Blogparade Dankbarkeit

Via Twitter wurde ich auf auf eine Blogparade zum Thema Dankbarkeit aufmerksam.

Ich bezeichne mich selber als dankbare Frau. Ich muss mich dazu nicht extra bemühen, sondern es ist seit langem mein Lebensstil. Und selbst in der schwierigen Zeit, in der wir aktuell stehen, gibt es viel Grund zur Dankbarkeit.

Ich bin Gott dankbar dafür, dass:

  • ich IHN (Gott) mit 18 Jahren kennenlernen durfte und seitdem ganz bewusst als sein Kind auf dem Lebensweg unterwegs sein darf. Er ist mein bester Freund, hält, trägt, tröstet, stärkt, ermutigt, fördert, berät und kennt mich.
  • mein Mann und ich in diesem Jahr unseren 30. Hochzeitstag feiern dürfen. Er ist mein Lieblingsmensch und ich hoffe, dass wir uns noch lange geniessen können.
  • Andy und ich drei gesunde, zwäge Kinder haben, welche alle einen guten Weg gehen.
  • wir so schön wohnen. Wir haben See- und Bergsicht, wohnen in einem ruhigen Quartier und pflegen gute und teilweise freundschaftliche Kontakte zu unseren Nachbarn. Im Sommer sind wir in 5 Gehminuten am See und können jeden Tag ein paarmal schwimmen. Im Winter erreichen wir die Talstation zum Hausberg der Klewenalp, wo man toll Wintersport ausüben kann, innert 10 Gehminuten.
  • unser Kater Minouch seit 5 Jahren zu unserer Familie gehört. Er entlockt uns hie und da ein herzliches Lachen oder ein „jöööö“.
  • wir so gute Jobs haben, welche wir gerne ausüben. Seit August 16 habe ich eine zweite Stelle als Freelancerin beim Nidwaldner Blitz (die erste beim SCM Bundes-Verlag Schweiz). Beim Blitz erhalte ich viele spannende Aufträge und das kommt unserem Familienbudget sehr zugute.
  • wir gute Freunde haben, welche in jeder Not für uns da sind, aber auch mit uns die schönen Seiten des Lebens teilen, denn „geteilte Not ist halbe Not, geteilte Freude ist doppelte Freude.“
  • er uns die Musik geschenkt hat. Wie oft stellt mich ein Lied auf und wie wohl tut das Singen. Bald startet zum Glück wieder das Ennetbürger Chorprojekt. Dieses Jahr zum Thema „Mundartlieder“.
  • ich über Facebook, Twitter, Blog und Co. soviele wertvolle Kontakte knüpfen konnte.
  • mir das danken nie ausgeht und ich hier noch zehntausend andere Gründe aufzählen könnte. Danke Gott, dass eine gute Perspektive gibt. Danken zieht nach „oben“. Deshalb habe ich das Beitragsbild gewählt: Wofür kann ich danken – dies zu fokussieren, ins Visier zu nehmen, tut gut.

Ich bin gespannt auf eure Dankbarkeitsberichte. Ich denke, es ist wie ein Ping-Pong-Spiel: wenn ich aufzähle, wofür ich dankbar bin, löst das beim Gegenüber auch Dankbarkeit aus. Es hilft, sein Leben nach Dankbarkeitsgründen zu durchforschen – und wenn man dies teilt, wirkt es ansteckend. Also: wofür bist du dankbar? Mach doch auch mit.

 

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Herzschmerz

Mein Herz schmerzt.

Im Januar 2014 wurde meinem Vater (bald 88 Jahre alt) ein bösartiger Ohrspeicheldrüsenkrebs entfernt. DIe OP und Bestrahlungen haben ihn sehr mitgenommen und erst Ende 2014 hatte er sich einigermassen von allem erholt. Das Jahr 2014 war also geprägt von seiner schweren Krankheit. Langsam sah man über den Berg, meine Eltern konnten das Leben kurz wieder geniessen, sogar kurze Ausflüge lagen drin – bis am 24. Januar 2015 sein und unser Leben wieder auf einen Schlag verändert wurde. Ein Schlaganfall. Leider verursacht durch das Spital. Er wollte auf eigenen Wunsch auf die Notfallstation eingeliefert werden, weil er einen grossen Druck auf seinem Herzen verspürte. Im Spital untersuchten sie sofort auf Herzinfarkt (es war keiner) und da löste sich entweder ein Luftbläschen oder ein kleines Kalkplättchen, wanderte Richtung Hirn und verursachte dort einen Hirnschlag.

Seitdem ist mein Vater halbseitig gelähmt und kann nur ein paar wenige Worte aussprechen. Er macht in der Reha täglich Fortschritte, aber eben bloss kleine. Gestern wurden wir vor die Tatsache gestellt, dass er am 2. April die Reha verlassen muss. Es muss damit gerechnet werden, dass er sich nicht mehr ohne Rollstuhl wird fortbewegen können. Meine Mutter wird in 14 Tagen 85 Jahre alt und fühlt sich altersbedingt nicht in der Lage, ihren Mann zuhause zu pflegen. So müssen wir uns mit der Tatsache abfinden, dass wir meinen Vater bald in einem Pflegeheim werden unterbringen müssen.

Schlimm war gestern diese Szene: mein Vater zeigte uns freudestrahlend, was er in der Physio gelernt und welche Fortschritte er gemacht hatte. Als meine Mutter ihn mit der Tatsache konfrontierte, sie könne ihm zuhause nicht diese Unterstützung geben, welche er momentan vom Pflegeteam erhält, brach für ihn eine Welt zusammen. Damit hatte er nicht gerechnet, das war ein grosser Schock für ihn. Er brach weinend zusammen und auch mein Herz brach.

Es ist eine sehr traurige, belastende Situation für alle Familienmitglieder.

Etwas noch Schlimmeres wird auf meinen Vater zukommen: meine Eltern werden mit grosser Wahrscheinlichkeit ihr schuldenfreies Haus verkaufen müssen. Es ist der ganze Stolz, das Lebenswerk meines Vaters und sein Elternhaus. Sie haben es leider verpasst, uns Kindern das Ganze vor Jahren zu überschreiben und nun wird es mit der Zeit an die Pflegekosten gehen müssen, denn zuerst wird ein Vermögen aufgebraucht, bevor die öffentliche Hand die Pflege bezahlen wird. Das wird ihm und auch mir nochmals das Herz brechen.

Mein Vater ist 88 Jahre alt. Ein stolzes Alter. Nicht immer ein einfaches, aber ein erfülltes Leben. Dass er seinen Lebensabend im Pflegeheim verbringen muss, fast stumm und halbseitig gelähmt, ist traurig. Ich hoffe, dass er den Verkauf seines Hauses nicht mehr erleben muss.