Vorschau Nidwaldner Alpchäs-Märcht, Beckenried, 19./20. November 2016

Ein schöner Alpsommer neigt sich dem Ende zu. Nebst der Älplerchilbi und Alpabzügen, gehört seit 16 Jahren der Alpchäs Märcht Beckenried zu einer liebgewonnenen Nidwaldner Herbst-Tradition.

Urschweizer Alpkäsemarkt, so nannten ein paar Nidwaldner-, Schwyzer- und Urnerälpler 1998 die erste Veranstaltung dieser Art in Beckenried. Sie fand auf dem Parkplatz der Klewenalpbahn in einem Festzelt statt. Der Markt stiess auf ein derart grosses Interesse, dass sofort im Anschluss ein OK fürs drauffolgende Jahr gegründet wurde. Seit dem Jahr 2000 findet der Käsemarkt im heimelig passenden Schützenhaus statt. Paul Barmettler, Präsident der IG Nidwaldner Alpkäser, welche seit 2004 für die Durchführung verantwortlich ist, zeigt sich dankbar, dass die Dekoration von der Älplerchilbi Beckenried jeweils übernommen werden kann. Diese findet immer eine Woche vor dem Nidwaldner Alpchäs Märcht statt.

Der Käse steht im Mittelpunkt

An zwei Tagen bieten 15 Aussteller nebst bekannten Käsesorten auch kreative Eigenkreationen an. „Dies ist es, was uns von anderen Käsemärkten unterscheidet“, meint Barmettler begeistert. „Bei uns ist der Käse nicht etwas, das an einem Volksfest nebenbei verkauft wird, sondern der Käse steht im Mittelpunkt. Keine Region der Schweiz präsentiert eine derart grosse Käsevielfalt.“ Übrigens wird am Nidwaldner Alpchäs Märcht nicht ausschliesslich Alp-, sondern auch Bergkäse verkauft. Ist denn das nicht ein- und dasselbe? „Nein“, erklärt Barmettler, „Alpkäse wird nur im Sommer und direkt auf der Alp hergestellt. Im Unterschied zum Bergkäse, welcher das ganze Jahr hindurch auch in Käsereien im angrenzenden Berggebiet produziert wird.“ Obwohl es Nidwaldner Alpchäs Märcht heisst, werden auch Aussteller aus Seelisberg, dem Urner Stäfeli oder der Gerschnialp auf dem Verzeichnis aufgeführt. „Wir Älpler gehören zusammen und sehen das mit den Kantonsgrenzen nicht so eng.“ Diverse Hofprodukte wie Tee, Fleisch, Backwaren und Weine ergänzen das Käseangebot.

Seit 5 Jahren findet am Samstagabend jeweils ein Alpchäs-Fondueplausch und am Sonntagmorgen ein grosses Bauernfrühstück statt. Beide Anlässe sind in der Bevölkerung und bei Heimwehbeckenriedern äusserst beliebt. Autokennzeichen vor dem alten Schützenhaus zeugen davon, dass die Besucher nicht nur aus der Innerschweiz, sondern aus Basel, Zürich, dem „Welschland“ und sogar dem nahen Ausland anreisen.

Paul Barmettler, Älpler von der Bleiki erklärt: „Wenn ich sehe, wie viele Menschen jeweils das Schützenhaus mit einem zufriedenen Gesicht verlassen, bedeutet mir das genauso viel, wie gute Verkaufszahlen. Wenn Besucher mit den Käseproduzenten in Kontakt kommen, werden sie sensibilisiert für die Wichtigkeit unserer Alpwirtschaft und des Schweizer Bauerntums.“

Geheimtipp

Obwohl das Schützenhaus den Besucherandrang zu Spitzenzeiten fast nicht mehr bewältigen kann, möchte die IG Nidwaldner Alpkäser das Angebot nicht ausbauen. „Die Stimmung im Schützenhaus ist einmalig und stimmig für unsere Produkte“, meint Barmettler. Und er hat einen Geheimtipp für solche, denen der Menschenauflauf in den letzten Jahren zuviel wurde: „Am Samstagvormittag hat es jeweils schön Platz, um von Stand zu Stand zu schlendern, zu degustieren und feine Ware einzukaufen. Die Nidwaldner Alpkäserinnen und Alpkäser freuen sich auf Ihren Besuch!“

