Engel Niki weist den Weg. Foxtrail HB Zürich

Die Bibel kennt die Engel Michael, Gabriel, Raphael und Uriel. Und der Hauptbahnhof Zürich den Engel Niki.

(Nicht zu verwechseln mit dem biblischen Kinderangebot, das wir vor Jahren in Nidwalden anboten, ebenfalls NIKI genannt, was NIdwaldner KInder hiess.) 😉

Der Foxtrail im HB Zürich ist der erste Indoor-Trail. Es ist der achte in Zürich und der 25. Trail in der Schweiz. Der Engel Niki, riesengross in der Bahnhofshalle die täglich 500’000 Passagiere beobachtend, gab uns zu Beginn der Foxtrailjagd den ersten Hinweis, wo wir den Fuchs finden können.

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Achtung, damit ihr ihm die Engelsbotschaft entlocken könnt, benötigt ihr einen eigenen Hausschlüssel. Dies steht nicht auf den Startunterlagen. Heutzutage gibt es andere Zutrittsmöglichkeiten zum Daheim. Vor unserem Umzug hatten wir ein Wohnungskärtchen, keinen Schlüssel mehr. Also nehmt unbedingt einen eigenen Schlüssel mit, sonst bekommt ihr bereits zu Beginn Schwierigkeiten! Und gleich ein zweiter Tipp: druckt die Startunterlagen zwingend farbig und mit vollen Farbpatronen aus. Unser Pink zeigte auf den Startunterlagen mehr ein Rot, was uns anfänglich verwirrte. Ebenfalls verwirrt war die Gruppe, welche vor uns startete. Wir beobachteten vor unserem Start, in welche Richtung sie davon zogen. Wir wählten die um 90 Grad andere Richtung und waren richtig. Hoffentlich hat die Gruppe vor uns jemals aus dem Hauptbahnhof herausgefunden. Naja – wenn man nicht weiterkommt, gibt es für diesen Trail die automatische SMS Hilfe oder wenn man dann immer noch Fragen hätte, steht die gewohnte Foxtrail Helpline zur Verfügung. Wir benötigten diese Hilfe nie, im Gegensatz zu anderen Foxtrails, welche wir bereits absolvierten und viel kniffliger waren. Für uns alte Foxtrail-Jäger hätte der Trail ruhig etwas herausfordernder sein können, selbst wenn wir einen Abfahrtsanzeiger von vorne bis hinten des Gleises suchten, bis wir ihn dort fanden, wo es die Beschreibung der Startunterlagen sehr gut beschrieb. Auch der „Riesen-Pilz“ vor dem „Bahn-Depot“ wollte sich zuerst trotz seiner Grösse vor unseren Augen verbergen. Wie waren wir doch blind! Wir drehten uns ein paarmal auf dem Zeichen am Boden, bis uns ein Passant fragte, ob wir was suchen würden. „Ja, einen Riesenpilz und einen Fuchs“, gaben wir schmunzelnd zur Antwort und erklärten Sinn und Zweck der Fuchsjagd. 😉

 

Sohnemann öffnete uns die Augen, so dass wir das Gesuchte erkannten. Er war sowieso eine sehr grosse Hilfe. Denn mein Mann und ich hätten nicht gewusst, dass man im Billettautomaten QR-Codes einlesen kann.

P1004136Und auch das Logo, auf das uns Alfred Escher hinwies, entdeckte Tobias. Wer weiss – ohne ihn wären wir wahrscheinlich länger als die eine Stunde unterwegs gewesen, welche wir schlussendlich benötigten. Dass es sich um Alfred Escher handelte, erfuhren wir aber  nicht vom Fuchs, sondern erst zuhause von Onkel Google….

 

Leider entwischte uns der Fuchs wieder einmal mehr. Er sprang in die Limmat!

