„Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.“ Kurt Tucholsky

Die Mitmenschen meinen es gut mit uns. Seit Andy, mein Mann die Diagnose CLL erhalten hat und in der Chemotherapie ist, drücken sie es auf vielfältige Weise aus – dieses „gut gemeint“. Aber gut gemeint, ist nicht immer sehr hilfreich. Manchmal sogar – im Gegenteil…. Ich habe im Februar, also vor einem halben Jahr schon mal was darüber geschrieben und mittlerweile noch mehr Erfahrungen gesammelt. Vielleicht helfen diese Zeilen jemanden von euch, wenn er sich fragt: wie kann ich meinem Mitmenschen in seiner schwierigen Zeit helfen?

Mir hilft es nach wie vor nicht, wenn Mitmenschen von ihren Krebserfahrungen und Todesfällen in ihren Familien erzählen.

Warum sollte es mich ermutigen? Wahrscheinlich ist der Sinn dahinter, Empathie zu zeigen. Man will ausdrücken, dass man die Problematik durchaus kennt. Aber auch wenn ein Mensch schon mehrere schwierige Situationen in seinem Leben gemeistert hat – nichts ist vergleichbar mit unserer herausfordernden Zeit. Denn wir sind wir. Ganz individuell. Mit unseren Vorgeschichten, mit unseren eigenen leidvollen Erfahrungen (auch wir haben Todesfälle aufgrund von Krebserkrankungen in unseren Familien und im Freundeskreis erlebt) und mit unseren Resourcen. Nichts lässt sich mit dem vergleichen, was wir erleben und niemand kann uns schlussendlich unser Schicksal abnehmen, ausser Gott. Jedenfalls wird es uns nicht leichter gemacht, indem man uns von anderen Schicksalsschlägen erzählt. Vor allem nicht, von solchen, welche im Tod endeten.

Gesundheitstipps helfen auch nicht weiter

Danke, wir haben selber eine gute Internetsuchmaschine, viele Bibliotheken in der Umgebung, beratende Ärzte und könnten bei Bedarf fragen. Wir haben viele Bücher gewälzt und wissen bestens Bescheid, welche Nahrungsmittel und auch Medikamente in der Krebstherapie helfen. Jeder Mensch hat seine Spezialmitteli und absolut unfehlbaren Heilerfahrungen, welche er halt gern weitergeben möchte. Verständlich. Und „gut gemeint“. Nur – zuviel ist zuviel. Wir sind gar nicht fähig, alles auszuprobieren – können uns aber wie gesagt, selber informieren und hin- und her abwägen. Ungefragte Tipps sind wie kalte Waschlappen links und rechts um die Ohren geklatscht. Auch wenn es furchtbar hart klingen mag: es ist schwer genug – wir brauchen keine ungebetenen Ratschläge.

Horrorszenarien helfen auch nicht

Kaum zu glauben, gell? Aber es hilft mir tatsächlich nicht, wenn mir Leute sagen (heute grad zweimal, von verschiedenen Menschen erlebt und deshalb dieser Blogbeitrag): „bist du dir sicher, dass dein Mann „nur“ eine Sommergrippe hat? Vielleicht verschweigen die Ärzte euch was und sie lassen ihn zum Sterben nach Hause kommen? Oder dein Mann verschweigt dir, was die Ärzte gesagt haben?“ :-O

Schweigen und ignorieren, Kontakt abbrechen hilft auch nicht

Es gibt Menschen, mit denen ich vor der Krebsdiagnose meines Mannes befreundet war und welche sich aus eigener Betroffenheit nicht mehr bei uns melden. Ihnen geht die Krankheit zu nah, sie fühlen sich überfordert, so lautet die Erklärung. Andere besuchen ihn deswegen nicht im Spital, haben aber sonst noch Kontakt zu uns. Bei allem Verständnis für das „triggern“ – mir hilft es nicht, wenn liebe Mitmenschen mich ignorieren, meiden, als ob wir die Pest hätten. Es wäre schön, wenn sich der eine oder andere Mitmensch uns zuliebe überwinden könnte, wieder etwas mit zu fühlen. Das Leben teilt jedem ab und zu hart aus. Soll nun jeder deswegen nur noch für sich selber schauen? Auch Menschen, welche selber Schweres durch Krebserkrankungen erlebt haben, können ihren Mitmenschen durch Kleinigkeiten gut tun.

Was mir persönlich hilft sind

Gebetsunterstützungen, ein einfaches Nachfragen, wie es gehe – und zwar ist es schön, wenn dabei auch ich gefragt werde, wie es mir gehe mit der ganzen Situation – ein Zuhören, Verständnis signalisieren, Nacken-Massagen, praktische Angebote fürs Staubsaugen, Wäsche machen, Fahrdienste zum Spital und hoffentlich auch immer wieder nach Hause, Postkarten mit einem einfachen „Ich denke an euch“, Links zu Lobpreisliedern… Einmal hat eine Nachbarin einen selbstgebackenen Butterzopf in den Briefkasten gelegt. DAS ist Liebe und Unterstützung pur!

 

 

 

 

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Aareschlucht

Als Kind und Jugendliche war ich in Klassen- und Ferienlagern ein paarmal in der Aareschlucht und auch unseren Kindern haben wir sie ein mehr als einmal „gezeigt“. Sie ist immer wieder einen Besuch wert. Meine Töchter fragten mich letzten Sonntag (20.8.17) spontan , ob wir sie wieder mal aufsuchen könnten.

