Blogparade Dankbarkeit

Via Twitter wurde ich auf auf eine Blogparade zum Thema Dankbarkeit aufmerksam.

Ich bezeichne mich selber als dankbare Frau. Ich muss mich dazu nicht extra bemühen, sondern es ist seit langem mein Lebensstil. Und selbst in der schwierigen Zeit, in der wir aktuell stehen, gibt es viel Grund zur Dankbarkeit.

Ich bin Gott dankbar dafür, dass:

  • ich IHN (Gott) mit 18 Jahren kennenlernen durfte und seitdem ganz bewusst als sein Kind auf dem Lebensweg unterwegs sein darf. Er ist mein bester Freund, hält, trägt, tröstet, stärkt, ermutigt, fördert, berät und kennt mich.
  • mein Mann und ich in diesem Jahr unseren 30. Hochzeitstag feiern dürfen. Er ist mein Lieblingsmensch und ich hoffe, dass wir uns noch lange geniessen können.
  • Andy und ich drei gesunde, zwäge Kinder haben, welche alle einen guten Weg gehen.
  • wir so schön wohnen. Wir haben See- und Bergsicht, wohnen in einem ruhigen Quartier und pflegen gute und teilweise freundschaftliche Kontakte zu unseren Nachbarn. Im Sommer sind wir in 5 Gehminuten am See und können jeden Tag ein paarmal schwimmen. Im Winter erreichen wir die Talstation zum Hausberg der Klewenalp, wo man toll Wintersport ausüben kann, innert 10 Gehminuten.
  • unser Kater Minouch seit 5 Jahren zu unserer Familie gehört. Er entlockt uns hie und da ein herzliches Lachen oder ein „jöööö“.
  • wir so gute Jobs haben, welche wir gerne ausüben. Seit August 16 habe ich eine zweite Stelle als Freelancerin beim Nidwaldner Blitz (die erste beim SCM Bundes-Verlag Schweiz). Beim Blitz erhalte ich viele spannende Aufträge und das kommt unserem Familienbudget sehr zugute.
  • wir gute Freunde haben, welche in jeder Not für uns da sind, aber auch mit uns die schönen Seiten des Lebens teilen, denn „geteilte Not ist halbe Not, geteilte Freude ist doppelte Freude.“
  • er uns die Musik geschenkt hat. Wie oft stellt mich ein Lied auf und wie wohl tut das Singen. Bald startet zum Glück wieder das Ennetbürger Chorprojekt. Dieses Jahr zum Thema „Mundartlieder“.
  • ich über Facebook, Twitter, Blog und Co. soviele wertvolle Kontakte knüpfen konnte.
  • mir das danken nie ausgeht und ich hier noch zehntausend andere Gründe aufzählen könnte. Danke Gott, dass eine gute Perspektive gibt. Danken zieht nach „oben“. Deshalb habe ich das Beitragsbild gewählt: Wofür kann ich danken – dies zu fokussieren, ins Visier zu nehmen, tut gut.

Ich bin gespannt auf eure Dankbarkeitsberichte. Ich denke, es ist wie ein Ping-Pong-Spiel: wenn ich aufzähle, wofür ich dankbar bin, löst das beim Gegenüber auch Dankbarkeit aus. Es hilft, sein Leben nach Dankbarkeitsgründen zu durchforschen – und wenn man dies teilt, wirkt es ansteckend. Also: wofür bist du dankbar? Mach doch auch mit.

