Ein Wochenende in einer uns weniger bekannten Ecke der Schweiz

Unser Sohn verreiste zusammen mit den Bogenschützen Nidwalden in ein Bogenschiesslager. So ergriffen mein Mann und ich die günstige Gelegenheit – und vollzogen ebenfalls einen kurzen „Tapetenwechsel. Es zog uns zum Creuz du Van. Wir hatten ihn beide in unseren über 50 Lebensjahren noch nie gesehen.

Wir suchten uns ein hübsches, günstiges und gemütliches B&B (Fr. 120.– inkl. Frühstück für uns beide) in der Nähe von Fribourg (Belfaux), weil wir die Stadt noch nicht gut kannten und das letzte Mal vor etwa 12 Jahren in dieser Gegend in den Ferien weilten. Meine Bewertung auf Holidaycheck.

20150824110326

In ein paar Autominuten ab dem B&Bl erreichten wir das Stadtzentrum Fribourgs und kamen grad rechtzeitig zum grossen Umzug des Folklorefestivals. Wir hatten zwar geplant, abends an dieses Festival zu gehen, wussten aber nichts vom Umzug und ich nahm es als Gottes Führung und Geschenk an, dass wir in dem Moment dort parkierten, wo der Umzug just begann! Wir genossen den Abend mit Musik und Tänzen aus der Bretagne, Irland, dem Tibet, Panama, Kroatien, Galizien, der Türkei und Botswana.

 

Gegessen haben wir indisch und später genehmigten wir uns eine Waffel und Glacé aus der Region und kramten unsere Französischkenntnisse hervor. 😉 😛 Leider kamen wir nur am Rande dazu, die Altstadt Fribourgs zu erkundigen.

Am Sonntag suchten wir uns den Weg zum Restaurant Soliat, welches auf der MySwitzerlandseite als Ausgangspunkt für Wanderungen auf dem Creux du Van angegeben wurde. Wir fuhren zuerst fälschlicherweise zur Ferme Robert. Tipp: Nach Travers fahren und dort den Wegweisern zum Restaurant Soliat folgen. Ab dem Restaurant wandert man in etwa einer Viertelstunde zum ersten Aussichtspunkt der imposanten natürlich gebildeten Felswand. Wanderschuhe sind zu empfehlen, geht es doch über Alpweiden. Es gibt zwei Wegvarianten: entweder man getraut sich, direkt dem Abgrund entlang zu wandern, was krasser aussieht, als es ist, denn der Weg ist meistens breit und gut zu begehen. Wenn man die Wanderer in der Ferne betrachtet, sieht es so aus, als ob sie etwas ganz Gefährliches wagen würden – aber es sieht wirklich nur so aus. 😉 Sogar ich, welche teilweise unter Höhenangst leidet, wagte mich zum grössten Teil, darauf zu gehen. Die andere Möglichkeit ist, hinter einer Vieh-Trockenmauer zu wandern, welche einem ein Gefühl der Sicherheit vermittelt. Wenn der andere Weg etwas schmaler wurde, konnte ich jeweils durch einen ganz schmalen Mauerdurchgang auf die andere Seite der Mauer wechseln und hatte trotzdem noch die ganze Aussicht und Sicht- und Hörkontakt zu meinem Mann auf dem „gewagteren“ Weg.

DSC_0062 DSC_0061 DSC_0051 DSC_0070

Wir wanderten insgesamt eine Stunde ein Stück weit hinauf und wieder zurück zum Restaurant, wo wir uns zusammen einen sehr reichhaltigen Salat mit Fleisch gönnten (sehr zu empfehlen). Lustig war zu erleben, wie die Frauen am Buffet und der Küche voll im Stress waren, gleichzeitig aber sagten, sie hätten wohl aufgrund der Wetterlage nicht soviel Betrieb wie sonst üblich an einem Sonntag. Die Frauen parlierten fröhlich in Französisch, Englisch, Deutsch und Portugisisch (oder war es Spanisch) kreuz und quer miteinander. Als wir die Felswand bestaunten, hatten wir noch Wetterglück. Später setzte Regen, Wind und Kälte ein. Eine Wandergruppe deutscher Frauen traf ein und übertönte mit ihrem Enthusiasmus einfach alles. So erfuhren wir ungewollt, dass sie 6 Std. unterwegs waren, jetzt kalt, vorher aber geschwitzt hätten, die Wanderleiter nicht zu gebrauchen waren und mindestens dreimal: „Wir sind jetzt drinnen, gell! – Im oberen Stock des Restaurants sind wir!“ oooooch…..

