R. Hood ;-)

Ich spüre, wie mich belustigte, neugierige, aber auch erboste Blicke treffen, als mein Sohnemann und ich aus der Gondelkabine der Emmetten-Stockhüttebahn treten. Wir wollen heute nicht mit Blicken treffen, sondern mit Pfeil und Bogen – dies auf dem Bogenpark Nidwalden.

Mein 14-jähriger Sohn ist Mitglied der Bogenschützen Nidwalden. An einem 3 D Parcour, erkämpfte er sich 2013 den Schweizermeistertitel in der Schülerkategorie. Das Campus-Surseemagazin hat ihn damals interviewt. Heute darf ich mich in Begleitung dieses Profis also das zweite Mal überhaupt auf einen Bogenparcour begeben, denn ich erhielt von unserem Sohn einen Gutschein geschenkt.

Gutschein von Tobias Aeppli, Bogenschiessen

Der Bogenpark Nidwalden besteht aus 34 Plastiktieren, welche verstreut im Wald aufgestellt sind. Es gilt also, bergauf- und bergab zu wandern, über Stock und Stein. Bei diesem Sport übt man die Beobachtungsgabe (wo sieht mein Sohn den nächsten Posten – also ich sehe nichts?), die Ausdauer (was – wir haben noch nicht mal die Hälfte absolviert?), die Konzentration und mentale Stärke (och, der hat mit dem 1. Pfeil getroffen und meine zwei ersten Pfeile liegen im Dickicht), die Muskeln des gesamten Körpers (Bein-, Arm-, Schultermuskulatur), die Atmungstechnik (atmen während es Aufziehens nicht vergessen) und wenn man gemeinsam unterwegs ist, ist das Gemeinschaftserlebnis wohltuend und stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Ich kann diesen Parcour auch für einen Teambildungsanlass wärmstens empfehlen.

Obwohl wir in drei Stunden nur etwas mehr als die Hälfte aller Posten schaffen, bin ich zufrieden mit mir. In dieser Zeit absolviert ein durchschnittlicher Bogenschütze den gesamten Parcour, aber ich bin ja Anfängerin und benötige mehr Zeit und mehr Pfeile bei jedem einzelnen Posten. 3 Pfeile pro 3 D Tier dürfen geschossen werden, wenn man mit dem 1. Pfeil trifft, gibt es mehr Punkte, als bei einem Treffer mit einem der nächsten Pfeile. Meine Schulter schmerzt ausgerechnet seit dem Vortag. Ich habe mir irgendso eine Verspannung zugezogen. Der ausgeliehene Bogen war nicht ideal für mich – ich vermochte die Sehne nicht ganz nach hinten zu ziehen. Mit dem Bogen meines Sohnes kam ich besser zurecht, aber auch dieser war nicht wirklich auf mich „zugeschnitten“. Auch wegen meinem Schulterhandicap und der nicht „personifizierten“ Ausrüstung bin ich stolz auf mich, doch einige Male ganz gut getroffen zu haben. Es hat mehr Spass gemacht, als ich mir im Vorfeld ausgemalt habe und ich verstehe nun die Faszination und Begeisterung meines Sohnes und anderer Schützen für diesen Sport besser.

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In der Gondelfahrt retour konfrontieren uns zwei Mitfahrer mit einem Vorurteil, dem sich die Schützen oft gegenüber sehen. Nachdem ich ihnen erzählte, dass ich einen Pfeil verloren habe, heisst es zynisch: „Haha, der steckt bestimmt im Bauch eines Wanderers! Wenn der Verein diesen Parcour professionell aufstellen würde, dann hätten sie die Wege rundum mit Netzen gesichert und abgesperrt!“ Ich vermute, dass dieser Herr den Bogenpark noch nie wirklich abgelaufen ist, denn was er verlangt, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Die 3 D Tiere stehen auf einer derart grossen Fläche verteilt, dass eine Rundumabsperrung eine Illusion ist. Aber wie es auf der Homepage des Bogenparks steht, so habe auch ich es erlebt:

„Das Sicherheitskonzept des Bogenparks Nidwalden wurde von der FAAS Field Archery Association abgenommen und für sicher befunden.
Sämtliche Wanderwege/Strassen/öffentlich zugängliche Wege werden nie durch die Flugbahn eines Pfeils tangiert.“

Es ist gut gekennzeichnet, dass hier ein Bogenparkweg beginnt, dass es sich nicht um einen öffentlichen Wanderweg handelt.

Der Vorwurf, man schiesse auf Tiere und selbst wenn diese nur aus Plastik seien, bestünde die Gefahr, dass ein Bogenschütze auf den Geschmack käme, auch auf lebende Tiere zu schiessen, weise ich zurück. Ich kenne viele Bogenschützen persönlich und könnte mir bei keinem vorstellen, dass er irgendeinem Tier etwas zuleide tun könnte. Unser Sohn liebt Tiere, knuddelt unsere Katze und sieht kein Tier gern leiden.

Die Betreiber des Bogenpark Nidwalden schreiben:

„Wir möchten uns auch von jeglichen Aussagen wie “ Was machen Die denn jetzt hier im Wald….ballern die auf Tiere? “ distanzieren.
Denn das Bogenschiessen ist eine sehr alte Tradition und setzt Verantwortungsbewusstsein und Naturschutz in den Vordergrund.
Der Bogenpark Nidwalden will auch in Zukunft mit der NATUR zusammen arbeiten und unterstützt deshalb
folgende Institutionen:
WWF (Eisbär-Adoption)
Sea Sheperd (Spende)
Pro Natura (Spende für die Pärke, eine Chance für Mensch und Natur)
Tierheim Paradiesli in Ennetmoos (Spende)“

Ich war sicher nicht das letzte Mal auf diesem Bogenpark und wünsche mir selber und allen anderen Bogenschützen

„Gut Schuss und alle ins Kill!“ 

Aepplis auf Familienpirsch

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Gespannt auf das Projekt „Familiepirsch“schwangen sich mein Mann, unser Jüngster (Tobias, 13 Jahre) und ich auf unsere Velos und fuhren ins Gnappiried, Stans.