 

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Sammelleidenschaft

Mein Vater war ein leidenschaftlicher Sammler. Hauptsächlich sammelte er Münzen und Briefmarken. Dies tat er eigenwillig individualistisch. Er hielt sich an keine in Sammelkreisen gültige Regel, welche besagt, dass man sich auf ein Thema konzentrieren soll und vor allem, dass sich in Briefmarkenalben ausschliesslich Briefmarken und in Münzalben gefälligst ausschliesslich Münzen versammeln dürften. 😉

Er sammelte sowohl bei Münzen wie Marken kreuz und quer jedes Thema. Aber wenn er mal ein Thema interessant fand, dann vertiefte er sich konzentriert darauf. Dann lag eine interessante Briefmarke neben einer Münze, unterlegt von einem Zeitungsausschnitt, einem Abziehbild, Abzeichen, Kaffeerahmdeckeli und einer Postkarte, welche wir als Familie ihm geschickt haben. Oder eine Kinderzeichnung von einem seiner Enkelkinder konnte durchaus neben einem Ersttagskuvert mit Ernibriefmarken und neben einer persönlichen Erni-Widmung liegen.

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Meine Mutter sichtet zur Zeit zusammen mit 5 Mitgliedern des Philatelistenvereins Solothurn die über 100 Bundesordner (!) meines im Herbst 2015 leider verstorbenen Vaters. Etwa 3 Abende à ca. 5 Stunden haben die Männer bisher konzentriert damit verbracht, das Lebenswerk meines Vaters zu zerlegen – noch ist diese Arbeit nicht abgeschlossen. (Nachtrag, 28.6.16 Meine Mutter schätzt, dass rund 40 Arbeitsstunden dafür investiert worden sind.)

Diese Herren seien schweigend an ihrer Arbeit gesessen, die Sammlung meines Vaters zu sichten und nach ihren Ordnungsprinzipien auseinander zu nehmen, erzählte meine Mutter. Nur ab und zu hätten Ausrufe des Erstaunens die konzentrierte Stille unterbrochen: „Jetzt schau dir mal diese Marke an!“ Oder: „Was für ein Mensch! – Das gibt es ja nicht! – Die Art, wie er sammelte, zeigt seine interessante, vielfältige Persönlichkeit. Auf diese Art sammelt sonst kein Mensch. – Sowas habe ich noch nie gesehen! – Unglaublich!“

Die Bibliothek meines Vaters enthielt ausser seiner Ordner und Fotoalben auch sehr viele verschiedene Bücher. Ich glaube, es gibt kein einziges Buch darin, das keine Briefmarke zum Thema und keinen Zeitungsartikel enthält.

Letzten Samstag habe ich selber 2 Stunden damit verbracht, verschiedene Beigen (Schweizerdeutsch für Stapel) zu erstellen

solche für Sammler:

  • Ersttagskuverts, schön gestempelt
  • Schöne alte Postkarten
  • Ungestempelte Briefmarken, welche man noch verwenden kann – zusammengestellt in Kuverts à je Fr. 100.– Nominalwert. Der Verein kauft sie uns für je Fr. 70.– ab. Es kamen einige solcher Kuverts zusammen
  • Gestempelte, schöne und teilweise wertvolle Briefmarken
  • Sammlerbriefmarken, nicht für den Gebrauch gedacht
  • Schöne, alte Postkarten
  • 200 Jahre alte Briefe oder noch ältere…

solche für die Brockenstube:

  • Abzeichen, Medaillen, Pins
  • noch gut erhaltene Ordner

und mehrere Abfallbeigen:

  • Sichtmäppchen en masse
  • weniger schöne Ordner
  • Zeitungsartikel, welche kaum mehr jemand interessieren wird im Zeitalter von Googel
  • Kalenderbilder

Die eigene Ordnung meines Vaters wird in eine andere, massentaugliche Ordnung gebracht. Mir hat es fast das Herz zerrissen, sein Lebenswerk auseinandernehmen zu müssen. Meine Mutter hat erzählt, mein Vater hätte jede freie Minute seines Lebens mit Ordnen, Sichten, Lesen, Sammeln und Neuordnen verbracht und manchmal kaum Zeit gehabt, in Ruhe die Zeitung zu lesen. Wenn wir miteinander plauderten, kam es sehr oft vor, dass er sagte, er hätte da was zum Thema. Er stand dann auf und griff zielsicher nach einem seiner über 100 Ordner, blätterte darin und zeigte uns einen Zeitungsausschnitt oder eine interessante, wertvolle Marke dazu und gab uns mit seinen Erzählungen einen Einblick in sein immens grosses, breites und tiefes Allgemeinwissen.