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Nach der Jagd wollten wir die Fr. 5.–, welche in Form einer „SBB Geschenkkarte Bahnhof“, im Foxtrail-Startpreis pro Person inbegriffen ist, einlösen. Sie wäre in zahlreichen Bahnhofgeschäften und Restaurants gültig, hiess es. Doch in denjenigen 5 Restaurants und Shops, welche wir im Hauptbahnhof besuchten und etwas kauften, wurde sie überall leider abgelehnt. Hilfreich wäre, zusammen mit den Startunterlagen eine Liste der Geschäfte abzugeben, welche die Geschenkkarten akzeptieren. Klar kann man den Link aufrufen, aber dazu benötigt man Internet und wenn man an einer Kasse steht hat man die Zeit, sich durch die SBB Seiten zu klicken, nicht. Druckt am besten diese Liste zuhause bereits aus. 

Fazit: der Foxtrail HB Zürich besticht mit originellen Installationen und ist eine gute Schlechtwetteraktivität. Für erfahrene Fuchsjäger leider etwas zu kurz und zu einfach. Aber der Spassfaktor war dennoch sehr hoch. 🙂 Aufgrund der Länge und des Schwierigkeitsgrades, empfehle  ich den  Trail vor allem für Menschen allen Alters, welche eine kurze Unterhaltung in Zürich suchen und auch für Neulinge, welche noch nie einen Foxtrail absolviert haben.

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Preise: Erwachsene: CHF 31.-, Kinder: CHF 16.-, Familien: CHF 79.-. Gruppen (Ab 19 Personen): Offerte auf Anfrage.

Anmerkung: Ich erhielt als Bloggerin die Karten geschenkt, aber ohne Auflage, extra wohlwollend zu schreiben. So verfasste ich diesen Bericht wie gewohnt unabhängig.

 

 

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Ein Landei erlebt Züri

Aufgewachsen in Emmenbronx und ein Landei? Nun ja – Emmenbronx hiess in meiner Kindheit noch „Ämmebrögg“ und war tatsächlich ländlich. Neben unserem Hochhaus weideten Kühe und ich lernte Skifahren dort, wo das Emmen Center steht. Ich zügelte vom Land in die Stadt, ohne wirklich umzuziehen. Denn die Stadt zügelte zu uns aufs Land. Doch seit 30 Jahren wohne ich wieder auf dem Land – in Nidwalden. Wenn ich einmal eine grössere Stadt besuche, komme ich mir oft so vor, wie ein Marsmensch auf Erden. 😉 Erstens sehe ich so viele Menschen in einer Minute, wie ich an meinem Wohnort in einem Jahr nicht sehen würde und zweitens haben es alle diese Leute immer extremst eilig. Alle hetzen ständig äusserst dringlichen Terminen nach. In Städten bewegen sich wahrscheinlich besonders wichtige Menschen und die müssen das auch zeigen. Nicht nur mit ihren eiligen Schritten, sondern auch mit ihrer Mimik und ihrer pressanten (schnellen) Sprache. Dann stehe ich inmitten eines solchen Stadtgewühls und staune ab dem, was Normalzustand zu sein scheint, aber auch ab Originalen, nach denen sich auf dem Land alle Passanten kopfschüttelnd umdrehen würden, hier aber niemandem aufzufallen scheinen.

Als Kind reisten meine Eltern mit mir einmal im Jahr per SBB nach Zürich. Wir besuchten immer hauptsächlich den Globus. Ich erinnere mich nicht daran, was meine Eltern dort jeweils kauften. Für mich war es das Allergrösste, einen aussergewöhnlichen Radiergummi oder sonst was aus der Papeterie zu erhalten. Das grosse Kaufhaus war für mich ein Schloss und ich stellte mir vor, als Prinzessin dort zu wohnen und treppauf, treppab in meinem Prinzessinnengewand zu schweben. Ab und zu besuchten wir auch den Züri Zoo.

Sonst kenne ich Zürich hauptsächlich vom Flughafen her. Als Transit- und  Einsteigort ins Flugzeug für unsere Ferien.

In den letzten Wochen aber war ich grad öfters in Zürich. Weil wir als Familie zu den Testern der Preview Mobile App der SBB gehörten, war ich zu einem feinen Abendessen eingeladen und traf vorher Andreas Schweizer, der mir einen kleinen Teil Zürichs im Vorfeld etwas vorstellte. Ich kenne ihn vom SOME SBB (Social Media Treffen).

