LIEBSTER BLOG AWARD

Schön, dass Zora mich für den Liebster Blog Award vorgeschlagen hat. Danke für die Nominierung!

Hier meine Antworten auf Zoras Fragen:

1. Warum hast du angefangen, diesen Blog zu schreiben?

Nachdem ich auf Facebook hie und da längere Texte oder Fotos postete, wurde ich ermutigt, doch alles mal zu „verbloggen“. Diese Ermutigungen stammten hauptsächlich von Zora und Karin Mayerhofer Dobler. Lange Zeit sträubte ich mich gegen diese Idee und dachte: „Ach, wer wird schon Interesse an meinem Blog haben?“ Irgendwann hatte ich genügend Schreibmaterial zusammen und startete, einfach nur für mich selber. Egal, ob es andere lesen würden… Heute ist es mir nicht immer egal, ob ich nur für mich selber schreibe. Es wäre schön, es würden ein paar mehr mitlesen.

2. Wie kommst du zu deinen Texten? Was inspiriert dich?

Ausflüge, Reisen, Wanderungen, Ferien mit der Familie, aussergewöhnliche Erlebnisse. Es kann aber auch vorkommen, dass mich was beschäftigt, das in der weltweiten Welt grad so abgeht, sei es politisch, religiös, weltanschaulich. Dann zwickt es mich in den Fingern, meine Meinung zu verbloggen.

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3. Würdest du gerne vom Schreiben leben? Oder, wenn dies bereits der Fall ist: was musstest du unternehmen, damit du vom Schreiben leben kannst?

Ich lebe zu einem Teil vom Schreiben. Aber nicht vom Blog. Das heisst, wir sind als Familie auf mein Einkommen angewiesen, welches ich als Freelancerin beim SCM Bundes-Verlag und dem Nidwaldner Blitz verdiene. Wir sind vor 1.5 Jahren umgezogen und ich habe die Stellen als Hundesitterin und Hauwarting dabei verloren. Die neue Miete beträgt aber Fr. 500.– mehr als vorher. Der Lohn, den ich bei beiden Stellen verdiene plus mein Engagement als Testkundin und als Kindergottesdienstmitarbeiterin der Reformierten Kirche decken in etwa diese Lücke.

Klar wäre es schön, auch mit dem Blogschreiben etwas zu verdienen. Ich könnte mir vorstellen, für die SBB oder andere Unternehmen gegen Bezahlung von unseren Reisen zu erzählen. Ich habe bei den zuständigen Stellen schon ein paarmal angeklopft deswegen. Wer weiss, vielleicht klappt es irgendwann? 😉

4. Wie sähe dein perfekter Tag aus?

Ich erlebe viele perfekte Tage. 😉 Ich bin zufrieden und glücklich, wenn meine Liebsten einschliesslich Katze Minouch und ich gesund sind, wenn ich das tun kann, was ich am liebsten mache: schreiben. Wenn meine Schreibergüsse dazu noch beachtet werden, ist mein Tag perfekt. Sahnehäubchen sind sonniges, warmes Wetter, eine tolle Unternehmung mit der Familie und interessante Fotosujets.

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5. Wer hat dich in deinem Leben massgeblich geprägt?

Meine Eltern. Sie haben mir viel an Werten mitgegeben. Später Predigten und das Leben in diversen Freikirchen. Sowohl im Positiven wie leider auch im Negativen. Auch das Leben mit eigenen Kindern hat mich geprägt. Ich lernte viel durch sie und mit ihnen zusammen. Vor allem lernte ich mich selber durch meine Kinder von einer anderen Seite her kennen.

6. An welches Erlebnis aus deiner Kindheit denkst du gerne zurück?

Ich denke viel und gern an gemeinsame Wanderferien in der Schweiz zurück. Mit meinen Eltern war ich nie im Ausland, lernte aber wohl jeden Ecken im eigenen Land kennen. Ich bedauerte zwar, dass meine 8 und 10 Jahre älteren Geschwister meistens nicht mit uns in die Ferien fuhren, hatte aber viel Spass mit meinen Eltern zusammen. An den Abenden lachten wir beim Spielen zusammen, bis uns die Bauchmuskeln schmerzten und die Augen tränten. Nie erlebte ich meine Eltern glücklicher als an solchen Ferienabenden.