Er sammelte nicht in erster Linie, um ein Kapital anzuhäufen. Er betonte immer wieder den Sammlerwert seiner Marken und dass man zuerst einen Käufer finden müsste, wollte man eine seiner wertvollen Stücke veräussern. Er hätte wohl seine gesamte Sammlung gern weiterverschenkt, hätte er von einem Menschen gespürt, dass er diese lieben und schätzen würde, um der Sammlung und nicht des Geldes willen. Traurig für ihn war zu erleben, dass keines seiner Kinder oder Enkelkinder seine Leidenschaft weiterführen mochte.

Er wollte sich nie bloss auf ein einziges Sammelthema festlegen. Mir kommt manchmal mein Blog genauso vor. Ich habe das von ihm geerbt. Ich will nicht ausschliesslich einen Blog übers Wandern/Ausflüge, einen anderen zur Fotografie, einen dritten zum Line Dance, einen vierten zum Thema Christlicher Glaube, einen fünften zum Thema Familie, einen sechsten über meine Journalistischen Tätigkeiten verfassen und einen siebten darüber, wie ich meine Hochsensibilität im Alltag erlebe – sondern einen Einzigen: über mein Leben, das hoffentlich auch so vielfältig und bunt ist, wie es das Leben meines Vaters  war.

Meine mittlere Tochter war es, welche sagte: „Es ist so schade, dass das Lebenswerk meines Grossvaters derart zerpflückt wird. Man sollte wenigstens einen einzigen Ordner so aufbewahren, wie er gesammelt hat.“ Sie hat nun einen kleinen Ordner zur Würdigung des Lebenswerkes ihres Grossvaters geschenkt erhalten.

Mein Vater verschickte selber auch gerne Briefe und Postkarten. Immer waren sie mit seinen kreativen Basteleien versehen.

Er sammelte auch Poststempel. Oft hat er die Angestellten an Postschaltern in Verlegenheit gebracht, weil er Stempel auf alle möglichen Artikel wünschte – was im Grunde genommen gegen die Postgesetze verstiess. Die Männer des Philatelievereins staunten auch hie und da, auf was mein Vater überall einen Poststempel gedrückt erhielt. Er konnte sich jeweils lausbubenartig freuen, wenn ihm eine Schaltermitarbeiterin versicherte: „Nor, wöu Sie es send.“ („Nur weil Sie es sind.“) Er kannte mit der Zeit Poststellen, welche ihm gewünschte Stempel anbrachten. Dabei stimmte die Uhrzeit, der Ort, das Sujet mit dem überein, was er in seiner Sammlung ergänzen wollte.

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Wie ich meinen Vater kenne, hat der Löwe im Stempel die symbolische Bedeutung, dass Jesus der Löwe aus dem Stamm Juda ist. 😉

Niemand von unserer Familie kann über 100 Bundesordner in seiner Wohnung aufbewahren. Wir werden versuchen, soviel wie möglich zu verkaufen.

Die Reihen in den Gestellen bei meiner Mutter zuhause lichten sich. Zurück bleiben grosse Lücken. Mein Vater, dem ich immer nahestand und dem ich sehr ähnle, fehlt mir, er wird aber immer einen grossen Platz in meinem Herzen einnehmen.

 

 

Licht am Ende des Tunnels

Erst nach dem Mittag am Sonntag, 5. Juni 2016, fuhren wir per Auto nach Rynächt, um uns am Volksfest über den längsten Eisenbahntunnel der Welt mitzufreuen. Aus Zeitgründen hatten wir nur im Sinn, die beiden Festplätze Rynächt und Erstfeld zu besuchen und bei anderer Gelegenheit einmal durch den Tunnel zu fahren.