Die Brünigbahn brachte uns nach Meiringen und die Meiringen-Innertkirchen Bahn (MIB) zum Eingang West der Aareschlucht. Langsam schlenderten wir durch die Tunnels und Stege der imposanten Schlucht. Fotohalte inklusive, benötigten wir für die Strecke bis zum Ausgang Ost ungefähr 45 Minuten. Die faszinierendsten Stellen befinden sich schon bald nach dem Eingang West, weil die Schlucht dort enorm schmal ist.

Die Wege sind gut begehbar, aber geschlossenes Schuhwerk und eine Jacke ist empfehlenswert, weil es erstens etwas kühl ist in der Schlucht, aber auch, weil es doch öfters von Felsen tropft. Kinder können auf dem Weg nach versteckten Drachen, bzw. Tatzelwürmern Ausschau halten.

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Zum Eingang der MIB Bahn führt uns ein Wanderweg ab dem Eingang Aareschlucht Ost, zwei Gehminuten den Wald hinunter, dann über eine Hängebrücke und zur Tunnelhaltestelle, welche ein ganz besonderer Ort zum Warten ist, denn wir befinden uns dort inmitten einer natürlichen Gletschermühle.

Wir drücken einen Knopf „Halt auf Verlangen“ und warten vor dem Tunneltor – und wirklich „Sesam öffne dich“ – die Türe öffnet sich bei Zugeinfahrt und wir begeben uns auf die Heimfahrt.

Warum für uns die 4-Seen-Wanderung eine 8-Seen-Wanderung ist.

Unsere mittlere Tochter, mein Mann Andy und ich, entschliessen uns, an Maria Himmelfahrt, Feiertag in Nidwalden, die 4-Seen-Wanderung unter die Füsse zu nehmen. Sie ist für uns aber eine 8-Seen-Wanderung.

  1. See – Vierwaldstättersee
    Wir starten am Ufer unseres schönen Vierwaldstättersees. Das heisst, zuhause ab der Postautostation Beckenried Hungacher unsere Tour und fahren per Poschi nach Stans. Dort lösen wir ein spezielles RailAwayangebot mit 20 Prozent. Wir können uns entscheiden, ob wir im Preis inbegriffen, die Sesselbahn auf den Jochpass oder die Sesselbahn vom Jochpass zum Engstlensee hinunter benutzen möchten und . wählen die Bergfahrt auf den Jochpass. Die Zentralbahn führt uns zusammen mit vielen Indern nach Engelberg. Seitdem die Bahn durch den Tunnel fährt und nicht mehr ein Zahnrad einhängen muss, sind wir noch nie mit der Bahn nach Engelberg gefahren. Schade für das tolle Erlebnis mit dem Einhängen des Zahnrads, dem steilen Zugwaggon, in dem man einen Rucksack von „oben nach unten“ rollen lassen konnte und um die schöne Aussicht – welches jetzt nur noch Erinnerung ist. Doch die Touristen wollen halt immer schneller von A nach B kommen, das Unterwegssein als Erlebnis, ist nicht mehr so wichtig. Am Bahnhof in Engelberg müssen wir das RailAwayticket umwechseln in Tickets für die Gondelfahrt nach Trübsee. Auch hier bei der Talstation der Bergbahnen merken wir, dass wir schon lange nicht mehr hier zu Gast waren, obwohl wir ja keinen langen Anfahrtsweg haben. Die Station wurde in den letzten Jahren stark modernisiert. Beim Verlassen der Talstation, mit einem Blick zurück, staunen wir über die grosse Anzahl an parkierten Cars. Diese Massen an Menschen sind alle da oben? Wow!
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    Und noch etwas sehen wir im Blick nach unten:
  2. See – Eugenisee
    Der Eugenisee liegt mitten in Engelberg. Aber klar – die Wanderung hat ja noch nicht wirklich begonnen und so ist es für uns klar, dass dieser kleine, härzige See nicht zur 4-Seen-Wanderung hinzugezählt wird.
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  3. See – Trübsee
    Wir verlassen die Gondeln auf Trübsee und bewundern diesen See, wie wenn wir ihn das erste Mal in unserem Leben sehen würden. Er ist einfach jedes Mal eine Augenweide. So malerisch gelegen. Eine Postkartenidylle. Wir folgen dem See bis zur Talstation der Sesselbahn auf den Jochpass . Ein paar kurze Gehminuten, um uns einzuwärmen. 😉
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    Während der Sesselbahnfahrt beobachten wir die Bauarbeiten zu einer neuen Mountainbikeroute.

    Als wir die Sesselbahn verlassen, fragen wir uns, warum das Jochseeli nicht offiziell zur 4-Seen-Wanderung gezählt wird.

  4. See – Jochseeli
    Ein kleines, härziges Seeli. Wir sehen Kinder, welche dort Rutschbahn fahren können.
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    Unser Weg führt uns nun bergab und schon von weitem sehen wir ihn: den
  5. See – Engstlensee
    Der Weg ist teilweise etwas steil, aber gut begehbar und man erreicht den Engstlensee in kurzer Zeit.