7. Dürrenmatt oder Frisch?

Weder noch. Ich musste Werke von beiden in der Töchterhandelsschule Luzern lesen, konnte mich aber persönlich nie erwärmen – weder von der einen noch der anderen Literatur.

8. Welche Gegend magst du am liebsten und warum?

Ich mag die Schweiz und das Leben hier. Die abwechslungsreiche Landschaft und die ruhige, politische Lage, welche mir Sicherheit vermittelt.

Als wir als Familie in Australien waren, sagte ich an der Ostküste: „Falls Auswandern einmal ein Thema wäre, könnte ich mir ein Leben hier vorstellen.“ Dies, weil im Atherton Tableland sowohl Berge, Seen wie in der Schweiz vorkommen, aber auch Regenwald, Städte und das Meer. An ein und demselben Tag könnte man in den Bergen wandern und im Meer baden.

9. Wenn du nicht bloggen würdest (und es kein Internet gäbe), was würdest du dann tun?

Ich würde Tagebuch und Briefe schreiben. Die Wahrscheinlichkeit, ein Buch zu schreiben, wäre ohne Internetanschluss grösser, als es aktuell ist. Vielfach verbringe ich zu viel Zeit bei Facebook, Twitter, Instagram. Diese fehlt mir dann, um mich fantasievoll der Entwicklung einer Geschichte anzunehmen. Ich habe im Rahmen des Novemberschreibens einen Roman verfasst mit dem Titel „Die Liebe ist rot“, der aber leider keinen Verlag fand. Zudem ein Kinderbüchlein. Ein weiterer Roman liegt irgendwo unvollendet auf einer externen Speicherplatte.

Ich würde mich wahrscheinlich zudem vermehrt dem Fotografieren widmen und Kurse belegen.

10. Glaubst du an das Gute im Menschen? Falls ja, warum? Falls nein, warum nicht?

Ich bin ein naiver Typ. Wurde mir schon oft gesagt. Ich gehe immer davon aus, dass es mein Gegenüber gut mit mir meint. Ausschliesslich gut. Und falle dann halt vielfach auf die Nase. Dennoch möchte ich mir diese Art der Naivität nicht nehmen lassen, denn ich würde mir gleichzeitig viele schöne Erlebnisse mit völlig Unbekannten nehmen lassen.

Von meinem Glauben und persönlichen Lebenserfahrungen her weiss ich, dass jeder Mensch zum Egoismus tendiert. Doch weil ich mich selber mit Schwachheiten erlebe, bin ich grundsätzlich gnädig mit meinen Mitmenschen. Ich kann mich zwar schnell aufregen, teile dann das auch mit, vergebe und vergesse aber genauso schnell wieder.

11. Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der bloggen möchte? 

Probieren geht über studieren!

Ich habe mir kein Konzept erstellt, über was ich bloggen möchte, sondern einfach begonnen, von meinem Leben zu erzählen. Von dem, was ich tue und denke. Die Handhabung via WordPress war zu Beginn eine grosse Herausforderung. Ich habe einfach ausprobiert, nichts darüber gelesen, mich durchgeklickt – und es hat funktioniert. Ich mag es nicht, wenn ich für etwas, das ich tun möchte, zuerst Bedienungsanleitungen und Bücher studieren und wenn möglich noch Seminare besuchen muss. Wenn ich etwas tun möchte, dann muss es subito geschehen können. Nicht nur in dieser Beziehung bin ich ein ungeduldiger Mensch. 😉 Fang einfach an. Tu den ersten Schritt. Und bei konkreten Fragen bin ich für dich da.

Die Regeln, wenn ihr nominiert wurdet:

1. Bedankt euch bei der Person, die euch nominiert hat, und verlinkt sie auf eurer Seite.

2. Kopiert das Emblem oder holt euch ein zu euch passendes aus dem Netz und stellt es sichtbar auf die Award-Seite. (Ich sah keines bei meiner Vorgängerin und habe deshalb auch keines verwendet. Könnt diesen Punkt also streichen.)