In Rynächt genossen wir zuerst ein Konzert von Knackeboul. Es ist wohl selten möglich, ihn derart zum Greifen nah zu geniessen, wie wir es konnten, denn der tanzte durchs Volk und rappte spontan über Menschen, welche ihm dabei auffielen. Viele Menschen tanzten spontan mit – ein Volksfest, das mitriss!

Die Stände erinnerten mich an eine Gewerbeausstellung oder eine Expo – letzterer Vergleich natürlich im Miniformat gemeint. 😉 Um 3 D Brillen auszuprobieren, hätte man zu lange anstehen müssen, aber zum Glück hat unser Sohnemann eine Brille, in die man sein Handy legen und 3 D Filme bestaunen kann, selber gebastelt – so könnten wir den SBB Film zuhause geniessen.

Viele Unternehmen warben für sich selber – wir fühlen uns dabei bestens unterhalten. Am Coopstand gab es stur nur originelle Stofftaschen, wenn man ein Quiz spielte, wofür man anstehen musste, was wir nicht taten. Währenddem sang der Urner Gospelchor von „Umbrella“ und der Regen setzte prompt ein.

Am Stand der Mobiliar rubbelten wir gesuchte Orte in der Schweiz auf einer Karte derart genau auf, dass ein Mitarbeiter völlig verblüfft, uns statt eines gewöhnlichen Sofortpreises 3 Tickets für die Reise durch den neuen Gotthardtunnel und über die alte Strecke retour anbot, sollte nicht sein „Chef-Chef“ in den nächsten 30 Minuten noch Eigenbedarf ankündigen. Die Tickets seien für ihn hinterlegt worden, aber mit der Weisung, sie dürften verschenkt werden, sollte er sie nicht selber benötigen. Um 16.09 Uhr fuhr der letzte Zug durchs Tunnel Richtung Tessin und zu unserem Glück meldete sich der Mobiliar-Chef nicht. Danke, an dieser Stelle. 🙂 Wir durften sogar in einen 1. Klass-Waggon steigen, da alle 1. Klassabteile mit 2. Klasse umgeschrieben wurden.

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So befanden wir uns plötzlich auf einer Reise ins Tessin, von der wir beim Aufstehen am Morgen noch nichts gewusst hatten. 😀

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Die Fahrt durchs Tunnel selber war so wie es andere vor uns bereits beschrieben: dunkel – wer hätte das gedacht – und nur deswegen spektakulär, wenn man sich der baulichen Meisterleistung bewusst wurde.

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Im Süden (Pollegio) schlug uns ein warmer Wind entgegen und die Sonne zeigte sich tatsächlich! Lustig: im Tessin hörte man auf einen Schlag meistens nur Italienisch und auf der Urner Seite Schweizerdeutsch – obwohl es doch durch die schnelle Tunnelverbindung eine grössere Durchmischung hätte geben sollen?

Gerade rechtzeitig kamen wir an, um uns die Show, von der wir im Vorfeld nicht nur Positives lasen, anzuschauen. Das Ganze war beeindruckend und unterhaltsam. Traditionelle Alphornklänge und unsere Schweizer Militärmusik wurde mit modernem Tanz kombiniert. An einer imposant grossen Leinwand, auf welche Bergmassive oder technische Elemente projeziert wurde, turnten Mineure in ihren orangen Arbeitskleidern rum. Aber weswegen Bergarbeiter später halb nackt tanzen mussten, verstanden wir ebensowenig wie der Sinn der mystischen Elemente . Und warum tanzen diese Heuhaufen? Ah – der tiefere Sinn, der gar nicht vorhanden ist, erschliesst sich mir heute. Danke, SRF 3.

Noch ein bisschen verwirrt von diesem Spektakel, begaben wir uns bereits zum Shuttlebus, welcher uns nach Biasca zum SBB Anschluss nach Erstfeld fuhr. Und dann ging es auf der alten Bahnstrecke, dreimal am berühmten Chileli von Wassen vorbei, Richtung Norden.

