Fit, schön und gesund

Die aktuelle „Nidwaldner Blitz“ Ausgabe hat einen Beihefter zum Thema „Fit, schön und gesund“. Ich bin mit grad zwei Beiträgen vertreten:

Vom Druck, jung, schön, schlank und fit zu sein

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ wollte die Königin im Märchen „Schneewittchen“ wissen. Wer hat sich oder seine Mitmenschen noch nie gefragt: „Bin ich schön?“ Doch wer bestimmt, was schön oder hässlich ist? Und was ist, wenn ich der Norm nicht genüge?

Hier ein bisschen Fett absaugen, die Nase minim korrigieren und die Lippen aufpolstern lassen. Was ist denn schon dabei? Solche Perfektionierungen des Körpers gehören, wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte, zur Normalität. Wer dem Idealbild, das die Werbung und die sozialen Medien vorgeben, nicht entspricht, erntet Häme, oder den Vorwurf, aufgrund Übergewichts hohe Krankenkassenkosten zu verursachen und damit der Allgemeinheit auf dem Portemonnaie zu liegen. Wer „dick“ ist, heisst es, der ist faul und undiszipliniert. Kontrolle und Leistungsbereitschaft gilt sowohl an der Arbeit und zeigt sich ebenso im Körperkult. Nicht nur Frauen vergleichen sich untereinander, auch Männer müssen ihren „Body“ stählen, ein „Six-Pack“ antrainieren und eine glattrasierte Männerbrust vorweisen. Sonst – so könnte man meinen, ist der Mann kein Mann.

Fataler Schönheitswahn

Für Menschen mit geringem Selbstwertgefühl ist diese Entwicklung unheilvoll. Laut „Club“, einer kürzlich ausgestrahlten Diskussionsrunde des Schweizer Fernsehens SRF, fühlt sich jedes zweite 13 bis 15-jährige Mädchen in der Schweiz zu dick. Und 80 Prozent der Buben dieses Alters wünschten sich sehnlichst mehr Muskeln. Schweizer Kinder wachsen in der Selbstwahrnehmung auf, etwas sei mit ihrem Körper „falsch“ und machen bereits Diäten. In den USA schenken Mütter ihren Töchtern im Grundschulalter auf Weihnachten oder Geburtstage Brustvergrösserungen. So ist es nicht verwunderlich, aber dennoch erschreckend, dass 91 Prozent aller befragten Frauen in Deutschland angaben, mit ihrem Körper unzufrieden zu sein und 45 Prozent von Normalgewichtigen sich zu dick fühlen. (Quelle SRF, Club) Diese Entwicklung hat heute einen Namen: „Body Shaming“ (Körperkritik). Der Mensch schämt sich seines natürlichen Körpers und kritisiert andere, sie seien zu fett, zu dünn, zu wenig straff, sogar selbst dann, wenn die auf Instagram geteilten Porträts bearbeitet sind.

Kulturell und historisch wandelbare Schönheitsideale

Dabei ist die Definition, was Schönheit ist, einerseits historischen Modeströmungen unterworfen und andererseits von Land zu Land verschieden. So gelten heute grössere Brüste als schön und sexy, während sich früher die Damen ihre Busen einbanden, um sie kleiner wirken zu lassen. Auf Bildern und Skulpturen der Barockzeit sieht man, dass Frauen mit üppigen Rundungen dem damaligen Schönheitsideal entsprachen. Aber ab Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die Frauen für fast drei Jahrhunderte lang in Korsetts gezwungen. Und so kamen die Menschen schon früh zur Überzeugung, für ihre Schönheit leiden zu müssen. Skurril wirken auf uns Schönheitsideale gewisser Völker, wie zum Beispiel der Surma in Äthiopien. Dort ist eine Frau, ohne eine Platte wie einen Teller in den Lippen, unattraktiv und findet keinen Ehemann. Und die Padaungfrauen im Südosten Myanmars tragen Messingringe um den Hals, welche bis zu 30 Zentimetern über die Schulter ragen, einem Turm gleich. Dieser Schmuck lässt die Halsmuskulatur verkümmern und erschwert das Schlucken. Man mag sich fragen, warum diese Frauen sich sowas antun. Sie hingegen würden es wahrscheinlich als unlogisch empfinden, dass sich Europäer eines Schönheitsideals zuliebe operieren lassen oder trotz ausreichendem Nahrungsangebot einen schlanken Körper anstreben. Ja, warum will der Mensch denn eigentlich schön sein? Wir sind halt soziale Wesen, wollen sowohl gefallen, anerkannt, ja bewundert und geliebt werden, wie dazu gehören. Dabei ist Schönheit relativ und liegt im Auge des Betrachters.