3. Beantwortet die 11 Fragen, die euch gestellt wurden und veröffentlicht sie auf eurer Seite.

4. Denkt euch 11 neue Fragen für die Blogger aus, die ihr nominieren wollt und stellt die Fragen auf eurem Blog.

5. Kopiert die Regeln und stellt sie ebenfalls auf euren Blog, damit die Nominierten wissen, was sie zu tun haben.

6. Nominiert zwischen 2 und 11 neue Blogger, die ihr gerne weiter empfehlen wollt. Das sollten möglichst solche sein, die noch wenig bekannt sind, aber empfehlenswerte Inhalte bieten.

7. Stellt die neuen Nominierungen auf eurer Seite vor und gebt den jeweiligen Bloggern eure Nominierung persönlich bekannt.

Meine 11 Fragen an euch (die ihr gerne mittels Worten oder auch Bildern beantworten dürft)

  1. Wo siehst du den Vorteil eines Blogs gegenüber von Facebook oder anderen Social Medien?
  2. Würdest du deinen Blog auch dann weiter führen, sollte kein einziger Mensch ihn lesen?
  3. Was würdest du bei Gmerkigs gern lesen?
  4. Verdienst du mit deinem Blog Geld? Falls nein – wäre das dein Wunsch, strebst du es an? Falls ja: wie hast du das zustande gekriegt?
  5. Wann hast du mit deinem Blog gestartet? Gab es dafür einen bestimmten Grund?
  6. Gibt es etwas, das deinen Blog speziell macht, ihn abhebt von anderen mit ähnlichen Themen?
  7. Könntest du dir vorstellen, auszuwandern? Falls ja: wohin und weshalb dort hin? Falls nein: warum nicht?
  8. Liest du regelmässig andere Blogs, hie und da oder gar nicht?
  9. Bist du mit deinem Leben zufrieden? Oder was fehlt dir zum Glücklichsein?
  10. Wie häufig veröffentlichst du einen neuen Blogbeitrag?
  11. Welche Rolle spielt Gott in deinem Leben?

Hier die Blogger, die ich nominiere:

Karsten Socher, ein Fotograf, den ich über das Projekt der 99 ig Fotografen persönlich kennen gelernt habe. Heike und er haben uns schon ein paarmal besucht. Das Treffen zwischen Weihnachten und Neujahr entwickelt sich schon fast zu einer lieben Tradition. 😉

Am Twittertreffen mit SBB CEO Andreas Meyer, lernte ich Andreas Schweizer kennen. Er ist einer der SBB-Servicescouts und ich lese hauptsächlich sehr gerne über Twitter, was er alles zu erzählen hat.

Markus Schmid ist mein treuster Leser. Sei es auf Facebook, Twitter oder über diesen Blog. Er beachtet mich, kommentiert, interessiert sich. Dafür möchte ich dir, Markus einmal danke sagen.

Johannes Mairhofer war der Initiant der 99Fotografen. Ich habe dort mit Begeisterung mitgemacht und bin ihm dankbar für dieses Projekt. Denn erstens lernte ich enorm viel über die Fotografie und zweitens erweiterte sich mein Bekanntenkreis um einige interessante Persönlichkeiten.

Benno hat mich ermutigt, die alten Kameras, welche beim Zügeln zum Vorschein kamen, auszuprobieren. Es wäre schön, Benno, wenn du obige 11 Fragen beantworten und bei dieser Blogparade mitmachen würdest.

Andrea Jerger hat das SBB SOME organisiert, ist wie Andreas Schweizer, SBB Sevicescout und ich bin ihr sehr dankbar für das unvergessliche SBB Twittertreffen.

Auch Martin Rechsteiner lernte ich am SBB SOME kennen. Ich lese gerne mit, wenn er über seine Ausflüge mit der Familie berichtet. Vielleicht magst du zur Abwechslung obige 11 Fragen verbloggen?

Gaby Rudolf – ist dein Blog noch aktiv?