Der Herr in unserem Abteil begann plötzlich ausgehend von der schönen Bergwelt davon zu erzählen, dass es einmal im Paradies keine Berge mehr geben würde. Er sei im Koma gelegen und habe das Licht am Ende des Tunnels gesehen. Und dann plauderte er eine gefühlte Ewigkeit vom Paradies, Jesus, von 7 mysteriösen Toren, welche man nach dem Tod durchschreiten müsse, aber das 7. Tor werde am Sonntag nicht geöffnet, weil Gott dann ruhe – und wir schauten einander immer verstohlener an, versuchten, uns selber in Gespräche zu verwickeln, uns hinzuweisen auf die vielen Wasserfälle, schöne Tessinerhäuser…. Nichts half – nichts stoppte seinen Redefluss. Was hätten wir tun können? Wir waren gefangen in seiner Gemeinschaft, im Viererabteil, konnten ihm nicht entfliehen. Irgendwann stoppte er dann doch mit der Bemerkung, er sei wieder hier auf die Erde zurückgekehrt nach seinem himmlischen Ausflug, um sich nun seinen nächsten Aufenthalt im Himmel, der dann ewig sein werde, zu verdienen durch möglichst gute Werke. Da schoben wir ganz kurz ein, dass wir glauben würden, das ewige Leben im Himmel würde uns laut Bibel geschenkt, man könne es nicht verdienen. Wir hätten alle gesündigt und Jesus sei deswegen auf die Erde gekommen, um uns unsere Sünden zu vergeben. Dieses Geschenk könne man annehmen oder auch nicht, aber durch eigene Werke könne man sich den Himmel ganz sicher nicht verdienen. Er wurde fast zornig und von da an sehr wortkarg, währenddem uns die Fahrgäste im Abteil nebenan ebenso verstohlen musterten, wie wir uns gegenseitig vorher. 😉

Ich weiss nicht, ob uns die Fahrt über die alte Strecke nach Norden deswegen im Vergleich zur Fahrt durch den Tunnel in den Süden wie eine Tagesreise vorkam.

In Erstfeld suchten wir zuerst den Shuttlebus, welcher uns dann aber zuverlässig zu unserem Ausgangspunkt auf den Parkplatz Rynächt brachte. Der Shuttletransport mit den Postautos hat überall super speditiv funktioniert.

Zuhause erwartete uns ein Gemisch aus Regen und Sonne, aus Süd- und Nordwetter.

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Nachtrag: danke Coop! 🙂 IMG-20160614-WA0000

Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen. Gott in Matthäus 25, 31-46

Auf Facebook gehen die Wogen derzeit hoch, was die Flüchtlingsthematik betrifft. Ich lese da Posts wie: „Vergasen sollte man die, verrecken sollen sie, alles Schmarotzer, nehmen uns die Arbeit weg, bei uns in der Schweiz gibt es genügend arme Leute, welche keine Unterstützung kriegen, kümmere dich lieber um die, wir haben gar keinen Platz – nimm doch selber Flüchtlinge auf, wenn du so ein Gutmensch bist“… etc.

Vermutlich liegen solchen Äusserungen ganz viel Bitterkeit, Sorgen, Verletzungen, sich ungerecht behandelt fühlen und ähnliches zugrunde.

Viele Sorgen, Ängste und Unverständnis teile ich. Ich bin der Meinung, jeder Asylant sollte die Sprache des Zuwanderlandes, lernen, es wäre schön, Menschen, welche sich aus dem Ausland hier niederliessen, würden sich auch in Schweizer Vereinen integrieren, an unseren Festen teilnehmen. Ich bin der Meinung, dass Menschen, welche sich um Migranten kümmern, ihren Betreuungspersonen noch zuwenig vermitteln, was die Schweizer Kultur ausmacht. Klar kann man sich darüber auslassen, was denn „Schweizer Kultur“ überhaupt bedeutet. Ich denke, da hat jeder Schweizer seine eigene Gewichtigung. Ungeachtet dessen finde ich es wichtig, dass Menschen, welche in diesen Bereichen beruflich oder ehrenamtlich tätig sind, sich noch mehr bemühen, auch Schweizer Werte, Schweizer Geschichte und Kultur weiter zu vermitteln. Integration gelingt noch zu wenig. Ich gehe mit Frank A. Meyer einig. In der Schweiz am Sonntag meint er dazu:

«Man könnte jedem Asylanten beim Übertritt über die Grenze in Chiasso einen Merkzettel in die Hand drücken mit den zehn wichtigsten Punkten über unser Land und unsere Kultur: Bei uns sind Frauen und Mädchen gleichberechtigt, bei uns gilt Religionsfreiheit, weitere Punkte müssten die Aufklärung über Gesetze enthalten, über Regeln und Riten, vielleicht sogar über Geschichte.»

Entnommen einem Livenet Artikel.

Als wir in der Türkei in den Ferien waren, hat uns der Reiseleiter auf Sitten, Gebräuche des Landes aufgeklärt. Für uns Schweizer ist es selbstverständlich, dass wir uns über „No goes“ des Ziellandes informieren, über kulturelle Fettnäpfchen, in die man tappen könnte und vor denen man bewahrt werden möchte. Dasselbe steht jedem Gast in unserem Land zu. Das Zusammenleben wird einfacher, der Zugezogene wird eher akzeptiert, erfährt Bestätigung und Zugehörigkeit.

Es gibt sie: die Kriminaltouristen und solche, welche über zuwenig Taschengeld und schlechte Unterkünfte jammern. Ich habe mit einer syrischen Frau geredet, welche sich beklagte, dass sie sich mit ihrem Unterstützungsgeld bloss eine kleine Wohnung in Stans leisten könne – zuhause hätten sie zwei Autos und eine Villa gehabt. Den Lebensstandart, den sie mal genoss, kann sie hier nicht gratis weiterführen. Es gibt sie: und ich rege mich ebenfalls darüber auf. Und ich denke, hier sollten Flüchtlingsbetreuer/Sozialarbeiter noch viel professioneller wirken und solchen Menschen nicht nur Verständnis entgegenbringen, sondern helfen, mit der Realität umzugehen und zeigen, wie Schweizer wirklich leben. Der Durchschnittsschweizer kann sich kein Dienstpersonal und keine Villa mit Pool und mehrere Autos leisten. Der Sohn dieser Frau hat die Lehre abgebrochen, u.a. deswegen, weil er weniger Lehrlingslohn erhält, als wenn er einfach so irgendwo jobben geht. Wo sind die Flüchtlingsbetreuer, welche solchen Menschen unter anderem unser Lehrlingssystem erklären? Ich habe es versucht, bin aber gescheitert. Sie kennen sowas einfach nicht und es müsste mehr Menschen geben, welche ihnen Kultur- und Schweizer Lebensschule unterrichten würden.

Wie gesagt. ich habe viel Verständnis für Sorgen, Ängste, Befürchtungen, welche im Zusammenhang mit der Flüchtlingsfrage geäussert werden und ich bin für Meinungsfreiheit und dafür, dass man solch ungute Gefühle und auch Erlebnisse ernst nimmt und was daraus lernt. Doch was ich verabscheue sind Gemeinheiten, Fäkalsprache, Verallgemeinerungen und ähnliches in leider meist primitiven Diskussionen. Ich vermisse eine gute, faire, menschenachtende Gesprächskultur in den Social Media.

Es wäre schön, Menschen würden sich erst gar nicht auf den gefährlichen Fluchtweg aus ihren Herkunftsländern machen. Es wäre super, wenn wir Kriege beenden könnten und die Menschen in den Ländern in Frieden wohnen lassen könnten, in denen sie sich kulturell und sozial wohl fühlen. Denn hier in der Schweiz niedergelassen, plagt doch viele von ihnen das Heimweh und sie möchten nichts lieber, als wieder zurückkehren in ihre Heimatländer. Das Leben ist nicht so einfach hier, wie sie es sich erträumt haben und viele kommen mit dieser Realität nicht klar. Leider entspricht es auch nicht der Realität, dass Kriege so leicht beendet und die Flüchtlingsströme versiegen. Trotzdem ich viele Befürchtungen, Verständnislosigkeit und Verärgerungen teile, bin ich entsetzt darüber, dass Menschen, welche ihr Leben aufs Spiel setzten, um aus einem Kriegsland zu flüchten, hier massivsten Drohungen ausgesetzt sind. Sie meinten, endlich in ein Land zu kommen, welches ihnen Geborgenheit und Sicherheit geben könnte, aber ihre erlebten Traumas wiederholen sich hier.