Gegentrend «Body Positivity» 

Es regt sich Widerstand. Denn die Entwicklung, dass Menschen vergessen haben, wie ein Durchschnittskörper aussieht und nur noch derjenige etwas gilt, der faltenlos, schlank und sportlich ist, kann so nicht weitergehen. Es darf nicht zur Gewohnheit werden, dass sich auch unsere Primarschulkinder auf den Pausenplätzen über Diäten und gar angestrebter Schönheits-Operationen unterhalten. Eine Gegenbewegung, „Body Positivity“ genannt,  auf den sozialen Netzwerken breitet sich aus. Menschen setzen sich für eine positive Einstellung dem eigenen Körper gegenüber ein und präsentieren sich mit „Bauchröllchen“, ohne Make-up, unretouchierten Selbstbildern (Selfies), wo man die Cellulite-Dellen auf den Oberschenkeln sieht. Es ist zu wünschen, dass wir die grössere Vielfalt an Menschen, seien sie rothaarig, sommersprossig, schmaler oder runder, mehr zu schätzen lernen, als 08/15 Modells mit Laufstegmassen und jeder einzelne zu einem neuen, gesunden Körpergefühl und Selbstbewusstsein zurückfindet. Betrachten wir unseren eigenen Körper und denjenigen unserer Mitmenschen mit Respekt, denn jeder Körper erzählt eine einzigartige Geschichte. Christian Morgenstern sagt: „Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet.“

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Fit und gesund durch die kältere Jahreszeit kommen

Arthur Schopenhauer hat gesagt: „Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts“. Lichtmangel und nasskalte Temperaturen führen schnell zu Erkältungskrankheiten und Erschöpfungszuständen.

Im Sommer findet das Leben draussen statt. Wir gehen wandern, schwimmen, fahren Velo, gehen abends joggen oder treffen uns zu gemütlichen Grillabenden mit Freunden. Sobald es kühler wird, sieht man die Nachbarn nicht mehr, denn jeder zieht sich in die warme Stube zurück. Das Velo wird im Keller verstaut, die Joggingschuhe in den hintersten Ecken des Schuhgestells versorgt. Bewegungsmangel schwächt das Immunsystem. Und wer sich zurückzieht ins eigene Schneckenhaus, ist in Gefahr, in eine Winterdepression zu geraten. Der Mensch besteht aus Körper, Seele und Geist. Wie stärken wir diese drei Komponenten, für die kühlere Jahreszeit?

Körperliche Abwehrkräfte stärken

Im Herbst sind Wanderungen besonders toll, denn es ist nicht mehr zu heiss, die Fernsicht prächtiger als an Sommertagen und das Rascheln durch einen Herbstblätterteppich bereitet der ganzen Familie Spass. Ein Sprichwort sagt: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung.“ Diese sollte aus mehreren Schichten atmungsaktiven Materials bestehen, um den Schweiss von der Haut abzuhalten und gleichzeitig die Körperwärme zu speichern. Viel Wärme verliert der Mensch über den Kopf und so ist das Tragen einer Mütze wichtig. Sobald Schnee liegt, eröffnen sich neue Bewegungsmöglichkeiten wie Langlaufen, Skifahren, Snowboarden oder Schneeschuhwandern. Der Aufenthalt im Freien ist im Herbst und Winter besonders für die Produktion von Vitamin D wichtig. Dieses schützt vor Infektionen. Doch viele Menschen haben in der kälteren Jahreszeit trotz Sport und gesunder Ernährung mit saisonalem Gemüse und Zitrusfrüchten, irgendeinen Vitamin-Mangel. Apotheken, Drogerien oder der Hausarzt beraten gerne, ob Sie persönlich eine zusätzliche Vitamingabe benötigen. Manchen Menschen, welche unter Lichtmangel leiden, hilft eine Tageslichtlampe. Das Licht einer solchen Lampe ähnelt dem Tageslicht und man setzt sich ihr täglich über längere Zeit aus. Sauna- oder Kneippgänge fördern die Durchblutung und stärken die Abwehrkräfte ebenfalls.