Gaby, Benno und Johannes Mairhofer lassen sich entschuldigen – keine Lust oder Zeit, hier mit zu machen. Vielleicht magst du, Sven? Bist der Erste und bisher Einzige Liker hier. 😉

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Inter-nette Bekanntschaften #Blogparade #webseidank

Johannes Mairhofer war es, der mich via Twitter auf diese Blogparade aufmerksam machte. Johannes kenne ich von einer Twitteraktion der sogenannten 99 iger Fotografen. (Hat nichts mit den 99iger Jahren zu tun. 😉 ) Eine Woche lang durfte ich einen Wechselaccount von Berufs- und Hobbyfotografen betreuen. Darauf aufmerksam wurde ich durch Sascha, einen Berufsfotografen, den ich durch ein Internetforum kennenlernte. Und schon bin ich mitten im Thema der Blogparade „Was hat das Web dir Gutes gebracht?“ 😉

Am einfachsten ist es wohl, ich beginne chronologisch mit meiner Interneterfahrung:

Eine Internetverbindung zuhause begann damals noch mit dem Einwählen via Modem und dem damals bekannten zugehörigen Geräusch. Das WWW eröffnete mir eine ganz neue, im wahrsten Sinn des Wortes weltweite Welt. Es gibt in meinem Leben wirklich eine Zeit vor und nach dem Internet. Vor dieser „Zeitwende“ beschränkten sich meine Kontakte auf meine engere und weitere Familie/Verwandtschaft, Nachbarschaft, Freikirche, Eltern von Gspändli (Schulkameraden/Freunden) unserer Kinder und ein paar wenigen Brieffreundschaften, denen ich alle paar Wochen oder Monate mal eine Postkarte oder einen handgeschriebenen Brief schickte. Mit dem Internetanschluss öffnete sich meine Welt in einem Augenblick!

Als Erstes schloss ich eine langjährige Freundschaft mit einer Frau, welche mir beruflich in einem PC Spiel weiterhalf. Aus anfänglichen kleinen Tipps entwickelte sich eine private Emailfreundschaft, welche später leider im Sand verlief.

Dann entdeckte ich ein gesundheitliches Themenforum, welches mich sehr ansprach, da ich zu jener Zeit unter Depressionen litt. Jeden Tag war ich fortan aktiv bei Depri.ch Die Kontakte in diesem Forum halfen mir zusammen mit einer Selbsthilfegruppe vor Ort, fachlicher Betreuung und Gottes Hilfe schliesslich aus dieser schwierigen Krankheitszeit heraus. Einzelne Kontakte, welche ich über Jahre in diesem Forum pflegte, zähle ich bis heute zu meinem engeren Freundeskreis. Über Facebook, Twitter, Whatsapp, aber auch durch Besuche hüben und drüben bleiben wir eng verbunden. Eine Frau aus Deutschland besuchte mich gar für ein paar Tage in der Schweiz.

Meine persönliche Entdeckung von Facebook kam für mich im richtigen Moment – nämlich, als für mich der Austausch in jenem Forum nicht mehr so „aktuell“ war, weil ich zwar noch Menschen beistehen konnte, diese schwere Zeit aber lieber endgültig hinter mir lassen wollte. Es war so wohltuend, auf Facebook viele Bekannte aus dem Forum wieder zu finden.

Dann kam das Jahr 2006, in dem ich das sogenannte „Novemberschreiben“ entdeckte. Es galt, innerhalb des Monats November eine gewisse Anzahl Wörter zu schreiben – mein erster Roman „Die Liebe ist rot“ formte sich und ich gewann die erste virtuelle Goldmedaille. Wichtig war mir der Austausch im Schreibszeneforum und vielleicht tippte ich dort parallel zu meinem Manuskript viel mehr Wörter. Ich lernte Fatima Vidal, Karin Mayerhofer Dobler, die Krimiautorin Ina HallerGerhard Falk (der mich später auch mal besuchte) und viele andere Menschen nicht nur übers Web, sondern auch in persönlichen Begegnungen kennen. Einem Mann, den ich vom Depriforum her kannte, gab ich den Tipp, doch beim Novemberschreiben mitzumachen – wo er seine Lebenspartnerin Zora Debrunner kennenlernte – und auch ich bin seither freundschaftlich mit ihnen beiden verbunden. In Fatima Vidals Verlag erschien kürzlich das Buch „Dieser Moment“ mit einem Fotobeitrag von mir drin.