„Brandstiftung, Körperverletzung und Demütigung sind keine Ausdrucksmittel der freien Meinungsäusserung.“ sagt Oliver Kalkofe und ich gehe mit ihm einig. Sein Videobeitrag ist bemerkenswert.

Unter den Flüchtlingen sind viele Christen, welche entweder zum Islam hätten zwangskonvertieren oder sonst um ihr Leben bangen mussten. Sie haben zu Geld gemacht, was sich zu Geld machen liess, haben alles zurückgelassen für eine unbestimmte Zukunft. Viele Menschen in der Schweiz zeigten ihre Solidarität in den Sozialen Medien mit dem Hashtag #WeAreN . Aber nun stelle ich fest, dass teilweise dieselben Menschen aktuell gegen diese Flüchtlinge hetzen, weil sie befürchten, es könnten viele Moslems darunter sein, es könnte sich um eine diffuse Unterwanderungstaktik des Islams handeln. Und? In erster Linie handelt es sich bei den Flüchtlingen um Menschen. Menschen wie du und ich. Und sie haben in erster Linie mal eine menschwürdige Behandlung zugut. Nur weil es einigen Schweizern nicht gut geht, dürfte es Flüchtlingen nicht besser gehen? Was ist denn das für eine egoistische Haltung? Würden wir nicht auch flüchten, sollten wir uns an Leib und Leben in unserem Land bedroht sehen? Zudem hat jeder Moslem nun die Chance, in unserem Land Jesus kennen zu lernen – wir müssen nicht erst Missionare zu ihnen aussenden, sondern sie kommen nun vor unsere Haustüre. Wir sollten in ihnen keine Bedrohung sehen, sondern Menschen, welche von Gott geliebt und geachtet sind.

Die Bibel stellt sich auf die Seite der Flüchtlinge, fordert uns mehrfach auf, ihnen zu helfen. Die Familie von Jesus musste ebenfalls flüchten, kaum war er geboren. Gottes ❤ schlägt für die Vetriebenen und Verachteten. Schlagen wir uns doch auf seine Seite.

P.S. Von Mandy bekomme ich jeden Tag ein sogenanntes „Seelenfutter“. Habe gerade erst gelesen, dass sie so ziemlich dasselbe über die Flüchtlingsproblematik schreibt. GekreuzSiegt.

Ein etwas langer, aber lohnenswerter Artikel darüber (klickmich), ein Livenetartikel und dies hier.

Und natürlich sehe ich diese Seite ebenfalls. Mag widersprüchlich scheinen zu obigem, zeigt aber die Komplexität, welche mir durchaus bewusst ist.

Mein Senf zu #gerigate

Jesus vergibt dem Mann, welcher sonst von allen verurteilt wird

1 Jesus ging dann aus der Stadt zum Ölberg.

2 Aber gleich am nächsten Morgen war er wieder im Tempel. Und ziemlich schnell waren wieder sehr viele Leute bei ihm, denen er dann Sachen über Gott beibringen konnte.

3 Plötzlich brachten die Theologen und die Pharisäer einen Mann an, welcher auf frischer Tat ertappt worden war. Er hatte Sexbildli von sich selber einer Geliebten gezeigt, obwohl er bereits eine feste Partnerin hatte. Sie stießen den Mann in die Mitte, damit alle ihn sehen konnten.