Stärkung von Seele und Geist

Zum Mensch-Sein gehört nicht nur der Körper, sondern auch die Seele und der Geist. Diese beinhalten grob umrissen die Psyche, den Verstand und das Bedürfnis nach erlebbarer Spiritualität. Wie wohl tun an dunklen Herbst- oder Winterabenden Besuche lieber Mitmenschen – vielleicht vor einem gemütlichen Cheminéefeuer. Und warum nicht wieder mal eine Kirche oder ein Konzert besuchen? Spannende Bücher lassen uns in der Fantasie in entlegenste Gegenden der Welt reisen. Gesellschaftsspiele vertreiben Kummer und Sorgen, lassen uns lachen und dies wiederum ist gesundheitsfördernd. Denn wenn wir lachen, sind sehr viele Muskeln involviert, die Atmung geht tiefer, die Körperzellen werden entsprechend mit mehr Sauerstoff versorgt, Stresshormone gebremst und Glückshormone ausgeschüttet. Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass Lachen, wie es der Volksmund sagt, „die beste Medizin“ sei.

In diesem Sinn: bleiben Sie gesund!

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Das Foto knipste ich auf dem Schächenthaler Höhenweg

 

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Töfflibuben

«Halbstarke» – das war in den Sechzigern ein übles Schimpfwort. Es bezog sich auf Jugendliche, die in Jeans herumlungerten, Haartollen trugen, auf Töffli knatternd durch die Gegend fuhren. Es waren jene Jugendlichen, die in Quartieren wohnten, die man als Arbeiterquartiere bezeichnete; es waren jene, vor denen ein bürgerlich behütetes Kind in der Schule Respekt, wenn nicht gar Angst hatte – weil da das Andere der Gesellschaft augenfällig sichtbar wurde.

Zitat Tagesanzeiger 

Als ich ein Kind war, wurden die Töfflibuben (für meine Mitleser aus Deutschland: Töffli = Mofa) höchstens leicht verärgert, aber viel eher mit einem gewissen Verständnis für die Zeit der Pubertät, zu der auch Rebellion einfach mitgehört, manchmal mit einem wissenden Lächeln abgetan. „Lasst sie doch, es sind halt Töfflibuben…“

Die Nidwaldner Töfflibuben haben seit dem Jahr 2000 einen lustigen Anlass kreiert: die sogenannte Teffli-Rally. Sooft habe ich darüber begeisterte Berichte gelesen, Fotos von wundersamen Töfflikreationen bestaunt, Videos von Kari Kreidler belacht, dass ich nun fand, es sei endlich mal Zeit, zusammen mit der Familie, diese Teffli-Rally selber mal zu erleben. Zumal unser Jüngster kürzlich die Töffliprüfung bestanden hat.

Die Anfahrt per Shuttle-Postauto gestaltete sich als mühsam, wurden doch soviele Leute hineingequetscht, wie ich es sonst nur von Berichten aus Japan kenne. Dazu war es heute nicht gerade kühl und die Klimaanlage des Postautos war mit sovielen Passagieren überfordert. An manchen Haltestellen wollten noch Leute ins bereits übervolle Fahrzeug zusteigen. Wir alle drin riefen solidarisch: „Jä nein, da passt niemand mehr rein!“ Denkste, jeder, der wollte, konnte noch ein Plätzchen finden. Mein rechtes Bein hat nun blaue Flecken, weil ich an eine Sitzecke gedrückt wurde. Ein Blick zurück nach dem Aussteigen – und wir staunten einfach nur noch, wieviele Leute aus diesem Postauto quollen! Das war weltrekordverdächtig.