Dieser Moment

Zu Karin pflege ich mittlerweile eine Freundschaft, welche diese Bezeichnung wirklich verdient. Wir besuchen einander hie und da, gehen zusammen an Buchvernissagen, sie stand mir an der Beerdigung meines Vaters bei und besuchte mich an mehreren Konzerten des Chorprojekts Ennetbürgen. Wir nehmen gegenseitig Anteil am Leben der anderen und das hat sich aus einer „inter-netten Bekanntschaft“ so entwickelt. Durch das Schreibszeneforum des Novemberschreibens lernte ich auch Blanca Imboden persönlich kennen, welche noch keine mehrfache Schweizer Bestsellerautorin war, aber schon damals tolle Bücher schrieb.

Manchmal ist man übers Web mit jemandem verbunden und hat einen tieferen Austausch, weiss aber gar nicht mehr, wie der Kontakt eigentlich zustande kam. So geschah es mir mit Joe Stalder. Die Sternwarte Kreuzlingen, bei der er sich sehr aktiv engagiert, durften wir als Familie schon zweimal besuchen und Joe persönlich kennenlernen. Ich finde es immer wieder spannend, wenn ich jemanden, den ich bis anhin ausschliesslich übers Web kannte, dann endlich mal Auge und Auge gegenüberstehe. So war es bei Joe und so war es auch, als mich viele Internetbekannte an meinem 50 igsten Geburtstag zuhause besuchten und mit mir feierten.

An einem Twittertreffen, organisiert von  Andrea Jerger, welche ich bis anhin auch nur über die sozialen Medien kannte, stand ich dann grad mehreren Menschen gegenüber, mit denen ich bis dato nur schriftlich kommunizierte. Wie faszinierend!

Die eingangs erwähnte Beziehung zu den 99 ig Fotografen brachte mir eine freundschaftliche Beziehung zu mehreren Fotografen in der Schweiz. Einmal organisierte ich deswegen ein kleines 99iger Treffen im Papiliorama Kerzers. Und auch Karsten Socher und Heike lernte ich durch die 99 iger kennen. Sie haben unsere Familie bereits zweimal besucht – einmal waren wir zusammen auf dem Vierwaldstättersee und einmal unternahmen wir einen Schlittelplausch zusammen. Es darf ruhig zu einer schönen Tradition werden, Karsten und Heike, dass ihr uns jährlich besuchen kommt – dann, wenn du beruflich in der CH zu tun hast.

Fast genau heute vor 4 Jahren besuchte mich eine Facebookbekannte. Eine Schweizerin, jetzt wohnhaft in Oesterreich. Immer wenn ich ein Gebetsanliegen habe, ist sie für mich da. Danke für deine Treue, Myriam! ❤

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Das Web hat mir auch geholfen, alte Bekannte wieder zu finden. So wäre es ohne Internetrecherche undenkbar gewesen, dass ich als Hauptinitiatorin ein Klassentreffen der Primarschule zustande gebracht hätte. Mit vielen alten Schulgspändli, aber auch anderen Altbekannten, welche ich aus den Augen verloren hatte, bleibe ich nun via Facebook wieder ganz neu verbunden.

Last but not least lernte ich meine neuen Nachbarn zuerst per Zufall über eine Tausch- und Verkaufsbörse per Facebook kennen, da ich dort Dinge vor dem Umzug loswerden wollte.

Unter das Thema „Was mir das Web gebracht hat“, gehört aber auch, dass es mich vielleicht etwas abgeklärter gemacht hat. Ich musste erfahren, wie schnell Freundschaften geschlossen werden  – und wie schnell sie mit einem Klick auch wieder beendet werden können. Es gab da eine Frau, welche ich via Schreibszene kennengelernt hatte. Wir besuchten miteinander ein Musical, einen Weihnachtsmarkt und einander zuhause. Eines Tages stand sie überraschend vor der Türe, weil ich mich über das triste Wetter und meine Stimmungslage beklagt hatte. Sie brachte mir eine Tageslichtlampe und ich beschenkte sie im Gegenzug mit Bio-Früchten aus Spanien, welche wir zu dieser Zeit vertrieben. Die Tageslichtlampe hilft mir bis heute über trübe Wochen hinweg. Die Freundschaft aber zerbrach vor ein paar Jahren, weil jene Frau sich in einer meiner Lebenssituationen anders verhalten hätte als ich es tat. Sie konnte nicht akzeptieren, dass ich ihren Rat nicht beherzigen mochte – und klickte mich weg. Eine andere Frau kommentierte keinen meiner Beiträge auf Facebook, Twitter oder hier auf dem Blog, besuchte mich nie, hatte aber scheinbar das Gefühl, wir seien engste Freundinnen. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass sie tief verletzt war, als ich sie aus dem Grund aus meiner Freundesliste kippte, weil sie mich öffentlich aufgrund einer Meinungsäusserung kritisierte. Allein die Tatsache, dass sie alles mitlas, verband sie wohl mit mir – ohne mir dies aber je mitzuteilen. Für mich hingegen war sie bloss eine der vielen Bekanntschaften auf Facebook, welche kommen und gehen. Selbst wenn es dort offiziell „Freundesliste“ heisst, gehört für mich zu einer Freundschaft mehr dazu, als still bei jemandem mitzulesen.