    Wir picknicken an seinem Ufer, entdecken ein Murmeltier, freuen uns über den Besuch eines Bläulings
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    und staunen nicht schlecht, weil wir zufällig die Eltern meines Gottenkindes treffen. Schade, fährt ein Auto mit ausländischem Kennzeichen, dessen Fahrerin wohl unsere Signalisationen nicht kennt, dem See entlang. Jeder Wanderer wundert sich – nur die Fahrerin und deren Insassen nicht. Der Parkplatz wäre nicht so weit entfernt. Übrigens befindet sich dort auch eine Postautohaltestelle. Es gäbe die Möglichkeit, hier mit dem Postauto nach Innertkirchen zu fahren. Die Häuser der Engstlenalp sind sehr malerisch.

     

    Nun steigt der Weg etwas an und wird kurz eine klitzekleine Herausforderung für mich, denn auf einer Seite ist er ein bisschen abschüssig. Aber ihr merkt es: klitzeklein und ein bisschen…. Er ist immer mindestens 40 Zentimeter, ja teilweise bis über einen Meter breit und so ist er auch für mich ganz gut zu bewältigen.

     

    Im Restaurant der Tannalp gönnen wir uns etwas zu Trinken und einen feinen Meringue-Glacételler! Zu dritt schaffen wir diese grosse Portion. 😉

  6. See – Tannensee

    In etwa 20 Minuten Wanderzeit erreichen wir den Damm des Tannensees und besteigen dort für 3 Stationen den gut besetzten Fruttli-Zug. (Tannendamm bis Distelboden – 3 Stationen Fr. 6.–/Person. Die ganze Strecke wäre Fr. 10.–)
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    Doch wir möchten nicht die gesamte Strecke fahren, sondern auch den letzten See zu Fuss erreichen: den

  7. See – Melchsee
    Auch hier staunen wir über die Neubauten und merken, wie lange wir nicht mehr da waren, an diesem uns im Grunde genommen, gut bekannten Ort. Wir fragen uns, ob man etwas bezahlen muss für die Liftfahrt beim imposanten Gebäude. Nein, sie ist gratis. Der Blick oben über den Melchsee ist wunderschön.

    Die Gondelbahn bringt uns hinunter auf die Stöckalp. Auch diese runde Gondelbahn war für uns neu – wir kannten nur die alten Gondelis. Sie sind zwar rund, drehen aber entgegen unserer Erwartungen nicht, während der Fahrt. Per Postauto fahren wir nach Kerns und erblicken auf der Fahrt einen weiteren See.
  8. See – Sarnersee
    In Kerns wollen wir umsteigen auf ein weiteres Postauto, das uns über Ennetmoos nach Stans bringen soll. Aber wir haben den Fahrplan falsch studiert, denn dieser Kurs fährt am Feiertag vom 15.8. leider nicht. So müssen wir eine halbe Stunde aufs weitere Poschi warten, das uns an den Sarner Bahnhof fährt und dort einen Aufpreis bezahlen, um via Hergiswil nach Stans mit der Zentralbahn zu fahren. Im Zug bestaunen wir den schönen Alpnachersee, der ja aber ein Teil des Vierwaldstättersees ist. 😉 Das Postauto in Stans bringt uns wieder nach Hause und beendet unsere tolle Rundtour.Die reine Wanderzeit, ohne Abkürzungen mit Bahnen würde 6.5 Stunden betragen. Wir selber wanderten so wie beschrieben etwa 2 Std. 45 Minuten. Wenn man die Sesselbahn zum Engstlensee und die gesamte Strecke des Fruttli Zugs benutzen würde, würde die Wanderzeit vielleicht noch etwa 1 Std. 45 Minuten betragen. Statt mit der Gondelbahn nach Stöckalp, könnte man auch Trottinette mieten. Dies haben wir ein anderes Mal ausprobiert, aber ich fand damals, dass die Strecke per Trotti nicht ganz ungefährlich sei, aufgrund von Kieselsteinen auf dem Asphalt…..

Auf der ungewohnt anderen Seite des Schächentals

Seit Jahren gehört es zum Herbst, dass wir eine Wanderung auf dem Schächentaler Höhenweg (Kanton Uri) unternehmen und diese wunderschöne Baumgruppe in Urigen jedes Jahr fotografieren. Sie fasziniert einfach immer wieder aufs Neue und das findet dann auch unsere Nidwaldner Zeitung, welche das Leserbild gern Jahr für Jahr abdruckt. 😉

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Wir haben diese Talseite schon auf diversen Abschnitten bewandert und Bahnfahrten in kleinen und einmal sogar einer offenen Kabine gewagt. Auch im Winter ist die Begehung dieses sonnigen Hangs mit Schneeschuhen ein empfehlenswerter Tipp. Denn die Winterlandschaft ist fernab jeglichen Massentourismus herrlich ruhig. Und immer haben wir auf die gegenüberliegende Talseite geguckt. Sie lag jeweils im Schatten und wirkte rauh, gar „gfürchig“ (furchteinflössend). Ob man „da drüben“ auch wandern kann?

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Früheres Bild von einer Herbstwanderung. Blick auf die gegenüberliegende, dunkle Talseite. 😉

Gestern wagten wir es. Denn die Talseite wirkt ja im Herbst/Winter dunkel. Im Sommer ist sie bestimmt auch sonnenbeschienen, nahmen wir an und das sollte sich als richtige Annahme heraus stellen.

