Der Besuch an einem Freitag plus „Brückentag“ war eine Bieridee – Thermalbad und Spa, Zürich

Mit einem Wellnessgutschein liegt man bei meinem Mann und mir nie falsch. Dies als Geheimtipp. 😀 Dies wissen natürlich auch unsere Kinder und so wurde Andy zum letzten Geburi mit einem solchen beschenkt. Was sage ich einem – mit zwei. Ich wurde mit beschenkt. Wir erhielten zwei Tageseintritte inklusive irisch-römischem Rundgang fürs Thermalbad und Spa in Zürich.

Was für ein stylisches Badevergnügen in nachempfundenen „Bierfässern“ der ehemaligen Bierbrauerei Hürlimann. Die Gewölbe erinnern gleichzeitig an römische Badeeinrichtungen und sind mit Kerzen und Holzgebilden hübsch dekoriert.

Das Highlight des Besuches waren für uns aber nicht diese „Fässer“ oder der irisch-römische Rundgang, obwohl uns das alles sehr gefallen hat, sondern das Baden im Infinity Pool auf der Dachterrasse. Wir besuchten ihn im Verlauf unseres 3-stündigen Aufenthaltes zweimal: das erste Mal bei Tageslicht und dann bei Einbruch der Dunkelheit. Beides hatte seinen Reiz: die Aussicht auf Züri mit den herbstlich gefärbten Bäumen in Parkanlagen und das auf ein Züri-Lichtermeer. Das Ganze wäre bestimmt noch viel ein schöneres Erlebnis gewesen bei weniger Mitbadenden. Wir fanden jeweils mit knapper Not Sprudelliegen auf dieser Dachterrasse. Von Ruhe kann dort oben aber keine Rede sein: die Umwälzepumpe ist enorm laut und entsprechend laut ist auch der Gesprächspegel. Dies gilt allgemein im gesamten Thermalbad: auch wenn vor jedem Raum um Ruhe gebeten wird: diese Schilder werden rundum missachtet. Es wird fröhlich geplaudert und palavert in allen Sprachen und kein Mitarbeiter, der sich drum schert.

Was? Das eine Becken wäre mit Unterwassermusik gewesen? Das haben wir nicht gecheckt. Aber es wäre eh zu laut gewesen, um sowas zu vernehmen.

Wir waren vorgewarnt und lasen auf der Webseite bereits, dass es hie und da zu Wartezeiten kommen könnte. Aber wir dachten nicht, dass andere mit uns zusammen dieselbe Idee eines arbeitsfreien „Brückentages“ nach dem katholischen Feiertag vom 1. November kommen könnten. So wählten wir einen gewöhnlichen Freitag, 2. November und gratulierten uns zum genialen Einfall, das Thermalbad an so einem Tag aufsuchen zu können, an dem andere bestimmt arbeiten müssten. Wie gesagt: denkste. Leider. In der Spa Garderobe hat es lächerliche 5 Umziehkabinen und so stauten sich die Besuchermassen bereits dort. Weiter ging es mit der Warterei vor der ersten Wärmekabine auf dem irisch-römischen Rundgang. Und auch bei der Peeling-Dusche mussten wir anstehen. Nachher verteilten sich die Menschen dann auf einmal. So wie das halt immer ist mit Stau-Bildungen und unerklärlichen Auflösungen eines solchen.

Die Ausschilderung und Erklärungen sind mangelhaft. Aber zum Glück erklärte uns eine Mitarbeiterin der Bar alles ganz genau und sehr freundlich.

Zum Angebot gehörten Bademäntel und kleine Badetücher. Das Ganze sah sehr verwaschen aus. Die Bademäntel waren extrem schnell pflotschnass, also überhaupt nicht saugfähig. Es wirkt stylisch, dass man seine Bademäntel und Tücher in Holzschubladen versorgt – nur ist es nicht praktisch, denn das nasse Zeugs modert dann so vor sich hin… Die Idee war, so sagte uns oben genannte Mitarbeiterin, dass man während des gesamten Rundgangs keine Tücher und Bademäntel benötigt. Nur ist die Idee gleichzeitig, dass man viel trinken soll zwischendurch. Wasser und Tee ist im Preise inklusive. Also trocknet man sich ab und zieht den Bademantel an – und schon ist das Zeugs eben nass….

Es gibt ein lustiges Schild, das ich gerne fotografiert hätte, aber es gibt bereits ab dem Eingangsbereich ein striktes Handyverbot, auf das ich aufmerksam gemacht wurde. Ich stelle die kurzen Videosequenzen aber dennoch hier hinein – es sind ja keine Menschen drauf.

Eben – das lustige Schild: es zeigte ein Paar, das aufeinander liegt, das Ganze durchstrichen und mit „Kein Sex“ versehen. Ich lese bei den Google Bewertungen, dass andere darauf aufmerksam gemacht wurden vom Personal, sich nicht mal zu berühren. Scheinbar haben sie hier noch keine Balance, bzw. gesunde Mitte gefunden: als wir heute im Bad waren, gab es einige intensiv knutschende und aufeinander liegende Pärchen. Und kein Mitarbeiter, der sich blicken liess.

Die Treppe vom Dachterassenpool hinunter, war die ganze Zeit wasserüberflutet und kein Mitarbeiter in Sicht, der Anstalten machte, zu putzen.

Als wir uns wieder umzogen, war immer noch ein Riesenandrang in der Garderobe. Das ist wirklich schlecht gelöst. Es wäre besser, wenn man nur mit Vorreservation ins Bad gehen könnte und nur eine gewisse Anzahl Besucher eingelassen würden. Die Garderobe ist total überhitzt. Wenn man sich also ankleidet und die Haare föhnt, ist man sofort schweissgebadet und hätte bereits wieder eine Dusche nötig.

Trotz den Punkten, die wir eher kritisch erlebten, fühlten wir uns wohl und empfehlen dieses Bad weiter. Ich rieche immer noch ganz fein von der Gratis-Körperlotion, die sich im Umkleideraum befand. Ich würde das Bad gern nochmals besuchen – bei weniger Mitbadenden. Die idealten Tage dafür wären – laut einer Insiderin – am besten montags oder dienstags.

 

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