So – Zeit sich wieder Erfreulicherem zuzuwenden: aufs morgige Mittagessen erwarte ich Miriam Schaffner aus Basel, welche ich über Facebook kennenlernte. Keine Ahnung mehr wie dieser Kontakt zustande kam. Sie war unter den erwähnten Geburtstagsgästen an meinem 50 igsten, ich habe sie auch schon ein paarmal in Basel besucht, als sie als Mitinitiantin von „Basel farbartig verstriggt“ Fähren einstrickte und ich diese bewundern ging. Morgen nun besucht sie mich das erste Mal seit unserem Umzug, aber das dritte Mal, seit unserem Kennenlernen und ich freue mich riesig auf sie.

Nachtrag, 6. Juli 2016: es war ein schönes, entspanntes, anregendes Zusammensein mit Miriam. Sie hat mir auf den 50 igsten eine Meerjungfrau geschenkt, welche eine der eingestrickten Fähren in Basel schmückte und heute gesellten sich ein paar alte Freunde der Meerjungfrau dazu. Von diesem Strickprogramm hatte Miriam per Facebook erfahren. Diese Fabelwesen mit ihren Freundschaften sind also wie ein Symbolbild dieses Blogparadethemas: ohne das Web gäbe es sie und ihre „Freundschaften“ nicht. 😉

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„umfall“ sagen wir im schweizerdeutschen zu „unfall“ – und es passt. am letzten tag unserer veloferien (fahrrad) auf der deutschen bodenseeseite, bin ich umgefallen. blöd gestürzt, aber es geht ja selten gescheit zu und her, wenn man einen unfall baut. es war kein auto, kein fussgänger involviert, niemandem könnte ich die schuld geben, höchstens dem regen, der den kopsteinflasterbelag glitschig machte und mir selber, weil ich nicht daran dachte, dass ein vorderrad beim rechtsabbiegen auf kopfsteinpflaster vielleicht durch eine rille blockiert werden könnte (hat wohl ähnlichen effekt gehabt, wie wenn das vorderrad in eine schiene gerät). eine sekunde der unachtsamkeit, lässt mich seit dem 14. august 15 leiden.

was zuerst ein verdacht auf verstauchung war, erhielt zwei monate später im mri die diagnose tfcc-läsion handgelenk rechts und mündete am 16. oktober 15 zur ambulant ausgeführten operation, „transossäre refixation des tfcc“ genannt.

6 wochen lang soll ich nun eine armschiene tragen und das sieht so aus:

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ich war ziemlich schockiert, so ein monströses ding nach der op an meinem arm zu entdecken. ich habe mit einer kürzeren handschiene gerechnet. mittlerweile habe ich zwei der 6 wochen geschafft. (erst 😦 )

ich darf mit der rechten hand, dem ganzen rechten arm nichts halten, fixieren und deswegen fällt mir das alltagsleben viel schwerer, als ich es mir im vorfeld vorgestellt habe.

täglichen herausforderungen ist jeder von euch ausgesetzt. sei es bei der kindererziehung, im beruf, beziehungen etc. meine täglichen herausforderungen sehen so aus:

ausschliesslich mit der linken hand – müssig zu erwähnen, dass ich rechtshänderin bin