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Auch für den SCM Bundes-Verlag war ich schon ein paarmal in Zürich. So habe ich Artikel über die Streetchurch und das Stadtkloster Zürich verfasst. Derjenige über das Stadtkloster wird erst im Januar 2017 im Magazin 3E erscheinen. Um einen Artikel über die Fyrabigchile Sihlfeld zu schreiben, war ich letzte Woche wieder in Zürich. Ich verband diesen Interviewtermin mit einer Erkundungstour durch „Tsüri“ und fragte vorher über Twitter, ob mir jemand Tipps liefern könnte. Diese erhielt ich wirklich. Und so sah dann meine Stadterkundung aus:

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Ich löste via SBB Mobile App auf mein normales Billet das City Ticket für Zürich und durfte somit ohne weitere Kosten die Polybahn zur Uni Terrasse benutzen. Dies war ein langgehegter Wunsch von mir. Die Fahrt dauerte kürzer, als ich gedacht hatte, aber es ist eine hübsche, härzige Bahn. Oben bot sich mir ein schöner, leicht dunstverhangener Blick über die Stadt.

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Ich wagte mich durch die Türen des Hauptgebäudes der ETH zu treten und fragte mich, ob die jungen Studenten mich wohl eher als Mitstudentin oder als Professorin einordneten. Am Vorabend hatte ich mich auf der ETH Seite erkundigt, ob es eine öffentliche Veranstaltung geben würde. So war ich dann unter so vielen Studenten der einzige Mensch, über ein paar Vitrinen beugend, um unbekannte Seiten von Max Frisch als Architekten zu studieren.

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Von der Ausstellung selber war ich eher enttäuscht, aber umso faszinierter vom Gebäude der ETH.

 

Per Polybahn wieder unten angekommen, lädelte ich (für Deutsche: den Geschäften entlang bummeln) ein wenig im Niederdorf

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und staunte über die hohen Preise, welche ich nicht gewillt war, hin zu blättern. Mir gefielen vor allem die Ladenräumlichkeiten in den alten Gebäuden.

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Mein Weg führte über den Mühlesteg mit seinen Liebesschlössern

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zur Josefstrasse. Diese wandere ich entlang bis zum Viadukt. Wandern ist dabei nicht übertrieben, denn an diesem Tag zeigt mein Schrittmesser 3 Stunden aktive Minuten und 19036 Schritte. 😉 Die Josefstrasse begeisterte mich denn wirklich mit den versprochenen, alternativen, kleinen, originellen Geschäften.

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Aber noch überraschter war ich, als ich am Ende der Josefstrasse beim erwähnten Viadukt angekommen war. Unter den Bögen befanden sich hübsche Cafés, originelle Geschäfte und sogar eine ganze Markthalle. Aber auch hier waren die Preise für meine Gewohnheiten und mein Portemonnaie überrissen teuer. Gekauft habe ich innert 3 Stunden lädelen in Züri bloss zwei Postkarten. 😀

Zu meinem Interviewtermin beim Monolith der Andreaskirche, führte mich das Tram. Über den Freitagabendgottesdienst mit Eltern-Kind-Singen, Flöten, Funk, Soul – und Orgelkonzert, Suppe, Chor, Abendmahl, Schreckmümpfeli, habe ich einen Artikel verfasst, welcher im Magazin 3 E erscheinen wird.

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Mordsmässiger Spass

14. Mai 2016

Sohnemann ist im PfiLa im Tessin, Tochter in Norwegen und so haben mein Mann und ich wieder mal Zeit nur für uns.

Unterwegs nach Stuttgart, um den Gutschein für ein Krimidinner, ein Weihnachtsgeschenk meines Mannes, einzulösen, ist unser 1. Stopp bereits in Luzern. 😉 Im Rahmen von „Luzern tanzt“ tanzen wir zusammen mit Kunz einen Line Dance und später unter anderer Leitung einen Salsa mit. Gerne würden wir noch weiter zuschauen, doch wir haben ja noch eine Strecke vor uns.

2. Halt ist bereits Zürich. 😉 Im Internet habe ich schöne Velohelme gesehen und weil Zürich auf unserem Weg liegt, haben wir den Kauf eines Helms auf diesen Tag eingeplant. Ist er nicht wunderspeziell? 😀

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Ein Neukauf war nötig, nachdem ich bei meinem Velounfall stark mit dem Kopf auf dem Asphalt aufprallte. Ohne Helm hätte ich damals ganz bestimmt schlimmere Kopfverletzungen davongetragen. Jetzt kann ich mich wieder aufs Velo schwingen, auch wenn meine Handgelenksverletzung noch nicht ganz in Ordnung ist.