4 Dann sagten sie zu Jesus: „Herr Lehrer, dieser Mann ist gerade erwischt worden. Er hat Sexselfies an seinem politischen Arbeitsplatz geknipst und per social Medien verschickt, er hat einer Frau gedroht, er ist als Politiker untragbar.“

5 Nach den alten Gesetzen vom Mose müsste er jetzt von allen öffentlichen Ämtern zurücktreten! Was sagen Sie zu diesem eindeutigen Fall?“

6 Das war natürlich nur ein Trick. Sie hofften, sie könnten Jesus damit in eine Zwickmühle bringen, sodass er irgendwas Verpeiltes sagen würde, was sie dann später gegen ihn verwenden könnten. Jesus blieb aber total cool, er setzte sich auf den Boden und schrieb irgendwas mit seinen Fingern in den Sand.

7 Als die Typen aber weiter rumnervten, sah er nach oben und sagte: „Okay, dann soll mal der den ersten Stein werfen, der noch nie in seinem Leben Mist gebaut hat!“

8 Dann bückte er sich wieder und malte irgendwelche Sachen in den Sand.

9 Als Erstes verschwanden die Leute, die Anklage erhoben hatten. Und dann folgte ihnen einer nach dem anderen, bis Jesus zum Schluss mit dem Mann alleine war.

10 Jesus stand auf und fragte sie: „Na, wo sind denn jetzt die Leute, die ’ne Anzeige erstatten wollten? Hat etwa keiner von denen das Urteil auch vollstreckt?“

11 „Nein, keiner, mein Herr“, antwortete er. „Dann werde ich das auch nicht tun. Geh jetzt mal nach Hause und pass auf, dass du nicht noch einmal so einen Fehler machst!“

Originaltext der Volxbibel – Johannes Kapitel 8 – folgt hier – man finde die kleinen, unwesentlichen Unterschiede. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.

Jesus vergibt der Frau, die sonst von allen verurteilt wird

1 Jesus ging dann aus der Stadt zum Ölberg.

2 Aber gleich am nächsten Morgen war er wieder im Tempel. Und ziemlich schnell waren wieder sehr viele Leute bei ihm, denen er dann Sachen über Gott beibringen konnte.

3 Plötzlich brachten die Theologen und die Pharisäer eine Frau an, die auf frischer Tat ertappt worden war. Sie hatte mit einem Mann Sex gehabt, obwohl sie bereits mit einem andern verheiratet war. Sie stießen die Frau in die Mitte, damit alle sie sehen konnten.

4 Dann sagten sie zu Jesus: „Herr Lehrer, diese Frau ist gerade beim Ehebruch erwischt worden.

5 Nach den alten Gesetzen vom Mose müsste sie jetzt von mehreren so lange mit Steinen beworfen werden, bis sie tot ist! Was sagen Sie zu diesem eindeutigen Fall?“

6 Das war natürlich nur ein Trick. Sie hofften, sie könnten Jesus damit in eine Zwickmühle bringen, sodass er irgendwas Verpeiltes sagen würde, was sie dann später gegen ihn verwenden könnten. Jesus blieb aber total cool, er setzte sich auf den Boden und schrieb irgendwas mit seinen Fingern in den Sand.

7 Als die Typen aber weiter rumnervten, sah er nach oben und sagte: „Okay, dann soll mal der den ersten Stein werfen, der noch nie in seinem Leben Mist gebaut hat!“

8 Dann bückte er sich wieder und malte irgendwelche Sachen in den Sand.

9 Als Erstes verschwanden die Leute, die Anklage erhoben hatten. Und dann folgte ihnen einer nach dem anderen, bis Jesus zum Schluss mit der Frau alleine war.

10 Jesus stand auf und fragte sie: „Na, wo sind denn jetzt die Leute, die ’ne Anzeige erstatten wollten? Hat etwa keiner von denen das Urteil auch vollstreckt?“

11 „Nein, keiner, mein Herr“, antwortete sie. „Dann werde ich das auch nicht tun. Geh jetzt mal nach Hause und pass auf, dass du nicht noch einmal so einen Fehler machst!“