  • sich zu waschen, wobei es sich als unmöglich herausgestellt hat, sich mit der linken hand den linken arm selber zu waschen oder sich die nägel der linken hand mit der linken hand zu schneiden. was ich hingegen kann: nagelfeile in die linke hand klemmen und dreck aus den linken handnägeln entfernen. nachmachen! 😉
  • deo mit der linken hand unter die linke achselhöhle anbringen (rechts kein problem)
  • socken, unterhosen, hosen mit knopf anziehen (bh habe ich aufgegeben für diese zeit)
  • ein oberteil finden mit weiten ärmeln, unpassendes wieder irgendwie mit einer hand in den schrank zurückbugsieren (zusammenfalten mit einer hand geht nicht)
  • zähne putzen mit der zahnbürste in der linken hand geht mittlerweile und selbst fürs „zahnseidelen“ habe ich eine eigene technik entwickelt. ich nehme die zahnseide so zwischen die finger der linken hand, wie wenn ich luftmaschen fürs handhäkeln machen möchte. so in etwa funktionierts: haekeln-luftmaschenanschlag-1 2 zwischen zeigefinger und daumen kann ich dann mit der zahnseide die zahnzwischenräume reinigen. bin stolz auf meinen einfall. 😉 selbst die zahnpastatube kann ich linkshändig öffnen und zudrehen. frau hat ja noch oberschenkel und zähne, welche etwas festhalten können.
  • vor zwei wochen noch, habe ich mir einen kratzer an der stirn geholt mit der haarbürste in der linken hand. mittlerweile ist meine linke hand viel geschickter geworden, auch beim linkshändigen tippen auf der tastatur und beim maus bedienen links. aber manchmal zieht es verdächtig in den linken handsehnen und ich muss mich rigoros schonen, um nicht linkerhand eine sehnenscheidenentzündung einzufangen und dort auch eine schiene zu kriegen. die ergotherapeutin hat mir ernsthaft zugeredet.
  • duschen, baden, haarewaschen sind kein vergnügen mehr für mich, weil ich es trotz plastikschutz nie schaffe, dass die schiene trocken bleibt.
  • einen einkaufszettel linkshändig zu schreiben, geht ganz mühsam, ebenfalls das unterschreiben von prüfungen des sohnes.
  • gemüse rüsten, wäsche in die waschküche tragen, aus der trommel nehmen, aufhängen, abnehmen, schwere pfannen heben, kehren (mit handschaufel u. bürste), eine dose öffnen, betten machen, neu beziehen, fleisch schneiden beim essen und noch soviel anderes, welches vor der op zwei monate lang zwar unter schmerzen, aber doch möglich war, geht jetzt einfach beim besten willen nicht. und das ist trotz spitexhilfe sehr frustrierend für mich. was ich am traurigsten finde, ist, dass ich meine fotokamera in diesen goldenen herbsttagen nicht gebrauchen und nicht im biki (bibelkiste) arbeiten kann (bedeutet auch lohnausfall, denn ich bekomme dort nur was, wenn ich arbeite – stundenlohn) und nicht in mein geliebtes line dance gehen kann, denn mein gleichgewicht ist etwas gestört, weil mein rechter arm an den körper gebunden ist. und zudem schmerzt das hangelenk in der schlinge sehr schnell. auch wandern geht nur kurz und mit vielem ausruhen und hochlagern des arms. ich bin nie mehr ohne kissen unterwegs, um den arm lagern zu können, sonst werden die schmerzen unerträglich.
  • überhaupt die schmerzen: sie stimmen mich deprimiert, müde, ungeduldig und verunsichern mich, weil ich nicht weiss, ob sie „normal“ sind. seitdem die praxisassistentin an meinem geburtstag (28.10.) den arm zu zackig aus der schiene hob, damit die fäden entfernt werden können und mir dabei vor schmerz fast schwarz vor augen wurde, schmerzt mich das ganze wieder vermehrt und ich hoffe, dass alles ok ist und im normalen rahmen liegt. ich hoffe, die ergotherapeutin könne mir morgen mehr dazu sagen.
  • jeden tag sollte ich den arm aus der schiene heben und in eine kürzere umbetten, damit der ellbogen frei ist, bewegt werden zu können. denn sonst besteht die gefahr des „einrostens“. dasselbe bei den fingern, welche aber beim bewegen ebenfalls schmerzen. nun – das herausheben aus der schiene ist eine ganz mühsame prozedur, welche ich nicht ohne hilfe und schmerzen bewerkstelligen kann, trotz aller sorgfalt.