Weil die Parkplatzmöglichkeiten in Flüelen manchmal etwas schwierig sind, parkieren wir als Ausgangspunkt unserer Wanderungen meistens beim Parkplatz der Ruogigbahn, Brügg (Bürglen). Dort stiegen wir auch dieses Mal wieder ins Postauto, das uns bis zum Hotel Balm kutschierte. Hier pausierte es fahrplanmässig eine Stunde und deshalb nahmen wir den etwa 30 minüten Aufstieg zum Klausenpass (1948 Meter über Meer) zu Fuss in Angriff. Da ich stark erkältet bin, musste ich unterwegs einmal inhalieren. Dieser Weg ist leider nicht sehr interessant, folgt unterhalb der Haupstrasse mehr oder weniger auf einem ausgetretenen Kuhpfad. Auf der Klausenpasshöhe fand gerade ein Käsemarkt statt. Wir deckten uns mit Fleisch, Käse und Yoghurt ein und begannen die eigentliche Wanderung auf dem „naturkundlichen Höhenweg Schächental“ auf der anderen, für uns ungewohnten Talseite. Bis zur Chammlialp führte uns der Weg auf einem bequemen, breiten leicht ansteigenden Wanderweg bergaufwärts.

Die Wanderroute ist abwechslungsreich, führt sie doch an vielen Alpen vorbei, an Felswänden, buschigem Gebiet, kleinen Seen, Bächen, Brücken.

Immer wieder lockt die tolle Fernsicht, einen Fotohalt einzulegen. Dieses Mal auf die uns bekannte Seite des Schächentaler Höhenwegs und in die Tiefe. Wir staunen über die Häuser, welche auf der gesamten Hanglänge verstreut liegen, wie wenn sie von der Hand eines Riesen hingeworfen worden wären.

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Während unseres Zvierihalts, bei dem wir den währschaften Käse und die anderen feinen Sachen, welche wir auf der Klausenpasshöhre gekauft hatten, genossen, hörten wir Murmeltierpfiffe und meinten, sie auch gesehen zu haben (sind uns aber nicht ganz sicher). Nebst Kühen begegneten uns auch zwei Esel.

Ab Chammlialp gings dann stetig bergab und geradeaus bis Wannelen.

Auf diesem Link steht, die Tour sei leicht. Geübte Tourenführer, welche solche Schwierigkeitsgrade angeben, haben es aber wohl nie mit Menschen wie mir zu tun, denen es ab und zu schwindlig wird, wenn sie auf einem Weg laufen, der entweder auf der einen oder gar auf beiden Seiten steil abfällt. Wir wandern viel, meiden aber aus Rücksicht auf mich, Gratwanderungen oder sehr schmale Wanderwege, sprich solche, welche weniger als zwei Fuss breit sind und ungesichert auf einer Seite steil abfallen. Diese Tour hier schaffte ich ohne Angstattacken. Aber sie war an ein, zwei Stellen grenzwertig. Also ich persönlich bezeichne sie deshalb nicht als „leicht“, sondern als „mittelschwer“. Nur aus dem einen Grund, weil sie ein paar wenige Stellen enthält, auf denen der Weg etwas ausgesetzt ist. Auf der Webseite besagtem Links steht, man benötige 3 Std. für die Tour. Wir liefen zügig, hatten aber zusammen mit dem Aufstieg zur Klausenpasshöhe insgesamt 3.5 Std.

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In Wannelen führte uns eine Bahn (ohne Stützmasten – spektakulär) nach Ribi und das Postauto an unseren Ausgangspunkt Brügg/Bürglen zurück.

Bestimmt ist dies auch für Kinder eine tolle Wanderung. Dort wo der Weg schmaler und steiler wird, würde ich sie ermahnen, nicht zu rennen – oder sie gar an die Hand nehmen. Aber ansonsten ist sie mit gutem Schuhwerk auch für Familien geeignet. Viel Wanderspass!

Tobias Amerika-Rückblick

Ich bin so stolz auf unseren 16 jährigen Sohn. In stundenlanger Arbeit hat er an einem Videorückblick unserer Amerikareise gefeilt. Er gab keine Ruhe, bis es für ihn stimmte. Er konnte dabei auf die Unterstützung seines Kollegen Silvan zählen – auch bei der parallelen Überarbeitung der Aeppli Production Webseite.  Weiter so!

 

America Trip – Video von Tobias

 

Wunderschöne Schweizer Landschaft, auch wenn sie kein Nationalpark ist. ;-)

In Amerika haben wir grandiose Landschaften erlebt: schroffe, endlos tiefe Schluchten, kuriose, fantasieanregende Felsformationen, wunderschöne mangifaltige Farbtöne, hohe Berge, uralte, seltene Bäume. Oftmals so ganz anders, als wir es bisher kannten. Zurück in der Schweiz staunen wir über unsere sattgrünen Wiesen und Wälder, die wunderschönen Berge und glasklaren, sauberen, blauen oder türkisfarbenen Seen. 