Fazit: die Felsarena Creux du Van kann es durchaus mit Naturwundern wie den Cliffs of Moher in Irland (unser Besuch 2009)

1936931_1101440937502_1127519_n

oder den Møn Klint, welche wir bereits zweimal in Dänemark besuchten,

135406_10202003221983392_486280153906825665_o

aufnehmen. Bloss hat es bei den Creux du Van weniger Touristen als bei den Cliffs of Moher und Møns Klint. Auch Menschen, welche sich selber nicht als „berggängig“ bezeichnen, können diese Felsformation bestaunen, denn man sollte sich ja eh nicht zu weit an den Abgrund wagen und sieht auch mit einigen Metern Abstand alles ganz gut. Und bitte: Kinder an der Hand und Hunde an der Leine führen, denn es geht immerhin 160 Meter senkrecht hinunter und auf dem äusseren Weg gibt es keinen Zaun oder sonstige Abschrankung! :-O

Weitere Fotos und Videos zu diesem erlebnisreichen Wochenende, findet ihr wie immer auf meiner Facebookseite (nur für Facebookfreunde, nicht alles öffentlich einsehbar).

Ein sehr schöner Ort, passend zur Blogparade, oder? 😉

Werbeanzeigen

R. Hood ;-)

Ich spüre, wie mich belustigte, neugierige, aber auch erboste Blicke treffen, als mein Sohnemann und ich aus der Gondelkabine der Emmetten-Stockhüttebahn treten. Wir wollen heute nicht mit Blicken treffen, sondern mit Pfeil und Bogen – dies auf dem Bogenpark Nidwalden.

Mein 14-jähriger Sohn ist Mitglied der Bogenschützen Nidwalden. An einem 3 D Parcour, erkämpfte er sich 2013 den Schweizermeistertitel in der Schülerkategorie. Das Campus-Surseemagazin hat ihn damals interviewt. Heute darf ich mich in Begleitung dieses Profis also das zweite Mal überhaupt auf einen Bogenparcour begeben, denn ich erhielt von unserem Sohn einen Gutschein geschenkt.

Gutschein von Tobias Aeppli, Bogenschiessen

Der Bogenpark Nidwalden besteht aus 34 Plastiktieren, welche verstreut im Wald aufgestellt sind. Es gilt also, bergauf- und bergab zu wandern, über Stock und Stein. Bei diesem Sport übt man die Beobachtungsgabe (wo sieht mein Sohn den nächsten Posten – also ich sehe nichts?), die Ausdauer (was – wir haben noch nicht mal die Hälfte absolviert?), die Konzentration und mentale Stärke (och, der hat mit dem 1. Pfeil getroffen und meine zwei ersten Pfeile liegen im Dickicht), die Muskeln des gesamten Körpers (Bein-, Arm-, Schultermuskulatur), die Atmungstechnik (atmen während es Aufziehens nicht vergessen) und wenn man gemeinsam unterwegs ist, ist das Gemeinschaftserlebnis wohltuend und stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Ich kann diesen Parcour auch für einen Teambildungsanlass wärmstens empfehlen.

Obwohl wir in drei Stunden nur etwas mehr als die Hälfte aller Posten schaffen, bin ich zufrieden mit mir. In dieser Zeit absolviert ein durchschnittlicher Bogenschütze den gesamten Parcour, aber ich bin ja Anfängerin und benötige mehr Zeit und mehr Pfeile bei jedem einzelnen Posten. 3 Pfeile pro 3 D Tier dürfen geschossen werden, wenn man mit dem 1. Pfeil trifft, gibt es mehr Punkte, als bei einem Treffer mit einem der nächsten Pfeile. Meine Schulter schmerzt ausgerechnet seit dem Vortag. Ich habe mir irgendso eine Verspannung zugezogen. Der ausgeliehene Bogen war nicht ideal für mich – ich vermochte die Sehne nicht ganz nach hinten zu ziehen. Mit dem Bogen meines Sohnes kam ich besser zurecht, aber auch dieser war nicht wirklich auf mich „zugeschnitten“. Auch wegen meinem Schulterhandicap und der nicht „personifizierten“ Ausrüstung bin ich stolz auf mich, doch einige Male ganz gut getroffen zu haben. Es hat mehr Spass gemacht, als ich mir im Vorfeld ausgemalt habe und ich verstehe nun die Faszination und Begeisterung meines Sohnes und anderer Schützen für diesen Sport besser.

11754352_10204835340504585_7819316598447584381_o (2) 11807405_10204835340344581_822121458240998977_o (1) 11782368_10204835340944596_1268053659610211047_o (1) 11224557_10204835340304580_3373419432587952120_o (2) 11807580_10204835341264604_6110792950631409603_o (1) 11705756_10204835341304605_5162660734091345049_o (1) 11822938_10204835341704615_5789703210963613410_o (1) 10562742_10204835341944621_7361342757437051278_o (1) 11792045_10204835341984622_4242358011172851952_o (1) 11816154_10204835342464634_4854096487220481416_o (1)

In der Gondelfahrt retour konfrontieren uns zwei Mitfahrer mit einem Vorurteil, dem sich die Schützen oft gegenüber sehen. Nachdem ich ihnen erzählte, dass ich einen Pfeil verloren habe, heisst es zynisch: „Haha, der steckt bestimmt im Bauch eines Wanderers! Wenn der Verein diesen Parcour professionell aufstellen würde, dann hätten sie die Wege rundum mit Netzen gesichert und abgesperrt!“ Ich vermute, dass dieser Herr den Bogenpark noch nie wirklich abgelaufen ist, denn was er verlangt, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Die 3 D Tiere stehen auf einer derart grossen Fläche verteilt, dass eine Rundumabsperrung eine Illusion ist. Aber wie es auf der Homepage des Bogenparks steht, so habe auch ich es erlebt:

„Das Sicherheitskonzept des Bogenparks Nidwalden wurde von der FAAS Field Archery Association abgenommen und für sicher befunden.
Sämtliche Wanderwege/Strassen/öffentlich zugängliche Wege werden nie durch die Flugbahn eines Pfeils tangiert.“

Es ist gut gekennzeichnet, dass hier ein Bogenparkweg beginnt, dass es sich nicht um einen öffentlichen Wanderweg handelt.