Bereits zum Einstieg erfuhren wir bisher Unbekanntes aus unserer Umgebung.

Zitat: „Das Gnappiried ist ein Hoch- und Flachmoor von nationaler Bedeutung. Es ist das tieftsliegende Hochmoor der Schweiz.“

Hier fällt mir als freie Autorin bereits der erste Rechtschreibefehler auf – und er bleibt leider nicht der Einzige…. 😉

Abgesehen davon sind die Infos, welche man über das Einlesen der QR-Codes via Handy erhält, sehr lehrreich und schön bebildert. Als Familie haben wir aber auf der Pirsch Ideen entwickelt, wie die einzelnen Posten interaktiver, statt derart textlastig gestaltet werden könnten. Wie wäre es, wenn man ein Gruppenselfie einreichen sollte, die Vogelstimme auch akustisch zu hören ist oder man irgendwelche Gruppenaktivitäten zusammen ausführen müsste? Hier wäre mit Fantasie noch viel zur Attraktivitätssteigerung herauszuholen. Ich weiss deswegen nicht, ob die Familienpirsch uns an weiter entferntere Ort wie Ettiswil oder Baldegg locken würden, so dass wir extra deswegen dorthin reisen würden. Aber es war gut, das für uns nahe Gnappiried und am selben Tag noch das Stansstaderried zu erkundigen und zu erleben, was für eine wunderschöne Natur vor unserer Haustüre liegt. Wir sahen fleischfressende Pflanzen und erfuhren auch über die Tierwelt Erstaunliches. Die Natur birgt wirklich manches Mysterium!

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Zu den Angaben auf der Homepage:

– die Zeitangaben stimmen überhaupt nicht. Wir nahmen es gemütlich, lasen alle Texte, suchten die entsprechenden Pflanzen oder Tiere (manchmal beides erfolglos) und lösten die Wettbewerbsfragen sofort. Trotzdem kamen wir im Gnappiried nie auf die angegebenen 2 Std. und im Stansstaderried nicht auf die eine Stunde, sondern im Gnappieried waren wir nach 30 bis 40 Minuten beim Schlusspunkt und im Stansstaderried bereits nach 15 bis 20 Minuten.

– Kinderwagentauglich sind beide Wege entgegen der Angaben nicht. Und ich habe dreifache Kinderwagenerfahrung. 😉 Im Gnappiried schafft man es mit einem Offroadkinderwagen bestimmt, über die holprigen Stege zu fahren, aber das Baby im Wagen wird heftig durchgeschüttelt, ich würde es keinem wirklich zumuten wollen. Im Stansstaderried kann jemand mit dem Kinderwagen auf dem Trottoir den anderen zusehen, wie sie auf Pirsch gehen, aber dabei sein kann man mit dem Kinderwagen nicht.

Zur Wettbewerb hat mir eine ausführlichere Information gefehlt. Ich war unsicher: soll man die Fragen jeweils sofort nach jedem Posten beantworten oder erst ganz am Schluss? Nimmt man mehrfach teil, wenn man alle Fragen beantwortet? Wir sparten uns zuerst die Wettbewerbsfragen auf, merkten dann aber nach und nach, dass man sie auch fortlaufend beantworten konnte. Wie wird kontrolliert, ob wirklich eine mindestens Zweigenerationsfamilie daran teilgenommen hat? Wir kamen nie zu einem Feld, in dem wir die Anzahl Teilnehmer hätten aufführen müssen.

Die Wettbewerbsfragen selber waren für uns zu einfach. Wenn man eine falsche Antwort eingab, war es ohne weiteres möglich, eine andere Antwortsmöglichkeit anzuklicken. Man konnte sich auf diese Weise durchklicken, bis man auf die richtige Antwort kam. Dies ist nicht wirklich eine grosse Herausforderung. Die Schwelle dürfte ruhig höher liegen.

Alles in allem ist die Idee der „Familiepirsch“ super. An der Ausführung sollte für ein nächstes Jahr gearbeitet werden.

Weitere Impressionen auf meiner Facebookseite.

Nun sind wir gespannt, ob wir einen der verlockenden Preise gewinnen! 🙂

Juhui! Heute bekamen wir folgende Nachricht:

Lieber Tobias Aeppli

Gratuliere, du und deine Familie haben gewonnen. An der 1. Zwischenverlosung hat die Glücksfee deinen Namen gezogen.

Bitte teile mir deine Postadresse mit und wir senden dir den Gutschein für einen Familieneintritt in den Tierpark Goldau sowie REKA-Checks (im Wert von Fr. 100.–) zu.

Von Regula Aeppli sind wir schon mittels Blog benachrichtigt worden, welche Naturgebiete ihr aufgesucht habt. Tolle Fotos haben wir (ebenfalls mittels Blog) von dir und deiner Familie schon gesehen, worüber wir uns sehr gefreut haben.

Wir wünschen dir und deiner Familie einen schönen Sommer und vielleicht besucht ihr noch weitere Naturgebiete und erkundet deren Geheimnisse (z.B. die Blaslöcher am Brunni-Pfad in Engelberg).

Herzliche Grüsse

Patrick“
http://www.aks-stiftung.ch/
http://www.familiepirsch.ch

 

🙂