Gestern (5.8.) waren wir das erste Mal, seit unserer Heimkehr am 2.8. in unserem Schweizerländli wandern. Wir fuhren per Auto bis Göschenen, dann mit dem Postauto bis Göscheneralp, Dammagletscher (Endhaltestelle). Wir dachten nicht daran, die Fahrt auf dem Postauto zu reservieren und hatten Glück, dass der Kurs dennoch fuhr. Es ist ein Rufbus und bitte denkt daran, zu reservieren. Bereits auf der Fahrt mit dem Poschi staunten wir über unsere herrliche Bergwelt, so wie wenn wir sie das erste Mal sehen würden. Es kam uns fast vor wie damals die Fahrt mit dem Shuttlebus durch den Zion Nationalpark – nur dass wir fast die einzigen im Bus waren und sich keine Menschenmasse durch diese Landschaft drängelte. Der Postautofahrer und die einheimische Frau plauderten mit uns und es stellte sich heraus, dass sie beide Andys Cousine und deren Familie kennen. Welch kleine Welt! Zuerst wählten wir den kurzen Weg zum Staudamm. Die Wanderungen rund um den See, haben wir schon ein paarmal unter unsere Wanderschuhe genommen und so wandern wir bloss über den Damm und dann abwärts, Richtung Göschenen.

 

Es ist eine landschaftlich sehr abwechslungsreiche Landschaft. Sie führt vorbei an kleinen Seen, Wälder, Schluchten, offenem Gelände, einem Camping – und immer der Göschener Reuss entlang. Wir kommen ja vom Campen in Amerika und haben zueinander gesagt, dass man hier bestimmt auch ganz schöne Campingferien verbringen kann. Mitten in der Natur, die Kinder kann man am Wasser spielen lassen… Wir haben allerdings nicht gesehen, ob es Wasser- und Stromanschluss geben würde.

Nach kurzweiligen 2.5 Stunden erreicht man den Ausgangsort Göschenen.

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Die Wanderung ist auch für Kinder gut zu begehen. Der Weg fällt nur an wenigen Stellen etwas steiler hinunter, aber nie gefährlich. Manchmal kann man die Muskeln entspannen im Geradeausgehen…. Meistens aber führt er gemütlich bergabwärts. Unterwegs gäbe es manche Gelegenheiten, wieder dem Postauto für eine Rückfahrt zuzusteigen.

 

Weitere Wandervorschläge für diese Gegend. (Klick mich)

 

 

 

 

27. Juli bis 2. August 17, 5. und letzter Teil, USA, San Francisco.

Donnerstag, 27. Juli

Wir können doch noch den Indoorpool des KOA Williams benutzen und fahren anschliessend in etwa 3 Stunden zum KOA Camping Laughlin, in der Nähe des Lake Mead, der unser erster Stopp auf unserer Campertour war.

In der direktesten Linie wären wir in 2.5 Std. am neuen Übernachtungsort. Wir wählen aber die Route 66 und nehmen so einen Umweg von einer halben Stunde auf uns. Es ist „speziell“, auf der berühmten Route 66 zu fahren. Wir sind enttäuscht darüber, wie touristisch vermarktet Seligman ist. Der berühmte Coiffeur Angels ist nicht vor Ort, aber wir erfahren, dass er kürzlich bei bester Gesundheit seinen 90. Geburi feiern konnte. Seligman ist ein kleines „Disneyland“, genauso wie die „Geisterstadt“ (alte Goldgräberstadt) Oatman. Die Route 66 dorthin führt über eine abenteuerliche Passfahrt. Doch der Ort selber ist nicht mehr eine Geisterstadt, ausser man bezeichnet die allzuvielen Touristen und Esel, welche sich dort aufhalten so. Die „Kulissen“ der Stadt sind hübsch, aber die vielen Menschen und Souvenirläden in jedem Haus, zerstören den historischen und authentischen Eindruck.

Um 16.50 Uhr erreichen wir den Campingplatz Laughlin. Doch um 16.30 Uhr schliesst der Campingempfang bereits seine Pforten und wir müssen ein kompliziertes Eincheckprozedere durchlaufen bei der unfreundlichsten Amerikanerin, welche ich auf unserer Reise traf (AVI Resorts und Casino-Hotels, das zum Camping gehört). Doch das Positive an diesem Camping ist, dass wir den Coloradoriverbeach und den Pool dieses Hotels mitbenutzen können. Der Pool ist zwar mehr ein Kinderplanschbecken, als wirklich tief genug zum Schwimmen, aber für eine einzige Benutzung ist es ok. Auch das Schwimmen im Colorado River ist ein tolles Erlebnis. Der River hat mehr Zug als erwartet.

Freitag, 28. Juli

Wir stehen früh auf, denn um 10.30 Uhr müssen wir den Camper abgegeben haben, unser mobiles Zuhause, das uns zwei Wochen lang ein Zuhause war. Ich hätte es schon noch länger ausgehalten darin, obwohl ich mir mindestens 5 Mal den Kopf am einen Kästchen angeschlagen habe. Für uns drei war er gross genug, war leicht zu fahren und gut eingerichtet. Ich schätzte es, dass wir unsere Koffer auspacken und beim Wohnwagenvermieter deponieren konnten. Wir fahren etwa 2.5 Std. bis nach Las Vegas, packen beim Campervermieter unsere 7 Sachen in unsere Koffer, putzen dem Camper grob und müssen uns doch noch beeilen, um die Abgabezeit einhalten zu können. Ein Shuttlebus des Camperanbieters fährt uns gratis zum Flughafen.

