 und den Trail TheSaurus. Am Bahnhof Delémont merkte unser Sohn, dass wir im französichen Teil der Schweiz angelangt waren. 😉 Alle Befürchtungen waren umsonst. Denn die Sprache war kein Problem. Sowohl die Startunterlagen, wie auch die Infos, welche der Fuchs unterwegs für uns hinterlegt hatte, waren deutsch/französisch verfasst. In keinem der Trails, welche ich vorher absolviert hatte, legte man eine derart lange ÖV Strecke zurück, wie auf diesem Juratrail. Bloss ein kleiner Part findet in Delémont statt. Von uns aus gesehen, hätte die Erkundung des Städtchen selber ruhig etwas ausführlicher ausfallen können. Der Fuchs aber führt seine Verfolger per SBB in ein schönes Städtchen ausserhalb und dann dort auf einen Wanderweg. Leider spoilern die Bilder dieser SBB Seite etwas – schaut euch die Seite vorher ruhig an, nicht aber die Fotos, wenns geht. Ihr nehmt euch sonst einen Entdeckerspass weg. Ich selber poste extra keine zu genauen Bilder der einzelnen Posten. Diese sind sehr überraschend und humorvoll gestaltet – ich staune auf jedem Foxtrailparcour neu über die Kreativität der Postengestalter. Um die Tickets für den ÖV muss man sich als Fuchsverfolger nie kümmern, denn wenn man eine Tour bucht, ist die Benutzung von benötigten Trams, Bussen, Schiffen (Luzern), Fähren (Basel) oder des Zuges (Jura) inbegriffen. Für uns erfahrene Fuchsjäger war dieser Juratrail etwas zu einfach. Wir lieben das Knobeln und es war manchmal nicht so befriedigend für uns, festzustellen, dass man den weiteren Verlauf der Fährte auch ohne Lösen des Rätsels gefunden hätte. Etwas seltsam erschien es uns, dass auch Kirchenräume durchquert werden mussten. Es wurde zwar deutlich darauf hingewiesen, dass man sich in solchen sakralen Räumen bitte nur im Flüsterton oder besser lieber nur mit Gesten miteinander austauschen, am besten aber ganz auf die Kommunikation verzichten sollte. Und dass man diese Räume nicht betreten sollte, wenn eine Veranstaltung stattfinden würde. In so einem Fall, wenn diese Gebäude nicht betreten werden könnten, würden grosse Teile des Rätselspass wegfallen. Dennoch – wir meinen: ein Kirchenraum sollte im Grunde genommen nicht für eine Schnitzeljagd dienen.

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Wir haben erst zum Schluss bemerkt, dass TheSaurus gar nichts mit einem Dino-Saurier zu tun hat, sondern dass es um einen verschwundenen Schatz ging. Die Lösung des Rätsels verrate ich euch nicht. Aber für die Betreiber: der zweitletzte Posten hinter der Holztüre ist nicht mehr ganz in Ordnung. Die Klappe lässt sich nicht gut öffnen, dafür aber die ganze Türe und ich hoffe, dass das, was wir dahinter fanden, auch noch bei Besuchern, welche nach uns diesen Trail absolvieren, vorhanden ist. Für diese nächsten Besucher habe ich einen wichtigen Tipp: zieht Wanderschuhe an!

Danke, Foxtrail und dem Juratourismusverein für die gewonnenen Tickets. Sie haben uns als Familie ein tolles, spannendes Erlebnis beschert. Sowas fördert den Zusammenhalt in der Familie oder einer Gruppe, denn nur mit vereinten Kräften kommt man dem Fuchs jeweils auf die Spur. Leider habe ich noch nie von keiner Gruppe gehört, welche den Fuchs gefangen hätte. 😉


Erneut im Juni 2017 einen Foxtrail besucht: Wer den Trail Wasserschloss (nicht Wildegg) ab Bahnhof Brugg besuchen will, wie wir heute, sollte wissen, dass er teilweise den Legionärspfad Vindonissa kreuzt und man dieselben Einrichtungen besucht. Wir kannten den Legionärspfad schon, aber es waren ja andere Rätsel und von daher dennoch wieder interessant. Was in den Startunterlagen fehlt, ist der Hinweis, dass die Kirche, welche man gegen den Schluss hin besucht, nur bis 17 Uhr offen hat. Wenn man eine längere Pause macht zwischendurch und diese Zeit verpasst, der bekommt Probleme – kann den Trail eigentlich nicht zu Ende machen..