Im Arcotel Camino Stuttgart werden wir herzlich begrüsst und erhalten den super Tipp, beim Hans im Glück um die Ecke etwas Kleines zu essen. Die Atmosphäre erinnert an einen Innenhof und ist jugendlich locker. Die Bedienung duzt uns und wir fühlen uns mindestens 20 Jahre jünger. 😉

Wir bummeln durchs Europaviertel und ich merke, wie mich moderne Architektur genauso faszinieren kann, wie es alte Häuser, zum Beispiel Fachwerkhäuser tun.

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15. Mai 2016 – Pfingstsonntag

Nach einem ausgiebigen Frühstück am grossartigen Buffet im Arcotel, fahren wir mit dem City Tour Bus 1.5 Stunden den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Stuttgarts entlang. Diese Bustour können wir empfehlen, allerdings erhielten wir etwas verwirrende Fahrplanauskünfte und warten entsprechend 40 Min. auf den Bus. Die erste halbe Stunde frieren, bevor das Oberverdeck geschlossen wird, ist auch nicht eine so tolle Erfahrung.

Zu unserem Stuttgartbesuch gehört ein Bummeln durch das Sommerfest des SWR, das gerade stattfindet, auch wenn die Temperaturen alles andere als sommerlich sind, das Hochfahren zum Cube und die Aussicht geniessen,

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ein grosszügig portioniertes Essen in der Alten Kanzlei bei mässig freundlicher Bedienung und ein Besuch im Ausstellungsturm beim Hauptbahnhof über Stuttgart 21. Wir erfahren nonverbal und indem wir mit Leuten sprechen, dass die Bevölkerung Stuttgarts mehrheitlich überhaupt nicht begeistert ist über dieses Grossprojekt.

Für den Abend verwandeln wir uns in Sherlock Holmes und eine Lady aus den 60iger Jahren.

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Wir begeben uns an die Nachlassverhandlung des wohlhabenden und plötzlich verstorbenen Lord Ashtonburry. Seine Witwe empfängt uns vor hübsch dekorierten Tischen mit Kerzenlicht. Die Herren werden gebeten, sie mit einem Handkuss zu begrüssen, die Damen sollten einen Hofknicks vor ihr machen. Wir sitzen in angenehmer Gesellschaft zusammen mit 8 jungen Leuten an einem grossen runden Tisch und plaudern während den 4 Gängen und eines Mordes, der vor unseren Augen geschieht, angeregt über Beruf, Familie, Stuttgart 21 und über die vielen Obdachlosen und Bettler, welche für uns Schweizer ungewohnte Begegnungen bieten. Insgesamt sind rund 120 Gäste anwesend. Ein interessanter, unterhaltsamer Anlass bei feinem Essen, den wir wärmstens empfehlen können. Einzig: für mein Empfinden haben die Schauspieler zu sehr übertrieben in ihrer Rolle, ich hätte es bevorzugt, wenn das Ganze „natürlicher“ gespielt worden wäre, so dass die Grenze zwischen Fiktion und Realität mehr verwischt worden wäre.

16. Mai 2016 – Pfingstmontag

Wir nutzen den Vorteil des späten Auscheckens und besuchen das zweite Mal den Wellnessbereich des Arcotels.

Auf dem Fernsehturm bestaunen wir später bei zügigem Wind nochmals eine andere Sicht auf den „Kessel“ Stuttgarts und seine Umgebung.

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Auf der Weiterfahrt schliessen wir uns einer interessanten Führung durch Esslingen an.

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Historisch wunderschöne Gebäude – aber ich friere 1.5 Stunden lang, so stark wie den gesamten Winter hindurch nie, trotz Wintermantel. Es weht ein eiskalter Wind und dazu regnet es. Zudem ist es mir langsam vor lauter Hunger schwindlig. Endlich was essen in Ess-lingen, das wäre was!