Unser Flug nach San Francisco geht erst abends. Wir müssen leider 2 Std. warten, bis wir die Koffer einchecken können und fahren per Flughafenshuttle zum anderen Teil des Flughafens, um etwas zu essen. Als wir endlich einchecken können, vergisst Tobias dabei seine Kamera auf dem Apparat und als wir es 10 Minuten später entdecken, ist sie weg. Das Fundbüro hat zu, obwohl es eigentlich offen haben sollte und so suchen wir zusammen die Polizeistation auf. Schon wieder ein Polizeipostenbesuch im Ausland. Im Gegensatz zur italienischen Polizei ist es hier eine bessere Erfahrung. Der Polizist ist derart einfühlsam, dass mir später, als er uns erklärt, wie hoch die Kriminalitätsrate in Las Vegas ist und uns Bilder von Polizisten zeigt, welche jung im Dienst gestorben sind, die Tränen kommen. Er meint, er wollte mich nicht traurig machen, plaudert mit uns über amerikanische Erziehung, Lebensweise und dass er uns Schweizer dafür bewundert, wiesehr wir Ordnung, Disziplin, Sauberkeit, Anständigkeit, Respekt etc. hoch halten würden und dies unsere Kriminalitätsrate gering halte. So nebenbei erledigen wir das mit dem Rapport für die Diebstahlversicherung. Schade und traurig wegen der sehr guten und neuen Sonykamera, aber es war klar Fahrlässigkeit von unserer Seite und zum Glück hat Tobias am Vorabend alle Bilder auf der Festplatte gespeichert. Wir schaffen es dann nicht mehr, die Stadt nochmals zu besuchen – es wäre auch zu teuer gekommen mit dem Transport hin- und retour und so verbringen wir die Zeit bis zum Abflug  halt am Flughafen.

Der Flug Las Vegas – San Francisco dauert nur etwas mehr als eine Stunde. Per Metro fahren wir zum Opalhotel. Es ist 110 Jahre alt und mir gefällt diese authentische Nostalgie. Wir haben mit Frühstück gebucht, aber dieses wurde in den Social Media zussehr kritisiert. So hat das Management dieses Angebot, welches im Grunde genommen gratis war für die Gäste, gestrichen. Doch weil wir noch vor dieser Änderung gebucht hatten, kommt uns das Hotel entgegen, indem es das Zusatzbett für Tobias nicht berechnet. Auf der anderen Strassenseite befindet sich ein Trendrestaurant, das wir zum Abendessen aufsuchen. Der Receptionist meint, es gäbe Leute, die würden extra im Opal übernachten, weil sie in der Nähe von Tommy’s Joynt logieren möchten. Wir sind dann auch wirklich super zufrieden.

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Samstag, 29. Juli

Wir frühstücken im Restaurant, das sich Tür an Tür zum Opal befindet. Es ist sehr fein, aber etwas teuer.

Zu Fuss erkunden wir den nördlichen Teil San Franciscos. Im Chinatown halten wir uns etwas länger auf, weil gerade irgendein chinesisches Fest stattfindet. Diese fremdländischen Aktivitäten faszinieren uns. Wir wähnen uns nicht in den USA, sondern in China. Wir kaufen eine Gopro und ein Weitwinkel und Makroobjektiv für die Nikon. Beides weit unter dem Katalogpreis.

Die Stadt fasziniert uns. Sie ist bunt, freakig, pulsierend und gleichzeitig sind die Leute easy drauf. Mir kommt es so vor, dass jeder ein Stück weit origineller sein will, als sein Mitmensch. Wir Landeier staunen einfach nur noch über soviele interessante, ausgefallene Menschentypen. Leider sind auch viele Homeless (Obdachlose) in dieser Stadt. Wir beobachten, dass sie einander viel helfen und es lustig untereinander haben trotz ihrer schwierigen Lebenslage. Ob ihnen jemand hilft, Unterstützung gibt? Wir haben nicht herausgefunden, was die Stadt oder Christen für die wirklich auffallend vielen Obdachlosen tut.

Am Pier 39 lachen wir über die trolligen Seelöwen, ein Automatikmuseum am Pier mit Gratiseintritt fasziniert, aber die Preise, um was zu essen, erscheinen uns zu überrissen. Wir frieren trotz Daunenjacken, fahren per Bus zurück zum Hotel und essen bei Tommy’s Joynt wieder z’Nacht.

Sonntag, 30. Juli

Wir frühstücken bei Jane und nehmen eine Warteschlange in Kauf. Wir staunen darüber, wie oft Amerikaner bereit sind, anzustehen. Aber sie tun das diszipliniert und fair. Bei uns entsteht schnell ein Gedränge und ein „Ellbögeln“. Der Stärkere ist der Geschwindere. Hier kann man eine Wartezeit eher abschätzen und stresslos abwarten, bis man an der Reihe ist. Wir wären aber nie bereit gewesen, so lange in einer „Line“ zu stehen, wie es Leute taten, um mit einem Cabelcar zuunterst zu starten. Die standen um etwa 3 Häuserblocks und ich schätze, mindestens 3 Stunden lang!

Jane bietet sogar Ruchbrot an und wir sind mit dem Preis- Leistungsverhältnis sehr zufrieden.

Nachdem wir unterdessen ein paarmal die Ubertaxis ausprobiert haben, fahren wir nun das erste Mal per Lyft. Es ist kein wirklicher Unterschied. Die beiden Systeme funktionieren tadellos. Innert weniger Minuten nach Onlinebuchung ist ein Taxi vor Ort. Je mehr Personen man ist, umso eher rentiert es sich, gegenüber dem öffentlichen Verkehr und man spart im Durchschnitt die Hälfte an Zeit. Wir lassen uns zur Bethel Church bringen und besuchen dort einen Gottesdienst. In den Freikirchen, welche unser Sohn und Andy und ich besuchen, singen wir deren Lieder und es ist für uns etwas ganz Besonderes, am Ursprungsort dieser Lieder zu sein. (Jedenfalls fast am Ursprungsort. Sie werden in Reddings komponiert, einem anderen Ort in San Fran, aber die beiden Orte gehören zu einer einzigen Bethelchurch.) Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit, was unsere weitere Tagesplanung betrifft. Der Gottesdienst unterscheidet sich in seiner Art nicht von unseren freikirchlichen in der Schweiz.

