Ich schwimme noch etwas….

„Ich schwimme“ meint laut Duden unter anderem:
– sich im Wasser aus eigener Kraft (durch bestimmte Bewegungen der Flossen, der Arme und Beine) fortbewegen
– zum Vergnügen, um sich sportlich zu betätigen o. Ä. schwimmen

Aber auch:
 in einem Zustand sein, in dem alles undeutlich und verschwommen ist
(umgangssprachlich) die Situation nicht [mehr] unter Kontrolle haben, ihr nicht [mehr] gewachsen sein, unsicher sein

Als Kind habe ich das Brustschwimmen unter Todesangst gelernt: meine etwa 10 Jahre ältere Cousine trug mich im See ins immer tiefere Wasser und liess mich dann einfach los mit der Aufforderung, nun zu schwimmen, denn ich könnte es ja! Ich konnte es dann tatsächlich, sonst würde ich jetzt nicht da sitzen und schreiben. 😛 Eine Abneigung gegen Wasser habe ich deswegen nicht entwickelt. Im Gegenteil: im Element Wasser fühle ich mich wohl, leicht und unbeschwert. Als Jugendliche wäre ich gern eine Wasserballett-Nixe (Synchronschwimmen) geworden, nur gabs kein Angebot, wo ich das hätte erlernen können.

Ich begnügte mich als Kind mit Hallen- und Freibadbesuchen zusammen mit meinem Vater und freute mich über den schulischen Schwimmunterricht und meine erhaltenen Abzeichen „Seepferdchen“, „Krebsli“, „Fisch“ und was es alles, sogar bereits in meiner Kindheit gab. 😉

Das Schwimmen gab ich stets als Hobby an, wenn ich danach gefragt wurde, obwohl ich nur im Sommer täglich im See schwimme. Doch jetzt ändert alles. 😀 Ich habe nämlich das Schwimmen neu entdeckt! Auslöser war ein Arztbesuch Ende Januar, aufgrund diverser kleiner „Bobos“, deretwegen man ja laut Werbung von DJ Bobo keinen Arzt aufsuchen sollte. Die Hausärztin hat es aber geschafft, mich zu regelmässigem Sport zu bewegen.

Seither gebe ich mir Mühe, täglich mind. 30 Minuten spazieren zu gehen. Nebenbei entstehen hübsche Fotos. 😉 Spazierengehen mit offenen Sinnen, die Arme leicht mitzuschwingen, die Haltung und Atmung kontrolliert, die Gedanken aber schweifen zu lassen und die Sonne zu geniessen, tut mir nach Körper, Seele und Geist wohl. Und wenn ich das Glück via Fotos teilen kann, erlebe ich, dass geteilte Freude grad nochmals doppelte Freude wird.

Zudem besuche ich neu Pilates-Kurse. Darüber werde ich in einem späteren Blog was schreiben. Und eben: seit ein paar Wochen habe ich das Schwimmen neu entdeckt. Ich darf ungefähr einmal pro Woche mit einer Bekannten mit dem Auto mitfahren ins Hallenbad Luzern.

Beim allerersten Besuch wurde mir das Portemonnaie geklaut – mit zum Glück fast keinem Inhalt. Ein kleiner Dämpfer wars dennoch. Doch ich liess mich davon und auch von anfänglichen Muskelkatern nicht abhalten und erlebe, dass ich Fortschritte mache und Ambitionen entwickle. Atmete ich anfänglich noch zu hektisch und übte viel zu grosse Beinbewegungen aus beim Brustschwimmen, kommt so nach und nach eine Ruhe und kontrolliertere Bewegungen ins Ganze. Ich stellte fest, dass sich die Schwimmtechnik seit meiner Kindheit verändert hat. Lernte ich doch noch, mit Beinen und Armen möglichst grosse Kreise zu machen.

Ich übe und ziehe meine Bahnen im Brust- und Rückenschwumm, möchte aber auch das Kraulen neu erlernen. Obwohl ich diese Technik früher mal beherrschte, will sie mir nur noch für etwa 3 Züge gelingen. Ich habe die Atemtechnik nicht mehr im Griff, will aber beim nächsten Hallenbadbesuch dies hier ausprobieren:

So habe ich einiges an der Technik zu feilen und mir wird es nicht langweilig. Schwimmen ist ein sehr gesunder Sport, vor allem gelenkschonend. Arm- und Beinmuskulaturen werden aufgebaut, als Asthmatikerin kommt mir ein vertieftes Atemtraining zugut. Das gesamte Herz-Kreislaufsystem wird aktiviert. Meine Ambitionen, mich zu verbessern, werden geweckt. Letztes Mal tat ich es meiner Kollegin gleich und begann, die zurück gelegten Bahnen zu zählen. Auf genau 70 Bahnlängen in einer Stunde bin ich gekommen. Dies entspricht einer Länger von 1,75 Kilometern. (Bahnlänge 25 m) Meine Bekannte übertraf dies um einiges, aber sie schwimmt schon länger regelmässig. Man soll ja in erster Linie mit sich selber vergleichen. Und wenn ich meine sportlichen Aktivitäten von Ende 2018 mit heute vergleiche, ist dies eine Steigerung, auf die ich wirklich stolz bin. Auch wenn ich noch „schwimme“, im Sinn von „unsicher sein“, so bin ich doch überzeugt davon, auf einer guten Bahn zu sein und ich schliesse nicht aus, mich eines Tages zu einem der Schwimmkurse anzumelden. 😉