Regula Aeppli-Fankhauser

Programm
Nidwaldner Alpchäs Märcht 2016
 
Rahmenprogramm beide Tage:
9.00-18.00 Uhr: Markt, Festwirtschaft, Kinderattraktionen, Weindegustation
Samstag, 19. November 16:
18.30-22.00 Uhr: Alpchäs-Fondueplausch/Reservationen unter 041 620 51 50 oder alp.bleiki@sunrise.ch
Sonntag, 20. November 16:
8.30-10.00 Uhr: Grosses Bauernfrühstück/Reservationen siehe oben

Der Bericht ist heute, 10. November 16, im Nidwaldner Blitz Nr. 45 erschienen

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Die geheimnisvolle Kiste – Gesamtschulanlass Beckenried

Kaum Im historischen Schützenhaus in Beckenried Platz genommen, merke ich als Theaterbesucherin, dass ich mich an einer aussergewöhnlichen Gemeindversammlung befinde.

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„Polizisten“ streifen herum und sorgen für Ruhe, „Radio SRF“ und Printmedien interviewen die Besucher, ja Ärzte kontrollieren gar den Puls und Gesundheitszustand der Bevölkerung und verteilen Smartiespillen, denn die Aufregung ist gross – gar Leute des „Krisenstabs“, befinden sich im Raum.

Der Grund der Aufregung: eine riesengrosse Kiste steht im Raum. Niemand weiss, woher sie gekommen ist und was sie beinhaltet. Es wird darüber debatiert, ob sie geöffnet werden soll. Mittels eines „Applausometers“ wird klar festgestellt, dass die Mehrheit im Saal für die Öffnung ist. Doch die Kiste kann mit keinem der ausprobierten Mittel geöffnet werden.

Deshalb werden wir „Gemeindeversammlungsteilnehmer“ auf die Suche nach passenden Schlüsseln gemacht.

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In drei verschiedenen Touren – diese sind wiederum in drei Gruppen aufgeteilt – wird man von Fünftklässlern durch die Turnhallen, Zivilschutzanlage, Kaffeestube des Schützenhauses, Naturlehrezimmer und Primarschulzimmer geführt, welche sich in eine Fabrik, ein Labor, einen Froschteich, eine Alp, Planeten, Insektenwelten und andere faszinierende Orte verwandelt haben.

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Auch auf den Aussenplätzen erfahren wir Interessantes oder erhalten Warnungen und gute Ratschläge auf unsere Wege mit, seitens von Grabgräbern, DSC_0007

Waschfrauen, DSC_0006Älplern, Putzfrauen,         DSC_0033   einem Jungen auf einem Baum, einem alten Ehepaar und anderen.

So sammeln alle 9 Gruppen, der drei verschiedenen Touren, Teile für drei Schlüssel, welche am Schluss im Schützenhaus zusammengefügt werden und tatsächlich kann die Kiste geöffnet werden. Dessen Inhalt verrate ich nicht, denn am Montag, 1. Juni findet die letzte Aufführung statt und ich will die Überraschung für diese Zuschauer nicht vorwegnehmen. Auch ich werde dann nochmals dabei sein, um die dritte Tour mitzumachen.

Weitere Bilder meiner ersten und zweiten Tour finden sich hier und Videos auf meiner Facebookseite.

Ich bin fasziniert über die Komplexität der Planung dieses Stücks. Dass in diesen drei Gruppen und wiederum je drei Untergruppen gleichzeitig durch diverse Schauplätze geführt wird und es dabei zu keinen Verzögerungen kommt, ja am Schluss sich wirklich wieder alle Teilnehmer gleichzeitig im Schützenhaus befinden, ist eine planerische Glanzleistung von Gerhard Baumgartner, Annette Windlin und der 10 köpfigen Arbeitsgruppe, welche ich bewundere.

Genauso stark bewundere ich die Begeisterung, mit der die Kinder mitmachen, ob es sich um ein Kindergartenkind oder einen Oberstufenjugendlichen handelt. Alle sind mit grosser Motivation und Engagement dabei. Auch wenn unser Junge zum Schluss bei der Aufführung selber bloss eine kleine Verantwortung übertragen erhielt, kann er dennoch Teil eines Ganzen sein. Toll, dass sich die Lehrerschaft für ein solches Grossprojekt Zeit nahm, denn es ist für die Kinder und Jugendlichen eine wertvolle Erfahrung, mit verschiedenen Altersstufen zusammen ein Projekt auf die Beine zu stellen und sie werden sich ein Leben lang an die „geheimnisvolle Kiste“ erinnern.

Flyer