Nach dem Gottesdienst mieten wir Velos im Golden Gatepark. In 4 Stunden per Velo erkundigen wir einen weiteren Teil der Stadt, u.a. die Golden Gate Brücke. Es ist ein grandioses Erlebnis. Wir hätten nicht erwartet, dass wir per Velo so lange haben, bis wir am anderen Ende der Brücke ankommen. Wie lange dauert es wohl zu Fuss? Das Velofahren in der Stadt ist insofern anstrengend, weil es oft hinauf geht. Die Stadt ist ja an einen Hügel gebaut. Ich muss das Velo oft stossen, was Tobias an seine Geduldsgrenze bringt. Aber wir haben halt keine E Bikes. 😉 Aber das Velo ist dennoch eine gute Art, in der Stadt unterwegs zu sein. Per öffentlichen Verkehr hat man einfach zu lang und obwohl Uber oder Lyft günstig ist, geht es mit der Zeit doch auch ans Budget….

Wir essen dieses Mal indisch z’Nacht, sind aber nur mässig zufrieden.

Montag, 31. Juli

Wir fahren per Fähre nach Sausalito. Das ist ein wunderschönes Erlebnis, denn die Stadt mit der Golden Gate Brücke und die Alcatraz-Gefängnisinsel, sehen vom Wasser her einfach toll aus.

Per Lyft lassen wir uns zum Muir Woods National Monument fahren. Ein würzig-süsslicher Geruch liegt in der Luft. Wir kommen grad rechtzeitig, um einen Rangervortrag über diese seltenen, uralten Bäume anzuhören. Auf gut ausgebauten Wegen erkundigten wir diesen Park. Zurück bringt uns gratis ein Bus (er wäre sonst nicht gratis, aber der Fahrer liess uns einfach so mitfahren). Er fährt aber eben statt der 20 Minuten per Lyft 45 Minuten. Wieder in Sausalito fahren wir per Lyft bis zur Hoteltüre und essen wieder bei Tommy’s Joynt.

Dienstag, 1. August

Frühmorgens bringt uns Uber an den Flughafen. Wir starten am Nationalfeiertag der Schweiz unseren Flug von den USA nach Hause und kommen (Zwischenhalt in New York)  am

Mittwoch, 2. August 

todmüde eine halbe Stunde vor dem Fahrplan in Zürich Kloten an. Geschlafen haben wir alle nicht viel. Vielleicht 2-3 Std. Wir fahren per Zug nach Luzern. Tochter Petra chauffiert uns von da nach Beckenried.

Wir haben Mühe wach zu bleiben, trotzdem wir im See schwimmen gehen.

Um 20 Uhr gehen wir schlafen. Andy beginnt am anderen Tag mit der Arbeit. Tobias hat noch einen Tag länger frei. Ich bin am

Donnerstag, 3. August

trotz 14 Stunden Schlaf tagsüber immer noch müde und schreibe diesen Blog.

Fazit unserer Ferien: es war ein total spannendes, lohnendes, unvergessliches Erlebnis. Wir haben ja unseren 30. Hochzeitstag und Andys 20. Arbeitsjubiläum beim RAV auf diese Weise gefeiert. Dass wir die Reise antreten konnten, war ein Riesengeschenk. Denn er leidet ja unter CLL und wir wussten lange nicht, ob er überhaupt verreisen darf.

Amerika ist in vieler Hinsicht soviel anders als die Schweiz oder gar Europa. Am meisten beeindruckt hat uns die unverbaute Weite der Landschaft, die Grosszügigkeit, Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und schnelle Kontaktaufnahme der Amerikaner. Staunenswert waren alle Nationalparks, welche wir besucht haben. Wir sind uns einig: der Antelope Canyon war am faszinierendsten von allen. Mit seinen orange-gelb-braunen-grauen Farben. Soviel anders als alles, was wir bisher gesehen oder erlebt haben. Auf zweitem Platz folgt bei mir das Goblin Valley, bei Andy der Bryce und bei Tobias entweder das Valley of Fire oder auch der Bryce. Aber jeder Nationalpark ist einzigartig und im Grunde genommen unvergleichlich anders. Beim einen faszinieren die Farben, beim anderen die Tiefe, in die man blickt, beim anderen Felsbrücken und beim weiteren Strukturen und Formationen, von Wind und Wetter geformt wie von Künstlerhand. Und je nach Menschentyp faszinieren den einen halt ungeheure, nicht abschätzbare Tiefen, Weiten, Formen oder Farben. Generell hat es uns dort besser gefallen, wo nicht Massen an Touristen vor Ort waren und man ein bisschen das Gefühl hatte, selber etwas entdecken zu können, als im Gegensatz dazu, ein Touristenbild präsentiert zu bekommen, das schon soviele vor uns abgelichtet hatten. Und manchmal störte die Masse an Menschen einfach auch die Ruhe und Erhabenheit eines Naturortes.