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ich hoffe einfach, dass die op erfolgreich war (termin beim orthopäden ist am 11.11.), dass alles gut kommt, wobei ich auch bei optimalem fortschritt mit 3-4 monaten heilungsweg rechnen muss. ich lerne beim ganzen hoffentlich etwas geduld und dass ich mich selber auch bei weniger leistungkraft lieb haben kann. es fällt mir alles andere als leicht, der spitex meinen haushalt zu überlassen. obwohl ich diese leistung ja via versicherung zugute habe und sie gut bezahlt werden, kämpfe ich gegen aufkommende schuldgefühle, wenn mir derart unter die arme gegriffen wird und ich hilflos daneben stehe. dankbarkeit mischt sich mit traurigkeit. wenn mir früher frauen erzählten, sie hätten mühe damit, hilfe anzunehmen und würden viel lieber helfen, verstand ich sie nie und dachte, mir würde sowas nie „passieren“ und ich könnte mir bestimmt problemlos helfen lassen. ich habe mich aber selber besser kennengelernt.

vorbilder in dieser zeit sind mir betty hamilton und nick vujicic. ihre behinderung ist nicht temporär beschränkt wie meine und sie meistern die täglichen herausforderungen beeindruckend.

trotz meiner vorbilder: es gibt immer menschen, denen es schlechter geht, als einem selber und die sogar weniger jammern als ich, mit einer temporären einschränkung. ich muss aber selber fertig werden mit meinem leben, meinen herausforderungen, meiner krise. ich kann ein vorbild nehmen, mut fassen, mit gottes beistand und heilung rechnen und doch darf ich mir zugestehen, dass es zur zeit nicht einfach ist für mich. ich darf verständnis haben für mich selber. zwei tage nach der abschiedsfeier für meinen vater, wurde ich operiert. meine gefühlslage ist eh labil. und deswegen doch noch ein wort an diejenigen meiner bekannten, welche sagen: „alles halb so wild, es ist ja nur so eine phase“: auch die trotzpase der kinder, ihr zahnen, die schlaflosen nächte deswegen, waren nur so „phasen“. sie gingen vorüber. aber am meisten geholfen haben mir in diesen „phasen“ menschen, welche mir verständnis entgegenbrachten für meine stimmungen und mich wie mein mann es tat, einfach in den arm nahmen und mir konkret dinge (arbeiten) abnahmen.

tipps, falls jemand eine solche op vor sich hat: plant eine haushalthilfe (habe ich nicht gemacht, ich dachte das bisschen haushalt schmeisse ich mit links und der unterstützung der familie), klärt das ab mit eurer krankenkasse, kauft in einer drogerie dusch-plastiksäcke für den arm, schneidet euch vor der op die hand- und fussnäel kurz, geht nochmals wellnessen oder tut das, was ihr liebt bewusst nochmals, was mind. 6 wochen lang nicht mehr geht, kocht vielleicht was vor und friert es ein, aber vor allem: organisiert euch oberteile mit weiten ärmeln! ich habe nicht daran gedacht und verzweifelte fast am tag nach der op, weil ich zur zivilhochzeit eines bekannten nichts zum anziehen fand in meinem kleiderschrank. so eine armschiene ist dick und passt auch nicht in jeden wintermantel. und wenn ich was anziehe, das knapp so geht, drückt die schiene und löst schmerzen aus.

das ist mein längster text einhändig mit links… ich habe einen schreibauftrag „meines“ verlags erhalten, aber da wird mir meine familie abtippen, was ich diktiere.

nachtrag, dienstag, 3. 11. 15
war heute in der ergo. die teilweise starken schmerzen seien „normal“. als ich fragte, wie lange ich noch mit solchen schmerzen rechnen müsse, fragte sie zurück, ob ich es wirklich wissen wolle. auf mein ja hin, meinte sie „noch lange“. ob das bedeute, über die 6 wochen armschienentragen hinaus, war meine weitere frage. antwort: „ja“… ich bekam dann tapes, welche schon sehr helfen. und neue fingerübungen.