Ein neuer Rekord ist es wirklich bei den Besucherzahlen: 20’000 seien es gewesen, heisst es in den Medien. Mit 1’000 Besuchern haben sie mal begonnen…

Ich freute mich vor allem auf die fantasievoll umkleideten Töfflis, wie ich sie aus Bildern letzter Jahre kannte. Ein paar davon entdeckte ich – aber ein bisschen war ich schon enttäuscht, dass viele Fahrer mit ihren Fahrzeuge auch „einfach so“ das Rennen bestritten. Ich spreche hier von Fahrer in der männlichen Form, weil ich erstaunlicherweise bloss ein, zwei Frauen unter ihnen entdeckte. Täuschte ich mich? Wir wunderten uns, dass es keine Frauenkategorie gab – und wir staunten, dass es nicht mehr Stürze gab.

(Galeriebilder anklicken, dann erscheinen sie gross.)

Solche Rennen scheinen Leute anzuziehen, welche eine besondere Art von Humor haben. Fäkalsprache, mir in den Nacken tippen, ein bisschen hin- und her streichen von hinten und sagen „hesch da ä Fleyge“ (Fliege), meine Handtasche mit Bier bekleckern und fragen, ob ich auch mal nass werde – finde ich persönlich aber primitiv und unlustig. Klar, nicht jeder Besucher gehört in diese Kategorie, es gab auch viele Anständige, aber von „Pissen, Scheissen gehen, Seichen“, war schon auffällig oft die Rede, ob seitens Kinder oder Erwachsenen. Und dass mir der Zigarettenrauch direkt in die Nase geblasen wird, fand ich auch nicht grad so lustig, im Gegensatz zur Raucherin links von mir auf der Zuschauertribüne. Ein besonderes „Völkli“, welche eine herbe, derbe, harte Sprache mit Kraftausdrücken versehen, liebt. Und das Ganze muss laut vorgetragen werden, man soll sie ja hören, denn man möchte bewusst provozieren – vor allem auch mit primitven Witzen. „Gherig gruisig“ – und wenn man es nicht mag, wird man ausgelacht.

Für mich sind also die wirklichen „Halbstarken“ nicht die Töfflibuben, welche am Rennen teilnahmen, sondern viele der Zuschauer.

Fazit: wer bloss wegen den fantasievoll geschmückten Töfflis anreist, kann an jeder Fasnacht solches sehen und muss keine Fr. 15.– Eintrittsgeld bezahlen. Wer originelle Rennen und kuriose motorbetriebene Fahrzeuge mag und frisierte Töffli, dem sei der Anlass empfohlen. Ich habe es nun mal „gesehen“ – muss ich nicht nicht unbedingt ein weiteres Mal erleben.

Impressionen auf Youtube.

Zentralplus

Luzernerzeitung

Gmerkigs

„Besch es Gmerkigs“ sagen wir Schweizer, wenn wir jemandem etwas scherzhaft zugestehen, er oder sie hätte etwas entdeckt, was für andere schon längstens selbstverständlich sei. Alternativ kann man sowas über sich selber aussagen: „Be halt scho es Gmerkigs.“ 😉

Dasselbe Wort kann aber auch bewundernd verwendet werden: „Er isch e rächt e Gmerkige!“ Er merkt sich Dinge schnell, ist zum Beispiel ein intelligenter, aufgeweckter, spürender, gut beobachtender, aufmerksamer Schüler.

In meinem Blog möchte ich gmerkige Gedanken, Erlebnisse, Fragen, Bilder von mir (Schwarzweissfotos auf Leinwand mit handgemalten Farbtupfern)  und Fotos sammeln, festhalten und für das weltweite Netz freigeben. Ich bin überzeugt davon, dass dieser Blog ein buntes Sammelsurium wird, als Abbild meines Lebens.

Ich bin eine Jahrgang 63 igerin, Familienmanagerin, Mutter von drei Kindern, welche teilweise bereits erwachsen sind, seit 1987 glücklich verheiratet mit Andy, überzeugte Christin, Hobbyfotografin, Testkundin, freie Autorin des SCM Bundes-Verlags (Schweiz) und des Nidwaldner Blitz , Katzenbesitzerin, Mitarbeiterin für Kindergottesdienste der ref. Kirche Buochs (ohne reformiertes Kirchenmitglied zu sein).

In der Hochsensibilität erkenne ich Wesenszüge von mir wieder. Eben – bin manchmal „übergmerkig“, mit allen Vor- und Nachteilen.