Der Vorwurf, man schiesse auf Tiere und selbst wenn diese nur aus Plastik seien, bestünde die Gefahr, dass ein Bogenschütze auf den Geschmack käme, auch auf lebende Tiere zu schiessen, weise ich zurück. Ich kenne viele Bogenschützen persönlich und könnte mir bei keinem vorstellen, dass er irgendeinem Tier etwas zuleide tun könnte. Unser Sohn liebt Tiere, knuddelt unsere Katze und sieht kein Tier gern leiden.

Die Betreiber des Bogenpark Nidwalden schreiben:

„Wir möchten uns auch von jeglichen Aussagen wie “ Was machen Die denn jetzt hier im Wald….ballern die auf Tiere? “ distanzieren.
Denn das Bogenschiessen ist eine sehr alte Tradition und setzt Verantwortungsbewusstsein und Naturschutz in den Vordergrund.
Der Bogenpark Nidwalden will auch in Zukunft mit der NATUR zusammen arbeiten und unterstützt deshalb
folgende Institutionen:
WWF (Eisbär-Adoption)
Sea Sheperd (Spende)
Pro Natura (Spende für die Pärke, eine Chance für Mensch und Natur)
Tierheim Paradiesli in Ennetmoos (Spende)“

Ich war sicher nicht das letzte Mal auf diesem Bogenpark und wünsche mir selber und allen anderen Bogenschützen

„Gut Schuss und alle ins Kill!“ 

Beggeriädertag

Bild

Einmal im Jahr dürfen wir Beckenrieder gratis auf unseren Hausberg fahren. Und oben finden dann allerhand Aktivitäten statt. Siehe Bild…

Auch die Bewohner von Gipf-Oberfrick waren auf unseren Hausberg eingeladen. Dies, weil sie im Gemeindeduell gegen uns gewonnen hatten.

Dieses Jahr waren wir besonders gespannt auf die Fahrt mit der neuen Kabinenbahn. Als Fahrgast spürt man nicht soviel, dass man mit einer komplett neuen Kabine fährt. Dies deswegen, weil die äusseren Masse nicht verändert werden konnten. Doch die Bahn sei mit der modernsten Technik ausgerüstet, habe ich zwischen einem Gespräch mit dem Kabinenführer und einem anderen Fahrgast mitgehört. Sie biete eine gute Isolation und von daher höre man bei geschlossenen Fenstern fast kein Laufgeräusch.

Bild

(Foto von meinem 13-jährigen Sohn Tobias geknipst.)

Auf dem Hausberg empfangen uns Mitglieder des Gemeinderates mit Herzschöggeli und ein Alphornspieler mit sanften, urchigen Tönen. Die Kindertrachtengruppe ist grad beim Mittagessen.

Bild

(Foto: Tobias Aeppli)

Im Berggasthaus Klewenstock essen wir zuerst fein z’Mittag, lösen den versprochenen Zwärglicoupe ein (danke! 🙂 ) und wandern dann gestärkt in Richtung Stockhütte.

Die etwa 1.5 stündige Wanderung führt uns vorbei an seltenen Blumen, wie die Rigirolle und wilden Orchideen. Akelei Wiesenraute heisst diese federleichte Pflanze, welche sich ❤ förmig präsentiert.

Bild

Immer wieder treffen wir auf Illustrationen von Jolanda Näpflin, einer Beckenrieder-Künstlerin. Im Vordergrund ein Bild des „Tanzbodens“, im Hintergrund die echte Bergkulisse. 😉

Bild

Nach der Twäregghöhe zeigt mir Tobias schon bald ein paar Posten des Bogenparks. Tobias ist selber aktives Mitglied des Bogenschützenvereins und Schweizermeister 3D 2013, Kategorie Schüler. Bei dieser Gelegenheit erinnere ich mich an den Gutschein, den mir mein Jüngster mal geschenkt hat: ich darf ihn mal auf den Bogenpark begleiten. smile (Anmerkung: er darf den Park nur in Begleitung eines Erwachsenen benutzen.)

Bild

Hier der Beginn des Bogenparks, bei dem man, wenn man Glück hat, einen einst verlorenen Pfeil wiederfindet. 😉

Tobias und ich mieten uns in der Station Stockhütte Bikeboards und geniessen die etwa 20-minütige Abfahrt nach Emmetten.

10457553_1437426379859028_4783387698259589499_n

Weitere Impressionen: Fotoalbum Facebook