Gefreut haben wir uns darüber, dass wir soviele Wildtiere gesehen haben: Vögel, welche wir hier nicht kennen, zweierlei Typen von Hasen, Rehe und Hirsche, jede Menge Eichhörnchen, Raten, welche zur Famile der Känguruhs gehören, ein Erdmännchen, eine Luchsfamilie, eine Seelöwenkolonie, grosse Eidechsen, Wildpferde, aber leider keinen Bären. 😉 In Seligman haben wir wilde Esel gesehen. Es hingen Schilder, wir sollten sie nicht füttern, denn sie seien wild und könnten beissen, aber in jedem Souvenirgeschäft konnte man Eselsfutter kaufen. Ein paar wurden dann tatsächlich wild, stoben auseinander und einer jagte Tobias nach! :-O

Wir haben erst vor Ort gemerkt, dass wir noch soviel Lohnenswertes hätten anschauen können an der Westküste. Ich dachte vorher wirklich, wenn wir die bekanntesten Nationalparks wie Bryce, Arches, Grand Canyon gesehen hätten, dann hätten wir alles gesehen von der Gegend. Aber es gäbe noch soviel Sehenswertes. Nur die Reise ist halt wirklich etwas lang. 😉

Was uns total schockierte und erschütterte, waren die vielen Obdachlosen, vor allem in San Fran. Und was uns nervte, war der schlechte Ausbau im öffentlichen Verkehr. Wir sind wieder neu dankbar für das gute Liniennetz in der Schweiz. Auf die andere Seite funktioniert dort Uber oder Lyft sehr gut, welche bei uns überhaupt noch nicht bekannt sind. Viele Menschen können mit Taxidiensten ohne komplizierte Lizenzen ein Zusatzbrot verdienen. Wir würden ein anderes Mal viel häufiger auf Uber/Lyft zurückgreifen, statt den ÖV zu benutzen in den USA. Aber am Anfang hatten wir halt noch nicht überall Internet und so konnten wir sie leider nicht immer dann buchen, wenn wir Bedarf hatten. Erst im zweiten Walmart wurden wir wegen einer SIM Karte für Tobias Handy, das zwei Karten aufnehmen kann, gut beraten. Wenn wir Uber benutzt hätten, dann wäre in LA viel mehr an Programm drin gelegen.

Andys Planung war perfekt. Ich kann unsere Route gern weiter empfehlen. Die Fahrzeiten waren sogar weniger lang, als berechnet. Und dies per Camper.

USA

Es war gut, dass wir einen Camper hatten. Der Vorteil ist, dass man sein Zuhause immer dabei hat und nicht aus dem Koffer leben muss. Der Nachteil ist, dass man damit nicht überall durchkommt. Es wäre auch möglich per PW zu fahre und in Motels zu übernachten für dieselbe Strecke. Wir fuhren in 14 Tagen 1800 Meilen, also rund 2’900 Kilometer, was für uns eine gute Streckenlänge war. Wir hatten nie Stress. Die durchschnittlichen 2 bis 3 Stunden Fahrzeit waren gut zu bewältigen. Und nicht jeden Tag fuhren wir, sondern wir hatten auch noch Zeit, die Ferien einfach zu geniessen, mit Lesen, baden, fein essen, einfach „sein“. Aber gleichzeitig haben wir jeden Tag etwas Spezielles erlebt, keinen einfach so „verplämpert“.

Wir hatten voll Wetterglück und danken Gott dafür. Denn wie wir zum Beispiel von einem Mann erfuhren, der im Shuttlebus des Grand Canyon mit uns plauderte, konnten sie die geplante Antelope Tour nicht machen, aufgrund schlechten Wetters. Die Canyons waren abgesperrt. Wo wir hinkamen, verzog sich der Regen schnell oder trat nach uns ein. Auch vom Arches hörten wir von Touristen aus der Schweiz, welche am selben Abend wie wir dort waren, dass sich ein so starkes Gewitter über den Nationalpark entlud, dass nur noch Leute mit PW oder Allrad den Park verlassen konnten. Mit dem Camper konnte man den Heimweg nicht mehr antreten und musste im Park übernachten.

Die Karte unserer besuchten Orte in den USA sieht nun so aus:

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An dieser Stelle danke ich unserem Reisebüro Preisig Reisen in Stansstad. Sie haben uns im Vorfeld geduldig und fachkundig beraten. Die Flüge (auch Las Vegas-San Fran) und den Camper buchten wir über sie. Alles hat tip top geklappt und bei Problemen wären sie rund um die Uhr für uns da gewesen. Das gab ein beruhigendes Gefühl. Wir hoffen, noch so manche Reise zusammen unternehmen zu können. Und buchen gern wieder über Preisig Reisen. P.S. Dies ist ein nicht gesponserter Beitrag. 😉

Und last but not least danken wir Gott für seine Bewahrung vor Unfällen und Krankheiten und allen Betern. ❤ Wir sind überglücklich, dass wir diese Reise unternehmen durften und es vor allem Andy so gut ging. Wir konnten dieses Abenteuer voll geniessen und liessen alle Sorgen hinter uns. Der Alltag hat uns wieder und Andy beginnt nächste Woche wieder eine Chemoeinheit….

Wir werden noch lange zehren von den superschönen Erinnerungen. Die kann uns niemand nehmen, auch keine Krankheitszeit.

 

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