In Kielmeyers Besen tauen wir bei einem schwäbischen Essen und freundlicher Bedienung wieder etwas auf und ich entdecke, dass ich die ganze Zeit in meiner Handtasche die Willkommensäpfel des Arcotels mitgetragen habe. Fast vor Hunger umgekippt, trug ich sie 1.5 Stunden lang nahe bei mir. :-O

Zuhause erwarten uns Kater Minouch und Sohnemann, welcher in seinem Lager ebenfalls viel erlebt hat. Im Tessin schien die Sonne und die Jugendlichen gingen sogar in der Maggia baden!

Mein Facebookalbum mit mehr Fotos unseres mordsmässigen Pfingstspasses habe ich auf öffentlich einsehbar geschaltet.

Maria im Zug

Gestern, 8. Dezember 2014, feierte unser Kanton „Maria em Gfängnis“. Unsere älteste, erwachsene Tochter hat uns letzten Samstag verraten, dass sie den katholischen Feiertag „Maria Empfängnis“ als Kind so verstanden hätte und sie sich wunderte, warum ihr nie jemand die biblische Geschichte von „Maria im Gefängnis“ erzählt hatte.;-)

Mein Mann, unser Jüngster und ich stempelten SBB Tageskarten auf unserem Mehrfahrtenkärtchen ab und genossen die Fahrt über Luzern – St. Gallen mit dem Voralpenexpress, abgekürzt VAE, nicht zu verwechseln mit den Vereinigten Arabischen Emiraten. Im Säntispark genossen wir das Baden, Sprudeln, Rutschbahnfahren, eine Viertelstunde intensives Acquafitness und in Zürich den Weihnachtsmarkt.

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Wir genossen auch die vielen, interessanten Gespräche in den Zügen, denn sie bieten grossen Unterhaltungswert und tiefen Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele.

Im VAE erfuhren wir aus erster Hand, welche möglichen und unmöglichen Fehler man als berufliche Neueinsteigerin in einer Anwaltspraxis machen kann. Und über eine Stunde lang lernten wir, wie man als Chefin darauf reagieren sollte und wie nicht, will man der besten Freundin der Erzählenden nicht ein „Wie gemein“, „krass“, „geht ja gar nicht“ ums andere entlocken.

Im Zug Zürich-Luzern, breitete hinter mir eine junge Frau ihr tiefstes Inneres vor allen Mitfahrgästen aus. Sie analysierte ihre Schwächen und meinte zu ihrer Freundin, das sei ganz im Vertrauen gesagt. Manchen meiner Bekannten kenne ich weniger gut, als jetzt diese junge Frau. Ob ihr das bewusst ist? Und falls ja: macht ihr das wirklich nichts aus?

Viel weiter vorne, liess sich eine Frau weit, tief und lautstark darüber aus, was sie „tooootal nerve“…. Und ein ganzer Wagon voller Fahrgäste ist nun bestens informiert, was ihr Nervenkostüm erträgt und was nicht.

Eine weitere Teenagermutter erzählte offenherzig, dass ihr Kind ihr keinerlei Schwierigkeiten bereite, wenn es schreie. Sie würde es solange im Zimmer einsperren, bis es irgendwann aufhören würde! :-O
Obwohl ich „Die Frau im Zug“ noch nicht gelesen habe, kam mir unwillkürlich dieser Titel in den Sinn.
Ich habe noch nie einen Mann miterlebt, welcher seinen Kumpels via Handy im ÖV von seinem aktuellen Liebeskummer und seinen bewussten Schwächen erzählt hätte. Es ist wohl ein frauenspezifisches Phänomen, dass sich frau unterwegs wie zuhause fühlt. Zuhause – und völlig frei – nicht wie „Maria em Gfängnis“.
Und so würde die Maria der Weihnachtsgeschichte heute ihrem Josef unterwegs im öffentlichen Verkehr aufgeregt und lautstark ins Handy rufen: „Hey, Jo, du glaubst nicht, was mir voll Krasses passierte letzte Nacht. Kommt da so ein Engel und sagt, ich würde schwanger werden und ein Baby vom Heiligen Geist gezeugt gebären…. Hey, hey, beruhige dich… Jo? Jo? Verbindungsabbruch?“ :-O
Die Heilige Familie in der Standseilbahn Treib-Seelisberg
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